Beiträge von ribes

    zur Reinheit: ## 76, 87


    I.ü: OX ad us.vet. zur Anwendung an Bienen (Apibioxal in Italien, Schweiz z.B.) hat in anderen europ. Staaten lediglich eine Reinheit von 88,6%, technische OX dagegen 99,6%, reine OX ad us.vet. sogar 99,8%. Industriell wird die Reinheit durch Sublimieren erzeugt. Man zieht dazu das OX-Gas ab zur Resublimation in einer angeschlossenen Kühlung. Die unerwünschten Begleitsubstanzen bleiben zurück, weil sie eben nicht die Anomalie von OX aufweisen, bei 157 Grad schlagartig gasförmig zu werden. So gesehen, ist imkerliches Sublimieren ("Verdampfen") sogar ein zusätzlicher Aufreinigungsschritt.

    Es gibt ernst zu nehmende Hinweise darauf, daß selbst geringste Trennmittelrückstände sich schädlich, tlw, sogar tödlich auf Bienenbrut auswirken.

    Suchfunktion nutzen! Z.B.:

    oder (##174 ff.):

    AC

    Moin, moin heho,


    bist Du Dir sicher, daß das nur ein Schwarm war? Das Foto scheint mir mindestens 2 Trauben zu zeigen, was auf Nachschwärme (mit unbegatteten Königinnen) hindeutet. Wenn das zuträfe, wärest Du bereits beim Vorschwarm "zu spät gekommen", resp. hättest diesen gar nicht bemerkt.

    Es sind nicht nur ein paar, sondern um diese Jahreszeit eine hohe dreistellige Zahl täglich.

    Rein rechnerisch: Wenn die Kö. in der Hauptsaison täglich 2.000 Eier legt, schlüpfen dann auch 2.000 neue Bienen/Tag. Wenn die Beute nicht explodieren soll, müßten rein rechnerisch auch 2.000 tote Bienen/Tag anfallen.

    Der DBIB rechnet mit ca. 60 kg produzierter Biomasse/Bienenvolk und Jahr, was bei 0,1g Bienenkörpergewicht 600.000 Bienen entspräche.

    Bienenstrom – Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. (DBIB)


    Trotzdem: Normalerweise fliegen alte, todmüde bzw. kranke Bienen von allein aus dem Stock, um draußen zu sterben/den Stock nicht zu verschmutzen. Notfalls entsorgt ein gesundes Bienenvolk seine Leichen auf dem Luftweg und etwas weiter weg als nur in den Nahbereich vorm Flugloch.

    Wenn also dort über mehrere Tage tote Bienen liegenbleiben, kann das ein Alarmzeichen sein für den Imker (überdurchschnittliche Bienenverluste durch mechanische Einwirkung (Transportschaden, Überdosierung von Tierarzneimitteln bes. bei Sprühanwendungen (auch partiell z.B. alle außen an der Bienentraube Sitzenden betreffend), zu hohe Sterberate wegen Erkrankung, zu wenig Arbeitskräfte/andere Prioritäten im Volk o.a.).

    ribes: und wenn zur Beprobung eh schonmal die Fassade rückgebaut ist, kann man auch gleich das Volk rausholen und umsiedeln. Wäre doch fein, wenn das vom Amt bezahlt/beauftragt werden könnte.

    Dieser Wunsch ist unrealistisch. Amtliche Mittel für Monitoring sind sehr begrenzt, unser BSV ist froh, wenn er wenigstens Einweghandschuhe gestellt bekommt. Rein formal ist auch der Tierhalter (ob freiwillig oder durch die Umstände als Hauseigentümer quasi überrumpelt) zuständig dafür, das Wabenwerk des Volkes so dem Probenehmer darzureichen, daß dieser seine Probe mit Einwegspatel o. dgl. gem. Probenahmerichtlinien entnehmen kann. Das Öffnen einer Fassade gehört rechtlich auf keinen Fall zum Aufgabenkreis eines Probenehmers, streng genommen nicht einmal das Öffnen einer Beute oder das Ziehen der Waben.

    ...Deshalb darf nur der approbierte Mensch, eine Behandlungsempfehlung aussprechen und steht auch dafür gerade.

    Diese personelle Beschränkung gilt (nur) für verschreibungspflichtige TAM.


    Im Gegensatz dazu sind frei verkäufliche - in diesem Faden bspw. Milchsäure (MS) oder deren Alternative Oxalsäure (OX) in Sprühapplikation - der eigenständigen Diagnose -> Behandlung durch den Tierhalter anvertraut, eine gängige Regelungs- und Handhabungspraxis in der Veterinärmedizin. Parallelen gibts sogar in der Humanmedizin, aber das ist hier ja nicht Thema.


    Ich vermute, daß Deutschlands Tierärzte (das waren knapp 44.000, davon nur rd. 24.000 praktizierend an Tieren tätig, davon nur 8 aktive Fachtierärzte für Bienen (!) n. Stand 2020)


    https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/statistik/downloads/2020.pdf

    https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/statistik/downloads/2019.pdf


    hoffnungslos überlastet wären, wenn sie jedem der ca. 1 Mio. Bienenvölker in Deutschland einen oder gar mehrere Hausbesuche/Jahr abstatten (Frühjahr, Sommer, Herbst und zur Restentmilbung zu Beginn des Winters), Diagnosen stellen und ggf. veterinärmedizinische Verordnungen bspw. für MS-Sprühen ausstellen müßten - und dazu noch für jeden Schwarm kurzfristig nach dessen Fang.


    ...man sollte angepasst behandeln...

    Und nein, ich verwende seit Jahren nur einmalig Milchsäure mit gutem Erfolg.

    Hm, auch für die imkerliche Hausapotheke gibt es Regeln, die Nicht-Tierärzten die Anwendung rechtskonform erlauben, einen Erfahrungsaustausch untereinander erst recht, auch von Forschern an Instituten.

    Wenn wir in der amtlich zugelassenen Fachinformation/Gebrauchsanleitung des Tierarzneimittels (TAM) Milchsäure nachsehen, dann steht da z.B.:

    - "Die Behandlung besteht aus zweimaligem, d.h. im Abstand von 1 - 5 Wochen wiederholtem Aufsprühen"

    - "Wartezeit:...bei Sommerbehandlung erst die Honigernte der Tracht des Folgejahres nutzen."

    Über die Sinnhaftigkeit dieser Regeln kann man - auch als Nicht-Veterinärmediziner - durchaus konstruktiv diskutieren (s.a. Suchfunktion hier), zumal sich die Voraussetzungen dafür im Zulassungsverfahren zwischenzeitlich ganz offensichtlich verändert haben.


    Nannyo: Probleme bei sehr großem Schwarm und Sprühverfahren:

    - möglichst jede Biene mit TAM-nebel zu erreichen, ohne die jeweils außen auf der Traube sitzenden Bienen zu durchnässen (Gefahr partieller Überdosierung, ungünstigenfalls sogar für die Königin - ist mir selbst einmal vor Jahren mit MS passiert)

    - bei Milchsäure (MS) 2 x iges Besprühen lt. Anwendungsvorschrift erforderlich; länger als 1 Woche würde ich den Abstand zwischen den Anwendungshälften nicht wählen, weil ansonsten bereits Varroen die Futtersaftvorräte in den neuen Brutzellen zur Flucht vor dem TAM ausnutzen könnten.


    Bitte nicht mißverstehen: Wir diskutieren hier nicht nur mit Dir und den sichtbaren Teilnehmern, sondern auch für und mit den unsichtbaren Mitlesern.

    ...Dachgeschosswohnung...Ameisen...Wachsmotten aus der Fußbodenleiste...auch jede Menge Drohnen mit bei den toten Bienen, die auf die Terrasse fallen.

    Das wären für mich Alarmzeichen, daß bei diesem Volk schon jetzt etwas nicht stimmt, v.a. der Totenfall vom DG auf die Terasse (also über mind. 2 Etagen!). Normalerweise fliegen alte bzw. kranke Bienen von selbst ab bzw. die wenigen im Stock Verstorbenen werden von den Putzbienen möglichst weit weg vom Flugloch fortgeflogen; für Drohnenschlacht wäre es jetzt viel zu früh in der Saison.

    Ein sorgfältiges VetAmt würde da ggf. sogar eine Futterkranzbeprobung anbieten bspw. im Rahmen des AFB-Monitorings, wenn man einen vertrauensvollen Draht dorthin über die Jahre hat aufbauen können.

    ...gute Methode. Gibt etwas weniger Honig als andere Verfahren...

    - Mit welchen Verfahren vegleichst Du das?

    - Die TBE im Mai hatte Dr. Radtke sr. Zt. notgedrungen entwickelt, weil er als Student in der Prüfungszeit Mai nicht immerzu zwecks Schwarmkontrollen zu seinem Heimatstand reisen konnte. In seiner Dissertation hat er das Verfahren dann präzise untersucht in verschiedenen Varianten und "nebenbei" sogar noch einen ertragssteigernden Effekt nachgewiesen:

    Share_it: Einfluss der Brutentnahme bei der Honigbiene Apis mellifera auf die Leistung der Völker und ihre Parasitierung mit Varroa destructor

    Ich hab dann die Weisel eine Zeit lang beobachtet. Sie stiftet, aber die Stifte werden direkt wieder ausgeräumt.

    Bist Du Dir ganz sicher, daß die Stifte sofort wieder ausgeräumt werden, resp.keine Verwechselung mit ersten Pflegearbeiten am frisch gelegten Ei möglich sind?

    Hier kann man die zeitliche Abfolge von der Eiablage ab sehr gut nachverfolgen (Zeitleiste oben mitlaufend, Bildschnitte so nachvollziehbar):

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    ...Der Platz, den die Damen gewählt haben, ist schön geschützt und warmhaltig in urbaner, wahrscheinlich trachtreicher Umgebung...

    Man hat nicht so häufig Gelegenheit unbetreute Völker zu beobachten, aber ich habe schon mehrere gesehen, die nachweislich mehrere Jahre überlebt haben.

    Ich bin wirklich an realen Tatsachen interessiert. Unsere Region ist noch kleinteilig genug und gut gemischt genutzt. Es gibt viele unterschiedliche Trachtquellen, also theoretisch recht gute Überlebensbedingungen für unbetreute Bienenvölker. Aber entgegen landläufiger, auch imkerlicher Meinung hat sich bei genauerer Beobachtung hier kein einziger Standort herausgestellt, an dem ein Bienenvolk mehr als 3 Jahre überlebt hätte. Ein einziges Mal kamen 3,75 Jahre heraus, resp. das Volk ging im 4. Jahr elend zugrunde. Das war in einem Dach-Zwischenboden einer Sporthalle und - zufällig oder nicht - nachdem im vorhergehenden Winter deren regelmäßige Benutzung -> damit auch Beheizung eingestellt worden war.

    frech...

    Das kann man auch anders sehen. Unser Zuchtobmann sagt immer: "Schwärmen lassen (und nicht wieder einfangen), ist Umweltverschmutzung." In diesem Sinne ist es durchaus naheliegend, für Nacharbeit von imkerlichen Versäumnissen bzw. deren Folgen ein Entgelt bzw. wenigstens anteilige Aufwandsentschädigung zu verlangen. Die Feuerwehr hier bekommt ihre Arbeitseinsätze auch vom Auftraggeber vergütet, wenn sie bspw. eine Fahrbahn reinigen muß, die ein Unbekannter verunreinigt hat - sagt der Obmann, der als einziger Imker in der Feuerwehr immer gerufen wird, wenn Schwarmalarm ist.

    ...1 Jahr AFB "feiern". Müsste der AmtsVet nicht mal irgendwann eine 2. Probe nehmen?

    Nö, wieso? Erspart so dem VetA viel unliebsame Kontakte, Nachfragen und Arbeit, keine Gesundheitszeugnisse mehr, keine Vorgänge mit wandernden Imkern, stille ruht der See - wie erholsam, endlich ein wenig Ruhe für den gestreßten Amtsschimmel... So läßt es sich aushalten und je länger es dauert, bis man ihn zum Jagen getragen und gezwungen hat, seinen gesetzlichen Aufgaben nachzukommen, resp. den wirklichen Ausbruchsherd hat finden lassen, umso länger dauert die wohlige Aus-Zeit (im wörtlichen Sinn) an...