Beiträge von ribes

    Totale Brutentnahme Anfang Juli, nach der letzten Honigernte dann im August Blockbehandlung mit Oxalsäure bedampfen. Ein weiteres Mal Mitte September, einmal zur Wintersonnenwende bedampfen.


    Lieber Bernhard,


    wenn die Völker nach dem Septemberblock (mit 0 - 2 Milben Behandlungsabfall/Tag) schon brutfrei wären -> könnte man sich und den Bienen die 1 x Bedampfung im Dezember sparen? Wenn die bis dahin brutfrei blieben, wäre Reinvasion von Innen auszuschließen oder nicht?


    Fragend - Gottfried

    Der Trick ist, dass man es richtig abpasst, da sich die Brutentnahme die ersten 2-3 Wochen kaum negativ auf den Ertrag auswirkt und bei Tracht auch noch automatisch ohne Füttern gebaut wird.


    Ja, die Tricks zur TBE ohne Ertragsminderung hat Dr. Radtke in seiner Dissertation beschrieben:


    http://d-nb.info/1025135512/34

    Meine Besucher bewundern staunend bienische Leistungen, wenn ich ihnen Sprüche aus dem Weimarer Bienenmuseum zitiere, z.B.: Für 1 kg Wachs benötigen die Bienen 10 kg Honig + 1 kg Pollen.


    Gottfried

    Wenn die Völker Mitte Juli massiv eingeengt werden nach dem abräumen, die übrige Bienenmasse zu Jungvölkern verarbeitet wird, die Völker gleichzeitig mit einem zugelassenem TAM behandelt werden, massivem Futterstrom ausgesetzt sind, dann sind diese Völker nach 12-14 Tagen garantiert brutfrei ohne diese Quälerei mit der AS.


    Lieber Drohn,


    In D käme zur Behandlung bei Brutfreiheit nur noch MS in Frage. Trotzdem kann ich die Logik noch nicht erkennen: Mitte Juli haben Völker reichlich Brut. Die bleibt ja trotz Einengung und Abzug von (adulten) Bienen. Also bleiben auch die verdeckelten Milben. Wie entfernst Du die, mit welchem "gleichzeitig" angewandten TAM?
    Erst nach 14 Tagen hat die Kö. keinen Platz mehr zum stiften. Was geschieht mit den bis dahin angelegten Zellen (die aus den ersten 5 Tagen dürften schon wieder verdeckelt sein, um diese Zeit ca. 1.000 bis 1.500/Tag?). Außerdem: Schlechtes Volk, das sich keine Abhilfe bei Raumnot sucht (Wildbau, Schwärmen z.B.). Wie (oft) kontrollierst Du das?
    Und: Womit wäre nach diesen 14 Tagen (erneut) zu behandeln?
    Wie behandelst Du dann im Herbst a) die still umgeweiselten und b) die sonstigen Völker?


    Fragend - Gottfried


    Doch die Landratsämter können/dürfen/bzw. müssen es tun. z.B. Maul- und Klauenseuche was auch einen Sperr- und verbringbezirk mit einschließt.
    Zurück zu den Bienen:
    Sagt die Behörde wirklich OX-Bedampfung?


    Lieber Gerhard,


    Mißverständnisse:
    - Die Behörde darf ggf. Behandlung anordnen, aber dabei nicht mehr verlangen, als der Gesetzgeber vorschreibt. Ich halte z.B. die Anweisung, JEDE Behandlung mit TAM (also auch die mit nicht apothekenpflichtigen wie z.B. MS, AS ad us. vet.) ins Bestandsbuch einzutragen, für unwirksam.
    - Von OX-Bedampfung steht in der Verfügung nix. Aber man könnte ggf. mit der imkernden Sachbearbeiterin diskutieren, hoffe ich - so man triftige Argumente hat. Die suche ich hier.

    Lieber Peter,


    ähnliche Erfahrung mit AS bei dem von mir beobachteten Versuch: Trotz guter 6-tägiger Verdunstungsbedingungen (LD) war der Milbenfall nach sofort angeschlossener OX-Kontrollbedampfung durchweg um ein Mehrfaches höher und verlief in Wellen (Rückgang bereits am 3. Tag nach jedem Bedampfungsschritt um ca. 1/3, dann abends Bedampfung mit Fallanstieg am nächsten + übernachsten Tag). Deshalb wurden die Bedampfungsschritte bis zum Behandlungsfall 1 bis 2 Milben/Tag weitergeführt, d.h.: je nach Umfang von verdeckelten Brutresten: bis zu 8 x Bedampfungsschritte/Volk.
    Bevor jetzt Kritik laut wird: Die OX-Bedampfung schloß der Kollege sofort an, da die Wetterbedingungen für AS plötzlich eingebrochen waren -> die eigentlich geplante Langzeit-AS nicht mehr sicher erschien. Vorrangig jedoch wollte er die Wirksamkeit von AS in die Brut mit OX-Kontrolle prüfen. Seine Beobachtung: etliche lebende Milben auf der Windel während der 12 Tage nach AS-Kurzzeit -> Hyppothese: AS wirkt auch bei ausreichender Stockkonzentration nicht zuverlässig tötend auf Milben unter den Zelldeckeln.


    Mir fällt jetzt auf, daß die immer wieder herangezogene Behauptung, AS wirke auch in die reproduktive Phase der Milbe (also unter die Zelldeckel) bei RUP von Fries´Bericht aus 1991 zitiert wird, der aber an der harmlosen Milbenart jacobsoni untersuchte:


    Fries, I. (1991) Treatment of sealed honey bee brood with formic acid for the control of Varroa jacobsoni. Am. Bee J. 131: 313-314


    Servus - Gottfried

    Oh, da könnte es mehrere Gründe geben, z.B. weil:
    - das Volk mit AS schneller und zum voraussehbaren Zeitpunkt brutfrei wird
    - man mit AS das Volk gleichzeitig von einer zählbaren Anzahl Milben befreit + die Milbenschleuderei zu den Nachbarn reduziert
    - (bei mangelnder Erfahrung) Schwarmgedanken vermeiden will
    - wertvolle Zeit gewinnt
    - man damit seiner angeordneten Rechtspflicht zur Varoosebekämpfung mit zugelassenem TAM nachkommt
    Gottfried

    Diese ganze Behandlerei verbessert bestimmt nicht die Vitalität unserer Bienen.


    Ja, möglich (obwohl Fischermühlen´s Bedampfungs-Beobachtungen keinen negativen Einfluß zeigen). Aber - noch lebende Milben im Volk verbessern auch nix, sondern schaden direkt und indirekt.


    Gottfried


    Zwischen Langzeitbehandlung und Langzeitbehandlung wir so mancher Unterschied sei. Bei mir dauert eine Langzeitbehandlung 3 oder 4 Tage, maximal 5 Tage.


    Das ist nach Angabe der Verdunsterhersteller Kurzzeit. Außerdem benötigen die gängigen Verdunster etwa 4 bis 5 Tage, ehe die nötige AS-Konzentration in der Stockluft erreicht ist - ergaben Polytronmessungen der RUB (Tabelle 3):


    http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf


    Langzeit fußt ja gerade darauf, daß ein gesamter Verdeckelungszyklus (12 bzw. drohnige 14 Tage) abgedeckt und damit sämtliche verdeckelten/mit den Bienen schlüpfenden Milben sicher erwischt werden sollen. Das erscheint logisch, wenn man eingeschränkte Wirkung von AS unter die Zelldeckel unterstellt.
    Ob die AS "ausreichend gewirkt" hat, kann ich a) zeitverzögert frühestens nach 2 Wochen im natürlichen Milbenfall/Puderzuckerschätzmethode oder b) sofort mit einem garantiert 100%ig milbentötenden Mittel (Kontrollbehandlung) feststellen. Beides birgt Risiken und Ungenauigkeiten. Doch nicht so leicht überprüfbar?


    Gottfried


    Und überhaupt, das Thema Behandeln ist durch, an Weihnachten könnt ihr nochmal mit OS spielen aber dann ist auch gut.
    Ich bitte euch dringend, es euch gut zu überlegen was ihr tut und es nicht zu übertreiben.


    Lieber Wolfgang,


    genau darum geht es doch: Überlegen, was man tun will. Ich rede als Anfänger meist von Beobachtungen, die ich bei Kollegen mache bzw. die mir zuverlässig berichtet werden. Bei uns im IV herrscht jetzt z.B. fast überall Brutfreiheit ganz unabhängig davon, wann/wie oft/womit die Kollegen behandelt haben (auch bei brutschonenden Methoden).
    Wir haben hier in Thüringen auch rechtlich eine besondere Situation: amtlich jährlich durch (immer detaillierter verschärfte) Allgemeinverfügung angeordnete Behandlungspflicht mit konkreten Terminen. Die Verwaltung will so ihren Beitrag leisten, das jährliche Völkersterben zu reduzieren und sieht dabei wohl die Fälle gänzlich unterlassener oder unzureichender Varroabekämpfung und - als Ziel: möglichst flächendeckend einheitliche Behandlungszeiträume (Verringerung der Reinfektionsrate) vor sich. Deswegen wurden auch Dokumentationspflichten angeordnet, die über die gesetzliche Regelung zum Bestandsbuch hinausgehen (m.E. unwirksam, da Rechtsgrundlage dafür fehlt). Die Veterinärämter seien angehalten, diese Dokumentation künftig stärker zu kontrollieren...


    http://www.thueringertierseuch…C3%A4mpfung_v20140419.pdf


    Die zuständige Beamtin ist selbst Imkerin, also fachkundig und gesprächsbereit. Dafür sammle ich Argumente, die entweder auf wissenschaftlichen Nachweisen beruhen oder zumindest auf nachvollziehbaren imkerlichen Erfahrungen. Der Fischermühle Leichtfertigkeit zu unterstellen, ist abwegig. Die empfahlen auf Anfrage, sofort nach Brutlücke (egal, ob durch AS oder Überfüttern o.a.): OX-Bedampfung (soweit zulässig) und zwar nicht einmalig, sondern alle 3 Tage mindestens einen Verdeckelungszyklus lang (12 Tage). Die von mir zitierte Beobachtung ergab sogar ein Anschwellen des Behandlungsabfalles auch noch beim 6. bis 8. Verdampfungsschritt, wobei ich gerne Näheres wüßte, ob nach Ablauf der 12-Tagesfrist wirklich noch Bedampfungen notwendig wären.
    Die Fischermühlen-Variante wäre bienen-/brutverträglich und relativ einfach zu handhaben - aber in D leider nicht zugelassen.
    Alternativ wäre (Sept./Okt.) - bei Brutfreiheit - nur noch MS-Besprühen (2 x im Wochenabstand?) oder bereits das OX-Beträufeln sinnvoll. Mit Letzterem wäre dann aber auch der letzte Schuß aus der Flinte bis zum nächsten Jahr im Juli (außer biotechnischer Tricks wie Drohnenbrutschneiden, TBE mit Fangwabe o.ä.).
    Würde MS-Sprüh jetzt auch 1 x ausreichen (wenn keine Brut vorhanden ist) oder was ist der Grund für 2 Sprühschritte (mangelnde Wirksamkeit?)?
    Besser (wirksamer und schonender) geht es nicht oder?


    Ernsthaft fragend - Gottfried


    Honig nur noch von Mai bis Juli und am besten 3 - 4 Brutlücken im Jahr. Oder alternativ lässt man sie brüten und lässt sie möglichst viel Brut selbst ausräumen und räumt noch zusätzlich alles aus, was nicht unbedingt zum Honig machen gebraucht wird.
    Ich habe starke Bedenken, wo das hinführt.


    Lieber Wolfgang,


    sprichst Du mit "alternativ" die TBE gem. Dissertation von Dr. Radtke an?:


    http://d-nb.info/1025135512/34


    Fragend - Gottfried

    Liebe erfahrene Imker,


    neues Thema, da das im MAQS-thread ot wäre.


    AS erzeugt Brutlücke. Die nutzen einige zur Varroabekämpfung. Wie?
    3 + 5 Tage warten und dann einmalig mit OX rein (-> 12 Tage Verdeckelungszeit abgedeckt?) oder sofort nach AS mit OX rein (5 Bedampfungsschritte alle 3 Tage, um den Schlupf aller Milben aus den bereits verdeckelten Zellen abzudecken)?


    Ich hatte es diesmal bei einem bereits Ende Juni vermilbten aber starken Volk (war im April illegal in die unverschlossene Kiste mit Altwaben eines verstorbenen Imkerkollegen eingezogen, die Witwe bat um Befreiung von der Altlast) wie folgt versucht:


    1. Brut vollständig entnommen mit einigen Pflegebienen ohne Königin, Drohnenbrut soweit wie möglich rausgeschnitten + mit AS Liebig-Dispenser behandelt 10 Tage lang (Temperaturen deutlich über 20 Grad), danach Bienen abgekehrt + auf neue MW gesetzt + Wabenstück mit jüngster Brut/Eiern zugesetzt -> keine Nachschaffung -> mit Ableger + legender Jungkö. vereinigt. Als bei hochsommerlicher Hitze das Volk zum 3. Mal im Gras vor der Beute lagerte -> Kö. mit Volk über ASG "eingesperrt"; nach hoffnungsvollem Beginn leider Anfang September drohnenbrütig -> abgekehrt


    2. Vermilbtem Altvolk Kö. beschnitten + gezeichnet, alles auf MW gesetzt + 3 Tage später mit MS besprüht -> ca. 1000 bis 1.500 tote Bienen (zuviel besprüht, Deckbienen waren vollständig naß, inzwischen weiß ich, daß 8 ml MS pro Wabenseite nur ca. 3 Pumpstöße sind). Trotzdem KEINE ausreichende Reduzierung der Milbenlast -> Kurzzeit (7 Tage) mit AS LD
    Entweder mache ich die MS-Behandlung falsch oder sie ist nicht als alleinige Behandlungsmaßnahme geeignet.


    Aus Beobachtungen anderer Völker und den Berichten von Kollegen im IV frage ich mich immer noch, ob AS wirklich die Milben in der verdeckelten Brut zuverlässig abtötet - oder lediglich die Brut schädigt. Leider hat sich hier im Forum noch keiner der Erfahrenen dazu geäußert.


    Fragend - Gottfried


    nehmen wir mal an, dass mit den 68,2 g AS der Wirkstoffgehalt pro Streifen gemeint ist, wovon ich mal ausgehe (vielleicht kann eine befreundete Gerichtsmedizinerin das für uns herausfinden - Quincy läßt grüßen! :-). Dann verdunstet da ein Äquivalent von ca 237 ml 60-%-iger AS laut Waschzettel innerhalb von 7 Tagen. Das sind dann 32,5 g AS 60 täglich (2 Streifen pro Behandlung). Das ist eine ganz schöne Menge, da hast Du recht!. MAQS bewegt sich offenbar genau in der Mitte zwischen Stoßbehandlung mit Schwammtuch 44 ml/24 h und Langzeitverdunstung mit 20 bis 25 ml pro Tag. Alles nach Waschzetteln und bezogen auf 60-%-ige AS für Zweizarger bzw Dadant. Und nur über den Daumen gepeilt und g bzw ml fröhlich durcheinandergeworfen...


    Lieber Wasgauer,


    bedauerlich, daß die Ruhr-Uni die weit verbreitete Schwammtuchvariante bei ihren 3-jährigen vergleichenden Untersuchungen ausließ. Ein Schelm könnte vermuten: Damit die täuschende Ähnlichkeit von MAQS und Schwammtuch nicht sofort ins Auge fällt?


    http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf


    Der steile Anstieg der AS-Konzentration in der Stockluft während der ersten 24h (peak) dürfte bei MAQS und ST gleich sein. Beim ST könnte man den Restverdunstungseffekt während der übrigen 6 Tage entweder durch (tägliches?) Nachträufeln geringerer AS-mengen auf das ST oder durch Zusetzen eines LD-Verdunsters oder anderen kontinuierlichen Verdunsters kopieren. Der Vorteil von MAQS soll ja gerade sein, daß auch im unteren Temperaturniveau (14 Grad - x) gute Wirksamkeit gegeben sei. Die dafür nötige Dampfdruckdifferenz kann eigentlich nur durch hohe AS-Konzentration im MAQS erzielt werden. Die anderen Verdunster werden gerade damit beworben, daß sie KEINEN peak auslösen...
    Über Kollateralschäden z.B. an der Brut, Königinnenverluste etc. schweigt sich der Bericht leider aus...


    Servus - Gottfried

    Vor 10 Tagen habe ich eine Kontrolle gemacht. Ein Volk hatte innerhalb 12 Std. ca. 15 Milben gehabt und das andere im gleichen Zeitraum gegen 100 Stk.
    Panik..Panik!


    Liebe(r) Trigona,


    warum bedampfst Du nicht mit Oxalsäure? Das wäre bei Dir in der Schweiz eine zugelassene und sichere Methode, die Milben JETZT rauszuholen. Gestreßt und gefährdet werden die Bienen nicht durch Bedampfen - auch mehrere Behandlungen nacheinander (alle 3 Tage) werden gut vertragen, sagt die darin erfahrene Fischermühle (Feldversuch an 1.500 Völkern):


    http://www.mellifera.de/fix/doc/OS0110.pdf

    Zur Anwendersicherheit:


    http://www.mellifera.de/fix/do…t%20OS%20Doktorarbeit.pdf

    Bienenwohl u.a. OX-Beträufelungen verträgt ein Volk nur 1 x pro Saison. Die Milben saugen auch an den erwachsenen Bienen weiter Hämolymphe und können so Sekundärkrankheiten verbreiten. Also nicht wie Vogel Strauß in Panik mit dem Kopf im Sand die Bienen umbringen durch Abwarten - wäre meine Entscheidung an Deiner Stelle. Auch im Interesse benachbarter Völker solltest Du diese Milbenschleudern schnellstmöglich abstellen, egal ob die Dir oder Anderen gehören.


    Ein natürlicher Milbenfall von 21/12 h (also 24/Tag) überschreitet nach den einschlägigen Varroa-Behandlungskonzepten um diese Jahreszeit die Überlebensfähigkeitsgrenze. Ob Mixmax in D noch was Zugelassenes machen kann, weiß ich nicht (MS-Sprühen mit Brutentnahme + Warm stellen und zur Tageszeitverlängerung beleuchten - damit sie noch einemal nachbrüten? o.ä. Geigeleien?).


    Servus - Gottfried