Beiträge von ribes

    Michael : Auch wenn nix Neues in #10 dabei gewesen sein sollte: Einem Jungimker sollten wir bei seiner allersten Frage ein wenig helfen. Aus Beiträgen wie z.B. #8, 9 wird er auch bei bestem Grundkurswissen wohl wenig Konsequenzen für sich ableiten können, fürchtete ich.

    Die Fragen in #1 lassen sich nur spezifisch für das jeweilige Bundesland beantworten. Mancherorts gibt es sogar eine Bekämpfungspflicht gegen Ratten, manchmal dürfen die Bekämpfung nur ausgebildete Fqchleute durchführen - was auch sinnvoll ist, denn Ratten sind ausgesprochen sozial-lernfähig - unfachmännische Bekämpfung kann also das Problem verschärfen, statt es zu lösen.

    Für Berlin gilt:

    Verordnung Schädlingsbekämpfung - Berlin.de


    https://www.berlin.de › sen › themen › verordnung_schadlingsbekampfung

    BienenWilli : Leider wissen wir nicht, wo Deine Völker stehen, welche Betriebsweise Du pflegst etc. Ohne solche Angaben in Deinem Profil können wir über die Ursachen nur spekulieren.

    Bienenflug zur Unzeit bzw. gehäuft tote Bienen können ganz verschiedene Ursachen haben, z.B.:

    - Begleiterscheinung von bestimmten Behandlungsarten mit TAM (TierArzneiMitteln) - z.B. AS v.a. in der Anflutungsphase mancher Applikatoren (MAQS; Schwammtuch etc.) oder Anwendungsfehler/Überdosierungen, Oxalsäure-Zuckerformulierungen haben erhöhten Flüssigkeitsbedarf der Bienen zur Folge u.s.w.

    - Nahrungsmangel z.B. durch fehlende Zugangsmöglichkeit zu Futter (vergessene Folie, leere FuW, zu weiter bzw. zu beschwerlicher Weg zum Futter etc.)

    - Räuberei

    - Erkrankung

    o.a.

    Lachnide : Gute Lernkurve, empfohlen zum Nachmachen!

    Ergänzend: Die These von der Reinvasion (von außen) wird nach meinen Erfahrungen allzuschnell herangezogen. Ich betreibe an meinem Hausstand seit mehreren Jahren bei der TBE Brutsammler (allerdings weiselrichtig!) und sogar einen "Sammler vom Sammler" mit den nun wirklich hoch vermilbten FangW aus den BrSammlern. Nicht ein einziges Mal habe ich Reinvasion festgestellt.

    Unerwartet hohe Milbenlasten haben ihre Ursache oft im Vorjahr, wie Rudi Maurer nachvollziehbar hochgerechnet hat:

    Milbenwunder 2009 - Immenfreunde


    www.immenfreunde.de › docs › milbenwunder-2009


    Die Sublimation ("Verdampfung") von OX ist in ihrer Wirksamkeit auf die Milben bei Vorhandensein offener Brutzellen eingeschränkt. Der schweizer IF Brüning hat die Einwirkung von OX auf die Milben über deren Haftlappen nachvollziehbar beschrieben:


    http://www.varroamilbe.ch/


    Es liegt also nahe, daß die Milben sich ihre Füße im Futtersaft offener Brutzellen von OX freiwaschen und sich überdies durch Abtauchen in diesen Futtersaft vor der weiteren Einwirkung von OX schützen können.



    Auch das ist falsch oder zumindest umstritten, wie die Literaturrecherche von Dr. Verena Schneider in ihrer Dissertation zeigt (s. S. 2 - 3):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/

    Fest steht: Auch ohne den Bienenimport durch Bieneninstitute bzw. durch Oberursel wäre der Ausbreitungszug der Varroa auch in D nicht aufzuhalten gewesen. In der DDR traten die ersten Befallsherde nicht etwa in Nachbarschaft von Oberursel, sondern von Kasernen der sowjetischen Besatzungstruppen (und der von ihren Angehörigen gehaltenen Bienenvölkern) auf.

    • 2 Wochen vor Trachtende Kö käfigen für 3 Wochen (hier um den 20. Juni bis zum 10. Juli)
    • Nach den 3 Wochen: Abschleudern, Waben raus, 5 Mittelwände DN 1,5 rein, 1 Altwabe belassen, Kö freilassen. Leerraum mit Blindwaben verschließen, damit dort nicht gebaut wird.
    • In kleinen Portionen dünn (ca. 1:1) füttern
    • Am 3. und 6. Tag nach Wabenentnahme OS-Behandlung
    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.

    Die 2malige Behandlung soll den Umstand ausgleichen, dass nicht alle Bienen zuhause sind.

    Vielen Dank, lieber Ralph. Wir schätzen Deine naturwissenschaftliche Akribie. Gestattest Du deshalb 2 Fragen:


    1. Wie hoch ist der behandlungsbedingte Varroatotenfall nach dem ersten und nach dem zweiten Behandlungsschritt?


    2. Die von Dir entwickelte Berechnungsmethode zur Beurteilung der Behandlungswirksamkeit bzw. der Anzahl der Restmilben im Volk müßte hier ebenso anwendbar sein, denn der Störfaktor durch Unterschlupfmöglichkeiten in offener Brut ist noch vernachlässigbar klein (PDF in # 48):

    Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

    Hat sich die errechnete Varroarestmilbenzahl durch das praktische Auszählergebnis bzw. die Septemberkontrollen jeweils bestätigt?

    ...Kleine Einheiten können sich besser gegen die Milben wehren!

    Bringen zwar keinen Honig, aber sie überleben ohne JEGLICHE Behandlung mit unter 1% Milbenbefall auf den Bienen (= phoretischer Befall) zu jeder Zeit im Jahr. In der Brut ist da nicht viel Varroa... Das ganze Jahr!

    Wie haltet Ihr die kleinen Einheiten das Jahr über klein?

    Brutentnahme würde ja m.E. das Zählergebnis verfälschen, weil in der Brut mehr Varroen sitzen als auf den erwachsenen Bienen.

    Ich beobachte das an unserem Schaubeutenvolk, das im September bei Entnahme der 2 (dann brutlosen) Waben ebenfalls sehr wenig Milben birgt. Dieses Volk wird mit 1 BrW im Mai (meist nach den Eisheiligen) gebildet und danach bis etwa Anfang August ca. 4 ... 5 x jeweils 1 BrW beim Schröpfen entnommen (mit aufsitzenden Bienen; ersetzt durch LeerRä., damit die Besucher die Bautrupps bei der Arbeit beobachten können). Ich habe mir nun vorgenommen, das näher zu untersuchen.

    Eine verdeckelte FuW herauszunehmen ist vorsorglicher, schonender und leichter, als im Winter oder zeitigen Frühjahr Notfütterungen einzurichten. Also: Nachschauen, bei Platznot LeerW geben und im Zweifel weiter füttern. Noch genügen die Temperaturen dafür.

    MAQS führen funktionsbedingt zu einem besonders raschen Anstieg der AS-Konzentration am ersten Anwendungstag und sind somit das preisintensive Pendant zum Schwammtuch. Die Ruhruni hat das nachgemessen:

    Varroa destructor


    nodglobal.com › wp-content › uploads › 2016/04 › Was-wirklich-zählt-op...


    Wie Henry treffend formulierte: Handgranate, also verheerend im Nahbereich und nicht besonders zielgenau., im Ergebnis ein Rückschritt nach Einführung der verschiedenen Verdunstertypen, die ja dazu erfunden wurden, die AS-Konzentration in der Beute möglichst gleichmäßig zu halten und solche bienenschädlichen Konzentrationsspitzen gerade zu vermeiden. Aber zugelassen sind sie schließlich...

    ...Was mache ich dann alternativ?

    Der Berufsimker, bei dem wir Abschluß unseres Grundkurses eingeladen waren, zeigte uns seinen Ablegerstand. Der war tlw. beschattet von Bienenbäumen (Evodia hupehensis oder Tetradium danielii). Er behauptete, deshalb seine Ableger kaum oder gar nicht einfüttern zu müssen. Sieben-Söhne-des-Himmels (Heptacodium miconioides) wäre eine gute Ergänzung dazu, da etwas später blühend.


    Im Zuge der aktuellen Wiederaufforstungkampagnen fiel mir auf, daß ja die letzte Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren uns ziemlich aprupt von vielen Baum- und Pflanzenarten abgeschnitten hat, die vor dem Eis hier heimisch waren und noch heute in vergleichbaren Klimazonen dieser Erde zu bewundern sind, die von der Eiszeitkalamität eben nicht betroffen waren. Heute behandeln wir diese Arten als Neophyten. Die Stadt Jena greift nach Empfehlung von wissenschaftlichen Gutachten auf solche neophytischen Baumarten verstärkt zurück, weil sie wegen ihrer Kessellage und des stadttypischen hohen Versiegelungsgrades für einheimische Gehölze kaum noch Chancen sieht. Woher auch sollte z.B. eine Linde neben einer Straße auf einem vollversiegelten seniorengerechten Bürgersteig und aufgeheizten Glas-/Betonfassaden die 600l Wasser nehmen, die sie an jedem Sommertag braucht?

    In ihren Mauern gibt es allerdings auch einen Hochschullehrer, der bei den Studenten der Biologie gefürchtet ist, wenn sie ihr Gesicht vor den maßgeblichen Prüfungen ihm nicht schwitzend zeigen bei seinen freiwilligen Neophyt-Ausrottungsaktionen...

    Total verhätschelt...diese Varroamilben. Langjährige Inzucht der Varroamilbenzüchter...

    Das würde mich wirklich interessieren: Inwieweit läßt sich die These von der Bestenauslese bei den Milben durch flächendeckende und langjährige Anwendung von TAM (TierArzneiMitteln) bzw. Schlechtestenauslese bei TBE wirklich in der Praxis bestätigen oder widerlegen?

    Inzucht macht ja die Varroa selber durch ihr eigenartiges Vermehrungsverhalten und statt die Chance zum Seitensprung mit den Cousinen zu nutzen, senkt die Varroa ihre Vermehrungsrate signifikant bei Mehrfachparasitierung einer Brutzelle s. S. 14/15):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/

    ...Bienenkugel als einzige bienenfreundliche Behausung...pensionierte Studienrätin

    Ja, die versteht eben noch etwas von Geometrie!

    Ich habe im Sommer rd. 90 Gymnasiasten zu Gast gehabt (in mehreren Durchgängen). Von denen konnte mir nur ein einziger sagen, welcher geometrische Körper das meiste Volumen im Verhältnis zur kleinsten Oberfläche hat. Die haben aber alle verstanden, daß der Bien sich seinen Körper selber formt und den jeweiligen Verhältnissen optimal anpaßt - ganz egal, in welcher Höhle oder Kiste er sitzt. Nur zu klein wie z.B. in einer 2 W -Schaubeute darf es nicht sein.

    Der Herr T.S. wäre wohl besser Lehrer geblieben, da gibt es für ihn mehr zu tun. Als Doktorand scheint er vergleichsweise wenig ausgelastet...