Beiträge von Glaronius

    Ich werde hier dann berichten wie viele Bienen zum alten Platz geflogen sind (am alten Platz stehen keine Beuten mehr)

    Wenn du zusätzlich am alten Platz ein weisses Tuch auslegst, erkennen die Bienen sehr rasch, dass sie da nichts mehr suchen müssen und orientieren sich schneller um. Ich selbst lege mit regelmässig gutem Erfolg zusätzlich einen kleinen feuchten Lumpen mit 2-3 Tropfen Nelkenöl aus (nicht auf das Tuch selber tropfen, wenn es noch gebraucht werden soll: die Flecken gehen nicht mehr raus).
    MfG, Wolfhard

    Vielleicht kennt hier jemand eine veröffentlichte Arbeit zum Thema.

    Hallo Eisvogel (+weitere Interessenten)
    Bezüglich Zusammenhang Varroa-DWV habe ich 7 Quellen gespeichert, allerdings nicht mit Verbindung zu Hawai. Kann ich wg. Copyright hier nicht einstellen, aber an Privat-Email schicken - anfordern via PN:


    Bowen-Walker PL, Martin SJ, Gunn A

    The Transmission of Deformed Wing Virus between Honeybees (Apis mellifera L.) by the Ectoparasitic Mite Varroa jacobsoni Oud.

    J invert pathol 73(1999)1p101-106


    Nordström S

    Distribution of deformed wing virus within honey bee (Apis mellifera) brood cells infested with the exctoparasitic mite Varroa destructor.

    Exp appl acarol 29(2003)293-302


    Yue C, Genersch E

    RT-PCR analysis of Deformed wing virus in honeybees (Apis mellifera) and mites (Varroa destructor).

    J gen virol 86(2005)12p3419-3424


    Gisdeer S, Aumeier P, Genersch E

    Deformed wing virus: replication and viral load in mites (Varroa destructor).

    J gen virol 90(2009)2p463-467


    Martin SJ, Ball BV, Carreck NL

    Prevalence and persistence of deformed wing virus (DWV) in untreated or acaricide-treated Varroa destructor infestes honey bee (Apis mellifera) colonies.

    J apic res 49(2010)1p72-79


    Dainat B, Evans JD, Chen Y et al.

    Dead or Alive: Deformed Wing Virus and Varroa destructor Reduce the Life Span of Winter Honeybees.

    Appl environ microbiol 78(2012)4p981-987


    Santillán-Galicia MT, Ball BV, Clark SJ et al.

    Transmission of deformed wing virus and slow paralysis virus to adult bees (Apis mellifera L.) by Varroa destructo.

    J apic res 49(2010)2p141-148


    Frdl. Grüsse, Wolfhard

    Hallo Tobi (# 1)

    Auf dem 3. Bild sieht man in den Zeilen 7-12 bei 8 Uhr Varroakot (weisse Krümel), der nicht mehr ausgeräumt wurde = werden konnte. Die chaotisch geöffneten Futterzellen deuten auf verzweifelte Futtersuche – aus dem gleichen Varroa-Schwächungsgrund. Die weissen bröckeligen Inhalte und Reste in den Zellen des oberen Drittels dürften Melezitose-Rückstände sein, die nicht verwertet werden konnten mit der Folge des Verhungerns. Solche Reste findet man gern, weil beim Einlagern auch normal-flüssiger Honig dazugelagert wird, der von den Bienen gerade noch entnommen werden kann. Zum Bild „varroabedingte Schwäche + Hunger“ passt dann auch der Kot auf den Oberträgern, der wohl Ruhr sein könnte – ist dazu aber zu wenig – und sicher keine Nosema, sondern ein Not-Abkoten im Stock, um Kräfte zu sparen - findet man bei Hungervölkern öfter.

    MfG Wolfhard

    Kleingartendrohn

    Danke für deine Klärungsfrage – habe daraufhin mal die Literatur durchforstet und gebe hier einen Ultrakurz-Extrakt. Vorab: Es ist mehr eine Frage der Wortwahl, ob mit der Verdeckelung der gesamte Prozess oder der Zustand des Verdeckelt-Seins gemeint ist.

    Tatsächlich wurde uns beigebracht, dass die „kurz vor der Verdeckelung“, also am 8. Tag der Biene „im letzten Moment“ noch in die Zellen schlüpft. Das deckt sich auch mit der Aussage in der Literatur (schon lange, bevor der Parasit Europa erreichte und bis heute) –wird aber zu recht von Infantidis et al. (1988) als fragwürdig kritisiert.

    Gemeinhin wird diese Aussage verstanden als „vor dem Verschluss“, und gemäss vorgelegten Zeitangaben dürfte das auch tatsächlich gemeint sein (wenngleich das ‚kurz‘ sicher fehl am Platze ist), denn für die Arbeiterinnenzelle werden 15-20 h, für die Drohnenzelle gar 40-50 h Zeitfenster für die Invasion angegeben (Boot et al., 1993). Bei Beginn des Verdeckelns geht es zunächst recht langsam voran, währenddessen mehrere Bienen in für die Milbe günstige Position zur Zelle stehen (Beetsma et al., 1999); wenn nur noch etwa 4mm offen sind, wird’s eng, dann dauert es nur noch 30-60 Min. bis zum Verschluss (Goetz et al. 1993).

    Dass wohl nicht die vorgängige Versorgung mit Futtersaft für günstige Bedingungen sorgt, wird deutlich, wenn man ein häufiges Phänomen berücksichtigt: Die Milbe bleibt nach ihrer Invasion mit ihrem Rücken auf dem Futter kleben und wird erst aus dieser Zwangslage befreit, wenn der Rest des Futters von der Larve verbraucht wurde, was etwa 6 Stunden dauert (Infantidis et al., 1983) – bei Futternachschub würde sie davon verschüttet und ersticken. Der Vorteil für die Milbe besteht bei dieser Zwangslage darin, dass sie von den Arbeiteinnen nicht mehr Ausgeräumt wird (Infantidis et al., 1988).

    MfG Wolfhard

    dass die Milbe vor der Verdeckelung in die Brut gehen

    ... noch zu Klarstellung: unmittelbar vor der Verdeckelung, wenn also kein Futtersaft mehr zugefügt wird und nur die Verdeckelung stattfindet, an der dann aber mehrere Arbeiterinnen beteiligt sind, so dass auch mehrere Varroen den Absprung schaffen.

    ... eine Varroafalle zu entwickeln

    Tja, wenn man den Stoff nur erst kennen würde. Wir wissen ja auch noch nicht, woran die Bienen Drohneneier in Arbeiterinnenzellen erkennen und diese dann drohnentypisch ernähren und die Zellen nachträglich zu Buckelbrut ausbauen; oder wie sie erkennen, wenn ein Drohnenei einen diploiden Gen-Satz enthält und das Ei deshalb ausräumen.MfG Glaronius


    .... Drohnenbrut. Diese muss häufiger besucht werden und damit steigt statistisch gesehen der Befall.

    Nicht während des Auffütterns der Brut in der offenen Zelle schlüpft die Varroa hinein, sondern erst kurz vor der Vedeckelung, die Pflegedauer der offenen Zelle hat daher keinen Einfluss. Für die Attraktivität werden Signalstoffe seitens der Larve vermutet, die der Varroa signalisieren, dass es sich um Drohnenbrut handelt, d.h. für sie: grössere Vermehrungschancen aufgrund der längeren Entwicklungszeit. Ist z.B. aufgrund der Stocktemperatur in sehr warmen Perioden die Entwicklungszeit der Arbeiterin verkürzt (da reichen 4 Stunden früherer Schlupf) ist die Entwicklung der Varroa noch nicht abgeschlossen, sie ist vermehrungsunfähig. In der Drohnenbrut dagegen hat sie gewissermassen die Garantie für den vollen Entwicklungszyklus, überdies noch mit der besseren Versorgung durch die vorgängig intensiver gefütterten und grösseren Drohnenpuppe.

    MfG Wolfhard

    Hallo noch mal ich. Auf dem in #30 angegebenen Link (http://www.imkerverband-sgap.c…uelldiagnose_Hysken17.pdf) hat mein Imkerkollege jetzt die ergänzte und heute noch einmal verbesserte Version aufgeschaltet zum Downloaden. Im Dateinamen ist zwar mein Name moch immer falsch geschrieben, den sollte man anschliessend korrigieren.
    Danke für die vielen Anfragen zum Versand - war ein richtiger Aufsteller.
    Freundliche Grüsse, Wolfhard