Beiträge von S Felger

    Zurück zum ursprünglichen Thema: Nach knapp zehn Jahren Imkerei bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich sage, zwei Bruträume sind immer einer zuviel, es sei denn, ein Volk sitzt nach dem Winter mittig auf beiden Zargen. Dann wartet man noch ein bisschen mit dem Einengen des Brutraums, bis sich die Kö für eine Zarge entschieden hat. Ein Brutraum reicht in Zander aus. Die Bienen sehen das genauso und tragen bei Einsetzen der Massentrachten bei legefreudiger Kö praktisch allen Honig gleich nach oben übers ASG. Der Drohnenbrutanteil reduziert sich ganz gewaltig, auf Drohnenrahmen kann m.E. bei einzargigem Brutraum verzichtet werden. Die Brutwaben sind perfekt flächig, allenfalls am Rand Polleneintrag. Über dem ASG u.U. imaginäres Brutnest, aber damit lässt sich leben.

    Gruß Steffen

    Das beste, was du tun kannst. Allerdings hast Du nicht erwähnt, dass Du dem Ableger bei der Bildung eine Futterwabe zugegeben hättest. Das würde ich - falls Du es nicht getan hast - doch noch tun. Entweder eine offene Honigwabe aus einem anderen Volk oder Zuckerwasser (3 kg Zucker zu 2 Liter Wasser, aufkochen, abkühlen lassen, in einen oben abgeschnittenen 1,5-l-Tetrapack (O-Saft bei Lidl) füllen und mit Kiefernzapfen oder Weinkorken bestücken, damit die Bienen nicht ersaufen)

    Gruß Steffen

    Operation am Freitag begonnen, am Samstag dann gelungen (ich brauchte nicht nur Feuerwehr, sondern auch einen Zimmermann), Patient während des Abtransports verbraust. Der Schwarm hatte mit Wabenbau bereits begonnen. Er wäre also nicht mehr weitergezogen. Seine Entfernung war technisch sehr schwierig und dauerte daher sehr lange, zu lange für diesen heißen Tag.


    Ich bin überhaupt keiner, der jedem Schwarm hinterherjagt, ganz im Gegenteil. Meine Völkerzahl habe ich im Griff. Aber ich hole Schwärme, bei denen ich meine, dass sie sich den falschen Platz ausgesucht haben. Etwa, wenn sich ein Schwarm im Dachstuhl des Gemeindehauses einnistet, daneben befindet sich der Kindergarten. Ich habe die meisten Völker im Dorf, bin Bienensachverständiger und Vorstandsmitglied im Verein, deshalb werde ich genauso wie die Feuerwehrleute oder dieser Zimmermeister tätig. Das nennt sich Ehrenamt und Gemeinsinn. Gibt es auf dem Lande noch. Sonst zeigen die Leute berechtigterweise auf Dich, wenn später Kinder im Kindergarten gestochen werden oder beim Dorffest im Hochsommer Festbesucher oder wenn irgendwann die Bienen im Gemeindesaal fliegen würden. Es gibt ganz einfach öffentliche Plätze, wo Bienen stören.


    Da ist es für mich keine Frage, mitzuhelfen, auch wenn ich bin, dass es "mein" Schwarm nicht sein kann: Alle meine Völker hatten heute jüngste Eier.


    Ich sehe es so: Bienenhaltung ist nicht nur ein Vergnügen (das soll sie selbstverständlich zuvörderst sein), sondern zieht auch Pflichten nach sich. So kann es beispielsweise nicht sein, dass man seine Völker, sobald man sie abgeschleudert hat, in Wohnortnähe sich selbst überlässt, bis sie behandelt werden müssen. Solange mit Schwarmbildung zu rechnen ist, ist nach meiner Auffassung in Wohnortnähe Schwarmkontrolle Pflicht. Wer dazu keine Lust hat, soll sich einen anderen Standplatz suchen, 5 km entfernt von besiedelten Flächen. Gibt's kaum noch. Also? Schwarmkontrolle oder rechtzeitige Ablegerbildung oder oder oder. Es gibt viele Möglichkeiten.


    Grüße Steffen

    bienenfred : Deine Meinung = Meine Meinung, aber ich wollte diesen Vorschlag einfach klären, hätte ja sein können, dass ich falsch liege. Wasserschlauch zu wenig, C-Rohr zu viel Druck - sehe ich auch so.

    Schwarmfangrohr und andere Schwarmfangutensilien: Sollte sich mal unser Verein anschaffen, der auf einem Haufen Geld sitzt; ich als einzelner Imker brauche das Zeugs nicht so oft, an mich wendet man sich nur, wenn ganz diffizile Schwärme einzuschlagen sind :-(

    Jedenfalls ist der Schwarm noch da. Hatte gehofft, dass er sich verzieht. Ob er baut oder in einen Hohlraum eingezogen ist, weiß ich erst, wenn ich da oben bin. Habe erst vor zwei Jahren einen Schwarm aus einem Dachboden geholt, den der Hausbesitzer unzugänglich gemacht und rundherum isoliert hatte. Zusammen mit einem Dachdeckermeister (Jungimker) teilweise abgedeckt und einen Teil des Gebälks rausgesägt, damit wir einen kleinen Zugang hatten, innen schon jede Menge Wildbau, der Hausbesitzer hatte lange zugewartet, mehrere Stunden im Bienennebel ...

    Einen Kaffee noch, dann geht es so langsam los. Mal sehen, ob die Feuerwehr kommt.

    Gruß Steffen

    Hallo, bin heute von unserem Pfarrer und unserem Vereinsvorsitzenden informiert worden, dass sich am Gemeindehaus ein Schwarm eingenistet hat. Äußerst ungünstige Stelle, in ca. 8 m Höhe im Winkel unter Dachtrauf zur Hauswand. Darunter Gebüsch, so dass man keine Leiter aufstellen kann (8 m mit Kiste wären mir auch zu hoch). Habe mal angeregt, dass die Feuerwehr mit dem Korb kommt, dann würde ich ihn runterholen. Aber das ist nicht sicher, könnte aber sein, weil es eine kirchliche Einrichtung ist.

    Nun lautet der Vorschlag eines Imkerkollegen, den Schwarm abzuspritzen und mit einem Tuch am Boden aufzusammeln. Ich habe schon Schwärme aus diffizilen Lagen eingeschlagen, aber dass man auch abspritzen kann, ist mir neu. Da stellen sich mir drei Fragen: 1. Reicht bei dieser Höhe der Wasserdruck dafür aus oder macht man den Schwarm nur nass? 2. Besteht wirklich eine nennenswerte Chance, dass der Schwarm so geschlossen fällt, dass ich ihn mit einigermaßen großer Königinnengarantie einsammeln kann? 3. Ist so ein nassgespritzter Klumpen Bienen überhaupt überlebensfähig? Offen gestanden, habe ich wenig Lust auf diese Aktion, aber hier ist ja Gemeinsinn gefordert. Hat jemand mit dem Abspritzen von Schwärmen Erfahrung, oder ist das nur so eine theoretische Idee? Für Erfahrungen und Ratschläge wäre ich dankbar, mit dem Pfarrer habe ich mich auf morgen nach meinem Feierabend, ca. 18 Uhr, vertagt. Gruß Steffen

    Hallo, in diesem Jahr, in dem ich auf Blütenhonig besonders scharf bin, macht mir die Natur irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Gestern habe ich die Obstblüte meines Heimatstands abgeschleudert, da war mir schon klar, dass ich Fichtentau mit reinschleudere, weil ich die Bienen beim Tauhonig sammeln beobachtet hatte. Und so war es dann auch. Nichts gegen Waldhonig - aber ich liebe auch den Geschmack von reiner Obstblüte.

    Heute habe ich den Honig von einem Volk geschleudert, das ich bei einem Bekannten aufgestellt habe, der in einem Dorf Rappach, in dessen Flugkreis sich überhaupt kein Wald befindet. Ergebnis: Dieser Honig ist noch viel dunkler, alle Rähmchen waren unbebrütet. Ich imkere mit einzargigem Zanderbrutraum und über dem Absperrgitter waren vor allem die Waben des imaginären Brutnestes, die so weit ich weiß im Honigraum als letzte befüllt werden, mit ganz dunklem Honig befüllt. Was könnte das sein? Der Honig schmeckt eindeutig nach Honigtau - die einzigen Blatthoniggewächse, die dort in nennenswerter Zahl stehen, sind Linden. Mit Lindenblatthonig kenne ich mich überhaupt nicht aus. Ist der auch so dunkel? Habe dort leider nie eine Trachtenschau durchgeführt. Ade, Du geschätzter Obstblütenhonig. Sollte in diesem Jahr einfach nichts werden ...

    Ich mag ja eigentlich Waldhonig. Letztes Jahr habe ich ihn vermisst. Aber heuer fehlt mir die Ordnung in der Abfolge. Die Läuse halten sich an gar keine Regeln ...

    Gruß Steffen

    Gestern bei Backnang (nordöstlich von Stuttgart) blühten die ersten Robinien, meine eigenen Robinien 20 km entfernt in Obersulm (bei Heilbronn) dürften wieder mal erfroren sein. Wie die benachbarte Walnuss, die bringt keinen Honig, aber dafür Nuss. Dabei ist es bei uns eigentlich wärmer, herrjeh, als bei Backnang. Meine Robinien aber blühen nur alle drei, vier Jahre, weil sie in einem Kälteloch stehen, auf meinem eigenen Grund und Boden. Bevor ich Bienen hatte, war das anders. :( Ganz bestimmt. Verschatten alles und bringen nix und beim Brennholzmachen muss man die Kette zweimal schärfen. Jaja, sehr hoher Brennwert, ich weiß. Ich werde sie im nächsten Winter fällen und Linden pflanzen. Nehme ich mir übrigens jedes Jahr vor. Die Linden brächten mir zwar auch nichts mehr, man ist ja nicht mehr der jüngste, aber meinem Nachfolger, so der mal seinen A... hochkriegt.

    Akazienhonig schmeckt mir eh nicht, bääh, pappsüß, flüssig, widerlich. Isst eh nur meine Schwägerin (Bei dieser Gelegenheit: Gruß an Connie in Bad Breisig).

    So, jetzt habe ich mir aber mal meinen Kropf zu dem für mich äußerst unerfreulichen Thema Robinie geleert.

    :)

    • Lockbrut aus der Beute entfernen.

    Ich habe gerade ein ähnliches Problem (kein Schwarm, sondern eine still umgeweiselte, ungezeichnete Kö, die ich bislang leider nicht entdecken konnte (es bleibt jedesmal ja nur sehr wenig Zeit :evil:), deren Gefolge zwar sofort zusticht und auch jedesmal in meinen Schleier findet, sich dagegen mit Nektarsammeln äußerst schwer tut). Kleingartendrohns Vorgehensweise gefällt mir sehr gut, ich verstehe aber nicht, warum ich die Lockbrut wieder entnehmen sollte. Wenn ich die Lockbrut aus einem sehr guten Volk entnehme, könnte ich damit doch gleich die Basis für einen Brutableger bilden. Die alte Kö drücke ich eh ab. Nur mit dem Panzer habe ich ein Problem bei den aktuellen Temperaturen - da warte ich lieber noch ein paar Tage.

    Zu feuchter, verdeckelter Honig wird abgeschleudert. Gerade bei Raps nicht zu lange mit dem Schleudern warten. Falls man mit Mischen nicht die gebotene Feuchtigkeit erzielen kann, wird der zu feuchte Honig entweder an die Ableger verfüttert oder bei jeder Gelegenheit als Zuckersatz verwendet - Kaffee süßen, Kuchen backen, Grießbrei kochen ... Nächstes Jahr werden zusätzliche Honigräume nur noch aufgesetzt.

    Falls die Zarge nicht oder nur geringfügig verdeckelt ist, könnte man sie testhalber noch ein paar Tage direkt über den Brutraum setzen - vielleicht hilft's, bevor der Raps kandiert.

    Wir sind noch im Entwicklungsstadium der Waldtracht. Es wird vielerorts noch ein paar Tage dauern, bis es richtig los geht. Aber alle Zeichen deuten darauf hin, dass es ein gutes Waldjahr wird, es sei denn, es gewittert dann gleich tagelang mit heftigen Regenschauern.

    Ich sehe wenig Sinn darin, hier im Forum standortgenau Waldtrachtpotentiale zu posten. Erstens hülfe es mir wenig, wenn mir jemand aus dem Hochsauerland oder dem Baierischen Wald Waldtrachtstandorte melden würde - da fahr ich eh nicht hin. Deshalb habe ich oben auch nur "bei Backnang" geschrieben, und nicht exakter. Denn zweitens halte ich es zwar für sinnvoll, die allgemeine Tendenz zu melden, es gab ja auch schon Jahre, da sind Völker im Wald fast verhungert, aber für den Standort kann sich jeder gerne mal vorausschauend in den Wald bequemen. Wenn ich also Backnang schreibe, dann gebe ich einen Hinweis, wo man suchen könnte. Das reicht meiner Meinung nach aus. Ich suche für mich, und gebe anderen Tipps. Drittens erinnere ich mich ungern an Sommer, in denen auf unserem Vereinsstand auf einmal jede Menge Völker von wildfremden Imkern standen, weil irgendein Mitglied von uns irgendwo gepostet hatte, dass bei Löwenstein die Tanne honigt. Das gab dann kleinen Ärger mit dem Förster, der selbst Druck von oben hat, weil er uns als Verein den Platz kostenlos überließ. Ich meine damit, man muss nicht nur wissen, wo der Wald honigt, man sollte sich auch rechtzeitig um einen Standplatz kümmern.

    Gruß Steffen