Beiträge von swissmix

    Freut mich, wenn ich etwas helfen konnte! :)


    Ich kann Dir keine allgemeine Beutenempfehlung abgeben, denn für die Bienen ist die Beute jetzt nicht so entscheidend und bei den Imkern hat jeder etwas andere Vorlieben. Ich selbst habe eine Weile mit Zander geimkert: Eine Zarge mit zehn Rähmchen als Brutraum, weitere Zargen darüber als Honigräume. Das hat mir ganz gut gepasst, aber ich würde nur noch halbhohe Honigräume verwenden, nur schon dem Rücken zuliebe. Was mich allerdings etwas gestört hat: Man musste jeweils zuerst ein Rähmchen rausziehen und dieses dann beiseite stellen. Lieber hätte ich die Rähmchen in der Beute frei hin und her geschoben. Deshalb habe ich letztes Jahr auf Dadant gewechselt. Da füllt man den Brutraum nicht komplett mit Rähmchen voll. Dadurch hat man viel Schiebeplatz, was sehr komfortabel ist. Ich verwende übrigens auch nur Holzbeuten.


    Übrigens: Ein typischer Anfängerfehler ist es, sich alles Material zu ergattern, das man kriegen kann, und dann entsprechend nachzurüsten und aufzustocken! ;) Habe ich auch gemacht. :) Für den Anfang ist das vielleicht gar nicht mal so schlecht, da man so mit verschiedenen Dingen etwas experimentieren kann. Wenn sich Vorlieben rauskristallisieren, sollte man aber die Entschlossenheit haben, in ein entsprechendes System zu investieren und das Alte zu vergessen. Und an weiteren Angeboten, die man nicht ablehnen kann, vorbei zu gehen. :)

    Hallo, Erfurt !


    Mini Plus-Beuten sind nicht dazu gedacht, Völker darin zu führen. Sie sind eine Ergänzung zu grossen Beuten, in erster Linie Begattungskästen, dann aber auch eine Möglichkeit, Reserve-Königinnen über den Winter zu bringen. In der Schweizer Bienen Zeitung gab es mal eine Jahresbetrachtung zur Mini Plus-Betriebsweise. Du findest alle Angaben hier: «Mini Plus? Lauter Vorteile!»


    Im erwähnten PDF findet sich die Angabe, dass ein dreizargiges Volk etwa 20–22kg schwer sein sollte. Ich gehe davon aus, dass damit eine Beute mit Holzboden, Styro-Zargen und Styro-Deckel gemeint ist. Bienen Weber aus Gera macht folgende Gewichtsangaben: Deckel 260g, Zarge ? (fehlt seltsamerweise), Futterzarge 550g. Man kann also für Deckel und drei Zargen wohl mit etwa 2kg rechnen. Jetzt schaust Du mal, wie schwer Deine Holzzargen und der Holzdeckel sind, rechnest hoch, zählst 18–20kg dazu und dann weisst Du ungefähr, wie schwer ein dreizargiges Volk sein sollte. In fünf Zargen solltest Du nicht überwintern. Da wird Dir einiges wegschimmeln, wenn man den Erfahrungen glauben kann, die man so im Internet findet.


    Du kannst auch anders rechnen: Ein M+-Rähmchen fasst ca. 1kg Futter. Pro bienenbesetztes Rähmchen sollte etwa 0,35kg Futter zur Verfügung stehen. Diese Infos findest Du hier: LWG Bayern: Fütterung von Bienenvölkern


    Saubere Futterwaben kannst Du über den Winter ausserhalb des Volks aufbewahren und dann im Frühjahr für eine allfällige Notfütterung verwenden. Über den Winter solltest Du Dir richtige Beuten kaufen, am besten gleich mehrere. Wenn Dein MiniPlus-Volk im Frühjahr in Schwarmstimmung geraten wird, was ziemlich rasch geschehen dürfte, teilst Du es auf: Brut, Futter und Bienen gleichmässig auf Zargen verteilen, eine Zarge kriegt die Königin, jede weitere Zarge kriegt mindestens eine verdeckelte Schwarmzelle. Jede dieser Zarge stellst Du auf eine mit Mittelwänden gefüllte Zarge Deiner neuen Beuten. Wenn das Volk sich nach unten ausgedehnt hat, packst Du die Königin nach unten und setzt ein Absperrgitter zwischen die untere Beute und die M+-Zarge. Nach drei Wochen kannst Du die M+-Zarge entfernen. Nur ein Vorschlag. :) Man kann ziemlich vieles machen, aber M+ ist kein System für die Imkerei!

    Aus Sorge vor dem ersten Winter:

    Mach Dir nicht zu viele Sorgen! :) Du hast (hoffentlich) alles in Deiner Macht Stehende getan, um den Bienen zu helfen, sich optimal auf den Winter vorzubereiten. Jetzt kannst Du (fast) nichts mehr tun. Sorgen ändern daran nichts. Die Bienen sind viel härter im Nehmen, als man denkt.

    Lässt sich im Winter irgendwie von außen erkennen, ob Futterknappheit droht? Um dann ggf eine Notfütterung vorzunehmen? Funktioniert eine Notfütterung im Winter überhaupt (ohne den Deckel abzunehmen... schließlich wären unten stehende Futterschalen außerhalb der Wärmetraube) ?

    Du kannst mit einer Federwaage wiegen. Aber selbst das solltest Du nicht zu häufig tun. Wichtig ist jetzt für die nächsten Monate, dass die Bienen möglichst ungestört sind. Du könntest jetzt einmal wiegen und das als «Nullwert» notieren. Dann könntest Du z.B. Ende Dezember nochmals wiegen und schauen, wie viel Futter in diesen zwei Monaten verbraucht worden ist. Wenn Du allerdings sicher bist, dass mehr als 15kg Futter in der Kiste sind, solltest Du gar nicht mehr wiegen. Pro Monat verbraucht ein Bienenvolk aktuell lediglich etwa ein Kilogramm Futter. Das wird sich bis Ende Januar nicht mehr gross ändern, falls nicht irgendetwas gröber schief liegt im Bienenvolk. Einen allfälligen Futterabriss (zu grosse Distanz zwischen Traube und Futter) kannst Du allerdings von aussen eh nicht feststellen.

    Und Stichwort Milchsäure zur brutfreien Zeit: Ein ehemaliger Mentor (DNM) hat zur Winterbehandlung im Dezember einfach den Deckel geöffnet und rein aufgrund des Kalenders eine Brutfreiheit zwecks Behandlung angenommen, da nach der Wintersonnenwende schon früh wieder Brutbetrieb einsetzen könne. Gibt es so früh schon äußere Zeichen dafür, dass die Kö wieder stiftet? Es gibt ja noch keinen Flugbetrieb. Und schadet die Deckelöffnung zur Winterbehandlung nicht doch auch den Bienen? (In dem Zusammenhang ggf die Futterreserven grob in Augenschein nehmen und ggf füttern? Oder schadet nachfüttern im Winter zu sehr?)

    Die Deckelöffnung zur Winterbehandlung schadet! Aber sie ist oft das kleinere Übel. Warte auf die ersten echten Nachtfröste, notiere Dir das Datum und führe dann drei Wochen später die Winterbehandlung durch. Deckel auf, träufeln (oder was auch immer), Deckel zu, fertig. Nicht durchsehen, nicht nachfüttern!


    Selbst bei uns im voralpinen Raum gibt es Ende Dezember und Ende Januar fast schon regelmässig einige warme, sonnige Tage. Wenn Du einen begründeten Verdacht auf eine akute Futterknappheit hast, kannst Du an einem solchen Tag die Kiste kurz öffnen und schauen, ob noch genügend Futterwaben drin sind und ob diese sich nah genug an der Traube befinden. Tu das nur im Notfall! Auch das schadet, ist aber im Vergleich zum Verhungern ebenfalls ein kleineres Übel. Im Voraus kaufst Du Dir Futterteig (z.B. Apifonda), den Du dann im Fall der Fälle sofort direkt auflegen kannst. Vergleiche dazu den von ribes verlinkten Beitrag.


    Und merk Dir: Wenn eine Notfütterung erforderlich ist, hast Du Dich im Jahr davor nicht ausreichend um Deine Bienen gekümmert. Diesfalls gilt: Dieses Jahr besser machen! :)


    (Übrigens verhungern Völker eher im März/April als im Dezember/Januar; im März/April kann man allerdings schon wieder besser nachhelfen, aber auch das sollte nicht notwendig sein.)


    Ich wünsche Dir einen guten Schlaf für die kommenden Monate! :) Als ich zu imkern begonnen habe, habe ich ein, zwei Winter lang sehr schlecht geschlafen … ;)

    Also wäre es jetzt besser, die beiden verbleibenden Völker jetzt ( bei passendem Wetter)mit AS zu behandeln, oder sollte ich auf Oxalsäure im Dezember warten. Was ist jetzt vorteilhafter? Danke im Voraus!

    Keine Ameisensäure mehr! Du kannst die erfolgreiche Überwinterung nun nicht mehr beeinflussen. Die Weichen sind längst gestellt. Im Dezember Oxalsäure als Behandlung für das nächste Jahr!

    Also auf dem Niveau, auf dem wir das jetzt hier diskutieren, drängt sich ja geradezu folgende Frage auf:

    Wer nimmt für jedes Volk einen neuen Stockmeissel, bzw. sterilisiert selbigen gründlich nach jedem Volk?


    Knickknack 😉

    Im Grundkurs sagte uns der Leiter, wir sollten das Werkzeug regelmässig abflammen. «Wird das Werkzeug niemals heiss, dann hast Du den … 💩) ;)


    (Ich sehe die ganze Sache auch etwas entspannter, wie Du, rall0r )

    Hallo, Daniel!


    Da ich erst wenige Jahre imkere, verstehe ich genau, wie es Dir geht. Man kämpft um jede Biene, um jedes Völkchen. Ich musste diesen Oktober zum ersten Mal überhaupt Völker vor dem Wintereinbruch vereinigen und das hat mir echt weh getan. Diese Völker waren (deutlich) stärker als Dein «Volk». Schau mal, Liebig und Aumeier werden belächelt, weil sie sagen, dass man ein Volk ab 5.000 Bienen einwintern könne; man sagt, das sei ja kaum ein Volk. Jetzt zähle mal Deine Bienen. Nach der Durchsicht Deines Videos würde ich sagen: Nicht einmal annähernd die Hälfte von 5.000 Bienen! Ich sehe praktisch null Futter! Die Brutflächen sind ein Witz und aus den Stiften wird nichts werden, denn jetzt ist November und die wenigen Bienen können das, was sie in einer unglaublichen Verzweiflung versuchen, heran zu brüten, nicht wärmen!


    Du quälst Deine Bienen! Das willst Du doch nicht!


    Gib den Bienen Rauch und Zeit, um sich vollzusaugen, drück die Königin ab und schütte die Bienen einem andern Volk vor das Flugloch. So können diese wenigstens noch den Winter in einem normalen Volk erleben, ohne elendig und ganz langsam dahinsiechen zu müssen. Waben einschmelzen.


    Es müsste Dir stark zu denken geben, dass hier zig Imker alle einer Meinung sind. ;)

    Hallo, Daniel! :)


    Der Winter ist eine harte Bewährungsprobe für ein Bienenvolk. Die Aufgabe des Imkers ist es, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung zu schaffen. Die besten Eigenschaften eines Volks nützen nichts, wenn es im März tot ist. Deshalb ist es wichtig, dass man die Völker ausreichend stark einwintert. Vielleicht fehlt Dir da ein wenig die Vorstellung oder die Erfahrung. Auf der Website von Bienen Schweiz findest Du Merkblätter und neu auch Videos, die Dir eine Vorstellung von einem einwinterungswürdigen Volk verschaffen können. Für Dich sind wohl eher die Videos zu den Magazinbeuten als jene zum Schweizerkasten (Hinterbehandlungsbeute) massgebend. Schau mal hier: https://www.bienen.ch/aktuelle…uslese-im-herbst-909.html


    Viel Erfolg!

    Tobias


    PS: Lieber ein Volk einwintern, das man auch wieder auswintert, als zwei Völker einwintern, von denen man keines mehr auswintert. Man schläft auch besser in den Monaten November bis Februar, kann ich Dir sagen! ;)

    Ansonsten mache ich es noch ruchloser: Die gewünschte Weisel abdrücken, im Zielvolk Platz schaffen, Waben vom aufzulösenden Volk reindrücken. Fertsch.

    Bin froh zu hören, dass ich nicht der Einzige bin, der so ruchlos vorgeht. ;) Ich musste dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt ein Volk auflösen, da es nicht überwinterungsfähig gewesen wäre. Bin dann fast genau so wie Du verfahren, rall0r , allerdings umgekehrt, denn das nicht überwinterungsfähige Volk sass fast komplett auf Futterwaben. Ich habe die Weisel abgedrückt, die Waben auseinander geschoben und das andere Volk, wie es war, reingesetzt. Im Nachhinein kamen dann natürlich Zweifel auf, aber offenbar hat es durchaus geklappt.