Beiträge von ribes

    Edwin : Das ist genau das, was ich sagen wollte. Es gibt objektive Tatsachen und subjektive Empfindungen, Verhältnisse, unterschiedlich ausgeprägte Gesprächs- und Kompromißbereitschaft. Allerdings habe ich sowohl in der Stadt, wie auch auf dem Land ganz Unterschiedliches erlebt. In der Stadt fehlt manchmal das Erleben, wie abhängig man doch voneinander ist und bilden sich ggf. schneller subjektive Meinungsmehrheiten in eine bestimmte Richtung, das mag sein.

    Diese Angst habe ich nicht.

    Es geht mir darum zu verdeutlichen, daß es zwischen den Honigbienen, ihrer Verhaltensbiologie und anderen Nutztierarten oder den hier bereits angesprochenen Hundehaltungen einen wesentlichen Unterschied gibt. Deshalb kann es auch keine solch starren Regeln zur Bienenvölkerdichte geben wie z.B. für Geflügel-, Schweinemastbetriebe, wo der Platzbedarf pro Tier vorgeschrieben ist.

    Imker_luis : Das glaube ich nicht. Meine Nachbarn teilen mit mir die Freude über das Atmen meiner Imkerei (resp. das jahreszeitlich typische Schwanken der Völkerzahlen). Sogar die anfängerhafte und ungewollte Schnappatmung von einer Handvoll auf plötzlich 42 durch unerwartete Nachschwärme haben sie nicht ohne eine gewisse Heiterkeit mitverfolgt - mein erstes richtiges Imkerjahr sei live und für die Nachbarschaft besser als jedes Fernsehprogramm gewesen, hat mir einer mal erzählt. Welche Wetten sie damals abgeschlossen haben, muß ich gelegentlich mal rauskriegen.

    Ob beim Wechsel eines Nachbarn dessen Gefühle verletzt werden, kann ich naturgemäß nicht vorhersagen. Ja, ich habe auch Nachbarn mit Gartenteich, den meine Bienen besuchen.

    Das Armdrücken mit meinen Bienen habe ich sehr schnell aufgegeben, der Imker verliert ohnehin i.d.R.. PaBa : Meinst Du wirklich, ein Imker könne die Bienen vom Nachbargrundstück fernhalten oder den Beflug nennenswert beeinflussen? Die Flugbahnlenkung ist eine ganz andere Frage, die ich aber bereits mehrfach ansprach. Der Imker kann auch die Genetik seiner Bienen durch Zuchtauswahl beeinflussen. Er kann selbstverständich auch die Völkerdichte regeln. Aber nochmals: Der Maßstab dafür sollte objektiv sein und kann m.E. nicht vom subjektiven Empfinden eines Nachbarn abhängen. Sonst müßte der status quo bei jedem Personenwechsel neu ausgehandelt werden - das dürfte v.a. bei der Stadtimkerei und vielen benachbarten Mietwohnungen sehr aufwändig werden.

    Ich erinnere hier abermals an ein Forumusmitglied, das auf einer Kleingartenparzelle von nur 10 x 15 m problemlos mehrere Bienenvölker gehalten hat mit tlw. Abstand von nur 1 m zur Nachbarparzelle:

    https://www.gartenimker.de/?page_id=42

    An die vergleichsweise riesigen Bienenwagen aus DDR-Zeiten mit 50 Völkern in den Kleingartenanlagen muß man dabei gar nicht zurückgreifen.

    Das ist ja das Problem: "Gefühlte" Wahrheiten entsprechen oft nicht der objektiven Realität. Einige hundert Bienen sind rein sachlich kein "halber Schwarm" (rein zahlenmäßig), auch wenn jemand noch so viel Angst davor haben sollte.


    Llecter : Welches Kunststück schlägst Du vor, um Kommunikation, Abstimmungsprozesse und letztlich Mehrheitsentscheidungen von Bienen dauerhaft und zuverlässig zu verhindern?

    Ich erwarte lediglich ein erträgliches Maß zu schaffen, dass auch ich einigermaßen ungestört meiner Lebensfreude nachgehen kann.

    Verzeih, daß ich nochmals das Grundproblem benenne: Die Verstellung der Bienenvölker, selbst eine Reduktion auf weniger Völker würde ganz objektiv die Situation in Deinem Garten nicht merklich verbessern. Die Lärmbelastung hast Du ja selbst relativiert. Die Bienen sind eingeflogen auf Deinen Gartenteich und dieses Wissen wird im Volk auch in gewissem Sinne "weitergegeben". Der Anflug zum Wasserholen schwankt naturgemäß stark und hängt weniger von der Völkerzahl, als vom jeweils konkreten Bedarf der Bienen (Kühlung des Brutnestes bei heißem Wetter, Verdünnen von eingedicktem Futter, Mangel an Nektarangebot u.a.) ab und vom Angebot (Mineraliengehalt Deines Gartenteiches, Navigationsfreiheit, Wasser-/Ufertemperatur etc.). Wenn die Bienen z.B. ein ausreichendes Nektarangebot haben, brauchen sie i.d.R. kein zusätzliches Wasser, denn Nektar hat 60 ... 80% Wassergehalt, den die Bienen wegen der Gärungsgefahr ohnehin auf unter 20% senken müssen.


    Mglw. steigerst Du Dich selbst in einen Konflikt hinein, der Dir die Lebensfreude nimmt. Eine win-win-Situation könnte z.B. sein, wenn Du im Gespräch mit dem Imkernachbarn nach Möglichkeiten suchst, den Bienen Alternativen zum Teich in Deinem Garten zu bieten, z.B. Trachtpflanzen. Die Kunst dabei ist u.a., deren Blühzeiten möglichst lückenlos durch das Flugzeit-Jahr zu anzuordnen. Wenn Dich Dein Imkernachbar dabei berät, kommt Ihr sicher auch konfliktfrei ins Gespräch über Möglichkeiten, die Einflugschneise seiner Bienen etwas anders als bisher zu lenken.

    Bienenköniggibmirhonig : Welche objektiven Tatsachen sprechen gegen den Bienenstand des Imkers?

    Hast Du Dir mal die Fotos von historischen Bienenständen angesehen (incl. Völkerzahlen) und deren Standorte bspw. in Dr. Ferdinand Gerstungs Standardwerk "Der Bien und seine Zucht"?

    https://digital.zbmed.de/apido…content/titleinfo/2952603

    Hast Du Dir vergegenwärtigt, wieviel stichiger die Bienen damals waren im Vergleich zu heute? Warum war der Besatz mit Honigbienenvölkern pro Einwohner, pro qkm, pro Imker früher wesentlich höher und warum ist er seit Jahren so erheblich zurückgegangen?


    Dazu zitiere ich Prof.Dr. Bienefeld aus einem Vortrag für den Bundesverband Dt. Gartenfreunde:

    "Ein nicht zu unterschätzender Grund für den Rückgang der Bienenhaltung ist die Reaktion der Bevölkerung gegenüber Bienen. Honigbienen, auf jeden Fall Bienen in der unmittelbaren Nachbarschaft, werden nicht mehr als wichtiger Bestandteil des Ökosystems angesehen, sondern als Störenfriede oder als Bedrohung." Abstrakt ist vielen Zeitgenossen die ökologische Bedeutung von Honigbienen freilich wichtig, aber wenn es konkret wird: Auf keinen Fall in der Nähe von meinem eigenen Grundstück, Balkon oder Schlafzimmerfenster. Dabei hat ein einziges Bienenvolk nach dem Vortrag von Prof. Bienefeld bereits einen Aktionsradius von 30 qkm und die Bienenflugdichte ist (außer in der wenige Meter großen und gestaltbaren Einflugschneise) nicht abhängig von der Entfernung zum Bienenstand, jedenfalls würde sich die vom Fragsteller beanspruchte Verstellung der Bienenvölker auf dem Nachbargrundstück nicht signifikant auf den von ihm beklagten Lärmpegel in seinem Garten oder den Anflug seines Gartenteiches auswirken.

    PaBa : Bitte lies Dir noch einmal #1 genau durch. Da scheint es dem Nachbarn wohl ums "Prinzip" zu gehen, ob Imker "alles Recht auf ihrer Seite" hätten o.ä.

    Wir haben nur die eine Seite gehört, nicht den Imker.

    Der empfindet es vermutlich als übergriffig, wenn ihm der Nachbar über den Gartenzaun hinweg z.B. vorschreiben will, welchen Stellplatz er für seine Bienenvölker wählen soll, gar welcher der bessere sei - wobei der Nachbar keinerlei Fachwissen über Bienen zu haben scheint.

    Aber das sind alles Subjektivitäten. Die rein objektive Sachlage spricht - bei allem Vorbehalt nur auf der bisher durch den Frager bekannt gemachten Faktenlage - für den Imker und seine Bienen, nicht gegen ihn.

    ...frisch eingeschlagenen Schwarm. Die Fliegen wie bescheuert rein und raus. Das ist nicht laut, aber schon ein stetiges Summen, und ich kann durchaus verstehen, wenn ein Nichtimker ein mulmiges Gefühl hat.

    Sieh an. Das ist ja erst ein Volk. Wie stark ist der Unterschied zwischen einem solchen Schwarm und 4 Völkern nebst 10 Ablegern (ggf. 1-W-Ablegern nach Dr. Pia Aumeier) in einer Hörentfernung von 5 m?


    Der Themenstarter hat sein Grundstück genauso gekauft oder gemietet wie sein Nachbar und auch der Themenstarter hat ein Recht darauf sich dort wohl zu fühlen...an die Behörden wenden.

    Mglw. fühlt sich andererseits der Imker nicht wohl, wenn er von allen möglichen Mücken aus Nachbars Teich laufend gestochen wird. Sollte er sich nach erfolglosem Gespräch auch an die Behörden wenden?

    ...Bei vier Völkern mit Abstand zu den Nachbarn und einer ordentlichen Hecke an der Grenze würde ich nicht sagen, aber 14 Völker, mal ehrlich. Es ist einfach unverschämt den Nachbarn gegenüber, wie heißt das Gegenteil von sozial?

    Noch einmal: Störend empfindet der Nachbar a) das Fluggeräusch (vermutlich von Drohnen) und b) den Anflug seines Gartenteiches.


    Zur objektiven Seite von a) ist bereits genug gesagt, da gibt es bei entsprechender Flugbahnlenkung keinen nennenswerten Unterschied zwischen 4 und 14 Völkern auf Nachbargrundstücken des Bienenstandes, selbst wenn das Grundstück des Bienenstandes nur 400 qm hat. Ein einziges Bienenvolk hat bereits einen Flugkreis von mindestens 3 km Radius, bei lohnenden Trachtquellen sind auch 10 km nicht ungewöhnlich. Dr. Tom Seeley hat sogar im bienisch dünn besiedelten Arnot Forest einen durchschnittlichen Erkundungsradius für Kundschafterinnen von 17 km ermittelt. Die Radien sind demnach relativ unabhängig von der Anzahl der aufgestellten Bienenvölker. Einzige beeinflußbare Größe - und zwar nur für den Nahbereich (also max. 10 m Umkreis) - ist die Flugbahn, die man durchaus lenken kann. Wobei ich den Sachverständigen, Imker, Richter, Amtsmann erst einmal erleben möchte, der mir aus 10 m Entfernung zweifelsfrei nur am Fluggeräusch ableiten kann, ob da 4 oder 14 Völker aufgestellt sind. Nach meine Erfahrungen endet die Differenzierbarkeit nach dem Fluggeräusch bereits viel eher...

    Wenn b) der Gartenteich nicht weit und breit die einzige Bienentränke ist, gibt es ebenfalls keinen wesentlichen Unterschied zwischen 4 und 14 Völkern. Weder eine Reduzierung auf 4 Völker, noch das vom Nachbarn begehrte Verstellen der Bienenbeuten kann den Beflug des Gartenteiches wesentlich reduzieren oder gar verhindern.


    I.ü. ist ja auch noch nicht klargestellt, ob da nun 14 Wirtschaftsvölker stehen oder wieviele der Kisten nur Ableger oder Begattungseinheiten enthalten. Auch insofern ist hier wohl jede Bewertung des angefragten Sachverhaltes oder gar der Person des (hier nicht einmal zu Wort kommenden) Imkers fehl am Platze.



    Ich würde das Ordnungsamt rufen. Geht garnicht.

    Bist Du wirklich so? Von einem Schwarmgeschehen bspw. wurde hier trotz des belasteten Verhältnisses nichts berichtet. Der Imker scheint also verantwortungsvoller mit seinen Bienen umzugehen als manch anderer 1 ... 4-Volk-WeltrettungsImker, der seine Nachbarn ideologisch vereinnahmt hat und die sich mitfreuen, wenn die Bienen endlich mal frei fliegen dürfen...

    ...Imker den Bienenflug auf den Teich zwar nicht unterbinden, aber reduzieren könnte.


    ...Wenn man mal Sieht wieviele Bienen bei Trachtlücke an den Wasserquellen hocken, kann ich mir schon vorstellen dass das für einen nicht-Imker unangenehm ist, wenn da dauerhaft ein halber Schwarm im Garten hängt.


    Wir Imker müssen uns da glaube ich auch manchmal vor Augen führen, dass es viele 'Normalos' gibt, für die es respekt-einflösend ist, wenn einen eine Biene umschwirrt. Und das finde ich auch ok.

    ...a) Das ist objektiv nicht möglich, da die Bienen, wie gesagt, eigene (demokratisch abgestimmte) Entscheidungen treffen.

    ...b) "ein halber Schwarm" ist nun wirklich ganz unrealistisch übertrieben.

    c) "Respekt"trifft es wohl nicht ganz, eher irrationale Angst aus Unkenntnis. Welcher Nachbar weiß schon, daß die so beeindruckend brummenden Drohnen gar keinen Stechapparat besitzen? (meine 3 jährige Enkelin schon...)


    Nun, es erfordert wohl mehr Deutlichkeit: Etwas provokant formulierte rhethorische Frage:
    Warum stört sich keiner an anderen Insekten, Spinnentieren (z.B. Zecken) u.ä., die Menschen weitaus lästiger fallen und ggf. z.T. auch schmerzhafter werden bzw. sogar als Überträger von Krankheiten gefährlich werden können? Warum wird es hingenommen, daß Mitmenschen ausgerechnet den Honigbienen ihren Gartenteich verwehren, aber statt dessen bspw. alle möglichen Mückenarten im Gartenteich eine potentielle Massenanzucht bieten und dann ggf. auch den Imkernachbarn mit ihrer Zucht beglücken?

    https://www.aerzteblatt.de/nac…ikungunyavirus-in-Spanien

    https://www.weser-kurier.de/st…ng-auf-_arid,1870286.html

    Nur, weil man für die Immen am eigenen Gartenteich den Nachbarn als Eigentümer vermutet, rechtfertigt das m.E. noch nicht Eingriffsrechte in dessen Imkerei.

    Fassen wir zusammen:


    1. Beschwernisse: a) Fluglärm durch Bienen und b) Wasserholerinnen an Nachbars Teich


    2. Abhilfe durch Verstellen der Völker an den unteren Teil des Imkergrundstücks?:


    zu a) Mit menschlichem Ohr merkliche Auswirkung beschränkt sich auf ca. 10 m unmittelbarer Umgebung der Bienenstöcke, kann durch Flugleitmaßnahmen (Hecke o.ä.) noch verkleinert werden(Bienen zum steilen Abflug in die Höhe leiten). Merklicher Geräuschpegel entsteht an nur wenigen Tagen im Jahr auf der Spitze einiger weniger/bestimmter Massentrachten (z.B. Raps in großer Nähe o.ä.), wobei der geräuschpegel mit der Entfernung expotentiell absinkt. Bienen fliegen nie alle auf einmal los. Die Geräuschart ist i.ü. ohne störende Peaks, sondern ein stetiges sonsores Geräusch, hat also besseres Gewöhnungspotential als viele andere Geräusche (Verkehrs-, Industrie- bzw. Gewerbelärm, ja sogar Rasenmäher). Wie gesagt, das ist der objektive, meßbare Sachverhalt. Die individuelle Wahrnehmung, das subjektive Empfinden einer Störung wird dagegen noch von ganz anderen Gefühlen dominiert: persönliche Zu- oder Abneigung, Angst usw. Das gilt für den Imker genauso wie mit umgekehrtem Vorzeichen für dessen Nachbarn.


    b) Bienen suchen sich ihre Tränke in ihrem Flugkreis nach ihren jeweiligen (nicht gleichbleibenden) Bedürfnissen selbst aus, wobei der Flugradius - je nach Bedarf/Angebot und Flugwetterverhältnissen - durchaus bis zu 10 km betragen kann. Bei der Auswahl spielen offenbar verschiedene Kriterien eine Rolle: Mineraliengehalt, Temperatur, Zugänglichkeit, navigierfreundliche Lage etc.


    Das Abhilfepotential durch Verstellen ist also objektiv eher gering.



    p.s.: Die Anzahl der Bienenvölker ist differenziert zu betrachten: Ein Wirtschaftsvolk ist etwas anderes als ein Ableger oder gar Zuchteinheiten, Begattungskästen o.a.m.

    Zu Zeiten der DDR waren bspw. sogar für Kleingartenlagen bestimmte Mindestzahlen an Bienenvölkern vorgeschrieben (Wirtschaftsvölker) und die direkt angrenzenden Gartenparzellen tlw. nicht größer als 50 qm. Noch früher gab es in fast jedem Dorf Imker und eine entsprechende Anzahl an Bienenvölkern, wobei die damals geführten Stammlinien sehr viel aggressiver, lauter und stechlustiger waren als die heutige Bienengenetik.

    Ich habe regelmäßig rosa Drohnenlarven während der Kastanienblüte.

    Nur, wenn Du sie mit Roßkastanienpollen schminkst. Die Bienen machen so etwas nicht. Die stillen ihre Drohnenlarven ausschließlich mit Futtersaft (von Tag 4 - 7 abgemagert mit Honig), füttern niemals Pollen zu. Rhethorische Frage: Wird Muttermilch zu Kakao, nur weil die Mutter vorher eine Tafel Schokolade aß?

    Hamburger-Jung : Genau hinsehen! Mglw. könnte es in 2 Wochen auch der falsche Zeitpunkt sein. Das Zeitfenster beim Krokus zwischen Absterben des Blattwerkes und Austrieb des Samenstandes muß man genau bestimmen und zwar auf den konkreten Standort bezogen. Wildkrokusse samen erst im August aus (s.a. #127):

    Krokusse