Beiträge von Spurbiene

    ... Na dann halte ich meine Hände mal still ...


    Ich habe meine Hände nicht still gehalten. Die Mama ist drohnenbrütig geworden und hat schon losgelegt. (Alle meine Völker brüten wieder, nachdem sie großteils schon brutfrei waren. Super Wetter und Tracht ohne Ende...)


    Ich habe also die beiden Völker vereinigt, so wie ich es schon vorbereitet hatte. Die Drohnenkönigin habe ich trotz Suchens nicht gefunden...


    Heute schau ich nach dem Rechten und sehe beide Königinnen einträchtig nebeneinander auf einer Wabe, na toll, ansonsten alles bestens. Ich meine, sie farblich unterscheiden zu können, bin aber nur zu 90 % sicher. Die, welche ich für die Drohnenkönigin halte, habe ich gekäfigt und sie wird liebevoll umsorgt. Am liebsten würde ich der Sache ihren Lauf lassen, und, da ich sowieso nur 90 % sicher bin, die Mama wieder ins Volk entlassen.


    Was meint Ihr, kann das schief gehen, so daß am Ende die Drohnenkönigin übrigbleibt? Wie lange kann man sie gekäfigt lassen? (Das wird ja auch als Methode zur Erzwingung einer Brutpause angewendet)

    Ich möchte mich der Frage mal anschließen. Hält ein Volk mit einer unbegatteten Königin den Winter durch?


    Beim Umsetzen von (nicht sonderlich starken) Ablegern in den HBB-Bienenwagen zwecks Überwinterung stellte ich in einem Jungvolk fest, daß sie eine neue Königin haben, von der ich bezweifle, daß sie noch begattet wurde. Da z. Z. der Brutbetrieb bei fast allen Völkern beendet wird, rechne ich nicht damit, daß ich Stifte sehe, auch wenn sie begattet sein sollte. (Sehe ich das richtig?) Das Volk verhält sich normal.


    Ein kleines Jungvolk, das noch Brut 123 hat, aber nur 3 Gassen füllt, hätte sich zum Vereinigen angeboten, mir hat dann aber die Entschlossenheit gefehlt. Ich hatte niemanden zum fragen und so habe ich es in den Honigraum über dem Jungvolk mit der zweifelhaften Königin einquartiert, eben mit geschlossener HR-Luke. Der Gedanke dahinter war, daß ich zu einem späteren Zeitpunkt die Luke öffnen kann, wenn ich feststelle, daß die zweifelhafte Kö tatsächlich nicht begattet ist.


    Nun ist meine Frage, hält das Volk mit einer unbegatteten Kö durch, daß eine eventuelle Vereinigung ins Frühjahr verschoben werden kann?

    Hallo Hornet, nach dem Winter wird man es wissen. Bisher war spätestens Mitte September Schluß (Heide), da geht´s jetzt erst richtig los.


    Massentrachten sind unnatürlich. Diese Art Landwirtschaft gibt es erst ein halbes Jahrhundert und das ist zufällig der Zeitraum, in dem die Biene kaputtgewirtschaftet wurde.


    Meine kriegen sowieso kein Zuckerwasser, daher habe ich mich erstmal über das Selbsteinfüttern gefreut. Aber was nützt das, wenn nun jeden Tag Bienen vorm Wagen liegen, allein gestern schätzungsweise 1000, von nur 2 Völkern und 7 Ablegern wohlgemerkt. Wieviele unterwegs verklammen, sieht man schon gar nicht. In einigen ist nur noch ganz wenig Brut, das reicht niemals, um die Verluste auszugleichen. Heute werde ich erstmal eine Folie vor den Wagen legen und beim nächsten guten Wetter mit Einengen gegensteuern.


    Hornet, die Stillegungen bis 2009 waren gesetzlich vorgeschrieben. Von Aufstacheln kann also keine Rede sein!!!! Die Politdeppen haben die Zügel gelockert, zugunsten der Wirtschaft, so wird ein Schuh draus.

    Die Landwirtschaftsindustrie feiert ja gerade die neue "Gemeinsame Agrarpolitik-Reform" als umweltorientiert, bienenfreundlich usw. Medial breitgetretene Worte wie „Greening der Landwirtschaft - Tischlein deck dich für die Bienen?“ suggerieren, daß hier eine Verbesserung der Ernährungssituation von (Bestäuber)Insekten entsteht. Tatsächlich kann man die Auswirkungen der Reform schon jetzt sehen, was für mich der Anlaß war, das mal genauer anzusehen. Die Lobbyisten haben tatsächlich ganze Arbeit geleistet. Für Bienenhalter könnte es bitter werden.


    Das neue Gesetz: Um _weiterhin_ Prämien (EU-Subventionen) zu erhalten, muß der Landwirt ab jetzt u. a. auf 5% seiner Ackerfläche ökologische Vorrangflächen schaffen, also von 100 ha müssen 5 ha als ÖVF angelegt werden. Klingt gut, ja? 1 ha Brache (früher sagte man Stillegung) würde als 1 ha ÖVF angerechnet. Klingt auch noch gut, aber welcher Landwirt läßt einigermaßen brauchbaren Boden brachliegen? Jeder Quadratmeter muß Geld bringen! Also gibt es für den Landwirt die Möglichkeit, ÖVF im Zwischenfruchtanbau, ausschließlich nach der Ernte, im Herbst, abzugelten, damit geht ihm kein einziger Quadratmeter verloren. 1 ha Zwischenfruchtanbau wird als 0,3 ha ÖVF angerechnet. Chemischer Pflanzenschutz und Kunstdünger sind auf der Zwischenfrucht nicht erlaubt, aber Gülle. Die Aussaat der Zwischenfrucht darf nicht vor dem 16. Juli erfolgen!!!!!!!!! Pervers! Also wenn der Landwirt die Gerste am 25. Juni runter hat, muß er 3 Wochen mit der Einsaat der Zwischenfrucht warten! Damit die Bienenweide nicht zu zeitig wächst, oder was? Ausfall-Raps, der auch ein guter Stickstoffbinder wäre, ist als Zwischenfrucht nicht zulässig. Außerdem friert der nicht ab und "muß" dann wieder chemisch beseitigt werden.
    Die Zwischenfrucht muss spätestens am 01. Oktober gesät sein und überwinterungsfähige Pflanzen mindestens bis 15. Februar stehen.
    Es gibt bundeslandspezifische Kataloge mit den zugelassenen Pflanzen-Mischungen, siehe Link.


    Ich hatte im Sommer Gespräche mit Landwirten, in denen sie das mit den Blühmischungen schon anküdigten. Also die denken, sie tun den Bienen etwas Gutes. Ich habe ihnen meine Ansichten dazu schon mitgeteilt, aber es geht bei denen zum einen Ohr rein und zum anderen raus. Und wenn man jetzt die vorgeschriebenen Termine usw. sieht, dann bleibt denen gar nichts anderes übrig, um weiterhin Subventionen kassieren zu können.
    Bei uns sieht es jetzt so aus, daß ca. 50 ha in unmittelbarer Nähe weiß blühen, das ist Buchweizen. Phacelia und Sonnenblumen werden dann wohl im Oktober blühen... Ein Senffeld habe ich auch schon gesichtet, das dürfte noch im November blühen... bin mal gespannt, wie der Standimker, der da 100 m entfernt ist, die Sache übersteht.


    Aber richtig losgehen wird die Sache nächstes Jahr, dann ist das für die Landwirte verbindlich.


    http://www.invekos.sachsen-anh…nformationen_GAP_2015.pdf
    http://www.invekos.sachsen-anh…lfe/Info/gap_2015_faq.pdf
    http://www.invekos.sachsen-anh…_Beraterseminar_GAP15.pdf

    Danke für Eure Antworten, ja es sah nach Erschöpfung aus, sie fliegen wie irre in diesen Zwischenfruchtanbau. Auch die Pollenholer liegen erschöpft da. Da wären wohl große Flugbretter von Vorteil, am Bienenwagen habe ich dafür keine Lösung... Während der Rapsblüte hatten wir auch solche Temperaturen und da habe ich sowas nicht beobachtet... Und das mit Vergiftung ist auch nicht völlig abwegig, jedenfalls ist es nicht weit hergeholt, wir hatten dieses Jahr schon eine Vergiftung. Bei der Auswertung des Vorkommnisses mit dem betreffenden Landwirt stellten wir ziemliche Ahnungslosigkeit seinerseits fest, also zuzutrauen ist denen alles.


    Ja, hier wird fast ausschließlich pfluglos bearbeitet, Giftspritze ist billiger.


    Die politisch-lobbyistisch gewollten Massentrachten im Herbst werden noch zu einem großen Thema für Imker, ich tippe gerade einen Beitrag zu dem Thema.

    Liebe Bienenfreunde,


    bisher habe ich bei Euch still mitgelesen, aber aktuell brennt mir eine Frage unter den Nägeln, weshalb ich mich jetzt hier mal zu Wort melden will.


    Ich habe gestern und heute eine beunruhigende Beobachtung gemacht. Viele Bienen kommen "entkräftet" nach Hause und schaffen es nicht mehr in die Stöcke. Gleiches bei den Bienen meines Nachbarn, ca. 100m weiter.


    Zur Situation: In unserer unmittelbaren Nähe haben wir jetzt, Mitte September, eine fette Massentracht. (Dank unserer Polit-Deppen gibt es doch ab 2015 diese ökologischen Vorrangflächen und den damit verbundenen Zwischenfruchtanbau zur Unzeit, neudeutsch als Greening bezeichnet.) Schon jetzt haben die Landwirte damit angefangen und nun stehen hier ca. 50 ha Buchweizen. Das sind Blühmischungen, es sind noch andere Pflanzen enthalten, stellenweise Sonnenblumen vorm Aufblühen, ansonsten Phacelia kurz vorm Aufblühen u. v. a.


    Die Bienen fliegen wie verrückt, hauptsächlich auf den Buchweizen, was man an den Beuten riechen kann, die Brutnester sind am Verhonigen, es ist nur wenig Brut in den Völkern...


    Gestern und heute kam ich an meinen Bienenwagen und viele Bienen saßen auf einem Brett unterhalb der Beuten. Wie es schien, schafften sie es irgendwie nicht mehr in die Beuten. Der Nordostwind blies sie dann herunter und so saßen vorm Bienenwagen im Gras heute schätzungsweise 1000 Bienen. Dort haben sie im Gras kleine Trauben gebildet bzw. sind verklammt. Direkt am Boden herrschten 15 °C, hab ein Thermometer hingelegt. Lufttemperatur mind. 17 °C.


    Ich habe die Bienen, die ich einsammeln konnte, in einen Schuhkarton gekehrt und sie dem stärksten Volk vors Flugloch gegeben, sie wurden reingelassen. Beim Betrachten der Bienen fand ich sie kraftlos. Manche liefen mit unnatürlich abgespreizten Flügeln herum, andere hatten Probleme, sich aus der Rückenlage in die Normallage zu bringen, sie hielten sich nicht richtig fest usw. Keine Biene hatte die Zunge draußen, es war nur diese Kraftlosigkeit, die auffällig war. Wenn ich mir vorstelle, daß jeden Tag so viele Bienen es nicht mehr nach Hause schaffen, wird mir ganz anders.


    Bei den Temperaturen sollten die Bienen doch auf jeden Fall in der Lage sein, die letzten Zentimeter bis zum Flugloch zu schaffen, oder?? Was ist denn da los? Ich bin nicht sicher, wo die Bienen nachmittags sind, im Buchweizen müßten sie ja hauptsächlich vormittags sein. Außerdem sind die Herren über Leben und Tod gerade wieder unermüdlich unterwegs, Raps-Nachauflauf totspritzen u. a.


    Nun meine Fragen, hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht und kann es sich um eine Vergiftung handeln, auch wenn die Zunge nicht raushängt?


    Haltet Ihr es für möglich, daß das Saatgut für diese Blühmischungen (speziell Buchweizen) gebeizt ist? Buchweizen ist in Osteuropa häufig, hier war er bisher selten. Buchweizen-Saatgut wird durchaus mit Neonikotinoiden gebeizt und das Saatgut kommt doch sicherlich aus Osteuropa.