Beiträge von ribes

    Nachtrag: Lt. Auskunft von SüdzuckerAG/Qualitätssicherung gibt es offenbar auch für diese Branche keine zwingenden Regeln zum bienendichten Verwahren von potentiellen Nahrungsquellen für Bienen. Sie arbeiten trotzdem so, daß möglichst kein Fremdkontakt zu Tieren o.a. Umwelteinflüssen entsteht allein schon aus hygienischen Gründen. Gelangt trotzdem mal etwas aus Versehen daneben/ins Freie, reinigen die Mitarbeiter das i.d.R. von ganz allein und schnellstens weg, denn auch sie möchten nicht von zudringlichen Wespen, Bienen etc. belästigt werden.


    Es ist daher zu befürchten, daß der Schwarze Peter beim Imker hängen bleibt: Er darf nur unverfälschten Honig in Verkehr bringen, ganz egal, ob er für die Verfälschung selbst verantwortlich ist oder eine unerkannte Falschtracht sich auswirkte. Kein Handlungsraum für VetA/Lebensmittelüberwachung oder Staatsanwaltschaft zu erkennen - außer ggf. gegen den In-Verkehr-bringenden Imker.

    Könnten ungünstige Faktoren das Phänomen erklären wie etwa:

    - dichte Aufstellung

    - ähnliches Aussehen der Einflugfronten (Verwechselungsgefahr)

    - wenig Beutenvolumen bzw. höherer Wärmeanfall (größere Brutflächen), so daß Kö.pheromon höher konzentriert zum Flugloch hinausgefächelt wird o.a. ?

    ...nicht nur Imker keine Honigwaben aufhängen dürfen, auch Zuckerfabriken müssen m.E. bienendicht produzieren und lagern.

    Für die Imker, Honigverarbeiter regelt das Verbot die BienSeuchV - da geht es aber um den Schutz vor AFB. Das greift bei Zuckerfabriken und Landwirten nicht.

    Für Landwirte gibt es offenbar keine Regeln zum bienendichten Verwahren von Melasse o.a. zuckerhaltigen Futtermitteln. dazu (#21) - außer der (betriebs-)wirtschftlichen Vernunft.

    Es wäre gut, wenn wir die für Land- o.a. zuckerproduzierenden/-verarbeitenden Branchen geltenden Regeln (juristische oder technische) zitierfähig klären könnten, sonst wird das nix.

    Mit wieviel Bienen als Begleitung zieht eine Prinzessin auf Jungfernflug?

    Das ist wirklich eine spannende Frage. Die eigentliche Leibgarde umfaßt wohl so ca. 20 Arbeiterinnen, aber im Augenblick des Ausflugs gesellen sich der Prinzessin noch die am Flugloch vorspielenden erfahrenen, ortskundigen Sammlerinnen als Schutz- und Begleittrupp dazu. Gut wird das hier beschrieben:

    http://holzbergbiene.de/wa_fil…tz_UNI_Wu_CC_88rzburg.pdf


    (Wenn der Link nicht funktionieren sollte -> nach Holzbergbiene, Bienensex, Brautjungfern suchen)

    Nachtrag zu #17:

    Nach offizieller Auskunft des hier zuständigen Thür. Landeamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLR) von soeben gibt es keine zwingenden speziellen Regeln beim Umgang mit Melasse - weder rechtlich, noch technisch. Man achte gleichwohl auf Sauberkeit, Dichtheit etc., weil das das Arbeiten leichter macht und Hygiene allgemein verbessert. Es gebe mittlerweile auch technische Lösungen, die das Anmischen des Futters/Zugabe von Melasse ohne Kontakt nach außen (Umpumpen in separaten geschlossenen Futtermischer) erlauben. Die sind aber entsprechend teuer.


    rase: Da findet auch der engagierteste AVet wohl keine Handhabe für irgendwelche Auflagen. Ich stelle mir das Füttern selbst mit melassehaltigem Futter schwierig vor. Sollte dies dann ausschließlich in bienendicht verschlossenen Boxen/Räumen gestattet werden? Andererseits dürften Großtiere unruhig bis ungehalten reagieren, wenn sie beim Fressen ständig räubernde und ggf. stechende Bienen ums Maul hätten.

    Was sagt der DBIB dazu bzw. was hat er bisher unternommen?

    Wenn die Varroalast wirklich außergewöhnlich hoch ist, würde ich eine schnelle Reduzierung anstreben -> TBE ist schon mal schneller als TierArzneiMittel (TAM). Am schnellsten wäre die Kombination: Entnahme sämtlicher verdeckelter Brut und TAM, damit man möglichst viele der Milben auf den erwachsenen Bienen (= Reifungsfraß von Jungmilben ca. 1 Woche bzw. aufreitende Altmilben, die sich zur nächsten offenen Brutzelle tragen lassen) erwischt.

    Wenn man sich mal überlegt, welche Kräfte in so einer Schleuder wirken, dann ist es für mich völlig unverständlich, wie man plötzlich und unerwartet die Drehrichtung wechseln kann..

    Manche Honigknechte bekommen bei Schleudern einen richtigen flash, da schaltet das Netz vorausschauend-analytischer Gefahrenabschätzung auf Notbetrieb, es werden Deckel bei noch drehendem Schleuderkorb geöffnet usw. Ich habe deshalb direkt neben dem Drehzahl-/-richtungshebel dick mit Filzstift eine Warnung auf den roten Untergrund geschrieben und das Wort "NIE" in Großbuchstaben. Und eine selten zu hörende Vokabel ("Gegenstrom") verwendet als Haken fürs Gedächtnis. Außerdem gibts am Beginn jeden Schleudertages eine kurze Erinnerung an elementare Regeln zu Hygiene, Bienen- und Arbeitsschutz und zwischendurch bei Gelegenheit mal einen interessierten Blick vom schwarzen Bereich aus in den Schleuderraum hinein...

    ...verwendete Pherhormon für die Traubenwickler, wahrscheinlich dem Königinnenpherhormon ähnlich.

    Denn, warum sitzen an den Fallen immer Schwärme?

    Weil das Zeug für Bienen anziehend ist, also muß es so ähnlich riechen.

    Wie oben schon geschrieben, sollte mal eine Anfrage an die herstellenden Firmen gemacht werden.

    I

    Da fehlt mir die imkerliche Erfahrung i.V.m. Weinbau. Die Anfrage sollte ein Kollege unternehmen, der das Problem aus praktischer Erfahrung kennt. Ist es wirklich so, daß die Traubenwicklerlockstoffe auch Bienenschwärme locken und zwar stärker als die Pheromone der eigenen Schwarmkönigin?

    Ehrlich gesagt: Ich verstehe den Wirkmechanismus dabei nicht so recht. Die Schwarmleitbienen/Kundschafterinnen lenken den Schwarm doch normalerweise zum vorläufigen Hangplatz bzw. zum endgültigen neuen Quartier - nicht aber zu einer anderen Königin als der eigenen?

    Rolfpaul: Da kommt es auf das TBE-Konzept an, das Du anwenden willst. Mit MW kann man die Königin einige Zeit lenken, nur dort zu stiften, wo bereits Zellen vorhanden sind - ohne sie dabei einzusperren.


    Von bereits ausgebauten LeerW lassen sich - am besten bei kalter Umgebungstemperatur - die Zellwände wieder abstoßen und so auf MW zurückstutzen:

    - Abstoßen mit einer Spachtel, Kelle o.ä. (für Kleinmengen) oder

    - mit einer Vorrichtung nach dem Prinzip des Zieheisens (über Wachsplitterauffangwanne fest installiert -> Wabe drüberziehen).

    rase: Die Rechtsgrundlage für Maßnahmen des AVet ist gefragt. § 2 Abs. 5 BienSeuchV kann es bei Melasse m.E. nicht sein.

    Die Deutsche Melasse HandelsGmbH konnte mir auf Anfrage auch kein Regelwerk dazu benennen. Weitere Suche bei Behörden ist nach 16.00 selten von Erfolg gekrönt...

    Durchsicht in 45 s. Das sind nicht einmal 4 s/Wabe.

    Diese Rechnung ignoriert die Profilangaben der Fragestellers und ist daher schlicht falsch. Wir diskutieren über Zander -> also max. 10 Waben im Brutraum/Kaltbau. Nach dem Foto in #1 sind außerdem nur 6 Waben von Bienen besetzt, also rein rechnerisch fast das doppelte Zeitquantum/Wabe als behauptet.

    Freilich soll und darf man v.a. Jungimkern mehr Zeit und Ruhe beim Durchsehen zugestehen. Prinzipiell hat es beegoodies in #30 treffend auf den Punkt gebracht und die effektiv notwendige Minimalarbeitszeit ins Verhältnis zur Vorbereitungszeit gesetzt. Das lenkt den Blick auf ein wesentliches Prinzip jedes imkerlichen Eingriffs: Zuallererst gedanklich die Notwendigkeit, Ziel des geplanten Eingriffs abwägen und mögliche Alternativen bzw. Folgeentscheidungsvarianten durchspielen, bevor man an die Bienen geht - keinesfalls nach dem Motto: Reinsehen und mal schauen, was mich erwartet (nachdenken tu ich dann später).

    Unser Vereinskollege (Berufsimker) bringt es in solchen Zusammenhängen manchmal recht robust zum Ausdruck: Wenn Eingriff, dann richtig! Womit er neben der Zweckdienlichkeit oft auch meint: Nicht endlos kleckern, sondern (nur) einmal klotzen.

    Endlich mal ein Fall, in dem man den Wohlgemuth-Käfig ausprobieren könnte, ggf. in 2 Schritten: Arbeitsbienenbestand ausdünnen mit Trichterreuse und Königin mit Konkurrentin im Wohlgemuthkäfig zum Zweikampf herauslocken (#4):

    Bitte berichten.