Beiträge von Master Tom

    Letzte Ernte: Der letzte Honig ist nun geerntet: pro Wirtschaftsvolk nochmal 8 kg, wohl hauptsächlich Linde. Das war letztes Jahr etwas mehr. Dieses Jahr war es wohl einfach zu trocken. Insgesamt konnte ich dieses Jahr von den zwei Wirtschaftsvölkern 20 kg Honig ernten. Das ist in Ordnung.


    Noch ein paar Tipps zum Schleudern: ich habe ein 4 Wabenschleuder mit Handantrieb, die ich zum Schleudern auf eine Bretterkonstruktion schraube. Wenn man dann beim Schleudern die Waben kopfüber in die Schleuder gibt und darauf achtet, dass diese ungefähr gleich viel wiegen, kann man auch die Dadant-Waben gut ausschleudern, ohne dass es Wabenbruch gibt, oder die Schleuder hüpft. Die ausgeschleuderten Waben kommen nur zum ausschlecken nochmal über Nacht in die Völker. Man kann sie aber auch, wenn es sein muss, auch feucht einlagern. Zur Wachsmottenbekämpfung probiere ich dieses Jahr mal B401, ein in der Demeter-Imkerei zugelassenes Mittel.


    Varroa: die Auszählung des nat. Varroatotenfalls hat bei den Wirtschaftsvölkern nur 1 V/Tag ergeben. Sehr wenig für diese Jahreszeit. Ich lasse den Bienen also noch etwas Zeit und behandle Anfang August. Bin gespannt was dann wirklich runterkommt.

    Ich hätte einen Vorschlag zur Wabenerneuerung. Die meisten Einraumbeuten haben doch jeweils ein Flugloch auf der rechten Längsseite und eines auf der linken. Warum nicht nach der Auswinterung das jeweils andere Flugloch öffnen und das bisherige schliessen. Dadurch würde das Brutnest jedes Frühjahr auf die andere Seite wandern und man könnte dann die Altwaben sukzessive entfernen. Hätte wahrscheinlich diverse andere Nachteile aber ein Versuch wär's wert.

    Muss aber dazu sagen, daß ich keine Erfahrung mit der ERB habe...war nur mal ein so eine Idee.

    Die Wabenerneuerung ist in der ERB nicht wirklich ein großes Problem. Einen so harten Eingriff wir von Dir beschrieben würde ich deshalb nicht vornehmen wollen. Ich kenne auch niemanden der das so je versucht hätte.

    Hallo Birgit,


    die Ausrichtung des Fluglochs sollte so sein, dass die Bienen ins helle, offene Gelände ausfliegen können. Welche Himmelsrichtung das ist, ist nebensächlich. Einige meiner Fluglöcher zeigen zum Bsp. nach Norden, weil sich das so anbietet. Absolut kein Problem.


    Der Bienenstand selbst sollte eher sonnig als schattig, eher trocken als nass sein. Stell doch einfach ein paar Probevölker auf den neuen Standort und schau wie sich die Sache dort entwickelt. Den Bienen wirds gefallen. Es sind Sonnentiere.


    Gruß

    Noch wichtig:


    Ich habe unter die Wirtschaftsvölker die Windeln (belegt mit eingeöltem Küchkrepp) geschoben, um den nat. Varroatotenfall zu erfassen. Ich bin mal gespannt wie die Zahlen so aussehen. Ich Tippe mal auf hohe Belastung. Aber ich hätte gestern auch auf Sieg für Deutschland getippt.

    Bei der gestrigen Kontrolle am Stand ist endgültig klar geworden, dass die letzte größere Tracht (bei uns Linde) nun endgültig vorbei ist. Demzufolge ist der Bautrieb der Wirtschaftsvölker fast erloschen. Im Schnitt sitzen diese jetzt auf 17 ausgebauten Waben.


    Die Ableger sind schon auf 8 Waben für die Überwinterung angekommen, wo nicht füttere ich regelmäßig flüssig, damit noch etwas gebaut wird.


    Theoretisch könnte ich jetzt abernten. Ich warte aber noch ein paar Tage, damit die Brutnester noch etwas schrumpfen. Dann kann man die Wirtschaftsvölker besser auf die für den Winter benötigte Wabenanzahl einengen. Zum Einengen entnehme ich alle gefüllten Honigwaben (pro Volk ca. 6). Natürlich kommen auch alle Leerwaben und schlecht ausgebauten Murx, soweit brutfrei, heraus. Ziel sollte sein die Völker auf ca. 10 Waben einzuengen. 8 würden ebenfalls reichen, bei 12 geht die Welt auch nicht unter. Man kann das je nach Volk flexibel handhaben.

    Nach dem Abernten für alle Fälle füttern. Ich gebe erstmal 5 Liter Sirup pro Wirtschaftsvolk.

    Noch ist es nicht zu spät, sich für die 70-Völkergrenze einzusetzen. Es gilt, den Ärger in positive Reaktion umzuwandeln und eben nicht in "resignative Reife" zu verfallen. Die kann freilich zuweilen bequemer sein...

    "Resignative Reife" würde ich nicht für mich in Anspruch nehmen. Hinter jeder Tür die sich öffnet, verbergen sich 100 neue Türen. Deshalb werde ich wohl mein Leben lang ein Idiot bleiben.


    Diese Verordnung halte ich, mal von meinem anderen Gesamtansatz abgesehen, für großen Schwachsinn, wenn man sie unreflektiert der Imkerei überstülpt. Eine großzügige Freigrenze hielte ich deshalb für dringend notwendig. Viel Glück!

    ...Anfragen Honig zu verkaufen, egal zu welchem Preis, lehne ich grundsätzlich ab.

    Das kann man einerseits bedauern, weil man auch 20 Völker halten könnte, es aber nicht tut...

    Ein zweischneidiges Schwert. Vielleicht auch eine Chance?

    Chance für wen? Für die Honigimporteure, v.a. aus Nicht EU-Ländern? Der DIB rechnet immer vor: Nur 20% des in D verbrauchten Honigs stammt wirklich von deutschen Imkern - um dann messerscharf zu formulieren: Honig kann man importieren, Bestäubungsleistung nicht.

    Du hast natürlich Recht: die Sache hat verschiedene Seiten.


    Als einzelner Imker imkere ich (bei anderen kann das anders sein) ja nicht, weil ich die Honigimporte eindämmen möchte, oder die Bestäubungsleitung für Dritte sichern will. Ich imkere, weil ich Bienen für interessante und liebenswerte Wesen halte und mir das imkern und die Beschäftigung mit den Bienen Spaß und Freude macht. Dafür brauche ich keine 20 Völker. Ganz im Gegenteil. Das würde dann ggf. in Arbeit ausarten und mir die Freude nehmen. Bestäubung und Honig sind dann positive Nebeneffekte, aber eben "nur" Nebeneffekte.


    Global gesehen, hast Du natürlich Recht. Wenn alle so argumentieren wie ich, haben wir irgendwann weniger Völker und weniger Deutschen Honig pro Imker. Vielleicht gleicht sich das über eine steigende Anzahl von Imkern aus. Vielleicht gibt es dann nur ganz kleine und ganz große Imkereien, vielleicht auch nicht.


    Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich bei meinen Entscheidungen das Globale zwar im Hintergrund habe, aber sicher nicht weiter imkere, wenn es mir keinen Spaß mehr macht, nur um z.B. die Honigimporte zu minimieren. Und Spaß und Freude kann man auch mit wenigen Völkern und ohne Vermarktung haben. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

    Hallo Werner,


    diese Konsequenz habe ich für mich schon längst gezogen. Alle Anfragen Honig zu verkaufen, egal zu welchem Preis, lehne ich grundsätzlich ab. Überzählige Völker gebe ich zum Selbstkostenpreis an befreundete Imker (meist Anfänger) ab. So bleibt meine Völkerzahl konstant bei 2 bis 4.


    Das kann man einerseits bedauern, weil man auch 20 Völker halten könnte, es aber nicht tut. Lässt man das Thema Vermarktung von Honig hinter sich, kann man es sich andererseits leisten ganz anders mit den dann wenigen Völkern umzugehen: Naturwabenbau, Vermehrung im Schwarmtrieb, Arbeiten ohne Absperrgitter, Überwintern auf eigenem Honig usw.. Und weniger Völker sind auch weniger Arbeit und mehr Zeit zum genießen. Die Freude an den Bienen würde ja bleiben und genug Honig zum Eigenverbrauch bleibt trotzdem übrig.


    Ein zweischneidiges Schwert. Vielleicht auch eine Chance?


    Gruß

    Ohne Nachschauen kein eigener Erkenntnisgewinn. Was es tatsächlich ist, kannst nur Du rausfinden. Ich würde es übrigens bei mir unter Ulk verbuchen. Aber auch nur, weil ich in der Vergangenheit ein paar mal nachgeschaut habe und mittlerweile weiß, dass man Spielnäpfchen zur jetzigen Zeit nicht ernst nehmen muss.


    Gruß

    Auf den ersten Blick sieht das für mich wie Spielnäpfchen aus. So was machen meine Völker, selbst die Ableger, immer mal wieder, hier und da. Ich würde nichts darauf geben, zumal die Schwarmzeit (bei uns) vorbei ist, sowohl von der Tracht als auch von der Zeit her. Wie es konkret bei Dir ist, kannst natürlich nur Du einschätzen.


    Mein Vorschlag: markiere das Rähmchen auf dem diese Näpfchen sitzen, damit Du es schnell wiederfindest und schau in ein paar Tagen noch einmal nach. Dann siehst Du in welche Richtung es sich entwickelt. Mein Tipp wäre Stagnation.

    Der Kurs (wesensgemäßes Imkern in der Einraumbeute) bei Mellifera e.V. an der Fischermühle war für mich eine absolute Bereicherung.


    Ich imkere zwar schon ein paar Jahre mit der Mellifera Einraumbeute (ERB), da die Beute in meinem Einzugsbereich nicht so häufig ist, habe ich mir Vieles von dem was ich tue autodidaktisch angeeignet. Beim Kurs hatte ich jetzt die Gelegenheit zu sehen, wie an der Fischermühle mit der ERB geimkert wird. Wir haben mehrere Völker durchgesehen und einen Eindruck von Volksstärken, Brutverhalten, Wabenstetigkeit, Sanftmut, Varroabefall, Honigertrag etc. gewinnen können. Es wurden aber auch andere Beutensysteme und die Zeidlerei praktisch erläutert.


    Die Referenten, Norbert Poeplau und Johannes Wirz, imkern selbst beide seit langem mit der ERB. Die Typen waren einfach Klasse. Die Vorträge wirkten fundiert, detailreich und nie langweilig. Fragen wurden mit einer nie endenden Geduld beantwortet. Einfach toll.


    Nicht zuletzt war das organisatorische Drumherum sehr gut organisiert.


    Ich kann jedem, der mit der Mellifera Einraumbeute (es gab auch einen Teil zur Bienenkiste) imkert oder imkern will, empfehlen den Kurs mal zu besuchen.

    Wer hat denn DN 1,5 oder Zander 1,5 im Honigraum:/

    Ich glaube das bezieht sich auf Trogbeuten. Da ist mit "Honigraum" einfach der Teil der Beute gemeint wo der Honig eingelagert wird. Das Rähmchenmaß ist dort das gleiche wie im Brutnestbereich, also z.B. wie bei mir Dandant (hoch), oder eben DN 1,5 usw..

    Hallo Bodo,


    was beunruhigt Dich denn konkret, dass sie nicht fliegen, oder das sie das Flugloch versperren? Nach meiner Erfahrung kann das unterschiedliche Ursachen haben: entweder wie Ulrich schrieb (Schwarmstimmung), oder sie ventilieren, oder sie verteidigen. Ich kanns nicht genau erkennen.


    Gruß

    Die Schwarmsaison verlief dieses Jahr recht turbulent. Schon Anfang Mai waren beide Wirtschaftsvölker in Schwarmstimmung. Die Bildung eines Königinnenablegers, meine Vorzugslösung, klappte diesmal irgendwie nicht so ganz perfekt:


    Volk 1:

    Nach dem umhängen einer Brutwabe mit Königin (markiert) und einer Futterwabe, zerstörte ich im Altvolk alle WZ bis auf eine (ich markiere die zugehörige Wabe mit einer Reißzwecke). 4 Tage später schaute ich nochmal durch und zerstörte nochmal 3 WZ. Trotzdem ging wenige Tage später von dieser Beute ein Nachschwarm ab (zumindest wenn man meinen Nachbarn glauben kann). Die Nachschau ergab dann, dass ich 2 WZ übersehen hatte.


    Volk 2:

    Hier habe ich mehrfach das Brutnest nach der Königin (markiert) durchsucht. Nichts zu finden. Als ich gerade am nächsten Tag einen neuen Versuch starten wollte, brach der Vorschwarm gerade auf und war über alle Berge. Tja so geht’s. Im Altvolk habe ich dann bis auf eine WZ alle gebrochen und hier so jeden Nachschwarm verhindern können. Eine Wabe mit WZ und eine Futterwabe hatte ich vorher noch entnommen und damit einen Ableger gestartet.


    Zwischenzeitlich sind nun alle neuen Königinnen begattet und legen hübsche Brutnester an. Die Ableger habe ich zweimal mit Milchsäure besprüht (ob das beim Königinnenableger Sinn hat sei dahingestellt, weil der ja nicht brutfrei wird).


    Was mir positiv auffiel war die Tatsachen, dass obwohl meine F1 Carnica Königinnen aus 2016 (ich hatte damals wegen Stichigkeit umgeweiselt) nun alle durch Töchter bzw. Töchter von Töchtern abgelöst sind, die Bienen immer noch friedlich und wabenstet sind und ich selbst gestern bei massiver Gewitterstimmung in kurzen Hosen imkern konnte, ohne irgendwie angegangen zu werden.


    Trotz Abschwärmens haben beide Altvölker schon wieder ordentlich Nektar eingetragen. Das extrem trockene Wetter scheint zumindest hier dem Ertrag gut zu tun.