Beiträge von ribes


    vielleicht hatte ich Glück, das kann sein...


    Und wenn die Räuber "gesiegt" haben, sind sie ja nicht vom Räubern geheilt, sondern suchen sich das nächste angreifbare Volk....


    Ich finde diese Methode für mich sehr praktisch weil so einfach....kein Verstellen

    zu 1.: Sehr wahrscheinlich pures Glück, ein Einzelfall.


    zu 2.: Eben. Weshalb sollten angefixte Räuber nicht am nächsten oder übernächsten Tag diesselben Versuche an der Stelle machen, an der sie gestern bereits Erfolg hatten, aber am Abend plötzlich den Eingang geschlossen vorfanden, wenn er am übernächsten Tag wieder offen ist? Bienen, v.a. Räuberbienen haben ein ganz hervorragendes Gedächtnis. Da gibt es ebenso simple wie trotzdem beeindruckende Verhaltensexperimente dazu. Etwas ganz anderes ist es dagegen, wenn man ihnen beibringt, daß an der so vielversprechenden Stelle der unsagbar wertvolle Vorrat ausgegangen und rein gar nichts mehr zu holen ist (leere Beute).

    Trotzdem bleiben Räuber ihr Leben lang angefixt - da hast Du freilich recht, denn "Nektar" mit nur 20% Wassergehalt finden sie nirgends in der Natur, sondern nur in fremden Völkern.


    zu 3.: Daß das Glück Dir immer hold ist, darauf würde ich an Deiner Stelle lieber nicht vertrauen.

    Kikibee : 120 Völker an einen Punkt? Ich wüßte, was ich den fragen würde. Der wäre dann ganz schnell weg mit seinen 120, wenn er etwas von Bienen verstünde...


    rase : Hier flogen die heute schon ab 11 Grad, nachmittags 17 Grad. Da sind 400m ohne weiteres drin zum Räubern. Aber wir wissen ja: Beim Räubern ist immer der Halter beräuberter Völker schuld, nicht der der Räuber.

    Es muss doch Platz geschaffen werden für den neuen Vorrat gegen den kleinen Beutenkäfer.

    M.W. gibt es kein TAM gegen den Kleinen Beutenkäfer (KBK), nur Kälte (Tieffrieren von Waben und Beuten >12 h bzw. > -12 Grad Kerntemperatur über > 24 h lt. Schweizer Bienenzeitung Sept. 2015 S.13-15) und das Verbrennen.

    http://www.bienen-nw.ch/burch/kl.-beutekafer-brigitta.pdf

    https://www.fli.de/fileadmin/F…en/Flyer_SHB-201502-2.pdf

    ...nur lassen sich alt-eingesessene Imker hier nicht von einer Anfängerin und noch dazu von 'ner Frau überzeugen.

    Sag das nicht. Du hast mehrere Möglichkeiten und einen uneinholbaren Vorteil: Deinen Charme! Locke die Kollegen auf ein anderes Spielfeld, dann klappts besser.

    Viele Skeptiker auch bei uns haben erst angefangen, unvoreingenommen nachzudenken, als ihnen eine Autorität - der Zuchtobmann vom Landesverband Thür. - in einem Fachvortrag auf dem Mitteldeutschen Imkertag in Erinnerung gerufen hat, mit welcher Bienengenetik man früher in den 50er, 60er Jahren imkern mußte. Sie haben über eine Stecherstory von damals herzlich lachen müssen und fühlten sich heldenhaft, weil sie schon als Kinder bei Großvater/Vater ohne Widerrede solche Stories selber durchleiden mußten (sonst gab es noch eine Kopfnuß vom Imker obendrauf). Nach dem Gelächter waren sie ganz Ohr und verstanden auf einmal, warum es so entscheidend ist, daß jeder Imker bei der notwendigen Selektionsarbeit mitmacht. Stecher werden nicht geduldet, von keinem, hieß es damals. Und daran hat sich nahezu jeder Imker gehalten und mit den Jahren hatte sich die bessere Genetik dann auch durchgesetzt, die von Spezialisten schon vorher erzüchtet war. Das verstehen gerade die Altimker dann auf einmal, die sich noch nie eine Zuchtkönigin geleistet haben - wenn sie mal ehrlich ihre heutigen Standbegattungsergebnisse vergleichen mit denen aus ihrer Kindheit.


    Leider ist die Beurteilung von Varroatoleranz nicht so einfach und offensichtlich wie bei Stechereigenschaften. Aber das kann und darf uns nicht hindern, trotzdem zu selektieren. Dabei sind Fehlentscheidungen nicht ausgeschlossen, aber in der Summe aller Imker immer noch besser als gar keine Entscheidungen. Das sehen dann auch die alten und erfahrenen Imker ein, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind. Drohnenschneiden ist auch schon eine Entscheidung, die sich kollegial auswirkt, selbst wenn man außer diesem ersten Beitrag nichts weiter zur Verbesserung der Genetik beitragen kann oder will.

    Unser Zuchtobmann in Thür. meint, wir Imker (ja, auch die kleinsten Hobbyisten) müßten mit derselben Strenge und Konsequenz (auch) nach Varroatoleranz selektieren, wie das früher bspw. mit Stechern getan wurde. Nur das beste Volk eines Standes dürfe seine Genetik weitertragen, alle anderen nicht. Erst wenn alle so streng verfahren (oder mindestens die Allermeisten), erst dann könnten wir Tendenzen, ja Entwicklungen sehen. Er fügt meist an, daß er sich als Züchter sicher freue, wenn man ihm Königinnen abkauft - aber das sei nach seiner festen Überzeugung nicht der Weg, um das Problem mit Varroa zu lösen. Entscheidend sei, Varroatoleranz mit der genetischen Vielfalt/Anpassung vor Ort zu verbinden und sie so in der Fläche zu etablieren. Das geht freilich nur gemeinsam.

    Oder negativ ausgedrückt: Schon ein einziger Bienenstand kann mit seinem nicht selektierten Drohnenmaterial die Standbegattungs-Ergebnisse sämtlicher Nachbarstände und deren mühsame Selektions- und die davorliegende jahrelange Zuchtarbeit selbst der besten Züchter sabotieren und entwerten.

    sam.19600 : Solange die Drohnenbrut tiefgefroren ist, gibts keine Sauerei. Wenn man die stockwarmen Waben(stücke) nicht ausschneidet, sondern vorsichtig ausbricht, auch nicht (Bruchkante entsteht entlang der Wabenreihen).


    Drohnenschnitt kann nur ein Baustein im Varroamanagement sein.

    Es kommt darauf an, was Du damit erreichen willst. Varroabefallsdiagnosemethoden gibt es auch andere, die einfachste: regelmäßig Gemüll auf der Windel auszählen/abschätzen.


    Drohnenschnitt kann und sollte aber auch ein Baustein auf dem Weg der Selektion sein. Drohnen, die am Schlupf gehindert werden, können ihre (vom Imker vorläufig als nicht verbreitungswürdig eingestufte) Genetik nicht an andere Prinzessinnen und damit Völker und Bienenstände weitergeben.


    Auch wenn nicht in unserem Kulturkreis gewachsen: Drohnenlarven sind wertvolle Eiweißlieferanten für die menschliche Ernährung (ganz ohne die Umwelt zu belasten und ohne vegane "Alternativen" aus Chemiefabrikation mit fragwürdigen lateinamerik. Rohstoffen), werden sogar zu medizinischen Zwecken in der Apitherapie (z.B. Apilarnil) eingesetzt.


    In einigen Fäden wurde das Thema bereits diskutiert z.B.:

    Was machen mit Drohnenbrut?

    Drohnenmilch

    Drohnenmaden zubereiten

    knippie : Ohne Dein Volk zu sehen, ist Ferndiagnose für uns schwer. Habe ich richtig verstanden: Nur das eine, starke Muttervolk baut immer wieder neue Schwarmzellen, jetzt sogar auf Wabenmitte?

    Wenn ja, dann vermute ich folgende Ursachen:

    1. schwarmlustige Genetik und dazu

    2. plötzliche Verkleinerung des Brutnestes durch Dich: Du hattest je 2 Brutwaben für Ableger entfernt (das sollte schwarmdämpfend sein), aber: Du hast diese durch Mittelwände ersetzt. Auf denen konnte die Königin nicht sofort Eier legen. Sondern sie mußte erst abwarten, bis die Bienen auf den Mittelwänden Zellen gebaut hatten. Dadurch wurden die Bienen noch unzufriedener mit ihrer Königin. Das verstärkte ihre Schwarmlust.

    Dein Fehler war also, der Königin Wabenfläche zum Eierlegen wegzunehmen. Du hättest die entfernten Brutwaben durch Leerwaben ersetzen müssen, nicht durch Mittelwände. Außerdem gehören die Leerwaben an den Rand des Brutnestes, also direkt neben die Brutwabe, auf der sich frische Bieneneier bzw. allerjüngste Maden befinden. So stört man die natürlich gewachsene Brutnestordnung am wenigsten.


    Was kannst Du als Jungimker jetzt noch tun? -> "Notbremse" ziehen, bevor richtig schönes Flugwetter (= Schwarmwetter) kommt:

    1. Ableger mit der Altkönigin bilden und

    2. alle Schwarmzellen im schwarmlustigen Volk brechen. Nur eine einzige Schwarmzelle unbeschädigt lassen (die schönste, größte, mit dem meisten Futtersaft, die von den Bienen am meisten umlagert/geschützt/gepflegt wird).

    3. Drohnenrahmen nach Verdeckelung ausschneiden. Das verhindert, daß diese Drohnen ihre schwarmlustige Genetik weiter verbreiten (bei anderen Ablegern, Bienenvölkern und Bienenständen).

    4. Beim nächsten Mal: Schwarmdämpfende Maßnahmen eher und konsequenter ansetzen. Wenn z.B. der erste Honigraum bereits ausgebaut ist und sogar vollgetragen wird -> 2. Honigraum mit 2 Leerwaben und dem Rest Mittelwänden untersetzen (d.h.: direkt auf des Absperrgitter über dem Brutraum) und den bereits ausgebauten auf den 2. Honigraum obendrauf.


    Ich hoffe, Du konntest unsere Ratschläge gut verstehen, obwohl für Dich nicht in Muttersprache geschrieben.

    Deichkind : Als Imker ist man sowieso vernarrt in die Bienen und Spezialist. Diesen Vorsprung vergißt man immer wieder. Da ich dieselbe Krankheit habe, will ich nicht allzusehr in Deinen Text eingreifen. Tip: Sprich mal mit einem laienhaften Erstleser über Deinen Text, ob und was er gut/nicht so ganz verstanden hat etc. Ein wenig darf aber auch der Laie hinzulernen und v.a., was die Unterschiede zu Industriehonigen angeht.


    Meine Änderungsvorschläge:


    Satz 1: ...aus eigener Kraft ohne jede imkerliche Hilfe (z.B. durch Mittelwände).


    Satz 2: Dabei benötigen die Bienen sehr viel Energie und produzieren deshalb deutlich weniger Honig.


    Vorbemerkung zu Satz 5: Naturbelassen ist eine unzulässige Werbeaussage, deshalb:

    Dieser Preßhonig ist also besonders wenig bearbeitet und schonend gewonnen. Er enthält deshalb auch mehr Bienenwachs, Pollen und Propolis und schmeckt in der Regel deshalb etwas ausdrucksstärker.


    Satz 6: Wie bei allen nicht erhitzten und nicht ultragefilterten Honigen kristallisiert auch dieser Honig früher oder später aus. Das ist ein Qualitätsmerkmal. Man kann ihn schonend im Wasserbad bis max. 40 Grad wieder verflüssigen, was aber zum schnelleren Abbau bestimmter wärmempfindlicher Enzyme führt. Bitte Kühl, dunkel und trocken lagern.

    Zu 3.: Nicht unter 200,- EU/Volk. Die Preise sinken selbstverständlich, je weiter die Frühjahrssaison fortgeschritten ist. Manche nehmen bei Lieferung bis 30.4.d.J. einen Frühlieferungszuschlag. Zum Vergleich:


    - 150,- EU werden bereits für 1,5 kg Kunstschwärme mit nicht nachvollziehbarer Alterszusammensetzung/Lebenserwartung und Herkunft verlangt. Tlw. muß dann die Königin noch extra gekauft werden (+ 30,-).

    - 65,10 EU betragen allein die Materialkosten für all das, worauf ein Volk sitzt, z.B.:

    10 Zanderrähmchen modifiziert x 1,25 EU/Rä.

    10 Waben aus Wachs x 140g/Wabe x Preis für gute, pestizidfreie MW 23,- EU/kg

    20 kg Winterfutter Apiinvert Südzucker 1,02 EU/kg

    - Richtige Völker bestehen im Gegensatz zu den Kunstschwärmen nicht nur aus abgearbeiteten oder transportgeschädigten Bienen, sondern haben einen gesunden Altersdurchschnitt und Brut in allen Stadien.

    - Die sonstigen Kosten z.B. für Kleinmaterial (Abstandshalter…), Abschreibungen für Beuten u.a. Ausrüstung, Arbeitsaufwand von der Erstellung und Pflege der Völker, Befallskontrolle/ggf. Entmilbung bis zur Verkaufsdurchsicht mit dem Käufer, Gesundheitszeugnis etc. wurden dabei noch nicht einmal angesetzt.


    Die Praxis bestätigt leider noch manches Mal den Spruch eines unserer Vereinsmitglieder:

    "Wie nennt man Leute, die nicht richtig schreiben können?

    -> Legastheniker.

    Wie nennt man Leute, die nicht richtig rechnen können?

    -> Imker:"

    Letztgenannte reden sich dann oft mit der Bemerkung heraus. "Ist ja nur mein Hobby", wenn man sie auf die unkollegialen Auswirkungen ihrer Dumpingpreise hin anspricht.


    Hier wurde bereits darüber diskutiert:

    Kunstschwärme im Frühjahr kaufen.


    p.s.: Dabei ist die Rede von vollwertigen Völkern, nicht von Notvermehrungen, die gar aus Nachschaffungen mit 1 - 2 Brutwaben stammen.

    Bitte solche Nachrichten konkreter fassen und mit Quellenangaben. Das Thema wurde i.ü. bereits hier diskutiert:

    Bienenseuchenverordnung - AFB herausnehmen?


    rase : Hier ist der neueste Stand (28.9.20) des FLI:

    https://www.fli.de/fileadmin/F…e-Faulbrut-2020-09-28.pdf

    Leider sind Gemüllproben noch immer nicht für Negativzeugnisse anerkannt, obwohl bspw. in Tschechien seit mehreren Jahren flächendeckensd an jedem Bienenstand erprobt. Dafür könnte und sollte sich der DBIB mal einsetzen, zumal er ja namhafte Referenten einlädt und deren Erfahrungen kennt:


    Unrichtige Testergebnisse in Laboren sind freilich ärgerlich. Aber: In Deutschland gab es im Durchschnitt der letzten 25 Jahre lediglich 268 AFB-Ausbrüche/Jahr. 2019 lag mit 203 unter diesem Durchschnitt. 2020 konnte ich online noch nicht einsehen:

    https://www.openagrar.de/servl…enagrar_derivate_00034561

    /TGJB_2019.pdf

    Daß die Zahl der Ausbrüche so niedrig ist, liegt u.a. am strikten Verbot von Antibiotika gegen AFB, an den strengen Regelungen der BienSeuchV und - ja - an der grundsätzlich zuverlässigen Beprobungspraxis in D (Monitoring, Gesundheitszeugnisse auf Antrag). Davon profitieren zuallererst die Bienen, aber auch alle Imker (die mit vielen Völkern noch mehr als die mit wenigen) in Deutschland.

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