Beiträge von Glaronius

    Wenn ich dieses Jahr nicht (...) bei jedem Volk regelmäßig das Futter kontrolliert hätte, wären mir alle verhungert

    Wäre mir dieses Jahr bei einem Volk auch fast passsiert. Bei den ersten Kontrollen alles gut, dann (war ja gut) vom Radar verschwunden - und schon fast zu spät. Massnahme: Sofort gut mit Zuckerwasser eingesprüht - die lebten wortwörtlich zusehends auf - und haben sich mit der Notfütterung rasch erholt.
    MfG Wolfhard

    Elle

    Du hast einzelne Völker (mit hohem Milbenfall) solange weiterbehandelt bis nur noch wenige Milben fallen, oder?

    > Ja, d.h. hoch nach der Behandlung.


    In welchem zeitlichen Rhythmus machst du da nach den 4x4 weiter?

    > Weiter alle 4 Tage. Wenn am 3. Tag nach Behandlung >100 Milben fallen, verkürze ich auf 2 Tage, bei >300 sogar auf täglich. Wenn am 4. Tag nach Behandlung >50 fallen, warte ich 1 Woche. Massgebend ist aber immer auch Stärke und Vitalität des Volkes, ist also kein starres Schema.


    Und was heißt 'danach ebenfalls nach Milbenfall'.

    > wenn natürlicher Fall entsprechend steigt.


    Wiederholst du dann die Winterbehandlung? In welchem zeitlichen Abstand?

    Mitte-Ende Dezember in jedem Fall eine Kontrollbehandlung, wenn dabei >50 wiederhole ich alle 2 Tage bis <20.

    Begründung: Die Milbenbelastung halte ich für schlimmer und nachhaltiger als die Behandlung. Aber wie gesagt: Das sind nur Faustregeln, dich ich nicht stur anwende.
    MfG, Wolfhard

    Soll ich nun handeln mit vernebeln von Oxalsäure?

    Ich hab ein RuBee Ox Vernebler.

    Noch bisschen abwarten bis sie ganz sicher Brutfrei sind?

    Damit arbeite ich auch schon seit Jahren. Ich bedampfe (ausser der Sommerbehandlung) ab Ende Sept. 4x alle vier Tage und bei höherem Befall engermaschig, unabhängig vom Brutstatus. So bekamen einzelne Völker bis jetzt noch immer ihre Dosis. Nun sind alle im einstelligen Bereich und darunter. Im Dezember folgt eine Kontrollbehandlung, danach ebenfalls nach Milbenfall. Funktioniert bei mir ohne milbenbegründbare Verluste bestens, und die Bienen reagieren recht gelassen.
    MfG Wolfhard

    wie hoch die Temperatur sein darf bzw. welches der optimale Temperatureich

    Der Sublimationspunkt (d.h. unzersetzte Verwandlung in den gasförmigen Zustand) von Oxalsäure-Dihydrat liegt bei 157°C +/- 2°, davor verdampft bei 110-115°C zuerst das Dihydrat, das Wasser, das zur Kristallbildung führt - der Zustand, in dem das von uns benutzte Pulver angewandt wird. Bei höheren Temperaturen (180 -215°C) findet eine Aufspaltung in COOH = Ameisensäure und CO2 statt. Da diese Temperatur des Gases in der Umgebungsluft sofort wieder unterschritten wird, findet auch sofort eine Resublimation statt, dabei entsteht der Staubnebel, der sich im Stock verteilt. Es kommt gar nicht auf eine allzu exakte Temperatur-Einstellung an, da der Sublimation-Resublimations-Bereich sehr eng ist und schlussendlich die resublimierte, wasserfreie OS entsteht, die hier verwendet wird.

    MfG, Wolfhard

    Hallo Ribes #16

    Danke für Dein Posting. Vorweg: Mit meinem Hinweis auf diese Studie habe ich kein neues Dogma verkünden wollen, finde sie aber erwähnens-, erwägens- und überprüfenswert.

    Zu deinen Einwänden ein paar Klarstellungen bzw. meine Bedenken:


    1. Sublimationschritte m.E. im zu großen zeitlichen Abstand (je nach 7 Tagen) und nur 3 x
    > Deshalb übernehme ich diese Angabe nicht unbesehen für meine Arbeiten.

    OX-Reste aus dem Stock herauszuschaffen
    > Ist wohl nur eine Vermutung. Ich wüsste nicht, wie man diese Aktivität belegen könnte. Mir scheint das auch nicht wesentlich zu sein, da alle andere Parameter ebenso stark von den individuellen Haltungsbedingungen abhängen und dementsprechend weich sind. Die Effektivität wäre ohnedies nur bewiesen, wenn man exakt die im Volk verbliebenen Varroen zählen würde.

    2. Jahreszeit bzw. Brutstatus der Versuchsvölker für mich nicht nachlesbar. > Oktober (Abschnitt Experimental design), Brut und Volksstärke (Abschnitt Colony strength parameters)

    3. Sublimator für mich nicht nachlesbar.
    > Varrox Vaporizer (Abschnitt OA application)

    Wieviel OX landete mglw. nicht auf den Bienen

    > An dieser wie bei der nächsten Frage beissen wir uns ja auch bei allen anderen Varroa-Therapien, Methoden - besonders beim Sprühen- wie Mitteln, die Zähne aus:

    bzw. im Stock oder ging gar in die Umgebungsluft?

    > Nicht nennenswert, da alles, auch Ritze, abgedichtet wurde (Abschnitt OA application)

    > Das wäre ohne Wahnsinns-Aufwand auch nicht zu messen, und für die praktische Arbeit m.E. auch eher nachrangig eben wegen der anderen Parameter.

    4. Versuchsgruppen sehr klein (10 Völker).
    > Deshalb braucht es noch mehr solcher Versuche (Abschnitt Discussion, Absatz 2)gerade weil sie von bekannten Angaben abweichen.

    5. 4g OX sind m.E. gefährlich nahe an der 5g-Schädigungsgrenze
    > Al Toufailia et al. in ihrer 2. Publikation (zitiert in Abschnitt Discussion, Absatz 2) stellen das sogar bereits bei 4.5g OS fest, wurde also in Betracht gezogen und hier als vorläufig nicht eingetreten dokumentiert.

    Da ich selbst bedarfsentsprechend und nicht schematisch behandle, sehe ich zunächst kein grundsätzliches sondern ein Ermessensproblem darin. Das gilt insbesondere auch für die Behandlungsfrequenzen, die bei niedriger Dosierung sehr hoch werden können und im Extremfall die Entscheidung einschliessen, ob die Völker an der Varroa oder an der Behandlung sterben sollten.

    MfG Wolfhard

    Darf ich fragen hast du ebenfalls ein Bienenhaus? Die Behandlung von Hinterbehandlungsbeuten lässt mich das annehmen.

    12 meiner Völker sind im Bienenhaus, die restlichen 30 auf Freistand an 2 Orten. Hinterbehandlung habe ich vor Jahren verlassen und arbeite nur mit Magazinen. Nach innen dichte ich die offenen Böden mit Schaumstoff ab, da kommt kein Dampf ins Haus. Und wenn doch, dann halte ich die Luft an und gönne dem bisschen Dampf die Freiheit.
    Im Übrigen sollte man die Kirche im Dorf lassen, denn....

    Allfällige Oxalsäurerückstände in den Bienenhäusern sind noch nie zu einem Problem geworden, (....) mit den gängigen Vorsichtsmassnahmen (...) dürfte kein relevantes Gesundheitsrisiko bestehen

    Dem kann ich zu 100% beipflichten.
    MfG Wolfhard

    Hast Du eventuell noch ein paar Hinweise zum verwendeten Gerät und wie Du den Nebel in die Beute bekommst (Flugloch, Bodenschieber etc.)?

    Hallo Ronald
    Ich benutze das Gerät von Bienen Ruck. Ist leider sehr leicht gebaut und ein wenig spillerig, aber es funktioniert.
    Ich bedampfe über das Futterloch im Deckbrett, dabei kann ich das Gerät darauf abstellen und parallel mehrere Völker behandeln. Übers Flugloch kann ich nicht empfehlen, denn Dampf ist immer schwerer als Luft, kann sich also bei Zufuhr von oben besser verteilen. Bodenschieber und Flugloch dichte ich vorher ab.
    MfG Wolfhard