Beiträge von DerBergische

    Bei meinen beiden nur etwa 6 km Luftlinie voneinander entfernten, auf fast gleicher NN-Höhe liegenden Ständen sieht es recht unterschiedlich aus:

    An einem schattigeren Bienenstand ohne Mittagssonne hat das "hungrigste" der 4 Völker dort keinerlei Futterkränze und Speckwaben. Das "fleißigste" hat den Honigraum schon gut angetragen ;) (schätzungsweise 100g beste Frühtracht). Die Völker dort halten sich offensichtlich mit kleinen Futterteiggaben, die ich alle paar Tage bringe, "über Wasser"; die HR bleiben nahezu leer. Nennenswerte Anzeichen für Schwarmlust kann ich nicht erkennen.

    Ganz anders an meinem Südhang-Bienenstand mit Sonne etwa von 8:00 bis 14:00:

    7 von 8 Völkern haben ihren Honigraum (Dadant-Flachzargen) angetragen. Den drei besten, die den ersten HR schon zu mindestens ca. 40% angetragen hatten, habe ich einen zweiten HR aufgesetzt. Wenn ich dort in Summe zwischen 50 und 80 kg Frühtracht schleudern kann, bin ich zufrieden. REISEPLÄNE haben im Gegensatz zu mir schon mehrere Völker dort: Viele verdeckelte Schwarmzellen habe ich bei 3 Völkern zum Anlass genommen, eine totale Brutentnahme durchzuführen.
    Karl

    Hat jemand Erfahrungen mit der 9 Waben Radialschleuder von Logar ? Qualität sollte bei denen auch stimmen. Die hat nur 520 mm Kessel, normal müsste es gehen ? Oder gehen sogar Dadant Flachzargen (neuer Imkerkurs) ? ...

    Bis bald

    Marcus

    Dieses Thema wurde schon verschiedentlich im Forum diskutiert. An der Theoretisiererei möchte ich mich nicht beteiligen. Ich besitze die 9 Waben-Radialschleuder von LOGAR mit Handantrieb und bin mit ihr zufrieden. Ich imkere mit Dadant US, dabei im Honigraum wie üblich mit 141mm hohen Rähmchen. Wabenbruch kommt bei mir sehr selten vor. In der Frühtracht habe ich regelmäßig hohe Rapsanteile. Allerdings hatte ich bisher kaum Honig unter 17 % Wassergehalt.
    Liebe Grüße Karl

    Kann jemand folgende Aussage bestätigen:

    Die sogenannten "Blue Seal" Deckel sind frei von Weichmachern und für Kaltabfüllung und Verschluss von Hand geeignet?

    Ich verwende Blueseal-Deckel und verschließe diese durch kräftiges Zudrehen von Hand. Obwohl die meisten zurückerhaltenen Deckel einen einwandfreien Eindruck machen, verwende ich sie aus den oben genannten Gründen nicht wieder. Dazu kommt, dass sich die Etiketten von den Deckeln schlechter als von den Gläsern lösen lassen. Die Deckel beziehe ich von Fa. Hodum in Stuttgart, wo ich zumindest für 82mm TO-Deckel bei Abnahme von ca. 700 Stück einen akzeptablen Preis bekomme (Recherche/Preisvergleiche lohnen). Gelegentlich hatte ich einige verformte Deckel dabei, die sich nicht oder kaum aufdrehen ließen. Die Weichmacherfreiheit kann ich dem Hersteller nur glauben.

    Karl

    Seit einigen Jahren benutze ich Blueseal-Deckel. Im großen und ganzen bin ich mit diesen zufrieden. Der Preis kann je nach Abnahmemenge und Lieferant deutlich differieren. Vereinzelt hatte ich bei den Lieferungen verbogene Deckel, die ich entsorgt habe, weil sie sich nicht dicht auf die Gläser drehen ließen. Deckel verwende ich nur einmal, einerseits aus hygienischen Gründen, andererseits weil sich die Etiketten von Deckeln schlechter als von den Gläsern lösen lassen.

    Karl

    Grenzwerte in Lebensmitteln sind usus und es gibt die weil etwas was sehr geringfügig vorhanden ist, eben vorhanden ist. Lasst Euren Rapshonig untersuchen (ich weiss es wird vermieden das zu tun;)) so manch einer würde wechschütten oder verdünnen müßen, zu mindest staunen:saint:

    Ich find das scheinheilig, nicht untersuchten Rapshonig unter die Leute zu bringen, aber auf funktionierende und wichtige Tierarznei besonders im Anfängerfall zu verzichten.

    Bzgl. Rapshonig hast Du leider recht. Ich habe nie Raps gezielt angewandert; aber auch von einer Streuobstwiese am Biobauernhof mit viel Löwenzahn drumherum fliegen Bienen zum Raps. Gemäß Pollenanalyse eines Bieneninstituts finden sich dann keine bis wenige Löwenzahn- und u.U. über 80% Rapspollen. Wenn einem sein Hobby wie mir noch einige hundert € mehr wert ist, zeigen Schadstoffanalysen z.B. von Hohenheim (siehe https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/jahresbericht ), dass Fungizide in wechselnden Konzentrationen in solchen Frühtrachthonigen häufig sind und auch Insektizide vorkommen können. Ich habe in einem Jahr mit einigem Aufwand zur Rapsblütezeit Völker vom Raps weg an einen urbanen Standort mit Allee und Parkbäumen gebracht. Dort war der Rapspollenanteil deutlich geringer, aber trotz >3km zum nächsten Rapsfeld immer noch nicht 0. Ob mein Rücken und mein Zeitbudget das nächstes Jahr wieder zulassen, weiß ich noch nicht.
    Karl

    Welches Tierarzneimittel meinst Du mit "ein Packen Streifen" ?

    Bayvarol (Flumethrin) meint er.
    Apitraz und Apivar (Amitraz) sind verschreibungspflichtig.

    Auch ich hatte an u.a. an Bayvarol gedacht, bei dem mir keine Rückstandsproblematik im Honig bekannt ist. Rezepte für vom Vet verschriebene Amitraz-Streifen dürften aber auch in der Apotheke einzulösen sein. Perizin-Streifen, die wohl von Bayer nicht mehr in D verkauft werden, dürften auch noch bei so manchem Imker im Schrank liegen. Rückstände von Perizin und von Amitraz bzw. Metaboliten wurden durchaus schon in Honig gefunden. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gibt es Thymol auch u.a. als Streifen, die zwar nicht apothekenpflichtig, aber auch über Apotheken erhältlich sein dürften.
    Karl

    Geh mit des Gesetzes Segen in die Apotheke, ein Packen Streifen is billiger als ein totes Volk, und macht neben der Sicherheit viel weniger Arbeit.

    Hallo Wasgauer,

    bzgl. SICHERHEIT sollte man verschiedene Aspekte abwägen, insbesondere :

    - Sicherheit, Varroen zu reduzieren

    - Sicherheit oder besser gesagt Wahrscheinlichkeit, Königin und Brut nicht zu schädigen

    - Sicherheit, keine Rückstände im Honig zu verursachen.

    Welches Tierarzneimittel meinst Du mit "ein Packen Streifen" ?

    Karl

    Hallo, bei mir tropft das alles in den Entdeckelungswachsschmelzer und ergibt 10% verkaufsfähigen Honig auf die Gesamtmenge.

    Bis bald

    Marcus

    Ich besitze weder einen Entdeckelungswachsschmelzer noch so einen Mellidingsbums. Vielleicht sollte ich auf meinen Honig "kalt geschleudert cremig gerührt und direkt ins Glas abgefüllt" schreiben, um mich von den deutschen und chinesischen "Honigkochern" abzuheben. 😉

    Ich erwarte Euren Proteststurm und den Hinweis, dass eine solche Deklaration unzulässig ist.

    Karl

    Erfahrung habe ich mit Analysen auf bei Rapskultur typische PSM:
    Wenn's gut läuft, erhältst Du die Analysenergebnisse in etwa in der z.B. per Mail oder am Telefon in Aussicht gestellten Zeit. Wenn in Hohenheim etwas schief läuft, z. B. ein wichtiges Gerät am "Bienen"-Institut selbst oder bei einem "befreundeten" Institut aus dem Chemiebereich ausfällt, unbestimmte Wartezeit von vielen Wochen auf Analysenergebnis. So ging es mir jedenfalls letztes Jahr. Mein Eindruck war, dass kein Geld für Redundanz bei den Geräten da ist und, wenn dann Analytik an andere Institute der Uni "weitergereicht" wird, die Honigproben von Hobbyimkern eine geringe Priorität haben.
    Mit einem privaten Labor habe ich bzgl. Analysendauer bessere Erfahrungen gemacht, allerdings deutlich teurer und erst 1mal von mir beauftragt.
    Verpackung war bei mir 250g-Glas gut gepolstert in Karton als DHL-Paket mit Sendungsverfolgungsmöglichkeit.
    Karl

    Hier war die Frühtracht zwar ergiebig, aber der Raps wohl wieder ein Reinfall.

    Freu Dich doch vor allem über einen guten Ertrag. Für meinen Geschmack ist so ziemlich jeder Honig aromatischer/leckerer als Rapshonig.

    Auch bei mir haben Völker, die Rapsfelder im Flugradius hatten, diesen - nach dem Aussehen der Bienen zu urteilen - wohl kaum aufgesucht. Trotzdem habe ich einen guten Ertrag. Da ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich von 3 Ständen je eine Probe zur Pollenanalyse eingesandt, um zu erfahren, welchen Pflanzen ich den leckeren Honig zu verdanken habe.
    Karl

    Entschuldigung; die "PEST" war wohl etwas überzogen. Allerdings finde ich den Hype hier im Forum um den Raps auch reichlich stark. Zumindest akute Bienenschädigungen durch Rapsblütenspritzungen dürften selten sein. Der Verzehr von Rapshonig dürfte wohl ähnlich wie der Verzehr von Obst zu sehen sein: Gelegentliche Grenzwertüberschreitungen sind vermutlich nicht gefährlich für den Menschen. Ein geringes Restrisiko und ggf. ein ungutes Gefühl können trotzdem verbleiben.

    Den Vergleich mit Honig aus der Kleingartenanlage halte ich allerdings für spekulativ, so lange Du dafür keine Belege anführen kannst.

    Danke für den Hinweis auf Rase, dem ich noch folgen möchte.

    Karl

    DerBergische: Ich halte es für völlig legitim, dass du deine Bienen vom Raps weg halten möchtest, das ist deine Entscheidung, Und auch, wenn du das mit Angst vor Pestiziden begründest, würde ich das für legitim halten. Auch wenn das unbegründet ist. Aber meine Höhenangst ist auch irrational. Dennoch finde ich es unangemessen, wie du hier Rapshonig mehr oder weniger pauschal (gelbe Pest, können nahe Grenzwerten belastet sein) die Existenzberechtigung absprichst. Muss das sein?


    Die reale (nicht gefühlte) Wahrheit ist die, dass jedes Jahr zehntausende Imker hunderttausende Völker nahe am Raps haben oder sie bewusst dorthin bringen. Die kippen auch nicht jedes Jahr Tausende Tonnen Honig in den Müll - der wird auch oft genug untersucht. Rapshonig ist sicher, sowohl für den menschlichen Verzehr als auch für die Bienen. Raps ist eine wichtige Aufbautracht, in manchen Ecken gar die mit Abstand Wichtigste. Honig aus der Kleingartenanlage ist vermutlich höher belastet als Rapshonig - ganz ohne Landwirt.


    rase hats oben kurz angerissen, hier auch einmal ausführlicher beschrieben. Lies es dir mal durch, auch wenns nicht ins Weltbild passt ;)

    Entschuldigung; die PEST w