Beiträge von ribes

    ...erste Schwarm meiner Imkerkarriere abgegangen. Ich konnte ihn glücklicherweise einfangen und in eine Beute einschlagen.

    Dazu habe ich noch einige Fragen:

    1.) Ich hatte noch 4 ausgebaute Drohnenwaben mit letzten Jahr mit Futterkranz. Kann/sollte man die nehmen? Noch kann ich entfernen.

    2.) Ich habe 5 Mittelwände zugegeben und eine zweite Zarge mit 9 Mittelwänden zusätzlich aufgesetzt. Ist das richtig oder ist die zweite Zarge schon zu viel für einen Schwarm?

    3.) Ich habe den Fluglochkeit mit einer Breite von ca. 3cm eingesetzt. Richtig oder nicht?

    zu 1.: Warum hebst Du DrW auf? Raus aus dem Brutraum, sonst stiftet die Schwarmkö. dort noch unbefruchtete Eier rein. Drohnen braucht der frisch eingeschlagene Schwarm nicht vorrangig, sondern Arbeiterinnen!


    zu 2.: 1 LeerW/LeerRä mit Wabenzunge, damit die Kö. sofort nach dem Einschlagen losstiften kann. Wenn Du das nicht hast, baut der Schwarm innerhalb von wenigen Stunden erstes Wabenwerk von allein. 5 MW sind i.O. Die zweite Zarge mit MW kann weg, die unter Zarge mit LeerW bzw. MW auffüllen. Die Bautätigkeit kannst Du nach 3 Tagen und schlechtem Flugwetter bzw. fehlender Tracht durch Füttern unterstützen (kleine Portionen, um bei Eintritt von Trachtflug stoppen zu können bzw. ein Verhonigen des noch wenigen Wabenwerks zu vermeiden).

    Noch ein Tip für sparsame und lernwillige Jungimker: Gemüll täglich auswerten und sammeln (bei mir ca. 1 kg Wachsertrag/Jahr) - dabei kann man lernen, wie intensiv und wie lange ein Schwarm an Wabenwerk baut und welche Faktoren die Bauwilligkeit beeinflussen.


    zu 3. Kleine Fluglochöffnung ist vorläufig i.O. Flugverkehr beobachten, bei längeren Staus vergrößern.

    Es ist als Erfolg zu werten, daß jetzt beim Bundestag und auch bei den sicherlich einzuladenden Experten der Genehmigungsbehörden endlich einmal die Sachargumente aus objektiver wissenschaftlicher Sicht zu Protokoll gebracht werden können von ausgewiesenen Experten, zu denen sicherlich Prof. Dr. Randolf Menzel gehört. Daran kann eine Genehmigungsbehörde dann nicht mehr so einfach vorbei, auch nicht mit tendenziellen Verträglichkeitsstudien etc. Und der Spielraum für vorläufige Entscheidungen, Notzulassungen usw. wird definitiv enger.

    Das bedeutet selbstverständlich nicht, daß die Gegenseite ihre wirtschaftlichen Interessen nicht weiterverfolgen wird, im Gegenteil. Die Aktionäre sitzen denen ja auch im Nacken.

    Das anzuerkennen, bedeutet nicht zwangsläufig, diesem vermeintlich wirtschaftlichen Druck auch nachzugeben oder gar resigniert die Hände in den Schoß zu legen nach dem selbstbetrügerischen Spruch: "Da kann man eh´ nix machen". Dazu muß man nicht einmal Optimist sein...

    War die Königin wirklich definitiv tot? Habe schon mehrmals davon gehört, dass sie sich in Stresssituationen totstellt.

    Ja, sie war ganz offensichtlich tot: stark zusammengekrümmt und trotz Wiederbelebungsversuchen mit Imkers Atemwärme reglos. Sie wurde gleichwohl dem Pflegevölkchen zugegeben . Einige Pflegebienen kümmerten sich sofort um sie, nach einigen Sekunden Beobachtung dieser Pflegeversuche wurde die Ablegerkiste geschlossen. Am nächsten Morgen war sie definitiv verschwunden und das Pflegevölkchen jammerte brausend beim Öffnen...

    Wurde in den Rä. daneben nennenswert Wabenwerk gebaut/MW ausgebaut o.ä. kraftstoffzehrende Arbeiten erledigt, die den schnellen Zugriff auf nahegelegene und (vom Wassergehalt her:) schnell verfügbare Energievorräte erforderten?

    Ein Imkerkollege fand gestern 2 Kö. in einem seiner Völker. Eine davon hatte nur noch zerfetzte Flügelstummel (Kampfverletzung?), war aber noch quicklebendig, fix und schlank. Die andere voll intakt, Stifte waren im Volk, keine WZ bzw. Schwarmzellen.

    Er fing die verletzte Kö. heraus und sperrte sie in eine schnell geleerte größere Streichholzschachtel (ca. 10x5x1,5cm) ohne Pflegebienen. Nach ca. 1 - 2 h nochmals besichtigt - immer noch beweglich, aber nicht mehr so agil wie zuvor. Das kann auch an der Lagertemperatur im Kellerraum gelegen haben -> Schachtel mit Kö. in die warme Hosentasche.

    Nach weiteren ca. 2 h war die künftige Verwendung in der Schaubeute geklärt -> Schachtel aus der Hosentasche gezogen zum geplanten Zeichnen der Kö. - dort aber lag sie gekrümmt und offensichtlich tot.

    Für den Lerneffekt beginnen nun die Überlegungen zur möglichen Todesursache:

    - Verletzung/Stich von der Konkurrentin (wie lange dauert ein solcher Sterbeprozeß?)

    - giftige Schwefelrückstände aus der Streichholzschachtel

    - Verhungern durch lange Abwesenheit von Pflege-/Fütterungsbienen.


    V.a. um die letzte These zu überprüfen, frage ich hier.


    Kellerhaft muss bei Naturschwarm nicht sein, trotzdem ist mir schon einer ausgezogen, füllte sich wohl durch Rasenmähe gestört.

    Dieser Auszug kommt selten, aber doch vor. Bei mir gab es keine Störungen als Ursache. Die wollten wohl einfach partout aus den Herkunfts-Flugkreis raus - so jedenfalls hatte ich mir das erklärt. Den Wiederauszug zu vehindern, dafür gibt es verschiedene Methoden: Kellerhaft oder ASG vorm Flugloch (dann sind auch die Drohnen am Ausflug gehindert und werden hektisch), Bannwabe zuhängen etc.

    Wozu dient die Kellerhaft?


    a) damit sich die Bienen zusammenfinden -> beim Naturschwarm unnötig, nur bei Kunstschwarm mit Bienen aus verschiedenen Völkern.


    b) der Seuchenprophylaxe bei Schwärmen unbekannter Herkunft: Der mitgebrachte Honigvorrat soll von den erwachsenen Bienen restlos verstoffwechselt werden. In deren Verdauungssystem werden AFB-Sporen "gecrackt" und somit unschädlich gemacht - ganz im Unterschied zu Brutlarven, in deren Darm die Sporen auskeimen, in ihre Aktivform überwechseln und sich milliardenfach vermehren (2,5 Mrd./Larve).

    Amerikanische Faulbrut - Bayerische Landesanstalt für Weinbau und ...

    https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/amerikanische_faulbrut.pdf

    Damit diese seuchehygienische Kellerhaft ihren Sinn wirklich erfüllt, muss sie solange dauern, bis die ersten Bienen verhungert sind -> engmaschig zu überwachen, mind. alle 4 - 6 h. Das ist bei einem frisch ausgezogenen Schwarm nicht vor Ablauf von 3 Tagen der Fall.

    ...Futter ist anfangs bei einem Naturschwarm keine gute Idee. Weder als Wabe, noch in anderer Form.

    Ein Naturschwarm hat für 3 Tage Futter in den Honigmägen und jede Menge Wachsschüppchen, um neue Waben zu bauen. Wenn der Imker trotzdem sofort füttert, animiert er u. U. den Schwarm zum Wiederauszug. Der Schwarm sucht naturgemäß eine neue Bleibe außerhalb des Flugkreises seines Herkunftsvolkes - Mit einer unerwarteten Extraportion Flugbenzin läßt sich dieser Traum doch noch verwirklichen, denkt der Bien...

    ...Mittwoch habe ich dann seltsam zuckende Bienen auf dem Flugbrett gesehen...Zuckende Bienen waren heute nicht mehr zu sehen aber der Totenfall vorm Flugloch ist doch sehr stark.

    CBPV heilt nicht innerhalb von 3 Tagen, noch dazu, wenn imkerlich keine Therapieschritte erfolgen. Für mich sieht das eher nach einem typischen Vergiftungsschaden aus. Dafür sprechen auch die ausgestreckten Rüssel der Bienenleichen.

    Ob man die Vergiftung jetzt noch nachweisen kann, wäre einen Versuch wert. Die Gifte zerfallen sehr bald nach Ausbringung, deshalb wird immer schnelle Sicherung der Proben (erkrankte/tote Bienen, frischer Polleneintrag, Wabenmaterial etc.) empfohlen, notfalls erst einmal einfrieren. Vielleicht erkundigst Du Dich, welche PSM vom Mo. - Mi. im Flugkreis Deiner Bienen ausgebracht wurden (Pflanzenschutzdienst beim Landwirtschaftsamt etc.).

    Es kommt auf die Milbenlast an, mit der ein Bienenvolk ins Frühjahr startet.

    Hier begann Mitte Februar die Durchlenzung und der entsprechende massive Bruteinschlag. Die Milbenlast verdoppelt sich alle 4 Wochen. Nach dem Rat von Kleingartendrohn ist nach der Restentmilbung anzustreben, nicht mehr als 50 Milben im Volk zu haben (wenn man keine Drohnenbrut schneidet). Von denen sterben bis zur Durchlenzung auch noch ca. 20% natürlichen Todes. Ein solches Volk hätte demnach jetzt nicht mehr als ca. 200 Milben. Der Umfang der Drohnenbrut beträgt wohl nicht mehr als ca. 1/6 der gesamten Brut, also rd. 3.200 bis 5.000 Zellen. 30 ... 40 Milben dort zu finden, dürfte Glückssache oder sehr aufwändig sein.

    Mein Schwarm aus dem Brutsammler von 2018, der diese Woche fiel, hat auch 24 h nach Behandlung bei Brutfreiheit noch keine einzige Milbe auf der Windel - obwohl heute kaum Flugwetter war (Nein, keine Ohrkriecher und auch keine Ameisen als Zählverfälscher).