Beiträge von ribes

    Hm, Dr. Polaczek als langjähriger AS-60%-Forscher hält 1g/Wabe (bei Zander/DN) AS 60% für ausreichend:


    http://www.nassenheider.com/fi…/Die%20Biene%20August.pdf


    Demnach würden die Liebig-/Nassenheider-Anweisungen jeweils mehr oder weniger überdosieren. Für die Frage der Wirksamkeit gegen Milben wäre das nicht relevant, für die Schädigung des Biens mglw. schon. Mglw. kalkulieren die Anweisungen aber auch grobmaschigere Kontrollen der Verdunstungsmenge (> 1 Tag) ein bzw. wollen durch (Über-)Dosierungspuffer die Tag-/Nachtschwankung bei der Verdunstung ausgleichen., je nachdem, für wie faul, blöd oder ignorant die Anweisungsredaktion ihre imkerliche Kundschaft jeweils einschätzte.


    Solltest du mit OX bedampfen wollen sei dir darüber im klaren daß du es sehr, sehr oft wiederholen mußt. Bei 20 Milben pro Tag jetzt Anfang Oktober würde ich mal schätzen du darfst bis Weihnachten alle 4 Tage bedampfen.... Grob geschätzt...


    Lieber Binneu,


    diese Schätzung ist nach dem, was ich beobachten konnte, grob übertrieben. Ausreichend wirksam ist nach meinen Beobachtungen die Bedampfung eines reichlichen Verdeckelungszyklus im ca. 3-Tage-Rhythmus -> ca. 5 bis 6 x in 15 Tagen. Den Milbentotenfall während der Behandlung auszuzählen, verschafft Überblick und - sofern nicht zuviel Brut das Ergebnis verfälscht (allerdings zur sicheren Seite hin), kann man aus dem Totenfall mit Kleingartendrohns Formel die Zahl der überlebenden Milben bzw. die Effektivität der Bedampfung einfach berechnen (PDF in #48):


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43266&page=4&highlight=Varroatotenfall


    Um die Ironie zum Vollschutz verständlicher zu machen, ist die arbeitsmedizinische Dissertation von Dr. Gumpp maßgeblich (bes. Zusammenfassung):


    http://www.imkerei-fischermueh…t%20OS%20Doktorarbeit.pdf


    Daß kein Imker seine Nase in etwaige OX-Wolken stecken würde, versteht sich von selbst. Er würde durch sofortigen Hustenreiz ganz sicher davon abgehalten, seinen Riechkolben weiter so ungeschickt zu handhaben. Und allergrößte Vorsicht für Vollschutzfetischisten beim Essen: 200 g Rhabarber kann bereits die Oxalsäuredosis für eine Bienenvolkbedampfung (1 g) enthalten, Mangold ist ähnlich gefährlich...


    Servus - Gottfried

    Warum hat die 85% ige AS keine Zulassung?
    Sechs Institute hatten in den letzten zwei Jahren die Wirkung der 60%igen und der 85%igen Ameisensäure miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die 85%ige Ameisensäure im Normalfall nur marginal besser wirkt als die 60%ige Variante.


    Mir scheinen Parallelen zum Landwirtschaftswesen auf: Bevor man erntet, muß das Feld bestellt werden. Will sagen: Bevor man MAQS so teuer verkaufen kann wie gegenwärtig, muß man das Feld gründlich vorbereiten. Das geht nicht in einem Arbeitsgang und wäre auch zu augenfällig. Dazu braucht es Studien von namhaften Instituten, die ggf. ganz uneigennützig auf dem Drittmittelweg zu unterstützen sind...
    Man sollte sich die Versuchsbedingungen mal genauer anschauen und bspw. mit den jetzigen Wetterverhältnissen vergleichen.

    Ja, so etwas höre ich hier auch. Bei allen Unterschieden der TAM: Sie bewirken dennoch alle Bestenauslese bei den Milben!
    Die Angaben, wie lange die Varroen benötigen, um nach dem Schlupf wieder in Brutzellen abzusteigen, variieren sehr stark (4 ... 14 Tage). Selektionsvorteil haben die, die nicht erst 14 Tage ungeschützt auf erwachsenen Bienen reiten, sondern die, die schnellstmöglich in Futtersaftseen der Brutzellen abtauchen, über sich eine Bienenlarve schützend vor TAM dick werden lassen und so auch noch einige Tage mehr für ihre Vermehrung gewinnen. Kleingartendrohn hat das ja eindrucksvoll vorgerechnet (#31):


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=18688&page=3&highlight=reinvasion+innen


    Wäre es nicht denkbar, daß die Varroa auf diese Weise selektionsgestützt im Laufe der Jahre ihre Widerstandsfähigkeit einerseits und ihre Vermehrungsrate andererseits signifikant verbessert hat und u.a. darin die geringere Varroafestigkeit der Bienenvölker mitbegründet ist - wenn also die Varroen die Bienenlarven in einem früheren Entwicklungsstadium befallen und somit weitaus tiefgreifendere Schäden an der Larve anrichten?

    Lieber Franz Xaver,
    wie das zu Jürgens überraschendem Befallsbild paßt, verstehe ich nicht. Dein Behandlungsaufwand ist langfristig konstant? Von sinkender Varroatoleranz wird in unserem Verein allerdings auch gesprochen.
    Sei gegrüßt - Gottfried

    [ironie]Na klar, und nachdem Jürgen alles seit Jahren so durchführt wie immer hat die Auslese nun plötzlich im Jahr 2015, unterstützt duch eine im letzten Jahr flächendeckend überall besonders verstärkt geführte Ameisensäurebehandlung, zu einer starken Ameisensäuretoleranz der Milben im Juli/August geführt... wenigstens die Kontrollbehandlung im September noch wirkte...
    [/ironie]


    Hm,ich lese von recht unterschiedlichen AS-Sommer-Dosierungen: Jürgen war mit 2 x 150ml/Volk dabei, Franz Xaver benötigt bereits 250/500ml + Thymovarstreifen, hier im Verein wird geradezu einhellig von den Erfahrenen (incl. 2 Berufsimkern) beklagt, daß der Behandlungsaufwand tendenziell steige, besonders deutlich im langfristigen Vergleich mit den Anfangsjahren der Varroa bzw. der AS. Der Erklärungsansatz von Kleingartendrohn (TAM & Co. -> Bestenauslese bei den Milben; TBE u.a. Fangwabenverfahren -> Schlechtenstenauslese bei Milben) erscheint mir nach wie vor ebenso logisch wie nachvollziehbar. Milben sind keine Maschinen (mit oder ohne Zufallsgenerator), die immer gleiches Verhalten zeigen. Verhaltensdifferenzen ermöglichen Auslese, bei den Milbenbehandlungen erzwingen sie die Selektion auf Leben (= Vermehrung) und Tod.
    Gegen die Zufallstheorie spricht auch, das Jürgens Windeln einheitlich erhöhten Befall zeigen. Von einer Kontrollbehandlung las ich bei Jürgen nichts, ich hielt es bisher für natürlichen Milbentotenfall (mit ungenanntem Kontrollzeitraum).


    Mit freundlichen Grüßen - Gottfried

    Hm, Peter, die FSU Jena + MLU Halle haben im v.g. Projekt an realen Bienen, Minivölkern und Vollvölkern getestet, auch mit realem Mais-Pollen. Angesichts der jahrelangen Kritik wird das Design von Tests vermehrt realen Bedingungen angepaßt. Dafür sitzen die Stellschrauben oft an umso mehr versteckten Stellen. So wichtig Fundamentalkritik und das Träumen sind -> wir müssen mit imkerlichem Sachverstand weiter auf die neuralgischen Punkte hinweisen und uns in den Mühen der Ebene betätigen.
    Mir selbst fehlt zur Kritik an v.g. Projekt der nötige erfahrungsgestützte imkerliche Sachverstand, deshalb meine Frage/Fitneßbitte hier.


    Mit freundlichen Grüßen - Gottfried

    1. Das eine Milbe innerhalb weniger Generationen komplette Toleranz und/oder eine so heftige genetische Mutation an den Tag legt, dass sie der Ameisen Säure einfach trotzt ist in der Biologie unbekannt...
    2. Hingegen variieren die äußeren / klimatischen Faktoren stark ...
    Ebenfalls die unterschiedlichen Betriebsweisen besonders Faktoren wie intensiver Austausch des Wabenwerks / totale Brut Entnahme mit Milchsäure zwischen Behandlung etc. machen einen fundamentalen Unterschied


    zu 1. Es ist doch ein unbestreitbares Faktum, daß sich nur die Überlebenden vermehren können. Das allein ist bereits Auslese. Milben dürften trotz ihrer inzüchtigen Vermehrungsweise eine gewisse Variationsbreite im Verhalten(smuster) haben. Hierauf wirkt die Selektion. Solche Anpassungsmechanismen sind m. E. in der Biologie häufiger als genetische Sprünge, die mit der Anpassung nicht zwingend sofort verbunden sein müssen. Die Milben sind ja auch nicht resistent (s. Behandlungsabfall), sondern mglw. (nur) widerstandsfähiger/angepaßter im Schutz-/Vermehrungsverhalten.
    zu 2. Deshalb fragte ich bei Jürgen ausdrücklich nach. Er schrieb eingangs, das er alles so durchführte wie immer.


    habe alles gemacht wie immer,
    2 x AS mit je 150 ml. im Nassenheider, gleich nach der Linde, bis in den August hinein.
    Und jetzt bei einer Kontrolle da,
    habe bis her noch nie um diese Jahreszeit so viel Milben gehabt.


    Lieber Jürgen,


    welche Ursache vermutest Du? Reinfektion von außen bei allen Völkern gleichzeitig erscheint mir wenig wahrscheinlich. Das Wetter hatte hier vom Lindenende bis August eigentlich auch gepaßt für AS. Bei Euch trotz gelegentlichen Regens ebenso, vermute ich. Außerdem hättest Du als erfahrener Imker sicher Anpassungen vorgenommen. Woher also plötzlich die vielen Milben? Was hältst Du von Kleingartendrohns These, die gängigen Varroabekämpfungsmittel selektieren auf widerstandsfähige Milben und erfordern tendenziell immer höheren Behandlungsaufwand? Nachdem im vorigen Milbenjahr durch besonderes intensive AS-Behandlungen nur eine Auslese überlebte, kamen die 2015 zur Vermehrung und deren Nachkommen konnte die AS von diesem Jahr nicht mehr soviel anhaben (ob vererbt oder angelernt, mag dahingestellt bleiben) - das wäre die am einfachsten ableitbare These. Was sagt Dein Erfahrungsschatz dazu?


    Fragend - Gottfried

    An der anderen (Gen-)Front wird auch gekämpft:


    http://www.euse.de/wp/wp-conte…ads/2011/07/541693832.pdf


    Da spart Pflanzen-Bauer dann auch Diesel und die ganze leidige Spritz-Dokumentation und Abdrift beim Säen gibt es auch nicht mehr = rundum sauber und win-win auf den ersten Blick. Wer schaut dahinter? Prof. Kaatz trägt thüringer Imkern am 1.10.15 in Jena das alles und noch viel mehr Gutes vor. Kost´sogar Eintritt und Stockmeißel gibts auch nicht geschenkt... Wer macht mich bitte fit?


    Bittend - Gottfried

    Lieber Markus,


    hier im Forum steht viel zu OX-verdampfung. Herr Alfranseder (Forumsmitglied) vertreibt den Oxamaten und beschreibt seine Betriebsweise auf seiner HP recht detailliert, sogar mit Filmchen. Es gibt offiziell zugelassene Verdampfer mit Beschreibung, z.B.:


    http://www.biovet.ch/en/images…PDF/Varrox-Verdampfer.pdf


    Dieses Gerät ist auch in D sehr weit verbreitet, wie ich bemerkt habe. Ich habe auch schon gesehen, daß Imker mit 220V-Anschluß diesen mit dem einem 12V/20A-Netzteil aus dem Modellbau betrieben, z.B. so etwas:
    http://www.modellbau-metz.com/monstertronic-netzteil-20a-13-8v-schwarz.html?source=googlebase&gclid=CMrRqbuqksgCFRFmGwod5R4Gqg


    Im Netz gibt es auch noch andere Verdampfertypen (gas-/strombetrieben, Eigenbau etc.) zu sehen.


    Zur Wirkungsweise der OX sind die Beobachtungen von Gerhard Brüning interessant (Danke Bernhard für den Link):


    http://www.varroamilbe.ch/


    Und - wenn wir einmal dabei sind - die arbeitsmedizinische Untersuchung zur Unbedenklichkeit der OX-Verdampfung findest Du hier:


    http://www.imkerei-fischermueh…t%20OS%20Doktorarbeit.pdf


    bei der Fischermühle auch den Nachweis der guten Verträglichkeit für Bienen im Massenversuch an 1500 Bienenvölkern.


    Am besten, Du suchst Dir einen Imker, der Dir das einmal vorführen kann, das ist anschaulicher, als der ganze virtuelle Kram hier.


    Servus - Gottfried

    Lieber Markus,


    mit MS-Blockbehandlung habe ich keine Erfahrung, bezweifle aber, daß 1 x Sprühen 5 bis 7 Tage lang ausreichend wirkt. Je nach konkretem Brutumfang (den wir ja nicht kennen) müßte ggf. ein Verdeckelungszyklus (12 Tage) + mind. 2 Tage (Unterschlupfzeit der Milbe in die offene Brut) mit dem Wirkungsblock abgedeckt werden.
    Ohne Kenntnis des jetzigen Brutumfanges und der Volksgröße lassen sich hier schlecht Schadschwellen fixieren. 6 Milben/Tag wären mir um diese Jahreszeit auch bei einem starken Volk zuviel - noch dazu, wenn noch viel verdeckelte Brut da sein sollte (m.E. sitzen 90% der Milben unter den Deckeln und ich bezweifle, daß die von AS dort ausreichend geschädigt werden).
    Ich weiß aus vertraulichen Umfragen und durch Rückschluß aus den Verkaufszahlen für OX-Verdampfer bzw. OX auf einschlägigen Verkaufsportalen, daß trotz der Zulassungsproblematik auch in Deutschland nicht wenige Imker auf OX-bedampfung zurückgreifen. Gelegentlich soll dies sogar von Amtstierärzten wissentlich geduldet sein - sicher nur inoffiziell und nicht zitierfähig. Seit einiger Zeit werbe ich für die Zulassung der OX-Bedampfung auch in D - bisher leider ohne sichtbaren Erfolg
    Vielleicht kann Dir Jörg oder ein anderer erfahrener Imker weiterhelfen
    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

    ob die paar Löcher im BN auffallen (3 Milben / Tag ist ja nicht viel). ...Regierung bei Laune zu halten...


    Lieber Rainer,


    AGT sollte doch heißen, daß die Bienen mehr als 3 Zellen/Tag öffnen + Milben entsorgen. Derlei Abfall wird ja vornehmlich rausgetragen. Nur was nebenbei bei dieser Arbeit so runter und durchs Bodengitter fällt, kommt auf der Windel an. Die sollten also wesentlich mehr al 3/Tag öffnen/raustragen, nicht zuletzt um ihren Ruf als AGT nicht zu verlieren...
    Ja, ja die Regierung - wenn die Imkers Tanzsprache nicht verstehen will...


    Mitfühlend - Gottfried

    Lieber Markus,


    stünden Deine Völker in Österreich/Schweiz, würde ich ggf. Völker 2 + 4 und auf jeden Fall Volk 5 mit OX blockbedampfen (12 - 14 Tage Verweilzeitraum der Milbe in Brutzellen mit Dampfschritten aller 3 Tage). Vielleicht hast Du es ja nicht weit über die Grenze und kannst Dir dort helfen lassen. Viele verstehen ohnehin nicht, warum man deutschen Imkern den sachgerechten Umgang mit OX-Dämpfen nicht zutraut, während deutsche Industriearbeiter ganz selbstverständlich mit OX umgehen dürfen, ebenso wie andere europäische Imker - das ist aber OT.
    Zugelassene Alternativen in D: Mit MS blockbesprühen. Für AS scheint mir das Wetter nicht mehr zu passen. Von wachsgängigen Behandlungsmitteln ließe ich lieber die Finger...
    Mindestens Dein Volk 5 braucht m.E. JETZT imkerliche Hilfe gegen die Varroen.


    Servus - Gottfried