Beiträge von ribes

    ...TBE ist ja kein Experiment mehr... Daß das ohne Honigeinbußen passieren kann, ist wohl das Thema der Arbeit von Herrn Radtke. Dafür braucht es aber, wie für alle Standorte, eine ordentliche durchgehende Tracht und Imker mit Zeit

    Dr. Radtke fand heraus, daß die TBE ca. 14 Tage vor Massentrachtende nicht nur nicht zur befürchteten Ertragseinbuße, sondern zu Ertragssteigerung führt.

    Mehr Zeit braucht der Imker nicht bei Dr. Radtkes Konzept, sondern sogar etwas weniger. Er hat es in seiner Dissertation minutiös aufgelistet. Er hat sein Konzept übrigens entwickelt, weil er als Student in der Hauptprüfungszeit eben keine Zeit hatte für Fahrten zu Schwarmkontrollen seines Bienenstandes.

    Nicht mehr Zeit, sondern eine exakte Terminplanung ist dabei unabdingbar.

    Zu Ribes: Genau das ist das Thema. Es ist eben nicht der Schwarm der vom verantwortungsvollen Imker abgeht, sondern von denen die ohne Anmeldung und ohne dauerhafte und ordentliche Kontrolle imkern.

    Um Mißverständnisse zu vermeiden:

    1. Nichts gegen Schwärme, die abgehen. Mein Imkerpate betreibt ganz bewußt Schwarmimkerei. Der entscheidende Unterschied: Verantwortungsvolle Imker wie er fangen ihre Schwärme auch wieder ein.

    2. Nicht die Herkunft eines Schwarms ist maßgeblich, sondern dessen unbekannter Aufenthalt/Wohnung und damit die fehlende Betreuung/Kontrolle des Gesundheitsstatus. Völlig unerheblich ist also, woher er einst stammte - ob vom verantwortungsvollen Imker oder vom Schwarzimker. Verlorenes oder zur Anpassung an die TRACES-Begleitpapiere wegen drohender Zollkontrolle weggeworfenes überzähliges Bienen-Ladegut eines Bienentransporters sind wieder ein anderes Thema...

    ...da der Schnitt eine massive Einschränkung der Mobilität zur Folge hat.

    Genau darum geht es ja: Einschränkung (nur) der Flugfähigkeit (nicht der übrigen Mobilität), schon allein, weil sich für herrenlose Schwärme i.d.R. keiner findet, der diese bzw. ihren Standort beim Verterinäramt anmeldet. Unbekannte Standorte von Bienenvölkern erschweren und verzögern im Seuchenfall die AFB-Tilgung und können damit unnötigerweise vielen anderen Völkern das Leben kosten, auch und gerade den imkerlich gut betreuten Völkern, die importstark sind.

    Das ist für mich Grund genug:

    1. den Flügelschnitt zu befürworten. Imker, die 100%ig dafür garantieren können, daß ihre Völker in keinem Falle schwärmen bzw. daß jeder Schwarm eingefangen wird, mögen auf den Flügelschnitt verzichten.

    2. für eine Beteiligung an dem Forschungs- und Monitoringprojekt zu werben:

    https://www.beetrees.org/start

    selbstverständlich mit Fundortmeldung an das VetA.

    Ich...arbeite für mich allein.

    Lieber Mario,


    das ist ein Trugschluß, ein verhängnisvoller noch dazu. Warum?


    1. Objektiv, d.h. ganz unabhängig von persönlichen Auffassungen, unterscheidet sich die Haltung von Bienen ganz wesentlich von der Haltung anderer Tiere: Bienen lassen sich nicht im herkömmlichen Sinne beherrschen, kontrollieren, erziehen, einhegen oder gar einsperren. Deshalb werden Probleme eines Volkes allzuleicht zum Problem auch anderer Bienenvölker.

    Es gibt zudem hochansteckende Bienenkrankheiten, die ganze Landstriche über Jahre verseuchen können und viel, sehr viel Leid über Bienen und deren Imker bringen. Wer so etwas einmal erlebt hat, kann kaum glauben, wie sehr Insekten einem Menschen ans Herz wachsen können und welch vernichtende Wirkung die seuchenrechtliche Tötungsanordnung von Bienenvölkern auf einen solchen Menschen haben kann. Gerade die Imker, die besonders gewissenhaft mit ihren Bienen umgehen, erwischt es dann am ehesten - weil auch das bei Bienen anders ist als bei anderen von Menschen gehaltenen Tieren: (Kranke/schwache) Bienenvölker exportieren ihre Probleme nicht, sondern (gesunde, vitale, starke) importieren sie.


    2. Bereits Deine Frage hier belegt, daß Du Deinen selbstgewählten Grundsatz nicht durchhalten kannst. Das ist kein Vorwurf, sondern ebenfalls nur eine objektive Feststellung, die für Jeden gilt. Die Betreuung von Honigbienen erfordert Fachwissen, das sich nicht von allein einstellt. Einfach anfangen und selbst Erfahrungen sammeln geht ausnahmslos nur auf Kosten der eigenen Bienenvölker und auf Kosten der Völker in der Region (s.o.). Der Umstand, daß man offenbar Bienenvölker auf relativ anonymen Wegen kaufen kann - sogar auf Autobahnparkplätzen oder mit Kurierdiensten - sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß man damit Verantwortung für ein Lebewesen - den Bien (oder in moderner Fachsprache: den Superorganismus) übernimmt. Leider hat sich die Einstellung in der Bevölkerung zu Insekten allgemein barbarisiert, vermutlich, weil man denen nur primitivste Lebensfunktionen zutraut und das Töten derselben stete Übung ist (Mücken, Fliegen etc.).


    Bitte denke noch einmal vorurteilsfrei über die von Dir erwählten Grundsätze nach.


    Mit freundlichen Grüßen - ribes

    Andreas K : Die hier geäußerten Bedenken sind alle zutreffend.

    Notfütterung ist am einfachsten mit auf die OT aufgelegtem Futterteigbeutel (auf der bienenzugewandten Seite einschlitzen als Einstieg für die Bienen) zu realisieren (#56):


    Bienen jetzt noch auffüttern


    Manche Imker füllen leere FuW händisch auf: waagrecht hinlegen, handwarmen FuSirup in dünnem Strahl in die Zellenreihen gießen + übergelaufene Sirupreste und Luftblasen mit dem Finger verreiben. Tropft beim Einhängen an das Brutnest immer etwas, verklebt Bienen und lockt Fremde an. Insgesamt also: nicht zu empfehlen.

    ...automatische Zeitbegrenzung...nettes Zusatzfeatures.

    ...nicht nur unnötig, sondern sogar hinderlich.

    So löten hier die meisten Kollegen ein: Endkontakte kurz (ca. 3 sec.) an die Drahtenden/-nägel andrücken + wieder wegnehmen, fertig. Bei neuen Rä. mit sauberen Kontakten, einheitlich dicken MW und ruhiger Hand mag die Einschmelzzeit einheitlich sein. Bei nicht optimalem Kontakt (gebrauchte Rä., Abrutschen von der Kontaktfläche...) oder variierenden MW-Dicken wird die Zeitbegrenzung zum Hindernis. Der Nachlötversuch endet dann oft im Trennschmelzen der MW. - v.a. wenn die Übung und das Augenmaß verloren gingen, weil die letzten Versuche schon wieder 1 Jahr her sind...

    Man kann ja zuerst einmal den Hersteller nur vertrauen, dass er einem nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen will.

    Varromed ist im Wesentlichen nichts anderes als eine weitere Formulierung von OX-Zuckerlösung zur Träufelbehandlung - dazu mit 44 mg OX/ml in noch höherer Konzentration als vorherige OX-Träufelmittel (Oxuvar 3,7% z.B. 35 mg OX/ml). Daß das gegen Milben wirkt, ist wohl unbestreitbar.


    https://www.ema.europa.eu/docu…roduct-information_de.pdf


    https://www.andermatt-biovet.d…UVAR_DE_20181030_v3.0.pdf


    Die subletalen Wirkungen solcher Träufelbehandlungen jedoch sind vom Imker nur schwer zu erkennen.

    Dr. Saskia Schneider hat in ihrer Dissertation die subletalen Wirkungen von OX in Zucker- bzw. Glycerinlösungen wissenschaftlich untersucht und beschrieben:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

    Nettisrb : Wenn Du absolute Baufreiheit herstellen und die Bienen unbedingt noch länger im Wintermodus bei verschlossenem Flugloch halten möchtest: Kellerhaft. Wird von machen Imkern sogar im Sommer angewandt; bei 12 Völkern allerdings ein gehöriger Aufwand, der die Bienen ebenfalls stören dürfte.

    Wenn die Helfer das unbedingt wollen, wäre mein Rat ebenfalls: Fluglöcher einfach nur mit Schaumstoff verschließen + offenen Boden gewährleisten. Das sollte jetzt, auch bei > 10 Grad klappen, Reinigungsflug hatten sie ja bereits. Du arbeitest ja direkt daneben und kannst mit Gehörproben überwachen, ob die Bienenpanik ausbricht. Wenn ja, kann man die Gartenarbeit immer noch abbrechen oder an die Außenseite der Hecke verlegen und die Fluglöcher öffnen. Überhaupt lassen sich die Arbeiten einteilen und bspw. die in besonderer Nähe zu den Beuten ganz früh morgens oder spät am Abend durchführen - ggf. von der unerschrockenen Imkerin selbst. Die Angsthasen werden eben für Arbeiten jenseits der Hecke eingeteilt...

    Rein rechnerisch heben sich die Ergebnisse vom ersten und vom zweiten Blick großenteils gegenseitig auf. Sie sind ohnehin nur überschlägige Modelle und die Zahlenangaben schwanken etwas, bspw. auf 1 qdm Wabenfläche passen 415 ... 425 Arbeiterinnenzellen, aber nur 225 Drohnenzellen (also 1/3 weniger):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwabe

    Wirklich signifikant sind dagegen die Dicke-/Gewichtsdifferenzen von schweren Fertig-MW gegenüben den filigranen MW im Naturbau.

    Gibt es Daten aus der Literatur bzw. aus Erfahrung über Differenzen in der Wachsausbeute bei DR gegenüber ArbR?

    Eine Drohnenwabe enthält mehr Wachs als eine Wabe mit Arbeiterinnenbrut. Außerdem ist das perfektes junges Wachs.

    Das ist interessant. Hast Du quantitative Erfahrungswerte parat? Welche Ursache könnte das haben (dickere Zellwände; mehr Wachsausbeute, da weniger bebrütet/weniger Puppenhäutchen o.ä.)?

    Auf den ersten Blick würde man ja das Gegenteil vermuten: Um 1/4 größere Zellen auf der Wabenfläche -> 1/4 weniger Zellwände nötig -> 1/4 weniger Wachs.