Beiträge von ribes

    Rein rechnerisch heben sich die Ergebnisse vom ersten und vom zweiten Blick großenteils gegenseitig auf. Sie sind ohnehin nur überschlägige Modelle und die Zahlenangaben schwanken etwas, bspw. auf 1 qdm Wabenfläche passen 415 ... 425 Arbeiterinnenzellen, aber nur 225 Drohnenzellen (also 1/3 weniger):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwabe

    Wirklich signifikant sind dagegen die Dicke-/Gewichtsdifferenzen von schweren Fertig-MW gegenüben den filigranen MW im Naturbau.

    Gibt es Daten aus der Literatur bzw. aus Erfahrung über Differenzen in der Wachsausbeute bei DR gegenüber ArbR?

    Eine Drohnenwabe enthält mehr Wachs als eine Wabe mit Arbeiterinnenbrut. Außerdem ist das perfektes junges Wachs.

    Das ist interessant. Hast Du quantitative Erfahrungswerte parat? Welche Ursache könnte das haben (dickere Zellwände; mehr Wachsausbeute, da weniger bebrütet/weniger Puppenhäutchen o.ä.)?

    Auf den ersten Blick würde man ja das Gegenteil vermuten: Um 1/4 größere Zellen auf der Wabenfläche -> 1/4 weniger Zellwände nötig -> 1/4 weniger Wachs.

    Offen gesagt: Ich verstehe es nicht, Drohnenbrut als Entsorgungsproblem aufzufassen. M.E. ist dieses wertvolle Eiweiß viel sauberer aufgezogen, leichter verdaulich und wertvoller als bspw. das so viel bewunderte Fleisch von handgestreichelten Kobe-Rindern, die in ihrem Leben nie Gelee Royal gesehen, geschweige denn gefressen haben oder gar damit aufgezogen worden sind.

    Auch wenn es angesichts unserer eßkulturellen Prägung hierzulande schwierig und langwierig erscheint: Gerade wir Imker sollten bemüht sein, das wertvollste Fleisch, das die Natur liefern kann, ins Ernährungsbewußtsein zu rücken - nicht als Schweinefutter, sondern als Spitzenerzeugnis für ganz besondere Gourmets.

    Blütenbiene : Neben dem Problem, daß Wachs immer oben schwimmt (und die gegarten Maden auch) ist der Engpaß doch immer die diskontinuierliche Arbeitsweise: Alle Nasenlang muß man die Gerätschaften öffnen, vom Trester befreien, Behältnisse leeren bzw. neu füllen.

    Die BBM profi dagegen könnte (nach der Beschreibung, nie in Betrieb gesehen) dieses Problem auch für größere Mengendurchsätze (Stundenleistungsangabe des Herstellers: 100kg!) durch Kombination der Verfahrensschritte Shreddern und Materialtrennung durch Gebläse gelöst haben.

    Bei meiner BBM mini wird ja die Separation durch Shreddern, Zentrifugieren incl. Nutzung des dabei entstehenden Luftzuges und rein mechanisch durch anschließende Zwangspassage über ein Schräggitter erreicht mit dem genannten Reinheitsgrad von geschätzt 95%. Dieses Ergebnis finde ich in Anbetracht der Kompromisse im Separationsverfahren durchaus beachtlich. Bei der Profimaschine dagegen kommt mit dem Gebläse ein in industriellen Verfahren bereits vielfach bewährtes Separationsverfahren zum Einsatz, das m.E. deutlich höheren Reinheitsgrad verspricht. Der Gewichtsunterschied zwischen den feinen geshredderten Wachspartikeln und den gefrorenen Drohnen ist auf jeden Fall groß genug dafür, selbst wenn Drohnenpuppen beim Shreddern in der Taille brechen.

    p.s.: Ich könnte mir nach den praktischen Erfahrungen mit der BBM mini gut vorstellen, daß die BBM profi das Wachs besser abtrennt, da sie mit einem Seperatorgebläse arbeitet statt mit dem schrägstehenden Gitterrost der mini.

    Für das Trennverfahren gilt aber: Die DrW müssen möglichst frei von Honigzellen sein, sonst verklebt es beim Shreddern und mindert die Separation.

    Statt mit Hitze kann man auch mit Frost arbeiten -> Auf der Apimondia gewann die Fa. Wilara den ersten Preis "Beste technische Erfindung für die Imkerei" mit ihrer "Bienenbrot-Erntemaschine". Die gibt es als Tischgerät (BBM mini) und als Standgerät (BBM profi, verarbeitet 100 kg/h):

    https://wilara.lt/de/bitininky…kiu-ir-pikio-ruosimui-de/

    Ich selbst benutze die BBM mini, um tiefgefrorene Drohnenbrut vom Wachs zu trennen. Das funktioniert um so besser, wenn man schnell und zügig arbeitet bzw. in kalter Umgebung (vorzugsweise bei Frost). Hier habe ich das näher beschrieben und ein Hersteller-Video verlinkt (*53, 56, 59):

    Drohnenmaden zubereiten

    Was bei der Tischmaschine am meisten Zeit kostet: Von den Waben ca. 8 cm breite Abschnitte abzubrechen, damit sie in den Einfüllschacht passen + die Schublade für die Wachssplitter zwischendurch immer mal wieder zu leeren. Ich bin mit dem Ergebnis der Wachstrennung ganz zufrieden. Allerdings befinden sich im Wachstrester noch geschätzt ca. 5% Drohnenpuppenstücke (meist Bruststücke), die beim Shreddern zerbrachen und durch das Siebgitter in die Schublade für Wachsreste fielen. Wenn es kalt genug ist, kann ich diese Massen noch händisch aussieben. Einige Puppenreste bleiben aber doch zurück. Aber man muß das Wachs ja ohnehin zu einem Kuchen einschmelzen. Ich gebe die Masse dann in den Dampfwachsschmelzer mit hinein und bin ganz zufrieden. Ob die BBM profi einen besseren Reinheitsgrad beim Wachs erzielt, weiß ich nicht.

    ...jedes Volk würde getestet und begutachtet; auf 2 Jahre verteilt, nehme ich an.

    Nein, es ist noch schlechter: auf 4 Jahre verteilt (bis 31.12.2022). Jedenfalls steht es so in der Allgemeinverfügung (Zitat):

    "Das Monitoring ist so konzipiert, dass pro Jahr in jeweils einem Viertel aller Bienenhaltungen in Sachsen durch Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter (LÜVÄ) bzw. durch von den LÜVÄ bestellten amtlichen Bienensachverständigen Probenmaterial entnommen wird (je nach Saison Gemüll- bzw. Futterkranzproben)."

    https://www.lds.sachsen.de/bek…g/?ID=14731&art_param=810


    Oder es ist noch ganz anders gemeint: Jedes Jahr soll dasselbe ausgewählte Viertel der sächsischen Imkerschaft beprobt werden. Oder: jedes Jahr jeweils ein u.U. neu ausgewähltes Viertel. oder eben: jedes Jahr ein weiteres Viertel, so daß dann am 31.12.2022 jeder sächsische Bienenstand einmal beprobt wurde. Man weiß es nicht genau, was unter dem Begriff "flächendeckend" in Sachsen gemeint ist.


    So sehr man es begrüßen kann und muß, daß Sachsen jetzt überhaupt ein Monitoring aufgelegt hat: Es besteht nach wie vor die Sorge, daß die AFB schneller sein könnte als das Monitoring (#22, 27). Warum man nicht auf die Hilfe der Imker zumindest bei der Gemüll-Probenahme zurückgreifen will, bleibt unverständlich; kann ggf. mit verlorengegangenem Vertrauen der Veterinärverwaltung zur Imkerschaft zu tun haben.

    Hm, einer dieser Importanbieter gibt sich offenbar bekehrt: 2018 noch warb er für die Kunstschwärme aus dem warmen Süden. Jetzt plötzlich bietet dieser Händler für 2019 Kunstschwärme + Ableger angeblich nuraus eigener, heimischer Produktion an und das zu weniger als 1/10 seines Kunstschwarmpreises von 2018!? Ist so etwas glaubwürdiger?

    ...wenige Milben auf der Windel.

    Wieviele in welchem Zeitraum? Zum Vergleich: Völker hier ließen im Winter max. 1 Milbe/Monat fallen, gestern am Frühjahrsgroßputztag bei den meisten 0 - 1, einige wenige 2 - 4. Heute morgen bereits kein Milbenfall mehr, auch heute abend erwarte ich 0 - 1 Milbe, dann nix mehr (Fertigstellung der großräumigen Putzaktion).

    Futtermangel hatte ich ausgeschlossen, da Du bestimmt einen Gewichtsvergleich mit dem Nachbarvolk bereits durchgeführt hattest; könnte aber auch gegeben sein (ggf, im Spätherbst Futterschwund durch begonnene - wetterbedingt wieder eingeschlafene - Räuberei).