Beiträge von Christian S.

    Hallo Jörg,


    besten Dank für die rasche Reaktion. Die Theorie des Umtragens von Futter hatte ich nicht auf dem Schirm, passt aber treffend zu der Überlegung, dass ein Wabenwechsel der Traube wohl wenig wahrscheinlich ist.
    Insgesamt ist nach derzeitiger Überlegung dem Kaltbau mit mittigem Flugloch der Vorzug einzuräumen.


    Beste Grüße
    Christian

    Hallo zusammen,


    weil mich dieses Thema aktuell beschäftigt, möchte ich diesen Thread wieder zum Leben erwecken.


    Wenn ich das bisher richtig verstanden habe, geht es bei der Anordnung des Fluglochs darum, die Ausbreitung der Wintertraube "zu steuern".
    Bei Kaltbau sollte die Wintertraube (von vorn betrachtet) möglichst breit ausfallen, damit sie auf möglichst vielen Waben (=viel Futter) nach hinten in Richtung Beutenrückwand wandern kann. Damit man eine solche breite Traube erreicht, muss das Flugloch mittig angeordnet werden. Dadurch haben die Bienen genügend Platz, sich nach links und rechts auszudehnen, um so auf möglichst vielen Waben zu sitzen. Das sieht dann etwa so aus:
    _______________________________
    |------------------------------------------|
    |------------------------------------------|
    |-------------------------------######|
    |---------------------------########|
    |--------------------------#########
    |----------------------------########
    |-------------------------------######|
    |------------------------------------###|
    |------------------------------------------|
    I------------------------------------------|
    _______________________________


    In diesem Beispiel befindet sich die Traube also auf sechs Waben.


    Würde man sich diese mittige Fluglochanordnung bei Warmbau mit vergleichbarer Traubenbildung vorstellen, würden deutlich weniger Waben belagert. Sehr vereinfacht dürfte das dann so aussehen:
    ______________________________
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------I
    |-----------------------------------------I
    |-----------------#####---------------|
    |---------------########-----------|
    |------------###########---------|
    I--------###############------|
    _____________ ________________


    In diesem Beispiel würden nur vier Waben belagert.


    Durch eine Verschiebung des Fluglochs zur Seite würde jeweils eine Ausdehnung der Traube durch die dem Flugloch nahegelegene Seitenwand begrenzt, was zu einer Ausdehnung der Traube nach hinten führen würde. Beim Kaltbau würde das dazu führen, dass weniger, beim Warmbau hingegen mehr Waben besetzt würden.


    Kaltbau (fünf Waben besetzt):
    ______________________________
    |----------------------###########I
    |--------------------############
    |----------------------###########I
    |--------------------------#########I
    |-------------------------------######|
    |------------------------------------------|
    |------------------------------------------|
    I------------------------------------------|
    |------------------------------------------|
    I------------------------------------------|
    _______________________________


    Warmbau (sechs Waben besetzt):
    ______________________________
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------|
    |-----------------------------------------I
    |-----------------------------------------I
    |--------------------------------####--|
    |----------------------------#######-|
    |-------------------------#########|
    I------------------------##########|
    I----------------------###########|
    I------------------#############|
    _______________________ ______


    Im Ergebnis dürfte es darum gehen, bei Bildung der Wintertraube möglichst viele Waben zu besetzen, um möglichst viel Futter erreichen zu können.


    So weit, so gut. Diese Überlegungen sind für mich durchaus nachvollziehbar, wenn ich davon ausgehe, dass ein Wabenwechsel nicht stattfindet. Gegenteiliges aber ist doch meines Wissen der Fall. Andernfalls wäre die bewusst fluglochferne Einlagerung des Futters sinnwidriges Verhalten der Bienen.


    Für mich wäre eine Erklärung, dass die Futterversorgung auf den besetzten Waben einfacher und ein Wabenwechsel schwieriger für die Bienen ist. Wenn das so ist, stellt sich weiter die Frage, welche Umstände es den Bienen erleichtern bzw. erschweren kann, die Waben zu wechseln und wie ein solcher Wechsel rein faktisch überhaupt funktioniert. Ich habe dazu gelesen, die Bienen würden Löcher in die Waben fressen und durch diese hindurch schlüpfen. Ich habe auch gelesen, sie würden über die Oberträger auf die nächste(n) Waben wechseln. All das erscheint mir aber eher als ein Ratespiel, als dass es wissenschaftliche Erkenntnisse sind.


    Ich bin für jegliche nachvollziehbare Auf- und Erklärung zu diesem Thema wirklich dankbar, weil ich es wirklich verstehen möchte.


    Viele Grüße
    Christian

    Den Hinweis auf den Kamineffekt mit den möglichen gravierenden Folgen kann ich gut nachvollziehen. Deshalb werde ich von einem solchen Experiment im winterkalten Berlin die Finger lassen.


    An dieser Stelle danke ich Euch allen für das gemeinsame Überlegen und die geduldigen Erklärungen! Ich verstehe gern, was ich tue, weshalb bestimmt an anderer Stelle noch weitere Fragen folgen werden. Bisher fühle ich mich jedenfalls mit derartigen Fragen hier gut aufgehoben.

    Wie wäre es denn, wenn man die Zarge im oberen Bereich einfach mit einer Art Lüftungsschlitz versieht? Dann könnte die warme Luft nach außen entweichen und es gäbe keine oder nur eine reduzierte Kondensationsfeuchte im Innenbereich. Naja, ist nur eine theoretische Überlegung.


    Meine Deckel sind gedämmt und damit soll es dann auch gut sein. Bin mal gespannt, wie mein erster Winter bzw. die Entwicklung danach so verläuft.

    Dann lassen sich folgende drei (mögliche) Vorteile des Anpassens der Brutraumgröße festhalten:


    - Verbesserung der Qualität des Brutnests in der aufsteigenden Entwicklung,
    - Schonung der Ammenbienen bei der Brutpflege durch kleinere, engere Brutfläche und
    - Reduzierung der Gefahr von Schimmelpilzbildung.

    Jörg, besten Dank für Deine Erklärungen!


    An eine unterschiedliche Qualität beim Brutnest hatte ich noch gar nicht gedacht. Die Überlegungen in diesem Kontext erscheinen mir sehr gut nachvollziehbar.


    Auch der Ansatz des Raumklimas klingt grundsätzlich plausibel, aber ich hab da noch eine Verständnisfrage:


    Die Schimmelgefahr dürfte doch maßgeblich daraus resultieren, dass die von den Bienen im Wintersitz erzeugte Wärme nach oben steigt und sich dort Kondensationsfeuchte niederschlägt. Dieser Vorgang ist rein physikalisch bedingt und bei dem noch oben geschlossenen Raum nicht verhinderbar. Das "oben" bei angepasster Überwinterung befindet sich demnach in unmittelbarer Nähe zur Winterkugel. Ist es dann nicht deutlich gefährlicher, wenn sich Schimmel bienennah bildet?

    Hallo zusammen,


    ich dränge mich mal mit einer Grundsatzfrage zum Thema Einengen dazwischen, die genau an dem letzten Beitrag von Markus anknüpft:


    Ich frage mich als Anfänger, was konkret mit dem Schlagwort "Einengen" gemeint ist.
    Wenn ich ein Ablegervolk (Jungvolk) betrachte, geht es möglicherweise um die Frage, ob ich dieses auf einer oder zwei Zargen überwintere.
    Wenn es um ein Wirtschaftsvolk geht, dann dürfte sich diese Frage doch gar nicht stellen, wenn die Volksstärke dem Begriff Wirtschaftsvolk entspricht? Bei einem Wirtschaftsvolk dürfte doch aufgrund der Volksstärke eine Überwinterung auf einer Zarge nicht in Betracht kommen. Den Honigraum entnimmt man ja ohnehin, so dass das keine Maßnahme des Einengens im eigentlichen Sinn sein kann.
    Liege ich da falsch?


    Die weitere Frage betrifft dann den Sinn und Zweck des Einengens eines Jungvolks bei Berücksichtigung möglicher Nachteile in der Frühjahrsentwicklung.
    Wenn die Umgebungsluft der Winterkugel innerhalb einer Zarge (bei einzargiger Überwinterung) an den Randbereichen ohnehin nahezu der Außentemperatur entspricht, kann es doch für den Temperaturhaushalt keinen Unterschied machen, wenn noch eine weitere Zarge aufgesetzt ist, richtig?
    Wenn dem so ist, müsste das (wenn überhaupt vorhandene) Schimmelrisiko außerhalb der Winterkugel im gesamten Raum der Beute gleich hoch sein oder ist noch in der winterkugelfernen Umgebung eine andere Luftfeuchtigkeit zu befürchten?


    Ich stelle die Fragen, um tatsächllich den Vorteil des Einengens zu verstehen. Wenn sich aus Vorstehendem tatsächlich keine Nachteile ergeben, dann frage ich mich wirklich, ob das Einengen sinnvoll ist. Das Argument von Markus würde nur dann greifen, wenn die Bienen tatsächlich wild einlagern würden. Das ist aber doch gerade nicht der Fall. Sie lagern doch regelmäßig um das Brutnest ein und bewegen sich dann - mehr oder weniger - geschlossen in Richtung Futterquelle.


    Die Nachteile des Einengens sehe ich in den beiden folgenden Aspekten:


    - Bei der Einfütterung nach dem Einengen auf eine Zarge begrenzt die Einlagerung des Futters den Umfang des Brutnests.
    - Im Frühjahr wäre ohne Einengen sofort genügend Raum zur Verfügung, damit das Volk sich entwickeln und neuen Nektar einlagern kann. Bei einzargigem Überwintern hängt das sehr stark von der Reaktionsschnelligkeit des Imkers ab.


    Unter´m Strich sehe ich also keine gravierenden Gründe, die mir ein Einengen plausibel machen. Daran wiederum muss ich letztlich doch zweifeln, denn es scheint die übliche Vorgehensweise zu sein. Wo also habe ich etwas falsch oder gar nicht verstanden?


    Viele Grüße
    Christian

    Hinsichtlich der Konzentration geht es mir auch nicht um die Frage, ob ich möglicherweise ein paar ml AS sparen kann, sondern eher darum, ab welcher Konzentration in der Stockluft eine Wirkung auf die Varroamilben einsetzt. Daran schließt sich die weitere Frage an, wie man diese Konzentration erreichen und auf gleichbleibendem Niveau halten kann. Es wäre ja wünschenswert, die Belastung der Bienen so hoch wie nötig, aber so gering wie möglich zu halten.

    Hallo Holmi,


    ich bin ja nahezu schockiert, dass alle Welt Ameisensäure in den Bienenvölkern verdunsten lässt und dies als das Mittel schlechthin gepriesen wird, wir aber noch keine Erkenntnis darüber haben, ab welcher Konzentration die AS überhaupt wirkt. Das kann also bedeuten, dass wir unseren Bienen u. U. mehr Belastung zumuten als erforderlich ist.


    Nun, das veranlasst mich dazu, den von mir begonnenen Zyklus über offenem Gitterboden einfach einmal versuchsweise zu Ende zu bringen. Ich werde anschließend einmal schauen, wieviele Milben danach noch abfallen. Möglicherweise bringt diese Art der Behandlung ja doch einen Erfolg.


    Viele Grüße
    Christian

    Hallo zusammen,


    als Anfänger ist mir der Fehler bei erst jetzt begonnen zweiten AS-Behandlung unterlaufen, die Gitterböden der Beuten nicht zu verschließen. Da die verdunstete AS schwerer als die Stockluft sein dürfte, wird sie einmal an den Bienen vorbei und dann durch den Gitterboden raus aus der Beute "ziehen".
    Da ich aktuell nicht vor Ort bin und somit keine Chance habe, die Gitterböden kurzfristig zu verschließen, meine Frage:


    Kann diese Behandlung mit der "vorbeiziehenden" AS überhaupt gegen die Milben wirken oder ist die dazu notwendige Konzentration an AS innerhalb der Beute zu niedrig?


    Selbstverständlich weiß ich, dass diese jetzige Behandlung alles andere als optimal ist. Aber ich würde mich wirklich freuen, wenn nicht lediglich pauschale Hinweise darauf kommen, sondern ggf. eine konkrete Untermauerung, ab welcher Konzentration an AS überhaupt eine Wirkung auf die Varroamilbe einsetzen kann.


    Besten Dank vorab,
    Christian

    Moin zusammen,


    unter dem weiß verdeckelten Honig sieht man gelblich und gräulich verschlossene Zellen. Könnt Ihr mir bitte sagen, was das ist? Mich irritiert, dass die Deckel von der Form wie die Honigdeckel ausschauen, aber man sieht ja vereinzelt auch Zellen, aus denen eine Biene geschlüpft ist.


    Danke fur Eure Hilfe!
    christian