Beiträge von Master Tom

    Eine Biene die alleine klarkommt und viel schwärmt, aber keinen Honig bringt, trifft dann aber eher den Kammerjäger denn auf einen Imker.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Du sagst es. Das Problem ist nicht eine varroatolerante Biene zu finden, sondern eine mit der man trotz Varroatoleranz wie gewohnt imkern kann. Eine Lösung des Problems scheint bisher nicht in Sicht.

    Gotland und Arnotforest sind nicht repräsentativ, weil keine Pflege der Völker stattgefunden hat.


    Elk

    Ja eben, das ist ja der Witz. Die Versuche (Arnot ist genaugenommen kein Versuch) zeigen wie Honigbienen trotz Varroa überleben würden, wenn wir sie machen ließen. Nehmen wir den Gotlandversuch: Die These vor dem Versuch war ja: die Varroa wird 100 % der Bienenvölker töten, da nicht gegen Varroa behandelt wird. Viele Völker sind tatsächlich gestorben. Nachdem eine Art genetischer Flaschenhals durchlaufen wurde, nahm die Zahl der Völker nach Jahren sogar wieder leicht zu. Die überlebenden Völker hatten eine Anpassungsstrategie entwickelt (kleine Völker, häufiges Schwärmen, verstreute Lebensweise in einer relat. naturbelassenen Umwelt, usw). Aber: Bei den Gotland-Völkern konnten keine Mechanismen zur aktiven Unterdrückung der Varroa-Vermehrung gefunden werden. Vielmehr haben sich "Überlebenskünstler" durchgesetzt, die unter schwierigen Bedingungen und mit extrem geringer Bienenzahl überleben können.


    Jetzt frage ich mich aber, wie bei uns varroatolerante Bienen entstehen sollen, wenn wir der Biene durch imkerliche Maßnahmen fast alle Anpassungsstrategien an Varroa zunichte machen? An kühlen Tagen Sammlerinnen in einen Hut sammeln scheint mir da etwas zu wenig, einfach nicht behandeln auch.

    Das Problem ist ja gar nicht, dass die europ. Honigbiene nicht mit der Varroa auskäme. Es gibt ja Erfahrungen, dass sie trotz Varroa überleben können. Beispiele sind der Gotlandversuch und die Bienen im Arnot Forest. Die Frage ist nur wie die Bienen überleben: Die Bienenvölker leben weit verstreut, bilden nur kleine Völker und schwärmen sehr häufig. Vielleicht spielt auch der naturbelassene Lebensraum eine Rolle. Die Bienen behaupten sich so gegenüber der Varroa, aber man kann mit ihnen so nicht imkern.


    Wenn man mit Bienen imkern will, stellt man i.d.R. viele Völker nahe zusammen, verhindert das Schwärmen, versucht große Volksgrößen aufzubauen und platziert die Bienen in einer Agrarlandschaft. Alles im Sinne der Varroaabwehr völlig unsinnig. Diese imkerlichen, für die Varroaabwehr nachteiligen, Haltungsbedingungen gleicht man durch Behandeln aus.


    In dieser Situation auf das Behandeln zu verzichten, geht nur in seltenen Fällen langfristig gut. Wenn doch, dann wohl weil einige der o.g. Faktoren trotzdem irgendwie erreicht werden.


    Da ich den Bienen bei mir die natürlichen Lebensverhältnisse nicht durchgehend bieten kann, behandle ich sie zum Ausgleich. Das mag nicht angenehm sein, aber immer noch besser als der sichere Varroatod.

    Ich bin fest davon überzeugt, solange wir unsere intensive Lebenskultur pflegen, solange wird es auch die intensive Bewirtschaftung unserer Resourcen geben. Da kann man zwar in Gesprächen mit dem Bauer ein Bewusstsein für Probleme schaffen, mehr aber auch nicht. Entweder verändern sich die Verbraucher oder man erlässt Gesetze.

    Das fasst es gut zusammen. Der einzelne Bauer ist in den Rahmenbedingungen des vielzitierten "Marktes" gefangen. Man kommt da so schnell als Einzelner nicht raus.


    Ich frage mich, ob man in China wirklich deutsche Milch braucht, spanische Tomaten in Afrika und wiederum Sojafutter aus Brasilien in Deutschland? Müssen wir in Deutschland unser Grundwasser ruinieren, damit man Geflügel und Schweine in alle Welt exportieren kann? In meinen Augen der reinste Schwachsinn! Kurzsichtig und unverantwortlich. Es geht dabei einfach nur ums Geld, um sonst nichts.

    Mein Bienenstand steht in einer Gartenanlage unweit mehrerer Rapsschläge. Ich kann mich bisher nicht beschweren: die Frühjahrshonigausbeute ist super und von den von hornet beschriebenen Schäden habe ich bisher nichts bemerken können (wenn man mal davon absieht dass man z.B. Flugbienenverluste ohnehin nicht bemerken würde). Die Völker bekommen eher einen Pusch durch den Raps, als das es ihnen schlechter gehen würde. Ehrlich gesagt habe ich auch noch von niemandem hier in der Gegend gehört, dass ganze Völker im Raps verstorben sind. Und die Haupttracht ist bei fast allen Raps.


    Ich denke die Honigbiene überspielt negative Effekte des Rapsanbaus einfach mit der enormen Entwicklungsdynamik der Völker. Selbst wenn da ein paar Tausend Bienen verloren gehen, sind die in wenigen Tagen mehr als ersetzt. Mit einer Woche AS-Verdunstung im Volk richte ich wahrscheinlich wesentlich mehr Schaden im Volk an, als der Raps. Bei Insekten die solitär leben, sieht das mit der Schädigung u.U. schon wieder ganz anders aus.


    Aber von tatsächlichen Schäden bei meinen Völkern mal abgesehen, finde ich es bedauerlich, dass so wenig Bio-Raps angebaut wird. Gift spritzen zur Ertragsmaximierung ist langfristig gesehen eine Sackgasse.

    Wenn der Pachtgeber eine Institution ist, bekommt man ohnehin einen schriftlichen Pachtvertrag angeboten. Das kann man dann sowieso nicht aussuchen.


    Zu Privatpersonen denen ich schon vorher nicht über den Weg traue, würde ich meine Bienen gar nicht erst stellen. Bienen auf dem Grundstück verlangen eben ein gewisses Maß an Toleranz. Wenn der Vertragspartner dann versucht durch 100 Klauseln die Toleranz auszuhöhlen, ist der Ärger doch vorprogrammiert.

    Ich würde den Aufwand so gering wie möglich halten und nichts schriftlich machen. Mündliche Pachtverträge sind ja genauso gültig wie schriftliche, also gibt es auch rechtlich keinen Grund etwas aufzuschreiben. Haftung und Kündigungsfristen sind im BGB geregelt. Also Handschlag und fertig ist der Vertrag. Wenn es Probleme gibt muss man sich einigen, oder den Standort wieder räumen, wenn man sich nicht ewig streiten will.

    Je nachdem wie man imkern will, ist die Einraumbeute gut oder eben nicht so gut geeignet. Ich selber habe drei davon in Betrieb und bin sehr zufrieden. Die 2015-er Variante wurde in wenigen Details kosmetisch überarbeitet, ob das hätte sein müssen, sei mal dahingestellt. Ich kann gut darauf verzichten.


    Der große Vorteil der ERB ist das rückenschonende Arbeiten ohne große Materialschlacht. Ansonsten ist die Beute etwas für Leute wie mich, die nicht im großen Stil wandern, keine Mittelwände einsetzen und sich mit einer mäßigen Honigernte für den Eigenbedarf begnügen. Wer andere Prioritäten setzt, muss halt eine andere Beute nehmen.