Beiträge von kelte

    Dann schau auf einer langjährigen Mulch-, oder Direktsaatfläche (wofür entsprechend oft Glyphosat und wietere PSM eingesetzt werden) und dann schau auf einer Fläche mit geringem, oder garkeinen Pflanzenschutz und dafür häufiger intensiver Bodenbearbeitung, z.B. auf einem "Bio-Acker".

    Dann überleg nochmal wo Du "lebendigen" und wo "toten" Boden siehst.


    Es ist eine Mär von Agrochemie und Bauernverband, dass im Intensivackerbau mehr Bodenleben entsteht. Viele langjährige Studien auch von nicht Bio-nahen Institiuten haben gezeigt, dass im Biolandbau mehr Artenvielfalt auch auf und unter der Bodenoberfläche vorliegt, trotz mehr mechanischer Bodenbearbeitung. Bzgl Regenwürmer gibt es weit mehr als zwei Arten in unseren Böden - übrigen am wenigsten in intensiven Mais-Fruchtfolgen und signifikant mehr bei Bio-Bewirtschaftung. Wir beklagen zur Zeit das Artensterben bei den Fluginsekten - was wir nicht zur Kenntnis nehmen, dass das Artensterben auf und unter der Bodenoberfläche weitergeht - im wesentlichen aufgrund der persistenten Agrochemie und der industriellen nicht bodenschonenden Agrartechnik

    Die Story vom tollen Bodenleben aufgrund Glyphosat-Mulchsaat kann nur glauben, wer nicht kritisch denken kann oder will und auch sonst Bayer & Co & DBV alle Geschichtchen abnimmt.

    kelte

    Wie kann es sein, dass IMKER den Anbau dieser Pflane auch noch begrüßen und fördern wollen?!?


    1. Weil die Silphie - zumindest in meinem Bestand - sehr rege von Honig-, Wildbiene, Hummel etc. beflogen wird und sichtbar Pollen von dort eingetragen wird

    2. Weil der Pollen hochwertiger als Maispollen ist und unbelastet von Pestiziden und die Pollenvielfalt im Spätsommer verbessert

    4. Weil der "Mähtod" hier im Vergleich zur Wiesenmahd eine geringere Rolle spielt, da Ernte im September/Oktober auch bei Nichtflugwetter / Regen / Dunkelheit - solange die Felder befahrbar sind

    5. Weil sich auch Imker für rückstandsfreies, nitrat - und pestizidarmes/freies Grundwasser einsetzen sollten und für den nachhaltigen Erhalt der Fruchtbarkeit des Bodens (Vermeidung Bodenerosion) und für mehr Vielfalt an Blühpflanzen auf unseren Feldern

    kelte

    Das schweizerische Bienenforschungszentrum hat Mahd-Verluste untersucht (siehe Veröffentlichung aus 2001) und Verluste von 24.000 Bienen/ha bei Kleegras bis 90.000/ha bei Phacelia festgestellt und empfiehlt der Praxis:


    Faustregel:

    Sind mehr als 1 Biene/m² vor dem Mähen im Bestand zu beobachten, sollte das Mähen unterlassen werden.


    • Bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen mähen, hier erfolgt weniger Bienenflug.
    • frühmorgens vor 7 Uhr oder abends nach 18 Uhr mähen, insbesondere bei Schönwetterlagen
    • Mähwerke ohne Aufbereiter verwenden oder am besten (Doppel)Messerbalkenmähwerke (die auch nur einen Bruchteil der Energie zur Mahd brauchen im Vergleich zu Rotationsmähwerken). Ein Hersteller (BB-Umwelttechnik) hat dafür 2016 den Europäischen Bienenpreis der Landtechnikhersteller gewonnen.
    • Mähaufbereiter ausschließlich zu Zeitpunkten geringer Bienenaktivität einsetzen.
    • Greeningflächen ausserhalb des Bienenflugs mulchen


    kelte

    Hallo Dagernova,
    wenn der Lehrer oder die Eltern Dir unterschreiben, dass Du keine Haftung übernimmst ist das wirkungslos: Dies wäre ein Vertrag zu Lasten Dritter (des Kindes), d.h. ihr könnt nicht vereinbaren, dass das Kind auf sein Recht auf körperiche Unversehrtheit verzichtet.
    Auch das Vorliegen einer Imker-Haftpflicht bringt Dir nichts/wenig, wenn Du nicht lediglich fahrlässig handelst.
    Ich empfehle Dir neben gründicher Unterweisung der Lehrer/Kinder/Eltern über die Gefahren am Bienenstand (möglichst dokumentieren) vor allem für einen Stichschutz für alle Besucher Deines Standes zu sorgen.
    kelte

    C. pilicornis wohl auch nicht, da Tanne.
    Wenn die Tiere 4-5 mm gross sind, tippe ich auf Cinara curvipes (=Mattschwarze Tannenrindenlaus), die um 2000 aus Nordamerika zu uns eingewandert ist.
    Kolonien dieser Art sollen bis Oktober Honigtau liefern (allerdings mit hohem Gehalt an dem Dreifachzucker Raffinose).
    Wintereier überleben - auch erwachsene Tiere sollen -10 Grad überstehen können.
    kelte

    Neben dem Buch von Dr. Liebig gibt es auch noch gute - aber ältere - Literatur von Dr. Pechhacker oder Kloft. Diese Bucher kann man vermutlich nur noch gebraucht erwerben.


    Wenn man neben der Theorie auch aktuelle Praxis vom Profi erleben will kann ich einen 3-tägigen Kurs zur Waldtracht an der Imkerschule Landsberg empfehlen (mit Exkursion in den Schwarzwald). Wann der Kurs wieder angeboten wird, bitte dort erfragen.


    kelte


    Ich habe die Möglichkeit meine Bienen in den Buchweizen zu stellen, bin mir aber nicht sicher, ob dies eine gute Idee ist.
    Wie seht ihr das? Schließlich wird der Buchweizen ja zumindest einen Teil des Winterfutters ausmachen (hoffe ich zumindest)
    Wie ich bereits gelesen habe, ist es in Lettland wohl keine so gute Idee, ist es in Deutschland möglich?


    Im Urlaub im Kärtener Rosental (Grenze zu Slowenien) hat man uns dort im Imkereimuseum Kirschtheuer berichtet, dass früher aus ganz Österreich Bienenvölker im Sommer zur Buchweizentracht ins Rosental verbracht wurde, um dort ihr Winterfutter zu sammeln.
    Der Buchweizen wurde (und wird) dort zur Körnergewinnung als Hauptkultur angebaut. Er hat ja die Eigenschaft nicht gleichzeitig abzublühen, d.h. auch zum Druschzeitpunkt hat man noch Blüten im Bestand.
    Stell doch Deine Frage in einem Österreichischen Imkerforum - vielleicht gibt es dort zu diesem Thema erfahrene Imker ?


    Viele Grüse
    kelte

    Hallo Hannah Honig,


    Honig wird in der Wundheilung erfolgreich eingesetzt, weil
    1. Honig die Wunde feucht hält (wie eine Invertzuckerlösung) und damit den Wundverschluss beschleunigt
    2. Sauer ist (niedriges pH) und damit einen Teil der Mikroorganismen dezimiert - d.h. saure Blütenhonige sind hier tendenziell wirksamer als Honigtauhonige
    3. Eine hohe Stoffkonzentration hat (Osmolarität) und damit weitere Mikros ausschaltet (wie beim Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Pökelsalz oder Zuckerzugabe bei Marmelade)
    4. Durch das Enzym GOX Peroxid freisetzt, das bakteriostatisch und auch keimtötend wirkt
    5. MGO (Methylglyoxal) enthalten kann (nur wenn chemische Vorstufen des MGO im Nektar bestimmter Trachtpflanzen enthalten sind) - bekannt dafür ist der Manuka-Honig. Bei uns kann man v.a. bei Edelkastanienhonig MGO nachweisen, jedoch ein Vielfaches niedriger als bei Manukahonig.


    Als Imker eine Anwendung zur Wundheilung ausloben würde ich unterlassen - insofern bringt auch das GOX-Siegel nichts.
    Der Medihoney aus Manukahonig wird durch Gamma-Bestrahlen sterilisiert. Unbehandelter Honig ist nun mal nicht steril und sollte daher auch nicht vom Laien in offene Wunden geschmiert werden.


    kelte

    Ich verwende die Leinölfirnis von Auro. Lässt sich erwärmt auch mit der Sprühpistole schnell auftragen und mit einem Lappen oder Pinsel einreiben. Trocknet in 2 bis 4 Tagen - je nach Witterung.
    Wenn man Propolispulver zusetzt bekommt die Beute eine gelblich bis rötliche Färbung - je nach Herkunft der Propolis.
    Pinsel auswaschen geht mit Schmierseife.

    ... Kennt einer eine Verordnung in der die zuviel eingefüllten Mengen (unlauterer Wettbewerb) geregelt sind?


    Das ist meines Wissens nicht mengengenau geregelt.
    Laut Fertigverpackungsverordnung muss man ja die Sollmasse im Mittel einhalten, d.h. es muss zum Ausgleich von Minusmengen bei einzelnen Packungen auch eine "Überfüllung" mögich sein.
    Solange für den Kunden nicht erkennbar ist, dass das Produkt mehr Menge enthält als ausgelobt, kann ja aus meiner Sicht kein Problem mit dem Wettbewerbsrecht (Verschenken von Ware) oder Irreführung von Verbrauchern bestehen.
    Schwierig dürfte es dagegen dann werden, wenn der Hersteller / Imker, dem Kunden zusichert, dass im Glas mehr drin ist als draufsteht oder wenn es für den Kunden offensichtlich zu erkennen ist.
    kelte

    zukunft?
    Eher Rückschritt, weil gute landwirtschaftliche Praxis nicht mehr eingehalten wird.
    Mit ordenlichem Zerkleinern der Maisstoppeln und Tiefpflügen lässt sich auch der Zünsler problemlos in den Griff bekommen - ganz ohne Baywa-Drohnen-Schnickschnack.
    kelte

    ..naja der Landwirt setzt hier nur das um, was die EU fordert und das nennt sich "Greening".
    Wenn konventionelle Landwirte mehr Fördergelder in Form von Direktzahlungen der EU erhalten möchten, müssen sie die Greening-Auflagen erfüllen und dazu gehört unter anderem der Anbau von Zwischenfrüchten, die bis spätestens 15. Februar des Folgejahres stehen bleiben müssen und dann gemulcht werden dürfen.
    Aus Sicht des Boden-, Gewässer- und Trinkwasserschutzes macht das ja Sinn.
    Zur Förderung von Artenvielfalt blütenbesuchender Insekten sind die entweder bis November blühenden Zwicchenfrüchte oder die im Frühjar blühenden und dann abgemulchten Flächen von fragwürdigem Nutzen.
    kelte