Beiträge von Resl

    1. Insekten - auch Bienen - brauchen ein Mindestmaß an Wärme, um sich bewegen zu können. Ein großer Fütterer mit nachtkaltem Futtersirup, fern der Abwärme des Brutnestes (bspw. über der aufgesetzten Futterzarge) wird da schnell zur tödlichen Falle. Das riskieren Bienen nicht ohne Not. Außerdem haben sie jetzt andere Prioritäten (Brutpflege, Pollensammeln, Wärmehalten).


    2. Wenn noch Bienen im Füttereraufstieg arbeiten -> Wetterfenster weiter nutzen. Wenn auch an warmen Nachmittagen keine Biene mehr im Aufstieg ist -> abnehmen oder einen kalten Morgen nutzen - da sind dann keine Bienen im kalten Füttereraufstieg.

    Wenn unbedingt trotz futterabnehmender Bienen Abnahme geplant ist -> je nach Bauart des Fütterers: von der Beute abheben, ggf. Rauchstoß drunter, kurz auf dem Beutenrand abschlagen, um die meisten Futterbienen in die Beute abzustoßen. Abdeckung des Aufstiegsdoms aufgesetzt lassen, überschüssigen Sirup abgießen und Fütterer ausspülen, Die wenigen Restbienen fliegen bei diesen Arbeiten von allein ab.

    Alternative: Fütterer nach dem kurzen Abstoßen (s.o.) auf eine Beute mit besserem Wärmehaushalt/größerer Brutnestnähe zum Ausfressen aufsetzen. Etwaig im Aufstieg befindliche Bienen werden im Empfängervolk problemlos integriert - sie haben ja etwas zu bieten.

    Super, danke. Ich hatte mich das Umsetzen auf ein großes Volk nicht getraut, weil ich Hauen und Stechen befürchtet hatte :) - Mach ich alles morgen.... das Wetter taugt gerade noch prima...

    Liebe Imker/innen,

    ich würde gerne noch einmal den Bogen zurück zum ursprünglichen Thema schlagen.
    Vielleicht ist die Frage extrem doof und ich sitze auf der Leitung, aber: Als ich vergangene Woche eine ausgebaute Leerwabe auf dem Dachboden entdeckt habe, hatte ich die Idee, einem etwas schwächlichen Volk eine Portion Zusatzfutter zu verabreichen. Ich dachte, Wetter passt, Wabe ist schon ausgebaut, nur noch den Sirup runter tragen funktioniert vermutlich noch.
    War nix. Jetzt die Frage: Wie nehmt ihr den nicht geleerten Adamfütterer runter, ohne

    - Sauerei

    - Bienen in den Sirup zu schmeißen

    Ich habe bisher immer vorsichtig den Aufsatz runter, Bienen die in den Sirup fielen raus gefischt, den Aufstieg verstopft, die unten dran hängenden Bienen vorsichtig über der Beute abgeklopft. Dann den Sirup in einen Eimer gegossen, wieder verunglückte Bienen gerettet und dann den Bienenrest vor der Beute abgeklopft.
    Geht das irgendwie besser und ich komm nicht drauf??

    Ich habe auch fertig bis auf zwei Völker, die noch immer an ihrer letzten Futtergabe herum nuckeln. Bis Mitte nächster Woche lass ich ihnen noch Zeit, dann kommt der Rest runter.
    Und für 2019 fasse ich schon mal den gleichen Vorsatz wie in diesem Jahr: Meine Schwarmkontrolle muss besser werden. Sonst wird das nix mit der Begrenzung der Völkerzahl. Ich bräuchte mal dringend Nachhilfe in der Schwarmverhinderung, menno! Das einzig Gute ist, dass sich alle meine Schwärme im Nachbargrundstück am gleichen Baum aufhängen. Der ist zwar schwer zu erklimmen, aber ich krieg die Schwärme alle wieder :).

    Ich wollte jetzt nochmals auf das ursprüngliche Thema zurück kommen: Dank der hilfreichen Antworten hier, habe ich einfach mal abgewartet. Und siehe da: Bei der nächsten Kontrolle plötzlich alles im grünen Bereich. Jedes Volk auf 6 ausgebauten Waben, Futter eingetragen. Brutnest konnte ich nicht sehen. Das lag aber vermutlich an mir. Kontrolle abends in der Dämmerung und Brille vergessen. Da ich am nächsten Tag auch Polleneintrag sehen konnte, setze ich mich auf die Hände, gucke nächstes WE noch einmal hinein und werde eine Milchsäurebehandlung durchführen.

    Schön, dass es hier immer wieder Leute gibt, die mich durch ihre Antworten von der Decke holen. Mein Naturell ist vielleicht nicht ideal zum Imkern. Ich krieg immer gleich die Motten :)

    Ok, dann beruhige ich mich mal fürs Erste und schau Mitte nächster Woche noch mal rein. Ich hatte irgendwie die Erwartung, das geht, wie bei einem Schwarm: Eiltempo im Ausbau und flugs neue Stifte....
    Ich hatte nur die Sorge, dass da was komplett falsch läuft und ich noch etwas unternehmen muss, um es in die richtigen Bahnen zu lenken!
    Danke :)

    Hallo Honey Bee, ich hänge mich ohne guten Rat, aber auch echt verzweifelt, an deine Frage an. Ich habe am vergangenen Montag bei drei Völkern eine TBE gemacht und jeweils die Königin mit den abgestoßenen Bienen auf je 5 Mittelwände gesetzt und einen Fütterer mit knapp 3 Liter Zuckerwasser aufgesetzt. Bei einem Volk hat es funktioniert. Die Königin stiftet, das Futter ist eingetragen. Bei den beiden anderen ist nichts ok. Bei einem habe ich die Königin gesehen, ausgebaut ist trotzdem gerade mal eine Mittelwand und das Futter ist kaum angetragen. Bei dem letzten Volk ist es noch schlimmer: Königin nicht zu finden, Bienen brausen, keine Ausbaumaßnahmen, keine Futterabnahme. Ich habe jetzt aus dem einzigen Volk, in dem es geklappt hat, dem letzten Volk eine Wabe mit Stiften eingehängt und weiß nicht weiter...

    Immerhin hast du Brutnester - damit wäre ich schon glücklich!

    Liebe Imker/-innen,

    eines meiner Völker fällt in Sachen Drohnenbrut total aus der Reihe. Das Volk ist groß, hat derzeit normale Arbeiterinnenbrut auf 5 Waben in allen Stadien UND einen komplett bestückten Drohnenrahmen. Die anderen Völker haben alle auch noch ein paar Drohnenzellen vereinzelt zwischen der restlichen Brut. Auf dem Drohnenrahmen allerdings eher einen fetten Futtervorrat. Die Königin ist vom Vorjahr und hat ein lückenloses Brutbild. Es wurde auch keine Nachschaffungszelle angesetzt, die mir zeigen würde, wofür sie so viele dicke Jungs nachziehen. Was kann das sein?
    Ich weiß schon, dass manche Völker mehr Drohnen haben. Ein anderes hat im vergangenen November noch viele Drohnen "mitgeschleppt". Aber diese Masse an Drohnenbrut ist schon auffällig...
    LG Resl

    Allein schaffst Du wenig. Meist liegt es an der Unkenntnis der Zeitgenossen. Das Thema Bienen ist jedoch derzeit mehr ins allgemeine Bewußtsein gerückt und die Chancen gestiegen, daß zugehört wird, wenn Imker etwas erzählen. Wenn man dabei an die Leute herankommt, die über öffentliches Grün entscheiden, kann man mit ein wenig psychologischem Geschick u.U. sehr viel für die Bienen verändern. Sehr vorteilhaft ist es, wenn man noch andere Partner ins Boot holt - welche Verwaltung würde es bspw. wagen, ihre Stimme gegen die Kinder und deren Bienenprojekte zu erheben etc...

    Da hast du natürlich Recht. Ich kämpfe seit drei Jahren mit meinem Unwillen, mich mit Obst- und Gartenbauverein oder Angestellten der Gemeine überhaupt zu beschäftigen.....
    Leider habe ich aufgrund meines Alters keine Beziehungen zu Schulen/Kindergärten usw......
    Und mein psychologisches Geschick würde ich nicht als solches bezeichnen wollen ;)

    Ist nicht wirklich schlimm. Bei uns ums Dorf gibt es nur leider wirklich ausschließlich Getreidefelder und zu oft gemähte Wiesen (im Frühling Löwenzahn). Keine Blühstreifen, keine Phaceliafelder, und neben der Straßen wird immer alles komplett abgemäht. Wir haben- abgesehen von meinem Garten - unkrautfreie Zone. Letztes Jahr hatten wir immerhin noch ein Kornblumenfeld, aber das ist jetzt auch dem Weizen zum Opfer gefallen.
    Bei mir im Garten wächst schon vieles für die Damen. Weiden, Hasel, Heckenrosen, Phacelia, Witwenblumen und im Herbst ganze Asternhecken. Ich gebe mir alle Mühe. Und eigentlich gibt es halt wirklich massig Linden auf dem Dorfplatz, die dieses Jahr aber absolut trocken standen.
    Den Bienenbaum werde ich pflanzen - für den habe ich noch einen tollen Platz :). Jetzt freue ich mich erst mal auf die ersten Blüten meines Beetes mit durchwachsener Silphie - das wird im kommenden Jahr auch noch erweitert! Und im nächsten Jahr kommt eh alles wieder anders :) !

    Pffff, bei uns gibt es dieses Jahr gar nix. Kein Wald (weiß net warum), keine Linde (zu trocken), Senf, Raps oder sonst eine Massentracht existiert hier eh nicht. Ich werde nächste Woche die leeren Sommerhonigräume abräumen und füttern.....