Beiträge von ribes

    Lieb Epoche`,


    sieh mal nach einem ortsansässigen Imkereibedarfshändler oder freundlichen Kollegen, die Dir die Anrührerei mit 3:2 ersparen können, z.B.:
    http://bamberg.branchen-info.net/fp_3196387.php
    Wenn Du doch selber anrührst -> keinesfalls fremden Honig unbekannter Herkunft verfüttern (Faulbrutgefahr). Und sobald Zucker/Honig in der Mischung ist -> nicht unnötig (hoch/lange/oft) erhitzen -> HMF-Gefahr.


    Ruhig Blut - wünscht Gottfried

    Lieber Molle,


    es geht mir um die Chancen, eine Zulassung für die Bedampfung zu erwirken. Fr. Dr. Rademacher nannte mir da so einige "Vorbedingungen", ohne die es wohl ihrer Einschätzung nach keinen Sinn für einen neuen Anlauf gäbe.
    Von ad. us. vet (resp. 99,8% Reinheit) würde wohl die Zulassungsbehörde nicht abrücken. Auch im IF wurde ja diese Ansicht vertreten nach dem Motto: vermeidbare Verunreinigungen vermeiden. Mich wundert sehr, daß die italienische Zulassung eine Reinheit von nur 88,6% erlaubt. Oder es ist ein Druckfehler o.g. Quelle oder die zählen das gebundene Wasser als "Hilfsstoff" hinzu o.a., ich weiß es nicht. Vielleicht kennt Jemand die italienischen Verhältnisse besser?


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

    Da fand ich nix. Daß in diversen Verkaufsplattformen OX-Tabletten in 99,6% (technischer) Reinheit angeboten werden, ist offensichtlich. Die deutschen Behörden fordern jedoch 99,8% ad us. vet.

    In der Schweiz, Italien, Spanien(?) und Dänemark dürfen Imker meßlöffeln und OX verdampfen. OX ist dort nicht einmal apothekenpflichtig. Das italienische Produkt Bioxal (von Chemicals Laif) wird sogar nur in 88,6%iger Reinheit angeboten:


    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CCcQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.suedtirolerimker.it%2Ffiles%2Fcontent%2F480919_28991_1_0%2Fetichetta-api-bioxal-ted.pdf&ei=b18ZVaP_OYvgOOLbgbAG&usg=AFQjCNGeqIIofOBbw39LwFLu_d8GF7AWPQ&bvm=bv.89381419,d.ZWU


    In Deutschland wird die Reinheit von OX ad us.vet. mit 98,6%, OX technisch mit 98,6% angegeben.
    In Spanien OX als Ecoxal (von Ceva Salud Animal S.A.) - Reinheitsgrad und Form (Pulver/Tabletten) kenne ich nicht.
    Weiß Jemand Näheres bzw. kennt weitere Verdampfungslegalitäten und v.a.: OX als 1g-Tablette?

    Lieber Till,


    das ist mir zu abstrakt. Schon mit der bloßen Wohnraumbereitstellung übernimmst Du ja schon Verantwortung - für deine Mieter und die Nachbarn. U.a. deshalb ist in D dieses bloße Bereithalten n. BienenseuchenVO verboten. Nichtbehandeln ist hier in manchen Regionen/Bundesländern auch rechtswidrig und mit Strafen bewehrt, weil so die eigenen Völker und die der Nachbarn vor dem Varroa-kill bewahrt werden sollen. Und mit ethischer Fundamentalkritik kommen wir auch nicht weiter - da wäre spätestens an der philosophischen Klippe - Warum darf man die Milbe dezimieren, andere Lebewesen aber nicht? - Schiffbruch für den apis mellifera-Imker.
    Nach diesem OT-Ausflug sollten wir uns an das Thema halten. Ich wiederhole meine Frage: Für AS + OX (als in weiterem Sinne Akarizide) sehe ich hier keine Resistenzgefahr nachvollziehbar dargelegt.
    Für die anderen "harten", verheerenden Wirkstoffe ist von Resistenzen die Rede, ich nehme auch an, daß das zutrifft. Die Wirkungsweise ist mir dabei nicht klar - die Mithridatisation erklärt es jedenfalls nicht.


    Gute Nacht - Gottfried

    Danke Till!


    Mglw. sollten wir vorab klären, was wir unter Akariziden verstehen.
    Wiki definiert das offenbar enger:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Akarizid


    als mancher Schreiber hier, der darunter alle Mittel versteht, die gegen Milben wirken/eingesetzt werden, resp. auch AS + OX.


    Resistenzbildung bei AS + OX in den bekannten imkerlichen Anwendungsformen ist mir nicht nachvollziehbar. Die vom Drohn angeführte Mithridatisation ist laut Begriffsdefinition auch nur beschränkt auf die Lebenszeit des begifteten Milbenexemplares, kann also ein Weitergabe über Generationen hinweg, gar noch in die Folgejahre, nicht erklären.
    Was haben wir hier also weiter an Fakten?


    Etwas Anderes - aber schon fast OT - ist die ethische Frage, ob man Mittel anwenden soll, deren Wirkungsweise man noch nicht bis ins Letzte verstanden hat. Eine Risikoabwägung, die im letzten Rest immer eine Schätzung ins Unbekannte enthält.
    Und - abgesehen von rechtlichen Zwängen (regional festgelegte Behandlungspflicht, Zulassungsfragen etc.) - muß sich ganz praktisch jeder Imker jedes Jahr entscheiden, ob und wie er seine Völker vor der Milbe retten will. Die Konsequenzen dieser seiner Entscheidung soll und muß zuallerest er selbst tragen (und nicht auf den Rücken Anderer (Bienen, Gesetzgeber, Kunden o.a. verlagern), wenn es nicht den Geruch der Verantwortungs- oder gar Skrupellosigkeit bekommen soll. Aus meiner Sicht erfordert das neben einem ehrlichen Bemühen um Rettung der eigenen Völker ebenso die Untersuchung auf Rückstände bei Honig o.a. von ihm vertriebenen Bienengaben.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

    Lieber Wolle,


    Deine Fragen kenne ich und die Unsicherheit. Mein Pate war da ganz pragmatisch: Als emsiger Trachtflug in die Kirsche einsetzte, riet er, den Honigraum aufzusetzen. Dabei sah er das Volk mit durch und empfahl, sämtliche Waben ohne Brut (aber mit Futter) zu entfernen. Waben mit Brut (und wenig bis keinen Futterresten) blieben im Brutraum. Die Randwaben am Brutnest enthielten etliche Pollenzellen, aber auch teilweise (meist schon angefressene -> unverdeckelte) Futterzellen. Die ließ er auch drin zum weiteren Volksaufbau. "Mein" Brutnest ging da aber auch schon fast vollständig von Seitenträger zu Seitenträger der Rähmchen.
    Er meinte dann noch: Wenn das Brutnest z.B. jetzt oder 2 Wochen vor Kirschblüte noch vorn am Flugloch säße, dann könne man vorsorglich die ganze Zarge um 180 Grad drehen -> dann sitzt es hinten und zehrt sich bis zur Kirschblüte sicherlich nach vorne. Die Zeit für den Zehrweg/Futterverbrauch bis zur Tracht abzuschätzen, lernt man nur durch sehen/Erfahrung (Volksstärke und -entwicklungsstand etc.).
    Leerwabe(n) über dem Brutnest im Honigraum führt zum schnelleren Honigeintrag dort. Aber wenn Du anfangs nur MW hast - dann geht das auch. Es sind soviele Baubienen da, die machen das schon, dauert dann eben 1 - 2 Tage länger. Alles im "Normalbetrieb", kein Pressing.


    Bleib gelassen - Gottfried

    Lieber Bernhard,


    Du hast den Bericht sicher fließend lesen (und verstehen) können, ich kann das nicht. -> Die Versuchsanordnung war so gestaltet, daß 5 bzw. 20 bzw. 100 Mikro-g Imidachloprid pro kg Futter verabreicht wurde?
    Dosierung wurde über Fütterung mit Pollenersatz und Zuckersirup erreicht (wobei die Völker aber weiter frei fliegen/sammeln konnten), die Dosierungsabstufungen auf Realitätsnähe gebracht durch vorherige Messungen von Proben eingetragenen Pollens bzw. Nektars? Die Kontrollgruppe dann 0 Mikro-g/kg?


    Danke - Gottfried


    Eine Ursache des schnellen Wirkungsverlustes düfte in der Verwendung von
    Glaswaben liegen.
    ...
    Wenn man über Resistenzentwicklung b. Akariziden spricht, hat man die Frage der Sinnhaftgkeit der Anwendung übersprungen.


    Lieber Till,


    1. was meintest Du mit "Glaswaben" (etwa neue, unbebrütete, mittelwandlos-naturbauweiße)? Ich konnte nur das finden:


    http://www.pfalz-composite.com/sites/w_glas.htm


    2. Sicher ist die Sinnhaftigkeit von Akariziden eine (in der persönlichen Betriebsweise) zu beantwortende Vorfrage, über die mittlerweile leider nicht jeder Imker mehr frei entscheiden kann, weil ihm mancherorts mit behördlichen Allgemeinverfügungen Behandlungspflichten mit Termin und zwingend vorgeschriebenen TAM auferlegt sind. Aber in diesem Faden sollte es doch eigentlich nur um die Teilfrage der Resistenzen gehen. Die dabei gesammelten Argumente könnte Imker ggf. nutzen, um sich fachlich gegen v.g. TAM-Behandlungspflichten zu wehren. Das vorzubereiten, erfordert einen langen Anlauf und ordentlich argumentative Verpflegung, damit der Schaden im Falle des Rechtsmittel-Mißerfolges nicht größer wird als im jetzigen, noch ungeklärten Zustand.


    3. Noch eine Bitte: Hier im IF wird so viel geschrieben. Es ist zu vermuten, daß viele (auch stille) Leser keine ausreichenden Fremdsprachenkenntnisse haben, um v.a. Passagen wissenschaftlicher Arbeiten in ihren Nuancen erfassen bzw. übersetzen zu können. Denen gegenüber wäre es sehr hilfreich und nett, wenn die Zitierer zusätzlich zumindest das ins Deutsche übersetzen würden, worauf es ihnen ankommt.


    Mit freundlichen Grüßen - Gottfried


    p.s.: Wer seine Schlagzahl erhöhen oder einfach nur nett sein möchte, darf fremdsprachige Zitate hier jederzeit ins Deutsche übersetzen. Manche haben sich darum verdient gemacht. Ein solches Verfahren erschwert aber unnötig den Überblick - besser die Übersetzung stünde gleich neben dem Zitat.

    Hä? welche Kälte?
    Das sitzen fett Bienen.


    Auch bei - 4 Grad, wie bei uns vorletzte Nacht? Ich vermutete eher, daß sie sich da auf die Brutflächen zurückziehen und Schied + FuWa auskühlen lassen. Wenn ja, dann müßten sie letztere energieaufwändig später wieder aufheizen, um Futter zu entnehmen. Das wäre gestern bei uns schwierig gewesen (nur +2 bis + 5 Grad tagsüber). Ist dieses JoJo nicht energieaufwändiger als ohne Schied, zumindest wenn die Tagestemperaturen kaum über 10 Grad hinausgehen, nachts die Frostgrenze regelmäßig erreicht bzw. unterschritten wird? Oder meinst Du, der Einspareffekt ist größer, wenn sie nur reine Brutflächen heizen müssen ohne permanente Futterkränze und es genügt, wenn sie sich Futter nur ca. an 1 - 2 Tagen pro Wochen hinter dem Schied hervorholen, wenn die Tagestemperatur eben mal über 10 Grad geklettert ist?
    Also quasi Kachelofen (mit Futterkränzen) gegen Kanonenofen (mit Schied)?

    Pharmazeuten sind keine Apotheker. Letztere benötigen neben einer Approbation v.a. eine Apotheke, um apothekenpflichtige TAM zugelassen vertreiben zu dürfen. Tierärzte dürfen TAM auch verteilen, ebenso Pharmahersteller - aber nur unter bestimmten Beschränkungen. Werbegeschenke gehören nicht dazu. Außerdem muß der ausnahmsweise Abgebende Buch führen. Näheres dazu im Arzneimittelgesetz (AMG), bes. §§ 43 + 47:
    http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__47.html
    Wer das apothekenpflichtige Perizin zu genannten Kaffefahrten verteilt, weiß ich nicht. Ebenso nicht ob Herr Klockether Tierarzt ist (oder dessen Gehilfe). Im Grundkurs berichtete man uns 2012, daß in Thüringen so eine ähnliche Verteilaktion sehr schnell auf Initiative des LVThI von den zuständigen Behörden unterbunden und verboten worden sei. Der Verteiler sollte seither die Rechtslage kennen, aktives Handeln dagegen wäre ggf. unter dem Gesichtspunkt des Vorsatzes zu prüfen...


    Und dann wird es um die offene Brut zwischen gelagert.


    Warum zwingen Pressing-Betriebsweisen dann die Bienen, ihr Futter hinter dem Schied aus der Kälte hervorzuholen - statt ihr Brutnest "natürlich" inmitten der vorhandenen Futtervorräte anzulegen? Anfänger könnten denken, daß Umtragen von hinterm Schied sei zusätzliche Mehrarbeit und -risiko (bei Kälte) für die Bienen, aber mglw. für den Imker etwas bequemer/rationeller.

    Ich verdoppel die immer mit ´ner alten Küchenschere...:cool:


    Aber du bist Dir dabei schon im Klaren, daß die herumliegenden Leichendoppel eine viel hochwertigere Eiweißnahrung für die Überlebenden darstellen als das arme Grünzeug - mit entsprechend segensreicher Wirkung für die Reproduktionsraten der nackten Überlebenden...
    p.s.: Salsero : Insofern trügt Dich Dein Gefühl nicht; mit Verdoppelung untertreibt es m.E. die stimulierende Wirkung derart hochwertiger Eiweißgaben eher.

    Nein, keine Ignoranz, die Ergebnisse der Dissertation von Dr. Gumpp seien wohl bekannt. Es fehlt an einem Pharmahersteller, der Ox ad us. vet. in 1g-Tabletten preßt, so jedenfalls Dr. Rademacher, die sofort bereit wäre, die Zulasssung zur OX-Bedampfung zu betreiben - wenn Aussicht auf besagte Tabletten bestünde.
    Warum uns deutschen Imkern das Dosieren mit einem Meßlöffel nicht zugtetraut wird, vermag ich allerdings auch nicht nachzuvollziehen...