Beiträge von kelte

    Hallo Dagernova,
    wenn der Lehrer oder die Eltern Dir unterschreiben, dass Du keine Haftung übernimmst ist das wirkungslos: Dies wäre ein Vertrag zu Lasten Dritter (des Kindes), d.h. ihr könnt nicht vereinbaren, dass das Kind auf sein Recht auf körperiche Unversehrtheit verzichtet.
    Auch das Vorliegen einer Imker-Haftpflicht bringt Dir nichts/wenig, wenn Du nicht lediglich fahrlässig handelst.
    Ich empfehle Dir neben gründicher Unterweisung der Lehrer/Kinder/Eltern über die Gefahren am Bienenstand (möglichst dokumentieren) vor allem für einen Stichschutz für alle Besucher Deines Standes zu sorgen.
    kelte

    C. pilicornis wohl auch nicht, da Tanne.
    Wenn die Tiere 4-5 mm gross sind, tippe ich auf Cinara curvipes (=Mattschwarze Tannenrindenlaus), die um 2000 aus Nordamerika zu uns eingewandert ist.
    Kolonien dieser Art sollen bis Oktober Honigtau liefern (allerdings mit hohem Gehalt an dem Dreifachzucker Raffinose).
    Wintereier überleben - auch erwachsene Tiere sollen -10 Grad überstehen können.
    kelte

    Neben dem Buch von Dr. Liebig gibt es auch noch gute - aber ältere - Literatur von Dr. Pechhacker oder Kloft. Diese Bucher kann man vermutlich nur noch gebraucht erwerben.


    Wenn man neben der Theorie auch aktuelle Praxis vom Profi erleben will kann ich einen 3-tägigen Kurs zur Waldtracht an der Imkerschule Landsberg empfehlen (mit Exkursion in den Schwarzwald). Wann der Kurs wieder angeboten wird, bitte dort erfragen.


    kelte


    Ich habe die Möglichkeit meine Bienen in den Buchweizen zu stellen, bin mir aber nicht sicher, ob dies eine gute Idee ist.
    Wie seht ihr das? Schließlich wird der Buchweizen ja zumindest einen Teil des Winterfutters ausmachen (hoffe ich zumindest)
    Wie ich bereits gelesen habe, ist es in Lettland wohl keine so gute Idee, ist es in Deutschland möglich?


    Im Urlaub im Kärtener Rosental (Grenze zu Slowenien) hat man uns dort im Imkereimuseum Kirschtheuer berichtet, dass früher aus ganz Österreich Bienenvölker im Sommer zur Buchweizentracht ins Rosental verbracht wurde, um dort ihr Winterfutter zu sammeln.
    Der Buchweizen wurde (und wird) dort zur Körnergewinnung als Hauptkultur angebaut. Er hat ja die Eigenschaft nicht gleichzeitig abzublühen, d.h. auch zum Druschzeitpunkt hat man noch Blüten im Bestand.
    Stell doch Deine Frage in einem Österreichischen Imkerforum - vielleicht gibt es dort zu diesem Thema erfahrene Imker ?


    Viele Grüse
    kelte

    Hallo Hannah Honig,


    Honig wird in der Wundheilung erfolgreich eingesetzt, weil
    1. Honig die Wunde feucht hält (wie eine Invertzuckerlösung) und damit den Wundverschluss beschleunigt
    2. Sauer ist (niedriges pH) und damit einen Teil der Mikroorganismen dezimiert - d.h. saure Blütenhonige sind hier tendenziell wirksamer als Honigtauhonige
    3. Eine hohe Stoffkonzentration hat (Osmolarität) und damit weitere Mikros ausschaltet (wie beim Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Pökelsalz oder Zuckerzugabe bei Marmelade)
    4. Durch das Enzym GOX Peroxid freisetzt, das bakteriostatisch und auch keimtötend wirkt
    5. MGO (Methylglyoxal) enthalten kann (nur wenn chemische Vorstufen des MGO im Nektar bestimmter Trachtpflanzen enthalten sind) - bekannt dafür ist der Manuka-Honig. Bei uns kann man v.a. bei Edelkastanienhonig MGO nachweisen, jedoch ein Vielfaches niedriger als bei Manukahonig.


    Als Imker eine Anwendung zur Wundheilung ausloben würde ich unterlassen - insofern bringt auch das GOX-Siegel nichts.
    Der Medihoney aus Manukahonig wird durch Gamma-Bestrahlen sterilisiert. Unbehandelter Honig ist nun mal nicht steril und sollte daher auch nicht vom Laien in offene Wunden geschmiert werden.


    kelte

    Ich verwende die Leinölfirnis von Auro. Lässt sich erwärmt auch mit der Sprühpistole schnell auftragen und mit einem Lappen oder Pinsel einreiben. Trocknet in 2 bis 4 Tagen - je nach Witterung.
    Wenn man Propolispulver zusetzt bekommt die Beute eine gelblich bis rötliche Färbung - je nach Herkunft der Propolis.
    Pinsel auswaschen geht mit Schmierseife.

    ... Kennt einer eine Verordnung in der die zuviel eingefüllten Mengen (unlauterer Wettbewerb) geregelt sind?


    Das ist meines Wissens nicht mengengenau geregelt.
    Laut Fertigverpackungsverordnung muss man ja die Sollmasse im Mittel einhalten, d.h. es muss zum Ausgleich von Minusmengen bei einzelnen Packungen auch eine "Überfüllung" mögich sein.
    Solange für den Kunden nicht erkennbar ist, dass das Produkt mehr Menge enthält als ausgelobt, kann ja aus meiner Sicht kein Problem mit dem Wettbewerbsrecht (Verschenken von Ware) oder Irreführung von Verbrauchern bestehen.
    Schwierig dürfte es dagegen dann werden, wenn der Hersteller / Imker, dem Kunden zusichert, dass im Glas mehr drin ist als draufsteht oder wenn es für den Kunden offensichtlich zu erkennen ist.
    kelte

    zukunft?
    Eher Rückschritt, weil gute landwirtschaftliche Praxis nicht mehr eingehalten wird.
    Mit ordenlichem Zerkleinern der Maisstoppeln und Tiefpflügen lässt sich auch der Zünsler problemlos in den Griff bekommen - ganz ohne Baywa-Drohnen-Schnickschnack.
    kelte

    ..naja der Landwirt setzt hier nur das um, was die EU fordert und das nennt sich "Greening".
    Wenn konventionelle Landwirte mehr Fördergelder in Form von Direktzahlungen der EU erhalten möchten, müssen sie die Greening-Auflagen erfüllen und dazu gehört unter anderem der Anbau von Zwischenfrüchten, die bis spätestens 15. Februar des Folgejahres stehen bleiben müssen und dann gemulcht werden dürfen.
    Aus Sicht des Boden-, Gewässer- und Trinkwasserschutzes macht das ja Sinn.
    Zur Förderung von Artenvielfalt blütenbesuchender Insekten sind die entweder bis November blühenden Zwicchenfrüchte oder die im Frühjar blühenden und dann abgemulchten Flächen von fragwürdigem Nutzen.
    kelte

    Guten Abend,
    Zum Thema Einweghandschuhe anzumerken:
    Speziell Latexhandschuhe können stark mit Dithiocarbamaten belastet sein - diese Stoffe werden bei der Herstellung der Handschuhe als Weichmacher eingesetzt und gehören zu einer Substanzklasse, die auch als Fungizide eingesetzt wird (Ferbam, Mancozeb, Maneb, Metiram, Propineb, Thiram, Zinebun und Ziram).
    Da diese Stoffe fettlöslich sind ist nicht auszuschliessen, dass Rückstände im Wachs verbleiben und bei einer Analyse der Verdacht auf Fungizidbelastung entsteht.
    Einige Bioverbände raten daher davon ab, Bioprodukte mit Latexhandschuhen zu berühren.
    Eine Liste von unbedenklichen Einwegprodukten findet sich hier:
    http://www.bioaktuell.ch/de/ad…texhandschuhe.html#c11164
    D.h. dies spricht auch für Nitrilhandschuhe.
    Viele Grüsse
    kelte

    .... was ich schon die ganze Zeit sage, das Bio Mittelwände nichts als ein Marketing Gag sind bei dem sich jemand unter dem Namen Bio nochmal extra die Taschen voll macht.
    Was die Diskussion mir aber zeigt, wir sollten alle mal unser Wachs untersuchen lassen, ich würde darauf wetten, das es im Vergleich vor 20 Jahren deutlich besser geworden was die Rückstände angeht.


    Guten Morgen.


    jetzt wird mir das Bio-Bashing unerträglich:
    Wenn ein Wachsverabeiter "Bio"-Mittelwände herstellt und in Verkehr bringt, so hat er doch erhebliche Mehrkosten für die Dokumentation des Warenflusses und die Analytik zu tragen. Das sich dies im Verkaufpreis niederschlagen muss und nicht reines Marketing ist dürfte nachvollziehbar sein. Die Bezeichnung "Bio-Wachs" an sich ist nicht korrekt - da sich der Bio-Begriff der aktuellen EU-ÖKO-Verordnung auf Lebensmittel beschränkt. Es geht dabei um rückstandsfreies Wachs aus Öko-Betrieben.


    Alleine aufgrund der ständig sinkenden Nachweisgrenzen und Weiterentwicklung der Analytik ist heute sicherlich mehr nachweisbar als vor 20 Jahren - daher jede Wette gegen die obige Aussage.


    Lt. Jahresbericht 2014 der Uni Hohenheim (https://bienenkunde.uni-hohenh…_Bienenpflege_03_2015.pdf)
    "Es wurden 784 Wachsproben aus dem In- und Ausland analysiert. Etwa ein Drittel der einheimischen Proben und ein Großteil der Auslandsproben stammte von Ökobetrieben, weshalb die Wachsergebnisse nicht repräsentativ für die aktuelle Rückstandssituation sein können...Das Wachs der Öko-Imkereien ist bezüglich der o. a. Wirkstoffe entweder unbelastet oder wesentlich seltener belastet. Von den Pflanzenschutzmittelwirkstoffen im Analysenprogramm konnte keiner in den Wachsproben nachgewiesen werden."


    Biologische Landwirtschaft und Imkerei führen also nachweislich zu geringerer Belastung im Wachs und damit ja auch im Honig.
    Dies ist nicht aufgrund der Tatsache, dass zum Umstellungsbeginn ein paar rückstandsfreie Mittelwände zugekauft wurde, sondern aufgrund
    1. mehr Naturbau (in den Richtlinien aller Bio-Verbände vorgeschrieben - in unterschiedlichem Ausmaß)
    2. Ausscheiden von Altwachs aus dem Betrieb (es soll eben ausdrücklich keinen Wachskreislauf geben)
    3. weniger belastete Umwelt im Flugradius
    4. Wachsumarbeitung bei kontrollierten Betrieben bzw. wenn Zukauf, dann rückstandsfrei aus anderen Bio-Imkereien


    Wieder wird ein an sich gutes Konzept (Bio-Landwirtschaft) wegen Fehlverhalten Einzelner (Afrika-Wachs-Importeure) verteufelt.


    kelte

    Druck über die Nachfrage - das ist die Lehrbuchtheorie.
    Die Lebensmittelskandale der Vergangenheit zeigen aber, dass in einem meist nur kurzen Hype die Nachfrage nach den betroffenen "Skandalprodukten" einbricht, der Verbraucher dann aber in das alte Konsumverhalten zurückkehrt.
    Gerade beim Bier ist die Markentreue sehr ausgeprägt. Ein Trinker der Marke XYZ wird trotz Glyphosat bei seiner Kaufentscheidung bleiben und sich sagen "das Zeug ist eh überall drin".
    Womit er nicht ganz unrecht hat: PSM und Umweltgifte verteilen sich langfristig statistisch in der Umwelt - es wird immer schwieriger rückstandsfreie Produkte zu erzeugen - das spüren viele Biobetriebe und vor allem Bio-Imker.
    Dann kommt noch hinzu, dass der Mehrheit der Deutschen eine nachhaltige und gesunde Ernährung im Endeffekt nicht viel (Geld) wert ist. Der Anteil Ernährung an den gesamten Konsumausgaben ist vergleichsweise niedrig. Vielen Deutschen ist der jährliche Malle-Urlaub mit all-you-can eat&drink sowie alle drei Jahre eine neues Automodell wichtiger.
    Daher glaube ich, dass es die Information des Verbrauchers und seine Nachfrage"macht" nicht alleine richten werden.
    Hinzu kommen muss auch mehr Druck von oben durch Politik und Verbände auch auf die Erzeugerseite - da müssen wir alle ran, bei jeder Wahlentscheidung.
    Und das allerwichtigste: Bildung von Produzent und Verbraucher.
    Solange in der Ausbildung der Gärtner und Landwirte die konventionelle Produktion der Standard und Bio die Ausnahme ist, wird sich nicht viel ändern.
    Solange ausgelernte Junglandwirte nur Spritzschemen für PSM herunterbeten können, aber von Bestäuberökologie keine Ahnung haben, solange sie noch nie ein wegen PSM-Vergiftung sterbendes Bienenvolk gesehen, oder ein Fischsterben in einem Gewässer wegen Substrateintrag erleben konnten, wächst eine neue chemiehörige Generation von Söldnern der Agrarchemie heran (die Berufsbezeichnung Landwirt oder Bauer sollte man diesen Personen nicht gönnen), die schwierig zur Wende zu bewegen sein wird.
    Auch wenn der Satz mancherorts gerade von Idioten missbraucht wird: WIR sind das Volk!
    Wir müssen der Agrarmafia einheizen !