Beiträge von Zara

    Hallo Schulle,


    als relativer Neuimker (ist jetzt mein 3. Jahr mit Bienen) möchte ich den Post von Apidät unterstreichen. Ich habe vor meinem ersten Volk (und jetzt immer noch) sehr viel gelesen - in Fachbüchern als auch in Foren, Youtube Videos angeschaut, und auch mit einigen Imkern gesprochen und mir deren Betriebsweisen erklären lassen. Trotzdem wurde mir vieles erst in der Praxis so richtig bewusst oder klar, z.B. warum ein einzelnes Volk zu halten schon meist keine gute Idee ist.


    Ich würde Dir auch ans Herz legen, die ersten 1-2 Jahre zunächst mal ganz konventionell zu imkern. Es hat schon seine Gründe, warum sich das Magazinimkern mit Mittelwänden, Schied, Honigräumen und Absperrgitter etabliert hat. Wenn Du das drauf hast und ein Gefühl dafür bekommen hast wie der Bien tickt, und wie der Trachtverlauf an deinem Standort über das Jahr aussieht - dann kannst Du anfangen Dich an fortgeschrittene Themen wie Naturbau und Überwinterung auf eigenem Honig zu wagen.


    Als Anfänger ohne Praxiserfahrung holst Du Dir mit diesen Themen Komplexitäten ins Haus die Du sehr warscheinlich nicht oder nur mit sehr viel Hilfe von einem erfahrenen Imker an deiner Seite wirst meistern können - und das ist dann durchaus zum Nachteil Deiner Bienen und alles andere als Wesensgemäß.


    Wenn es Dir hauptsächlich darum geht der Umwelt was Gutes zu tun (das lese ich, vielleicht zu unrecht, zwischen Deinen Zeilen heraus), dann baue Wildbienen/Insektenhotels. Bepflanze Insekten- und Wildbienenfreundliche Grünflächen. Engagier Dich für nachhaltige Landwirtschaft. Das bringt 100x mehr als sich ein Bienenvolk in den Garten zu stellen.


    Schöne Grüße,

    Zara

    Heute war ich wieder auf einem Stand, auf welchem nun das 25. (fünfundzwanzigste) behandlungsfreie Jahr läuft.

    Ich wäre Dir als Jungimker der gerade seiner erste AS-Behandlung macht sehr verbunden, wenn Du keine plakativen Behauptungen ohne jegliche Details oder Grundlagen in die Welt setzt, sondern die dazugehörige alternative Betriebsweise vorstellst. Ich nehme an, "behandlungsfrei" meint auch keine TBE, Drohnen schneiden, Kunstschwärme? So ganz ohne Substanz find ich so einen Kommentar nicht wirklich zielführend...

    Du, ich habe dieses Jahr Völker verkauft und wollte ca. 250€/ Volk haben, incl neuer Beute(!) bei Selbstabholung. Vielen war das offensichtlich zu teuer. Auf solche Käufer kann ich verzichten, denn die werden ihr neues Hobby nur aus Gier betreiben(.)

    Klar, da wäre bei mir auch die Tür zu! Schenken brauchst Du keinem was der meint er könnte schnell mal die große Kohle mache. Oder die Welt retten in dem er 'ne Kiste mit Bienen füllt.

    Ergo: Völker müssen teurer werden, das sortiert aus...

    Auch ohne bisher Bienen gehalten zu haben kann ich die Verärgerung über mangelnde Sensibilität bei manchen Haltern gut nachvollziehen.


    Aber die Austrocknung lokaler Bezugsquellen löst doch das Problem nicht sondern verstärkt es nur wenn die Paketbienen gleichbleibend für 'nen Knopf und Klicker zu haben sind. Wenn mir der Beutenkäfer und Varroa egal sind und ich keinen lokalen Ansprechpartner habe bzw. die Preise exorbitant sind bestell ich doch erst recht im Internet.

    Ich möchte als diesjähriger Anfänger, den es wie Marion schreibt "juckt und gepackt hat", gerne auch mal meine bisherige Erfahrung schildern. Wir (4köpfige Familie) haben vor wenigen Wochen ein Grundstück am Stadtrand gepachtet. 500m2 ruhig gelegen mit Streuobstwiesen, Landwirtschaft, Wald, Kleingärten, Balkone, Friedhof etc. im 3km Radius reichlich vorhanden.


    Die Idee mit den Bienen schwirrt bei mir schon mindestens seit 10 Jahren im Kopf rum, und nun wo die Gelegenheit ganz unerwartet da ist würde ich gerne los legen. Ich habe noch nie Bienen gehalten, habe auch noch keinen Imkerkurs besucht. Für einen Kurs ist es dieses Jahr eh zu spät und es scheint die Kurse im Umkreis sind rar und schnell ausgebucht (werde sehen was ich für 2018 arrangiert bekomme). Aber ich habe eine gute Auffassungsgabe, bin mit landwirtschaftlichem Hintergrund aufgewachsen, und habe unter anderem ein paar Jahre lang erfolgreich Vogelspinnen gehalten und zur Fütterung Grillen gezüchtet.


    Nachfrage per Email beim örtlichen Stadtverein wurde nach 2 Wochen mit dem Hinweis auf die nächste Mitgliederversammlung im Herbst beantwortet. Ob meine evtl ungeschickte Erwähnung von Dadant da eine Rolle spielte weiß ich nicht. Natürlich schaut man sich da auch nach anderen Quellen um. Um den Preis geht es dabei gar nicht - ob ich jetzt 100 oder 150 für ein Volk ausgebe fällt bei den Anfangskosten für Beuten und anderem Zubehör doch gar nicht mehr so groß ins Gewicht...


    Mir ist dank dieses Forums (und anderen Quellen) klar, das ich keine Bienen aus dem Ausland bestellen werde, sondern für mich nur ein deutscher Züchter mit lokalem Erzeugnis und Gesundheitsnachweis in Frage kommt - aber am allerbesten ein ortsansässiger Imker. Und da werde ich es jetzt erst mal weiter versuchen, denn auch wenn ich mir viel selbst zutraue geht doch nichts über einen lokalen Ansprechpartner mit Praxiserfahrung.