Beiträge von p.andi

    Hallo,


    Bienen würden (und das tun sie auch) auch heute ohne den Imker überleben.


    Man hört aber immer wieder die gleiche Leier ein Volk würde spätestens im zweiten Jahr zugrunde gehen und ohne den Imker gäbe es absolut keine Bienen mehr! (Wahrscheinlich nicht nur wegen der Varroa, sondern auch weil sie es sich in unverschämter Weise wagen auf eigenem Honig zu überwintern anstatt auf Zuckerlösung).


    Leider bin ich noch nicht so alt, würde aber mal behaupten das sich diese Geschichte sicher seit/mit der Ankunft der Varroa in den Imkerköpfen festgesetzt hat und so auch weitergetragen wird.


    Wer nun aber ab und an auch mal über den Tellerrand seines dörflichen Imkervereins schaut, wird feststellen das immer öfter Berichte in der Literatur auftauchen von freilebenden Bienenvölkern und diese auch schon länger als zwei Jahre überlebt haben.


    Wie u.a. im Vortrag von R.Büchler (Sommerweiterbildung 2018, hier gepostet) dargestellt reicht schon die Brutunterbrechung durch Schwärmen aus um den Varroadruck ausreichend zu senken. Und genau das wird es auch sein was wildlebende Bienenvölker dazu befähigt zu überleben. (Es gibt ja nun auch schon mehr als genug Berichte von Imkern die Völker ohne Behandlung bei Vermehrung durch Schwarm führen und diese auch überleben.)


    Auch bei mir im Ort kenne ich 2 wildlebende Völker, eines gibt es sicher schon 10 Jahre und das andere 3 oder 4. Sie schwärmen fleißig und überleben! (Und nein, es sind keine Schwärme die einfach jedes Jahr aufs neue in die Behausung einziehen.)


    Leider wird diese Tatsache bei vielen Imkern immer wieder ignoriert. Entweder wird es einfach komplett ausgeblendet oder es wird gesagt das es sich um einen Schwarm handelt der wahrscheinlich genau dieses Jahr dort eingezogen ist oder es wird gesagt das sie wahrscheinlich nicht über den Winter kommen (wegen den 2 Jahren ohne imkerliche Hilfe) und dann einfach abgetan, weil nicht sein kann was nicht sein darf.


    Ich denke einfach von diesen Gedanken sollte man sich langsam verabschieden.


    Das Problem sind wahrscheinlich eher fehlende Nistplätze die einen weiteren Anstieg wildlebender Populationen unterbinden. Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen. Mehr Nistplätze --> mehr wildlebende Völker -->besserer und schnellerer Aufbau toleranter Populationen auch in heimischen Gebieten durch natürliche Selektion.


    P.S. Und noch ein kurzer Nachtrag zur Sterblichkeit. Leider kenne ich keine Daten zur Sterblichkeit wildlebender Bienenvölker. Denke aber das die Natur schärfer selektiert als wir. Interessant wäre daher doch mal zu wissen wie hoch die Sterblichkeit vor z.B. 500 oder 1000 Jahren war? Vielleicht mehr als 10 oder 15% Winterverluste. Was ich damit sagen will ist, das nur weil mal ein wildlebendes Bienenvolk (was man vielleicht kennt) mal über den Winter eingeht, heißt es noch lange nicht das alle eingehen und das keines ohne imkerliche Hilfe überlebt.


    Hier noch etwas Literatur für den Ungläubigen:


    https://www.bienenjournal.de/f…bende-honigbienenvoelker/


    https://bienen-dialoge.de/wild…schleuder-oder-genschatz/


    https://beetrees.org/


    Thomas Seeley (2015) - Crowding honeybee colonies in apiaries can increase their vulnerability to the deadly ectoparasite Varroa destructor


    Meine These: Würde man heute genügend Bienen-Völker in einem genügend großen unberührten Gebiet aussetzen, dann würde über einige Generationen der Bestand zurückgehen (da die Eigenschaften wie Honigleistung eben nicht so wichtig zum überleben sind), es würden sich Eigenschaften wie Schwarmtrieb, Fluglochverteidigung, kleinere Volksstärken immer stärker verbreiten und die Biene würde überleben. Wahrscheinlich sogar trotz Varroa. Ich weiß nicht ob Sie varroatoleranz werden oder eben Verhalten wie häufigeres Schwärmen und intensiver Putztrieb zu einer koexistenz führen.

    Das hat man schon gemacht! Siehe u.a. Gotland-Projekt!

    Einfach zur Endtracht keinen Honigraum aufsetzen, sollte den Job doch tun...

    Würde ich auch so sehen.


    Andere Ideen mit untersetzen oder aufsetzen oder schleudern um dann wieder zu verfüttern klingen irgendwie zu kompliziert.

    Vorallemschleudern um dann wieder zu verfüttern, weil man hat ja sonst nix zu tun und irgendwie muss man das Wochenende ja rumkriegen. ;)

    Würden sie dann nicht schon anfangen unten einzulagern und man spart sich das erneute verflüssigen und auffüttern?

    Nein, das Problem ist das Du höchstwahrscheinlich damit, den spätesten Honig im Jahr zum Überwintern nimmst, den würde ich NICHT nehmen.... - außer zur Not sehr, sehr stark verdünnt - siehe Post #14

    Vielen Dank für die Antwort. Ich weiß zwar das man nicht auf Waldhonig überwintern soll, aber was macht der Rest für Probleme?


    Letztes Jahr hab ich ein paar Völker auf einer Mischung aus später Frühtracht und früher Spättracht (ein gefüllter Honigraum von so Ende Raps bis Anfang Linde), ein paar Mal hauptsächlich Linde/Spättracht und ein paar auf Sonnenblume überwintern lassen.


    Alle sind super übern Wintern gekommen.


    Was ist den das Problem mit späten Honigen (abgesehen von Waldhonig) beim Überwintern?

    Nix Zarge, nur Rähmchen.

    Wie jetzt?! Also noch schön die Rähmchen rausgenommen und ihre dafür reingehangen?!


    Wie skrupellos doch manche Leute sind. Da wird sich erstmal schon die Zeit genommen die Rähmchen umzusetzen. Wahrscheinlich haben Sie noch die Bienen abgekehrt damit die nicht alle im Auto umherfliegen. Oder erstmal den BR durchgeschaut um die Königin zu finden.


    Was sollen das nur für Imker sein die andere Imker beklauen?! Die meisten die ich kenne sind eigentlich recht nett und umgänglich!


    Gab es diese Unsitte schon immer oder ist das erst etwas der letzten Jahre?


    Völkerverluste werden nicht mehr durch Bienenimporte ausgeglichen, sondern einfach durch Diebstahl beim Nachbarn. Kurze Strecken sind gut für die CO2-Bilanz und man muss sich keine Sorgen machen Krankheiten und Schädlinge wie den Beutenkäfer einzuschleppen. ;)

    Die Bienen, klar. Da geht halt jemand an die Kiste. Bei mir haben die bei drei Völkern eine ganze Zarge bebrütete Rähmchen gegen Honig getauscht. Das kann man sich auch nicht ausdenken, ziehst 'ne HR Wabe und hast einen dunklen, vollgepollten Schinken in der Hand. Nächste Wabe, gleiches Bild. Ich weiß nicht, was ich ätzender finde, Honig weg oder irgendwem seine gammeligen BW in meinen Völkern. Aber so sind sie, die Imkerkollegen.

    Hallo,


    wie jetzt?! Da gingen fremde Personen an deine Beuten, haben einen HR mitgenommen und dafür einen alten BR von sich aufgesetzt? Wahnsinn! Sachen gibt's, die gibt's gar nicht.


    Naja...wenigstens waren sie so nett und haben dir ne Zarge + Rähmchen da gelassen anstatt einfach die ganze Beute mitzunehmen.

    Ich kenne es auch so das man keines braucht. Theoretisch kannst du ja auch einen Schwarm fangen, den in eine Kiste einschlagen und schon hast du ein Volk und das auch ohne Gesundheitszeugnis.


    Ruf einfach mal beim Veterinäramt an und frag wie es sich mit der Anmeldung verhält. Du musst dich auch bei der Tierseuchenkasse anmelden. Geht aber alles relativ problemlos.


    Nichtsdestotrotz, hoffe ich doch du hast irgendeinen Imkerkurs besucht oder zumindest einen erfahrenen Imker der dir über die Schulter schaut oder du ihm. So ganz ohne Erfahrung wird es schwer werden den Zustand eines Volkes richtig einzuschätzen und sie ordentlich zu führen/einzuwintern.


    Und stehen die Bienen da jetzt einfach auf 5-Waben bei dir im Garten? Hast du denn Material (Beute, Rähmchen, etc.)?


    Anhand deiner Beschreibung kommt mir das alles recht unüberlegt und spontan vor?! Oft verhält sich sowas eher kontraproduktiv zur Lebensdauer eines Volkes.


    mmmhhh.... :/

    Mir ist es Mal passiert das die Königin bei einer Durchsicht aus Versehen in den Honigraum (getrennt durch ASG) gelangt ist kurz vorm Schwärmen. Da gab es auch einen abgebrochenen Versuch da die Königin nicht raus kam.


    Hätte jetzt aber auch zuerst an Flügelschnitt bei der Königin gedacht?!

    Hallo,


    nachdem ich letztes Jahr erfolgreich und zufrieden die Sommerbehandlung mittels Brutstopkaefig (Scalvini) und 2x MS spruehen durchgefuehrt habe, plane ich dies dieses Jahr erneut durchzufuehren. Allerdings ueberlege ich anstelle von MS Oxalsaeure zu spruehen, da laut Nutzungshinweis i.d.R. nur 1x gesprueht werden muss und das doch Zeit- und Arbeitsersparnis ist.


    Meine Frage ist nun ob jemand Erfahrungen mit beiden Verfahren hat und ob OX wirklich ein vergleichbares oder sogar besseres Ergebnis liefert?


    Was mich etwas skeptisch macht ist die Empfehlung das es heisst das OX nur 1x gesprueht werden muss, waehrend man MS 2x sprueht.


    Ich weiss das OX einen hoeheren Wirkungsgrad als MS besitzt, denke aber das bei MS durch 2x spruehen einfach mehr Bienen erwischt werden und es dadurch doch effektiver ist.


    Man koennte sagen, ein hoeherer Wirkungsgrad von OX wird durch nur 1x spruehen wieder zunichte gemacht, da bei 2x spruehen mit MS einfach mehr Bienen erwischt werden.


    Ich hab auch schon gelesen das sich OX aehnlich der Traeufelbehandlung unter Bienen verteilen soll und man dadurch "alle" erwischt, dachte aber das dies bei der Traeufelbehandlung aufgrund der Sacharose der Fall ist, was ja beim spruehen nicht vorhanden ist.



    Wenn jemand Erfahrungen hat, waere ich fuer eine Antwort dankbar.



    Danke im Voraus!

    Vielen Dank Peter,

    und was mache ich jetzt? Wie finde ich das raus?

    Die Königin ist nicht gezeichnet, soll ich sie einfach mal machen lassen?


    LG Hanibal


    Wenn du mit dem Eimer drunter kommst, kannst du da auch drunter schauen?


    Ich würde entweder direkt drunter schauen ob du die Königin siehst und dann abfangen oder einfach nochmal abkehren und danach mal drunter schauen was noch da hängt. Vielleicht ist da die Königin dabei. Dann ebenfalls abfangen und in die Beute damit.

    Es besteht ein wesenhafter Unterschied zwischen a) jeder TAM-Behandlung und b) den Brutentnahmeverfahren:

    a) TAM -> Bestenauslese der Milben zur Weiterzucht (nur TAM-überlebende Milben können sich weiter vermehren) bzw.

    b) Brutentnahmeverfahren -> Schlechtestenauslese: Es überleben nur die Milben, die zu träge, ungeschickt oder langsam waren, sich rechtzeitig in die Brutzellen zu flüchten.

    Was heißt den TAM?


    Zu b): Eine "schlechtesten Auslese" mag ich zu bezweifeln. Woher will denn die Milbe wissen das gleich Brutentnahme stattfindet und vor was wollen sie sich denn rechtzeitig in die Brutzellen flüchten?


    Es überleben einfach nur zufällig die, die kurz vorher "geschlüpft" sind und/oder sich auf irgendeiner Bienen aufhalten und daher nicht in der Brut sind. Ich denke das hat nichts mit Auslese zu tun, da hier kein Selektionsdruck vorliegt.