Beiträge von ribes

    Abeec : Eine Literaturrecherche dazu von Dir würde bestimmt auch Andere interessieren.

    PRITSCH gibt in seinem Buch "Bienenweide" auf S. 134 zur Linde an: Zuckergehalt des Nektars: 26 - 47 % und zum Honigertrag: 150 - 600 kg/ha.

    Ich habe keine Ahnung ob das irgendwo eingepflegt wird, darum schreibe ich es hier mal.

    TSIS ist das amtliche Seuchenregister des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI), das auch den VetÄmtern die neusten Meldungen sofort sendet.

    https://tsis.fli.de/Reports/In…5c-480c-993a-b4822e973fff

    Seine Aktualität steht und fällt damit, daß die VetÄ ihre amtlichen Feststellungen, Sperrbezirksanordnungen und -aufhebungen auch zeitnah dort melden. Daran scheint es bei manchem Amt zu hapern. Die Meldungen aus Berlin z.B. erscheinen sehr lückenhaft und widerspiegeln keinesfalls die dortige seit Jahrzehnten bestehende reale Schwerpunkt-Situation, so wie sie bereits Dr. Koithan in seiner Dissertation beschrieben hat. Dort stellenweise praktizierte faktische Bestrafung gerade der im freiwilligen AFB-Monitoring engagierten Imker mit sachwidrigen Tötungsanordnungen nachweislich gesunder Völker und anschließendes Überziehen ebensolcher Imker mit ebenso absurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wird die Miseren dort nicht beseitigen, sondern verschlimmern - so gern das Mancher aus den dortigen VetÄ auch vertuschen will und die engagierten Imker als "Nestbeschmutzer" behandelt.

    Im Gegensatz dazu scheint das neue Monitoringprogramm, das sich Sachsen leistet, erste Ergebnisse zu zeitigen.

    Das Foto von Heptacodium miconioides (7-Söhne-des-Himmels) auf Wikipedia ist nicht repräsentativ für unsere deutschen Verhältnisse. Hier wird der Strauch wirklich ein Strauch, kein Baum. Bei uns im Garten ist er sehr schnell ca. 4m hoch gewachsen (schwerer Lehmboden), könnte allenfalls auf 5 ... 6m kommen. Vielleicht kann man ihn zum Baum erziehen, das habe ich nicht ausprobiert. Ein Insekten-/Bienenmagnet ist er allemal und der rote Samenstand ist neben seinem Vogelweidewert auch optisch für uns eine Augen-Weide. Die Blütezeit wird von manchen Baumschul-Angaben sehr optimistisch ausgedehnt. Unser Exemplar blüht von Juli bis August.

    Der DIB ist offenbar nicht auf dem aktuellen Stand der Fachinformationen über die zugelassenen Medikamente und wiederholt einfach nur das, was bspw. zur Träufelung von OX-Sirup immer von ihm verbreitet wurde. Wenn seine Statments ernst genommen werden sollen, wäre mehr Sorgfalt ratsam.


    Gleichwohl: Wer sich darüber informiert, wie TierArzneiMittel (TAM) in einer Beute verweilen, resp. in Honig gelangen - ja, auch in den, der später vom Brutraum (BR) in den HoR umgetragen wird - der kann abwägen und weiß die Fachinformationen der neuesten TAM (z.T. alter Wein in neuen Schläuchen und v.a. zu neuen Preisen) einzuschätzen.

    Vorsorgliche Imker folgen dem Null-Toleranz-Prinzip trotz ausgewiesener "Wartezeit: Null", weil sie wissen, daß einmal in den Honig gelangte TAM dort nicht bzw. nur über den Verdauungsweg wieder herauszubekommen sind.


    Ich wäre ja vorsichtig im Sperrgebiet mit Schwärmen, aber jeder so wie er meint.

    Deswegen wird ja von Fachleuten empfohlen, Fremdschwärme erst 3 Tage in Kellerhaft zu nehmen, bis die ersten Hungertoten fallen (engmaschig überwachen!), damit alle etwaig in den mitgeführten Honigvorräten vorhandenen AFB-Sporen im Verdauungsapparat der erwachsenen Bienen verstoffwechselt und damit unschädlich gemacht sind.

    ...Schwarm aus dem Nachbardorf von Mitte Mai, den ich hier stehen hatte...Einen Brutsatz hat er geschafft, bevor er unbemerkt wieder los ist (wer macht bitte Schwarmkontrollen bei frisch eingeschlagenen Schwärmen!?)


    ~10 schlüpfende Prinzessinnen gemeuchelt, der Rest steht jetzt da und macht wieder Arbeit, in der Schwarmfangkiste ist ein kleines Nachschwärmchen, nur Arbeit, was für ein Rotz!? Vitale Landrasse

    Aus so einer Viel-Völkchen-Population überleben in unberührten Gegenden vielleicht 1/3 bis die Hälfte. Genug, daß es trotz Varroa für Jahre des Überlebens reicht, immerzu ein neuer Anfang und neue Hoffnung. Mach eine Lehre und Vorträge und Bücher draus, verrate nicht zuviel und verkaufe bei Deinen Vortrags-Werbeveranstaltungen wie nebenbei allerlei 1,5kg-Kunstschwärme aus dem warmen Süden und Du hast dann viel mehr Zeit... Du kannst Dich sogar weiter Imker nennen und mußt nicht mehr das Eichhörnchen geben.


    Nein. Erstens wäre Seuchenfreiheitsbescheinigung die korrektere Bezeichnung. Zweitens wird diese nicht für die Königin ausgestellt, sondern für die Bienenvölker, aus denen diese entstammt, entstammen sollte...

    Aber auch da ist die Bescheinigung oft für die Muttervölker ausgestellt und nicht für die Ableger selber.

    Nun geht es aber völlig durcheinander.

    1. Das Papier heißt in D: Amtstierärztliche Bescheinigung gemäß § 5 BienenseuchenVO

    2. Bezogen auf den gesamten imkerlichen Betrieb bzw. den gesamten Bienenstand(ort), keineswegs nur auf einzelne Muttervölker werden darin 2 Aussagen bescheinigt:

    a) lt. mikrobiologischem Befund Freiheit von AFB für alle Bienen(-völker) des benannten Standes (nicht nur für die nach einem länderweise unterschiedlich gehandhabten Stichprobenschlüssel wirklich beprobten) und

    b) der beprobte Bienenstand liegt zum Zeitpunkt der Bescheinigung nicht in einem AFB-Sperrbezirk.


    Über den Kleinen Beutenkäfer o.a. Exportschlager aus dem Ausland wird darin nichts gesagt oder bescheinigt.


    p.s.: Auch wenn die AFB-Ansteckungsgefahr bei einer VersandKö. nebst einiger Pflegebienen gering sein mag: Ein Gesundheitszeugnis wär für mich nicht zuletzt Indiz für die Seriosität und Sorgfalt des Absenders. Wenn schon das oder der Gedanke daran fehlt, was mag da noch alles nicht fachgerecht laufen beim Absender?

    rall0r : Der prompte behandlungsbedingte Milbentotenfall verleitet zu dem scheinbar unerschütterlichen Vertrauen in die Anwendung von OX u.a. TierArzneiMitteln (TAM). Der FangW begegnet man als Imker mit weniger Vertrauen, da man den Fangerfolg nicht sofort sieht.


    FangW fangen Milben mindestens ebenso effektiv, sie müssen "nur" offene Brut enthalten. Je weniger FangW-Fläche im Brutraum (BR), um so fängiger (bis hin zu Mehrfachparasitierung, was die Vermehrungsrate/Milbe senkt - wie Dr. Verena Schneider in ihrer Dissertation auf S. 14/15 erwähnt hat).

    Insofern relativiert sich die Anforderung an eine "ideale" FangW. Ist darauf verdeckelte Brut, bleibt meist noch genügend Zeit bis zum Schlupf - die FangW wird ja ohnehin nach ca. 7 Tagen entnommen.

    Ich lasse auch manchmal 2 FangW/BR drin, wenn mir die Flächen mit offener Brut auf einer FangW allein zu klein erscheinen. Aber das ist vermutlich bereits zuviel Besorgnis.


    Untersuchungen zur genetischen Populationsstruktur von Varroa ...


    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf

    Esskastanie finde ich übrigens auch einen guten Tip, könnte nur sein, dass der Honig aus Völkern direkt daneben dann auch einen entsprechenden, womöglich unerwünschten Einschlag bekommt -

    Hier wirken sich mehrere Eßkastanienbäume sogar in nächster Umgebung nicht prägnant auf den Honiggeschmack aus - sage ich aus eigener Erfahrung mit 5 Eßkastanien in 500m-Umkreis (davon 3 bereits ausgewachsen) und weiteren (wenigen) im 3 km-Radius, obgleich ihre Blüte intensiv beflogen wird - auch bei Lindenkonkurrenz.

    Die Bienen können die Stocktemperatur regeln. Ein Kollege (Berufsimker) berichtete, sein mit Abstand bester Standort sei ein aufgelassener dörflicher Steinbruch: Kessellage in Südrichtung, die Beuten stehen den ganzen Tag in voller Sonne, starke Hitzeentwicklung bei hochsommerlichem Wetter + Sonnenschein. Sein Urteil ist langjährige Gesamteinschätzung, bezieht sich also nicht nur auf Honigleistung, sondern auch auf alle anderen imkerlichen Kriterien (Gesundheitsstatus, Varroalast, Auswinterungsrate etc.). Dabei spielt sicher nicht nur die zugluftarme und warme Lage eine Rolle, sondern auch die relativ natürliche und blütenreiche Vegetation.

    Abeec :

    1:1 -> Futterspur auf steil abfallenden Plastikflächen des Aufstiegsdomes? Die läuft - wenn nicht sofort aufgenommen - binnen kürzester Zeit davon, ehe sie sich richtig herumgesprochen hat?

    Seit mehr als 1 Woche 1:1-Zuckerlösung und noch immer nicht gärig? Ist es wirklich sicher, daß da Zucker drin war und nicht etwa Salz (mit einem solchen unbeabsichtigten Mißgriff hat mich und die ganze Kindergeburtstagskuchengesellschaft einmal meine Mutter so nachhaltig beeindruckt, daß ich diese Frage ernst meine)?


    Ich habe hier allerdings auch einen schwach gewordenen Ableger, bei dem die Prinzessin offenbar nicht vom Hochzeitsflug zurückkehrte. Die nehmen auch kaum Futter ab trotz neuer Hoffnung (BrW mit reifer Weiselzelle + ansitzenden Bienen + bienenbesetzte FuW). Vielleicht schmeckt den Bienen auch die beginnende Lindentracht viel besser als der geruchsarme Futtersirup.

    jürgie : Widerspruch gestattet? Die Untersetz-Lösung klingt einfach und sie mag bei gesunden und ausreichend starken Völkern auch oft funktionieren. Trotzdem ist sie m.E. kein Prinzip, auf das eine imkerliche Betriebsweise gegründet werden sollte.

    Der Bien richtet sich nicht ohne Grund anders ein: Brutnest mit der gesamten Mannschaft vorn am Flugloch, die Wache kann schnell Alarm ausrufen und Verstärkung bekommen. Die Vorräte werden fluglochfern gelagert. Da sind sie sicher vor Dieben und Räubern, auch wenn das Volk einmal in einer kritischen Phase sein sollte.