Beiträge von ribes

    Vor dem Nachdenken -> Suchen -> Fragen nach Details einzelner Behandlungsvarianten steht naturgemäß die Klärung der Frage, wie die geplante eigene Imkerei grundsätzlich ausgerichtet und konzipiert werden soll. Da muß man zunächst Grundentscheidungen treffen. Dazu wiederum ist ein gewisses Maß an Grundwissen nötig bspw. über Behandlungsarten mit bzw. ohne TAM, prinzipielle Vor- und Nachteile dieser beiden Konzepte* und die Einsatzbedingungen der verschiedenen Behandlungsarten.


    * s. bspw. Vorbemerkung in der PDF in #1 von Kleingartendrohn :

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler


    Bevor diese prinzipiellen Fragen nicht beantwortet sind, wäre es m.E. fruchtlos, über Behandlungsdetails zu diskutieren - zumal diese im IF ausführlich und mehrfach in alle Ecken ausgeleuchtet wurden.

    Den Erwerb des erforderlichen Minimums an Fachwissen und die daraus abgeleiteten Grundentscheidungen kann auch die beste Beratung hier nicht ersetzen, sondern setzt sie voraus.

    Manche Völker bauen halt unheimlich gerne an für den Imker falscher Stelle!

    Was bin ich froh, daß mein Imkerpate mir gleich am Anfang zu Adam-Fütterern geraten hat. Solch verschwenderische Wabenbauwerke sind da nicht möglich. Manchmal wenige Wachsbrücken - wenn der beespace deutlich überschritten ist, sonst kein Verbau. Ich bemühe mich aber auch, die Fütterzungszeit möglichst kurz zu halten aus verschiedenen Gründen. Ich muß hier bspw. damit fertig sein, bevor etwaige mineralstoffreiche späte Läppertrachten oder zuletzt noch die Efeublüte einsetzt (-> Kristallisationsneigung). Solch problematisches Futter soll bei meinen Völkern obenauf liegen und so möglichst bis zu den letzten Flugtagen im Dezember wieder verbraucht/die Stoffwechselreste auf dem Flugweg entsorgt sein...

    Lohnt sich sehr, v.a. wenn man zuhörbereite Menschen mitnimmt, die etwas mit Pflanzenschutz(mitteln) zu tun haben (LW-Amt, Landwirte, Kommunalmitarbeiter, Gartenvereinsverantwortliche oder auch nur seinen Spritznachbarn...).

    Prof. Menzels Vortragsstil ist gewissemaßen das Gegenteil vom Liebig-Style: ruhig, nicht polemisch, streng wissenschaftlich abwägend und keinesfalls ideologisch - trotzdem auch für Laien sofort verständlich und faßbar.

    Auch wenn man es nicht glauben mag: Bienen setzen zum Sammeln und zum Weiterverarbeiten von Propolis eigene Körpersekrete - v.a. aus den Mandibeldrüsen - ein. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen und wird bspw. in dieser Dissertation als Stand der Wissenschaft mit Quellen benannt:

    https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-00891249/document

    Die Körperwärme spielt da keine oder nur untergrordnete Rolle bzw. hat jedenfalls weniger Bedeutung als die Stockwärme. Allerdings enthält frisch gesammelter Propolis flüchtige Substanzen -> Propolis wird umso spröder/brüchiger, je länger er unbearbeitet von Bienen lagert.

    ...10er Dadant

    Mein Volk sitz voll gepackt in allen Wabengassen.

    10 voll besetzte DadantW - das wäre stark. Hast Du wirklich Wabe für Wabe kontrolliert? Wenn das wirklich zutrifft, dann haben die Bienen mglw. das Brutgeschäft bereits jetzt erheblich eingeschränkt oder gar eingestellt. Irgendwie muß der Bien ja auf Wintersollstärke kommen und überflüssiges Personal sozial verträglich abbauen. Wenn also keine Brut mehr da ist, könnten jetzt Restentmilbungsanwendungen eingesetzt werden.

    Ich vermute allerdings, daß noch Restbrut vorhanden ist und Du Dich bei Abschätzung der Volksstärke nur durch Blick von oben auf die OT + Wabengassen hast täuschen lassen.


    Ob der Rat von WFLP tragfähig ist, kannst nur Du feststellen - indem Du die von ihm genannte Voraussetzung dieses Rates prüfst: Gehen Deine Bienen derzeit stark aus der Brut?

    :/ gilt §961 und §962 BGB auch bei Grenzübertritten des verfolgten Bienenschwarms in nicht europäische Ausland? :D

    Das BGB ist das kleinste Problem. Viel wichtiger und bei Überschreitung von Grenzen (dazu zählt bereits die Landkreisgrenze) braucht der Käufer im Interesse der Seuchenprophylaxe für das Einfuhrgebiet ein Gesundheitszeugnis und er muß die eingeführten Bienen unverzüglich dem für den neuen Standort zuständigen Veterinäramt melden.

    ...Lochblech gemeint war. Das käme jetzt auf Geschick und Bastelfreude an, dann funktioniert das wieder so, wie es eigentlich gedacht ist.

    Dazu muss aber alles runter, was aktuell ja Futterstop bedeuten würde.

    Warum alles runter? Einmal öffnen + messen -> Lochblech auf Maß biegen + einsetzen, fertig. Wabenwildbau kann man später entfernen, wenn die Fütterungen endgültig beendet sind und der Fütterer abgenommen wird. Wenn kein Lochblech vorrätig ist -> irgendeine Behelfskonstruktion, die a) den Bienen das Hinabklettern zum Futterspiegel erlaubt (beespace) und ebenso ein Nachlaufen des Futtersirups in diesen Kletterspalt zwischen Aufstiegsbrettchen und "Umzäunung"/Aufstiegsabdeckung.

    Entschuldigung für meinen Satz 1 in #27. Er ist mißverständlich, da er sich auf Sirup im allgemeinen Gebrauch (v.a. bei der Haltbarmachung von Lebensmitteln) bezieht, nicht jedoch auf OX. OX in Wasser (OX-dihydrat) bedarf selbstverständlich keiner Stabilisation, schon gar nicht durch Zucker. Im Gegenteil: Letzterer ergibt ja erst die Probleme mit der Haltbarkeit. Da hat beemax völlig recht!

    Nicht umsonst rät die LWG Bayern/Fachzentrum Bienen dazu, den Zucker erst unmittelbar vor der Anwendung zuzumischen und die fertige Lösung innerhalb weniger Tage zu verbrauchen wegen der spontanen HMF-Synthese unter dem Einfluß von OX (Folie 3 unten):

    https://www.lwg.bayern.de/mam/…C3%A4ure_fzbienen2012.pdf

    ...die Bienen sich ihren Besitzer aber nicht (aussuchen können).

    Nicht einmal ihren Standort und ihre Wohnung konnten sie sich aussuchen. Deshalb sollte jeder Imker, der diese wesentlichen Entscheidungen über den Kopf des Biens hinweg trifft, auch die damit verbundene Verantwortung erst einmal schlicht anerkennen und dann praktisch auch selber (also wirklich selbst, am eigenen Leib und mit der eigenen Arbeitszeit und den eigenen Entbehrungen und eigenem Verzicht bspw. auf unbegrenzte Freizeitplanung) tragen - weder billig auf andere Menschen (virtuell oder real), noch gar auf den Bien selber - gar unter dem Deckmantel "natürlicher Selektion" - abschieben.

    Sirup soll qua definitionem durch seinen hohen Zuckergehalt unter Luftabschluss andere Substanzen auch ohne Kühlung lange haltbar machen. Die Lagerfrist von max. 1 Jahr gilt nur im Temperaturbereich von + 2 bis - 8 Grad!

    Wir müssen uns nicht über die Anwendungsvorschrift streiten:

    https://www.ema.europa.eu/docu…roduct-information_de.pdf

    Rein rechnerisch haben wir ein Verhätnis von 3 : 1 (Wasser zu (Zitat:) "aromatisierter Saccharose"). Wer nun glaubt, das sei ja nicht viel Zucker, der sei darauf hingewiesen, daß dies nur durch den Kniff mit dem Zuckerersatzstoff Glycerol erreicht werden konnte. Damit soll ja gerade erreicht werden, daß die TAM-Lösung noch besser als Zuckersirup und möglichst lange auf den Bienen klebt und nur schwer (durch Abschlecken) von ihnen zu entfernen ist - um eben eine möglichst lange Einwirkzeit auf die Milben(füße) zu erhalten. Daß damit die Gefahr besteht, den Bienen die Tracheenöffnungen zu verkleben (-> Erstickungstod) und daß die Bienen damit gegen ihr Normalverhalten gezwungen werden, das TAM oral aufzunehmen, sich damit Verdauungsapparat und Ausscheidungsorgane verätzen usw. - das findet man nicht in der Anwendungsvorschrift, sondern in der Dissertation von Dr. Saskia Schneider (s.o. Link) und in dem Fütterungsexperiment von IF Brüning, in dem er angefixte Bienen von der antrainierten Honig-Futterquelle vergrämte, indem er diese Futterquelle mit OX in der üblichen TAM-Konzentration versah. Nach nur 1/2 h war die Futterstelle verwaist, obwohl nur 20 m vom Bienenhaus entfernt (S. 3 oben):

    http://www.varroamilbe.ch/bericht1-new.pdf

    Wer einmal eine angetragen FuW 20m neben seinen Bienenstöcken stehen ließ, wird diese schnelle Vergrämungswirkung kaum für möglich halten...

    Wasser (gereinigtes) + Saccharose ergibt einen Zuckersirup. Daran ändert sich auch nix, wenn noch Glycerol u.a. Stoffe dazugemischt werden.

    Die sonstige Bestandteile dürften auch nichts an den subletalen Wirkungen ändern, die in der verlinkten Dissertation beschrieben wurden.

    Man muß der Klarheit halber festhalten: Mit Zucker- bzw. Glycerolzusatz treten diese Nebenwirkungen auf, egal welche Gründe für den Zucker-/Glycerolzusatz genannt werden. Das Träufeln ist deshalb die für Bienen schädlichste Applikationsform und man muß die maßgeblichen Leute immer wieder und ernsthaft fragen, warum sie sich noch immer gegen die bienenverträglichste Darreichungsform (= Sublimation) verwahren.


    Gegen die Ansicht, Zucker stabilisiere die OX, spricht der Umstand und die Anweisung, einmal mit Zucker angemischte Behandlungsmittel schnell zu verbrauchen und Restmengen zu entsorgen.