Beiträge von Master Tom

    Bei mir habe ich folgendes Problem:

    Während der eingeschlagene Naturschwarm vor Bienen überquillt und Naturwabenbau ohne Ende betreibt, bereitet mir der Ableger Sorgen. Ich habe, genauso wie flukse, einen Ableger (DNM-Maß) in einen Dadant hoch gesetzt. Der Ableger bestand aus vier gut gefüllten Waben, mehrere BR-Waben und eine volle HR-Wabe zum Naschen. Wenn ich am Volk arbeite, sitzen zwar alle BR-Waben nach wie vor voll mit Bienen, aber es geht eine fast schon gespenstische Ruhe von den Bienen aus. Sie fliegen kaum auf, man kann lange ohne Rauch am Volk arbeiten. Nun ist mir aber aufgefallen, dass es nur wenig Bautätigkeit außerhalb der Ursprungsrahmen gibt. Mehrere Tage Beobachtung ergaben, dass das Volk weisellos zu sein scheint. Beim Einzug war die Königin (unmarkiert) definitiv noch da. Ob sie den Umzug nicht überstanden hat oder nachträglich ausgezogen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls kann ich keine frische Brut mehr finden. Nur noch ältere bzw. viel verdeckelte Brut. Ich vermute daher, dass die Kö in den letzten Tagen abhanden gekommen sein muss. Leider habe ich, bevor ich das Fehlen der Königin festgestellt habe, einige Weiselzellen gebrochen, bei denen ich von Schwarmzellen ausging - wahrscheinlich waren es aber Nachschaffungszellen. Das ist natürlich ärgerlich, weil sich das Volk jetzt keine eigene Kö mehr nachziehen kann. Werde wohl eine neue Königin nachsetzen müssen.

    Schwärme sind viel dynamischer als Ableger.


    Achte bei Deinem Ableger auf ausreichend Futterstrom, sonst wird er nicht bauen, oder kann sogar verhungern. Die Ableger brauchen Anfangs Unterstützung, um sich gut entwickeln zu können, denn anders als Schwärme handelt es sich um künstlich erzeugte Einheiten mit vergleichsweise wenig Individuen, die sich erst finden und organisieren müssen. Wenn Du denkst die Kö ist weg, mach eine Weiselprobe.

    Was mir zumindest schonmal modellspezifisch auffällt: Die Janisch-ERB funktioniert ja ohne Abdeckfolie o.ä.. Wenn auf einer Seite der Innendeckel abgenommen wird, passen kleine Jungbienen theoretisch unter dem verbliebenen Spalt (zwischen Trennschied und verbliebenem Innendeckel) durch (der Trennschied müsste 1-2mm höher sein)- einzelne Bienen hatten sich so verirrt. Wenn beide Deckel aber ordentlich aufliegen, scheinen die beiden Räume „dicht“ voneinander getrennt zu sein. Bei Verwendung eines höheren Trennschieds bzw. mit Abdeckfolie besteht das Problem nicht.

    Die Völker sollten strikt voneinander getrennt sein. Das Trennschied von Janisch ist nicht passgenau und wohl auch nicht dafür gedacht zwei Bruträume exakt abzuteilen. Bau Dir lieber ein Trennschied selbst, welches exakt passt.

    Hallo alle,

    Ich habe eine Frage, zu der ich bisher online nichts gefunden habe (meine aber, schon mal was gelesen zu haben, gerne also Link senden, wer etwas weiß..): habe seit Anfang Mai zwei Jungvölker in ERB (neue mellifera) und bei gestriger Durchsicht sehe ich, dass beide den Trennschied anfressen (die dämmende weiche Schicht)... warum machen die das??

    Bienen schroten alles ab was weich ist. Ein natürlicher Instinkt, der mal mehr mal weniger ausgelebt wird. Auf irgendwelche Weichfaserplatten sollte man deshalb gänzlich verzichten und Schiede z.B. einfach aus Leimholz, oder anderen festen Materialien, fertigen.


    Ein Volk hat jetzt 6, das andere 8 Rähmchen, die fast völlig ausgebaut sind. Naturbau, bis auf je 2 eingeschraubte Kuntzsch (Format der Ausgangsvölker, haben je 1xBrut und Futter mitgegeben).Bis vor 1 Woche habe ich gefüttert, seitdem nicht mehr. Habe jetzt bei dem größeren Volk am Brutnest 1 Leerrähmchen dazugegeben, beim anderen nochmal Futter, um zu sehen, ob das Auswirkungen hat. Was meint ihr?

    Danke. Auch für die großartigen und hilfreichen Texte vorher!

    Gruß, dagmar

    Grundsätzlich bauen Ableger im Naturwabenbau nur gut, wenn sie ausreichend Futter hereinbekommen. Ansonsten stellen sie die Bautätigkeit ein. Meine Ableger bekommen einfach je 1 Liter Sirup pro Woche als Unterstützung. Das reicht bei mir, weil ausreichend Tracht herrscht und die Ableger stark sind. Wenn Du nicht mehr fütterst, solltest Du den Futtervorrat im Auge behalten. Ableger haben i.d.R. weniger Reserven.

    Was man vielleicht mal geraderücken muss ist der Eindruck der durch folgende Aufstellung auf der BiKi-Website https://www.bienenkiste.de/doku/betreuung/index.html entsteht. Neben einer Aufzählung von notwendigen Arbeiten, steht dort u.a.:


    Die Netto-Arbeitszeit pro Jahr bei einem Bienenvolk liegt bei schätzungsweise fünfzehn Stunden.


    Ähnliches ist auf der Bienenboxseite https://www.bienenbox.de/ zu lesen. Dort sind es angeblich 20 Stunden Betreuungsaufwand pro Volk und Jahr.


    Wer das als Laie liest, so wie ich vor Jahren, denkt dann: wenn das alles ist? Gar kein Problem.


    Die Angabe der Netto-Arbeitszeit pro Jahr sagt aber gar nichts aus. Eigentlich müsste da stehen:


    Bienenhaltung ist nicht einfach, sondern eine aufwändige und sehr zeitintensive Tätigkeit. Neben der eher geringen reinen Netto-Arbeitszeit pro Jahr und Volk müssen Sie sich, unabhängig von Beutensystem oder Völkerzahlen, intensiv mit der Biologie der Bienen und dem gesamten Thema Imkerei auseinandersetzen und sich mit anderen Imkern vernetzten. Das Erfassen der umfangreichen Materie wird gerade in den ersten Jahren hunderte Stunden an Selbststudium und Weiterbildungsveranstaltungen in Anspruch nehmen. Ohne die Bereitschaft sich tiefgründig und über Jahre auf das Thema einzulassen und sich stetig weiterzubilden, ist die Bienenhaltung nicht erfolgreich möglich.


    Wer einfach und schnell etwas für Bienen tun will, kann statt selbst zu imkern:

    - eine Blüh- oder Baumpatenschaft übernehmen

    - den eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten

    - ein Insektenhotel bauen

    - Honig vom örtlichen Imker erwerben

    - dem örtlichen Imker einen Stellplatz auf dem eigenen Grundstück anbieten

    - ...


    Mit so Text wäre der Laie schon mal vorgewarnt und würde ggf. ins Nachdenken kommen, ob er sich diesen Zeitfresser tatsächlich anlachen will.

    Um zum Faden zurück zu kommen ;) der Honig aus meiner Bienenkiste gilt im Dorf als der Besondere, weil er im Naturwabenbau erzeugt und ohne Schleudern gewonnen wird. Da ich nur eine BiKi habe, bekommt diesen Honig nur eine Familie und die anderen sind ein bisschen neidisch.

    Nur am Rande: Naturwabenbau und Tropfhoniggewinnung kann man ja unabhängig von der Beute immer praktizieren, dazu braucht es keine Bienenkiste. Trotzdem: Guten Appetit!

    DIB und Aldi sind zwar hier OT, aber was solls.


    Wenn das meine Marke wäre, dürften die nur Imker nutzen die garantieren, dass sie nur Honig aus eigener Ernte, den sie also tatsächlich selbst erzeugt haben und für dessen Qualität sie geradestehen, abfüllen. Keine Großabfüller, kein Honigankauf. Übertrieben ausgedrückt: Rückverfolgbarkeit bis zur Biene.

    Gleichzeitig würde ich untersagen, dass dieser Honig überhaupt unter einer gewissen Preisgrenze verkauft werden darf. Gepaart mit einem professionellen und ansprechendem Design erhielte man so ein Produkt auf das jeder Imker stolz sein könnte und bei dem jeder Käufer ein gutes Gewissen haben könnte.


    Wenn man eine Marke töten will, muss man genau das machen was der DIB macht: erst die Marke Großabfüllern hinterherwerfen und dann verramschen beim Discounter. Denen ist nicht mehr zu helfen.

    Hallo Kosmodiah,


    für Deinen Ableger reichen 6 cm Öffnung völlig zu. Schon 2 cm würden reichen. Mehr brauchst Du nur, wenn das Volk schon stark ist und der Flugbetrieb entsprechend zunimmt. Dann kannst Du auch einfach den ganzen Keil rechts herausnehmen.


    Den Keil mit Lochbohrungen würde ich nicht verwenden. Mir scheint die Gefahr, dass die Löcher verstopfen könnten, z.B. durch Totenfall, doch recht groß.


    Zur Literatur: Kennst Du das Heft von Mellifera zur Einraumbeute? Vielleicht 20 Seiten. Nicht viel, aber besser als nichts.


    Gruß

    Am Ende ist die Bienenkiste ja „nur“ eine weitere Stabilbaubeute. Und wie in z.B. in Strohstülpern und Klotzbeuten kann man, wenn man die entsprechende Betriebsweise wählt, darin erfolgreich imkern. Hinzu kommt, dass die Betriebsweise der Bienenkiste durch Bücher, Videos, Website und Forum zentral und umfassend beschrieben wird. Absolut top!


    Der große Verdienst des Konzeptes Bienenkiste, mit der o.g. Doku, ist viele Menschen ans Imkern herangeführt zu haben, die auf anderen Wegen nicht zur Bienenhaltung gekommen wären. Wirklich ausdauernd scheinen dabei mit der Bienenkiste nur die Wenigsten zu arbeiten, viele steigen mit der Zeit auf andere Beutensysteme um. Trotzdem wäre damit im Sinne der Imkerei, vor wenigen Jahren noch von Nachwuchssorgen geplagt, viel Gutes erreicht.


    Einen Vorwurf den man der Bienenkiste tatsächlich machen kann, ist das sie unter dem Label „Bienen halten - einfach und natürlich“ geführt wird. Besitzt man imkerliches Wissen (so wie der Erfinder der Bienenkiste), ist es tatsächlich relativ einfach in Bienenkisten zu imkern. Besitzt man dies Wissen nicht, steht man vor einer Art Blackbox. Man kann eben nicht so einfach in die Beute schauen und selbst erkennen was los ist, man muss es oft abstrahieren. Damit ist das Sehen und Begreifen sehr erschwert. Das ist eigentlich das Gegenteil eines anfängerfreundlichen Systems. Deshalb würde ich jedem Anfänger grundsätzlich zu einer Mobilbaubeute raten, auch wenn die Informationen dazu nicht so mundgerecht aufgearbeitet sind.

    Feuchtigkeistprobleme in der Einraumbeute?


    Hier und in anderen Foren taucht immer mal wieder der Vorwurf auf, die Einraumbeute hätte ein zu feuchtes Innenklima und die Waben würden schimmeln. Probleme mit Feuchtigkeit sind aber nicht „Schuld“ der Kiste, sondern rühren m. M. nach meist von Fehlern in der Betriebsweise her.

    Um Feuchtigkeitsprobleme in der ERB zu vermeiden sollte man daher:

    1. Den Blechdeckel Sommer wie Winter ein paar cm hinterlüften, indem man z.B. Leisten unter den Deckel legt. Ohne Hinterlüftung würde sonst das aus dem Volk aufsteigende Kondenswasser am kalten Blechdeckel kondensieren und durch die Abdeckung (Faserplatte) ins Volk zurück tropfen.
    2. Zur Einwinterung nur 8 bis 10 Waben in der ERB belassen. Mehr Waben werden für Volk und Futter im Winter nicht benötigt und werden von den Bienen auch nicht begangen und in Schuss gehalten.
    3. Mit offenem Boden (der Boden ist nicht wirklich offen, sondern noch ein bienendichtes Gitter vorhanden) überwintern. Das Überwintern mit offenem Boden klappt sehr gut. Feuchtigkeit und Schimmel treten so nicht auf. Anders ist das bei geschlossenem Boden. Gerade die starken Völker atmen so viel feuchte Luft aus, dass das Wasser an den kalten Beutenwänden kondensiert und sich dann die Brühe auf dem Bodenschieber sammelt.

    Beachtet man 1 bis 3 und ist auch der Standort der Beuten bienengerecht, hat man mit Feuchtigkeit keinerlei Probleme.

    Danke für die schnelle Antwort. Was ich auch noch nicht ganz verstanden habe ist wann ich die zweite Fluglochöffnung öffnen soll oder ob man das überhaupt braucht bzw. nur braucht wenn man gleichzeitig zwei Jungvölker darin ziehen möchte, was ich aber nicht vorab. Aktuell hab ich nur das rechte Flugloch (verkleinert) geöffnet. Das linke ist zu. Hab zwar einen Imker der sich aber mit der Einraumbeute auch nicht auskennt. Deswegen bin ich etwas verunsichert zur Vorgehensweise im allgemeinen 🙄

    Hallo Kasmodiah,


    bei der Janisch ERB gibt es zwei Flugschlitze damit, wie Du richtig vermutest, zwei Ableger in der selben Kiste geführt werden können. Man muss dann den Raum natürlich vorher durch ein bienendichtes Schied trennen.

    Wenn Du nur ein Volk in der ERB hast, bleibt der zweite Flugschlitz (z.B. links) immer zu. Den rechten, dort wo Dein Volk sitzt, öffnest Du erst nur wenige cm. Wenn sich der Schwarm in einigen Wochen gut etabliert hat, kannst Du den Schlitz vergrößern und groß lassen.


    Gruß

    OK, klingt nach extensiv. Schau Dir mal die Mellifera-Einraumbeute näher an. Im Übrigen schadet es den Bienen nicht, wenn man Honig erntet. Es macht sogar Spaß und schmecken tut der Honig auch.

    Die Bildung des Königinnenablegers dauert wenige Minuten: Waben mit Kö aus dem Muttervolk raus und gleich daneben in eine neue Beute rein. Keine Kellerhaft.


    Mellifera empfiehlt ja die Schwarmvorwegnahme. Das ist eben etwas mehr Aufwand, weil es bei der Bildung etwas länger dauert und dann Kellerhaft (kühler und dunkler Ort) empfohlen wird. Ich habe am Stand aber keinen. Müsste ich die Schwärme also nach Hause mitnehmen, dann wieder mit denen zurück. Alle einlogieren. Das macht sich sicher gut, wenn am Stand alle Voraussetzungen da sind, was bei mir leider nicht der Fall ist. Der Kö-Ableger ist eine rein praktische Sache, um es mir leicht zu machen.


    Ob es auch ohne Kellerhaft geht, kann ich nicht sagen. Es wäre aber einen Versuch wert. Ich denke ein Teil der Bienen bleibt bei der Kö, die Flugbienen kehren zurück. Sicher auch nicht so viel anders als bei einem Ableger am selben Stand.

    Hallo Eva,


    wie Reiner schreibt, ist das Thema Beute nicht entscheidend. Auch nicht aus welchem Material die besteht. Das sind, wenn überhaupt, völlige Nebenkriegsschauplätze.


    Mach Dir Gedanken an welchem Standort Du imkern willst, welche Bedingungen und welche Tracht dort herrscht. Denke nach, ob Du intensiv mit vielen oder extensiv mit wenigen Völkern imkern willst und wie genau Deine Betriebsweise aussehen soll. Am Ende des Nachdenkens ergibt sich die Beute fast von selbst. Die Beute ist am Ende eben auch nur ein Art Werkzeug, dass Du nach Deinen Bedürfnissen wählen solltest.


    Wenn man die Dinge als Anfänger noch nicht einschätzen kann, sollte man eine Beute wählen die flexibel ist und alles zulässt. Das könnte z.B. ein Magazin sein.

    Natürlich kannst Du auch den Schwarm vorwegnehmen, dagegen spricht nichts. Ich mache Königinnenableger, weil ich nicht täglich am Bienenstand bin. Da ist ein Verfahren gut, dass einfach und schnell vonstatten geht, um nicht mehrfach anfahren zu müssen. Wenn ich die Bienen am Haus hätte, würde ich auch anders verfahren. Ist aber leider nicht.


    Das mit den Nachschwärmen kann passieren (ich hatte es schon), muss aber nicht. Ein Nachschwarm ist ja sehr mobil. Raus und weg. Nach 5 Minuten sind die über alle Berge. Du musst schon daneben stehen, um das mitzubekommen. Ohnehin würde ich behaupten, dass die Mehrheit der Schwärme abgeht ohne, dass es irgendjemand mitbekommt. Wer steht denn schon den ganzen Tag neben den Beuten?