Beiträge von Waldfrau

    Guten Morgen ihr Lieben!



    - Für das Flugloch, würde ich einen senkrechten Schlitz machen, welcher ca 30-40cm Hoch , und 7-8mm Breit wäre.

    -Ein genügend grossen Raum, in dem sich der Bien voll entwickeln kann (Brutnest), und auch reichlich Raum für die (Not) Vorräte zur Verfügung stehen.

    Je nach Standort, schätze ich diese Raumgrösse, zwischen 60-200Liter.

    Spannend dazu sind die Untersuchungen von Thomas D. Seeley. Er beobachtet wilde Bienenvölker ja bereits seit Jahrzehnten wissenschaftlich und hat Naturschwärmen verschiedene Arten von Kästen angeboten und die "freie Wahl" der Bienen untersucht. Heraus kamen folgende Ergebnisse:

    Vorliebe für...

    "die Größe des Eingang: 13cm²
    die Richtung des Eingang: Süden
    die Höhe des Eingang über den Boden: 4,50m
    Lage des Eingangs: Unten im Hohlraum
    Form des Eingangs: Rund und Spalte gleich
    Volumen: 40l
    Form der Höhle: Würfel und senkrechter Quader gleich
    Trockenheit der Höhle: trocken und feucht gleich
    Luftzug: zugig und dicht gleich"

    Aus "Auf der Spur der wilden Bienen", Thomas D. Seeley, Seite 178


    Der Schiffer-Tree wäre in Zeiten zunehmender AFB Ausbrüche sachlich betrachtet ein großes Problem.


    Die Zahlen auf amtliche Feststellung sinken seit Jahren kontinuierlich in D. Waren es 1997 bundesweit 482 Feststellungen, 2007 noch 257 und 2018 136 Feststellungen.

    Allerdings kann man manchmal durch die zunehmende Vernetzung der Imkerschaft den Eindruck gewinnen, dass es an allen Ecken und Enden nach AFB schreit, kann die Aussage also nachvollziehen.

    Aber das gilt ja für viele Dinge, bei denen man das Gefühl hat, dass es mehr als "früher" ist, weil man im Internet einfach mehr davon mitbekommt.


    liebste Grüße aus dem Rheinland

    Marie

    Feststellungen ist nicht gleich Völker. Wir hatte im Jahr 2017 vier Feststellungen, da steckten aber 100 Völker dahinter. Wie viele stecke hinter den 138 Fällen? Bei durchschnittlich 10 Völkern schon mal ca. 1400. Wahrscheinlich deutlich mehr.

    Hallo Immenreiner,

    da hast du recht, Feststellungen nicht gleich Völker.

    Aber: Behandelte Völker auch nicht gleich ausgebrochene AFB. Das heißt, ist an einem Stand auch nur ein Volk mit Klinik und Sporen, wird der gesamte Stand saniert, so zumindest in NRW.

    Deswegen gibt es wohl auch keine genauen Zahlen, auch wenn man sicher mit den durchschnittlich 6,7 Völkern eine Hochrechnung wagen könnte.


    Liebe Grüße

    Marie

    Die Jahresberichte über Honiguntersuchungen belegen eine weit höhere Sporenlast bei ausländischen Honigen. Lt. Jahresbericht LAVES Celle von 2010 waren bspw. 70% aller untersuchten Auslandshonige AFB-besport!

    So ist es. Es wurden auch deutsche Honige getestet, diese hatten gerade mal eine Sporenbelastung von 2% - allerdings muss man fairerweise sagen, dass die Auslandshonige polyregional, während die deutschen monoregional (also keine Mischungen) waren.
    Trotzdem spricht die Zahl Bände!


    Eine Abkehr vom bisherigen System würde ich daher als absolut falsch betrachten. Aber bevor ich in Panik verfalle warte ich auf die Antwort von Dr. Otten...

    liebe Grüße
    Marie

    Auch das AFB Monitoring so erfolgreich ist, lässt sich an den vielen Sperrbezirken wiederlegen. Natülich ist das im Vergleich zu gewissen Ländern niedrig, aber durch meine Brille gesehen erschreckend hoch.

    Hallihallo Ede,

    wir hatten 2018 bundesweit 136 amtliche Feststellungen (d.h. positiver Sporennachweis + Klinik) auf ca. 1.000.000 Bienenvölker.

    Das ist nicht nur niedrig, das ist fast nicht existent.


    Im Vergleich: 1997 waren es 482 Feststellungen, was auch immer noch verschwindend gering ist, seit dem sinkt die Zahl aber noch stetig.


    Es ist sicher nicht alles perfekt, aber die Zahlen sprechen für unser Monitoring und die Vorgehensweisen.

    liebe Grüße
    Marie

    Hallo zusammen,


    die Faulbrut im Deutschland ist unter Kontrolle. Es gibt vergleichsweise wenig Fälle im Jahr.

    Die Sporenbelastung von einheimischen Honig ist im Vergleich zu Honig aus anderen Ländern ebenfalls sehr gering.

    Das System (Bienenseuchenverordnung und konkreter die Leitlinie) funktioniert also und ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Änderung eine Verbesserung herbeiführen würde.


    Liebe Grüße

    Marie

    Hallo rall0r ,

    für diesen Zweck gibt es Kältespray. Die Bienen sind quasi sofort tot und müssen nicht unnötig leiden.


    Dazu gab es glaube ich Anfang des Jahres eine Untersuchung, weiß jetzt aber nicht mehr wo und wie der Testaufbau genau war. Auf jeden Fall hat man festgestellt, dass Honigbienen die Situationen gemieden haben, in denen ihnen Schmerzen zugefügt worden sind und daraus konnte man schließen, dass sie eben doch ein Schmerzempfinden haben.


    Liebe Grüße

    Marie

    Hallo hartmut ,

    ich kann dir nicht sagen was genau am Rhododendron die schädliche Substanz ist, er gilt aber als sehr schlecht verträglich.

    Quelle die ich auf die Schnelle gefunden habe: https://bienenkunde.uni-hohenh…a/Manuskript-BSV-2010.pdf

    Ich habe es noch an anderen Stellen gelesen, muss aber nochmal nachschauen wo. Ich glaube im Ritter.


    liebe Grüße
    Marie


    edit: Bei den Honigmachern wird er auch aufgeführt. Wobei nicht ganz klar ist, ob sich das auf Mensch oder/und Biene bezieht: https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_57000.html

    Es gibt doch auch Pflanzen, die für die Bienen ein Problem darstellen können. Aber ich weiß partout nicht mehr welche das war.

    ....


    Ist der ausgestreckte Rüssel wirklich ein sihres Zeichen für eine Vergiftung?

    Hallo Night Shadow,
    dazu gehören:
    Hahnenfußgewächse, Süße Bärenschote, Seidenpflanze, Leindotter, Seidelbast, Poinsettien Wolfsmilch, Rhododendren, Spierstrauch, Kalifornischer Germer, Schwarzes Bilsenkraut und Kahle Rosmarinheide.

    Und nein, der ausgestreckte Rüssel kann ein weiterer Hinweis sein, ist aber kein sicheres Zeichen. Gibt es ja auch bei Verhungern z.B...


    Auch wenn es sog. Experten sind - man muss wissen wonach (!) zu suchen ist. Und ob die eine Analysentechnik, z. B. HPLC-Methode alles ausreichend erfassen kann, bezweifle ich.

    Ein gutes Labor, jedoch, hat mehrere Methoden und findet das heraus - wo ein Wille ist...

    Hallo beemax,

    das denke ich aber auch.
    Der normale Ablauf ist ja eigentlich ja bei Verdacht auf Vergiftung der Aedes-Test, Pollenanalyse (Eingrenzung) und Untersuchung auf Krankheiten (um auszuschließen). Bei Pflanzenproben ebenfalls der Aedes-test und die Gelbfiebermücken sind ja super empfindlich... Selbst wenn sie den Stoff nicht herausfinden können, so könnten sie ja zumindest bestätigen dass eine Vergiftung vorliegt.


    es muß nicht immer der "böse Bauer" sein. Nachbarn sind oft schlimmer :(

    Hallo Bienenhummel,

    genau so ist es!

    2001 zeigte eine vom Bundesverbraucherschutzministerium beauftragte Studie, dass rund 90% der Kleingärtner und etwa 73% der Hausgärtner Pestizide einsetzen.

    2014 landeten 95 Tonnen Glyphosat in deutschen Haus- und Kleingärten.

    Hallo zusammen,


    bei Vergiftungserscheinungen durch einen Spritzschaden hat man oft massiven Totenfall.

    St0ny , konntest du Bienen mit herausgestreckter Zunge beobachten? Wie haben sich bei Entdeckung die Bienen am Flugloch und in der Beute verhalten? Gab es Kämpfe? Konntest du bei den verendeten Tieren verdrehte Flügel entdecken?


    Natürlich gibt es aber auch schleichende Vergiftungen, die durch Schwächung des Volkes und Ausräumen der Brut auffallen.


    Insgesamt ist es aber anscheinend so, dass die Imker sehr schnell dazu tendieren an einen Spritzschaden zu glauben. Dr. Otten erzählte da zuletzt sehr interessante Stories. Nachgewiesen werden weniger als man denkt, oft findet sich eine andere Ursache.


    Bei Verdacht folgendermaßen vorgehen: sofort bei Entdeckung Einweghandschuhe (wichtig wegen Kontamination!) anziehen, eine Probe von 1000 Bienen (100g) sichern und unverzüglich einfrieren.

    BSV falls vorhanden benachrichtigen. Bei konkreten Verdacht Pflanzenschutzberater des Kreises anrufen, er zieht eine Pflanzenprobe, die separat verpackt zum JKI mitgeschickt wird.


    Hallo Edgrr , woher weißt du so sicher, dass es ein massiver Spritzschaden war?


    Liebe Grüße

    Marie

    Ist das wirklich so?

    Nachvollziehen kann ich es, doch bei meinen CBPV-Verdachtsvölkern traten die Symptome zum Teil erst nach Brutententnahme und Restentmilbung auf. Auch ein offenes Kunstschwarmverfahren mit Restentmilbung im Juli führte nicht zu überwinterungsfähigen Einheiten. Eine gesicherte Diagnose habe ich aber nicht.

    Guten Morgen Chris,


    der CBPV ist keine direkte Folge der Varroa, sondern kann eine der vielen Krankheiten sein, die durch die Varroa übertragen oder begünstigt wird. Daher ist es natürlich möglich, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt der Ausbruch stattfindet.

    Der CBPV braucht offene Wunden um übertragen zu werden, dass findet er mit der Varroa vor. Zum Ausbruch kommt es häufig bei Schwächung der Völker, wenn also "viel zusammen kommt".


    Liebe Grüße

    Marie

    Leider das übliche Problem: Wer "Milbenjahre" hat, hat in der Vorsaison Fehler gemacht. Die Milben vermehren sich im gleichen Tempo wie die Bienen. Auch unter optimnalen Bedingungen ist ihre Vermehrung biologisch begrenzt. Milbenjahre haben ihren Grund immer im Vorjahr.

    Hallo Wolfgang,


    ich behaupte jetzt einfach mal ganz dreist, wenn Bernhard Heuvel davon erzählt dass die Warnung unter den Berufsimkern rum geht, dass etwas mehr dahinter steckt. Die verstehen ja zumeist etwas von der Materie.


    Auch in der Statistik gibt es ja "Milbenjahre". Wenn es nur Imkerfehler sind, würde es mehr Sinn machen, dass die Verluste immer gleichmäßig sind.


    Liebe Grüße

    Marie