Beiträge von Master Tom

    kleiner Nachtrag was ich in Dresden über AFB gelernt habe:


    AFB tritt derzeit in Deutschland als ERIC I oder ERIC II Genotyp auf (hist. gab es auch III und IV). ERIC II ist virulenter und tötet die Brut bevor typische Faulbrutanzeichen überhaupt entstehen können. Bei einer Durchsicht kann ERIC II selbst von Fachleuten, so in Dresden geschehen, nicht sicher erkannt werden. Deshalb ist nur die Futterkranzprobe geeignet AFB wirklich sicher nachzuweisen.

    Hallo Heike,


    der massive AFB-Ausbruch bei uns in Dresden hat gezeigt: ein Gesundheitszeugnis hat in Bezug auf AFB nur Sinn, wenn eine Futterkranzprobe zugrunde liegt. Alles Gegucke kann man sich sparen, da selbst eine ausgebrochene AFB häufig nicht mit den angeblich typischen Anzeichen (Schleim, lückiges Brutnest usw. ) einhergeht. Sporen sieht man schon gar nicht.


    Im Übrigen ist die Futterkranzprobe viel schneller durchgeführt als eine komplette Durchschau. Ich mach das jedes Jahr selbst und auf eigene Kosten und gut ist.


    Insofern wundere ich mich eher, dass bei euch noch jemand zur Durchschau an den Stand kommt und nicht schon längst ausschließlich über Proben gearbeitet wird. Das worüber Du Dich beschwerst, ist ja eigentlich ein wichtiger Fortschritt in punkto AFB-Bekämpfung.

    Nun ist auch die letzte Honigernte erledigt. Trotz großer Trockenheit gab es in Summe 25 kg Lindenhonig aus den zwei Wirtschaftsvölkern. Ein gutes Ergebnis für meine Verhältnisse. Das Jahr brachte damit über 100 Gläser Honig. Zum selberessen und verschenken völlig ausreichend.


    Jetzt ist es an der Zeit alle alten Waben, die jetzt leergeschleudert sind, auszusondern. Auch alles was krumm gebaut ist, wird aussortiert und eingeschmolzen. In den Wirtschaftsvölkern verbleiben 10 bis 12 Waben. Weiter einengen geht, wegen der noch großen Brutnester, nicht. Ist aber auch nicht nötig. Die hübschen Waben konserviere ich zeitnah ! mit B401 gegen Wachsmottenbefall.


    Meine Königinnenableger sitzen nun auf je 8 Waben. Das beliebt so bis zum Frühjahr.


    Die nächste größere Tracht ist jetzt der Wilde Wein, Efeu und Springkraut. Ich ernte diesen Honig nicht mehr, die Bienen können ihn zum Aufbau der Wintervorräte nutzen. Ich habe gelernt wegen dieser späten Tracht an meinen Standort mit dem Einfüttern bis September zu warten. Dann wiege ich alle Völker mit einer Kofferwage und kann noch ein paar Kilo Sirup zufüttern. Damit vermeide ich, dass die Völker zu viel Futter mit in den Winter nehmen. Das ist aber an jedem Standort unterschiedlich. Es gibt sicher Standorte an denen sollten die Bienen nach der Ernte unbedingt zügig aufgefüttert werden, um Hunger zu vermeiden.


    Ich habe nach der Ernte die Windeln (geölt) eine Woche unter die Wirtschaftsvölker geschoben, um mal die Varroen zu zählen: der Totenfall liegt bei 3 Varroen am Tag. Bei dem Ergebnis warte ich mit der AS-Behandlung noch bis August.

    Endlich ist des gelungen einen Sonnenwachsschmelzer direkt in eine Beute zu integrieren. Konsequenterweise sollte aber jetzt noch die B-Box mit der Flowhive kombiniert werden. Dann hätte ich eine Beute mit zwei Hähnen. Aus einem kommt gesiebter Honig, aus dem anderen flüssiges und geklärtes Wachs. Ich war so blöd, dass ich mir bisher so viel Arbeit mit den Bienen gemacht habe. Es könnte so einfach sein!

    Hallo Remstalimker,


    seit letztem Jahr nutze ich dieses Produkt:


    https://www.imkereibedarf-bien…duennen-mit-Wasser-120-ml


    Einmal eingesprüht (Juli 18) hielten die Waben (teilw. bebrütet) in der Garage bis zur Wiederverwendung im Frühjahr 19. Die Garage wird im Sommer sehr heiß. Probleme konnte ich deshalb nicht feststellen.


    Es wurde hier im Forum diskutiert, dass das B401 ggf. die AFB Futterkranzproben unbrauchbar macht, da der AFB-Erreger in der Testschale überwuchert wird und der Test keine brauchbaren Ergebnisse liefert. Näheres weiß ich allerdings nicht.


    Auf B401 bin ich übrigens über Norbert Poeplau von der Fischermühle gekommen. Die dortige Imkerei nutzt das Mittel im großen Stil. Er hatte es empfohlen.


    Gruß

    Das Flugloch des Wirtschaftsvolkes zeigt in Richtung Süden, wie bei den anderen beiden Wirtschaftsvölkern (die sich unauffällig verhalten) auch, das des Ablegers dieses Volkes zeigt nach Süd-Osten. Kann das einen Unterschied machen?

    Das sollte keine Rolle spielen.


    Im Grunde ist es ja egal wo sie brüten, Hauptsache sie brüten. Irgendwann werden sie schon umstellen.

    Isses denn überhaupt Räuberei? Die eigenen fliegen ja auch erstmal sehr aufgeregt. Und dann ein 8mm Loch....


    Mach mal bitte ein Bild vom Flugloch.

    Ein einziges 8mm Loch ist für meinen Geschmack viel zu eng, wenn da alle Flugbienen eines Ablegers (immerhin ein paar Tausend) zig mal am Tag rein und raus wollen. Und dann noch irgendeinen "Tunnel" dran gefriemelt? Da bildet sich ja eine Warteschlange bis zum Mond.


    Rase hat Recht: schieß mal ein Foto und erklär mal wie Du auf Räuberei kommst. Am Ende sind es nur Deine Bienen die sich endlos stauen.

    Hallo Thanaid

    Danke für deine Hilfe habe es heute gleich so umgesetzt. Leider war schon Honig in den Zellen so dass durch das Eindrücken bzw. Heraustrennen diese durch die Aktion geöffnet würden. Ich hoffe sie können das schnell wieder reparieren. Vielen Dank und Grüße

    Hallo Kasmodiah,


    mach Dir wegen Deiner Zerstörungen nicht zu viele Gedanken. Naturbau ist nie 100% perfekt. Gerade wenn es Tracht gibt, oder geerntet wird, geht eben mal was kaputt. Das ist normal und passiert jedem. Die Bienen reparieren das in kürzester Zeit. Sollte doch einmal größerer Schaden entstehen, z.B. eine ganze Honigwabe abreißen oder aufgeschlitzt werden, stell Dir einen Plastikeimer mit Deckel neben die Beute. Da kannst Du den Bruch schnell hineinbefördern, ohne dass am Stand endlos viel Honig ausläuft. Das könnte sonst Räuberei auslösen.


    Sollten mal 2 Honigwaben zu einem kompakten Block verbaut worden sein, lass sie bis zur Honigernte drin und nimm dann den Block komplett heraus. Vor dem Schleudern kannst Du den Block dann zu Hause trennen, ohne dass sich der Honig in die Beute ergießt. Überhaupt ist die Honigernte eine gute Gelegenheit aufzuräumen. Es kommen nur die Waben wieder ins Volk die halbwegs ordentlich ausgebaut sind. Der Rest wird gerade geschnitten oder eingeschmolzen.

    Hallo Thanaidh,


    grundsätzlich führe ich die Völker an einer Beutenwandseite. Auch das Flugloch ist bei mir immer seitlich. Das führt dazu, dass die Bienen fluglochnah auf bis zu 10 Waben brüten, dahinter kommen die Honigwaben.


    Denke beim erweitern daran Leerrähmchen nicht in das Brutnest zu hängen, sondern an den Rand, sonst könnte auch dadurch das Brutnest auseinandergetrieben werden. Ich erweitere auch im Frühjahr erst recht spät, wenn die Völker schon voll im Brutgeschäft sind und große Brutflächen angelegt haben. Schon dadurch ergibt sich eine kompakte Form des Brutnestes fast automatisch.


    Welche Brutnestform die Völker anlegen soll laut Mellifera wohl auch genetisch bedingt sein. Auch die hatten Völker die keine Kugel, sondern eine Zigarre anlegen. Durch anritzen der Futterkränze im Frühjahr soll man das wohl zugunsten der Kugel beeinflussen können. Meine Bienen brüten auch so kompakt, sodass ich nie etwas anritzen musste. Es wäre aber bei Dir ein Versuch wert.


    Auch bei mir gab es den Fall, dass ein Volk fluglochfern brütete und den Honig vorne eintrug. Das war aber dem Umstand zu verdanken, dass die Bienen eine Zeit brutfrei waren. Als die neue Kö legte, fand sie scheinbar ersteinmal hinten Platz zur Anlage eines Brutnestes. Im Laufe der Zeit entstand dann vorn eine zweites Brutnest und hinten das lief wieder aus. Die Bienen regeln das für sich. Wenn es Dich stört, kannst Du auch die Honigwaben nach hinten verlagern und das Brutnest (als Block) ans Flugloch schieben. Aber eigentlich nicht nötig.

    Ja, danke Master Tom. So sehe ich das im Prinzip schon auch. Hab die genannten Pflanzen bisher auch als Läppertracht empfunden, vor allem Jakobs-Kreuzkraut. Hab hier halt jetzt eine Wiese von geschätzt 2 Hektar, auf der gut zur Hälfte Natternkopf wächst und sehr stark von den Bienen beflogen wird. Die Honigräume füllen sich auch. Nicht falsch verstehen, im Prinzip freu ich mich auch darüber. Hätt' halt nur gern gewußt, ob jemand schonmal diesbezüglich tatsächliche Erfahrungen gemacht hat.

    Hallo Blühwiese,


    meine Erfahrungen mit Natternkopf sind nur kleinräumig, weil ich meinen Garten mit Natternkopf "verseucht" habe. Tolle Trachtpflanze. Aber natürlich viel weniger als 1 ha. Das habe ich so geschlossen in der Fläche noch nie gesehen. hornet hat da, wie ich lese, bessere Referenzen auf großer Fläche.


    Hier:

    https://burgnatur.de/wp-conten…6hnlicher-Natternkopf.pdf


    steht, dass pro ha Natternkopf Erträge von 429 kg ! Honig möglich sind. Putzig genau angegeben. Wenn das stimmt, reicht das zur Vollernährung mehrerer Bienenvölker. Dann gäbe es wohl auch keinen großartigen Verdünnungseffekt mit anderen Trachten mehr und man sollte tatsächlich vorsichtig sein. Wieder was gelernt.

    Hallo Blühwiese,


    man sollte sich wegen PAs nicht verrückt machen lassen. Drin sind sie in vielen Trachtpflanzen (JKK, Natternkopf, Rhododendron, Azalee, Wasserdost, ...). Kein Imkern kann ausschließen, dass die Bienen diese Trachten nutzen. Im Honig landen davon nur unbedenkliche Spuren, es sei denn es gibt ein Monovorkommen über große Flächen (wie manchmal beim JKK). So auch beim Natternkopf: Er tritt ja nicht Hektarweise auf und ist am Ende nur Läppertracht die durch andere Trachten stark "verdünnt" wird.

    Hallo Apfeltasche,


    ich nehme an Du verwendest auch irgendeine Art Abstandshalter? Dann sollte der Beespace stimmen. Ich nehme z.B. Polsternägel und es ergibt sich ein Abstand von ca. 8mm zwischen den Waben. Dann sollte des keinen nennenswerten Verbau geben. Dass es zwischen den Waben einzelne dünne Wachsbrücken gibt, ist aber normal.


    Was das verhonigte Brutnest angeht, stellt sich die Frage, ob der Ableger eine Königin hat. Oben warst Du Dir ja nicht ganz sicher. Wenn keine Kö da ist und die Tracht passt, werden die freien Brutzellen mit Honig vollgeklatscht. Später korrigieren die Bienen das aber wieder, wenn die neue Kö in Eiablage geht. Hast Du Brut oder die Kö gesehen?

    Bisher gibt es ein Gerücht, dass in 2021 irgendwas passieren soll. Man muss doch einfach mal abwarten was konkret geplant ist.


    Derzeit scheint der Trend in der EU ja da hin zu gehen die Themen die nicht unbedingt europ. geregelt werden müssen, z.B. die Zeitumstellung, wieder an die Mitgliedsländer zurückzugeben. Das wollen ja angeblich alle Bürger. Wenn also Europa zur AFB nichts mehre sagen will, muss sich jedes Land selbst Gedanken machen. Dann kann Deutschland doch seine derzeitige Verfahrensweise beibehalten. Ich sehe nicht weshalb das automatisch bedeuten soll, dass der AFB freien Lauf gelassen wird.


    Natürlich steht außer Frage, dass die AFB zentral kontrolliert und bekämpft gehört. Der einzelne Imker hat da keine Chance. Ich persönlich halte die AFB sogar für viel gefährlicher als Varroa. Deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, weshalb man eine Seuche, die man mit dem jetzigen System in Deutschland halbwegs im Griff hat, eskalieren lassen sollte.