Beiträge von S Felger

    Habe heute Ableger in den Raum Backnang transportiert und bei der nachfolgenden Trachtenschau (Robinie, Weißklee, Faulbaum, uvm) auch noch Tannen mit Läusen und Tau entdeckt. Ist Tauhonig eigentlich geeignet für die Ableger? Pollen kommt ja von den Blühpflanzen (Standort: riesige Streuobstwiesen unterhalb Waldrand). Wenn's jetzt noch auf den Eichen blatthonigt, bin ich wunschlos glücklich. Denn das ist mein absoluter Lieblingshonig, und die eiserne Reserve aus 2015 geht jetzt doch zur Neige.

    Bei mir (Nähe Heilbronn) honigt seit heute die Fichte. Die Bienen summten gewaltig in den Zweigen. Leider nur drei Bäume in einem Obst- und Weingebiet. Einerseits froh, dass es mit dem Waldhonig los geht, andererseits etwas betrübt, da mir der Laushonig den noch nicht schleuderreifen Blütenhonig "versaut".

    Bei mir - Weinbauklima in Württemberg - setze ich den Honigraum bisher eine Woche nach Beginn der Salweidenblüte auf. Das Steinobst rückte in den vergangenen Jahren aber immer näher an die Salweide, und in diesem Jahr fiel der Blühbeginn von Salweide und Mirabelle zusammen, Zwetschge und Kirsche folgten auf dem Fuße. Die Kirschblüte war nahezu abgeschlossen als es kalt wurde, von den Äpfeln haben die Bienen jetzt nicht viel. Im Mai ist nicht mehr viel zu erwarten. Ich hoffe, dass die Kälte den Robinien noch nichts ausmacht, ich habe viele, aber sie sind hier schon weit im Vorfeld der Blüte sehr kälteempfindlich und honigen bestenfalls alle zwei Jahre. Vermutlich sollte ich Linden pflanzen, die sind bei uns sehr rar. Mir und meinen Bienen würde das nicht mehr viel helfen, aber der Nachwelt wohl schon.


    Wegen des immer früheren Blühbeginns habe ich vom zwei- auf den einräumigen Zander-BR umgestellt, weil die Obstblüten-Ernte immer magerer ausfiel und ich mit Schieden (noch) nicht arbeiten will. Die Völker sind zur Hauptblüte schlicht und einfach noch recht schwach. Bis zum aktuellen Kälteeinfall stimmte mich der Honigeintrag in den HRs jedenfalls optimistisch und die Bienen lagerten den Pollen sauber am Rand ab.


    Ich denke (hoffentlich liest keiner von ihnen hier mit), dass "meine" Dadant-Imker ihre Honigräume zu spät aufsetzen und sie im Vorfrühling Schiede setzen sollten. Daher die stark verhonigten Brutnester. Im einräumigen Zander kann man meines Erachtens in unserer Gegend auf Schiede verzichten.


    In meiner Gegend wird man sich damit abfinden müssen, dass die Blüten-Haupttracht zu einer Zeit stattfindet, in der die Völker wirklich noch recht schwach sind und die Tagestemperaturen schnell auch mal für mehrere Tage auf unter 10 °C sinken können. Mit der hierzulande gepredigten Völkerführung à la Liebig wird da die Imkerei schnell zur Liebhaberei, zur honiglosen Kunst. Die Halbierung des verfügbaren Brutraums ist eine erste erfolgversprechende Modifikation. Demnächst werde ich die zweite Modifikation einleiten - die Bildung von zusätzlichen Jungvölkern, um nach dem nächsten Winter jeweils zwei Völker auf einen Zander-BR zu vereinigen. Ich habe das in den Vorjahren hin und wieder schon mit zwei Schwächlingen gemacht, aber 2018 will ich v.a. gute Völker nach dem Winter vereinigen. Mir ist nur noch nicht so ganz klar, ob ich das kompromisslos über Zeitungspapier durchziehen werde oder ob ich jeweils eine der Kös mit einem kleinen Teilvolk und etwas Brut separiere und auf den Waldhonig hin wachsen lasse. Aber das muss ich ja nicht schon heute entscheiden.


    So, jetzt habe ich "laut" vor mich hin gedacht. Kritik ist erwünscht und erbeten.


    Gruß Steffen

    Au ja, ich bin als "Jungimker" auch schon einmal in einem abgehenden Schwarm gestanden. Dass das mit dem Öffnen der Kiste zusammenhing, war mir bis jetzt nicht klar. Wunderschönes, unvergessliches Erlebnis, der Besitzer des Volkes hatte der Alt-Kö die Flügel gestutzt, so konnte der Schwarm gleich wieder eintütet werden. Das Schönste dabei war, von tausenden von Bienen umbraust zu werden. Keinerlei Stechlust.


    Ja, im aktuellen Fall ein Missverständnis bei der Vorbesprechung. Dass dieses Flachdach nur durch das Haus zugänglich und damit ungeeignet ist, wurde mir gleich klar, als ich das Volk brachte. Aber da ich es schon mal dabei hatte, brachte ich es nicht übers Herz, gleich wieder damit abzurücken. Er ist der Architekt unseres neuen Hauses (worin er auch einen schnuckeligen Imkerraum mit extra Außentüre unterbrachte), die Planungs- und Bauphase waren eine sehr angenehme und interessante Zeit und er hat uns viel Geld erspart (blieb 10% unter den geplanten Baukosten und die waren schon sehr niedrig angesetzt). Also, an einen Rückzieher war nicht zu denken. Natürlich ist das ein großer Aufwand für ein Volk, aber er will den kompletten Honigertrag des Volkes abnehmen, das ist ein bisschen mehr als die Spritkosten.


    Inzwischen habe ich natürlich alle meine anderen Völker durchgesehen und die denken noch nicht ans Schwärmen. Das stimmt mich optimistisch, dass die Sache doch noch gut ausgeht. Das Volk wird übrigens nach der Honigernte auf meinen Heimatstand zurückkehren - dort wird dann behandelt. Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten.


    Gruß Steffen

    Dadant-Imker beneide ich in diesem Frühjahr nicht. Als BSV sehe ich Dadant, DN und Zander. Die Dadant-Völker sind im Brutnest überwiegend stark verhonigt. Bei den Zanders mit zweizargigem Brutraum sieht es etwas besser aus, da mehr Platz für den Honigkranz bleibt. Am schönsten sehen die einzargigen Zander-Bruträume mit früh aufgesetztem Honigraum (über ASG) aus. Ich habe selbst in diesem Jahr auf diese Betriebsweise umgestellt, um mit dem immer früher einsetzenden Blühbeginn Schritt halten zu können. Habe grade in einem anderen Thread schon notiert, dass ich so immer auch genügend Futterwaben aus den Honigräumen von sammelfreudigen Völkern in noch etwas schwächere Völker umheben kann, denn die zur Seite gestellten Futterwaben gehen allmählich aus. Das hilft dem Fragesteller jetzt nicht gleich weiter, aber vielleicht im nächsten Jahr.

    Gruß Steffen

    + Werra-Meißner. Ich imkere überwiegend mit einzargigem, unverhonigtem Zander-Brutraum. Viele dieser Völker haben schon ordentlich Stoff im Honigraum. Daraus kann ich schwächere Völker unterstützen. Zuckerfütterung zum jetzigen Zeitpunkt habe ich bisher immer vermeiden können.

    Gruß Steffen

    Hallo, ich habe eine - zugegeben noch hypothetische - Frage. Aber wenn das Problem tatsächlich eintreten sollte, ist es zu spät, um noch zu fragen. (Es darf auch geschmunzelt werden.)

    Ich habe bei einem Bekannten, der 15 km entfernt wohnt und selbst kein Imker ist, ein Volk auf seinem Flachdach aufgestellt, weil er gerne den Honig aus "seinem" Flugkreis essen möchte. Nun sind wir beide beruflich gut ausgelastet und haben es in den vergangenen zweieinhalb Wochen nicht fertig gebracht, an einem Tag mit erträglicher Witterung einen Termin für eine Durchsicht zu vereinbaren (ohne ihn komme ich nicht aufs Dach). Da das Volk recht stark ist und ich es mit einzargigem Brutraum führe, befürchte ich inzwischen Königinnennachwuchs. Angesichts der aktuellen Witterung dürfte eine junge Königin zunächst in der Beute bleiben.

    Wenn ich nun am kommenden Wochenende (da wird die Durchsicht klappen, es sei denn, es regnet wieder einmal oder es ist bitterkalt) den Brutraum öffne und verlassene Königinnenzellen vorfinden sollte, kann ich davon ausgehen, dass die junge Kö ihren Jungfernflug noch nicht hinter sich hat und ich gehe auch davon aus, dass noch kein Schwarm mit der alten abgeflogen sein wird. Was ist aber in einer solchen Situation zu tun? Weil ich zu dieser Durchsicht alles für einen solchen Fall notwendige dabei haben möchte (und beim Schreiben am besten selbst nachdenken kann), melde ich mal hier.

    Da meine Königinnen nicht markiert sind, könnte es möglich sein, die alte und die junge zu unterscheiden, bin mir da aber nicht sicher. Immer öfter denke ich, ich sollte meine Königinnen doch markieren.

    Hilft es dann, das Volk einfach zu teilen, dabei jeden Teil mit einer Königin auszustatten? Und einen Teil abzuwandern? Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass ich besser den Teil mit der alten Königin mitnehme, obwohl ich lieber den mit der jungen mitnehmen würde, weil dann das verbeibende Altvolk weiterhin unterbrechungslos Honig produzieren würde? Unterbinde ich so garantiert den Abflug des designierten Schwarms?

    Wie gesagt - hypothetisch. Ab wenn es wirklich so passieren sollte, müsste ich vermutlich sogleich eingreifen.

    Beste Grüße Steffen

    Hallo,
    erstmal Dank an Hornet: So sehe ich das auch, besser hätte ich es nicht formulieren können. Ich konnte schon mal Ende März Weidenhonig schleudern (ich glaub, das war 2011 oder 2012), ich könnte es hier im Forum suchen (hatte damals einen anderen Benutzernamen), daran war diesjahr nicht zu denken. Meine Rapsvölker brauchen aber noch diese Woche ihren zweiten Honigraum, den Völkern sind die Temperaturen nahezu egal, die stehen drei Meter vom Feld entfernt und sammeln auch bei Niesel und/oder 10 °C. Und riesengroße Bruträume, 12-15, ausgefüllte Brutrahmen, und die Mädels arbeiten dieses Jahr vorbildlich und tragen den Honig gleich nach oben. Die zweiten HRs werde ich draufsetzen, wären wärmere Temperaturen vorausgesagt, würde ich sie druntersetzen. Ich kann's nicht begründen, aber so mach ich es halt. Was mir Sorgen macht, ist die Schwärmerei. Das den ganzen April andauernde Hin und Her zwischen Frostnächten und dann wieder Tagen mit über 20 °C tagsüber und der viele Regen und Wind fördern die Schwarmneigung. Hatte (nicht im Raps) schon das erste bestiftete Spielnäpfchen. Die Völker sind 2016 jetzt schon so stark wie letztes Jahr im Juni - warum, weiß ich nicht. Und die Varroamilbe hat sich feste eingenistet, trotz AS und OS. Beides - starke Bienenvölker, starke Varroavölker - liegt wohl im milden Winter begründet. Wird spannend.
    Gruß Steffen


    PS: Übrigens - ich bin Seuchenwart (hochdeutsch: Bienensachverständiger) - dieses Jahr ist in unserer Gegend der Anteil der Drohnenbrut über die Bienenstände hinweg extrem hoch. Ist das anderswo auch so?

    Hallo,
    darf ich mich einmischen und eine Alternative zur Züchter-Kö vorstellen, auch wenn das vielleicht etwas off-topic ist? Ich habe noch nie eine Zuchtmamsell erworben, sondern imkere, sechs Jahren sind es nun wohl, nur per Nachschaffung. Ich gehe inzwischen mit 14 Völkern aus dem Winter und vereinige sie zur Weidenblüte zu sieben Völkern (über feuchtem Zeitungspapier, die Kös machen das dann unter sich aus). Dann bilde ich übers spätere Frühjahr Sammelbrutableger zur Nachschaffung, bis ich wieder insgesamt 14 legende Kös habe (da schneide ich Weiselzellen von "schlechten" Brutrahmen aus). Diese Woche muss ich meinen Rapsvölkern dringend noch den zweiten Honigraum geben, die haben alle schon 12 bis 15 Brutrahmen (inkl. Baurahmen) im zweizargigen Brutraum und die Honigräume wiegen schon 15 kg und mehr. Mit dem Ertrag habe ich keine Probleme und das Winterfutter für 7 Ableger ist billiger als sieben Zuchtstoffkös.
    Gruß aus dem württembergischen Unterland
    Steffen

    Wenn ich von Mitte April bis Mitte Juni mit meinen Bienen nichts zu tun haben wollte, würde ich jetzt meine Völker an einem neuen Standort so aufteilen, dass in jedem der neugebildeten Bienenstöcke fünf Brutwaben wären. Dabei sollte jeweils von Stiften bis verdeckelten Waben alles vorhanden sein. Wo die Königinnen sitzen, wäre egal. Dazu eine Pollenwabe und ein bis zwei Futterwaben. Der Rest Mittelwände. Baurahmen wäre sinnlos. Darüber über Absperrgitter eine Halb- bis Flachzarge Mittelwände als Honigraum. Dann wäre ich allerdings kein interessierter Imker, sondern allenfalls ein statusorientierter Bienenhalter.
    Mit sarkastischem Gruß
    Steffen

    Hi Patrick,


    Was in diesem Thread bisher geschrieben wurde hat alles Hand und Fuß und genügt eigentlich. Ich schreib jetzt halt auch noch, weil ich heute Abend Zeit habe und Lust, mich mit einer imkerlichen Frage auseinanderzusetzen. Du musst es also nicht lesen. :wink:


    Wenn ich nur ein (kleines) Volk in einer kühlen Region hätte, würde ich mich zeitig entscheiden, ob mir Honig oder Vermehrung wichtiger ist. Mir persönlich wäre Vermehrung wichtiger, solange ich noch keine drei Völker hätte, denn ein Totalverlust ist bei einem einzigen Volk nie ganz unwahrscheinlich. Da von Ablegern in eurer Region im ersten Jahr wohl kaum Ertrag erwartet wird und sie deshalb mit Zucker regelrecht gemästet werden können, können sie auch relativ spät gebildet werden, also auch noch Anfang bis Mitte Juni. Bis dahin würde ich mein Augenmerk darauf richten, dass das Wirtschaftsvolk möglichst große Brutfläche und Bienenmasse erreicht, d.h., ich würde ihm auf jeden Fall zu gegebener Zeit einen zweiten Brutraum geben.


    Also: Sobald die Kirsche bei Dir kräftig blüht und mit einigermaßen stabiler Witterung mit Tageshöchsttemperaturen über 15 °C und Trockenheit zu rechnen ist, würde ich das Winterfutter rausnehmen und in den Gefrierschrank legen (später dann Futter für den/die Ableger). Den Platz würde ich mit zwei Mittelwänden und einem Baurahmen füllen. Sobald das Volk 7 Brutrahmen (inklusive Baurahmen) hat, würde ich einen zweiten Brutraum aufsetzen (in Deinem Fall werden das wohl Mittelwände sein).


    Ab dem Zeitpunkt muss man dann flexibel sein. Die größte Unbekannte ist dabei die Schwarmneigung Deines Volkes. Spätestens wenn nicht mehr nur vereinzelt Spielnäpfchen angelegt werden, wäre der erste Ableger zu bilden. Im Mai mit zwei, im Juni mit drei Brutwaben mit schön gemischter Brut - von Stiftchen bis zu verdeckelten Brutwaben. So könntest Du zwei Ableger bilden und auch mit Deinen aufgetauten Futterwaben füttern. Bei der Bildung des zweiten Ablegers bis spätestens ca. 10. Juni verengst Du den Brutraum auf die untere Zarge, die obere erhält über Absperrgitter die (teilweise schon ausgebauten) Mittelwände, Honigrähmchen und ggf. bald auslaufende Arbeiterinnenbrut. Das ist dann Dein Honigraum, der bis Mitte Juli (dann Ameisensäurebehandlung und daher zuvor Honigentnahme) noch Ertrag abwerfen dürfte.


    Aber - wie geschrieben - erstens ist Flexibilität angesagt, zweitens kenne ich Deinen Standort und seine speziellen Trachtverhältnisse im jahreszeitlichen Ablauf nicht, drittes kommt eh immer alles anders als man denkt. Aber das wäre eine Möglichkeit. Im besten Fall kannst Du, wenn Du ein schwarmträges Volk hast, das auch bei 14 Bruträhmchen noch brav ist, beide Ableger gleichzeitig bilden. Dann kannst Du, falls ein Ableger nix wird ( = die junge Kö ausbleibt oder nicht legt), die beiden Ableger immer noch vereinigen und hast damit einen starken.


    Beste Grüße - es war mir ein Vergnügen
    Steffen

    Obwohl ich jetzt schon ein knappes Jahrzehnt imkere, habe ich folgendes Problem zum ersten Mal: Ein Volk, das auf 2 Zargen eingewintert wurde und sehr stark aus dem Winter kam, hat in der oberen (auf 5 Rahmen bebrüteten) Zarge an der Oberseite durchweg leicht angeschimmelte Holzoberträger, vermutlich weil über den Winter Feuchtigkeit in die Beute eingedrungen ist (Deckel und Zarge passten wohl nicht richtig). Die Waben selbst sind frei von Schimmel. Was tun? Würde mich über Sanierungsvorschläge freuen. Gruß S Felger