Beiträge von Ababab

    Hallo zusammen,


    ich habe die Anleitung mit Interesse gelesen und finde sie sehr gelungen. Die Schreibweise ist sehr klar und einfach zu verstehen. Leider sind einige Warré-spezifische Aspekte etwas oberflächlich beschrieben. Daher meine Fragen an die Warré-Expert/innen:


    1) Zur Schwarmverhinderung (p. 30f) soll mit dem Stockmeißel auf den Rand der oberen Brutraumzarge geklopft werden (in der oberen Brutraumzarge sind die Weiselzellen), so dass sich die Königin in die untere Brutraumzarge verzieht. Es soll "einige Zeit" geklopft werden. Wie lang ist denn "einige Zeit"? Wie zuverlässig ist das Verfahren erfahrungsgemäß? Wenn die Königin dennoch oben bleibt, sollten die Bienen im verstellten unteren Brutraum (in dem Fall ohne Königin und Weiselzellen) ja schnell eine Weiselunruhe anzeigen.


    2) Bei der Varroabehandlung ist nur von Varromed und ApilifeVar die Rede. Warum nicht Oxalsäure verwenden (im brutfreien Zustand)?


    3) Es wird empfohlen im Honigraum eine Zarge mit Oberträgern und die weiteren Zargen mit Rähmchen zu verwenden. Der Grund wird mir nicht ganz klar. Ich vermute, dass die Zarge mit Oberträgern nicht zur Ernte, sondern später zur Erweiterung/Erneuerung des Brutraums verwendet wird und die Zargen mit den Rähmchen geschleudert werden sollen. Ist das so üblich?


    4) Es wird empfohlen, mit Absperrgitter zu imkern, es aber "sparsam" einzusetzen. Ich finde die Empfehlung, ein Absperrgitter einzusetzen, sinnvoll, um Honig aus unbebrüteten Waben ernten und eine Bienenflucht effektiv einsetzen zu können. Aber was heißt "sparsam"? Entweder mit oder ohne!?


    5) Die Empfehlung, neue Zargen immer oben aufzusetzen, finde ich angesichts von Stoßtrachten (Raps) sinnvoll. Warré würde ja immer untersetzen. Funktioniert der Ausbau der aufgesetzten Zargen, gut, wenn nur Anfangsstreifen (bzw. in der Anleitung Dreiecksleisten) verwendet werden?


    Sorry für die vielen Fragen.


    Viele Grüße,

    Michael

    Im aktuellen DBJ ist gerade ein Artikel drin über eine Methode, bei der an einer 2ml-Einwegspritze beidseitig, also Zylinderspitze und Fingerauflage, abgeschnitten wird. Mit der Spitze wird dann aus einer Wabe eine Zelle ausgestochen und mit dem Kolben bis an den ersten Koblenanschlag durch die Röhre geschoben. Die Zelle ragt dann über den Zylinder hinaus, wird seitlich angeschlitzt und um den Zylinder geklappt.
    Die Spritzen lassen sich wohl mit einer Nagelschelle auch in Rähmchen clipsen...
    Ich finde diese Methode nicht ganz uninteressant... und damit lässt sich sicher auch "umEInen".
    Wird auf jeden Fall mal angetestet.

    Das habe ich auch gelesen. Kann 2ml-Spritze stimmen? Das kommt mir sehr klein vor. Entspricht das im Durchmesser einem Kunststoff-Weiselnäpfchen?

    Ganz ehrlich, wer mit Handschuhen gut arbeiten kann, hat mehr Feingefühl, als jemand ohne.


    Und nur zum Überlegen. Ärzte tragen Handschuhe nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch zum Schutz des Patienten. [...] Erst als belegt wurde, dass die Kindersterblichkeit nach der Geburt stark sank, als die Ärzte Hände wuschen und dann Handschuhe nutzten, was die Hebammen schon früher erkannt hätten, würde darüber nicht mehr diskutiert.

    Wieso sollte man mehr Feingefühl mit Handschuhen haben? Jede Art Handschuh reduziert doch den Tastsinn etwas. Bei Nitril-Handschuhen vielleicht nur unwesentlich.


    Und wieso ist medizinische Hygiene in dem Zusammenhang relevant? Wenn die Handschuhe kontaminiert sind (durch Bearbeiten mehrerer Völker mit den gleichen Handschuhen) ist doch auch nichts gewonnen.

    In Balkendiagrammen gibt die Höhe der Balken üblicherweise Mittelwerte an. Es ist kaum anzunehmen, dass die Stichprobengröße N = 1 gewählt wurde. Leider fehlt diese Angabe. Wie wahrscheinlich ist es, dass Liebig sich die Mühe gemacht hat, das in zwei aufeianderfolgenden Jahren zu untersuchen, aber dann jeweils nur ein Volk zu betrachten?

    22 mm Stärke würde ich nicht empfehlen. Verdeckelte Brutwaben sind 23,5-25,5 mm dick, am oberen Rand beim Honigkranz sind die Waben 27-29 mm dick. Ein Rähmchen mit 28-29 mm Dicke passt besser dazu. Hier ein sehr interessanter Artikel zur Historie von Zanderrähmchen und zum Vergleich von 22 mm und 27-28,5 mm Stärke. 27 mm Rähmchen + 8 mm Beespace = 35 mm.


    https://www.magazinimker.de/.cm4all/iproc.php/Downloads_%C3%B6ffentlich/zanderraehmchenzeitgemaeundergebnissemodzander.pdf?cdp=a

    Aber Zander/Langstroht 1.0 u. 'ne Flachzarge als Maschinenraum ist der Hit. Da drauf dann was gefällt, mein Rücken sagt natürlich auch Flach-/Halbzargen, aber das ist Lametta.

    Von der Wabenfläche her entspricht 10 Rähmchen Zander ziemlich genau 7 Rähmchen Dadant. Also sollte das in der Saison gut funktionieren. Aber man kann nicht mehr sinnvoll schieden. 😮 Im Winter braucht man aber für das Winterfutter eine zusätzliche Flachzarge. Wenn dann über Winter kein ASG über dem BR ist, brüten sie im Frühjahr in die Flachzarge, was problematisch ist. ASG drauflassen ist auch nicht gut. Wäre dann nicht besser Langstroth? 10 Rähmchen Langstroth entspricht von der Wabenfläche her 8 Rähmchen Dadant, würde also auch für das Winterfutter ausreichen. Gibt es dazu Erfahrungswerte?

    Melanie von Orlow beschreibt in ihrem Buch "Natürlich imkern in Großraumbeuten" Warmbau in DN1,5. In Dadant habe ich noch nicht gehört, dass das jemand macht. Ich vermute aber, dass es funktioniert. Wenn es ergonomisch besser passt, vielleicht einfach ausprobieren.

    Das Schied sollte nicht ständig geändert werden. Wenn Du im Juli nach dem Abschleudern umwohnst, dann am besten dierekt auf die gewünschten 8-10 Rähmchen für die Überwinterung das Schied setzen. Die Anpassung mache ich einmalig (evtl. 1x nachjustieren) im frühen Frühjahr auf 4-6 Rähmchen.