Beiträge von Master Tom

    Andere Frage: Mein zweites Volk liebt es, an einer Stelle die Rähmchen miteinander zu verbinden und mit einer Wabenbrücke zu versehen. Habe deswegen bislang die Rähmchen nicht mehr gezogen, weil ich die beiden prall gefüllten Futterwaben nicht zerreißen möchte. Ohne kann ich aber keine komplette Durchsicht des Brutnests machen. Wie würdet Ihr vorgehen? Wabenbau trennen, andrücken und reparieren lassen, um die Herbstdurchsicht zu ermöglichen? Oder, weil das Volk vital und gut genährt aussieht, einfach auf die Herbstdurchsicht verzichten und das beste hoffen?

    Lass die Waben wie sie sind. Du musst jetzt keine komplette Durchsicht des Brutnestes mehr machen. Anfänger wollen immer Durchsicht machen, das war bei mir nicht anders. Das ist aber Quatsch. Der einzige Grund weshalb man das überhaupt tun sollte, ist in der Schwarmzeit, wenn man nach Weißelzellen oder der Kö sucht. Ansonsten reicht es eine Wabe am Rand des Brutnestes zu ziehen. Wenn Brut darauf ist, weißt Du, dass die Kö da ist und legt (oder vor kurzem legte). Mehr muss man nicht wissen, wenn man mal von Krankheitsfällen absieht.


    Ziel der Betriebsweise sollte sein, das Brutnest nur dann auseinanderzunehmen, wenn es tatsächlich nötig ist. Ansonsten sollte man den Bienen und sich selbst den Stress sparen. Ich habe z.B. das letzte mal im August einen ausführlichen Blick in die Wirtschaftsvölker geworfen.

    Ferndiagnosen sind immer schwierig. Ich kann letztlich nur meine Erfahrungen wiedergeben.


    AS-Schäden an erwachsenen Bienen habe ich in der Praxis noch nicht erlebt, wenn dann wurde Brut ausgeräumt. Das ist auch nicht verwunderlich, weil sich die Biene von der AS zurückziehen kann, die Brut kann das nicht. AS-Schädigung halte ich daher für unwahrscheinlich.


    Die Krabbler vor der Beute könnten varroa bzw. virengeschädigt sein. Dann müsste man aber vermehrt verkürzte Hinterleibe, oder deformierte Flügel sehen. Ist das so?


    Ansonsten tippe ich auf Arbeiterinnen die erschöpft sind und den Weg in den Stock nicht mehr geschafft haben. Auch verlassen die alten Bienen den Stock, um draußen zu sterben, wenn es irgendwie geht. Ein paar hundert tote Bienen sind da nicht ungewöhnlich.


    Wie sieht denn das Volk in der Beute aus. Ist es vital? Nimmt es das Futter zügig ab? Wenn ja, würde ich mir nicht Zuviel Sorgen machen. Deine Handlungsoptionen wären sowieso sehr beschränkt.


    Ich nutze keine Fluglochkeile, sondern nehme generell nur Mäusegitter. Es sollte aber auch mit einem Keil gehen, wenn der Schlitz dann 8mm oder kleiner ist. Dann musst Du aber gelegentlich kontrollieren, ob der Wintertotenfall den engen Schlitz nicht verstopft, sonst kommen die Bienen in Warmphasen nicht aus der Beute.

    Räuberei war noch nie Thema, auf der Windel liegen auch keine Insektenteile. Von daher vermutlich AS-geschädigt. Wundert mich nur, dass das erst Tage nach Ende dee AS-Behandlung auftritt.


    Vor den Beuten liegen aber definitiv zu viele, als dass die alle ausgeräumt worden wären. Das müssen Bienen sein, die mangels Flugbrett den Eingang nicht mehr gefunden haben. Von daher hoffe ich, dass die Königinnen überlebt haben und genug Jungbienen haben, um von den jetzt eingelagerten Vorräten auch ohne/ mit deutlich weniger Flugbienen jetzt über den Herbst/ Winter zu kommen...

    Hallo Apfeltasche,


    mach Dir mal nicht zu viele Sorgen. Ob mit, oder ohne Flugbrett: die Bienen finden den Eingang.


    Wir haben jetzt Herbst. Die Bienen ziehen sich jetzt immer stärker zurück und bilden gerade in den kalten Nächten die Wintertraube, um sich warm zu halten. Dies ist auch die Zeit in der die letzten alten Flugbienen ins Gras beißen. Zu sammeln gibt es jetzt nichts mehr. Gerade wenn kein Flugwetter herrscht, fallen diese Altbienen auch im Stock tot zu Boden. Sie werden ausgeräumt, wenn es noch einmal höhere Temperaturen gibt. Das ist ein normaler Vorgang, der weder Volk noch Königin gefährdet. Denke daran, dass ein Bienenvolk übers Jahr weit über 100.000 Bienen umsetzt. D.h. diese werden geboren und sterben. Jedes Jahr.

    Hallo Bernd,


    ohne Öl auf der Windel ist die Windelkontrolle tatsächlich nicht aussagekräftig. Ameisen tragen die paar Varroen als willkommene Nahrungsergänzung einfach weg. Es ist kein großer Aufwand ein geöltes Küchentuch auf die Windel zu legen. Probiere es mal.


    Gruß

    ALLE Methoden zur Ermittlung des phoretischen Milben-Befalls auf den Bienen sind mit einem gewissen Fehlerquotienten behaftet.


    Am wenigsten bei der Auswaschmethode, dann Puderzucker, dann CO2.

    Windel ist sowas von ungenau, ungenauer geht es gar nicht.

    Hallo Luffi,


    natürlich hast Du recht. Es geht doch aber beim nat. Milbenfall nicht um Genauigkeit. Der Imker arbeitet doch i.d.R. nicht wissenschaftlich. Du bist da eher eine rühmliche Ausnahme. Es geht doch darum eine einfache Methode zu haben, grob den Varroastatus des Volkes bestimmen zu können. Und ob ein Volk wenig, mittel oder extrem mit Varroa befallen ist, bekomme ich mit der Windel sehr bequem heraus. Wenn ich z.B. einen nat. Milbenfall von 20V/Tag habe, weiß ich das ich handeln muss. Ob es eigentlich 15,8 oder 24,73 sind, ist dabei irrelevant.


    Den Anwendern muss nur klar sein, dass die Methode ungenaue Ergebnisse liefert, denn sonst wiegen sie sich bei 4,5 V/Tag in Sicherheit, weil überall steht, dass es erst ab 5 V/Tag gefährlich wird.


    Die Windelmethode gefällt mir jedenfalls besser als z.B. die Puderzuckermethode im Schüttelbecher. Kein Bienenkontakt, fast kein Zeitaufwand. Nur wenn ich unbedingt gleich ein Ergebniss brauche, muss ich eben die Puderzuckermethode anwenden. Aber wann ist das denn tatsächlich der Fall?


    Gruß

    Du ölst die ganze Windel ein?

    Ein Küchentuch unter den Bienensitz und das einölen.


    Die Mengenangaben der Nassenheider Verdunster sind nach meinen Erfahrungen nach tatsächlich zu hoch gewählt. Wenn der Liebigdispenser viel weniger AS benötigt als der Nassenheider und die Ergebnisse gleich gut sind, scheint die zusätzliche Menge AS im Nassenheider keinen Effekt zu haben. Nach meinen Erfahrungen reichen 120 bis 160 ml AS auch im Nassenheider völlig aus. Ich nutze die Einraumbeute. Die ist eigentlich eher gross. Am Ende muss man die Mengen selbst mal ausprobieren.

    Ob Ameisen ein Problem sind, ist vom Standort abhängig. Ich kann bei mir nur mit geölten Windeln arbeiten, sonst habe ich immer 0 Varroen. Mit geölten Windeln sieht das schon ganz anders aus.


    Ansonsten muss man die Verdunstungszeit betreffend einen Mittelweg finden. Zwei Wochen muss man die Völker nicht begasen. Aber 3 Tage können doch etwas kurz sein, vor allem wenn die Bedingungen in dieser kurzen Zeit nicht ideal sind.


    Ich verfahre grob so: Windelkontrolle (geölt) im Juli, dann im August 160 ml AS im Nassenheider hor. verdunsten. Die sind nach ca. 1 Woche weg. Dann grob zählen was an Milben gefallen ist. Passt die Zahl grob zur Windelkontrolle vom Juli? Wenn ja hat die Behandlung gewirkt. Jetzt 2, besser 3 Wochen warten bis der nat. Milbenfall wieder erreicht ist (ein Zählen in dieser Zeit wäre nicht sinnvoll, da noch viele Milben fallen die die AS in den Zellen getötet hat) und noch mal die Windel (geölt) für ein paar Tage rein und ggf. noch einmal 1 Woche behandeln.


    Behandlungen beginne ich nicht, wenn Temperaturen über 30 Grad über mehrere Tage angesagt sind. Ansonsten ziehe ich durch. Wenn Brut ausgeräumt wird, kann man der eh nicht mehr helfen. Das nächste mal den Verdunster nicht direkt neben die Brut hängen.


    Immer dran denken: egal welche Varroadiagnose-Methode man wählt, es kommen immer nur grobe Schätzwerte heraus.

    Hallo Speerwerfer,


    wie Thanaidh schon richtig schrieb, brauchen kleine Völker auch weniger Winterfutter. Ein 5 Wabenableger sollte mit 10 kg hinkommen. Mehr kann in 5 Waben Dadant an Futter ohnehin nicht eingelagert werden, wenn die Bienen auch noch Platz haben wollen. Gib also noch 5 Liter Flüssigfutter und fertig. Den Stand kannst Du vielleicht im Winter, wenn kein Flugverkehr herrscht, noch umbauen. Die Bienen fliegen sich im Frühjahr ja neu ein.


    Gruß

    Die Fischermühle betreibt die Zeidlerei auch schon einige Jahre und ich habe mir das letztes Jahr mal angesehen. Die Völker werden gegen Varroa behandelt (Schwammtuch) und sie werden bei Futtermangel gefüttert. Ein AFB-Problem sehe ich da nicht. Zumal die Völker im Wald sehr große Abstände voreinander haben.


    Ansonsten gibt es ja ohnehin recht viele "wilde" Bienenvölker in den Wäldern. Ob die Populationen selbstständig überleben könnten, oder ob sie im Grunde von Schwärmen von Imkern aufrechterhalten wird, ist sicher eine interessante Frage. Ich tippe mal auf ersteres. Ein Zeidlerbaum zusätzlich, macht da das Kraut sicher nicht fett.


    Wer also die Zeidlerei betreiben will, soll das bitte tun. Die Sache ist ohnehin so aufwendig, anstrengend und zeitraubend, dass es immer eine absolute Randerscheinung bleiben wird.

    Hallo Frank,


    zu 1: Wenn Du denn den Eindruck hast, dass die AS-Behandlung nicht ausreichend wirkt, könnte man das mal ausprobieren. Denkst Du denn die AS hat ungenügend gewirkt?


    zu 2: Das verkitten ist normal, wenn auch bei den Völkern unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Verdunster sollte man möglichst zügig aus den Völkern nehmen, wenn sie leer sind. Sonst werden die gnadenlos "bekämpft".

    Hallo Apfeltasche,


    wie Keinimker oben schreibt, ist ein so lahmarschiger Naturschwarm doch sehr merkwürdig. Normalerweise baut der Schwarm schon in den ersten Tagen 5, 6 Waben zügig aus. Übers Jahr dann noch mehr. Aber vielleicht waren die Bedingungen nicht gut. Eine Kö scheint ja drin gewesen zu sein, sonst gäbe es das Volk ja nicht mehr. Aber irgendetwas ist, oder war, faul. Die Entwicklung ist verzögert.


    Eine Mittelwand ans Brutnest hängen und füttern (flüssig) kann nicht schaden. In einigen Tagen sollte die MW ausgebaut sein. Wenn ja, hänge noch eine daneben und füttere weiter. Wenn die MW nicht angerührt wird, ist etwas grundsätzlich faul.


    Wenn Du die MW einhängst, schau mal nach Kö und Brut. Das sollte bei so wenig Waben nicht schwerfallen. Brutflächen sind wirklich leicht zu erkennen, auch ohne Bienen abzustoßen. Wenn noch Brutflächen (Arbeiterinnen) vorhanden ist, scheint ja alles OK. Wenn nicht, könnte mit der Kö was nicht stimmen.


    Halbausgebaute Waben sind übrigens am Rand des Wabenwerkes normal. Lass sie einfach drin. Die werden nächstes Jahr weiter ausgebaut.

    Es wäre nicht schlecht, wenn ihr auch die Konzentrationen der AS dazuschreibt.

    Beim Dispenser wird ja wohl 85%-ig empfohlen. Beim Nasenheider 60%-ig.

    Es gibt auch Imker, die beide mischen um über 60% zu kommen.

    Danke für den Hinweis. Ich nehme nur AS 60%. Ob 85 gegenüber 60 irgendwelche Vorteile bringt, ist ja ziemlich umstritten. Ich persönlich glaube nicht, dass es die 85 braucht.