Beiträge von ChrisAusEssen

    Reich wird man nicht und es gibt unbestritten einfachere Wege. Aber wirklich auch keinen Grund Trübsal zu blasen.

    Ich habe jetzt tatsächlich mal mein Sheet überflogen.
    Ich lande bei Entstehungskosten von ~7€/kg, wobei das Material noch nicht die 10 Jahre erreicht hat - Tendenz also fallend. Mein Verkaufspreis liegt zwar darüber, aber wenn ich dann noch Fahrt- und Arbeitskosten einrechnen würde, dann würde es nicht nur eng, und erfordert eine Rationalisierung (keine kleinen Stände/Technik, die Zeit spart).

    Die Frage ist ja, was sind meine Kosten? Zählen Fahrt- und Arbeitszeiten, oder ist das Hobby/Berufung?

    Rein betriebswirtschaftlich macht meine Imkerei, unter Berücksichtigung der Fahrt- und Arbeitszeiten, keinen Sinn - die kann ich auch kaum auf den Honigpreis umlegen - siehe Vortrag. Auch die Bestäubungsleistung kann ich nicht einklagen, aber mache ich es nicht auch aus Überzeugung/Profession?
    Wie ist das als Berufsimker, ist da nicht auch Hobby oder Profession bei, wenn man 1-2h für den Schwarmfang beschäftigt ist. Beruf ist auch irgendwie Berufung, wie bewertet man BWLmäßig die eigene Freude am eigenen Tun - unabhängig von der Imkerei?


    Bin ich glücklich bei meinem Tun? Meistens ja. Es sind aber keines Falls die finanziellen Aspekte, die es mir manchmal verleiben, sondern eher meine falschen Sparschrauben, die mir die Arbeit unnötig erschweren und die vielen, vielen Ungereimtheiten rund um die Bestrebungen der Bienen und der Kristallisation des Honigs, die mich manchmal verzweifeln, aber auch wachsen lassen.

    Aber Spaß bei Seite. Macht denn hier ein Hobbyist für seine Ausgaben und Einnahmen eine "Buchführung"?

    Ja,...verschenkte Gläser liefen unter 0€ Umsatz - Glas - Etikett

    Abgegebene Honigmenge/Umsatz gleich Umsatz/kg

    Alles kein Hexenwerk, aber je länger man es pflegt, desto lückenhafter wird es - aus guten Gründen ;)


    Je länger man es macht, desto mehr durchblickt man auch, weshalb Imker einen Igel in der Tasche haben. Ein Melitherm hätte mir das Leben manchmal echt erleichtert, ebenso ein gescheiter Dampfwachsschmelzer, Siebkübel, beheiztes Spitzsieb,...aber mit welchen Auswirkungen auf die Kalkulation. Also versucht man sich mit halbgaren Lösungen und jede Menge Zeit so lange zu behelfen, bis es nicht mehr geht - ist ja nur Hobby.
    Hilft also nur schön rechnen.

    Dann hau doch mal raus, wie geht das?

    Schönrechnen.

    3€/125g als Mitbringsel an der Hotelrezeption oder als Sonderabfüllung mit eigenem Etikett für Anlässe - wobei auch da natürlich nicht alles bei mir ankommt. Verschenkte Gläser an Grundstückseigentümer usw. lässt man in der Berechnung außen vor und schon stimmt der Schnitt - hat bei mir 2€/kg ausgemacht.


    Zu dem obigen Kurs ist aber nur ein Bruchteil meiner Ernte zu vermarkten - und während Corona garnichts. Da brauche ich über diese Nischenpreise mir nicht den Schnitt schön zurechnen.


    Über die Investitionen betrifft habe ich einen guten Überblick und diese sind mittlerweile eingefahren. Die laufenden Kosten steigen aber (z.B. Miete Lagerraum) und bedingt durch das Wachstum wären weitere Investitionen nötig. Mit diesen würde ich aber nur Arbeitszeit sparen, die ich auf keinen Fall veranschlagen könnte...wenn das meine Frau sähe...und mehr Honig vermarkten...da dreht man sich im Kreis.


    Also werde ich investieren um Zeit zu sparen ohne mehr zu vermarkten und mein Exelsheet heimlich auslaufen lassen...

    Als Hobbyimker mit 20 WV, Honigverkauf ausschließlich mit Eigenetikett, direkt und auch über Zwischenhändler habe ich derzeit keine Probleme, einen Honig Kilopreis von 16,00 € bis 20,00 € zu erzielen. Abverkauf bis ca. Mitte Dezember. Keller leer!

    Wir spielen ja nur auf dem 20%-Fünftel des Feldes. Das Feld ist, so meine Meinung, aber in einigen Regionen schon gut bestellt bis gesättigt. Genieße die Zeit und nutze deine Chance - in ein paar Jahren kann das ganz anders aussehen


    Ich stand zuletzt mit 2 anderen Imkern bei einem Wiederverkäufer auf der Matte - der Handel entscheidet halt nach EK und qualitativ sind sie alle gut. Auf manchen Märkten sprechen sich die Honigdealer terminlich ab, einzelne Bäcker haben den Honig des Nachbarn bereits mangels Nachfrage aus dem Sortiment genommen, Bioland drückt in den Dicounter-Markt und so mancher Stammkunde hat imkernde Nachbarn.


    Einzelne Insellösungen bieten sich manchmal. Schickes Design, kleine Gebinde und touristisch hochfrequentierte Orte...und davon abseits kann es, je nach "Marktlage" auch eng werden.

    Hier bekäme ich regionalen Honig an jeder Ecke und wenn nicht, dann nicht weil sich kein Imker findet, sondern weil es nicht ins Sortiment passt, oder soll.


    Einen iHonig muss ich auch erstmal irgendwie an den Mann oder die Frau bringen. Das erfordert jede Menge Manpower und Überzeugungsarbeit, was auch den Vermarktungsaufwand und die Kosten exorbitant erhöht.


    Es gibt Honig, von zu vielen Imkern. Wenn man sich regional zusammenschließen würde...dann würde mehr gehen und wenn aus 10 Hobbyimkern mit 250kg ein Marktakteur mit 2,5t und einer größeren Sortenvielfalt werden würde...der könnte natürlich ganz anders agieren. Aber das ist wohl eher etwas für den "Kopfverein von @Bienenköniggibmirhonig"


    Ansonsten muss das Spielfeld größer werden...

    Ich lasse den Trester noch eine Extrarunde mit dem Dampfmeister alleine im Dampfwachsschmelzer. Danach bin ich mit der Ausbeute eigentlich zufrieden. Besonders für Drohnenbrut oder Brutwaben mit Restbrut nach der TBE ist mir das auspressen zuwider...auch müffelt dann das Wachs bis zur nächsten Klärung...zumindest bilde ich mir das ein.

    Es ist auch einfach. Beide Völker mit ca. 8-10kg Futter im Oktober aufeinandersetzen. Im Oktober organisieren die sich noch.

    Meistens, vielleicht sogar oft oder fast immer...kann aber auch schief gehen und plötzlich gucken einen im Februar nach einem Kälteeinbruch ganz viele Popos in der unteren Zarge entgegen und oben erst ein leeres Brutnest und unerreichbar die Futterkränze.

    Ich mache so nicht mehr, weil vermeidbar und nur vermeintlich einfach.

    Habe das Gefühl dass nächstes Jahr mehr auf Flachzargen ( 2/3 , 159mm) Imkern werden.

    Ich habe diesen Sommer extra alle ausgebauten Zander-Honigräume komplett eingeschmolzen, um nächstes Jahr nicht doch wieder in die Versuchung zu kommen ein paar Ganzzargen als HR aufzusetzen. Ausgebaute Flachzargen habe ich mittlerweile vermutlich ausreichend, um in die nächste Saison zu starten.

    aber macht die einmalige Subvention eines Gerätes am Ende tatsächlich einen so großen Unterschied? Davon abgesehen, dass die maximale Fördersumme oft begrenzt wird.

    Aktuell plane ich ein paar Neuanschaffung so um die 3000€...angenommen ich bekomme 900€ geschenkt, fallen die Investitionen natürlich leichter. Man kann sogar doppelt sparen, wenn man nicht erst einmal billig, sondern gleich richtig kauft. Und wenn ich dann in 5-10 Jahren den Krempel für den ungefähr heutigen Neupreis verkaufe, habe ich ~3% Rendite p.a. und schon wurde aus der Investition eine Geldanlage, ohne auch nur 1g Honig geschleudert, gepumpt, gesiebt, erwärmt und abgefüllt zu haben.

    Bernd 1963 Ich habe mir die Schleudern mal auf einer Messe live angesehen und angefasst.
    Natürlich kein Vergleich zu Konkurrenzprodukten was Verarbeitungsqualität und Wandstärke betrifft, sie erweckte aber auf mich den Eindruck, dass sie durchaus das kann was sie soll.

    Was die Langlebigkeit betrifft, da machten andere Hersteller aber einen besseren Eindruck auf mich - zu denen ich daher mehr tendierte.