Beiträge von ribes

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    Das Problem mit den KS bei uns ist jedoch, dass manche Jungbienenhalter meinen im April schon beginnen zu können und im Mai Honig zu ernten.

    Die sind m.E. nicht das wahre Problem. Sie stellen nicht die Massen- und Hauptnachfrage, sondern sind nur der Beifang, der von den Bienenhaltern noch mitgenommen wird, die ihre Großimkereien systematisch alljährlich mit LKW-fahrten aus dem warmen Süden aufputschen.

    Die zitierten Studien messen die AS-Konzentration gar nicht, sondern geben nur an in welcher Konzentration und Menge die AS ins Volk gebracht wurde. Anschließend wurden verdeckelte Brutzellen geöffnet um den Erfolg zu überprüfen. Es wird also nicht der Umweg über Konzentrationen und Berechnungen gewählt um zu prüfen ob es rechnerisch die Milben tötet, sondern schlicht nachgeschaut ob es sie wirklich getötet hat.


    Average mortality of varroa mites in capped drone cells was 93% (92.8% to 98.8%) (after adjustment for Abbott's correction for control mortality).

    The observed percentage of mites trapped and killed by formic acid treatment was 87% and 89% in two experiments.

    Ob die Brut noch lebte beim Öffnen der Zellen bzw. ungeschädigt zum Schlupf gelangt wäre und ihr Leben als gesunde erwachsene Bienen hätte beginnen können, ist damit nicht bewiesen.

    Die imkerliche Praxiserfahrung zeigt doch, daß hinreichende AS-Wirksamkeit nur durch entsprechende Brutschäden zu erkaufen ist. Die Bienen räumen infolge einer wirksamen AS-Behandlung nicht fertig entwickelte Brut aus - nicht etwa, weil sie die Milben(leichen) in den Brutzellen erkannt haben, sondern weil die Brut unter der AS-Behandlung abgestorben ist - ob direkt durch AS (Verätzung) oder indirekt (durch unzureichende Pflege/Unterkühlung, weil der Bien unter AS auf Notprogramm umschalten muß), ist im Ergebnis irrelevant. *

    Die Aussage, daß AS in die Brut hinein wirke, muß man wohl in diesem Sinne als pragmatische Folgebeschreibung interpretieren, nicht als wissenschaftliche Aussage über den AS-Konzentrationsverlauf in den Brutzellen selbst.


    p.s.: *

    Mglw. starben die Milben auch nicht direkt am AS-Konzentrationsverlauf in der Zelle, sondern an indirekten Folgen des bienischen Notprogramms.


    Einzäunen (Gattern sagen die Förster) hilft allenfalls gegen Rehwild. Gegen Wildschweine braucht man einen robusten, untergrabsicheren, festen Zaun, ansonsten drücken die sich überall durch, auch durch die dornigste Hecke, wenn sie dahinter Interessantes wittern. Da lockt schon ein einziger Obstbaum oder der Kompost oder die Regenwürmer in der PSM-freien Wiese.

    Die beste Strategie: Entspannen und gewähren lassen. Mehr Aufwand ist für ein nicht ständig bewohntes Grundstück kaum realisierbar für einen zuverlässigen Schutz.

    ...Völker in diesem Jahr alle mit dem Scalvini brutfrei gemacht und mit OS behandelt (Tag 3 und Tag 6 nach Königin frei). Im September stellte sich die Situation folgendermaßen dar:...

    Auszählung des natürlichen Varroa-Totenfalls auf dem Einschub höchst unterschiedliche Fallzahlen, die von ca. 3/Tag bis zu >100/Tag reichte. Auffällig war, dass die Völker mit Flugloch zur Ostseite relativ gut abschnitten, die Völker mit Flugloch zur Westseite dagegen nicht. Da drängte sich mir folgende Schlussfolgerung auf:

    Die Völker wurden am Abend behandelt und es war sonnig. Infolgedessen flogen die Völker auf der Westseite deutlich stärker als auf der Ostseite. Flugtätigkeit scheint also die Wirksamkeit der OS-Behandlung stark zu beeinflussen.

    Wirklich 100 tote Milben/Tag natürlicher Milbenfall im September?


    Eigentlich wird doch immer geschrieben, daß die Milben v.a. auf Jungbienen aufsitzen, kaum auf den zu Flugbienen qualifizierten Altbienen. Mglw. verändert sich aber die Arbeitsteilung, wenn ein künstlicher Brutstop über längere Zeit herbeigeführt wird, da ja in dieser Zeit keine/kaum Pflegeaktivitäten anfallen. So wären vermehrt varroatragende Jungbienen bereits als Flugbienen aktiv und ggf. während der BeOXung noch fliegend unterwegs bzw. hätten nach der Behandlung Zeit, sich im Flug die Körperunterseite zu putzen.


    OX muß eine gewisse Zeit auf die Milben(haftlappen) einwirken, um diese abzutöten. Meine Thesen dazu:

    - Einwirkzeit von ca. 12 h ist erforderlich, in denen die Milben also weder ihre Füße im Futtersaftsee offener Brutzellen von OX abwaschen dürfen, noch durch vorzeitige Putzaktivitäten der Bienen v.a. an ihrer Körperunterseite (bevorzugter Aufenthaltsort aufreitender Milben; Putzen anatomisch nur im Flug möglich) der Kontakt der Milben zur beOXten Körperoberfläche von Bienen herabgesetzt werden darf.

    - Der Milbentotenfall auf der Windel (natürlich bzw. behandlungsbedingt) wird stark von der Flugaktivität beeinflußt. Dazu die jüngste Beobachtung eines Kollegen bei OX-Blockbehandlung alle 3 Tage (behandlungsbedingter Milbentotenfall nach Schritt 5: 64, nach Schritt 6: 52, aber nach Schritt 7: 225!). Vermutete Ursache: Milbentotenfall bei 7 wurde nicht verfälscht durch Entsorgung von Milbernleichen auf dem Flugweg, da der Kollege irrtümlich vergessen hatte, das Flugloch nach der 7. BeOXung wieder zu öffnen. Am Folgetag nach Öffnung des Fluglochs (Tag 5) sank der Totenfall schlagartig auf 0,5.

    ...Schleudern fällt aus, ich imkere sonst auf Dadant und meine Schleuder ist ziemlich riesig...

    Vorschläge:

    für Schleuder-Technikfans:

    - Wenn der Honig überhaupt schleuderbar ist -> Mini+ sollten in jeder Schleuder an der Gitterstäben festsitzen, notfalls in LeerRä hineinschrauben oder in Entdeckelungswachstaschen stecken und so ausschleudern oder

    für Minimalisten:

    - Wenn verdeckelt -> Honig-Brötchenportion direkt vor dem Verzehr mit einem Löffel von der Wabe abschaben, dabei MW stehen lassen.

    - Bei kleiner Mitesserschar, die bei einem Frühstück eine Mini+ Wabe mit angebrochenen Zellen tropfend zurücklassen würde -> Honigreste abschaben und in ein Glas abfüllen. Am nächsten Tag ggf. aufgestiegene Wachsteile abschöpfen oder schlicht mitverzehren. Mein Imkerpate empfiehlt Kunden mit empfindlichem Magen oder Verdauungsproblemchen sogar, sein speziell dafür gefertigtes Entdeckelungswachs-Honiggemisch zu essen.

    Wozu Schaum? Im hiesigen Museum wurde ein solches verlassenes Nest von beeinduckender Größe mittels mehrfachem Einsprühen mit Klarlack haltbar gemacht (nicht nur im mechanischen Sinne). Auch bei Bienenwabenpräparaten verhindert der Lacküberzug offenbar seit vielen Jahren die Nachverwertung durch Wachsmotten & Co.

    Keine Sorge, das Maximum dürfte jetzt erreicht sein. Das Volk wird bis spätestens Ende Oktober naturgemäß verhungern bis auf begattete Jungköniginnen, die sich irgendwo anders verkriechen. Das ist die Überwinterungsstrategie dieser Arten. Das alte Nest wird nicht wieder genutzt und kann dann entfernt/mit Klarlack haltbar gemacht/ausgestellt werden.

    Eine exakte Artbestimmung ist mit dem Foto nicht möglich. Naheliegendes Beispiel:

    http://www.aktion-wespenschutz…0wespe/germanicaUnten.HTM

    Michael : Auch wenn nix Neues in #10 dabei gewesen sein sollte: Einem Jungimker sollten wir bei seiner allersten Frage ein wenig helfen. Aus Beiträgen wie z.B. #8, 9 wird er auch bei bestem Grundkurswissen wohl wenig Konsequenzen für sich ableiten können, fürchtete ich.

    Die Fragen in #1 lassen sich nur spezifisch für das jeweilige Bundesland beantworten. Mancherorts gibt es sogar eine Bekämpfungspflicht gegen Ratten, manchmal dürfen die Bekämpfung nur ausgebildete Fqchleute durchführen - was auch sinnvoll ist, denn Ratten sind ausgesprochen sozial-lernfähig - unfachmännische Bekämpfung kann also das Problem verschärfen, statt es zu lösen.

    Für Berlin gilt:

    Verordnung Schädlingsbekämpfung - Berlin.de


    https://www.berlin.de › sen › themen › verordnung_schadlingsbekampfung

    BienenWilli : Leider wissen wir nicht, wo Deine Völker stehen, welche Betriebsweise Du pflegst etc. Ohne solche Angaben in Deinem Profil können wir über die Ursachen nur spekulieren.

    Bienenflug zur Unzeit bzw. gehäuft tote Bienen können ganz verschiedene Ursachen haben, z.B.:

    - Begleiterscheinung von bestimmten Behandlungsarten mit TAM (TierArzneiMitteln) - z.B. AS v.a. in der Anflutungsphase mancher Applikatoren (MAQS; Schwammtuch etc.) oder Anwendungsfehler/Überdosierungen, Oxalsäure-Zuckerformulierungen haben erhöhten Flüssigkeitsbedarf der Bienen zur Folge u.s.w.

    - Nahrungsmangel z.B. durch fehlende Zugangsmöglichkeit zu Futter (vergessene Folie, leere FuW, zu weiter bzw. zu beschwerlicher Weg zum Futter etc.)

    - Räuberei

    - Erkrankung

    o.a.

    Lachnide : Gute Lernkurve, empfohlen zum Nachmachen!

    Ergänzend: Die These von der Reinvasion (von außen) wird nach meinen Erfahrungen allzuschnell herangezogen. Ich betreibe an meinem Hausstand seit mehreren Jahren bei der TBE Brutsammler (allerdings weiselrichtig!) und sogar einen "Sammler vom Sammler" mit den nun wirklich hoch vermilbten FangW aus den BrSammlern. Nicht ein einziges Mal habe ich Reinvasion festgestellt.

    Unerwartet hohe Milbenlasten haben ihre Ursache oft im Vorjahr, wie Rudi Maurer nachvollziehbar hochgerechnet hat:

    Milbenwunder 2009 - Immenfreunde


    www.immenfreunde.de › docs › milbenwunder-2009


    Die Sublimation ("Verdampfung") von OX ist in ihrer Wirksamkeit auf die Milben bei Vorhandensein offener Brutzellen eingeschränkt. Der schweizer IF Brüning hat die Einwirkung von OX auf die Milben über deren Haftlappen nachvollziehbar beschrieben:


    http://www.varroamilbe.ch/


    Es liegt also nahe, daß die Milben sich ihre Füße im Futtersaft offener Brutzellen von OX freiwaschen und sich überdies durch Abtauchen in diesen Futtersaft vor der weiteren Einwirkung von OX schützen können.



    Auch das ist falsch oder zumindest umstritten, wie die Literaturrecherche von Dr. Verena Schneider in ihrer Dissertation zeigt (s. S. 2 - 3):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/

    Fest steht: Auch ohne den Bienenimport durch Bieneninstitute bzw. durch Oberursel wäre der Ausbreitungszug der Varroa auch in D nicht aufzuhalten gewesen. In der DDR traten die ersten Befallsherde nicht etwa in Nachbarschaft von Oberursel, sondern von Kasernen der sowjetischen Besatzungstruppen (und der von ihren Angehörigen gehaltenen Bienenvölkern) auf.

    • 2 Wochen vor Trachtende Kö käfigen für 3 Wochen (hier um den 20. Juni bis zum 10. Juli)
    • Nach den 3 Wochen: Abschleudern, Waben raus, 5 Mittelwände DN 1,5 rein, 1 Altwabe belassen, Kö freilassen. Leerraum mit Blindwaben verschließen, damit dort nicht gebaut wird.
    • In kleinen Portionen dünn (ca. 1:1) füttern
    • Am 3. und 6. Tag nach Wabenentnahme OS-Behandlung
    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.

    Die 2malige Behandlung soll den Umstand ausgleichen, dass nicht alle Bienen zuhause sind.

    Vielen Dank, lieber Ralph. Wir schätzen Deine naturwissenschaftliche Akribie. Gestattest Du deshalb 2 Fragen:


    1. Wie hoch ist der behandlungsbedingte Varroatotenfall nach dem ersten und nach dem zweiten Behandlungsschritt?


    2. Die von Dir entwickelte Berechnungsmethode zur Beurteilung der Behandlungswirksamkeit bzw. der Anzahl der Restmilben im Volk müßte hier ebenso anwendbar sein, denn der Störfaktor durch Unterschlupfmöglichkeiten in offener Brut ist noch vernachlässigbar klein (PDF in # 48):

    Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

    Hat sich die errechnete Varroarestmilbenzahl durch das praktische Auszählergebnis bzw. die Septemberkontrollen jeweils bestätigt?

    ...Kleine Einheiten können sich besser gegen die Milben wehren!

    Bringen zwar keinen Honig, aber sie überleben ohne JEGLICHE Behandlung mit unter 1% Milbenbefall auf den Bienen (= phoretischer Befall) zu jeder Zeit im Jahr. In der Brut ist da nicht viel Varroa... Das ganze Jahr!

    Wie haltet Ihr die kleinen Einheiten das Jahr über klein?

    Brutentnahme würde ja m.E. das Zählergebnis verfälschen, weil in der Brut mehr Varroen sitzen als auf den erwachsenen Bienen.

    Ich beobachte das an unserem Schaubeutenvolk, das im September bei Entnahme der 2 (dann brutlosen) Waben ebenfalls sehr wenig Milben birgt. Dieses Volk wird mit 1 BrW im Mai (meist nach den Eisheiligen) gebildet und danach bis etwa Anfang August ca. 4 ... 5 x jeweils 1 BrW beim Schröpfen entnommen (mit aufsitzenden Bienen; ersetzt durch LeerRä., damit die Besucher die Bautrupps bei der Arbeit beobachten können). Ich habe mir nun vorgenommen, das näher zu untersuchen.