Beiträge von kelte

    Guten Abend,
    Zum Thema Einweghandschuhe anzumerken:
    Speziell Latexhandschuhe können stark mit Dithiocarbamaten belastet sein - diese Stoffe werden bei der Herstellung der Handschuhe als Weichmacher eingesetzt und gehören zu einer Substanzklasse, die auch als Fungizide eingesetzt wird (Ferbam, Mancozeb, Maneb, Metiram, Propineb, Thiram, Zinebun und Ziram).
    Da diese Stoffe fettlöslich sind ist nicht auszuschliessen, dass Rückstände im Wachs verbleiben und bei einer Analyse der Verdacht auf Fungizidbelastung entsteht.
    Einige Bioverbände raten daher davon ab, Bioprodukte mit Latexhandschuhen zu berühren.
    Eine Liste von unbedenklichen Einwegprodukten findet sich hier:
    http://www.bioaktuell.ch/de/ad…texhandschuhe.html#c11164
    D.h. dies spricht auch für Nitrilhandschuhe.
    Viele Grüsse
    kelte

    .... was ich schon die ganze Zeit sage, das Bio Mittelwände nichts als ein Marketing Gag sind bei dem sich jemand unter dem Namen Bio nochmal extra die Taschen voll macht.
    Was die Diskussion mir aber zeigt, wir sollten alle mal unser Wachs untersuchen lassen, ich würde darauf wetten, das es im Vergleich vor 20 Jahren deutlich besser geworden was die Rückstände angeht.


    Guten Morgen.


    jetzt wird mir das Bio-Bashing unerträglich:
    Wenn ein Wachsverabeiter "Bio"-Mittelwände herstellt und in Verkehr bringt, so hat er doch erhebliche Mehrkosten für die Dokumentation des Warenflusses und die Analytik zu tragen. Das sich dies im Verkaufpreis niederschlagen muss und nicht reines Marketing ist dürfte nachvollziehbar sein. Die Bezeichnung "Bio-Wachs" an sich ist nicht korrekt - da sich der Bio-Begriff der aktuellen EU-ÖKO-Verordnung auf Lebensmittel beschränkt. Es geht dabei um rückstandsfreies Wachs aus Öko-Betrieben.


    Alleine aufgrund der ständig sinkenden Nachweisgrenzen und Weiterentwicklung der Analytik ist heute sicherlich mehr nachweisbar als vor 20 Jahren - daher jede Wette gegen die obige Aussage.


    Lt. Jahresbericht 2014 der Uni Hohenheim (https://bienenkunde.uni-hohenh…_Bienenpflege_03_2015.pdf)
    "Es wurden 784 Wachsproben aus dem In- und Ausland analysiert. Etwa ein Drittel der einheimischen Proben und ein Großteil der Auslandsproben stammte von Ökobetrieben, weshalb die Wachsergebnisse nicht repräsentativ für die aktuelle Rückstandssituation sein können...Das Wachs der Öko-Imkereien ist bezüglich der o. a. Wirkstoffe entweder unbelastet oder wesentlich seltener belastet. Von den Pflanzenschutzmittelwirkstoffen im Analysenprogramm konnte keiner in den Wachsproben nachgewiesen werden."


    Biologische Landwirtschaft und Imkerei führen also nachweislich zu geringerer Belastung im Wachs und damit ja auch im Honig.
    Dies ist nicht aufgrund der Tatsache, dass zum Umstellungsbeginn ein paar rückstandsfreie Mittelwände zugekauft wurde, sondern aufgrund
    1. mehr Naturbau (in den Richtlinien aller Bio-Verbände vorgeschrieben - in unterschiedlichem Ausmaß)
    2. Ausscheiden von Altwachs aus dem Betrieb (es soll eben ausdrücklich keinen Wachskreislauf geben)
    3. weniger belastete Umwelt im Flugradius
    4. Wachsumarbeitung bei kontrollierten Betrieben bzw. wenn Zukauf, dann rückstandsfrei aus anderen Bio-Imkereien


    Wieder wird ein an sich gutes Konzept (Bio-Landwirtschaft) wegen Fehlverhalten Einzelner (Afrika-Wachs-Importeure) verteufelt.


    kelte

    Druck über die Nachfrage - das ist die Lehrbuchtheorie.
    Die Lebensmittelskandale der Vergangenheit zeigen aber, dass in einem meist nur kurzen Hype die Nachfrage nach den betroffenen "Skandalprodukten" einbricht, der Verbraucher dann aber in das alte Konsumverhalten zurückkehrt.
    Gerade beim Bier ist die Markentreue sehr ausgeprägt. Ein Trinker der Marke XYZ wird trotz Glyphosat bei seiner Kaufentscheidung bleiben und sich sagen "das Zeug ist eh überall drin".
    Womit er nicht ganz unrecht hat: PSM und Umweltgifte verteilen sich langfristig statistisch in der Umwelt - es wird immer schwieriger rückstandsfreie Produkte zu erzeugen - das spüren viele Biobetriebe und vor allem Bio-Imker.
    Dann kommt noch hinzu, dass der Mehrheit der Deutschen eine nachhaltige und gesunde Ernährung im Endeffekt nicht viel (Geld) wert ist. Der Anteil Ernährung an den gesamten Konsumausgaben ist vergleichsweise niedrig. Vielen Deutschen ist der jährliche Malle-Urlaub mit all-you-can eat&drink sowie alle drei Jahre eine neues Automodell wichtiger.
    Daher glaube ich, dass es die Information des Verbrauchers und seine Nachfrage"macht" nicht alleine richten werden.
    Hinzu kommen muss auch mehr Druck von oben durch Politik und Verbände auch auf die Erzeugerseite - da müssen wir alle ran, bei jeder Wahlentscheidung.
    Und das allerwichtigste: Bildung von Produzent und Verbraucher.
    Solange in der Ausbildung der Gärtner und Landwirte die konventionelle Produktion der Standard und Bio die Ausnahme ist, wird sich nicht viel ändern.
    Solange ausgelernte Junglandwirte nur Spritzschemen für PSM herunterbeten können, aber von Bestäuberökologie keine Ahnung haben, solange sie noch nie ein wegen PSM-Vergiftung sterbendes Bienenvolk gesehen, oder ein Fischsterben in einem Gewässer wegen Substrateintrag erleben konnten, wächst eine neue chemiehörige Generation von Söldnern der Agrarchemie heran (die Berufsbezeichnung Landwirt oder Bauer sollte man diesen Personen nicht gönnen), die schwierig zur Wende zu bewegen sein wird.
    Auch wenn der Satz mancherorts gerade von Idioten missbraucht wird: WIR sind das Volk!
    Wir müssen der Agrarmafia einheizen !

    Hallo Sebastian


    Dein Thema passt zu dieser aktuellen Diskussion bei der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen:
    http://teca.fao.org/discussion…gauging-beekeeping-sector


    Die FAO hat auch Statistiken zum weltweiten Honighandel (Mengen und Werte) zwischen Staaten- siehe hier:
    http://faostat3.fao.org/search/honey/E


    Ferner würde ich bei den einschlägigen Verbänden nachfragen - Deutsche / Europäische oder Globale (=Apimondia).


    kelte

    Moin
    Gelesen habe ich auch, daß die Bienenlarve in ihrer Endphase eine Spinndrüse aktiviert.
    So vermute ich nun. daß die fertige Biene auch solch eine Drüse besitzt.
    Elk


    Die fertige Biene hat keine Spinndrüsen mehr.
    Die Spinndrüsen der Larven (bei Drohn, Arbeiterin und Königin) verwandeln sich während der Metamorphose zur Kopfspeicheldrüse (bei Arbeiterin und Königin) bzw. verkümmern (beim Drohn).
    Die Kopfspeicheldrüse (paarig, mündet im Rüssel) scheidet ein öliges Sekret aus, dass die Biene zur Be- und Verarbeitung von Wachs nutzt (so wird vermutet).


    kelte

    Nach wie vor ist es mir nicht gelungen, Untersuchungen von Obst und Fruchtsäften bzw. Wein auf Glyphosat zu finden.
    Wenn man sich mit der gängigen Praxis befasst, die ich hier ständig vor Augen habe, Obstbaum- und Rebreihen mit Glyphosat zu entkrauten, wäre zu erwarten, daß sich hier ähnliche Verhältnisse finden lassen.


    Weiß da jemand mehr?


    Der Bienenfreund


    Mehr zum Thema Rückstände bei Tafeltrauben:
    http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1840&Pdf=No&lang=DE
    Es finden sich auch in deutschen Tafeltrauben Rückstände des Glyphosat-Metaboliten über der Höchstmenge: Zitat "In der zweiten einheimischen Probe lag der nachgewiesene Gehalt für den Stoff Trimethylsulfonium-Kation, der sich bei der Verwendung von Glyphosat bildet, mit 0,21 mg/kg Trauben deutlich über der gesetzlich festgelegten Höchstmenge von 0,05 mg/kg Trauben. Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten, sind in Deutschland für eine Anwendung bei Tafeltrauben zugelassen."


    Bzgl. Gerstenmalz sollten wir uns von der Illusion des guten "einheimischen" Malzes und der giftigen Produkte aus dem Ausland verabschieden.
    Die zu uns importierte Braugerste kommt v.a. aus UK, Frankreich, Dänemark, Schweden, Irland und wird dort unter den gleichen rechtlichen Bedingungen produziert wie deutsche Ware.


    So langsam sollte sich doch die Erkenntnis breit machen, dass die in Deutschland Jahr für Jahr versprühten über 40 Tausend Tonnen PSM-Gifte sich nicht nach Anwendung vollständig in CO2 und Wasser auflösen, sondern in der Umwelt, Wasser, Boden, Nahrung - und in uns - verbleiben.


    Empörung über ein paar Brauereien, die unser Grundnahrungsmittel Bier vergiften hilft da wenig. Es gibt nur eine korrekte Lösung: Schluss mit dem Agrarwahnsinn !


    kelte

    Hallo Rekmi


    Wenn man die Nährtwertangaben aus Tabellen errechnet läuft man Gefahr, dass man die zulässigen Toleranzen (Analyse vs. Angabe) überschreitet.
    Dann ist man schnell beim Tatbestand "Irreführung des Verbrauchers".
    Ein allgemein anerkanntes Standardwerk dazu ist der "Souci Fachmann Kraut", den es inzwischen auch als Online Datenbank gibt: http://www.sfk.online/#/home
    Ansonsten siehe wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Honig#Zusammensetzung


    Viele Grüsse
    kelte

    Hier sind meine Belege für das Gegenteil, also dafür, dass es sehr wohl genetisch stachellose Brombeerkultivare gibt



    Und das Bundessortenamt schreibt hier auf Seite 87:


    https://www.bundessortenamt.de…PDF/bsl_himbeere_2006.pdf
    "...unbestachelte Sorten bilden bei dieser Vermehrungsart in der Regel wieder bestachelte Ruten aus, da bei den meisten Sorten die für die Stachellosigkeit verantwortlichen Gene nur in den äußeren Rindenschichten der oberirdischen Pflanzenteile, nicht jedoch in der Rhizodermis vorhanden sind (sogenannte Mantel- oder Periklinalchimären)."
    D.h. zugeöassene stachellose Sorten sind bis heute überwiegend Chimären.

    Viele Grüsse
    kelte

    Zitat

    Nein, das stimmt nicht mehr. Früher, bei den ersten hierzulande erhältlichen stachellosen Brombeersorten, gab es sogenannte Gewebechimären. Da kam es vor, dass bestachelte Sprosse aus Wurzelausläufern kamen. Und vielleicht hatten auch selbstausgesäte Pflanzen wieder Stacheln, das weiß ich nicht, war vor meiner Zeit.


    Die Stachellosigkeit der Brombeere ist nach wie vor nur in Form von sogenannten Mantel- oder Periklinalchimären verfügbar, d.h. die Gene der Stachellosigkeit ist nur in
    den äußeren Rindenschichten der oberirdischen Pflanzenteile verankert. Wurzelschnittlinge bilden also wieder stachelige Trieb aus.


    Aber das sollte ja nicht davon abhalten eine solche Sorte zu pflanzen. Wie Re-Mark schreibt, kann das ja über lange Zeit gut gehen.


    kelte

    Der IVA - "Industrieverband Agrar" (=Bayer, Syngenta, BASF, Dow....) setzt seine Aktion "Schau ins Feld" auch in 2016 fort und sucht dazu Landwirte, die auf einem Feld eine Nullparzelle (d.h. Teilstück ohne jegliche PSM / Kunstdünger) anlegen und dazu eine Tafel anbringen, auf der unter der Überschrift "Ernte in Gefahr"zu lesen ist, welche Konsequenzen zu befürchten sind, wenn nicht behandelt würde.


    Seit dem 1. Februar können sich Landwirte hier registrieren und die kostenlose Schautafel bestellen -für die Veröffentlichung im Internet und die Öffentlichkeitsarbeit durch Pressevertreter sorgt dann der IVA
    http://www.die-pflanzenschuetz…fenster.html#.VrZJ7lLIuec
    Schade nur, dass alleine der Blick auf die im Web gezeigte Nullparzelle die Argumente schon entkräftet: Blüten- und Artenvielfalt in der Nullparzelle - sterile totgespritzte Monokultur im Hintergrund.


    Ganz perfide wird hier versucht den Verbraucher zu verdummen anhand der Mär von den bedrohten Ernten bei fehlendem Gifteinsatz -- tausende Biolandwirte beweisen Tag für Tag wie verlogen dieses Geschwätz ist.


    Man sollte sich die Mühe machen und neben den Schildern des IVA eine Tafel mit den Fakten einzupflocken, auf der es heisst "Zukunft in Gefahr - lieber Nullparzelle als Nullverstand..."


    kelte

    Werner,


    vielen Dank für die genialen Fotos und Videos !
    Die Mauerbienen sind mir in den letzten Wochen auch beim Blütenbesuch aufgefallen - sie sammeln schon im einstelligen Temperturbereich, auch wenn sonst noch kaum was fliegt. Was weis man eigentlich über die Evolution dieser Gattung - haben sie sich vor den Staatenbildenden entwickelt ? Auffällig ist ja die meist starke Behaarung der Wildbienen und Hummeln - scheint mit einem Nutzen verbunden zu sein, der bei der Honigbiene nicht mehr erforderlich war ?
    Die Mauerbienen sind doch angeblich in ihrem Bestand nicht bedroht - im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen-Arten. Dies ist doch erstaunlich, da die Verarmung unserer Lanschschaft, Pestizide etc. auch die Mauerbienen beinträchtigen müsste ? Ein paar Aldi/Lidl-Insektenhotels werden zum Erhalt der Population ja keinen positiven Beitrag leisten.


    Viele Grüsse
    Kelte