Beiträge von Christian S.

    Lieber Gottfried,


    die Info, dass Du Deine hier wiedergegebene Information über die Bemühungen des TMUEN hinsichtlich einer bundeseinheitlichen Grenzziehung für die Anwendbarkeit des Verpackungsgesetzes (70 Völker) direkt vom TMUEN selbst hast, reicht mir vollkommen. Besten Dank!


    Der Vorhalt über Fehlinformationen sollte sich auf Deine Auslegungen des Verpackungsgesetzes und weitergehende Schlussfolgerungen beziehen, die so nicht haltbar sind. Aber das Thema hatten wir ja bereits.


    Ich möchte klarstellen, dass ich Dich in persona nicht diffamieren möchte, sondern es mir nur um eine klare Haltung zu Teilen Deiner Aussage geht. Ein persönlicher Angriff soll das nicht sein und ich entschuldige mich, sollte ich eine dahingehend zu verstehende Wortwahl getroffen haben.


    Abgesehen davon ist für mich diese Diskussion, der ich möglicherweise zu sehr verbunden war, inhaltlich mehr als erschöpft. Weder meine eigenen letzten Beiträge noch die um diese Beiträge drapierten Wortmeldung anderer haben das Thema inhaltlich vorangebracht. Daher ziehe ich für mich einen Schlussstrich unter dieses Thema und nutze die frei werdende Zeit lieber für Registrierung und Lizenzerwerb.

    Um von meiner Seite eines klarzustellen:

    Mir geht es nicht darum, irgendwen aus dem Forum zu drängen, sondern eine Diskussion sachlich zutreffend zu führen. Dazu sind bspw. Fehlinformationen weniger geeignet. Den Ansatz, bestimmte hier verbreitete Informationen verifizieren können zu wollen, halte ich, im Gegensatz zu einer Wortwahl wie "Pöbel", nicht gerade für anmaßend.

    Hier wollen doch alle immer alles schriftlich.

    ribes hat anscheinend Bezugsquellen wie kein zweiter, aber eine Quellenangabe hab ich noch nicht gefunden.

    Google spuckt dazu nicht wirklich was aus. Eigentlich landet man nur hier im Forum :huh:

    Also ribes , du machst alle verrückt, schick doch mal bitte deine Quellen.

    ribes :

    Ist das Deine Antwort:


    "Insider lassen sich da verständlicherweise ungern öffentlich zitieren, aber man kann von ihnen so einiges erfahren und diese Informationen auch vergleichen, wenn man mehrere Quellen unabhängig voneinander kennt. Fragt doch bspw. mal Euren Lebensmittelkontrolleur, welche Aktualisierungen er für seine Chelisten ab 1.1.19 i.V.m. VerpackG erwartet..."?


    Du kolportierst, das Thüringische Umweltministerium setze sich bundesweit für eine bestimmte Auslegung ein.

    Wie weit entfernt von der ministeriellen Ebene ist Deine Insider-Quelle denn? Du musst ja nicht gleich Ross und Reiter beim Namen nennen, aber vielleicht kannst Du ja einfach sagen, aus welchem Stall sie sind, ob die Information also aus dem Thüringischen Umweltministerium stammt und Du sie selbst unmittelbar von dort erhalten hast. Es wäre schon interessant zu wissen, wie viele Fehlerquellen zwischen einem angeblichen Handeln des Ministeriums und der Information hier im Forum zwischengeschaltet sind.

    Und nimm es bitte nicht persönlich, aber bei der Art und Weise, wie Du das Thema hier behandelst und die Diskussion mit (das unterstelle ich Dir) bewussten Fehlinformationen zum bspw. Gesetzesinhalt befeuerst, würde mich nicht wunder, wenn diese Information zum angeblichen Bemühen des Thüringischen Umweltministeriums von Dir stark eingefärbt wäre.

    Ich weiß zwar nicht genau, was Du mit "Blockade von Wiederverkäufern" meinst. Aber auch unabhängig von dieser Kenntnis existiert ein Zwang nur dort, wo es keine Alternative gibt. Eine solche Alternative gibt es aber, und zwar nach der geltenden Verpackungsverordnung und auch künftig nach dem Verpackungsgesetz: das Mehrwegglas.

    Wenn ich ein solches Mehrwegglas in die Finger bekomme und als Mehrwegglas (tatsächlich und rechtlich) weiterverwende, bin ich nicht zur Lizenzierung verpflichtet.

    Wenn ich ein Nicht-Mehrwegglas in die Finger bekomme und es als Mehrwegglas (tatsächlich und rechtlich) weiterverwende, bin ich nicht zur Lizenzierung verpflichtet.

    Damit soll nicht abgelenkt, sondern nur illustriert werden, wie massiv und langfristig sich scheinbar geringfügige bürokratische Schwierigkeiten auf den Vökerbestand auswirken...

    Wie wäre es denn, wenn wir diesen Ansatz auf den Straßenverkehr übertragen würden? Lasst uns doch den Wegfall all dieser bürokratischen Verkehrsregeln fordern. Dann können auch die Leute ein Auto fahren, die an diesen blöden bürokratischen Hürden wie Fahrerlaubnis bisher durch die Obrigkeit ausgeschlossen wurden. Und wer mag sich schon ständig vorschreiben lassen, an einer Rotlicht zeigenden Ampel stehen zu bleiben...?


    Verzeiht mir bitte diesen übertriebenen Sarkasmus, aber nachdem ich mir schon verkniffen hatte, auf den inhaltlich in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fraglichen Beitrag #365 zu reagieren, wollte ich nun nicht weiter an mich halten.


    Dieses Gerede von "staatliche[r]Kontrollschnüffelei", von "überbordende[r] Bürokratie" und von "obrigkeitliche[n] Übergriffigkeiten" hat allzu deutliche anarchistische Züge. Es zeugt von einer grundsätzlichen Fehleinstellung zur Notwendigkeit eines Regelungsgefüges in einer pluralistischen Gesellschaft. Lasst Euch bitte von einem solchen Unfug nicht davon abbringen, einen Gedanken dafür aufzubringen, dass die Regelungen des neuen Verpackungsgesetzes in der heutigen Zeit etwas für sich und vor allem für die Allgemeinheit haben. Zweck dieses Gesetzes ist es "...die Auswirkungen von Verpackungsabfällen auf die Umwelt zu vermeiden oder zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, soll das Gesetz das Verhalten der Verpflichteten so regeln, dass Verpackungsabfälle vorrangig vermieden und darüber hinaus einer Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zugeführt werden" (§ 1 Absatz 1 Satz 2 und 3 VerpackG). Es geht nicht darum, den armen Imkern oder anderen Gruppierungen, Geld aus der Tasche zu ziehen und eine lobbygestärkten Industriegesellschaft zuzuschustern.


    Meine Meinung ist, und damit komme ich auf den oben zitierten Satz zurück, unsere Umwelt braucht in der heutigen Zeit genau solche Regelungen, die in Einzelfällen auch mal zu individuellen Unannehmlichkeiten führen. Wer sich dadurch von seinem Handeln komplett abbringen lässt, der mag sich auch an anderer Stelle, an der unser Verhalten sinnvoll gesteuert und dadurch ein gedeihliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft - auch in Zukunft - sichergestellt wird, aus individuellen und möglicherweise sogar egoistischen Motiven über demokratisch legitimierte und damit von einer breiten Masse getragene Regeln hinwegsetzen. Vielleicht ist durch den Rückzug solcher Individualisten sogar etwas gewonnen...


    Christian

    Nachdem ich mich vor einiger Zeit aus dem Faden verabschiedet hatte, sind unzählige neue Beiträge geschrieben worden. Einen Erkenntnisgewinn kann ich durch diese neuen Beiträge - zumindest für mich - nicht feststellen.

    Die Diskussion wird weiterhin durch Aktionismus gepaart mit Panikmache bestimmt. Ich möchte an dieser Stelle zwei Dinge in Erinnerung rufen:


    1.

    Wer ein wirklich funktionierendes Mehrwegsystem hat, hat keine Probleme mit dem Verpackungsgesetz.


    2.

    Wer ein solches System nicht hat, dessen Gläser und Deckel also entsorgt werden, trägt zur Müllproduktion bei.

    Wir sollten doch mittlerweile alle gelernt haben, dass Müll sich nicht von allein beseitigt und eine produktspezifische Entsorgung/Verwertung wichtig für den Erhalt unserer Umwelt ist. Das kostet nunmal Geld und muss von irgendjemand bezahlt werden. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, mit welcher Selbstverständlichkeit gefordert wird, uns Imker einer Sonderbehandlung zuzuführen, dass wir uns aus der Verantwortung stehlen können. Man muss sich nur mal die Dimensionen vorstellen:

    Bei einem durchschnittlichen Honigjahresertrag von 30 kg pro Volk sind wir bei 70 Völkern, was die geforderte Freigrenze sein soll, bei 2100 kg Honig pro Jahr und Imker. Das macht 4200 Gläser nebst Deckel (Plastik oder Weißblech mit Kunststoffbeschichtung) je Imker und Jahr.

    Seid Ihr ernsthaft der Auffassung, ein Imker, der Jahr für Jahr für die Entsorgung von 4200 Gläsern und Deckel mitverantwortlich ist, sollte sich nicht finanziell an der fachgerechten Entsorgung beteiligen?

    Hat ein solcher Imker jedes Glas für (nur) 5 Euro verkauft, hat er jährliche Einnahmen von 21.000 Euro. Seid Ihr wirklich der Meinung, davon könnten nicht zwei Prozent für Entsorgungskosten aufgebracht werden?


    Und wer jetzt mit dem ach so hohen Bürokratieaufwand kommt, aber zugleich 70 Völker bewirtschaftet, der möge doch bitte mal im Jetzt ankommen und ehrlich zu sich selbst sein.


    Ich möchte mit meinen deutlichen Worten niemandem zu nahe treten, aber lasst uns doch mal einfach ein Stück Verantwortung beim Umgang mit den Müllbergen übernehmen!


    Christian

    Ich zeige euch mal jetzt einfach mein Zertifikat. Erforderlich war da einfach nur die Meldung der Gesamtmasse von Gläsern und Deckeln in kg, sonst nichts. Ich denke, dass sich daran nichts ändern wird. Wenn doch, dann wird mich der Entsorgungsbetrieb darauf hinweisen.

    Gruß Ralph

    lizenz_2017.pdf

    Vielen Dank, Ralph, für diesen endlich mal hilfreichen Beitrag!


    Das ist die Systembeteiligung. Daran ändert sich auch künftig nichts. Es bleibt insoweit also alles beim alten.

    Hinzu kommt künftig nur noch, dass man sich bei der Stiftung registrieren und diese Systembeteiligung melden muss.

    Das war´s dann auch schon.


    Und selbst das gilt nicht für Mehrwegverpackungen, wobei die Anforderungen an eine Mehrwegverpackung - in aus meiner Sicht sinnvoller Weise - verschärft wurden.

    Bist du jetzt Laie oder hast du tieferes Wissen? Warte noch auf eine Antwort.

    Ich fände es schön, wenn wir mal wieder zu einem angemessenen Miteinander zurückkehren und die Diskussion sachlich sowie mit dem gebotenen wechselseitigen Respekt betreiben würden.

    Dein zitiertes Einfordern einer Antwort auf eine Frage, deren Sinn sich mir nicht aufdrängt, finde ich hingegen von der Art und Weise unangemessen, weshalb ich darauf nicht weiter reagieren möchte.

    Wir kommen beide aus Berlin und können uns daher gern mal zu einem fachlichen Austausch treffen. Das ist vielleicht auch einfacher, sich unmittelbar mit dem Regelungskonstrukt des neuen VerpackG auseinanderzusetzen. Ich bin überzeugt, in einem solchen Diskurs lassen sich viele Fragen ganz einfach klären.


    Gruß

    Christian

    Okay, mit dem Gesetz magst Du also nicht argumentieren. Dort wirst Du den von Dir zitierten Klammerzusatz auch nicht finden.

    Wer kein Gewerbe hat, muss auch keine Gewerbenummer mitteilen. Nationale Kennnummer kann möglicherweise auch die Nummer sein, mit der wir Imker registriert sind.

    Jedenfalls führt das VerpackungsG nicht dazu, dass Imker ein Gewerbe anmelden müssen.


    Systembeteiligung ist der Vertrag mit einem Unternehmen über die Teilnahme am Recyclingkreislauf.


    Und der Clou ist, all das entfällt bei Mehrwegverpackungen. Neu ist dabei nur, dass der Aufdruck „Mehrwegglas“ nicht mehr reicht. Das Mehrwegsystem muss auch funktionieren, was zumeist über ein geeignetes Anreizsystem sicherzustellen ist. Das kann ein Pfand sein, muss es aber nicht. Möglicherweise reicht auch bereits die persönliche Beziehung zwischen Imker und Kunde.

    Mir ist nicht ganz klar, welche meiner Äußerungen Dich veranlassen, mich als Berufsimker oder Lobbyist einzustufen.

    Ich betreibe die Imkerei als reines Hobby und habe derzeit zehn Völker.

    Ich habe absolut keine Verbindungen zur Abfallindustrie oder zu Umweltverbänden.

    Ich bin aber überzeugt, dass ein jeder sich ein gewisses Umweltbewusstsein aneignen sollte. Das fängt schon damit an, dass ich mein Kaugummipapier nicht einfach auf die Straße werfe in der Annahme, das macht schon einer weg. Diese Beispiel lässt sich auf unseren Glas-, Plastik- und Weißblechmüll übertragen. Wir Imker können doch nicht davon ausgehen, dass schon irgendjemand den von uns in Umlauf gebrachten Müll auf eigene Kosten entsorgt. Diese Sichtweise fände ich beschämend für alle ach so naturnahen Imker!

    Dass wir uns bisher mit dem schlichten Aufdruck "Mehrwegglas" aus der Verantwortung stehlen konnten, sollten wir stillschweigend "genießen". Dass damit aber künftig Schluss sein wird, ist nur billig und gerecht!