Beiträge von Spurbiene

    ...Ich habe leider keine Luftbilder davon, ...


    Aber ich. Falls mir jemand mit Bilderhochladekompetenz helfen möchte, indem er sie unter seinem Benutzerkonto hochlädt, sende ich ein paar Bilder.



    Das ist Umsatz, nicht Gewinn! ...


    Mir kommen die Tränen. Du, ich sitz hier an der Quelle bei betriebswirtschaftlichen Analysen... Na klar gibt es neben den fetten Landwirten auch die hoffnungslos überschuldeten. das entschuldigt doch aber nicht das Gebahren, daß man mit Pestiziden alles plattmacht, was "unberechtigt" Wasser verbraucht oder an der Nutzpflanze saugt, und nebenbei die sonstige Flora und Fauna ausrottet.
    Ich weiß, wovonich rede: Dieses Jahr hat ein Landwirt bei uns in die blühende Ackerbohne Karate Zeon gespritzt, meine Bienen waren auch betroffen. Er hat sich nicht an die "Zeit des Bienenfluges" gehalten. Das ist doch total hirnverbrannt: Selbst wenn er sich an die Zeiten hält, macht er mit so einer Aktion immernoch seine Mitarbeiter tot, Bohnen werden nämlich ausschließlich von Hummeln bestäubt... Er macht die tot, die für ihn arbeiten, ihm die Tasche füllen, ist das nicht wahnsinn? Ganz legal und keiner findet etwas dabei? Und Tomaten werden nur noch in Gewächshäusern produziert, wo man palettenweise Einweg-Hummeln reinschafft. Im Freiland sind wohl nicht mehr genug Bestäuber gewährleistet?



    ...Also hier in MV kommen auf 250 000 ha Raps derzeit ca. 15 000 Bienenvölker. ...


    Willste nicht verstehen? Es geht ums Prinzip, daß man als Imker nicht buhlen muß für ein Plätzchen am Raps! Auch wenn ein Volk hinsichtlich Bestäubungsleistung nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aufstocken auf 1 Mio Völker, sehr witzig, wo doch nach der Rapsblüte Hunger herrscht in der Agrarwüste. Und Oktober/November gibts ne Extraportion Gelbsenf, damit sie gut überwintern. Sag was Du willst, ist schon krank das Ganze.

    ... der Honig mitunter überquillt - so wie es dieses Jahr ...


    Ja, war hammerhart. Wer als Imker mal ein Erfolgserlebnis braucht, muß zum Raps. Aber wehe, wenn der abgeblüht ist, dann zeigt die Agrarwüste ihr Gesicht.


    Natürlich bekommt der Landwirt zur Kontaktpflege Honig, aber wenn er darin nur 3 € sieht, ist´s schade drum.


    rase: Wahre Worte. Die Zahlen, die ich nannte, dürften aber auch dem letzten Imker klar machen, wer den Nutzen hat. Ich habe mir mal die Zahl eingeprägt, daß die letzten 20% des erreichbaren Ertrages durch Bienen herausgekitzelt werden, gewaltige Werte, natürlich erst mit ausreichend Völkern. Also als Imker dem Landwirt etwas zu zahlen, da muß man aber schön dumm sein.



    ...Aus der Luft ist das wirlich beeindruckend anzusehen, ...


    Würde gern mal ein Bild dranhängen, geht aber nicht??

    ... Rechenstift nehmen.


    MICH brauchst Du nicht zu überzeugen!!!


    Raps: Hektar-Ertrag 3 bis 5 t, Erlös 300 bis 400 EUR pro t (bei normalem Raps) - Da sollte doch für den Imker etwas mehr drin sein?


    Bei Saatgutvermehrung ist der Erlös auch höher.


    Ist bitter, oder? Diejenigen, welche die Bienen samt Restnatur schädigen, haben von den Bienen den Nutzen. Und meinen gelegentlich wir machten durch ihre Kulturen das große Geld.

    ... keine Chance, dem Raps zu entgehen, weil zwar nicht überall massiert, doch immer innerhalb des Flugkreises erreichbar. Ich kann nichtmals überprüfen, wie es ohne Raps wäre, weil ich da Hunderte


    Kilometer...


    ... direkt einen Saatgutproduzenten anzuwandern, mir das bezahlen zu lassen und sofort danach alle Pollenwaben zu entnehmen und einzuschmelzen. ...



    Bei uns weiß niemand, wie Honig von Kastanien wäre, oder Löwenzahnhonig oder Obstbaumhonig... Weil Raps einfach alles zudeckt.


    Saatgutvermehrung anzuwandern, habe ich schon überlegt, d. h. ich bin gefragt worden. (Wörtlich: "Wir suchen händeringend Imker, ...") Aber sie zahlen dort nur 5 EUR pro Volk. Darf ich mal fragen, wie hoch bei Euch die Bestäubungsprämie ist?


    Wenn die letzte Pestizidgabe vor Öffnen der Blüten erfolgt ist, muß man aber den Pollen nicht verwerfen, oder?

    Nun gut, Ferndiagnosen sind so eine Sache. Ich sehe es so, wie ich äußerte. Und was die Krüppelbienen betrifft, die habe ich in ALLEN Völkern derzeit. Der warme Herbst und derzeit noch 10 ha Phacelia in der Nähe machen es nicht besser! Natürlich bin ich besorgt, aber die Überwinterung sehe ich nicht gefährdet. Habe übrigens mit der Scheißameisensäure mindestens 3 Königinnen umgebracht und aktuell die gleichen Probleme wie Jonas.

    Wie schnell hier "Abschwefeln" gerufen wird, echt hart!


    Janos, guck es Dir erstmal an, ob es überhaupt das Werk von Drohnenmütterchen ist! Das ist ja nicht schwer zu erkennen. Wenn ja, siehts schlecht aus. Aber vielleicht gibt es eine geschlüpfte Weiselzelle irgendwo? Wenn eine unbegattete Königin da ist, hat das Volk eine reelle Chance, über den Winter zu kommen. Die bereits vorhandenen Drohne helfen beim Wärmen bzw. bei der Wärmeisolierung. Die Brut würde ich rausnehmen, als Ausgleich könnte man von woanders eine Futterwabe dazugeben. Mit der Brutentnahme verschwinden sogar noch Milben, weitere Säureduschen würde ich dem Volk ersparen. Im Frühjahr bekommst Du vielleicht eine Königin oder Du vereinigst was.


    Was ich sagen will: Dem Volk die Chance geben, die von der Natur vorgesehen ist! Ob die Bienen nun sterben, weil das Arbeitszeitkonto leer ist, oder ob sie erfrieren, das ist Natur. Abschwefeln sollte Extremfällen (Krankheiten) vorbehalten sein und nicht der Imker-Bequemlichkeit.

    ... soviel Spritzerei, wie in diesem Herbst gabs keinen Herbst zuvor.


    Stimmt. Wurde mir von einem Landwirt direkt so gesagt. Werden auch Wachstumsregler dabei gewesen sein, es war zu warm, der Raps steht an manchen Stellen schon 60 cm hoch!



    ...Gab es vielleicht bei den Landwirten ähnliche Warnungen?


    Aber selbstverständlich. Für alles, von der Pilzspore bis zur Maus. Die Landwirtschaftsämter haben Pflanzenschutzdienste und die ihre Warndienste. Parallel dazu werden die Anwender durch die Berater der Pestizidkonzerne entsprechend getrimmt. Wegen des einstweiligen Wegfalles der Raps-Saatgutbeizung wurde unter den Landwirten regelrecht Angst verbreitet.

    Konsequenz: Keinen Wein mehr kaufen und allen Weintrinkern bei jeder Gelegenheit von dem Problem erzählen, immer wieder und immer wieder!!!
    Genau so, wie man einfach keinen Broiler aus dem KZ isst, und wenn er noch so lecker aussieht.
    (Im Hopfen werden allerdings auch Pestizide verwendet, aber sicher nicht so exzessiv wie im Weinbau.)

    Was Du beschreibst, hatte ich auch schon, die "schlanken schwarzen" sind m. E. zuckerwasserverschmierte Bienen, die in dem Bienengetümmel am Futter von ihren Artgenossen verschmiert bzw. "unter Wasser gedrückt" wurden. Es kann auch gut sein, daß sie es nicht schafften, aus der Futtertasche herauszukrabbeln, das gilt es natürlich zu vermeiden.


    edit: Futtertasche auf Tauglichkeit prüfen, bevor Du das Ding nochmal verwendest!!!!