Beiträge von Master Tom

    Ja, Jungvölker im Sommer kann man durch ein kleines Flugloch bei der Verteidigung unterstützen. Dein Schwarm vom letzten Jahr sollte doch aber jetzt ein Wirtschaftsvolk sein, da kannst Du den Schlitz ruhig voll auflassen. Zumal es jetzt keine Wespen gibt. Das Problem kommt doch erst im Hochsommer. Ein Wirtschaftsvolk sollte solche Angriffe aber problemlos abwehren können.


    Mach Dir wegen der Kälte keine Sorgen um die Bienen, die regeln das, egal wie groß das Flugloch ist.

    Hallo kileas,


    die Mäusegitter kommen bei mir ab, wenn halbwegs regelmäßig geflogen wird, denn dann können die Bienen die Mäuse wieder selbst vertreiben. Irgendwelche Keile verwende ich zusätzlich zu den Gittern nicht. Ich vermute der Keil von Holtermann ist als eigentlich als Mäusegitteralternative gedacht. Aber sind die Fluglöcher da nicht rund?


    Meine Fluglöcher sind jetzt jedenfalls voll geöffnet. Ich wüsste auch nicht warum man sie jetzt einengen sollte.


    Gruß

    Die Idee ist aller Ehren wert, allerdings ist die Frage was solche Blühflächen und die Nisthilfen langfristig bringen. Wenn sich der Hype in ein paar Jahren gelegt hat, ist dann die Fläche wieder Weihnachtsbaumplantage?


    Wenn man tatsächlich langfristig etwas tun will, ist die Anlage von Hecken, das Schaffen von Strukturen und das Pflanzen von Großbäumen vermutlich der bessere Weg. Vor allem sollte man Dinge schaffen die nach einer Anlaufphase selbstständig, großflächig und ohne Pflegeaufwand existieren können. Eine Linde steht 200 Jahre, eine Schlehenhecke wächst wie Unkraut, eine Weide ist nicht tot zu kriegen. Die Blühfläche, oder das Staudenbeet, kannst Du ohne regelmäßige Pflege nach einem Jahr vergessen.


    Im Grunde hat man die Landschaft in den letzten zweihundert Jahren mit viel Aufwand verarmt (das hatte natürlich auch seine Gründe): Flüsse begradigt, Melioration betrieben, Wege und Feldraine untergepflügt, Superschläge angelegt und jede vermeintliche Dreckecke beseitigt. Wollen wir tatsächlich dem Insektenschwund entgegenwirken, müssen wir wohl oder übel die Fehler der Vergangenheit mit noch mehr Aufwand großflächig reparieren.

    Erweiterung:


    Eine Woche nach der Frühjahrsdurchsicht habe ich mir die eingehängten Leerrähmchen angeschaut (und nur die). Die Völker haben diese bereits zu 2/3 ausgebaut und teilweise auch schon bestiftet. Kein Wunder bei dem tollen Frühjahr. Also habe ich gleich neben den Leerrähmchen von letzter Woche jeweils noch ein Leerrähmchen gegeben.


    Bei der Erweiterung sollte man darauf achten, dass man neue Rähmchen nicht in das Brutnest hängt, sondern daneben. Zwar würden die Bienen auch im Brutnest die Waben zügig ausbauen, sollte aber vorher ein Kälteeinbruch kommen, ist die Leerstelle mitten im Brutnest allerdings sehr störend. Außerdem muss die neue Wabe in das Brutnest integriert werden, was die Bienen unnötig beschäftigt. Also besser an den Rand. Dann wächst das Brutnest in die neuen Waben hinein. So ist es ja auch in der Natur der Fall.


    Um die Übersicht zu bewahren, wo ich Leerrähmchen gegeben habe, markiere ich diese mit einer Reißzwecke. Bei Durchsichten reicht es zumeist nur diese frisch ausgebauten Rähmchen anzuschauen. Hier werden auch bevorzugt und zuerst Schwarmzellen angesetzt. Soweit ist es hier aber noch nicht. Jetzt kommt erst einmal ein Temperatureinbruch und die Völker werden ein paar Tage nicht fliegen können.

    Mit ging es hauptsächlich darum, wie kann ich, bzw. sollte ich bei den aktuellen Witterungsverhältnissen eine Schwarmkontrolle durchführen, ohne dabei die Mädels unnötig zu piesaken.


    Gruß Ronny

    Hallo Ronny,


    wenn die Bienen tatsächlich in Schwarmstimmung sind, legen Sie gleichzeitig dutzende WZ an, meist auf mehreren Waben. Die Völker platzen dann aus allen Nähten. Meist passiert das beim mir (300 m ü.NN) Anfang Mai, wenn der Trachthöhepunkt erreicht ist.


    Wenn bei Dir tatsächlich erst die Weiden blühen und es nur eine Zelle ist, ist das entweder ein Irrtum und es ist keine WZ, oder die Bienen versuchen umzuweiseln.


    Ich würde da nichts kontrollieren und auch nicht eingreifen. Für natürliches Schwarmverhalten ist es noch Wochen zu früh. Erst recht in Deiner Höhenlage.


    Gruß

    Frühjahrsdurchsicht:


    Das letzte Wochenende habe ich genutzt, um die Frühjahrsdurchsicht durchzuführen. Das Frühjahr war bisher sehr bienenfreundlich: recht hohe Temperaturen, viel Sonne, keine nennenswerten Kälteeinbrüche. Dementsprechend gut sehen die Völker aus: Alle Waben sind besetzt, die Völker brüten bereits großflächig, die Futterversorgung ist gut. Die Königin suche ich nicht (da meine markiert sind, sieht man sie aber meist irgendwo rumsteigen). Alle Völker haben schon Drohnenbrut angelegt, wenn es mit dem Wetter so weiter geht, sind die in einigen Wochen in Schwarmstimmung.


    Ich führe die Völker nicht mittig in der ERB, sondern auf einer Beutenwandseite. Im Zug der Durchsicht habe ich zu dieser Seite hin, im Anschluss an das Brutnest und eine Futterwabe als Puffer je ein gedrahtetes Leerrähmchen eingehangen. Je nach Witterung wird das Rähmchen zügig ausgebaut, sodass das demnächst ein weiteres Leerrähmchen daneben gegeben werden kann. Mit der Erweiterung muss man jetzt dranbleiben, damit keine Raumnot aufkommt. Weil ich Bienen abgebe, habe ich auch gleich noch Futterkranzproben als Sammelprobe genommen.


    Trotz des milden Wetters sollte man die Frühjahrsdurchsicht zügig durchführen. Man vermeidet so unnötige Wärmeverluste. Mehr als 5 Minuten pro Volk braucht man für alles zusammen eigentlich nicht.

    Mich stört eigentlich nur, dass schon die Überschrift des Artikels "Windräder haben Mitschuld am Insektensterben" und die Zusammenfassung "Die Ursachen für das Insektensterben sind offenbar viel komplexer als von vielen Verbrauchern und Umweltverbänden angenommen." suggerieren, dass da wirklich etwas handfestes bewiesen wurde.


    Dabei heißt es ja in der Studie selbst: "Geht man vereinfachend und mangels genauer Daten von einer Verteilung der Fluginsekten in ganz Deutschland entsprechend dem Modell nach C.G. Johnson .... aus". Man weiß also gar nicht wie die Insekten tatsächlich verteilt sind und heilt den Mangel an Wissen mit der Krücke eines weiteren Modells. Das kann man natürlich machen, aber bewiesen ist damit nichts.


    Genauso gut könnte ich mit dem Modell berechnen, dass Windparks am Tod von so und so vielen Tausend Schweinen schuld sind, wenn man annimmt, dass Schweine entsprechend dem Modell von C.G. Johnson verteilt in der Luft fliegen.


    Man bauscht hier einen wissenschaftlichen Zwischenschritt unter Modellbedingungen zum Beweis auf. Das gibt die ganze Sache aber nicht her.

    Wenn man sich anschaut, wie ungleich die Windkraft in Deutschland verteilt ist, z.B. hier:

    https://www.foederal-erneuerba…/sicht/diagramm/#goto_352

    müssten ja Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen die reinsten Insektenparadiese sein, so wenig Leistung wie hier installiert ist. Ich kann das aber, zumindest für Sachsen, nicht bestätigen.


    Für mich ist die Studie ein klarer Versuch von Dingen wie Glyphosat, Neonicts und Lebensraumverlust abzulenken. Schon die zahlreichen Annahmen zur Insektenverteilung im Luftraum: wenn ich da andere Annahmen wähle, bekomme ich ein ganz anderes Bild. Solange die Eingangswerte derart wackelig sind, kann man sich solche Rechnungen, oder zumindest deren Veröffentlichung, sparen.

    Wenn man unsicher ist, ob das Futter reicht, kann man die Völker wiegen. Am einfachsten geht das mit einer Kofferwaage. Ich habe das Interesse halber auch mal wieder getan. Seit dem letzten Wiegen (am 29.09.) ist eine geringe Gewichtsabnahme bei den 3 Völkern zu verzeichnen, nämlich: 4, 6 und 7 kg. Damit haben alle Völker noch 10 Kg Futter oder mehr in der Beute.

    In den letzten Tagen hatten wir hier 15 Grad und durchgehend Sonne. Alle 3 eingewinterten Völker fliegen. Da ich diesen Winter versuchsweise mal mit geschlossenem Boden überwintert habe, kann ich anhand der Gemüllstreifen die besetzten Waben zählen: es sind 5 bis 7.


    Mehr als den Bienen beim Fliegen zuzuschauen, muss man jetzt nicht tun. Die erste Durchsicht kann noch einige Wochen warten.

    Vielleicht werden die ASG von Janisch (man bekommt sie ja ungefragt zu jeder Beute als Zubehör dazu) wegen dem dicken Holzrahmen so stark verbaut? Ein vollflächiges Gitter könnte besser sein. Im übrigen schließen die ASG von Janisch nicht überall bündig ab. Wenn die Königin die Lücke findet, ist sie im Honigraum. Insgesamt ist dieses ASG Murks.


    Wer wirklich eine Betriebsweise mit ASG umsetzten möchte, ist wohl besser beraten gleich eine z.B. Dadantbeute zu wählen. ASG ist da ja gängig und bewährt.

    Ein Bekannter hat das Absperrgitter von Janisch mal eine Saison eingesetzt. Die Bienen haben das Gitter mit Propolis zugebaut und in ein Schied umgewandelt. Im Ergebnis haben sie den hinter dem Gitter liegenden Raum ignoriert und sind lieber abgeschwärmt. Hätte man sicher durch die richtigen Eingriffe regeln können, aber die Sache mit dem ASG scheint nicht so einfach.


    Ich selbst nutze kein Absperrgitter, weil ich denke, dass es der Idee der ERB eigentlich zuwider läuft.

    Hallo Andreas,


    ich habe es gelesen: ist schon interessant, aber nicht in dem Sinn, dass man viel tiefschürfendes für die eigene Betriebsweise lernt. Eher geht es eben um die Bienen des Bruder Adam. Diesbezüglich lesenswert. Ohnehin ist es eher eine Broschüre mit wenigen Seiten. Hat man an einem Abend durch.


    Mittlerweile habe ich bestimmt ein Dutzend Bücher übers Imkern. Egal welches ich da herausgreife: am Ende plätschern alle mehr oder minder an der Oberfläche. Wenn man schon ein paar Jahre imkert, ist man in den wichtigsten Themen tiefer drinnen, als die Literatur. Ich kaufe deshalb keine Imkerbücher mehr.