Beiträge von ribes

    Vielleicht möchten aber auch mächtige Entscheidungsträger lieber weiterhin gute Gewinne mit Ameisensäure erzielen?


    Hm, mit blanker AS (ob 60% oder 85%) sind die Gewinne sicher nicht so hoch. Mit den neuen Mittelchen wie MAQS oder Hopguard wohl eher. Aber das führt OT.
    Peter Maske wollte sich für die OX-Verdampfung auch in D einsetzen. Leider habe ich trotz Nachfrage bislang noch nichts neues gehört. Allerdings vertritt er die Ansicht, daß die biotechnischen Methoden der Varroabekämpfung stärker in den Vordergrund gerückt gehören.
    Nachdem ich die TBE nach Jurgeit (mit Erfolg und viel geringerem Aufwand als befürchtet) ausprobiert habe, hoffe ich, künftig damit auszukommen und unahängiger von den Segnungen der Pharmaindustrie zu werden (PDF in #1):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372

    Nun melden sich auch promovierte Mediziner zu Wort. Einer erlaubte sich in einem Brief an die zuständigen Behörden die Feststellung, "dass Pollen, ätherische Öle und
    andere Stoffe auch sonst in der Luft frei herum schweben, ohne gleich eine anaphylaktische Reaktion auszulösen". Weiter stellte er fest: "auch kein Imker bekannt, der beim Einatmen von Beutenluft (wie es bei der Arbeit am Bienenstock erfreulicherweise regelhaft vorkommt!) einen anaphylaktischen Schock erlitten hat! Die Einnahme jedes Medikamentes, jedes neuen Nahrungsmittels kann zu einer allergischen oder gar zu einer anaphylaktischen Reaktion führen! Dem Verbot der bis jetzt als völlig harmlos einzuschätzenden Therapie mit Bienenstock-Luft entbehrt m.E. jeglicher rationaler medizinischen Grundlage!" (jeweils Zitate vom 24.11.15).
    Der Mann ist wohl ernstzunehmen, jedenfalls ein langjähriger Praktiker (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Chefarzt einer Kinderklinik, Arzt für Notfallmedizin).
    Kann hier noch Jemand fachlich Fundiertes beisteuern?


    Thema Oxalsäure verdampfen...
    fallen die meisten Milben bei regen Betrieb in den Beuten nach der Verdampfung (über 12C°).
    Ich leite daraus vorsichtig ab, dass eine engsitzende Traube die Wirkung erheblich mindert...
    ,
    Was wir auf jeden Fall nicht unterschätzen dürfen, die Gefahr verlagert sich im Gegensatz zur AS auf den Imker (verdampfen). OS ist giftig, einige vertreten den Standpunkt „Krebserregend“


    Lieber Stef,an,


    zu 1. Schaust Du hier, wird einiges klarer:
    http://www.varroamilbe.ch/
    Bei Verdampfung wird Wärme zugeführt -> geht die Traube auseinander. I.ü. hat Prof. Tautz mit HOBOS neu erkannt, daß die Traube nicht konstant 26 Grad hält, sondern sich nur aller paar Tage soweit hochheizt, um ein endgültiges verklammen des Biens zu vermeiden (+ Energie zu sparen)., Mglw. hängt der von Dir beobachtete Behandlungsabfall eher mit dem Milb,ebenbefallsgrad zusammen?,
    zu 2. Zu den Gesundheitsgefahren die Dissertation von Dr. Gumpp:,
    https://www.deutsche-digitale-…7YYVGBQ5CCO3AZ/full/1.pdf
    KAnnst Du Quellen für die These "krebserregend" nennen? Ich kenne nur die Problematik der Bildung von schwer/unlöslichem Calziumoxalat (s.o.),


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried


    Waschlauge mit Soda stellt man mit Wasser bei ca. 60-80°C und geschätzen 10g-20g Soda auf 10l Wasser her und setzt sich m.E. damit auch keinen ernsthaften Gefahren aus.


    Lieber Ulrich,


    und mit solch schwacher Lösung bekommst Du einen Wachskochkessel sauber? Mglw. ist das dann eher auf die Temperatur als auf die Chemie zurückzuführen? Wir benutzten bei der Reinigung der verwahrlosten Imkerei ausschließlich NaOH (Ätznatron). Das ist nicht ungefährlich für "HNO", Augen, Haut etc. Das kann man nach einer gewissen Anätzeit bei kleinsten Spritzern bspw. auf der Gesichtshaut brennend spüren. Ebenso ist die beim Anmischen freiwerdende Energie nicht zu unterschätzen, selbst wenn man regelgerecht vorgeht. Soda wäre nach unserer Erfahrung einfach zu schwach gewesen (Lauge zu schnell gesättigt, Anteil an mechanischer Reinigungsarbeit zu hoch).


    Gruß - Gottfried

    Danke Kikibee! Diese Klarstellung war nach den letzten Beiträgen nötig. Will man wie hier Wachs/Propolis lösen, gar noch in großen Gefäßen wie dem Siedekessel, benötigt man entsprechende Mengen und Konzentrationen, bei denen man sich tunlichst Gedanken um den Arbeits- und Umweltschutz machen sollte. Da geht es nicht mehr nur um 2-Tage-rissige Finger oder den harmlosen Griff in die Dosierkammer der Waschmaschine!
    Allmählich bin ich auf dem Wege, die fürsorglich-beschützende Argumentation deutscher Zulassungsbehörden wenigstens ein wenig verstehen zu lernen. Muß man deutsche Imker wirklich vor sich selbst schützen?

    von Seewald ( Imkerreiniger/Natron).


    Hm, was macht "Imkerreiniger" so viel besser als reines Ätznatron, das seinen ca. 7-fach höheren Preis rechtfertigen könnte? Nur die zugesetzten Wohlgerüche? Zum Glück gibt es Imkerbedarfshändler, die die Wirksubstanzentsprechung nennen (Zitat Bienenweber Art. 03347):
    "Der Reiniger für Imkereien wirkt keimhemmend. 1 Liter entspricht der Reinigungsleistung von 200g Äznatron."

    Benzin ist eine umweltproblematische Substanz von der Herstellung über Gebrauch bis zur Entsorgung incl. Arbeits- und Brandschutz.
    Wir reinigten den Bestand einer altershalber und durch Tod vernachlässigten Imkerei im wesentlichen mit Ätznatron = NaOH. Wachs-/Propolisreste ließen sich zu meinem Erstaunen selbst mit kaltem Wasser sehr gut lösen + abbürsten. In warmer NaOH-Lösung ging es noch besser. Abfalllösung sammeln und vor Entsorgung im Abwasserkanal möglichst mit viel Regenwasser verdünnen. Läßt sich mit dem erforderlichen Spülen des Waschgutes kombinieren.

    Ob man leere, aber fertig ausgebaute Waben gibt oder Mittelwände, das ist schon ein gewaltiger Unterschied!


    Ja, stimmt schon. Man kann weder TBE noch Anderes an den Bienen so schemenhaft wie bei Lego-Bauanleitungen durchführen - obwohl eine gewisse Planung und Systematik durchaus zuträglich sind...
    Beim o.g. Zuhängen alter Waben geht es ja nur um Nothilfe (NACHDEM der Bien genügend Zeit + Gelegenheit für eigene Bauaktivitäten hatte) - u.a. um genügend Platz für Futter zu gewährleisten. Platzmangel würde ansonsten die Aufzucht gesunder Winterbienen in den Brutspendern begrenzen.

    Was bringt das?


    In den Brutspendervölkern kommt es infolge der Totalen Brutentnahme naturgemäß nach ca. 3 Wochen zu spürbar weniger Bienen. Dieser demografische Knick kann so stark ausfallen, daß manchmal nicht alle gegebenen Leerrahmen oder MW ausgebaut werden. Diese Lücken kann man dann notfalls mit alten (schon mal bebrütet gewesenen) Altwaben auffüllen, falls man keine jungfräulichen (leere Honigwaben) mehr hat.

    Ich mag die Weberrähmchen von der Handhabe her sogar etwas lieber als die von Wagner


    Ich komme mit denen auch besser zurecht. Die lassen einfach mehr Platz für dicke Fingerspitzen oder Werkzeug. Rähmchen mit schmaleren Rähmchenohren dürften sogar aufwändiger herzustellen sein als die mit durchgängiger Breite.
    "Das Bessere ist der Feind des Guten" scheint die Triebfeder solcher Vielfalt. Mir waren die unterschiedlichen Breiten bei den Rähmchenohren aufgefallen - allerdings zuerst bei Weber, der seine Rähmchen mit einer vollständig bemaßten Zeichnung virtuell ansehen läßt. Welcher Händler macht das auch?

    Zu ungeschickt + ungebildet: Ich finde den Offenen Brief selbst nicht, nur Berichte darüber. Wer (bes. aus D) unterschrieb, würde mich schon sehr interessieren...

    beabsichtige, gekaufte, fertig verdrahtete Zander-Rähmchen mit modifizierten Hoffmann-Seiten einzusetzen.


    Hallo El Chato,


    zwar OT, aber bevor die neuen Rähmchen von Propolis + Wachs bedeckt sind, hast Du die einmalige Gelegenheit, das Holz maschinell zu bearbeiten. Hoffmann- Seitenteile werden von Bienen oft mit Propolis so stark verklebt, daß Probleme beim Lösen und Übellaune bei Bienen entstehen. Manche Hoffmannverwender spitzen deshalb die Hoffmann-seitenfläche je auf einer Seitenteilseite an, um die Kontaktfläche zu reduzieren. Suchst Du z.B. hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=48117&highlight=hoffmann+seiten
    Vom Kauf fertiger Rähmchen hielt mich bisher ab: unzureichende Drahtspannung und v.a. die Verwendung von Metallteilen (z.B. Ösen), die früher oder später anfangen zu rosten v.a. unter dem Einfluß von organischen Säuren bei der Varroabekämpfung.

    Und meine beiden Schwärme, die ich genauso behandelt habe, ( Milchsäure gesprüht) haben sozusagen überhaupt keine Milbenbelastung. hatte im Juli ebenfalls einen fast so hohen Befall, wurde wie das jetzt gestorbene behandelt , sitzt jetzt auf 7 WAben, hat 20 kg Futtervorrat und 1 Milbe / Tag.


    TBE ... Ich erkenne nirgendwo einen Hinweis darauf, dass die Brutwaben vernichtet werden?
    Außer der Fangwabe wird doch nichts vernichtet?
    Die Brutwaben aus dem Brutsammler werden mit Milch/ Oxalsaüre behandelt.
    Und dann? Was passiert mit ihnen?


    Würde man das TBE Verfahren bereits im Mai anwenden, wäre es ( bei gleichzeitig höherem Ertragsverlust) aber doch auch eine geeignete Schwarmverhinderungsmaßnahme?


    Liebe Honigbanane,


    ja, Anfangs erscheint einem vieles verwirrend und scheinbar widersprüchlich, i.E.:
    1. Jetzt ist 1 Milbe/Tag recht hoch -> ich würde unbedingt Restentmilbung bei Brutfreiheit durchführen (3 Wochen nach den ersten Nachtfrösten und um die Wintersonnenwende = wenig Tageslicht -> wenig Lege-/Brutreiz).
    Bist Du Dir sicher, daß die Schwärme jetzt wirklich unter der Schadschwelle liegen? Wenn nicht -> ebenfalls vorsorglich Restentmilbung.
    2. TBE nach Jurgeit (=Kleingartendrohn): Die Brutwaben über dem ASG werden dann entfernt, wenn sie leer = die Bienen daraus geschlüpft sind. Diese Waben sind bebrütet -> einzuschmelzen, ansonsten werden sie dem natürlichen Hygienekreislauf anheim fallen = von Wachsmotten aufgefressen. Entnommene bebrütete Waben einzuschmelzen empfiehlt auch Dr. Pia Aumeier generell. Das wird dann nicht jedes Mal wiederholt, weil es als selbstverständlich gilt, ganz gleich, welches TBE-Konzept man verfolgt.
    3. Lies Dir die Dissertation von Dr. Radtke noch einmal genauer durch. Dort wurde nachgewiesen, daß TBE 14 Tage vor Ende der Frühtracht (also im Mai) keine nennenswerten Ertragseinbußen bewirkt, wenn die Brutsammler nach Sanierung mit den Spendern rückvereinigt werden. Die Sanierungsmethode mußt Du wählen (TAM -> Warte-/Karrenzzeiten beachten oder Fangwabenverfahren) und Dir sicher sein, daß diese auch gewirkt hat...
    Brut zu entnehmen (schröpfen), beugt Schwarmgedanken vor. Brut total zu entfernen, sollte theoretisch sogar bereits ausgebrochenen Schwarmtrieb beenden können - da fehlen mir aber praktische Erfahrungen.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried