Beiträge von ribes

    Ameisensäure-Kurzbehandlung...Wirkdauer 3 Tage, erhöhter Milbenabfall 12 bis 14 Tage. Die Wirkdauer bei der OS ist leider nicht bekannt.


    Hm, über den genauen Wirkungsmechanismus von AS rätsele ich noch immer. Bernhard fand einen Bericht, der 500 ppm Mindestkonzentration in der Stockluft benennt. Leider funktioniert sein Link bei mir nicht mehr (#287):


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=39243&page=20


    Das AS in den Milben - ebenso wie OX - nachwirkt, ist anzunehmen. Die Wirkdauer von AS ist also länger als 3 Tage. Bei OX reicht ein Einwirkzeit von 2 bis 3 h/Milbe aus, um diese innerhalb von (ingesamt) 18 h zu töten, wie die Beobachtungen von IF Brüning und Labortests von Hohenheim belegen (Bericht 6):


    http://varroamilbe.ch/


    Die Frage ist nur, wie man möglichst viele Milben im Bien dieser Einwirkzeit aussetzen kann.
    Die Beobachtungen von IF Brüning sind für mich gut nachvollziehbar und ich wüßte seine Einschätzung nicht zu widerlegen. (Zitat aus Bericht 5):
    "Die Feinverteilung dieser Oxalsäurepartikel im Volk ist Sache der Bienen. Durch ungefähr zehnminütiges Fächeln landen viele dieser Partikel in ihrem Haarkleid. Diese trockenen Partikel, die auch mit dem trockenen Chitinpanzer der Varroa in Kontakt kommen, haben keine toxische Wirkung auf die Varroen. Einzig an den je acht feuchten Haftlappen der Varroa können sie anhaften, sich zu grossen Klumpen aufbauen und ihre Wirkung entfalten. Nachdem die Bienen die Fächelei eingestellt haben, ziehen sie sich mit der Zeit in die Wintertraube zurück. Indem sie sich ineinander verhängen, verlieren sie jedoch die Möglichkeit, sich den Oxalsäurestaub aus dem Haarkleid zu kämmen. Je nach Situation, kann dann die Wirkung bis zu vier Wochen lang anhalten,
    mit abnehmender Tendenz. Wenn aber nur ein einziger, schöner, warmer Flugtag im November nach der Behandlung dazwischen kommt, ist die Wirkung drastisch reduziert, weil die Bienen dann Gelegenheit haben, sich zu putzen. Keine Partikel im Haarkleid – keine Wirkung.
    Vor vierzehn Jahren war ich noch der Meinung: Wenn man nach der Honigernte für drei Wochen einen kristallinen Belag von Oxalsäurekristallen auf den Bienen erhalten könnte, dann müsste die verdampfte Oxalsäure gar nicht in die Brut wirken, sondern die letzten Varroen in der Brut würden erwischt, wenn sie zusammen mit den Bienen ausschlüpften. Aber das war ein Trugschluss, weil die Bienen zu dieser Jahreszeit ein viel höheres Aktivitätsniveau erreichen wie während der Winterruhe. Bei der phantastischen Geschicklichkeit der Bienen, sich Staub aus dem Haarkleid zu kämmen, ist dieses Problem im August innert kurzer Zeit erledigt. Also ist ein dreiwöchiger Belag illusorisch. Um zu einem bescheidenen Ergebnis zu kommen, braucht es
    Mehrfachbehandlungen mit kurzen Abständen. Die Oxalsäure in den Völkern kumuliert sich dann jedoch mächtig..."
    U.a.da, in der Putz- und Flugaktivität der Bienen, liegen die Grenzen simpler mathematischer Berechnungsansätze, meine ich.


    MiG - Gottfried


    Die Dauer der Wirkung bei der OS-Verdampfung ist wahrlich schwer feststellbar. Da darf man sich von der Dauer des Milbenabfalles nicht täuschen lassen. Wenn da geschrieben wird, dass die Wirkung 10 Tage an hält, dann muss ich dazu sagen, dass das nicht stimmen kann. Denn das würde heißen, dass bei einem Bedampfungsintervall von 7 Tagen das Volk milbenfrei sein müsste.
    ...dass die Wirksamkeit höchsten ein paar Stunden erhalten blieb.
    Meiner Meinung nach ist die Wirksamkeit beim Bedampfen auch nicht viel länger. Ich habe zwar keine Tests durchgeführt, aber wenn man in den diversen Foren liest, wie oft da so mancher Imker seine Bedampfung wiederholt, so kann die Wirkung nicht all zu lange anhalten.


    Liebes Honigmaul,


    bitte lies doch einmal die Ergebnisse der Flächenversuche der Fischermühle an 1500 Bienenvölkern noch einmal genauer durch. Dort wurde mittels Kontrollbehandlungen mit Perizin u.a. die Wirksamkeit von OX-Bedampfung gemessen + berechnet (> 90%) und die Wirkungsdauer (allerdings in recht grobem Zeitraster) ermittelt. In den entsprechenden Grafiken ist das am Ende des Berichtes auch bildhaft dargestellt. Untersucht wurden ebenfalls die Einflüsse der Außentemperatur und des Brutstatus:


    http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf


    Deine Meinung ist im Vergleich dazu viel zu pessimistisch.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

    Es gibt sie Online zu bestellen (auch in Deutschland).


    Allerdings gibt es auch unterschiedliche Reinheitsgrade. In D wird OX vertrieben ad us. vet. in 99,8% Reinheit, technisch in 99,6%. Inwieweit da wirklich echte Reinheitsunterschiede oder nur (wie bei AS) unterschiedlich hohe Stichprobendichte bei der Qualitätsüberwachung beim Hersteller bestehen, weiß ich nicht.
    In Italien bzw. Schweiz wird die Reinheit der OX zur Behandlung gegen Varroa gar nur mit 88,6% angegeben (Bioxal):
    http://www.vetpharm.uzh.ch/rel…/00065974.01?inhalt_c.htm
    In Italien ist Bioxal frei erhältlich, weder verschreibungs- noch apothekenpflichtig. In Dänemark ist OX zur imkerlichen Verwendung völlig frei - d.h. dort wird legal industrielle OX verdampft ohne jegliche Einschränkung.

    Lieber Markus,


    nach den von mir erfragten Erfahrungen sind Tabletten auch beim Oxamaten für die Wirksamkeit nicht unbedingt erforderlich - allenfalls eine Dosierungshilfe. Einmal wurde bei Verwendung von losem OX-Pulver von krustigen Rückständen auf dem Verdampferpfännchen berichtet. Kontrollversuche ergaben dann aber, daß die verwendete Stromquelle (Kfz-Batterie) zu schwach geworden war und die Rückstände so wohl auf unzureichende Erhitzung des Pfännchens zurückzuführen ist. Bei Stromversorgung durch ein leistungsfähiges Netzteil (13,8V/20A) konnte kein Unterschied in der Dampfverteilung/-intensität zwischen Tabletten und loser OX beobachtet werden.


    Servus - Gottfried

    Nachtrag zu Dosierung:


    Dr. Rademacher et al. faßten 2005 die Forschungsergebnisse zusammen (Zitat S. 4 Mitte): "Bei Dosierungen über 1g war keine wesentliche
    Wirksamkeitserhöhung mehr festzustellen." aus:
    http://www.neurobiologie.fu-be…6_ADIZ_Oxals%C3%A4ure.pdf
    Ähnliche Dosierung (1,4g/Beute) war bereits in den Feldversuchen der Fischermühle 2000/2001 im Vergleich mit der doppelten Menge (2,8g) ermittelt worden:
    http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf

    Die Zahl der durch OX getöteten und auf die Windel gefallenen Milben ist m.E. nicht allein abhängig von der Wirksamkeit der OX. M.E. beeinflussen auch andere Faktoren diese Auszählergebnisse, aber auch die Wirkdauer von OX-Bedampfungsschritten, z.B.:


    - Putzaktivität des Bien (v.a. in Abhängigkeit von der Außentemperatur) - wie schnell schaffen die Bienen die OX-Stäube raus, wann putzen sie die kalten, unbesetzten (aber bedampften) Waben und kommen so (mit etwaig aufsitzenden Milben) erneut in Kontakt mit OX, wie dicht sitzen die Bienen/wie intensiv putzen sie -> wieviele Milbenleichen fallen dabei durch die Bodengaze und werden nicht im Außenflug entsorgt usw.


    - Beuteninnenklima (bes. Feuchte/Kondenswasser, welches Ox-Dampfbeschichtungen schnell bis zur Unwirksamkeit verdünnen kann bzw. Varroen genügend Gelegenheiten bietet, sich den einzigen Angriffspunkt für OX = ihre Haftlappen zu waschen...) -> damit korrespondierend:


    - Brutstand im Bien (Flucht- und Fußwaschmöglichkeiten für Varroen im Futtersaft, mehr Kondenswasser in der Beute)


    Selbst bei guten, trockenen Bedingungen + Bruttfreiheit ließ sich nach den von mir bisher erfragten Beobachtungen ein Rückgang des Behandlungsabfalls bereits am 3. Tag nach dem jeweiligen Bedampfungsschritt um ca. 1/3 feststellen. Dann fielen auch keine OX-reste mehr auf die Windeln.

    Nachträglich: IV Erfurt wies darauf hin, daß bei Luftpolsterfolie die Ausführung gewählt werden sollte, bei der die Luftpolsterblasen von oben UND von unten mit einer planen Folienschicht verschweißt sind. Dadurch sinkt nichts ein bei Belastung, keine Biene ertrinkt. Ganz anders bei der nur einseitig beschichteten Folie -> die knickt ein bei Belastung und ertränkt somit Bienen.

    Lieber Thomas,


    ergänzend: Ich nutze - wenn überhaupt - einen Einmal-Overall (Kat. 3 = spritzwasserdicht, ca. 5,- EU). Der allerdings verträgt wenig mechanische Beanspruchung und hält auch bei öfterem Gebrauch ca. 2 Jahre. Beim Schwarmfang zerreißt er leicht am Gezweig. Deshalb kaufte ich noch einen Anzug mit Stehhaube (allerdings noch nicht verwendet), weil der meinen außergewöhnlichen Körpermaßen entgegenkam und nicht so teuer wie Sherriff war:


    http://www.simonthebeekeeper.co.uk/products/clothing


    Made in Pakistan, Baumwoll/Polyestermischgewebe, grob gewebt. Macht ein stabilen Eindruck für den Preis, ist halt ganz fix zusammengenäht worden. Eine Imkerkollegin berichtet, der Anzug habe das Waschen gut überstanden ohne einzulaufen.


    Servus - Gottfried

    Lieber Mr. Willson,


    die Qualitäts-Erfahrung von Dommy kann ich bestätigen. Ich nutze allerdings Edelstahlösen für die Drahtdurchführung und habe gerade Seitenteile.
    Das Propoliskitt-Problem der Hoffmann-Seitenteile lösen einige Imker, indem sie EINE Kontaktfläche der Hoffmannschenkel anspitzen und die Rähmchen gem. Bienenwebers Nagelplan für Abstandshalter:


    http://www.bienenweber.de/Abstandhalter.html


    zusammensetzen. -> Ganz ergal, wie man das Rähmchen dreht, ergibt es dann folgende reduzierte Kontaktfläche zum Nachbarrähmchen: >I (im Gegensatz zu vorher/unangespitzt: II)
    Solange die Seitenteile einzeln (und noch nicht im Rähmchen verbaut) sind, hast Du die bessere Chance, die Seitenteile einzeln entsprechend anzuspitzen und so Verkittungsprobleme zu reduzieren.


    Servus - Gottfried

    Bienen sind fleißig und sammeln, wenn/solange sich Gelegenheit bietet. Bei mir entdeckten sie die Fall-Birnen eines ca. 120-jährigen Hochstamms, den keiner mehr pflücken kann. Sie saugen massenhaft den süßen Birnensaft bis zum Einbruch der Dunkelheit (3 - 5 Bienen pro Fallbirne - und da liegen hunderte aufgeschlagene herum). Das fällt mir erstmalig so auf in diesem Jahr. Hunger leiden sie nicht (die Völker sind/waren fertig aufgefüttert). Wenn ich Birnen aufsammle und verarbeite, fliegen sie auch die Abfälle und die Vorratsgefäße mit den "guten" Stücken an wie eine Spitzentracht. Muß ich mir Sorgen machen? Trainiere ich damit Räuberei (3 wilde unzugängliche Bienenvölker in 200 bis 500m Nähe)?

    Lieber Michamel,


    Haustürgeschäfte sind das nicht, auch wenn sie an der Haustür stattfinden sollten. Haustür- u.a. Geschäfte hält der Gesetzgeber für so normal und massenhaft verbreitet, daß er meinte, den arglosen Verbraucher (nicht den Vermieter) vor bestimmten Überrumpelungs-Geschäftsmaschen schützen zu müssen - z.B. überraschendem Vertreterbesuch an der Kundenhaustür (=Haustürgeschäft). Derlei Geschäfte sind nach wie vor zulässig, aber dem vom Überraschungseffekt überrumpelten Verbraucherkunden (lediglich) ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.
    Wer Dein Schild liest, kann beim Honigkauf nicht mehr überrascht sein. Außerdem überrumpelst Du ihn nicht auf einer Messe oder an seiner Haustüre. Wenn Dir also jemand "Haustürgeschäfte" vorwerfen sollte, dann zeigt er damit unfreiwillig, daß er davon schlicht keine Ahnung hat.
    Über "Urproduktion" zu diskutieren, ist nicht zielführend, da es nicht um Steuerrecht geht. Bei Dir ist der Honigverkauf reines Hobby, nehme ich an. Hobbys darf jeder in seiner Wohnung ausüben, solange er damit nicht Andere belästigt, den Hausfrieden stört o.ä. Hinweise auf ein Hobby sind auch keine Werbeschilder im Sinne der Verbotsklauseln in manchen Mietverträgen.
    Verbietet Dein strenger Vermieter auch anderen Mietern die Erfüllung von Kaufverträgen an der Wohnungstüre (z.B. wenn die im I-net bestellten Waren angeliefert werden) - Gleichbehandlung?
    Ich würde dem Vermieter in derselben Form antworten wie seine Aufforderung erging (mündlich -> mündlich bzw. schriftlich -> schriftlich) und sein Mißverständnis wie folgt aufklären: Dein Hobby ist die Bienenhaltung, wozu naturgemäß auch der Verkauf des überschüssigen Honigs gehört. Dieses Hobby auszuüben ist nicht illegal, sondern ein Beitrag zum Umweltschutz, der allgemein anerkannt und oft sogar staatlich gefördert wird. Wenn Du ihm dann noch ein Glas zum Kosten schenkst, wird sich Gelegenheit ergeben, doch miteinander zu reden. Vielleicht kauft er Dir später gar noch Honig ab - für Werbegeschenke an seine Kundschaft oder zu Weihnachten an seine Familie - wer weiß? Ganz ohne Neckereien oder eine Schlacht...


    Servus - Gottfried


    1. Die von Dr. Polaczeck angebene Verdunstungsmenge, 1g/Wabe und Tag ist aber eine äußerst unbrauchbare Angabe, denn die Skala ist auf ml ausgelegt und wer hat schon eine Ahnung wie bei der 60% AS von g auf ml umgerechnet wird.


    2. Bei einer so niedrigen Tagesdosis wird man vermutlich die angebebene Behandlungszeit von 14 Tagen tatsächlich einhalten müssen, denn da wird die AS nicht mehr ausreichend in die Brut wirken.


    zu 1.: lt. Produktdatenblättern betragen die spezifischen Gewichte für AS 85%: 1,19 g/cbm bzw. AS 60%: 1,14 g/cbm. I.ü. dürften die wenigsten Verdunster so exakt im Lot stehen/ihr Skalenaufdruck so fein sein, daß sich mit hinreichender Genauigkeit die Gewichtsabweichung in der täglichen Verdunstungsmenge so genau ablesen ließe.
    zu 2. Nach meiner Erfahrung wirkt AS selbst in den höchsten empfohlenen Dosen - 85% oder 60%, gleich welcher Dauer - ohnehin nicht ausreichend in die verdeckelten Brutzellen hinein. Es tötet/schädigt zwar Bienen + deren Larven, reduziert aber Varroen nicht ausreichend. Deshalb braucht es ja auch die AS-Wiederholungen bzw. Langzeitanwendung über einen reichlichen Verdeckelungszyklus (14 Tage). AS tötet offenbar allenfalls die Milben außerhalb der Brut, die in der Brut nicht oder erst viel später.