Beiträge von emk

    Vereine wie Mellifera e. V. scheinen gute Geschäfte damit zu machen, alle paar Jahre einen neuen noch "wesengemäßeren" Kasten anzubieten. Die "Bienenkiste" wurde ja sogar patentiert.


    Dazu stelle ich fest: "Die Bienenkiste" ist nicht patentiert - im Gegenteil: sie ist ein Open Source DIY Projekt. Die Bauanleitung steht kostenlos im Internet. Jeder kann sie nachbauen, und wenn er/sie mag, auch gerne verkaufen. Sofern wir den Anbieter für seriös halten, stellen wir ihn auf Anfrage kostenlos auf die Liste der "alternativen Anbieter". Das gilt in gleicher Weise für die Einraumbeute.
    Wir machen damit außerdem keine "guten Geschäfte". Als gemeinnütziger Verein setzen wir alle finanziellen Mittel ausschließlich für satzungsgemäße Zwecke ein, z.B. um kostenlose Dienstleistungen und Beratungen rund um die Beutensysteme und Betriebsweisen anbieten zu können.
    Und der Vollständigkeit halber: in 30 Jahren Vereinsarbeit hat Mellifera zwei Beutensysteme "herausgebracht".

    Bees: Das Schied reicht im Normalbetrieb so weit runter wie die Waben. Im freien Raum kann dann gefüttert werden. Es gibt aber auch Schiede, um den Raum ganz zu verschließen. Dann kannst Du mit den zwei äußeren Fluglöchern zwei Jungvölker in einer Beute halten.


    bienetotal: Du hast ja den "totalen" Durchblick! Vermutlich haben wir Dir auch die Enthüllung der "panama papers" zu verdanken ;-)

    Derartiger Firlefanz dient lediglich der Geschäftemacherei, deshalb gibt es dort auch eine schöne Internetseite mit viel Bohei darum herum.


    Mellifera e. V. ist ein gemeinnütziger Verein. Gerade war wieder Jahreshauptversammlung, wo über jeden Pfennig Rechenschaft abgelegt wird. Die Beuten werden kostendeckend verkauft. In den vergangenen Jahren gab es dabei z.T. sogar eher Verluste. Die Beuten werden aus gutem Holz von einer Behindertenwerkstatt in Deutschland produziert. Das hat seinen Preis und die Nachfrage ist so groß, dass sie mittlerweile ausverkauft sind.
    Dass die "schöne Internetseite" nicht der Geschäftemacherei dient, kann man vielleicht auch daran ablesen, dass parallel zur neuen ERB eine Low-Cost-Selbstbauanleitung veröffentlicht wurde und dass dort ohne Ansehen der Person alle weiteren Anbieter von ERBs gelistet werden. Denn auf der ERB gibt es kein Patent o.ä. Wenn Du sie billiger herstellen und anbieten willst, wirst auch Du in die Liste aufgenommen.


    Bauanleitung: https://www.mellifera.de/blog/…umbeute-bauanleitung.html
    ERB-Anbieter-Übersicht: https://www.mellifera.de/angeb…native-bezugsquellen.html

    Lieber Bernhard,
    danke, dass Du Deine Erfahrungen so konkret hier teilst.

    Wie ich bei extensiv geführten Völkern ohne Behandlung auskomme:
    (...)


    Ich habe eine Frage zur Datenbasis: Auf wie viele Völker und Überwinterungen beziehen sich diese Erfahrungen? Hast Du einzelne Maßnahmen auch getrennt voneinander untersucht (z.B. "keine Sommerhonigernte") ohne andere Faktoren zu ändern?


    Wie ist die Geschichte der so (nicht-)behandelten Völker? Überstehen sie mehrere WInter (wie viele) ohne Behandlung, oder finden dazwischen doch gelegentlich massive Eingriffe statt, wie z.B. Auflösen von Völkern, komplette Brutentnahme, o.ä.? Wie bewertest Du es, wenn ein Volk im Laufe der Jahre nicht mehr die gewünschte Stärke erreicht und im weiteren Verlauf dann evtl. aufgelöst werden muss? Ist es für Dich dann ein Völkerverlust trotz extensiver Betriebsweise, oder wird der Völkerverlust nicht als solcher gezählt, weil das Volk ja nicht die nötigen Kriterien für Nichtbehandeln ("starkes Volk zu jeder Zeit") erfüllt hat?


    Erhard