Beiträge von nbkr

    Beim Holtermann gibt's auch Einraumbeuten für das normale Dadantmaß, also nicht hoch wie bei der Mellifera Einraumbeute. Nennt sich City Box. Preislich etwas günstiger als die Mellifera ERB, allerdings noch teurer als das normale Dadant. Hatte ich mir mal überlegt, damit man keine Honigräume schleppen muss aber trotzdem kompatibel zu Dadant zu bleiben falls ich rausstellt das man doch lieber klassisch unterwegs ist. Habe es dann letztlich nicht gemacht weil ich mit meinen Dadantkisten sehr zufrieden bin. Aber vielleicht ist das ja auch eine Alternative.

    Naturbau im Honigraum funktioniert - aber nicht im ersten Jahr. Habe ich versucht, hat nicht geklappt, weil mir nachfolgendes nicht klar war:


    Die Bienen brauchen eine Aufstiegshilfe damit sie den oberen Rand der Rähmchen im Honigraum erreichen. In einer Baumhöhle ist ja auch nicht auf einmal oben mehr Platz als vorher.


    Wenn du im 2. Jahr dann ausgebaute HR-Rähmchen hast, dienen die als Aufstieg. Im ersten Jahr hilft dir nur Mittelwände - oder eine entsprechende 'Leihgabe' von einem anderen Imker.


    Theoretisch könnte man noch eine Brutraumwabe hoch hängen, aber das passt dann mit dem Wesensgemäß nicht und ich stells mir auch irgendwie vermurkst vor.


    Der Schied dient übrigens nicht nur dazu die Bienen dazu zu verleiten den Honig in den Honigraum zu packen, sondern gerade im Frühjahr hilft das mit der Wärmeregulierung und Hygiene. Die Bienen müssen sich schlicht um weniger Waben kümmern, d.h. das Personal ist nicht so stark verteilt.

    Warum sollte das keinen Sinn machen? Klar, mit 120 Quadratmeter wirst du nicht auf einmal alle Insekten der Region Chiemsee Nahrung bieten können, aber es schadet auch nicht. Einzig der Ordnungssinn eines manchen Menschen wird sich vielleicht unangenehm berührt fühlen wenn das ganze Gestrüpp da so durcheinander vor sich hin blüht. Da hilft ein Schild gegen, von wegen Bienenwiese und so.

    Gibt's die Möglichkeit dass wir wieder ein wenig sachlicher werden?


    Bei den Anfängerthreads habe ich manchmal das Gefühl, dass sich das in einen Kreuzzug verwandelt. Ich bin aber recht sicher, dass der Threadersteller nicht der bienenquällende Antichrist ist. Wäre also schön wenn wir die ein oder andere Mistgabel und Fackel wieder wegräumen könnten.


    Zum eigentlichen Thema: Braucht man Kontakt zu anderen Imkern, wenn man Imkern will?


    Dazu vielleicht mal meine Erfahrungen. Ich bin selbst in einem Imkerverein und ich habe einen Imkerkurs (außerhalb des Vereins) mitgemacht.


    Allerdings bin ich ehrlich gesagt kein Vereinsmensch - das gesellige Zusammensein liegt mir charakterlich einfach nicht. Da ist jeder anders und wer gerne mit anderen zusammen sitzt, dem gönne ich das von Herzen. Hin zu kommt, dass ich beruflich unter der Woche gute 300km vom Stammtisch weg bin, ich also rein organisatorisch meist nicht zu den Treffen kommen kann, bzw. oft auch einfach die durch den Beruf knappe Zeit lieber mit meiner Frau und meinen vier Kindern (und natürlich meinen Bienen) als im Vereinsheim verbringen möchte.


    Trotzdem bin ich froh im Notfall auf die Kollegen zugehen zu können. Ich habe schon zweimal vor den Kisten gestanden und mich gefragt was da gerade nicht stimmt und konnte das über eine kurze Whatsapp Rückfrage klären. Bisher war zum Glück noch kein großer Notfall da, aber wer weiß was die Zukunft bringt - und wenn ich dann ein Problem habe, kann ggf. mal jemand anderes in meine Kisten gucken. Ich bin sehr froh diese Rettungsleine zur Verfügung zu haben.


    Vielleicht ist das auch eine Modell für den Threadersteller. Dem örtlichen Imkerverein Hallo sagen, anerkennen was die Kollegen dort schon an Erfahrung haben und erklären wie man sich das selbst vorstellt. So kommt man selbst auf Neue Ideen oder sieht Dinge die man selbst noch nicht berücksichtigt hat. Das heißt nicht, das man alles so machen muss wie die anderen im Verein. In meinem Verein gibt's z.B. nur eine kleine Gruppe die auf Dadant unterwegs ist, trotzdem habe ich Dadant und komme gut klar.

    Zu 1) Was erhoffst Du dir vom Stabilbau? Das ist eher die Ausnahme und gerade zum Einstieg nicht zu empfehlen.


    Zu 2) Ja, geht, du brauchst aber zwingend einige Mittelwände als Aufstiegshilfe.


    Zu 3) Fleissiges Bienchen kann ich nicht empfehlen, bei Bienenzucht-Profi hatte ich nichts zu beanstanden, aber beides ist natürlich nur auf die wenigen Bestellungen bezogen die ich dort gemacht habe.

    1. Kann ich die Bienen im Garten (Dorf) halten, oder sollte ich mir erst ein Platz außerhalb der Ortschaft suchen? Der Rasen wird leider gemäht. Finden die Bienchen trotzdem genug Nektar? Wir haben einen relativ großen Garten mit Hecke. Die Nachbar haben einen Pflaumenbaum. Ansonsten haben wir noch einen normalen Rasen.

    Bienen fliegen auf Nahrungssuche bis zu 6 Km weit. Wenn's näher was zu futtern gibt ist natürlich besser, aber bei 6 Km sind das gute 55 Quadratkilometer welche die Bienen letztlich anfliegen können. Der eigene Garten spielt entsprechend nur eine kleine Rolle.


    Entscheidener als das Futterangebot sind die Nachbarn. Nicht jeder ist glücklich Bienen im Nachbarsgarten zu haben. Angst vor Stichen, Verschmutzung von Auto/Wäsche, "Lärmbelästigung" und vieles mehr wird immer mal wieder vorgetragen. Rein rechtlich ist die Bienenhaltung zwar meist erlaubt, aber im Recht zu sein und gutnachbarschaftliche Beziehungen sind dann eben unterschiedliche Dinge.


    Ich habe damals bewusst beschlossen die Bienen nicht in den Garten zu stellen. Auch weil ich nicht abschätzen konnte wieviel Flugbetrieb denn so ist und wie stechlustig die Damen denn sein werden.

    2. Gibt es ein super Einsteigerset? Es soll nicht zu teuer und natürlich auch nicht zu teuer sein. Eine Schleuder ect. werde ich mir vom Imkerverein ausleihen.


    Ein Schleuder brauchst du im ersten Jahr nicht, denn da gibt's noch keinen Honig. Einzige Ausnahme wäre wenn du ein Wirtschaftsvolk kaufst, aber das üblicherweise fängt man mit einem (Kunst)schwarm oder einem Ableger an. Das ist ehrlich gesagt auch entspannter, weil du dich noch nicht mit Honigräumen etc. rumplagen musst. Füttern, Varroabehandlung, ggf. mit Mittelwänden/Rähmchen erweitern und ansonsten sich an den Brummen und Summen erfreuen.


    Was Du meiner Meinung nach minimal an Werkzeug/Ausrüstung brauchst wäre ein Smoker und ein Stockmeisel. Eine Stift-Taschenlampe hilft dabei die Eier in den Zellen zu sehen - mir zumindest.


    Persönlich würde ich auch einen Vollschutzanzug in irgendeiner Form empfehlen. Klar kann man auch ohne Schutz imkern, aber so ein Stich tut ehrlich gesagt doch schon gut weh und wenn man als Anfänger gerade ne Waabe in der Hand hat und gestochen wird erschreckt man sich gut und lässt die Waabe noch fallen, dann ist aber Spaß an der Kiste angesagt. Mit Anzug ist man einfach ruhiger und ich bilde mir ein die Bienen sind es dann auch. Aber wie gesagt, das muss jeder selbst wissen.


    3. Mit wieviel Bienenvölker soll ich starten?


    Mehr als eins. Wenn bei einem Volk was schief geht - z.B. die Königin verloren geht und keine Brut mehr da ist, stehst du vor einem Problem. Mit einem zweiten Volk kannst du dann eine Brutwaabe rüber hängen, so dass das Volk ohne Königin sich eine neue ziehen kann.


    Zwei, maximal drei würde ich sagen.

    4. Wieviel Zeit muss ich einplanen? Ist imkern sehr zeitaufwendig?

    Kommt drauf an was man alles mit einrechnet. Irgendwo habe ich mal gelesen der Profi braucht 20 Stunden pro Volk und Jahr. Also eher wenig. Als Anfänger dürfte das natürlich mehr sein. Ich brauche definitiv mehr als 20 Stunden pro Jahr.


    Wenn du natürlich den Imkerkurs, Materialbestellung, Bücher lesen, etc. mitrechnet wirds mehr. Und es ist übers Jahr verteilt auch unterschiedlich. In der Zeit zwischen der Winterbehandlung im Nov/Dez (je nach örtlichem Klima) bis zum ersten Reinigungsflug ist quasi nichts an den Beuten zu tun, außer mal nachschauen ob die noch stehen. Im Sommer bist du dafür dann quasi jede Woche an den Kisten.