Beiträge von ribes

    Theoretisch?
    ...die Menge OX, die man in die Umgebung verteilt/verliert...wenn jemand auf der Straße durch solche OX-Wolke, wie bei dir, laufen würde...


    Wenn eine Windel eingeschoben + andere große Öffnungen (Flugloch etc.) bspw. mit Schaumstoff abgedichtet sind, gibt es bestimmt keine Wolken. Der sparsame und gesundheitsbewußte österreichische Imker bspw. will ja auch den Wirkstoff an den Haftlappen der Milben platzieren und nicht im Garten, auf der Straße oder sonstwo. Kann man dort so beobachten.

    Was genau ist beim Träufeln für die Bienen belastender als beim Bedampfen?


    Die Hypothese, die IF Brüning aus seinen Beobachtungen ableitet, erscheint plausibel (Tracheen verstopfen durch eingetrockneten Sirupfilm):
    http://www.varroamilbe.ch/bericht6-v2.pdf


    Daß Bienen Oxalsäure aufnehmen, gar "übersäuern", erscheint ausgeschlossen durch:
    - IF Brünings Untersuchungen: Bienen verschmähen antrainierte Futterquelle, wenn sie mit OX verunreinigt wird und
    - die Anatomie der Biene: Sauglappen durch Chitinspange geschützt

    von Wo oder was Du zitiert hast.
    ist außerdem hoffnungslos...


    1. Zitat stammt offenbar aus einem Mustertext "zur Vereinfachung und Zeitersparnis" verfaßt, da "diese Frage bereits häufiger an uns herangetragen" wurde. Dr.v.d. Ohe wies auf den von mir zitierten Auszug hin in seiner Funktion als wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Imkerbundes - also zitierfähig (Autor Dr. Boecking, aber von Dr. v.d.Ohe autorisiert).
    2. Sagt man nicht: Die Hoffnung stirbt zuletzt!? Ich bemühe mich jedenfalls weiter und wies ihn auf Widersprüche und inzwischen vorliegende wissenschaftlich belegte Undenklichkeit der Sublimation hin (Dissertation Dr. Gumpp). Wenn noch mehr Imker das tun -> steter Tropfen höhlt den Stein?
    Die Gefahr, daß der deutsche Sonderweg über eine Standardzulassung (erarbeitet vom DIB + den Bieneninstituten) beendet werden könnte und wir dann ganz ohne OX dastehen würden, kann ich nicht einschätzen, halte sie aber angesichts der übrigen nationalen Vielfältigkeiten in der EU für tragbar. Das BfR stellt allerdings schon ein ernstzunehmende Hürde, die nicht immer mit Vernunftgründen zu nehmen ist (s. Glyphosat-Gutachten).

    Der DIB hat einen wissenschaftlichen Beirat. Dr. W. v.d.Ohe vom LAVES Nds. ist da zuständig. Er läßt Institutsmitarbeiter Dr. Boecking sprechen (auszugsweise zitiert):


    "...Es bestehen für Ameisen-, Milch- und Oxalsäure jeweils Verordnungen gemäß der so genannten Standardzulassung für ganz Deutschland. Das ist ein besonderes Konstrukt, das es vornehmlich nur in Deutschland gibt. Seinerzeit hat der D.I.B. zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. die Monographie für die Standardzulassung der 3,5 %igen Oxalsäure (OS) erarbeitet. Wichtig zu wissen ist, dass die Zulassung für ein Medikament nicht pauschal für alle Anwendungsformen erteilt werden kann. Bei der Zulassung wird ganz genau festgeschrieben, in welcher Verdünnung und in welcher Darreichungs- und Applikationsform eine Substanz eingesetzt werden darf – das hat bekanntlich Gründe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BFR hat seinerzeit gleich zu Anfang des Zulassungsverfahrens klargestellt, dass allein das Träufelverfahren aussichtsreich sei. Für andere Applikationsverfahren der OS, wie das Sprühen bzw. das Verdampfen, hat das BFR keine Chance für eine Zulassung gesehen. Beide Verfahren stellen eine große Gefahr für den Anwender dar. Von daher werden jegliche Neuversuch einer Antragsstellung als aussichtslos angesehen. Zudem verfügen wir mit der Applikationsform „Träufeln“ der OS über ein hochwirksames Verfahren.
    Ein wieder Aufgreifen der Anwendungserweiterung für Oxalsäure kann das besondere Konstrukt der sogenannten Standardzulassung insgesamt infrage zu stellen. Von Seiten der EU gibt es solche Bemühungen. Dann würde ein Vakuumzustand eintreten und das kann nicht im Interesse der Imker in Deutschland sein.
    Verbraucher sind heute gut informiert, stark sensibilisiert und mitunter medial bedingt überempfindlich, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Hier scheint Honig nach wie vor einen besonderen Stellenwert zu haben, da man ihm medizinische Qualitäten als evident unterstellt. Deshalb ist nur der legale Einsatz von Medikamenten ein nicht zu diskutierendes Gebot für jeden Imker in Deutschland. Die Folgen eines Skandales, der sich aus einer Pressemitteilung ergeben würde, wie „Imker setzten nicht zugelassene Medikamente ein“, wären für die gesamte Imkerschaft fatal. Dem Verbraucher ist die Frage der Applikationsform von Oxalsäure nicht zu erklären. Ein Honigkonsument kann und will sich mit Details über diverse Medikamente nicht auseinandersetzen."

    Lieber Clas,


    was m.E. "irgendwie" nicht paßt, ist das Gedicht. Ganz früher benutzte jeder Apotheker oder der Bader Rezepturen für Medikamente oder für die Prüfung von Substanzen, wie er es konnte oder für richtig hielt. Das war - je nach Ausbildungsstand - recht unterschiedlich und ging oft schief. Aus beruflich-ethischer Verantwortung suchte man schon immer nach allgemeingültigen, verläßlichen Regeln. Schließlich konnte man sich in Fachkreisen auf Standardrezepturen und -prüfverfahren einigen, die von allen anerkannt sind. Diese Rezepturen und Prüfverfahren wurden in den sogenannten Arzneibüchern zusammengefaßt und so kann man sich heute einigermaßen darauf verlassen, das einheitlich drin ist, was draufsteht (abgesehen von Mißbrauchs- und Betrugsfällen):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneibuch
    I.ü. sind die Apotheken in D noch heute verpflichtet zu (Über-)prüfung der von ihnen vertriebenen Wirkstoffe, Substanzen und Medikamente, auch wenn diese ihnen genormt und gekennzeichnet angeliefert werden. Jede Apotheke muß ihre Prüfungen aufzeichnen und ein separates Labor mit entsprechenden Geräten, Chemikaliensätzen, Ausrüstung vorhalten und mit Fachkräften besetzen. U.a. deshalb kommen die vielgeschmähten "Apotheken-"preise zustande...


    Um Verständnis bittend - Gottfried

    Mir ist das passiert. Ich durfte meinen Honig nicht vermarkten, mir wurde eine 5-stellige Strafe angedroht!


    Der Wortlaut dieses Bescheides würde mich sehr interessieren, gern auch pN. M.E. wäre dafür ein Labornachweis auf erhöhte Rückstände des Wirkstoffs im Honig Voraussetzung gewesen (§ 1 Abs. 1 LFGB):
    http://www.gesetze-im-internet.de/lfgb/__10.html
    § 10 Abs. 3 ist m.E. nicht anwendbar, da OX beim Bedampfen nicht von den Bienen aufgenommen wird, allenfalls äußerlich etwas in ihrem Haarkleid hängen bleibt - was aber nach einigen Stunden abgeputzt sein dürfte (anders beim Beträufeln).

    Ich nutze den von Bienenweber. Funktioniert recht gut und setzt sich nicht so schnell zu wie ein Doppelsieb. Allerdings gelangt doch hin und wieder ein Wachskrümelchen hinter die Siebe. Das ist hier unproblematisch, die schöpfe ich beim Abschäumen ohnehin mit ab. Als Abfüllkübel habe ich den (gereinigt + ohne Siebe) auch schon genutzt. Das ging genauso gut wie mit einem reinen Abfüllkübel - die gleichen Hähne.
    Weber hat neuerdings ein nach oben gewölbtes Doppelsieb. Das soll sich nicht so schnell zusetzen, wirbt er.
    Bei einem Berufsimker sah ich einen Damenstrumpf (mit innenliegender Edelstahlkugel als Beschwerung) statt eines Siebes über den Ablauf des Honigsumpfes gezogen und von dort in den Hobbock wie ein Schlauch hängend. Funktioniere seit Jahren einwandfrei, sagte er.
    Melitherm nutze ich nicht, mache dafür auch mal 24h-Schicht beim Abfüllen, wenn´s pressiert...

    vermutlich würde eine echte Gerichtsverhandlung durch alle Instanzen was verändern[emoji6]


    Lieber Janos,
    das würde ich ohne Not nicht vom Zaun brechen. Vor Gericht und auf hoher See...
    Aber ein potenter Imker kann es doch mal probieren, sich wie Wald&Wiese mit Verboten belegen lassen und dann klagen. Mal sehen, wieviele hier dann wirklich helfen und wie das ausgeht.
    Die Verbände sind da gar nicht klageberechtigt.
    Unser Landesverband ist schon fast unzumutbar arm; was da alles ehrenamtlich erledigt werden muß... Da steckt sich kein "Funktionär" zuviel in die Taschen, bestimmt nicht. Die bringen alle noch etwas mit - ihre knappe Freizeit. Wenn es Wahlen gibt, sind alle heilfroh, wenn es die Anderen machen und blicken zu Boden bzw. erscheinen gar nicht erst...
    Nach denen"da oben" ist schnell gerufen, kost ja nix.

    Finde ich aber falsch, wenn ich kein Varroa Problem habe soll ich da eine Behandlung aufzeichnen die gar nicht stattgefunden hat !!!


    Ja, sehe ich auch so. Aber man sollte sein Varroakonzept klar und überzeugend darstellen können und wenigstens versuchen, ein Vertrauensverhältnis zum Amt aufzubauen. Die sind nicht unser "natürlicher" Feind oder der altböse Drache, sondern strukturell ein Qualitätsgarant und damit ein Verbündeter.
    Deshalb halte ich bspw. auch unseren Einsatz für notwendig, die Verdampfung aus der rechtlichen Grauzone endlich ans legale Licht zu holen.

    Neuester Stand: Das Verwaltungsgericht in Gera hat heute den sofortigen Vollzug des Therapieverbotes aufgehoben, da es erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verbotes hat - dies trotz des machtvollen Personaleinsatzes behördlicherseits (6 Personen - je 2 von der Stadt Jena, 2 Landesverwaltungsamt, 2 Landesärztekammer).
    Das ist noch nicht die Entscheidung in der Hauptsache, aber eine selten deutliche Richtungsangabe. Fachliches Input ist also noch immer willkommen.


    p.s.: Die angekündigten Quellen kann man jetzt hier nachlesen (S. 9 - 11):


    http://www.lvthi.de/doku/archiv/_015/TI%206-2015.pdf