Beiträge von ribes

    Man weiß auch nicht, ob der Atemlose Futterkranzproben zieht. Mit 2 Gläsern Honig im Schiffertree gleich die nächste AFB verbreiten wäre wirklich sehr naturverbunden.

    Ein verantwortungsvoller Amtstierarzt würde gerade die Imkereien mindestens jährlich beproben, die besondere Risikofaktoren aufweisen. Solche wären z.B.: Bienenzukauf, gar aus dem I-net oder Betriebsweisen, die erste Krankheitsanzeichen imkerlich nur schwer oder zu spät erkennbar werden lassen (selten oder gar nicht geöffnete Beuten, Durchsichten einzelner Waben erschwert, unmöglich gemacht oder wie im Schiffertree nur mit zur Differntialdiagnose untauglichem (aber umso teureren) Spezialgerät unzureichend, Fütterung mit unbeprobtem Honig in offenen Gefäßen bzw. mit unzureichender bieneneigener Fluglochwache) usw. Ich könnte den BSV auch verstehen, der bei der Beprobung des Standes jedenfalls das Volk im Schiffertree zur Prüfung auswählt, aber sich als allerletztes jede einzelne bebrütete Wabe daraus nach gutem fachlichem Standard vom Imker zur Prüfung reichen läßt...


    keinimker : Die Antwort auf Deine Frage ist in mehreren Fäden des IF ausführlich diskutiert worden. Dort sind auch einschlägige wissenschaftliche Arbeiten dazu verlinkt.

    ...
    Der Effekt der oralen Aufnahme bei diesen in Papier,Pappe oder Schwammtuch gebundenen Oxalsäure/Glycerin Präparaten mag übrigens weniger problematisch sein, als die bei Dr. Schneider untersuchten Träufelbehandlungen.

    Gegen diese These spricht z.B. das Foto von dem verätzten Lederhandschuh. Was mit dem Handschuh passiert, geschieht auch in den Organen der Bienen, die am Knabbern der OX-Streifen und deren Verdauung/Ausscheidung beteiligt sind. Nur hat es offenbar noch niemand so akribisch untersucht wie Dr. Schneider für das Träufeln.

    Der wesentliche Unterschied von allen anderen Darreichungsformen von OX (Träufeln, Knabbern, Sprühen) zum "Verdampfen"/Sublimieren besteht doch darin, daß Sublimieren gerade nicht systemisch auf die Bienen einwirkt (nicht von ihnen ins Verdauungssystem aufgenommen wird), sondern nur mechanisch als Belag auf ihrem Haarkleid und in der Beute. Das erklärt m.E. auch die prinzipiell bessere Verträglichkeit der Sublimation bei Bienen, auch wenn die subletalen Wirkungen systemischer OX-Behandlungen imkerlich oft gar nicht bemerkt - weil nicht systematisch untersucht - werden.

    heienberg : Suchfunktion nutzen, über TRACES-Zeugnisse haben wir schon oft diskutiert.

    Prinzipielles Problem dieser Zeugnisse ist das Primat der Verwaltungspraxis der Ausstellungsbehörde, der imkerlichen Praxis dort und nicht zuletzt der Rechtsordnung des Herkunftslandes. Z.B. ' 44, 49 ff.:

    Bienenseuchenverordnung - AFB herausnehmen?


    JaKi : Den praktischen Beweis gab es für Europa bereits 2004, als in importierten Königinnenversandkäfigen der Kleine Beutenkäfer entdeckt wurde - trotz sauberer Importpapiere:

    https://docplayer.org/25518932…aefer-aethina-tumida.html

    Zur Zeit der Weidenblüte ist das Wetter oft sehr wechselhaft und kühl, was den "normalen" Flugradius von Honigbienen einschränkt. Größere Wasserflächen stellen um diese Jahreszeit überdies einen Kältespeicher dar. Die Antwort auf die Frage, inwieweit das für Bienen ein entscheidendes Hindernis sein könnte, wird m.E. entscheidend davon abhängen, wie weit Lufttemperatur und Windverhältnisse die Auswirkung des Gewässer-"Kälteakkus" verstärken oder abschwächen können. Ohne intensive und engmaschige Beobachtungen des Bienenfluges und des eingesammelten Pollens läßt sich diese Frage wohl nicht beantworten. Hier gibt es ein praktisches Werkzeug zur Pollenbestimmung mit mitlaufendem bzw. wählbarem Kalenderzeitraum:

    https://www.die-honigmacher.de/kurs2/pollen.html

    bzw. gezielt nach bestimmten Pflanzen und deren Pollenfarbe:

    https://www.die-honigmacher.de/kurs2/herbar.html


    Überblick über den Flugkreis seiner Bienen mit verschiedenen Kartengrundlagen oder Sattelitenbild kann man sich hier verschaffen (Radius einstellbar):

    https://homecrossing.de/beespace/

    Alternative zum Feuerholz: Modifizierte Rähmchen mit geraden Seiten nachbestellen, mit Polsternägeln versehen und verwenden.

    Die einfachen, 22mm breiten Rähmchen nur für Sonderzwecke einsetzen, z.B. als Bau-/Drohnenrahmen. Das spart dann deren besondere Kennzeichnung und ein vereinzeltes schmales Rä. unter all den "ordentlichen" läßt sich noch gut handhaben. Für den Hobbybereich genügt das allemal (Erfahrungswert). Ganz pedantisch könnte man bei denen sogar die Polsternägel nicht ganz einschlagen, sondern 2...3mm herausstehen lassen (Theorie). Bereits bündig eingeschlagene könnte man ggf. um 2...3mm wieder herausziehen oder durch Kufenabstandshalter ersetzen.

    ...Erntemaschine für Bienenbrot "BBM mini"- die wohl auch für gefrorene Drohnenbrut funktioniert - siehe hier: Thread von Ribes ;)

    Die Maschine funktioniert nur für tiefgefrorene Waben. Umgebungstemperatur am Arbeitsplatz sollte ebenfalls so kalt wie möglich sein, um ein vorzeitiges Antauen der Drohnenlarven/-puppen zu vermeiden. Angetautes Material und v.a. Honigreste in den Waben verkleben die Maschine an den entscheidenden Stellen (v.a. am Schachtsieb) und behindern dann die Separation vom Wachs. Ich persönlich kann dem Wachsgeschmack nichts attraktives abgewinnen. Mag sein, daß in einer Überflußgesellschaft der Gaumenkitzel damit eine zeitlang Interessenten findet. Ernährungsphysiologisch ist das Wachs wohl ohne Wert für menschliche Ernährung, denn es wird unverdaut wieder ausgeschieden.


    Alternativ hat wBienen das preiswertere händische Auspressen der frischen, am besten noch stockwarmen Drohnenwaben* vorgeschlagen und mit Fotos vorgestellt:


    Drohnenmilch


    Das ist nach meinen Erfahrungen auch eine gangbare Variante, um die wertvollen Proteine noch zu retten aus Drohnenwaben, die Honigreste enthalten. Allerdings läßt sich damit nur Drohnenmilch gewinnen und es bleibt ein hoher Anteil an Proteinen im Preßkuchen zurück (geschätzt 30 ... 50%, abhängig z.B. von der Temperatur der Wabe beim Pressen). Den Anteil der Proteinrückstände habe ich überschlägig durch anschließendes Zentrifugieren des Wachspreßkuchens ermittelt (Haushaltzentrifuge). Die Drohnenmilch kann man dann roh oder wärmebehandelt für den menschlichen Genuß zubereiten. Weiter als bis zum Drink mit O-Saft o.a. Säften bis zu Rührei und Eierstichsuppe habe ich es leider noch nicht geschafft, halte aber weitere Verwendungen in gewöhnlichen Eiweiß-Rezepturen für möglich bis hin zu Ei-Schneeplätzchen. Leider hat mir meine Regierung weitere Experimente verboten und verfügt sogar Kußquarantäne für 3 Tage, wenn sie Drohnenkonsum bei mir vermutet.**


    *Drohnenwaben überstehen auch einige Tage im kühlen Keller (sofern vollständig verdeckelt), ohne daß sie verderben. Allerdings müssen alle Zellen unverletzt bleiben/Drohnenpuppen aus geöffneten Zellen ausgeräumt werden.


    **Das Problem besteht in unserem Kulturkreis nur im Kopf. Diese Hürde muß man überwinden. Ist gar nicht so schwer und ggf. noch leichter, wenn man die Augen (die ja bekanntlich mitessen) zunächst mit Drohnenmilch überwindet, bevor die Drohnenmaden drankommen...

    ...in Russland solche Dinger rund um jeden Ort mit Imkern aufgestellt werden, dass die regelmäßig kontrolliert werden...immer noch besser sei, als wenn die Bienen wegfliegen.


    Fand ich von der Theorie her bestechend. Ich fürchte es scheitert in der Praxis am regelmäßigen kontrollieren, oder?

    Die Kontrollen der Schwarmfangkästen sind wohl nur ein nachrangiges* Problem, eher die Tatsache, daß diese nicht zu 100% fängig sind. Sie bieten dem "faulen Imker" eine falsche Sicherheit. Wenn dem Imker ein Schwarmabgang mehr oder weniger egal wird, ihn "nichts mehr angeht" (weil ja Schwarmfangboxen aufgestellt sind), dann läuft etwas prinzipiell falsch.


    *Obwohl auch das sicher vorkommt. Unser Vereinsvorsitzender wurde z.B. in einen 30 km entfernten Ort gerufen, um einen bequem zugänglichen Schwarm in 3m Höhe aus der Dorflinde zu pflücken. Der einzige Imker vor Ort hatte sich geweigert, den einzufangen: Er habe schon genug Bienen, sagte er zur Begründung.

    Unser Zuchtobmann sagt bereits im Grundkurs jedem angehenden Imker:

    "Schwärmen lassen ist Umweltverschmutzung!" Der Deutlichkeit halber läßt er dabei sogar den Klammerzusatz "Schwärmen lassen (und nicht wieder einfangen)..." weg, führt ihn aber selbstverständlich inhaltlich aus.


    In Bezug zum Thema: Eine Betriebsweise, die darauf vertraut, (nur) einen gewissen Prozentsatz der abgegangenen Schwärme anzulocken oder gar auf gut Glück mit mehr oder weniger experimentellen Konstruktionen den ein oder anderen Schwarm zum Einzug zu animieren, ist unzureichend und - ja: egoistisch. Denn das Reinfektionsrisiko nicht nur für AFB steigt mit jedem nicht eingefangenen Schwarm, ob man das wahrhaben will oder nicht. Das Risiko trifft zuallererst und vorrangig gerade die am besten imkerlich gehaltenen Völker, weil der Infektionsweg umgekehrt verläuft, als sonst gewohnt: Nicht die kranken Völker stecken die gesunden an, sondern die aktivsten und fittesten holen sich bei schwachen und nicht mehr voll verteidigungsfähigen Einheiten mit deren Vorräten auch deren Krankheiten und Parasiten ein.


    Freilich kann auch einem erfahrenen Imker mal ein Schwarm entwischen. Aber sein Verantwortungsbewußtsein läßt sich daran messen, was er zur Vorbeugung tut und wie er sich engagiert, unbetreute Völker aufzuspüren und zumindest zu beobachten und damit wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen:

    https://www.beetrees.org/start

    wildlebende Bienenvölker beetree-Monitoring

    ManfredT : Man muß nicht gleich Rolladenkästen austauschen, Bienenhöhlenbäume fällen oder Häuser mit Hohlräumen abreißen und den Schutt in Natronlauge abkochen, um sich als Imker seiner Verantwortung zu stellen. Man kann aber durchaus mit offenen Augen unbetreute Bienenvölker finden und nach deren unweigerlichem Siechtod bspw. versuchen, die Einfluglöcher dauerhaft zu verschließen.

    Warum genügt eine Damenstrumpfbespannung des Siebgitters im Dampfwachsschmelzer nicht? Viele Kollegen, mit denen ich sprach, praktizieren das so, tlw. sogar mit 2 Siebgittern übereinander im Schmelztrichter des Dampfraumes (Grobsieb mit rd. 1 cm Maschenweite und darunter Lochsieb mit ca. 2 mm Stanzlöchern). Im Grobsieb (Damenstrumpfgewebe straffer gespannt wegen der größeren Abmessung -> größere Maschenweite der Bespannung) sammeln sich vorzugsweise die alten Puppenhäutchen, im Lochsieb Pollen- u.a. feinteilige Reste. Der Trester im Grobsieb muß ab und zu mal mit der Maurerkelle ausgequetscht und zur Seite gehäuft -> nach dem nächsten Schmelzdurchgang erneut ausgedrückt und entnommen werden. Das Lochsieb darunter wird meist erst am Ende des Schmelztages/nach dem Auskühlen geleert. Die Damenstrumpfbespannungen kann der umweltbewußte Imker problemlos 2 ... 3 Jahre nutzen - wenn er sie nach Benutzung gut trocknet und trocken aufbewahrt, damit sich kein Schimmel bildet. Beim erneuten Wabenschmelzen werden im Dampf etwaige Wachsreste in der Damenstrumpfbespannung problemlos wieder verflüssigt.

    2 Siebgitter übereinander mit jeweils Damenstrumpfbespannungen ergeben so sauberes Wachs, daß ein erneutes Erhitzen/Klären für Mittelwände unnötig erscheint. Für Kerzenwachs dagegen mag mglw. noch nochmalige Klärstufe erforderlich sein.

    Trotz allem für und wider befürworte ich nicht den Rückgriff auf fremde Arten. Die Forstwirtschaft macht’s ja bereits.

    Warum nicht? Der Rück-Griff (im Wortsinne) muß sicherlich gut überlegt sein, keinesfalls gedankenlos. Aber da gibt es ja schon jahrelange Forschung, z.B.:

    https://www.thuenen.de/de/wo/p…wandel-und-waldanpassung/

    Daß die Förster vor Ort oftmals gar nicht wissen (können), was sie tun (s.o.) bzw. ökonomischen Zwängen, Bewirtschaftungsvorgaben der Waldeigentümer und nicht zuletzt dem Minderangebot der wenigen übriggebliebenen Forstbaumschulen unterworfen sind, gehört zu den Niederungen der Praxis, die zu überwinden auch wir Imker mit allen Kräften helfen sollten.