Beiträge von ribes

    Heute an der senkrechten Wand der Zarge unter lauter Drohnen... keine Chance. :-(

    Du kannst die Kö. mit Deinen Fingern verfolgen und im passenden Moment an den Flügeln packen, die Drohnen beseite drängeln - die können ja nicht mal stechen, sind nur abschreckend stark und laut, aber völlig harmlos und friedlich.

    Lagavulin : Kein Meister fällt einfach vom Himmel. Praktische Übungen vervollkommnen Deine Fähigkeiten. Die Kö. kann man an den Flügeln packen, da wird auch nix beschädigt. Dies kann der Imker üben an Arbeiterinnen (z.B. Verklammte packen und zum Stock tragen) und an Drohnen (an den Flügeln packen und ihr kräftiges Zappeln abwarten - Arbeiterinnen und Kö. sind nicht so kräftig, der Zappelschreck des Imkers fällt bei denen also nicht so heftig aus) usw. An den Drohnen kann man auch das Zeichnen der Kö. üben:

    Jetzt ist der eine Eimer mit 5kg weniger schon schön cremig und die anderen, in denen mehr ist, bei gleicher Lagerbedingung, noch flüssig wie nach dem Schleudern

    Mglw. hast Du beim Umfüllen in die Eimer den einen Eimer mit mehr Kristallisationskeimen versehen (Pollenanteile höher, Bodensatz vom anderen Gebinden (Schleudereimer, Entdeckelungsgeschirr...) oder ein Volk hat durch seine spezifische Sammelaktivität Nektare mit höherem Traubenzuckeranteil gesammelt oder Du hast die Randbereiche der größeren Eimer beim Rühren nicht vollständig einbezogen (Eimer-Boden bzw. -Wand) etc. Es gibt viele mögliche Ursachen.

    ist ja wie beim Waffenverkauf.

    ...und entspricht den geltenden Regelungen. Jede Änderung des Völkerbestandes ist unverzüglich anzuzeigen - sowohl beim VetA, wie bei der TSK. Die Praxis sieht freilich anders aus: Da sind wohl alle Beteiligten mehr oder weniger froh, wenn das auf die jährliche Stichtagsmeldung und Neueröffnung/Schließung von ganzen Bienenständen (incl. Wanderstände) beschränkt wird.

    Es kommt ganz auf die Empfindlichkeit der Untersuchungen an, die Grundlage des Gesundheitszeugnisses sind. In D wird dafür eine repräsentative Anzahl an Völkern eines Bienenstandes labormäßig untersucht (außer wohl in Bayern für das "kleine" Gesundheitszeugnis). Man geht von einer gewissen Vorwarnzeit aus zwischen dem bloßen Nachweis von AFB-Sporen aus der FKP und dem klinischen Ausbruch der AFB im Volk. Deshalb hat man sich in der BienSeuchV zu der Fristenregelung (9 Monate Güligkeit bei Ausstellung nicht vor 1.9. des Vorjahres).

    Weitere Säule dieser Fristenregelung ist die vergleichsweise hohe epidemiologische Sicherheit in D durch AFB-Monitoring, strikte Meldepflicht und Durchgriffsrechte der Veterinärverwaltung und nicht zuletzt das Antibiotika-Verbot. Staaten, in denen Antibiotika gegen AFB eingesetzt werden, haben damit ihren gesamten Bienenbestand quasi flächendeckend mit AFB durchseucht. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, erscheinen klinische AFB-Zeichen.


    Der Aussagewert von Gesundheitszeignissen aus anderen Staaten ist daher immer auf dem jeweiligen nationalen Hintergrund zu bewerten (epidemiologische Sicherheitslage, sind Untersuchungen des Bienenstandes überhaupt zwingende Voraussetzung und wie sehen die Untersuchungen aus bzw. welche Vorwarnzeit haben sie usw.). Die TRACES-Zeugnisse von importierten Bienenbescheinigen dagegen lediglich, daß die Bienen nicht aus einem AFB-Sperrbezirk kommen. In manchen Ländern wird dazu keinerlei Untersuchung veranlaßt, sondern nur in die Liste der Sperrgebiete geschaut und auf die Selbstanzeige der Imker vertraut. Daran hapert es v.a. dann, wenn keine ausreichenden Entschädigungsregeln bestehen.

    Im Regelfall ist das Zeugnis 9 Monate gültig, oder je nach Probendatum auch kürzer. Manche stellen es auch für 12 Monate aus, aber seltener.

    9 Monate max. Gültigkeitsdauer und Ausstellungsdatum nach 1.9. des Vorjahres ergibt sich bundesweit aus § 5 BienSeuchV:

    https://www.gesetze-im-internet.de/bienseuchv/__5.html

    Daß manche VetÄ auf 12 Monate kommen, könnte allenfalls damit zusammenhängen, daß die Uhren dort scheinbar langsamer laufen?

    Ich habe gedacht, dass dank Corona der Paketbienenimport dieses Frühjahr zum Erliegen gekommen sein müsste. Ist dem nicht so?

    Wieso das? Bienen gelten doch nicht als Coronaüberträger, sondern im Gegenteil: als systemrelevanter Teil der kritischen Infrastruktur/Ernährung. Lebensmittelimporte gibts ja ebenfalls noch. Im Konfliktfall wird an der Grenze der Transitfahrer gewechselt.

    Bienen sind im Paket nur sehr eingeschränkt und begrenzt lebensfähig. Der Weg zum Käufer muß also zeitlich möglichst kurz gehalten werden. Daran hat sogar der skrupelloseste Verkäufer ein eigenes Interesse. Manche Verkäufer verkaufen ja deshalb schon auf der Transitfahrt auf Autobahnrastplätzen Pakete mit Bienen ab. Die verreckten 1,5 kg- Einheiten werden manchmal sogar im Straßengraben o.a. angrenzenden Flächen gefunden. Wenn der Absatz nicht so wie erhofft läuft, kann es schon mal vorkommen, daß der Verkäufer die Pakete direkt im Anschluß an seine beifalltosenden Vorträge zur wesensgemäßen Bienenhaltung auf dem angrenzenden Parkplatz direkt vom LKW weg an seine Jünger verkauft. Wenn es mit solchen Bienen nicht erwartungsgemäß läuft, hat der Käufer selbstredend noch nicht genug von der wesensgemäßen Imkerei verstanden und muß noch mehr Speciale vom Verkäufer erwerben, sonst wird´s nie was...

    Diese Praktiken sagen genug über die in dieser Verkäuferbranche herrschenden Grundeinstellungen aus. Da würden mich trickreiche Manipulationen mit Seuchenfreiheitsbescheinigungen zur Verschleierung der wirklichen Herkunft der Pakete nicht im geringsten wundern.


    p.s.: Ja, der Kleine Beutenkäfer wurde erstmals 2004 in Käfigen von importierten Königinnen nach Europa eingeführt (Eier und bereits entwickelte Larven). Die Wahrscheinlichkeit, ihn in Kunstschwarmboxen einzuführen, ist daher naheliegend - ganz egal, was auf irgendwelchen Seuchenfreiheitsbescheinigungen stehen mag.

    ...gut festziehen und immer wieder lösen.


    Bei nem Gewinde hätte ich da so meine Bedenken.

    Rührst Du immer Betonhonig, der zäher ist als echter Beton? Die M 14 - Verbindung ist genau für solch schwer zu rührende Massen gewählt worden und läßt sich zumindest auf dem Bau anstandslos immer wieder lösen und festziehen. Im imkerlichen Gebrauch habe ich ebenfalls noch nie von Problemen mit dem Gewinde gehört.

    Roland84 : Aus erzieherischen Gründen der polizeilichen Ermittlungsakte einen sachdienlichen Vorschlag zur Auflagengestaltung bei der Strafbemessung machen, z.B. x.. h gemeinnützige Arbeit bei Bienenweide-Pflanzaktionen oder beim Altwabenausschmelzen o.a. Wichtig dabei: Träger der Aktionen sollten am besten Organisationen sein, die beim örtlichen Gericht bereits für solche Auflagen gelistet sind/Erfahrungen haben/die entsprechenden Unterlagen für die Staatsanwaltschaft zur Bestätigung der Auflagenerfüllung ausfüllen können.

    Die Meinungsverschiedenheit entzündet sich doch nicht an der Frage, ob man Schwärme einfangen soll oder nicht. Das man das als Imker tut, ist doch eigentlich fachlicher Konsens (oder sollte es zumindest sein).

    Im wörtlichen Sinne zu hinterfragen ist der fachliche Rat, Schwärme mit unbekanntem Seuchenstatus grundsätzlich in Kellerhaft zu nehmen als AFB-Prohylaxe. Dieser Rat wird von Prof. Dr. Genersch wissenschaftlich und mit einer Reihe von Praxisfällen wohl begründet. Auch wenn es in der Praxis selten vorkommen mag bzw. die Rückverfolgung von AFB-Fällen bis auf den genetischen Fingerabdruck zumeist die Ausnahme ist, ja manchmals sogar als wissenschaftlicher "Luxus" betrachtet wird: Auch außerhalb von AFB-Sperrbezirken kann eine Imkerei durch einen eingefangenen Schwarm eine AFB-Infektion auslösen. In diesem (in D dank flächendeckender ABF-Vorsorgemaßnahmen und Antibiotikaverbot) seltenen Fall leiden Bienenvölker dann wirklich bzw. werden amtlich abgetötet. Das zu vermeiden, rechtfertigt den Mehraufwand, einen Fremdschwarm grundsätzlich 3 Tage in Kellerhaft zu nehmen und dabei engmaschig zu überwachen.

    ...da gehört er aber auch nicht hin.

    Aus seuchenhygienischer Sicht gehört er (als Schwarm mit unbekannten Seuchenstatus) da ca. 3 Tage lang hin, bis die ersten Hungertoten fallen (engmaschig überwachen!), sagt jedenfalls Prof. Dr. Genersch, der man seuchhygienische Spezialkenntnisse sicher nicht absprechen kann.