Beiträge von Ababab

    Ich habe beide aus der Bücherei ausgeliehen. Manche Bibliotheken sind ein wahrer Fundus an alten Imkerbüchern. Vieles ist überholt (z.B. alte Methoden der Varroabehandlung). Manches ist schon vor einem halben Jahrhundert ausprobiert worden und wird heute als neue Idee diskutiert, wie z.B. "Der Wärmehaushalt der Bienenwohnung" (Büdel, Biene und Bienenzucht, 1960) 😀

    Zur Überwinterung junger Königinnen hat Bruder Adam hat 4 Völkchen in einer Dadant-Zarge überwintert. Dazu hat er über Kreuz eingesetzte herausnehmbare (dichte) Schiede und Dadant Halbrähmchen (halbe Breite, ganze Höhe) verwendet. Die 4 Völkchen sitzen auf je 4 Dadant-Halbwaben und wärmen sich gegenseitig. Die Legeleistung der Königinnen ist dadurch eingeschränkt, so dass sie sich nicht vorzeitig verbrauchen. Ende März hat er die Wirtschaftsvölker mit den überwinterten jungen Königinnen umgeweiselt.

    Carnica: mittelgroße Biene mit dunklem Panzer, dichter Behaarung und grauen Filzbinden. Schnelle Entwicklung im Frühjahr, aber auch früh im Sommer wieder zurückgehend. Überwinterung in schwachen Kolonien, überwintert mit geringer Zehrung. Sanftmütig und wabenstet. Gute Frühtrachtbiene. Schwarmträgheit und Brutfreudigkeit durch intensive Auslese. Manchmal ausgeprägte Schwarmlust. Nachlassen des Brutgeschäfts bei Trachtlücke.


    Buckfast: Kunstrasse, lederbrauner erster Hinterleibsring, sehr brutfreudig. Langsamerer Start im Frühjahr, längeres Brutgeschäft im Sommer. Schwarmträge, sanftmütig, wabenstet. Kreuzung mit Carnica führt nicht zu Stechern.


    Quellen: Lampeitl: Bienen halten. Zander/Böttcher: Haltung und Zucht der Biene.

    In zwei Wochen ist der Stammtisch des Lübeck Imkervereins, den plane ich zu besuchen, wenngleich mir, zu meinem Erstaunen, mehrfach von Imkervereinen abgeraten wurde, mag ich mir selber ein Bild machen.

    ...

    Hallo JanL,


    Ich fand http://www.die-honigmacher.de/index.html für den Einstieg sehr empfehlenswert. Das genannte Buch gefällt mir auch, da sachlich, kompetent und angenehm neutral geschrieben.


    Zum Imkerverein sollte man unvoreingenommen hingehen. Da sind meiner Meinung nach sehr kompetente "alte Hasen" dabei, denen man aufmerksam zuhören sollte. Das Problem ist, dass nicht alles stimmt, was erzählt wird und man das als Anfänger nicht einschätzen kann. Besonders wenn es eloquent vorgetragen wird, hört sich manches für den Laien absolut überzeugend an, auch wenn es falsch ist. Daher immer mehrere Meinungen hören und viel lesen und sich auch mit der Biologie der Honigbiene, der Entwicklungsdynamik des Biens im Jahresverlauf und der Tracht im Umfeld vertraut machen. Die Biene lebt schließlich in enger Koexistenz mit der Flora in ihrer Umgebung. Zu letzterem:

    https://www.dwd.de/DE/klimaumw…gie/phaenologie_node.html

    http://www.dwd.de/DE/fachnutze…zenentwicklung/_node.html


    Einen guten Start!


    Ababab

    Hallo zusammen,


    vielen herzlichen Dank für Eure Antworten. Das hilft mir sehr weiter.


    Ich suche halt nach einem einfachen Verfahren junge Königinnen zu bekommen, mit dem ich erst mal Erfahrungen sammeln kann. Es sollte eine gewisse Mindestauslese ermöglichen, d.h. keine Vermehrung von "schlechten" Völkern am Stand. Ich würde gerne nicht immer zukaufen müssen, sondern selbst Königinnen ziehen. Das schließt nicht aus, mal eine zuzukaufen, um einen Vergleich zu haben.


    Bei starken Völkern lassen sich vielleicht wirklich 2 BW auf einmal entnehmen. Das zeitlich versetzte Entnehmen (2 Wochen) halte ich für problematisch, weil sich der gesamte Prozess dann noch länger hinzieht. Der Ableger ist länger weisellos, bis wieder eine legende Königin da ist.


    Am sinnvollsten/machbarsten scheint mir zu sein:


    Variante 3 (Sammelbrutableger) und zusätzlich Bienen aus dem Honigraum dazuschütteln (habe momentan keinen anderen Stand und muss den Verlust der Flugbienen kompensieren). Nach der Verdeckelung und vor dem Schlupf würde ich den Sammelbrutableger in Begattungsvölkchen aufteilen, so dass die Königinnen direkt in ihre Völker schlüpfen können. Wenn eine nicht schlüpft, werden die Bienen des Begattungsvölkchens anderswo dazugekehrt. Ließe sich das Riskiko verringern, wenn ich jedem Begattungsvölkchen zwei verdeckelte Zellen belasse?


    Etwas weniger gut, aber einfacher:


    Ableger aus 2 Brutwaben, NZs nur auf Wabe vom besten Volk stehen lassen (Selektion), nach 3-4 Tagen bereits verdeckelte NZs brechen.


    Werde wohl die erste Variante machen.


    Nochmal Danke!


    Gruß,
    Michael

    Hallo Ludger,


    danke für die ausführliche Antwort.


    Das heißt aber doch auch, dass bei gleichen Umgebungsbedingungen Königinnen aus Nachschaffung und Schwarmzellen "gleichwertig" sind. Wenn ich also als Anfänger nicht in der Lage bin, ein "Zuchtvolk vorher gezielt so aufbaust, dass es Königinnen pflegen will und kann", sondern über einen Ableger vermehren will, dann ist es doch gleichgültig, ob der Ableger nachschafft oder eine angezogene Weiselzelle zugesetzt bekommt...


    Hintergrund ist, dass ich mir gerade überlege, wie ich auf einfache Art dieses Jahr junge Königinnen bekomme, die ich dann im Herbst in die Wirtschaftsvölker einweisele. Am praktikabelsten erscheint es mir, Ableger zu bilden, wobei ich pro Wirtschaftsvolk nicht mehr als eine Brutwabe entnehmen möchte, um das Volk nicht zu sehr zu schwächen. Ich imkere übrigens auf Dadant. Da gäbe es dann mehrere Möglichkeiten vorzugehen:


    1) Ableger aus einer Brutwabe + Leerwabe + Futterwabe, nachschaffen lassen, ggf. füttern
    2) Ableger aus einer Brutwabe + Leerwabe + Futterwabe, 9 Tage zu warten, Nachschaffungszellen brechen, umgelarvte Larven zugeben (einzelne Weiselbecher an Büroklammer, in Brutwabe klemmen, gelesen bei Pia Aumeier)
    3) Sammelbrutableger + Leerwabe + Futterwabe, 9 Tage zu warten, Nachschaffungszellen brechen, 9 Tage warten, umgelarvte Larven zugeben, 9 Tage warten, verdeckelte Weiselzellen verschulen (mit Pflegebienen), nach dem Schlupf in Begattungsvölkchen aufteilen (so ähnlich gelesen bei Liebig)
    4) warten, bis beim nachzuchtwürdigen Wirtschaftsvolk Schwarmzellen auftreten, eine Brutwabe mit Schwarmzelle drauf in einen Ableger, Schwarmzellen auf anderen Brutwaben brechen, dann wie (1)


    Sind alle vier Varianten zu empfehlen?


    Viele Grüße,
    Michael

    Hallo allerseits,


    ich lese gerade
    Zander und Böttcher: Haltung und Zucht der Biene, Ulmer Verlag, 12. Auflage, 1989
    und bin überrascht, dort zu lesen:


    "Jedenfalls sind Nachschaffungsköniginnen den Schwarmköniginnen völlig gleichwertig, ob man sie nun aus Eiern oder aus Larven bis zum Alter von 2,5 Tagen erzieht. Bedenken, die von Vagt (1955), Jordan (1955, 1960), Örösi-Pal (1960) und Kofer (1960) erhoben wurden, konnten von Weiss (1969) aufgrund eingehender anatomischer Untersuchungen und vor allem Leistungsprüfungen zerstreut werden. Aus Eiern und aus bis zu 1.5 Tage alten Maden erzogene Königinnen unterscheiden sich in keiner Weise voneinander. Und selbst bei Königinnen aus älteren bis zu 2.5 tägigen Arbeitermaden ist lediglich das Gewicht geringfügig niedriger. Man kann also ohne Bedenken bis 1.5 Tage alte Larven zur Königinnenzucht verwenden, wie es auch den Erfahrungen Zanders (1953) entspricht."


    Ist das veraltet und falsch oder stimmt das? Ich habe mehrfach die Meinung gehört, dass Nachschaffungsköniginnen weniger gut seien, da sie "aus der Not heraus" geboren würden. Im Zitat sind aber ja zwei Quellen genannt, die keine Unterschiede gefunden haben. Oder ergeben sich die Nachteile aus anderen Faktoren, z.B., dass Nachschaffungszellen oft in kleinen Ablegern mit zu wenig Bienenmasse aufgezogen werden? Dazu habe ich übrigens diesen Thread gefunden:
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24924


    Viele Grüße,
    Michael