Beiträge von Or Wala

    Was mich derzeit etwas ratlos macht ist ein extrem hoher Verlust an Königinnen in diesem Frühjahr.


    Nach der Auswinterung waren 3 Völker von 16 Völkern weisellos. Dieser Verlust ist schon aus meiner Sicht deutlich überhöht.
    Noch viel ungewöhnlicher ist dass ich bei der gestrigen Kontrolle zwei weitere Völker weisellos vorgefunden habe, die nur noch auslaufende Brut hatten. Bei beiden Völkern habe ich vor zwei Wochen massig Zellen gebrochen, leider aber wegen der bescheidenen Witterung die Völker damals nicht weitergehend untersucht. Die Völker waren bis zum Verlust der Königinnen vital (incl. Gesundheitszeugnis Ende März), stark und hatten ausgedehnte Brutflächen.

    Von den fünf verschwundenen Königinnen waren zwei aus 2015 und drei aus 2016, also keine überalterten Königinnen. Einfach nur eine Verkettung unglücklicher Umstände oder gibt hat jemand eine Idee bzgl. weiterer Ursachen?

    Eine Pauschalantwort kann dir sicher niemand geben das vieles von deinen regionalen Gegenheiten abhängt. Grundsätzlich kann man aber schon sagen es es dieses Jahr möglich ist früher Ableger zu bilden als im Schnitt der Jahre. Ein guter natürlicher Indikator ist immer wenn Völker in Schwarmstimmung geraten.

    Wie bereits bei meiner Vorstellung geschrieben habe ich mir für dieses Jahr das ein oder andere Experiment bzgl. der Betriebsweise vorgenommen. Standardmäßig imkere ich mit Zander 2-zargig, „klassische Hohenheimer“ Betriebsweise mit eigenen Anpassungen und Optimierungen für meine Rahmenbedingungen.


    Bei den 2-zargigen Zandervölkern sieht derzeit noch alles recht entspannt aus. Es gibt mehr als ausreichend Platz in der Beute und der erste Honig wandert in den Honigraum. Es zeigt sich noch keinerlei Schwarmstimmung.


    Die Völker welche ich auf Zander 1-zargig führe haben sich gut entwickelt und den Honigraum, mit einem Kern von 5 ausgebauten Waben sowie Mittelwänden, sehr gut angenommen. Trotzdem lagern fast alle Völker einiges an Nektar im Brutraum ein und beginnen sich damit selbst einzuengen, vom Pollen ganz zu schweigen. Ein Volk mit einer Königin aus 2015 ist dadurch bereits massiv in Schwarmstimmung geraten.


    Die ZaDant-Völker machen mir aktuell die meisten Sorgen. Obwohl die Völker den Honigraum angenommen haben, Mittelwände ausbauen und Nektar einlagern überschwemmen sie den Brautraum mit Nektar und Pollen, sodass die Königin kaum mehr Platz findet um ihr Brutnest auszudehnen. Auch hier ist ein Volk bereits massiv in Schwarmstimmung geraten.

    Meine dunkle Zuchtköniginn skandinavischer Abstammung (Flekkefjord) wurde leider im letzten Sommer nach zwei Jahren still umgeweiselt. Derzeit habe ich noch eine Standbegattete F1. Folgend daher ein paar Erfahrungen dazu:


    Das Volk der reinen dunklen Königin war bei schlechtem Wetter deutlich aktiver als die anderen Völker an meinem Stand, gerade im verregneten Jahr 2016. Die Wabenstetigkeit dieses Volkes war nicht die beste, was aber zu erwarten war. Das Volk hatte zwar ein etwas heißblütigeres Temperament als meine Durchschnittsvölker, als aggressiv konnte man das Volk aber nicht bezeichnen.


    Interessanter waren aber die vier standbegatteten Nachzuchten 2016:

    Ein Volk habe ich verkauft, der neue Besitzer berichtet ebenfalls von einem feurigen Temperament des Volks.

    Die Königinnen der Völker zwei und drei habe ich im Herbst abgedrückt, da beide eine extreme Aggressivität beim Öffnen der Beute zeigten. Vor allem bei einem dieser beiden Kandidaten musste ich mehrfach eine Kontrolle abbrechen.

    Volk vier ist das genaue Gegenteil. „Optisch rein“ wie das Zuchtvolk selbst und genau so wenig wabenstetig, aber relativ friedlich. Das Volk hat sich in den letzten Wochen prächtig entwickelt und zählt aktuell zu meinen stärksten Völkern.

    An ein Umtragen des Winterfutters glaube ich nicht; zumindest nicht im nenneswerten Umfang.

    Schwieriges Thema.


    Gibt es wirklich Belege dafür oder dagegen das Winterfutter umgetragen wird und unter Umständen den Honig im Honigraum "verunreinigt".

    Sorry, aber das macht keinen Sinn... Es mag so sein, dass das so war, aber nicht wegen dem Zuckerwasser. Es mag mit der Trachtsituation/Menge/Reihenfolge/Konzentration zu tun haben. Zuckerwasser schneidet sicher NICHT schlechter ab als Sirup. Wenn dann andersrum... WENN!


    Du hast mich denke falsch verstanden. Ich füttere gern mit Zuckerwasser. Apiinvert wurde aber schneller und vorallem auch an einen schattigen / kühlen Standort einfach länger noch abgenommen wodurch ich keinerlei knapp gefütterte Völker am Stand hatte.

    Wenn es das denn doch ist, dürfte auch das Volk, das aufgesetzt wird, seine Königin verlieren, oder?


    Verwirrte Grüße, Jörg

    In meinen Augen ganz wichtig: Erst auf Drohenbrütigkeit kontrollieren, dann aufsetzen. Sonst läuft man ganz schnell Gefahr eine weitere Königin unnötig zu verlieren.

    Mein Geheimtipp:


    Im Frühling gibt es bei Aldi immer (bunte) Gartenhandschuhe in der Zweierpackung. Die sind zwar nicht stichsicher, aber sehr günstig (kann man im Laufe der Saison mal austauschen) , dünn, feinfühlig, guter Grip und guter Tragekomfort. Mir geht es auch in erster Linie darum alle möglichen (klebrigen) "Bienensubstanzen" nicht unbedingt ans Lenkrand meines Autos zu "übertragen".