Beiträge von iWei

    Mensch, Ralf, eigentlich hast Du es doch schon verstanden, oder?! :wink:


    Nach meinem Eindruck fehlt in Deiner Argumentationskette allein der Faktor der (noch?!) zu hohen Variabilität des Merkmals.


    Nimm an, dieses Merkmal, kommt nur dann zum Tragen, wenn

    1. der einzelne Imker erfahren genug ist, seine Bienen nach bester Imkerkunst ohne Chemie gesund zu halten, und
    2. gleichzeitig mehrere Imker in einer Region den Schritt gehen, damit das Merkmal, welches ansonsten bereits in F2 (standbegattet) zur Bedeutungslosigkeit verwässert (meine Vermutung), eine Chance hat.

    Eine solche Zuchtlinie wird der herkömmlichen Leistungsprüfung bisher wohl kaum standhalten: im ersten Jahr klappt's noch ganz gut (aber der Honigertrag ist nicht so dolle) und im zweiten Jahr sind dann die kleinen braunen Mistviecher auch schon wieder da ...


    Eine solche Zuchtlinie würdest Du auch (noch!) nicht unter's Volk bringen, oder?

    Der Punkt ist doch offenbar: die Zucht ist eben noch nicht fertig, das/die Merkmal/e noch nicht stabil, die variablen Umgebungsfaktoren noch zu wichtig.

    Ich versteh diese Exklusivität halt nicht so ganz, weil es so null zu Eurem Anspruch paßt, die Imkerei insgesamt zu verbessern.

    Der Anspruch ist eine VSH-Biene. Das würde die Imkerei insgesamt verbessern.

    Und so wie ich es hier lese, ist das keine Exklusivität, sondern es wird darauf geachtet, dass ein vielversprechendes Zuchtprogramm, von dessen ersten ermutigenden Ergebnissen über das reine Laborstadium hinaus berichtet wird (danke, wasgau immen ), nicht bei einem vorzeitigen Feldversuch unter die Räder kommt.


    Und wir, Ralf, solche wie Du und solche wie ich, müssen noch weiter auf das Serienmodell warten, weil mir noch die imkerliche Erfahrung fehlt und Du von der Imkerei leben willst. Wir sind keine guten Beta-Tester.


    Gruß, Jörg

    ... Kaufen kann man's nicht, abgeben will man's nicht, aber es soll jeder mitmachen und wer nicht ist ein elender Bremser. Ich würde mitmachen, aber nicht als (wieder) Hobbyimker. Ich glaube es ja gerne, und würde auch testen. Wie komme ich denn an entsprechendes Material?

    Mensch, Ralf, was ist denn eigentlich daran so schwer zu verstehen?


    Da gehen ein paar bemerkenswerte Enthusiasten los und fangen an, Bienen zu züchten, die ohne chemische Varroabehandlung mit der Varroa zurecht kommen. Zunächst gelingt nichts, aber dann zeigen sich vorsichtig erste Erfolge. Die Zuchtergebnisse - d.h. die entscheidenden Merkmale - sind aber schwer in der Population zu stabilisieren, so dass ausgefeilte Zuchttechniken (z.B. Ein-Drohn-Besamung) angewendet werden müssen, um eine erste stabile Minipopulation aufzubauen. Dieser Weg hat offenbar 6 Jahre und mehr gedauert.


    Dieses Zuchtergebnis nun in die Breite zu tragen, also an anderen Orten ebenfalls zu etablieren, bedeutet ebensolche Enthusiasten zu finden, die bereit sind, 1. erste Rückschläge bei sich zu hause in Kauf zu nehmen (aber dennoch weiter zu machen), sich 2. mit einigen Imkern zu hause zusammen zu tun, um in der Fläche die neue Genetik zur Verfügung zu stellen ("Lufthoheit") und 3. die nötigen finanziellen Rücklagen und die nötige soziale Kompetenz für 1. und 2. aufzubringen. Natürlich muss noch 4. eine fundierte imkerliche Expertise als Voraussetzung dazukommen.


    Nur solchen Imkern würde ich das Ergebnis meiner jahrelangen Bemühungen anvertrauen. Du nicht?


    Und dabei geht es dann eben um Vertrauen - und nicht um Geld.


    So jedenfalls lese ich diesen Fred und bin dankbar, wieder was darüber zu hören, dass es vorwärts geht mit dem "Nicht-Behandeln" - auch, oder gerade, weil mir klar ist, dass ich als Hobbyimker mit wenigen Völkern und Standbegattung inmitten eines Ballungszentrums wie Berlin noch ganz schön lange warten werde müssen, bis auch bei mir diese Imkerei umzusetzen sein wird.


    Gruß, Jörg

    Hallo Leute,


    nachdem ja nun einige hier im Forum offenbar Wärmebildkameras haben und bereits beeindruckende Bilder gezeigt haben, kommt mir die Thread-Frage:


    Wann eigentlich wandert die Wintertraube?

    Da wohl niemand von uns wiederholt im Winter die Kisten aufreißt, um nach zu schauen, habe ich mir bisher folgende Logik zurecht gelegt:

    • die Wintertraube zieht sich am Ort der letzten Brut zusammen
    • sobald Brutfreiheit besteht, kann die Wintertraube theoretisch "frei wandern" - tut sie das? Zu dieser Zeit könnte das "leere" Brutnest verlassen werden und an einer schön mit Futter ausgestatteten Stelle dann später das neue angelegt werden ...
    • ca. ab Wintersonnenwende (21.12.) beginnt wieder das Brutgeschäft, d.h. dass eine Verlagerung der Wintertraube ab dann nur noch durch (langsame!) Verlagerung des (kleinen!) Brutnests möglich sein dürfte - eine Verschiebung des Biens um nur 1 Wabengasse dürfte also 21 Tage dauern. Ähnlich das Wandern nach oben bei 2-Zargern.

    Ist das Wandern der Wintertraube also ein kontinuierlicher Prozess? Gibt es da schnelle und langsame Phasen? Wenn ja, wann sind die und sind äußere Trigger erkennbar (Temperaturanstiege/-abfälle)?


    Ich träume von täglichen Wärmebildfotos eines Bienenstockes über den ganzen Winter, die dann wie ein Daumenkino zu einem kleinen Film zusammengeschnitten werden ...


    Gruß, Jörg


    P.S.: Ja, es wird nun Winter, und die Gedanken des Imkers haben selbst mehr Zeit zum Wandern ... :wink:

    Hallo EnerReldeif ,


    nach meiner Erfahrung geht das Umwohnen ebenfalls kurz vor Ende der Tracht via Kunstschwarm am besten: Du hast richtig gut Bienenmasse zum Ausbauen der neuen Rähmchen/MWs, das geht prima.


    Ob Du das mit einer Völkervermehrung und/oder Varroabehandlung kombinierst, ist eine zweite Sache (funktioniert aber auch sehr elegant).


    Das Untersetzen, das auch in dem von Dir geposteten Video gezeigt wird, ist nicht ganz so einfach. Zwar werden die Völker auch so die gegebenen MWs gut ausbauen, aber das Brutnest wird erst durch den Honigeintrag (immer möglichst nach oben) langsam nach unten in die 1,5er Zarge gedrückt. Gibst Du also zu früh nach oben mehr Raum, wird der Vorgang unterbrochen. Lösung: sicherstellen, dass die Königin in der untersten Zarge ist und Absperrgitter einlegen. Dann läuft oben die Brut aus und der Raum wird verhonigt. Ist aber auch nur suboptimal, da Du oben schlüpfende Drohnen einsperrst, die passen nicht durch das ASG ...


    Weitere Alternative für früh im Jahr: sobald das Volk einen Honigraum braucht, diesen als DNM1,5 aufsetzen. Wenn die ersten MWs ausgebaut sind, Königin suchen und mittels ASG nach oben sperren. Dann genau nach 21 Tagen Zargen tauschen => Brut unten sollte geschlüpft sein, Brut oben kurz davor. Nachteil des Ganzen: viel Unruhe, kaum Honigertrag, wenn überhaupt.


    Fazit für mich: Umwohnen immer über KS-Bildung ca. 2 Wochen vor Trachtende - wie oben bereits empfohlen.


    Gruß, Jörg

    Ich verstehe seine These so, dass durch die (fress)Schädigung des Fettkörpers wesentliche Funktionen des Bienenorganismus gestört würden.


    Von ihm als Funktionen des Fettkörpers genannt:

    1. Speicherung von Nährstoffen

    2. Entgiftung von Pestiziden

    3. Regulation von Hormonspiegeln

    4. "Produktion" der primären Immunantwort auf Bakterien,

    und dies seien 4 von 9 wichtigen Funktionen (welche sind die anderen?).


    Natürlich macht es für die Bekämpfung eines Parasiten einen Unterschied, ob dieser sich von Hämolymphe ernährt oder eines der inneren Organe frisst, wenn die Bekämpfung als Fressgift über den Wirt erfolgen soll (z.B. lokale Konzentration des Giftes im Fettkörper versus in der Hämolymphe?).


    Auch verändert sich für mich durch seine Hypothese der Blick auf die varroa-assoziierten Viruserkrankungen: es könnte eben nicht nur um eine generelle Schwächung der Biene durch Verlust an Hämolymphe gehen, sondern um eine direkte Schädigung der Immunabwehr.

    Das ist biologisch etwas ganz anderes ... auch wenn es erstmal imkerlich keinen wesentlichen Unterschied macht.


    Gruß, Jörg


    Wenn die Hornissen eine Biene erwischt haben, könnte man die leicht beseitigen, weil sie die dann atwas abseits erst mal „filetiert“. Dann sitzt die im Kraut vor der „Front“ und

    könnte leicht platt gemacht werden.

    Ich konnte der Versuchung bisher widerstehen. Es gibt Jahre, da sieht man gar keine Hornissen … dieses Jahr sind sie hier überall.

    Von „Plage“ aber noch weit entfernt.

    Grüße Ralf

    Ralf,

    gönn Deinen Hornissen doch das eine oder andere Bienenhäppchen. Die Flugbienen sind ja sowieso die Alten, die bald den Löffel abgeben - und es kommen sicher mehr nach, als die Hornissen erjagen werden.

    ... und wahrscheinlich holen sie sich ebensoviele Wespen - ganz unbemerkt, das siehst Du nicht.


    Gruß, Jörg

    Bis auf den einen Bienenbaum sind mir alle kaputt gegangen, den jetztigen konnte ich nur durch umpflanzen retten.Die Nähe zu meiner Thujenhecke hat die alle gekillt, bis ich den letzten rechtzeitig umpflanzte, seitdem ist er riesengroß geworden!

    Wie erklärst Du Dir den Zusammenhang von Thuja und nicht wachsen wollendem Bienenbaum?


    Gruß, Jörg