Beiträge von ribes

    Noch einmal: Kein Veterinär dieser Welt kann den KBK in einem Kunstschwarm sehen! Selbst eine Diagnosefalle (für 2 Wochen eingelegt), bietet keine sichere Gewähr, daß er sich darin fängt (s.a: Entwicklungszeit vom Ei bis zum Insekt bzw. dessen Larven).

    Importierte Kunstschwärme haben aber nicht einmal diese 2 Wochen Zeit für eine Diagnose, die müssen nach der langen Transitfahrt schnellstmöglich an nichtsahnende, zahlende Interessenten gebracht werden, sonst sind sie hinüber oder machen unnötige Arbeit, müssen umgewohnt und gefüttert werden etc. Die jährlichen Funde an den Transitstrecken mit verreckten Kunstschwärmen belegen diese traurige Realität. Die sollte man durch die Nachfrage solcher Importe nicht auch noch unterstützen. Nur weil es noch immer genug Nachfrage gibt, wird ja importiert. Aber das haben wir ja bereits ausführlich diskutiert:

    Bienenimporte, Ermittlung von Zahlen zum Bienensterben

    beenary : Bewahre Dir Deine Gelassenheit, wenn Du mal Kollegen aushilfst, deren Stand von einer eingeschleppten Seuche oder einem Parasiten saniert werden muß und gestandene Imker mit Tränen in den Augen vor Dir stehen, die Du immer für hartgesotten gehalten hast. Ohne solche eigenen praktischen Erfahrungen ist wohlfeil reden von Gelassenheit...

    Ritzbert : Frag mal in Deinem Verein bzw. Landesverband nach. Hier müssen geförderte Honiganalysen über den Landesverband eingereicht werden, der dann zur Kostenersparnis Sammeltransporte zusammenstellt.

    Den Kleinen Beutenkäfer (KBK) zu entdecken in Vollvölkern oder einem Kunstschwarm, ist auch für einen Veterinär mit den besten Augen nicht möglich, selbst wenn er zu den wenigen zählen sollte, die sogar eine Fachausbildung in der Fachrichtung "Bienen" absolviert haben (in ganz D arbeiten nicht einmal 10 in der Fachrichtung Bienen ausgebildete Fachtierärzte - nach der letzten öffentlich einsehbaren Statistik). Sich diesbezüglich auf ein Gesundheitszeugnis zu verlassen - noch gar eines aus südlichen Gefilden - bedeutet ganz objektiv, die Gefahr der Einschleppung zu forcieren.

    Man mag sich das Beispiel von 2004 in Portugal vor Augen halten, bei dem trotz ordnungsgemäßer Gesundheitszeugnisse nur durch einen glücklichen Zufall der KBK in Königinnenkäfigen entdeckt wurde. Da sind max. 5 ... 7 Bienen drin, nicht 15.000 wie bei einem 1,5 kg Kunstschwarm.

    Wie ein Veterinär die AFB-Sporenlast eines importierten Kunstschwarmes (ohne Wabenwerk, ohne Brut, ohne selbst gesammelte Futtervorräte) gemessen hat, wäre ebenfalls sehr interessant. Mglw. beschränkte sich seine Prüfung nur darauf, das Vorhandensein des TRACES-Zeugnisses abzuhaken. Und das wiederum beruht in manchen Ländern eben nicht auf einer Laboruntersuchung wie in D, sondern schlicht in dem Schriebs, daß der Exportbienenstand nicht in einem AFB-Sperrbezirk liege.

    Man muß sich auch imkerfachlich fragen, welchem Zweck das Zwischenparken von importierten Kunstschwärmen in D dienen soll. Im Interesse der betroffenen Bienen liegt das Transitparken sicher nicht...


    beenary : Frag mal den Aussteller des deutschen Gesundheitszeugnisses:

    - ob er wußte, von welchem Bienenstand die von ihm attestierten Bienen wann importiert wurden und welchen Transportweg sie ggf. vorher nahmen,

    - ob und welche Prüfung er vornahm, um den Befall mit KBK zu ermitteln,

    - ob und wie er den importierten Kunstschwärme auf AFB-Besporung untersuchte und von welchem Labor die Proben wann analysiert wurden

    und berichte uns dann von der Antwort.


    Seit die Verbände vernehmbar vor Bienenimporten warnen, etabliert sich scheinbar ein neues Geschäftsmodell: Importeur betreibt in D einen eigenen Bienenstand oder kooperiert mit einer deutschen Imkerei, die ihren Bienenstand (vor dem Import) beproben und mit Gesundheitszeugnis ausstatten läßt. Dann kommen über Nacht die importierten Kunstschwärme dazu und somit als Bestandteil dieser Imkerei unter den Schutzschirm des deutschen Gesundheitszeugnisses. TRACES-Papiere hin oder her, ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Ich finde leider keine Klärung von Ribes, wie es sich verhält, wenn der u30-Völker Imker an den LEH verkauft.

    Die PDF mit der offiziellen Auslegung der Registerbehörde, ab wann das gewerbliche Inverkehrbringen von Verpackungen angenommen wird, findest Du in #724. Das Problem, daß der LEH diese Grenze oft nicht akzeptiert, sondern auch u30-Volk-Imkern Entsorgungslizenznachweise abverlangt bzw. sich einem Pfand- und Rückholsystem strikt verweigert, ist bis heute ungelöst. Juckt aber scheinbar keinen mehr, auch nicht den DIB.

    Wer meint, mit dem Kauf von Honiggläsern mit Wegwerflizenz alle Pflichten nach VerpG erfüllt zu haben, irrt leider. Die Glasdeckel, ja sogar die Etiketten sind jeweils nach Materialart getrennt zu erfassen und selbstverständlich ebenfalls zu lizenzieren. Das hat nur noch nicht jeder geschnallt, auch nicht beim LEH. Die Registerbehörde ist zu klein, um jedem Imker hinterherzulaufen. Aber das System ist ja ganz modern selbstkontrollierend ausgelegt - das erledigen ja die Wiederverkäufer, LEH usw. und nicht zuletzt neidische Konkurrenten oder mglw. das umsatzsuchende Abmahngewerbe...

    Erstaunlich, wie weit eine Kö. trotz großzügigem Flügelschnitt (geschätzt 35% Längenkürzung) kommen können: 25 m in 5 m Höhe. Haben die Schwarmbienen ihr einen fliegenden Teppich gebildet?

    Die Bienenmasse ist beim (richtig geführten) angepassten Brutraum keineswegs kleiner, nur ist das Brutnest eher hochoval statt breitoval (wie bei Zander) geformt. Raum geben kannst und solltest Du mit den aufgesetzten Honigräumen. Da sollen die Jungbienen bauen (MW oder Anfangsstreifen), da soll der Nektar umgearbeitet und getrocknet werden, da spielt die Musik. Dort werden Anfängerfehler auch leichter von den Bienen ausgebügelt als im Brutraum. Finde Dich erst einmal in Deine begonnene Betriebsweise hinein, bevor Du eine neue beginnst.

    Was sagen die Mikrobiologen dazu? Irgendjemand hatte hier vor dem Nachpolieren mit Lappen & Co. gewarnt? Was ist von Mikrofasertüchern zu halten (außer, daß sie trocken schlecht Wasser aufnehmen, eher breit verteilen)?

    Als Laie meinte ich bisher: Sauber, trocken und luftig lagern (Schleuderdeckel etwas öffnen, Hahn ebenfalls) hilft gegen die gängigsten Keime. Honig ist - v.a. nachdem der Imker und seine Helfer sich damit be-faßt haben - auch nicht mehr so keimarm wie in den Waben. Es geht also darum, den Keimeintrag so gering wie möglich zu halten mit einem noch vertretbaren Aufwand.

    Hier wurde bereits diskutiert:

    Honigutensilien nach Reinigung richtig trocknen

    Das ist doch ein guter Ansatz. Wenn Ihr wieder ins Gespräch kommt, Du Dich ggf. nach Bienenweidepflanzen, Trachtband etc. erkundigst, kannst Du ja nebenbei fragen, ob er nicht ReInfektionen aus dem Gartenteich befürchtet, wenn die Bienen beim Flugstart ausgerechnet dort abkoten (s. Links aus #18 zu Nosema/S. 24 beim Infoblatt des Schweizer Tiergesundheitsdienstes).

    Durchfall

    Jonas2233 : Vorsicht: Der DIB kann keine Rechtsberatung geben und darf das auch nicht.

    Mittlerweile häufen sich aber Urteile, die von mehr Fachkenntnis geprägt sind. Nach § 906 BGB unterfallen solche Einwirkungen der Bienen(haltung) der Duldungspflicht durch den Nachbarn, insofern sie in ihrer Ausbreitung weitgehend unkontrollierbar und unbeherrschbar sind. Bienen lassen sich eben nicht einstallen oder anleinen, sondern verhalten sich artspezifisch im freien Flug wie Wildtiere. Gegen artspezifisches Verhalten von Bienen kann es daher weder Schadenersatz- noch gar Beseitigungsansprüche geben. So ist nun mal die Rechtslage. Einzig die Form und Lage der Startflugbahn läßt sich in gewissen Grenzen beeinflussen.

    Woher die dem DIB zugeschriebene Grenze von 2 ... 4 - Völkern kommt, ist hier nicht nachvollziehbar und dürfte je nach Region auch unterschiedlich beurteilt werden. Es gibt Städte, da können selbst die engagiertesten Veterinärämter nichts dagegen unternehmen, wenn ein Weltretter auf seinem Balkon vom ganz normalen Wohnblock 2 ... 4 Bienenvölker (angemeldet) aufstellt und die aus fachlicher Unkenntnis und Gleichgültigkeit auch noch regelmäßig schwärmen läßt, d.h. aus einem dieser Völker in der Saison ohne weiteres zwei, drei oder noch mehr Völker macht, die er dann freilich auf andere Grundstücke fliegen und sich dort einnisten läßt, ohne sich darum zu scheren. Das ist wirklich rücksichtslos, aber eben nicht justiziabel, wie die Praxis in vielen Städten Deutschlands jedes Jahr neu beweist.

    Ich will wirklich nicht sarkastisch sein, sondern spreche mit Ernst aus gewisser Erfahrung mit den langjährigen Rückwirkungen von (anderer Leute) Nachbarschaftsstreitigkeiten: Sei froh, daß Dein Nachbar nicht solch ein rücksichtsloser Imker ist oder mit einem Sprichwort der Iren (der sogar zum Titel einer Kurzgeschichte von Heinrich Böll wurde): It could be worst.


    Wenn du deinen eigenen Gedanken freundlich, zugewandt, und sinnstiftend zu Ende denkst, dann könnte es dir vielleicht aufgehen, dass du so viel eher zu einer angenehmeren Nachbarschaft kommst, als wenn du an Streit denkst.


    Wenn du also irgendeine Möglichkeit hast, oder siehst deinen Nachbarn irgendwie bei seinem Hobby/seiner Leidenschaft/vielleicht auch seinem sinnstiftenden Lebensinhalt zu unterstützen (und dir kein Zacken dabei aus der Krone fällt), wäre das nicht so verkehrt.

    Die eigene Grundhaltung zum Nachbarn ist entscheidend - für einen selbst. Da geht es noch nicht einmal ums Streitthema oder gar um Kompromisse. Als imkerlicher Laie kann man sich von einem Imker z.B. in Fragen zu blühenden Pflanzen, Blühzeitpunkten, Schwerpunkten/Engpässen im Flugkreis seiner Bienen etc. beraten lassen. Dabei bricht kein Zacken aus der Krone, er wackelt nicht einmal, sondern man kann i.d.R. sogar dazulernen und eröffnet beiden Seiten ein vom bisherigen Streit noch unberührtes Handlungsfeld. Kein schlechter Anfang - für beide Seiten...

    Edwin : Das ist genau das, was ich sagen wollte. Es gibt objektive Tatsachen und subjektive Empfindungen, Verhältnisse, unterschiedlich ausgeprägte Gesprächs- und Kompromißbereitschaft. Allerdings habe ich sowohl in der Stadt, wie auch auf dem Land ganz Unterschiedliches erlebt. In der Stadt fehlt manchmal das Erleben, wie abhängig man doch voneinander ist und bilden sich ggf. schneller subjektive Meinungsmehrheiten in eine bestimmte Richtung, das mag sein.