Beiträge von Christian S.

    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, Einschätzungen und Informationen!
    Wie einige von Euch auch bin ich der Meinung, dass der Zusammenbruch der beiden Völker wohl auf ein Zusammenspiel von einem Verhonigen der Brutfläche mit der Folge von zu wenig Winterbienen und vermutlich der Varroabelastung zurückzuführen ist. Meinen primären Fehler sehe ich in der nicht hinreichende Achtsamkeit. Ich habe definitiv unterschätzt, dass trotz nicht übermäßiger Größe der Völker auch bei zweizargiger Überwinterung ein Überfüttern möglich ist. Ich habe den Völkern wohl zu viel Honig belassen, anschließend zu viel gefüttert und eine mir bis jetzt nicht bekannte Spättracht (an einem Waldrand im Süden Brandenburgs) unterschätzt. Unabhängig der Entfernung zu diesem Stand wollte ich die Völker möglichst wenig stören, so dass ich die offensichtlich stets notwendigen Kontrollen vernachlässigt habe.
    An meinem Stand in Berlin habe ich einem zweizargig überwinternden Volk, welches das Futter am besten abgenommen hat, etwas mehr Futter gegeben. Dadurch wollte ich die "Produktion" von überzähligen Futterwaben als Futterreserve an diesem Stand erreichen. Auch hier habe ich jetzt feststellen müssen, dass dieses Volk nun das schwächste am Stand in Berlin ist. Dies zeigt mir, dass ein zu viel an Futter schnell ganz schlimme (Spät-) Folgen haben kann. Leider musste ich das auf diesem Weg lernen.


    Im Ergebnis bleibt für mich festzuhalten, dass
    - das Einfüttern auch bei Zweizargern langsam und kontrolliert erfolgen sollte;
    - die Futtermengen und die freien Brutflächen nicht nur nach der Fütterung, sondern auch später kontrolliert werden sollten;
    - man sich nicht darauf verlassen kann, dass das Futter über dem Brutnest eingelagert wird.


    Drobi :
    Hast Du bei den Waben neben dem Belag auch den plötzlichen Höhenunterschied gesehen? Wenn Du Dir sicher bist, dass das nichts Schlimmes ist, würde ich die Futterwaben im Frühjahr zum Aufbau von Ablegern verwenden wollen.

    Gefüttert habe ich im August/September insgesamt 24 kg Apiinvert. Gewogen habe ich sie danach nicht mehr. Ich ging davon aus, dass diese Menge keinesfalls bei zweizargiger Überwinterung problematisch sein kann. Es waren in den Beuten auch noch einzelne nicht komplett ausgebaute Mittelwände vorhanden und auch nicht Waben mit nicht verdeckelter dünnflüssiger Substanz. Kann das vielleicht sehr spät eingetragener und nicht weiter verarbeiteter Nektar sein? Dann wäre vielleicht das Zusammenspiel aus Futtervorrat, Fütterung und Spättracht zu viel gewesen.

    Guten Abend zusammen,


    leider habe ich gestern bei meinem weiter entfernt gelegenen Stand feststellen müssen, dass ich beide dort platzierten Völker verloren habe. Es zeigte sich jeweils eine sehr geringe (wohl verklammte) Menge Bienen auf einer Wabe sowie eine nach grober Einschätzung deutlich zu geringe Menge toter Bienen auf den Gitterböden. Daraus resultiert nach meiner Auffassung eine zu geringe Anzahl Winterbienen, was mich allerdings in Anbetracht der aus meiner Sicht zureichenden Einwinterungsstärken von jeweils über fünf besetzten Wabengassen eher wundert.
    Ich habe eine AS-Behandlung durchgeführt, was möglicherweise zu wenig gewesen sein könnte. Allerdings habe ich bei den toten Bienen keine deformierten Flügel, übermäßigen Milbenbefall oder sonstige Auffälligkeiten feststellen können.
    Eingefüttert habe ich reichlich, allerdings die Bienen auch auf zwei Zanderzargen eingewintert, um das Brutnest nicht einzuschnüren. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Bienen das Futter nicht komplett oben eingelagert haben, sondern auch die dunklen Brutwaben in der unteren Zarge vollgetragen haben. Kann es also sein, dass ich doch zu viel oder zu schnell gefüttert habe?


    Was könnten aus Eurer Sicht die Aspekte sein, die ich falsch gemacht habe? An meinem anderen Stand sind alle sechs Völker bisher wohlauf.


    Ich habe mal ein paar Fotos hochgeladen, auf denen auch ein Grauschleier über den Futterwaben zu sehen ist. Woher stammt dieser und sollte ich die vielen Futterwaben lieber entsorgen?


    https://www.magentacloud.de/share/v3mc5fjbn5


    Danke für Eure Ratschläge und Tipps
    Christian

    Vielen Dank, Rainer, für Deine ergänzenden Erklärungen. Das klingt für mich durchaus plausibel. Dann nehme ich an, die Erhöhung der Dosierungsempfehlung der Hersteller bei der Frage, ob ein- oder zweizargige Völker behandelt werden, berücksichtigt einerseits die von Dir beschrieben Veränderung der Anflutung und andererseits, dass durch mehr Bienen eine schon merklich veränderte Ventilation in den Kästen herrscht.


    Ich werde jedenfalls Deinem Rat folgen und auf die Anzahl bienenbesetzter Waben abstellen.

    Frank und Rainer, besten Dank schon mal für Eure Meinungen/Erklärungen. Wenn es nun wirklich so ist, dass der zusätzliche Raum durch die Leerzarge keinen großen Unterschied machen soll, dann fällt es mir schwer, die Differenzierung bei den Dosierungsempfehlungen in den Anleitungen der Verdunster nachzuvollziehen. Beim Nassenheider professionell wird für Zander
    einzargig eine Menge von 180 ml und für Zander zweizargig von 290 ml empfohlen. Beim Liebig Dispenser ist es sogar eine Verdoppelung von 50 ml auf 100 ml. Ich denke, wir sind uns einig, dass es auf den Rauminhalt ankommt und nicht auf die Anzahl an Bienen. Hierzu folgende Überlegung:
    Ich gehe davon aus, dass bei den Dosierungsempfehlungen jeweils mit ausgebauten Rähmchen gefüllte Zargen gemeint sind. Der Rauminhalt einer so befüllten Zarge ist deutlich kleiner als derjenige einer Leerzarge. Wenn aber schon eine gefüllte Zarge zu den oben erwähnten Unterschieden bei der Menge der zu verwendenden AS führt, dann muss konsequenterweise doch das Aufsetzen einer Leerzarge von ganz erheblicher Relevanz sein.
    Wenn der zusätzliche Rauminhalt einer Leerzarge bereits berücksichtigt sein sollte, dann wäre es von erheblicher Relevanz, wenn ich diesen bereits eingerechneten Rauminhalt durch Verwendung einer umgedrehten Futterzarge oder einer Halbzarge verkleinere.
    Ich hoffe, ich habe mein Verständnisproblem zureichend verdeutlichen können.

    Hallo zusammen,


    bei der aktuell allgegenwärtigen Ameisensäurebehandlung stellt sich mir die Frage nach der richtigen Dosierung. Als Maßstab wird in den einschlägigen Anleitungen der Verdunster stets auf Beutentyp und Anzahl der Zargen abgestellt. Damit dürfte es ja wohl eine Frage des Rauminhalts sein, denn es kommt ja auf die Säurekonzentration an.


    Nun dazu meine Frage:


    Wenn ich ein einzargiges Volk behandele und dabei ein Leerzarge aufsetze, dosiere ich dann gemäß Anleitung für einen zweizargigen Raum?
    Wenn dem so ist, wie dosiere ich bei einem zweizargigen Volk mit aufgesetzter Leerzarge?
    Wenn es allerdings nur auf die besetzten Zargen ankommt, die Leerzarge also bereits einkalkuliert ist, dann müsste ich bei Nutzung einer umgedrehten Futterzarge statt einer Leerzarge doch wohl die angegebene Dosierung reduzieren, da der Rauminhalt wesentlich kleiner ist.


    Wie ist da Eure Meinung?


    Gruß
    Christian

    Hallo Wolfgang,


    was veranlasst Dich zu der Aussage, dass sich die Qualität des Honigs durch ein Unterlassen des Abschäumens steigern ließe? Das Abschäumen dient umgekehrt gerade der Verbesserung des Produkts. Es sollen dadurch die feinen noch enthaltenen Wachspartikel zusammen mit den aufsteigenden Luftblasen abgeschöpft werden.


    Weiterhin ist die Aussage zur Luftfeuchtigkeit ebenfalls kritisch zu sehen. Honig ist bekanntermaßen hygroskop. Das beschreibt gerade die Fähigkeit, Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen und binden zu können. Es macht also durchaus einen Unterschied, welche Luftfeuchtigkeit bei der Bearbeitung des Hongs herrscht.


    Gruß
    Christian


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    Hallo E.,


    es sind viele Faktoren, die das Verhalten der Bienen beeinflussen können. Hinzu kommt, dass es sich um "wilde" Tiere handelt, die sich nicht immer nach den Wünschen des Menschen steuern lassen.
    Aus meiner Sicht können besonders die Volksstärke und die Anordnung des Brutnests einschließlich umgebender Honig- und Pollenvorräte Ursachen für die Nichtannahme des Honigraums sein. Daneben habe ich auch schon gelesen, dass die Verwendung sogenannter modifizierter Rähmchen (dicke Oberträger) eine Hürde für die Bienen bedeuten können.


    Wie bereits geschrieben, eine Ferndiagnose ist sehr schwer möglich.


    Bis denne
    Christian


    Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk

    Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich finde es prima, wie sich die Diskussionen entwickeln. Das gibt mir als doch sehr stark kopfgesteuert Handelnder sehr viel neuen Input. Als erstes nehme ich für mich jetzt mal mit, dass es eher schwierig ist, das Verhalten der Bienen in das von mir angedachte schematische Muster zu "zwängen". Die Entscheidungen für die jeweilige Verhaltensweise ist offenkundig sehr komplex und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Es hilft mir bei der eigenen Einschätzung aber sehr, wenn ich auf Eure Beibachtungen und Schilderungen zurückgreifen kann. Dafür herzlichen Dank und gern weiter so!


    Viele Grüße
    Christian

    Hallo zusammen,


    ich danke Euch für die vielen Antworten und Gedanken. Ich werde das bei meinen Völkern einfach mal weiter genau beobachten und sehen, wie diese sich verhalten. Meine kurze Nachschau in die Wabengassen hat jedenfalls gezeigt, dass bei allen vier Völkern noch zureichend Futter vorhanden ist.


    Eine Frage aber noch: Sollte die Folie (wenn man eine solche überhaupt nutzt) im Winter entfernt werden, um eine bessere Luftzirkulation und eventuelle einen Wabenwechsel über die Oberträger zu ermöglichen?


    Viele Grüße aus Berlin
    Christian