Beiträge von ribes

    Es gibt Schwarmimker, die sehr wohl die Varroa im Griff haben.

    Der Unterschied ist,.dass sich ausdrücklich für dieses Model entschieden haben.


    Dann gibt es Imker, die aus Zeitgründen das Risiko des ein oder anderen Schwarms eingehen und die Varroa im Griff haben. Auch die haben sich bewusst hierfür entschieden.

    Widerspruch gestattet?

    zu 1. Schwarmimker haben ihre Schwärme im Griff - und wie! Mein Imkerpate ist so einer. Dann kenne ich auch noch den einen oder anderen, der sich "bewußt" für Schwarmimkerei entschieden hat(te), aber damit völlig überfordert war und auch bei der Varroa einiges ins Ungute hat laufen lassen. Die meisten von denen sind inzwischen bekehrt oder haben sich ein neues Hobby gesucht. Der Unterschied ist also keineswegs die bewußte Entscheidung dafür oder dagegen.


    zu 2. Diese Imker stören am meisten, die sich bewußt dafür entscheiden, Schwärme auch mal fliegen zu lassen. (Wer dafür auch noch Zeitgründe vorschiebt, der sollte schlicht und einfach seine Betriebsgröße reduzieren.). Die lassen sich nach meiner Erfahrung am schwersten vom Motto unseres Zuchtobmanns überzeugen: "Schwärmen lassen (und nicht einfangen) ist Umweltverschmutzung!"

    Kellerscheibe gesammelt hatten...

    Alles gut so.

    Ich weiß nicht, ob Du Deine Beuten im Keller noch einmal gesondert verdunkelt hast. Die Bienen reagieren wirklich auf die kleinsten Lichtveränderungen. Am sichersten ist absolute Dunkelheit in der Kellerhaft. Aber ich will Dich nicht verunsichern. Wenn die Bienen etwas vom Tag-/Nachtwechsel mitbekommen, dann ist es eben so.

    Für den Ausnahmefall:

    Man muß ggf. darauf achten, daß sie keine Panik bekommen, weil sie tags nicht ausfliegen können. Ab und zu lauschen, ob noch alles ruhig ist. Wenn sie dauerhaft stark brausen, mußt du handeln: Zunächst mit Wasser einsprühen (ggf. durch das Bodengitter hindurch), wenn das nicht hilft -> Freiaufstellung vorziehen.

    Ein Beispiel von einem Berufsimker, dem das nach mehreren Jahren zum ersten Mal passiert ist - allerdings mit einem Naturschwarm, der wahrscheinlich doppelt so groß war (4 kg), wie einer von Deinen Kunstschwärmen:

    Schwarm verbraust

    Night Shadow : Leider kann ich Dir keine pN senden. Deshalb hier: Es wäre sehr nett von Dir, wenn Du die Aussage (wohl von Guido Eich?) noch einmal verifizieren könntest, besonders zu Italien und Spanien (s. #1). Ich habe trotz Bemühungen nicht finden können, daß dort die amtliche AFB-Bekämpfung eingestellt worden sei, ein Verzeichnis der aktuellen Sperrzonen dort aber ebenso wenig. Nach meinen bisherigen Informationen (etwas veraltet, mindestens 3 Jahre) soll in Italien nach einer AO von 1954 (!) AFB bekämpft werden (Infektionsherd verbrennen, Sterilisierung von Beuten, Rä., Waben durch Bestrahlung, 3 km Sperrzone, Abschlußkontrolle bereits nach 14 Tagen; seit 1944 werden inoffiziell Antibiotika eingesetzt) - also nicht gerade der neueste epidemiologische Standard und kein Frühwarnsystem durch Untersuchung auf Sporen! Noch schlimmer scheint es bspw. in Rumänien zu sein: Seit langem Antibiotikaeinsatz, Resistenzen bereits bekannt, Sanierungsmaßnahmen lückenhaft mangels Übersicht und mangelnder Kooperationsbereitschaft bei Imkern, von einem Frühwarnsystem ganz zu schweigen. Gegenbeispiel ist Tschechien, das wohl eines der modernsten Frühwarnsysteme (Gemülldiagnose zu einem landesweit einheitlichen Probenzeitraum) installiert hat (s. Verweis auf Vortrag von Dr. Titera in #12):

    Faulbrut-Monitoring in Sachsen

    und im Erkrankungsfall (also Sporen + Klinik) eine Regelung wie nach der BienSeuchVO in D praktiziert modifiziert nach einer Befallsquote von 15%/Bienenstand.

    Die geschlüpften Prinzessin hatte ich versucht, zu zeichnen - dabei ist sie entwischt.

    .

    So etwas ist mir auch schon passiert. Ich entfernte mich dann von der offenen Beute und das Fräulein flog wieder zurück ins traute Heim.

    Imker ist ja froh, das Fräulein zu finden und schon zuckt´s im Zeichenfinger... Nachdem ich eine frischbegattete Rückkehrerin schon 1m vor dem Anflug des Fluglochs an ihrer Zeichnung erkannte, will ich den zuckenden Zeichenfinger künftig lieber bis nach dem Hochzeitsflug zurückhalten. Denn ich habe mir überlegt: Wenn meine schwachen Augen die Markierung der Prinzessin schon von weitem erkennen, dann wird das hungrigen Vögeln auf Insektenjagd nicht anders ergehen.

    Die Restbienen in den Keller schütten? Das kann sich nur leisten, wer das Haus allein bewohnt und dort selbst regiert...

    Unter Kellerhaft verstehe ich: kühl und dunkel. Da sind 3 Tage für weisellose Bienen kein Problem, Du hast ja sogar Futter beigegeben. Zu Afterweiseln entwickeln sich Arbeiterinnen nicht so schnell.

    Ich würde die (geschätzt 1.000) Bienen mit Wasser eingesprüht anläßlich der Freiaufstellung einem Deiner Kunstschwärme einfach in den Brutraum schütten, unmittelbar nachdem Du, wie geplant, den Verschluß der Kö.käfige freigegeben und die restlichen MW eingehängt hast - als letzten Arbeitsschritt bevor Du die Brutzarge wieder "verdeckelst".

    Meine Frage in #4 ging von folgenden Annahmen aus:

    - 15.000 Bienen (1,5 kg) sollten auch ein großes Flugloch sicher verteidigen können, wenn alles andere stimmt. Das zeigen m.E. die Bienenbärte nicht eingelassener Bienen bei der Fragerin. Fremde Bienen aus dem verlassenen Kunstschwarm wurden eben nicht eingelassen - vermutlich weil sie nicht genug Bestechung (im Honigmagen) vorzuweisen hatten.

    - Lindentracht ist noch nicht vorüber.

    Meine Bienen bauen den Raum zwischen Oberträger Brutraum und Unterträgerleiste Honigraumrähmchen durchs ASG zu. Die Rähmchen sind aber auch die mit den verstärkten Oberträgerleisten... Sollen das angeblich fördern...Muss ich nochmal nachmessen, wieviel Platz sich da ergibt.

    Nachmessen schafft Klarheit. In manchen Zargentypen sind die Auflagen für die Rä.Ohren auch zu tief angebracht -> ggf. erhöhen. Aber aufpassen, daß der beespacen dann nach unten noch stimmt...


    Es gibt auch Völker, die genetisch zu übermäßigem Verbau neigen. Von denen vermehre ich nicht, weil mir der Mehraufwand an Zeit und Arbeit bei jeder Durchsicht und die Bienenquetschgefahr zu hoch erscheinen. So etwas ergibt nur schlechte Laune - bei den Bienen und beim Imker. Besser oder schneller werden MW von Völkern mit dieser Genetik auch nicht ausgebaut, jedenfalls habe ich keine signifikanten Unterschiede zu imkerfreundlicheren Völkern festgestellt.

    Ich sehe nicht die wilden Schwärme als die höchste Gefahr an, sondern eher die Nachbarimker, die, wie auch immer, die Varroa nicht im Griff haben.

    Hm, das ist eigentlich kein Widerspruch. Wer die Varroa nicht im Griff hat, der hat auch die Schwärme nicht im Griff.

    Nach meinen Erfahrungen wird die Gefahr der Reinvasion bei Varroa eher überbewertet und dient unter Imkern (leider) allzuoft als wohlfeile Ausrede zur Kaschierung eigener Unzulänglichkeit (zuallererst vor sich selbst).

    Kommt ja auch kein halbwegs richtig Denkender auf die dumme Idee seinen Brutsammler neben die Entmilbten zu stellen? oder doch......:P

    ...wenn der Brutsammler weiselrichtig ist, schon. Reinvasion habe ich da nicht feststellen können - außer 1 x, als ich die Weisel durch Imkerfehler unwissentlich umbrachte und das wegen Ortsabwesenheit erst 2 Wochen später bemerkte.

    Für dumm halte ich das Konzept von Kleingartendrohn nicht, sondern für wohlüberlegt und für praxiserprobt (PDF in #1):

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler


    Für kurzsichtig halte ich dagegen den oft wiederholten Ratschlag, den (zumeist weisellosen) Brutsammler tunlichst aus dem eigenen Flugkreis hinaus ( und damit mglw. in den Flugkreis des Nachbarimkers) zu schaffen.

    Die Wahrscheinlichkeit ist sogar 100%, dass so ein Volk heuer oder in einem der nächsten Jahre eingeht und seine Milben verteilt, so wie rase es schon beschrieben hat.

    Und gewöhnlich werden solche Stellen noch im selben Jahr von einem neuen Schwarm besiedelt und alles fängt von vorne an.


    Solche Wildvölker können also schon sehr lästig werden,

    Ich schätze inzwischen, dass in einem dörflichen Umfeld in unserer Gegend im Schnitt alle paar 100m eines zu finden ist. Aber auch draußen im Wald und an Waldrändern finde ich ständig welche.


    Spätestens im Falle einer Bienenseuche wird dann ganz eilig nach möglichst allen Stellen gesucht, wo Bienen leben. Da ist es von Vorteil, wenn man schon vorher einen Überblick hat. Warum nicht diesen Datenbestand auslagern und nicht zuletzt den zuständigen Behörden zugänglich machen, wenn es noch dazu der Wissenschaft dient?

    https://www.beetrees.org/start

    Night Shadow : Es soll und muß Dir nicht leidtun. Die Diskussion war - zumindestens für mich - erhellend und hat den Mehrwert der strengen deutschen Regelung (vergleichsweise verschwindend geringe AFB-Erkrankungsquote) unterstrichen.

    Sollte mir wieder ein Wanderimker über die unzumutbaren Kosten für seine Wander- Gesundheitszeugnisse klagen, kann ich ihm nun fundiert die Alternativkosten vor Augen stellen, wenn jeder selber vor sich hinwurstelt und für die epidemiologische Seite der Medaille niemand mehr verantwortlich wäre.

    Daß TRACES-Zeugnisse bspw. nur bescheinigen, daß die Bienen nicht aus einem Sperrbezirk kommen, resp. der Herkunftsstand nicht zwingend für TRACES beprobt worden sein muß (im Unterschied zum deutschen Wander- bzw. Handels-Gesundheitszeugnis), war mir z.B. vorher nicht bewußt.

    Die Frage war ja, ob zusammenbrechende Schwärme/Völker ganze Behandlungskonzepte von Imkernachbarn über den Haufen werfen? Wenn ja, wären diese Konzepte nachzujustieren.

    Mit regelmäßigen Windelkontrollen lassen sich die Folgen etwaiger Reinvasion eher bzw. mit größerer Wahrscheinlichkeit bemerken als mit punktuellen Varroalasterhebungen.

    Nach Mitteilung von Prof. Dr. W.v.d.Ohe handelt es sich bei den angeblichen Plänen zur Herausnahme der AFB aus der BienSeuchVO um eine Falschmeldung. Er verweist darauf, daß erst am 3.12.18 die DVO (EU) 2018/1882 verabschiedet wurde. In der VO wurden alle Mitgliedsstaaten zur amtlichen Seuchenbekämpfung verpflichtet: Lt. Anhang auf S. L 308/26 unten für Bienen (Apis) wie in der deutschen BienSeuchVO bereits geregelt: bei Varroose, Kleinem Beutenkäfer, AFB und Tropileaps-Befall).

    Wenn es wirklich eine Falschmeldung ist - dann haben wir uns wenigstens eingehend über den Sinn solcher Seuchenregelungen nicht zuletzt im Vergleich zu Ländern ohne solche Regelungen unterhalten. Das ist ein Wert für sich.


    Mich wundert jetzt nur, worüber der DIB da im Augenblick mit dem BMEL verhandeln will? Zielführend wäre eine Überarbeitung der Leitlinien zur Bekämpfung der AFB durch das BMEL. Zumindest die europäischen Rechtsgrundlagen sind da nur unvollständig benannt, obwohl sie sich unmittelbar auch auf D auswirken, wie die Diskussion um den Aussagewert vonTRACES-Zeugnissen gezeigt hat.