Beiträge von Vorstadtimker

    Hallo Andi,


    ich habe ohne Probleme 30 g Oxalsäure in 100 ml 96,4% Primasprit gelöst bekommen, indem ich ein Edelstahltöpfchen in ca. 40° warmes Wasser gestellt und kurz (halbe Minute) umgerührt habe. Löst sich restlos, kristallisiert aber nach einiger Zeit wieder aus (nicht während der Behandlung). Niemals Varomor mit Restfüllung stehen lassen, dann heißt`s Rohr und Pumpe reinigen. Nach Benutzung mit Spiritus spülen.


    Eine Frage am alle Varomoratoren, die ich vor einiger Zeit schon mal gestellt hatte. In der Anleitung wird von einer Winterbehandlung im brutfreien Zustand mit dem Varomor gewarnt. Allerdings vor der Behandlung mit der Mischung aus OX und Thymol. Hat jemand von euch eine Ahnung wieso? Geht`s hier um das Thymol, das bei niedrigen Temperaturen keine Wirkung zeigt? Oder den Schnapsdampf?


    Ich bin derzeit noch unschlüssig über die Wirksamkeit. Habe alle Völker im Anstand von zwei Wochen zweimal bedampft. Milbenfall war bei allen Völkern, die ich im Herbst umgeweiselt habe, gering. Auch im Anschluss kaum natürlicher Totenfall. Bei zwei Altvölkern auf dem selben Stand, die ich im Oktober im brutfreien Zustand mit Milchsäure behandelt hatte, fielen damals hunderte von Milben. Bei der erste Bedampfung dann noch mal ein paar. Ich kann kaum glauben, dass der Befall der umgeweiselten Völker so gering war und mache mir etwas Sorgen um die Wirksamkeit der Bedampfung.


    Hat jemand von euch negative Erfahrungen mit der Winterbehandlung gemacht (Wirksamkeit, Totenfall)?


    Andi

    Danke für die Richtigstellung...bleibt nur die Frage, ob und wie lange sich das lipophile MEK im Wachs nachweisen lässt und was für potentielle Folgen das haben könnte. Bitrex und Isopropyl sind wohl nicht so "böse".
    Wie schaut´s mit der Giftigkeit von MEK für Mensch und Biene aus?

    Aus Wikipedia:


    Brennspiritus wird vollständig vergällt, meist mit den Vergällungsmitteln MEK (Methylethylketon) und Denatoniumbenzoat, das äußerst bitter schmeckt.
    Seit dem 1. Juli 2013 ist zur vollständigen Vergällung von Ethanol EU-einheitlich der Zusatz folgenden Gemisches auf 100 Liter absoluten Ethanols vorgeschrieben:


    3 Liter Methylethylketon (2-Butanon) (so weit ich verstanden habe wasserlöslich)
    3 Liter Isopropylalkohol (2-Propanol) (fettlöslich)
    1 Gramm Denatoniumbenzoat (Bitterstoff, gut löslich in Wasser, Methanol, Ethanol, Butanol, Isopropanol und Chloroform. In Fett: Kein Ahnung)


    Meine Chemiekenntnisse sind (stark) begrenzt...aber wenn ich mich recht erinnere, sind Stoffe, die in Alkohol löslich sind auch in Fetten löslich. Bitte korrigieren, wenn ich mich irre!


    Die Löslichkeit, worin auch immer, sagt aber ja noch nix über eine Bienengefährlichkeit bzw, Milbengefährlichkeit aus...

    Warum Bedenken wegen des Dampfes? Weil er sich gleichmäßig in der Beute verteilt? Der verdampfte Alkohol verfliegt ja schnell wieder, die eingebrachte Wassermenge ist auf jeden Fall kleiner als beim Träufelverfahren.
    Evtl. hat es ja was damit zu tun, dass empfohlen wird, zwischen den einzelnen Dampfstößen ein paar Minuten vergehen zu lassen, damit der "strong irritating effect" die Wintertraube lockert. Bei der zur Behandlung empfohlenen Aussentemperatur von 4- 8°C könnte das vielleicht dazu führen, dass ein paar bei der Auflösung der Traube "abgestürzte" Bienen verklammen...aber ich bewege mich im Reich der Spekulation.

    Hallo Golem,


    danke erstmal für dienen Testbericht. Da ich auch mit dem Varomor liebäugle, v.a. wegen seiner Unabhängigkeit von Elektrizität und der Schnelligkeit der Behandlung, hab ich mir die englische Beschreibung durchgelesen und bin auf folgende Passage gestossen:


    (...)In autumn in the absence of brood in the nest of bees, treatment with working solution number 3 must not be hold.


    In der Tabelle der Broschüre ist die solution/remedy no. 3 als Kombination von Oxalsäure und Thymol gelistet.


    Wenn ich nicht völlig aufm Schlauch stehe, sagt der Hersteller, dass in der brutfreien Zeit im Herbst keine Oxalsäure mit dem Varomor verdampft werden darf. Gibt es aus deiner Sicht einen nachvollziehbaren Grund für diesen Hinweis? Bezieht er sich evtl. nur auf die Kombination von OX und Thymol?


    Frage Nr. 2: Du schreibst, dass pro Bedampfung 0,24 g Oxalsäure eingebracht wurden. Also rund acht mal weniger als z.B. die für den Varrox empfohlene Menge. Bei gleicher oder sogar besserer Wirksamkeit? Die sonst getesteten/empfohlenen OX-Mengen bewegen sich ja in etwa zwischen 1 und 2,5 g...


    Danke für deine Antwort,


    Grüße, der Vorstadtimker

    Hallo Herr Rübengrün,


    bei mir (am südl. Stadrand von München) kam in der zweiten Augusthälfte sehr viel Nektar rein. Die Dadantbeuten mit zwölf Waben waren bis auf die stark geschrumpften Brutnester und die Pollenvorräte voll mit frischem Nektar. So habe ich das um diese Jahreszeit noch nicht erlebt. Ich hab mir keine Sorgen gemacht und bin davon ausgegangen, dass der eingetragenen Blatthonig von den Linden (sonst hatte ich keine Erklärung) bald wieder verbrütet werden würde. Flugbetrieb war vor allem in den Morgenstunden. Auf der Suche nach den zuckrigen Linden ist mir aufgefallen, dass auch andere Laubbäume wie Hasel klebrige Blätter haben. Da diese näher am Boden sind als die Lidenblätter, habe ich sie genauer inspiziert und an den Blattunterseiten viele weisse, geflügelte Läuse und deren Junge entdeckt. Noch nie gesehen...
    Letzte Woche ist mir bei der Durchsicht aufgefallen, dass auch die in der Stadt stehenden Völker teilweise getrübte Waben haben und auf den Schubladen viele ausgeräumte Zuckerkristalle liegen. Scheint jetzt aber in der Stadt vorbei zu sein.
    Am zweiten Stand im Wald kommt aber nach wie vor melezitoselastiger Nektar rein. Die Völker bauen wie blöd, leider sind viele schwarze Sammlerinnen zu sehen. Gleichzeitig wird aber viel Pollen von Goldrute und Springkraut eingetragen und die Völker gehen langsam wieder stärker in Brut. Hoffen wir auf eine trotzdem möglichst unproblematische Überwinterung!


    Grüße, Vorstadtimker

    Hallo Katjakorgi,


    ich hatte in meinen TBH, die dieses Jahr allerdings nicht besiedelt sind (ich hatte sie für Schwärme reserviert, die nicht kamen), im "Brutbereich" Oberträger mit 28mm Breite, die um Wirrbau zu vermeiden mit mindestens 3,5 cm breiten Anfangsstreifen ausgestattet waren. Damit gab es nie Probleme, ohne diese Streifen schon (siehe auch bei Wyatt Mangum, er hat mich darauf gebracht). Im "Honigbereich" habe ich einfach je zwei Abstandslesten mit 7 mm Breite verwendet, so dass schöne Dickwaben entstanden sind. So gab es bei Tracht dort auch keine Stifte. Leider aber das Problem, dass während der Linde, wenn Temperaturen über 30°C erreicht waren, es an Stabilität/Reissfestigkeit mangelte (obwohl kleines Wabenmaß nach Chandler). Das Problem ohne Abstandsleisten ist, dass die Träufelbehandlung im Winter schwer ist, weil die kalten und dadurch sehr brüchigen Waben auseinandergerückt werden müssen. Mit Spacern geht das problemlos.


    Klebrige Grüße, Andi

    Hallo Berggeist,


    genau das waren auch meine Gedanken zu dem schnellen Urteil der Kollegen. Problem nicht massiv, Aufwand zu groß, Beweisführung äußerst schwierig. Wenn Belastung des Honigs über Grenzwert, dann Verlust der Ernte....kurz gesagt: Nichts als Ärger, also is nix. Ich sehe das derzeit ähnlich, vor allem, da ich keine Schwächung der Völker bemerken kann.


    Aus zwei Völkern wurde im Zuge der Bildung eines Königinnenablegers auch eine Pollenwabe entnommen, die, unter anderem, auch größere Mengen an Rapspollen enthielt. Weder kann ich erkennen, dass bei diesen Völkern das Problem kleiner wäre, noch, dass die damit ausgestatteten Ableger überhaupt davon betroffen sind. Das mag aber einfach auch an deren geringer Bienenmasse und den wenigen betroffenen Einzelbienen liegen. Insgesamt hat sich das Gekrabble und Gehopse vor allen Beuten aber schon sehr stark verringert.


    Das schwächt natürlich die These, dass der Raps schuld sei. Die Nähe zur Anbaufläche war aber die einzige offensichtliche Verbindung zwichen den räumlich getrennten Bienenständen.


    Ich denke einfach, dass ich - wie auch hornet - solche Auffälligkeiten eher bemerken kann als andere, da sechs meiner Wirtschaftsvölker im Garten stehen und laufend begutachtet werden.


    Warten wir mal ab, was die nächste Zukunft bringt,


    bis denn,


    Andi

    Hallo zusammen,


    seit Jahren stiller Mitleser, habe ich mich nun im Forum angemeldet um bei genau dem von Hornet geschilderten Problem um Rat zu bitten.
    Zu dem geschilderten Phänomen habe ich in der Suchfunktion nur einen, leider unbeantworteten Post gefunden.


    Meine Beobachtungen decken sich exakt mit denen von Hornet:


    - Morgens fliegen Bienen aus, gewinnen nicht an Höhe und gehen vor der Beute zu Boden. Manche trudeln ein paar Meter, stoßen gegen Äste/Hecken u.ä. um dann abzustürzen.Bei Beginn des Drohnenflugs passiert dasselbe.
    - zuerst sammeln sich die Bienen in Grüppchen, gerne an Grashalmen oder anderen leicht erhöhten Stellen
    - im Laufe des Tages laufen sie von den Beuten weg, verteilen sich und werden "unsichtbar", am nächsten Tag sind bei genauem Hinschauen tote Bienen in größerem Radius zu entdecken
    - keine Biene hat deformierte Flügel, einen geschwärzten Hinterleib oder zerfledderte Flügel. Keine Kotspuren an oder in der Beute. Bei Druck auf den Hinterleib kein Kotstrang oder Spritzer, Geruch normal.
    - Verendende Bienen zittern mit geringer Frequenz mit dem Hinterleib und haben einen ausgefahrenen Rüssel.
    - die betroffenen Völker sind gesund und groß, haben zwei bis drei (halbhohe) Honigzargen gefüllt.
    - es hat sicher nichts mit Schwärmen, bzw. zurückgebliebenen Jungbienen zu tun. Alle Königinnen sind gezeichnet und nummeriert und waren heute zu Hause.


    Als ich letzte Woche dieses Phänomen zum ersten Mal beobachtete und eine Recherche keine Antworten brachte, hatte ich die Idee, alle mir bekannten Bienenstände in der Umgebung zu besuchen. Und siehe da: An allen Ständen das gleiche Bild. Ich habe sofort die Besitzer (zwei "Semiprofessionelle") informiert, die aber erst am Abend selbst nachsehen konnten. Da war natürlich kaum noch etwas zu entdecken und ich wurde mit Aussagen "alles ganz normal" und "die haben wohl ein paar Tote rausgetragen" oder "die haben sich wohl überarbeitet" abgespeist.



    Die Gemeinsamkeit aller drei Stände: Wir sind in Reichweite einer großen Rapsfläche. Meine vier Völker im Wald erreichen keinen Raps und zeigen keinerlei Auffälligkeiten.
    Meine Gedanken gehen auch in die Richtung kontaminierter Pollen während Schlechtwetterphase verfüttert. Drohnen sind schließlich auch betroffen und vor etwa drei Wochen wurde der Raps zum letzten Mal gespritzt.


    Über weitere Anregungen und Gedanken würde ich mich freuen,


    Andi