Beiträge von nbkr

    Warum sollte das keinen Sinn machen? Klar, mit 120 Quadratmeter wirst du nicht auf einmal alle Insekten der Region Chiemsee Nahrung bieten können, aber es schadet auch nicht. Einzig der Ordnungssinn eines manchen Menschen wird sich vielleicht unangenehm berührt fühlen wenn das ganze Gestrüpp da so durcheinander vor sich hin blüht. Da hilft ein Schild gegen, von wegen Bienenwiese und so.

    Gibt's die Möglichkeit dass wir wieder ein wenig sachlicher werden?


    Bei den Anfängerthreads habe ich manchmal das Gefühl, dass sich das in einen Kreuzzug verwandelt. Ich bin aber recht sicher, dass der Threadersteller nicht der bienenquällende Antichrist ist. Wäre also schön wenn wir die ein oder andere Mistgabel und Fackel wieder wegräumen könnten.


    Zum eigentlichen Thema: Braucht man Kontakt zu anderen Imkern, wenn man Imkern will?


    Dazu vielleicht mal meine Erfahrungen. Ich bin selbst in einem Imkerverein und ich habe einen Imkerkurs (außerhalb des Vereins) mitgemacht.


    Allerdings bin ich ehrlich gesagt kein Vereinsmensch - das gesellige Zusammensein liegt mir charakterlich einfach nicht. Da ist jeder anders und wer gerne mit anderen zusammen sitzt, dem gönne ich das von Herzen. Hin zu kommt, dass ich beruflich unter der Woche gute 300km vom Stammtisch weg bin, ich also rein organisatorisch meist nicht zu den Treffen kommen kann, bzw. oft auch einfach die durch den Beruf knappe Zeit lieber mit meiner Frau und meinen vier Kindern (und natürlich meinen Bienen) als im Vereinsheim verbringen möchte.


    Trotzdem bin ich froh im Notfall auf die Kollegen zugehen zu können. Ich habe schon zweimal vor den Kisten gestanden und mich gefragt was da gerade nicht stimmt und konnte das über eine kurze Whatsapp Rückfrage klären. Bisher war zum Glück noch kein großer Notfall da, aber wer weiß was die Zukunft bringt - und wenn ich dann ein Problem habe, kann ggf. mal jemand anderes in meine Kisten gucken. Ich bin sehr froh diese Rettungsleine zur Verfügung zu haben.


    Vielleicht ist das auch eine Modell für den Threadersteller. Dem örtlichen Imkerverein Hallo sagen, anerkennen was die Kollegen dort schon an Erfahrung haben und erklären wie man sich das selbst vorstellt. So kommt man selbst auf Neue Ideen oder sieht Dinge die man selbst noch nicht berücksichtigt hat. Das heißt nicht, das man alles so machen muss wie die anderen im Verein. In meinem Verein gibt's z.B. nur eine kleine Gruppe die auf Dadant unterwegs ist, trotzdem habe ich Dadant und komme gut klar.

    Zu 1) Was erhoffst Du dir vom Stabilbau? Das ist eher die Ausnahme und gerade zum Einstieg nicht zu empfehlen.


    Zu 2) Ja, geht, du brauchst aber zwingend einige Mittelwände als Aufstiegshilfe.


    Zu 3) Fleissiges Bienchen kann ich nicht empfehlen, bei Bienenzucht-Profi hatte ich nichts zu beanstanden, aber beides ist natürlich nur auf die wenigen Bestellungen bezogen die ich dort gemacht habe.

    1. Kann ich die Bienen im Garten (Dorf) halten, oder sollte ich mir erst ein Platz außerhalb der Ortschaft suchen? Der Rasen wird leider gemäht. Finden die Bienchen trotzdem genug Nektar? Wir haben einen relativ großen Garten mit Hecke. Die Nachbar haben einen Pflaumenbaum. Ansonsten haben wir noch einen normalen Rasen.

    Bienen fliegen auf Nahrungssuche bis zu 6 Km weit. Wenn's näher was zu futtern gibt ist natürlich besser, aber bei 6 Km sind das gute 55 Quadratkilometer welche die Bienen letztlich anfliegen können. Der eigene Garten spielt entsprechend nur eine kleine Rolle.


    Entscheidener als das Futterangebot sind die Nachbarn. Nicht jeder ist glücklich Bienen im Nachbarsgarten zu haben. Angst vor Stichen, Verschmutzung von Auto/Wäsche, "Lärmbelästigung" und vieles mehr wird immer mal wieder vorgetragen. Rein rechtlich ist die Bienenhaltung zwar meist erlaubt, aber im Recht zu sein und gutnachbarschaftliche Beziehungen sind dann eben unterschiedliche Dinge.


    Ich habe damals bewusst beschlossen die Bienen nicht in den Garten zu stellen. Auch weil ich nicht abschätzen konnte wieviel Flugbetrieb denn so ist und wie stechlustig die Damen denn sein werden.

    2. Gibt es ein super Einsteigerset? Es soll nicht zu teuer und natürlich auch nicht zu teuer sein. Eine Schleuder ect. werde ich mir vom Imkerverein ausleihen.


    Ein Schleuder brauchst du im ersten Jahr nicht, denn da gibt's noch keinen Honig. Einzige Ausnahme wäre wenn du ein Wirtschaftsvolk kaufst, aber das üblicherweise fängt man mit einem (Kunst)schwarm oder einem Ableger an. Das ist ehrlich gesagt auch entspannter, weil du dich noch nicht mit Honigräumen etc. rumplagen musst. Füttern, Varroabehandlung, ggf. mit Mittelwänden/Rähmchen erweitern und ansonsten sich an den Brummen und Summen erfreuen.


    Was Du meiner Meinung nach minimal an Werkzeug/Ausrüstung brauchst wäre ein Smoker und ein Stockmeisel. Eine Stift-Taschenlampe hilft dabei die Eier in den Zellen zu sehen - mir zumindest.


    Persönlich würde ich auch einen Vollschutzanzug in irgendeiner Form empfehlen. Klar kann man auch ohne Schutz imkern, aber so ein Stich tut ehrlich gesagt doch schon gut weh und wenn man als Anfänger gerade ne Waabe in der Hand hat und gestochen wird erschreckt man sich gut und lässt die Waabe noch fallen, dann ist aber Spaß an der Kiste angesagt. Mit Anzug ist man einfach ruhiger und ich bilde mir ein die Bienen sind es dann auch. Aber wie gesagt, das muss jeder selbst wissen.


    3. Mit wieviel Bienenvölker soll ich starten?


    Mehr als eins. Wenn bei einem Volk was schief geht - z.B. die Königin verloren geht und keine Brut mehr da ist, stehst du vor einem Problem. Mit einem zweiten Volk kannst du dann eine Brutwaabe rüber hängen, so dass das Volk ohne Königin sich eine neue ziehen kann.


    Zwei, maximal drei würde ich sagen.

    4. Wieviel Zeit muss ich einplanen? Ist imkern sehr zeitaufwendig?

    Kommt drauf an was man alles mit einrechnet. Irgendwo habe ich mal gelesen der Profi braucht 20 Stunden pro Volk und Jahr. Also eher wenig. Als Anfänger dürfte das natürlich mehr sein. Ich brauche definitiv mehr als 20 Stunden pro Jahr.


    Wenn du natürlich den Imkerkurs, Materialbestellung, Bücher lesen, etc. mitrechnet wirds mehr. Und es ist übers Jahr verteilt auch unterschiedlich. In der Zeit zwischen der Winterbehandlung im Nov/Dez (je nach örtlichem Klima) bis zum ersten Reinigungsflug ist quasi nichts an den Beuten zu tun, außer mal nachschauen ob die noch stehen. Im Sommer bist du dafür dann quasi jede Woche an den Kisten.

    Beim Holtermann kostet 1 KG Wachs schon in Mittelwandform knapp 21 Euro - unabhängig vom Rähmchenmaß (bekommst halt bei größeren Formaten weniger Mittelwände, aber der Kilopreis ist gleich.


    Wachspastillen aus dem Imkerbedarf (bitte keine Pastillen aus Parafinwachs kaufen, MW daraus sind ein Todesurteil für die Bienen) kosten 15 Euro/KG. Sparst als 6 Euro, dafür musst Du noch eine Presse bauen/kaufen und dich dann hinstellen und die MW noch gießen.


    Ich würde es wohl nicht machen.

    Zum IFT schaffe ich es persönlich nicht, deshalb hier nochmal das Angebot: Ich habe noch die Domain 'imkerwiki.de'. Falls die am Ende irgendwie gebraucht oder genutzt werden soll kann ich die gerne beisteuern. Ich arbeite selbst in der IT-Branche, ich kann also, das Hosting eines Wikis übernehmen oder auch einfach die Domain übertragen - was immer auch gewünscht wird.

    wenn irgendein Thema wirklich schon so oft durchgekaut wurde, dann sollte es ja ein leichtes sein, da eine Zusammenfassung zu erstellen und in Zukunft ganz konkret auf diese Zusammenfassung zu verlinken statt zum ebenfalls tausendsten Mal zu schreiben "das hatten wir schon tausendmal".

    Ist vielleicht ne Snapsidee, aber ich habe mal 'imkerwiki.de' reserviert. Wollen wir da solche Ergebnisse in einem Wiki ablegen?

    Vielleicht auch noch erwähnenswert: Das Verdampfen ist in Deutschland nicht zugelassen. Genau so wenig 'irgendwelche' Oxalsäure zu verwenden. Das muss Oxalsäure ad. vet. us sein. Die gab's bisher nur in der Apotheke, aber ab dem 1.10. soll die angeblich auch frei verkäuflich zu bekommen sein. Gesehen habe ich die aber noch nicht.


    Ob einem die 'Legalität' in dem Fall wichtig ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Meines Wissens nach gab es noch keine irgendwie geartete Verurteilung diesbezüglich.


    Ich persönlich nutze die Oxalsäure zum Träufeln aus der Apotheke - auch wenn mir ein erfahrener Imker mal gesagt hat das mir deswegen mit nem Stein auf den Kopf gehauen gehört :D.


    Ich finde die Methode unkompliziert, ich bin sicher dass die Oxalsäure nicht verunreinigt ist, mir kann keiner an den Karren fahren und bei den Verdampferpreisen kann ich noch ein paar Jahre das Zeug aus der Apotheke holen bevor ich damit teurer komme.


    Ich habe bei euren Ausführungen noch nicht ganz verstanden ob ihr das zusätzlich macht oder als Alternative.

    Ich hatte den Sinn hinter Mini+ bisher auch nicht so richtig verstanden. Warum sollte man so kleine Beuten anschaffen? Wenn ich ein 'Reservevolk' haben will, dann kann ich das doch auch in einer normalen Beute halten.


    Dieses Jahr hatte ich dann aus verschiedenen Gründen Bedarf für neue Königinnen, da ist mir Sinn von Mini+ glaube ich aufgegangen. Man möge mich korrigieren, falls ich falsch liege.


    Stell dir vor du brauchst nächstes Jahr Königinnen. Entweder weil du umweiseln willst, oder weil Du Kunstschwärme bilden willst, oder weil eins deine Völker bedauerlicherweise weisellos geworden ist.


    Was kannst du machen, du kannst Königinnen kaufen, dann muss es aber zum Zeitpunkt X gerade eine zu bekommen sein. Aber nicht nur dass, du musst das Volk auch im passenden Zustand haben, wenn die Königin ankommt. Sprich die alte Königin darf schon nicht mehr da sein, damit die neue angenommen wird. Das geht mit Königinnen vom Nachbarimker vielleicht nicht immer passend.


    Also kommst du auf die Idee selbst Königinnen zu vermehren. Nicht mit Zuchtabsicht, sondern einfach Königinnen ziehen zu lassen um sie im Notfall zu haben. Also fängst du mit dem Königinnenzuchtsystem deiner Wahl an. Du planst das du 5 Königinnen brauchst, besser 6 man weiß ja nie. Allerdings wird nicht jede Zelle angenommen, d.h. du larvst vielleicht 10 oder 12 Zellen um.


    Wen die Königinnen schlüpfen müssen die noch begattet werden und du willst vielleicht auch noch ein Auge darauf werfen, wie gut die neue Königin in Sachen Brutnest ist. Natürlich schlüpfen die Königinnen auch nicht unbedingt dann wann Du sie brauchst, und welch' Glück: alle 12 Zellen wurden angenommen.


    Jetzt hast du also 12 Königinnen von denen du 6 brauchst, aber erst in 4 Wochen. Was machst du solange mit denen?


    Klar die müssen mit einer bestimmten Menge Bienen in eine Kiste. Da ist dass erste Problem. Wenn du Kisten in deinem Normalmaß hinstellst brauchen die 12 Kisten einiges an Platz.


    Zum anderen brauchst du ja auch Bienen welche die Rähmchen ausbauen. D.h. du musst dein Wirtschaftsvölker schröpfen - und da du so große Kisten hast, brauchst du auch eine entsprechende Bienenmasse.


    Das alles vor dem Hintergrund, dass du diese Völker zum Winter hin eh wieder in irgendeiner Form auflöst.


    Also ist man auf die Idee mit den Mini+ gekommen. Da passen genug Bienen rein um ein Königin zu versorgen, ohne dass du ständig Bienen aus den anderen Völkern nachgeben musst. Die Kisten brauchen auch weniger Platz und sie lassen sich leichter aufteilen.


    Wenn du aus dem letzten Jahr schon ein Mini+ Volk hast, dass vielleicht auf 4 Zargen sitzt, und die neuen Königinnen sind kurz vorm Schlüpfen, kannst du die 4 Zargen einfach auseinander setzen und hat auf die Schnelle 3 Mini-Völker welche die neuen Weiseln aufnehmen können bis sie gebraucht werden. Wenn die Königin entnommen ist, kannst du die Restvölker wieder vereinen. Das geht mit großen Kisten - besonders wenn du nur einen Brutraum hast - nicht so einfach.


    Lange Rede kurze Sinn: Mini+ ist als System zur Königinnenversorgung deiner Wirtschaftsvölker gedacht.