Beiträge von Master Tom


    Bei den Temperaturen jetzt juckt es mich ja, die Brut zu kontrollieren und ggf. MS zu sprühen. Dumme Idee oder sollte das ok sein?


    Bei den Temperaturen bietet sich MS einfach an. Aus meiner Sicht für die Bienen viel schonender als die Behandlung bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt (da man da die Wintertraube auseinanderreißt, Kühle und Unruhe ins Volk bringt). Ob da noch auslaufende Brut vorhanden ist, fällt für den Behandlungserfolg nicht signifikant ins Gewicht (ich hatte das letztes Jahr mal getestet). Wenn nach der MS-Behandlung weniger als 1000 Milben fallen, kann man sich eine weitere Behandlung sogar sparen.

    Winterbehandlung: Am Wochenende habe ich die Völker mit MS besprüht. Es ist viel angenehmer, für die Bienen und mich, das bei zweistelligen Temperaturen zu machen. Da die Bienen bei mir erfahrungsgemäß jetzt schon so gut wie brutfrei sind, spricht nichts dagegen das gute Wetter zu nutzen.


    Auch diesmal waren alle 3 Völker schon aus der Brut gegangen. Sie stehen gut da: 7 bis 9 Wabengassen besetzt und alle Königinnen an Bord. Mal sehen wie viele Milben fallen. Im Idealfall war es das schon mit der Winterbehandlung und wir sehen uns erst im Frühling wieder.

    Ergebnisse der Varroabehandlung waren wie folgt:

    1. Volk: nat. Milbentotenfall 2V/Tag = ca. 400 tote Milben nach Behandlung

    2. Volk: nat. Milbentotenfall 5V/Tag = auch ca. 400 tote Milben nach Behandlung

    3. Volk: nat. Milbentotenfall 25V/Tag = ca. 2.500 tote Milben nach Behandlung


    Man sieht, dass der Zusammenhang nat. Totenfall und absolute Befallszahlen nur locker gekoppelt ist. Alle Umrechnungszahlen sind nur ein grober Anhalt.


    Volk 3 hatte Probleme mit seiner Königin, weshalb ich es brutfrei mit MS behandeln konnte. Es fielen noch einmal ca. 400 Milben (die AS-Behandlung hat also gut gewirkt, sonst wären hier mehr Milben gefallen). Inzwischen wurde umgeweiselt.


    Der Milbenbefall ist insgesamt dieses Jahr niedrig. Bei den o.g. Zahlen werde ich die Völker möglichst vor einer weiteren AS-Behandlung verschonen.


    Einfüttern muss ich die Völker dieses Jahr gar nicht, die haben sich selbst versorgt.


    Ab jetzt ist der Drops gelutscht. Die Kisten müssen bis zur Winterbehandlung nicht mehr geöffnet werden.

    Ja, von meiner Anfangszeit kenne ich das auch. Man hat keine zahlenmäßige Vorstellung von den Dingen. Einiges kann man sich aber herleiten:


    im Moment steht z.B. eine Milbe nat. Totenfall auf der Windel/Tag für ca. 200 bis 300 lebende Milben im Volk. Die Bieneninstitute raten ab 10 V/Tag zur sofortigen Behandlung. Das entspricht 2.000 bis 3.000 Varroen. Andersherum heißt das, dass 2.000 bis 3.000 Milben in einem normalen Volk so die Grenze sind ab wann ein Schaden entstehen könnte. Da liegst Du mit Deinen 1.000 bis 2.000 (wenn die AS gewirkt hat und die Mehrzahl der Milben erwischt hat) im grünen Bereich. Da wäre auch ohne TBE wohl nichts passiert.


    Ich hatte schon 8.000 (andere Imker über 10.000) Milben Totenfall nach AS Behandlung. Die Völker sind ohne weitere Maßnahmen wie TBE durch den Winter gekommen und haben den wenig befallenen in nichts nachgestanden. Dabei handelt es sich aber um Extremfälle. I.d.R. habe ich zwischen 1.000 und 3.000 tote Milben nach Behandlung in Summe pro Jahr.

    Hallo Ralph,


    es ist jetzt zwar zu spät, aber ich habe mich gewundert, dass die meisten Leute hier der Meinung sind, dass man bei 1000 bis 2000 Milben Totenfall nach AS-Behandlung auch noch eine TBE draufsetzen muss.


    Ich sehe in Deinen Fotos und Zahlen eigentlich nichts besonders Besorgniserregendes. Ich würde in so einem Fall in 4 Wochen nochmal behandeln und gut. TBE fiele mir da nicht ein.


    Gruß

    Mal abgesehen von der Frage, ob der Bundestag nun was regeln sollte oder nicht, finde ich das Thema sehr interessant, weil ich mir gerade beruflich Gedanken darüber mache. Ich arbeite bei einem Energieversorger und wir wollen ggf. die Flächen zwischen den Modulen unserer Freianlagen insektenfreundlicher gestalten (bisher Rasen). Das Problem: man braucht Pflanzen die nicht so hoch und stark wachsen, gemäht werden können (wenn auch selten) und trotzdem zur Blüte kommen. Als Laie fällt mir da bisher nur Klee ein.


    In der Petition steht nun:

    "Es gibt Wildblumenmischungen, die nicht so hoch wachsen, damit die Anlagen nicht beeinträchtigt werden."


    Welche Blumenmischungen sind das denn konkret? Kann jemand etwas dazu sagen?

    Danke.

    Meine Frage ist aber erst mal die: meint ihr, dass der massive Befall der Braunen auf die spärliche Behandlung in 2017 zurückzuführen sein kann? Haben die das Problem die ganze Zeit mit sich herumgeschleppt, trotz der „sauberen“ Windeln? Oder wie sonst erklärt sich der stark unterschiedliche Befall der Braunen und Grünen?

    Hallo,


    wieso sprichst Du von "massivem Befall" ? Weil ein paar hundert Milben fallen? Massiv befallen sind m. E. nach Völker, wenn während der Behandlung 5.000 bis 10.000 Milben fallen. Also, lass Dich nicht verrückt machen mit Deinen paar Hundert. Wann setzt denn bei der Schwammtuchmethode der natürliche Milbenfall wieder ein?


    Die Völker sind im Übrigen oftmals völlig unterschiedlich befallen. Dafür kann es zig Ursachen geben. Es kann die Behandlung des letzten Jahres gewesen sein, oder etwas völlig anderes.

    Ich habe zur Varroabehandlung 2 Fragen : die Puderzucker Probe hat mit 5 Milben auf 100g Bienen keinen großen varroabefall ergeben. Als Neuling habe ich mich entschieden, trotzdem mit der As Behandlung zu starten. Ist das okay? Muss man bei der ERB den nasseheider in ein Rähmchen einbauen oder funktioniert es nicht genau so, wenn man den verdunster in den honigraum stellt und bis an die Waben heranschiebt?

    Hallo Sunny,


    man kommt um eine Varroabehandlung um diese Zeit nicht herum. Dein Befallsgrad ist noch recht gering. Trotzdem ist es richtig jetzt zu behandeln, weil:

    1. sich der geringe Befall durch die starke Milbenvermehrung schnell erhöht

    2. jetzt gerade das Wetter günstig ist (kommt natürlich auf Deine Region an) mit AS zu behandeln.


    Anhand des von Dir ermittelten Befallsgrades kannst Du überschlägig und grob ermitteln, wie viele Milben fallen müssten. In Deinem Fall wären das vielleicht 500 bis 1000. Das sind nicht viele. Wenn die nach der Behandlung fallen, ist erstmal alles i.O. Wenn sehr viel mehr fallen, war ist bei der Ermittlung des Befallsgrades was schief gelaufen.


    Bei mir:

    Nachdem die große Hitze vorbei ist, bringe ich die AS heute in die Völker, wie bei Mellifera beschrieben mit dem Nassenheider horizontal nahe ans Brutnest. Der vorher aktuell ermittelte Befallsgrad meiner 3 Völker (2 V/Tag, 5V/Tag, 25 V/Tag) hilft mir abzuschätzen wie viele Varroen fallen sollten. Ich erwarte 500-1000; 1000-2000 und 5000-6000 Varroen. Mit AS habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Mal schauen wie es dieses Jahr ist.


    Grüße

    Letzte Ernte: Der letzte Honig ist nun geerntet: pro Wirtschaftsvolk nochmal 8 kg, wohl hauptsächlich Linde. Das war letztes Jahr etwas mehr. Dieses Jahr war es wohl einfach zu trocken. Insgesamt konnte ich dieses Jahr von den zwei Wirtschaftsvölkern 20 kg Honig ernten. Das ist in Ordnung.


    Noch ein paar Tipps zum Schleudern: ich habe ein 4 Wabenschleuder mit Handantrieb, die ich zum Schleudern auf eine Bretterkonstruktion schraube. Wenn man dann beim Schleudern die Waben kopfüber in die Schleuder gibt und darauf achtet, dass diese ungefähr gleich viel wiegen, kann man auch die Dadant-Waben gut ausschleudern, ohne dass es Wabenbruch gibt, oder die Schleuder hüpft. Die ausgeschleuderten Waben kommen nur zum ausschlecken nochmal über Nacht in die Völker. Man kann sie aber auch, wenn es sein muss, auch feucht einlagern. Zur Wachsmottenbekämpfung probiere ich dieses Jahr mal B401, ein in der Demeter-Imkerei zugelassenes Mittel.


    Varroa: die Auszählung des nat. Varroatotenfalls hat bei den Wirtschaftsvölkern nur 1 V/Tag ergeben. Sehr wenig für diese Jahreszeit. Ich lasse den Bienen also noch etwas Zeit und behandle Anfang August. Bin gespannt was dann wirklich runterkommt.

    Ich hätte einen Vorschlag zur Wabenerneuerung. Die meisten Einraumbeuten haben doch jeweils ein Flugloch auf der rechten Längsseite und eines auf der linken. Warum nicht nach der Auswinterung das jeweils andere Flugloch öffnen und das bisherige schliessen. Dadurch würde das Brutnest jedes Frühjahr auf die andere Seite wandern und man könnte dann die Altwaben sukzessive entfernen. Hätte wahrscheinlich diverse andere Nachteile aber ein Versuch wär's wert.

    Muss aber dazu sagen, daß ich keine Erfahrung mit der ERB habe...war nur mal ein so eine Idee.

    Die Wabenerneuerung ist in der ERB nicht wirklich ein großes Problem. Einen so harten Eingriff wir von Dir beschrieben würde ich deshalb nicht vornehmen wollen. Ich kenne auch niemanden der das so je versucht hätte.

    Hallo Birgit,


    die Ausrichtung des Fluglochs sollte so sein, dass die Bienen ins helle, offene Gelände ausfliegen können. Welche Himmelsrichtung das ist, ist nebensächlich. Einige meiner Fluglöcher zeigen zum Bsp. nach Norden, weil sich das so anbietet. Absolut kein Problem.


    Der Bienenstand selbst sollte eher sonnig als schattig, eher trocken als nass sein. Stell doch einfach ein paar Probevölker auf den neuen Standort und schau wie sich die Sache dort entwickelt. Den Bienen wirds gefallen. Es sind Sonnentiere.


    Gruß

    Noch wichtig:


    Ich habe unter die Wirtschaftsvölker die Windeln (belegt mit eingeöltem Küchkrepp) geschoben, um den nat. Varroatotenfall zu erfassen. Ich bin mal gespannt wie die Zahlen so aussehen. Ich Tippe mal auf hohe Belastung. Aber ich hätte gestern auch auf Sieg für Deutschland getippt.

    Bei der gestrigen Kontrolle am Stand ist endgültig klar geworden, dass die letzte größere Tracht (bei uns Linde) nun endgültig vorbei ist. Demzufolge ist der Bautrieb der Wirtschaftsvölker fast erloschen. Im Schnitt sitzen diese jetzt auf 17 ausgebauten Waben.


    Die Ableger sind schon auf 8 Waben für die Überwinterung angekommen, wo nicht füttere ich regelmäßig flüssig, damit noch etwas gebaut wird.


    Theoretisch könnte ich jetzt abernten. Ich warte aber noch ein paar Tage, damit die Brutnester noch etwas schrumpfen. Dann kann man die Wirtschaftsvölker besser auf die für den Winter benötigte Wabenanzahl einengen. Zum Einengen entnehme ich alle gefüllten Honigwaben (pro Volk ca. 6). Natürlich kommen auch alle Leerwaben und schlecht ausgebauten Murx, soweit brutfrei, heraus. Ziel sollte sein die Völker auf ca. 10 Waben einzuengen. 8 würden ebenfalls reichen, bei 12 geht die Welt auch nicht unter. Man kann das je nach Volk flexibel handhaben.

    Nach dem Abernten für alle Fälle füttern. Ich gebe erstmal 5 Liter Sirup pro Wirtschaftsvolk.