Beiträge von Imker2016

    Aber ich bin guter Dinge, da ich da bei FranzXR bin. Ich hatte 5-6 Stiche und es war lokal, spätestens da hätte es mich ja "übler" erwischen müssen.

    Schai mal in die weiter oben von ribes verlinkte Dissertation von Denise Wrobel auf Seite 23. Da siehr man sehr schön, dass die ersten drei Imkerjahre die gefährlichsten sind.

    Andere spielen Lotto - die Chance dort zu gewinnen ist wohl größer, als spontan einen allergischen Schock zum Opfer zu fallen.

    Da liegst du falsch, zumindest was den Sechser mit Zusatzzahl in der Allergielotterie angeht. Denn dort kann es SPONTAN zu dramatischen Zuständen kommen. Und wir bewegen uns im Prozentbereich bei den Allergieveranlagten - wenn es dort nur jeden Tausendsten mit einem tödlichen anaphylaktischen Schock trifft ist das deutlich mehr als im Lotto.

    Richtig ist dein Hinweis, dass eine Bienengiftallergie schnellstmöglich in eine Facharztbehandlung gehört. Falsch war dein Hinweis mit Stachel schnellziehen und der langfristigen Gewöhnung, dies gehört nicht in einen Threat zum Thema Allergie. Du fragst wozu ich den Imkern rate. Ein Anfang wäre, wenn die alle Imker vernünftig über dies "Berufs"-Risiko informiert wären, damit Fehlinformationen und Banalisierungen nicht zu Gefährdung der allergischen Imker führt.

    Wichtig ist, den Stachel schnell rausziehen, dann kann man sich nach etwas Gewöhnung alles andere sparen.

    Da sind sie wieder, die Hardcoreimker im T-Shirt mit ihren Thesen zur Allergie:thumbdown:. Allergien haben nichts mit imkerlicher Gewöhnung oder Dosierung zu tun. Ein Allergiker kann schon bei dem 10 Millionstel eines Stiches Reaktionen zeigen. So schnell kann man keinen Stachel ziehen. Die einzige Gewöhnung ist die Hyposensibilisierung und die findet nicht ohne Grund in Kliniken statt.

    Was meint ihr?

    Dass Dein Arzt da am besten Bescheid wissen dürfte :)

    Da sollte man sich nicht zu viel Hoffnung machen. Bienengift ist potenter als Wespengift und viele Ärzte können eine heftige Reaktion darauf nicht richtig einstufen. Auf Anhieb einen erfahrenen Insektengiftallergologen zu treffen ist nicht wahrscheinlich. Die Reaktion kann so unterschiedlich sein: alter der Biene, Menge, persönliche Gesundheits-Tagesform und natürlich auch Einstichstelle.

    Man muss nicht mit jedem Stich zum Arzt, auch wenn es dick wird. Aber wenn es untypisch wird Kreislauf, Atmung, Ganzkörperausschlag oder -Quaddeln dann SOFORT die 112 und nicht warten ob es vielleicht besser wird. Gerade in seinen jungen Imkerjahren sollte man genau auf sich achten (es gibt eine Dissertation dazu: nach den ersten allergiefreien Imkerjahren sinkt das Risiko rapide). Starke lokale Reaktionen können ein Vorbote einer Allergie sein.

    Vor allen sind nur 1 oder 2 Völker nicht empfehlenswert. Das Risiko von Totalverlusten im Winter ist damit ziemlich hoch. 6m Abstand zur Grundstücksgrenze reichen grundsätzlich aus, besonders gälte dies in Kombination mit einer 2,5m Hecke. Bienenvölker "funktionieren" mit Fluglöchern in alle Himmelsrichtungen, nach Süden ist es nur etwas wärmer und windgeschützter. Die geringste Belästigung ginge als bei einem Abflug Richtung Straße aus.

    Ich erkenne hauptsächlich einen Mangel an ausgebildetem Personal auf Behördenseite, was wiederum an der unzureichenden Ausstattung mit Geld liegt

    So ein blöder Allgemeinarzt kümmert sich genau um eine Art und wenn es kniffelig wird überweist er an Fachärzte. Die Tierärzte sollen dann alles können Säuger, Vögel, Fische und Insekten. Die Bienen stehen in der materiellen Wertigkeit hinter einem Forellenteich, einer Putenfarm, einem Milchbetrieb oder einer Schweinemast an. Umso höher ist die Arbeit der BSV zu bewerten und das diese Kompetenz vom Amt auch genutzt wird.

    Bienen Ede , den freien Imker, subjektiv und und vorurteilsbehaftet:evil:

    1.) Es ist Nonsens, dass der Vereinsimker seine Stände nicht selbst melden muss - zumindest in SH (Kreis Stormarn) ist das so.

    2.) Wir leben in einem föderalen und damit subsidären Staat. In Stadtstaaten (siehe AFB-Krise in Berlin) sind andere Maßnahmen nötig als auf Rügen und dort wiederum andere Maßnahmen als in Rostock. AFB ist zudem eine wirklich regionale Seuche (3km-Zirkelschlag) - bei entsprechenden Maßnehmen. Warum also nationale Zentralisierung?

    3.) Betrug mit Gesundheitszeugnissen oder die unvollständige Meldung von Ständen wird doch durch Freiwilligkeit nicht besser. Eher wird hier zu wenig durchgegriffen, warum werden AFB-"Tätern", zumindest im Wiederholungsfall nicht auch mal Ordnungsgelder oder zivilrechtliche Forderungen präsentiert

    4.) Das die Vereine (Landesverbände) in die Ausbildung von Bienensachverständigen investieren und du diese nicht auf "dem Hof" haben willst, sondern stattdessen eine neutrales Institut, macht es erheblich teurer und vermutlich nicht besser. Die Ausbildung der BSV, ihre Anerkennung durch die AmtsVet und ihre preiswerte, schnelle Hilfe ist ein echtes Pfund in unserem Land

    5.) Mein Imkerverein ist so alt, dass nicht nur mein Opa, sondern auch Ur- oder Ururopa Mitglied hätten sein können.

    6.) Der DIB verkauft keinen Honig.

    7.) Das politische Gejammere, dass wir in der EU eine Minderheit ohne Einfluss darstellen sehen andere EU-Staaten sicherlich völlig anders.

    Ich habe allerdings auch den Verdacht, dass das volle Programm gerne auch abgefahren wird um die Betten belegt zu halten.

    [...]

    Im echten Notfall muss man das Notfallset benutzen und TROTZDEM noch sofort zum Notarzt, sofern sich nicht umgehend eine Besserung einstellt.

    Die Reaktion kann aber noch viele Stunden später erfolgen, deswegen die lange Beobachtungszeit. Ich habe es im Krankenhaus erlebt, dass bei einer Wespenhyposensibilisierung 11 Stunden später der Kreislauf Probleme machte.

    Trotzdem einen "Daumen hoch" für deinen hervorgehobenen Hinweis auf den Notarzt. Ich hoffe aber, dass jeder Betroffenen dementsprechend gut aufgeklärt wurde. Im Anaphylaxie-Notfallplan steht die 112 übrigens vor der Medikamentengabe.