Beiträge von ribes

    Es werden nur die dringlichsten Gesundheitszeugnisse (Wanderung, Verkauf und bei AFB) gemacht. Keine Zeugnisse für Standimker, die ihre Völker nicht verstellen.

    Für die Standimker, die keine Wander- oder Handelszeugnisse brauchen, könnte man die Probenahme doch wenigstens ausnahmsweise auf die Imker selbst verlagern, wenn diese zu riskant erscheint. Die könnten dann die Proben selbst an vorher bestimmte Sammelstellen oder direkt ins Labor senden, wo sie direkt mit den Listen der BSV abgeglichen werden können. So könnte man Lücken im Monitoring vermeiden bzw. das epidemiologisch nicht minder wertvollen freiwilligen Beprobungsinteresse der Standimker fördern.

    Für alternative Gemüllproben scheint die phänologische Entwicklung schon zu weit fortgeschritten, da deren Auswertung durch hohe Pollenanteile erschwert sein soll.

    Im Zweifel könnte man FKP für Standimker auch zeitlich verschieben bis zur Aufhebung der gegenwärtigen Kontaktbeschränkungen.

    Heißt das jetzt dass ich selbst unter angeordneter Quarantäne meine Außenstände abklappern und versorgen darf?

    Diese Frage mußt Du individuell mit der Behörde klären, die die Quarantäne anordnete. Wenn Du partout keinen imkerlichen Vertreter finden kannst, mußt Du Dich um eine individuelle Ausnahmegenehmigung bemühen, ggf. für jede Maßnahme extra. Die wäre dann sicherlich mit speziellen Auflagen verbunden, wenn sie überhaupt erteilt würde. Da kommt es sicher auf die konkreten Verhältnisse im Einzelfall an (Standort, Wahrscheinlichkeit von unbeabsichtigten Begegnungen mit anderen Menschen, Zuverlässigkeit des Imkers, Dringlichkeit der imkerlichen Maßnahme etc.).


    Weiterhin steht auf der Seite von KRITIS, dass man keine Papiere mitführen muss (außer Personalausweis), da von behördlicher Seite für diesen Zweck auch keine Papiere ausgehändigt werden.

    Das ist ja die Erleichterung, die wir angestrebt haben: Keine Ausnahmegenehmigung, sondern generelle Arbeitsfreiheit für Teilnehmer der kritischen Infrastruktur. Aber irgendwie muß man sich ja im Zweifel als Imker ausweisen (können), um etwaige Kontrollen schneller passieren zu können.

    Lt. heutiger Mitteilung aus dem Thür. Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft wurde nun zwischen Bundesregierung und allen Ländern abgestimmt, welche Einrichtungen als systemrelevanten Bereiche zur kritischen Infrastruktur - hier speziell im Bereich der Ernährung - gehören. U.a. gehören dazu Tierhaltungen und zu deren Versorgung mit Waren und Dienstleistungen gehörende Bereiche. Die Klarstellung erfolgte in der "Leitlinie KRITIS Ernährung". Leider gelingt es mir nicht, sie zu verlinken oder anzuhängen.

    Jede Imkerei gehört unabhängig von ihrer Größe (Berufs-. Nebenerwerbs- und Hobbyimkerei) als Tierhaltungsbetrieb und Lebensmittelerzeuger zur „Kritischen InfraStruktur“ (KRITIS). Bewegungsfreiheit zur Ausübung imkerlicher Tätigkeit (Betreuung der Bienenstände, Wandern, Belegstellenbesuche, Schwärme einfangen, Einkauf im Imkerbedarfshandel etc.) ist damit grundsätzlich ermöglicht. Der Imkerbedarfshandel ist übrigens ebenso eingestuft.


    Wenn jemand behördlich unter Quarantäne gestellt wurde, gelten freilich auf die jeweilige Person bezogene Regelungen.


    Für etwaige Verkehrskontrollen ist es mglw. ratsam, die Leitlinie ausgedruckt im Kfz mitzuführen nebst Kopien vom TSK-Gebührenbescheid von 2020, Gesundheitszeugnis (sofern vorhanden). Das sollte auch ehrenamtliche Kontrolleure bspw. von der Feuerwehr überzeugen.

    ...vielleicht ist die Option "nicht chemisch behandeln" noch nicht ausreichend greifbar und damit formulier- und abfragbar

    Auch dazu ist die Umfrage sehr detailliert aufgeschlüsselt. Es wird nach den verschiedensten - auch biotechnischen - Methoden gefragt, sogar nach den Zeitpunkten der Anwendung. So ergeben sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten für die Antworten und wer trotzdem noch spezielle Bemerkungen zu seinem Varroamanagement hat, kann diese in Leerfeldern frei formulieren.

    Im kleinen Stil für gute 100 Königinnen sicherlich mehr als ausreichend.

    Es geht bei einer Belegstelle nicht darum, ob das Sperma aller fliegenden Drohnen zur Begattung der angelieferten Prinzessinen rechnerisch reichen würde. Es geht vielmehr um die Anpaarungssicherheit, d.h. wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, daß die Prinzessinnen auch wirklich nur von Drohnen der Belegstellenlinie begattet werden. Für die entsprechende Lufthoheit auf den infrage kommenden Drohnensammelplätzen müssen selbst auf landschaftlich gut geeigneten Landbelegstellen mindestens 90 Drohnenvölker in einem bestimmten Aufstellmuster (z.B. Ring um die Begattungskästen) aufgestellt werden. Das haben entsprechende Untersuchungen auf Deutschlands ältester Belegstelle (Gehlberg im Thüringer Wald) ergeben. Zitat von I. Heidinger, BI Kirchhain:

    "Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bieneninstitut Kirchhain I. Heidinger berichtete zum Thema „Optimierung der Paarungssicherheit von Belegstellen“ über Versuche auf den Toleranzbelegstellen Gehlberg und Hassberge. Auf Gehlberg standen ursprünglich 29 Drohnenvölker, auf der bayerischen Belegstelle Hassberge 17 Drohnenvölker. Die privaten Völker im Umfeld der Belegstelle Hassberge wurden für den Versuch nicht wie sonst üblich auf das genetische Material der Belegstelle umgeweiselt, um so den Einfluß “fremder“ Völker untersuchen zu können. Zwei Wagen mit jeweils 24 Drohnenvölkern, wurden im Wechsel zwischen den beiden Belegstellen hin- und hertransportiert. Dadurch wurde die Drohnendichte jeweils stufenweise erhöht. Zur Kontrolle wurden an verschiedenen Sammelplätzen in Entfernungen bis zu 2,3 km Drohnen abgefangen und genetisch untersucht. Auch die begatteten Königinnen wurden auf Reinpaarung getestet. Auf Gehlberg ließ sich bei 77 Drohnenvölkern mit 100% abgefangenen Zuchtdrohnen die „Lufthoheit“ erreichen. Bei um 24 Völker verringerter Drohnendichte wurden kaum, bei nur 29 vorhandenen Völkern wesentlich mehr Fremddrohnen gefunden. In Hassberge wurden erst sehr wenig, bei hoher Drohnenvolkanzahl ebenfalls fast ausschließlich Zuchtdrohnen gefangen. Trotzdem gab es hier im Vergleich zu Gehlberg einen erheblichen Anteil von Fremdpaarungen. Demnach konnte durch eine hohe Anzahl von Drohnenvölkern auf beiden Belegstellen der erforderliche Anteil an Zuchtdrohnen in Belegstellennähe erreicht werden. Unter den Versuchsbedingungen stellten sich die von einer Belegstelle zu erwartenden Reinpaarungen bei entsprechender Drohnendichte nur auf der Belegstelle Gehlberg ein. Daraus ist zu folgern, dass die Königinnen auch zu weiter entfernten Drohnensammelplätzen fliegen. Das führt bei ungeschützten Belegstellen, bei denen die privaten Völker im Umfeld nicht regelmäßig auf das Material der Belegstelle umgeweiselt werden, zu Fehlpaarungen."

    Das war 2011 der Zwischenbericht zum damaligen Forschungsstand, zitiert aus:

    https://www.toleranzzucht.de/h…zucht-tagung-in-gehlberg/

    Nach weiteren Forschungen strebt man in Gehlberg im Interesse einer ausreichenden Anpaarungssicherheit mindestens 90 Drohnenvölker an.

    Künstliche Besamung ist die Option

    Das ist eine Option für die Weiterzucht, nicht aber für Königinnen, die ein Wirtschaftsvolk bilden sollen.

    Der Spermienvorrat durch künstliche Befruchtung reicht nicht im Geringsten für ein Wirtschaftsvolk aus.

    Bereits zum zweiten Male wird in der jährlichen Umfrage des BI Mayen ausdrücklich u.a. nach der Behandlungsmethode „Oxalsäure verdampfen“ gefragt. Je mehr Imker sich beteiligen und wahrheitsgemäß antworten, umso schlagkräftiger wird das Argument, diese bienenschonende Behandlungsmethode nun endlich auch in Deutschland zuzulassen, weil sie bereits massenweise verbreitet ist und sich nicht mehr zurückdrehen läßt.


    https://www.onlineumfragen.com…orwortzw=&zwstartpos=&msc=


    Wenn die Imkerschaft in D die Zulassung der OX-Sublimation wirklich unterstützen will, dann wäre eine große Beteiligung an der Umfrage nur folgerichtig und empfehlenswert. Die Umfrage erfolgt anonym, ist daher ohne Risiko für jeden Teilnehmenden. Sie ergibt aber gleichwohl wegen der Fragen nach Bundesland und PLZ trotzdem einen sehr guten regionalen Überblick - wenn sich möglichst viele daran beteiligen.

    Ein Amt kann in D nicht einfach verschwinden. Seine Aufgaben gehen immer auf eine Behörde über. Man muß nur herausbekommen, welche (im Zweifel die übergeordnete).

    Etwas anderes ist die Schließung für den Publikumsverkehr. Da muß man dann anders kommunizieren, bspw. elektronisch.

    Pro. Polis und FranzXR sprechen den Aspekt an, ggf. die Genetik zu retten - hier bei schlüpfen auch bereits die ersten Drohnen in starken Völkern. Es gäbe also eine (mglw. nicht so optimale) Chance auf Nachschaffung.

    In Zuchtprogrammen versucht man sogar, ganz besondere Genetik dadurch zu bewahren bzw. genau definierte Anpaarung zu bewerkstelligen, daß man Bienen bspw. mit ausgeprägtem Varroadezimierungsverhalten bis in die Buckelbrütigkeit führt und das Sperma der dabei entstehenden Drohnen zur Besamung gewinnt. Aber das ist ein spezifischer Sonderweg für ein definiertes genetisches Ziel, kein Weg zur Erhaltung des betreffenden Wirtschaftsvolkes.

    ...hab ich für jeden Feststand eine eigene Betriebsnummer zugeteilt bekommen.

    Das muß so sein, wenn die Bienen in unterschiedlichen Gemeinden stehen - weil die ersten 8 Ziffern der RegistrierNr. vom bundeseinheitlich geregelten Gemeindeschlüssel gebildet werden, also:

    die ersten beiden Zf. für das Bundesland, die nächsten drei Zf. für den Landkreis, die nächsten 3 für die Gemeinde, wo die Bienen/Nutztiere stehen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…er_Gemeindeschl%C3%BCssel

    Nur die letzten 4 Ziffern der 12-stelligen RegistrierNr. werden spezifisch für die jeweilige Tierhaltung vergeben.

    Diese 12-stellige RegistrierNr. erscheint dann auch folgerichtig auf dem Gesundheitszeugnis, das ja nur für den jeweils beprobten Bienenstand gelten kann.


    Die MitgliedsNr. in der TSK dagegen ist zumindest hier auf den Tierhalter bezogen, der ja durchaus unterschiedliche Tierhaltungen an einem Ort oder auch in verschiedenen Gemeinden betreiben kann. In den TSK-Bescheiden hier erscheint trotzdem rechts oben zusätzlich die RegistrierNr. der jeweiligen Tierhaltung, damit der Tierhalter sofort erkennen kann, auf welchen seiner Tierbestände sich der Beitragsbescheid bezieht.

    ...eine begattete Königin samt Brutwaben zugegeben.

    Die begattete Kö war nach 2 Tagen auch tot.

    Das Volk hatte, wie sich im März herausstellte, eine unbegattete an Bord,

    Legende Kö. haben ihre Priorität in ihrer Legetätigkeit und sind bekanntlich dadurch nicht so agil wie nichtlegende. Die Bienen müssen legende Kö. sogar auf Diät setzen, damit diese wieder schlanker, agiler und flugfähig werden. Diese Diät gehört zur üblichen Schwarmvorbereitung und dauert einige Tage.

    Wenn nun eine - auf Kämpfe völlig unvorbereitete - legende Kö. plötzlich ohne jede Vorbereitung auf eine weitaus beweglichere (weil nichtlegende) Kö. trifft, ist das Risiko sehr hoch, daß die legende im Zweikampf unterliegt. Gut ausgehen kann das nur, wenn sich a) die Mannschaft der Nichtlegenden schnell genug von dieser distanziert, sie nicht mehr ernährt, pflegt und b) die Leibgarde der Legenden diese von dem Zweikampf abhält.