Beiträge von ribes

    Lieber Empetrum, Hut ab vor so viel Mut und Pflicht-bewußtsein - und ganz großen Dank!


    Es ist gerade deswegen sehr schade, daß Du für eine Diskussion oder Anfrage nicht zur Verfügung stehen möchtest. Es wäre doch im Interesse der Bienen, die wirklichen Ursachen näher zu ergründen. So haben wir nur die These, daß es an OX gelegen haben könnte.

    Weder kennen wir die Einzel- bzw. Gesamtdosen/Volk (resp. wieviel Bedampfungsschritte), noch können wir uns darüber unterhalten, ob es ggf. Hinweise auf Verunreinigungen der OX-Charge gab (z.B. nichtsublimierte Rückstände im Verdampfer) oder ob/wie man ggf. die Restmenge der Charge noch analysieren könnte (z.B. in einer Versuchsanordnung (Glaskolben?) bis zur Sublimation erhitzen, sublimierte OX abziehen lassen und nichtsublimierte Reste bzw. zuvor entwichene Gase betrachten (mindestens quantitativ), gar anlysieren (lassen).

    Wir kennen auch nicht die weiteren Umstände. OX ist eine starke Säure - löst sie sich in (Kondens-)Wasser im Beuteninneren, kann es u. U. sauren Regen geben. Die Beobachtung von Durchfallerscheinungen wäre Anlaß, dem Verdacht nachzugehen, ob und wie OX in das Verdauungssystem der Bienen gelangt sein könnte (Aufnahme OX-sauren Kondenswassers oder kontaminierten Futters bspw.). Hat man in Celle den Verdauungstrakt optisch auf Schäden untersucht, Verätzungen festgestellt?

    All diese Fragen und Ansätze können wir nun leider ohne Deine Hilfe nicht weiterverfolgen.


    Deine Grußformel läßt hoffen, daß Du nicht aufgeben wirst - in diesem Sinne:


    Mit ehrliche gemeintem imkerlichem Beileid - Gottfried

    Die von Bienenlude zugrunde gelegten Zahlen finde ich in seinem Link nicht wieder, weder den Winter 2016/17 oder die 11.500 Imker, noch die Verlustmeldungen 15 - 20%. Hier jedoch wurden auf S. 3 - 5 ähnliche Zahlen genannt.

    http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/95889FBDD5104D05C125811700265978/$FILE/Infobrief_2017_08.pdf

    Im Vorjahr wurden in der Mayener Umfrage durchschnittlich nur 3,9% Verluste gemeldet! Dennoch lag die damalige Prognose für 2016/17 erstaunlich genau bei den dann ein Jahr später gemeldeten Verlustzahlen.

    Hier findet sich eine spezielle Information mit Erklärungsansatz für Bayern:

    https://www.bayern.landtag.de/…20Anfragen/17_0011768.pdf

    Wo kommen wir hin, wenn Jeder für sich selbst beansprucht einstufen zu dürfen, was Handgranate, was Pflasterstein und was liebgemeinter Softball ist und wann und wo der betreffende Jedermann den dann auf Andere werfen darf?

    Und viele von diesen Jedermanns schreien, wenn sie andere werfen sehen - meistens nach einer der 3 Gewalten, die das schnellstens abzustellen haben...

    Eigentlich muss Du das gar nicht deklarieren, weil steuerfrei. Wenn das Finanzamt eine Meldung haben will, gibt Du eben die Anlage L ab. Ob Lohnsteuerjahresausgleich oder Einkommensteuererklärung macht praktisch keinen Unterschied. Wie gesagt bis 70 Völker wird pauschaliert, also keine Gewinnermittlung/Buchführung.

    Lieber Wolfgang, kannst Du mir Ungebildetem Quellen nennen, damit ich die Fachleute hier überzeugen kann? Die sagen: Wer selbständig ist, muß alle Einkommensarten vollständig erklären, auch wenn er sonst in einer ganz anderen Branche selbständig arbeitet.

    Lieber Fero,


    um wirklich aussagekräftig zu sein, müßte man den Nährbodentest auch einmal mit den Neutralgläsern und den Deckeln durchführen, am besten noch in den Varianten fabrikneu und imkergespült. Berichtest Du uns vom Ergebnis?

    Wenn die Deckeleinlagen wirklich zu einer signifikanten Keim-Mehrbelastung führen, sollte das auch der DIB von Dir erfahren. So unbedingt nötig ist ja die Einlage nicht mehr, seit die DIB-Deckel eine Dicht-Doppelrippe aufweisen. Mglw. hängt die Keimbelastung ja mit der unsterilen Verkaufsverpackung zusammen. Die Frage ist auch, ob der Imker zu Hause eine sterile Verpackungsstrecke sicher stellen kann. Da wären fachliche Hinweise (von Dir bspw.?) sicher willkommen.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

    Ja, genau so habe ich es auch gemacht.

    Dann fragt das Finanzamt bei meinem Lohnsteuerjahresausgleich nach der Anlage L. Da kreuze ich irgendwie pauschalisieren und 20 Völker an und alles ist gut.

    WFLP : Geht das auch so einfach, wenn man sein Einkommen als Selbstständiger verdient, also kein Lohnempfänger ist/Lohnsteuerausgleich macht, sondern eine ESt-Erklärung mit allen sonstigen Einkunftsarten? Hier meint man: Nein, bei Selbständigen nicht, da muß alles haargenau abgerechnet werden. Also doch keine Pauschalisierung bei der USt/Unterstellung negativer Einkünfte bei ESt?


    Mit meiner o.g. Frage wird die USt-Frage wieder mit der ESt vermischt. Aber letztlich führen ja nur Umsätze zu Einkommen und die Informationen aus Rechnungen/Ust-Abteilung werden doch bestimmt in der ESt-Abteilung auch verwertet?

    Kikibee : Deinen Weckruf kann man nur wiederholen, leider, immer wieder!


    Die Erosion von Selbstverständlichkeiten hat m.E. mehrere Antriebe:

    - Imker sind aufgeschlossen und experimentierfreudig. Wenn die ethische Grundhaltung zu den anvertrauten Tieren fehlt, spielt die Risikoabwägung, gar die Auswirkung auf die Bienen dann eine untergeordnete Rolle beim Experimentieren.

    - Der Konsens über gesellschaftliche Regeln wird zunehmend kleiner - sowohl quantitativ wie qualitativ oder bildhaft ausgedrückt: Wir entwickeln uns zum Kleinkind zurück, das sich selbst als das Zentrum der Welt ansieht.

    - Nicht unschuldig ist daran, daß die 3 Säulen des Staates - Gesetzgebung/Exekutive/Rechtssprechung - den komplizierter werdenden Lebenssachverhalten nur mühsam hinterherkommen. Die OX-Sublimation

    ist ein prägnantes Beispiel dafür (#108):

    OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

    Ist die Akzeptanz staatlicher Regeln erst einmal erodiert, wirkt sich das dann auch in Bereichen aus, wo diese Regeln durchaus aktuell und sehr sinnvoll sind - wie man an einigen Meinungsäußerungen hier und am vorstehenden Bericht von Noldi ablesen kann.

    ...ein paar Faktoren zusammengekommen...Dann erheblich zu wenig Platz zum Brüten durch eingelagertes Futter. Somit konnten keine oder zu wenig Winterbienen erbrütet werden...Bei der Winterbehandlung waren vermutlich keine 5 Waben mit Brut mehr vorhanden, sondern lediglich entsprechend Bienen oben an den Rähmchen.

    Auch das klingt logisch. Aber woher dann das Gemüll eines starken Volkes im Dezember? Wobei ich davon ausgehe, daß in kurzen Zeitintervallen Gemüll gezählt wurde (zumindest zwischen den Behandlungsschritten, also mindestens im 3-Tage-Takt). Wir werden es wohl nicht mehr herausfinden. Haben aber dafür wenigstens die Bänder gedehnt mit ein paar virtuellen imkerlichen Übungen...


    Bei den Verbesserungsvorschlägen schließe ich mich lieber RalfK in #71 an.

    Es geht nicht nur um die Honigernte. Offenes Futter ist durch den möglichen OX-Eintrag durch Sublimation auch für die Bienen nachteilig (HMF-Synthese, Stoffwechsel-/Darmbelastung mit OX). Allerdings ergibt die quantitative Abschätzung der potentiell möglichen OX-Befrachtung von Futtervorräten eine wesentlich geringere Belastung der Bienen als beim Träufeln.

    @ExperimentImkern: Weil OT -> nur kurz: OX-Sublimation hinterläßt OX in feinsten Kristallen auf dem Körper der erwachsenen Bienen. Die Bienen putzen das mechanisch ab, sie vermeiden tunlichst die Aufnahme in den Verdauungsapparat (s. Fütterungsexperiment von IF Brüning). Bienen können sich ihre Körperunterseite selbst nur im Flug putzen. Für die Wirksamkeit der Bedampfung ist es daher besser, wenn abends - nach Einstellung des Flugbetriebs - sublimiert wird.

    Behandlung bei Tracht schließt nachfolgende Honigernte aus. Einmal in Honig/Futter gelöste OX geht dort nicht mehr raus. Unter Einfluß von Säuren bildet sich vermehrt das für Bienen giftige HMF. Ich würde deshalb vorsorglich nicht parallel füttern und möglichst wenig offenes Futter auf den Waben haben wollen.

    Sicher muß man im konkreten Fall die Todesursachen differenziert betrachten. Entscheidend ist m.E. jedoch die Grundhaltung, die der Tierhalter gegenüber dem ihm Anvertrauten einnimmt. Da haben es Insekten scheinbar bei Manchem schwerer, dessen Herz zu erreichen (die könn´ auch nicht so emotional kucken wie eine Kuh mit ihren großen, lang bewimperten, braunen Augen).

    Ich habe als Kind eine Zeit miterlebt, in der jeder Kuh ein Vorname gegeben war und Szenen, als das Großvieh aus den Privatställen getrieben und zur LPG geschafft wurde. Und einer der Bauern hing in seiner Scheune, deswegen...

    Ameisen haben Milben weggetragen,

    Ich beginne mittlerweile zu verstehen, dass Bienenprobenauswaschen zur Beurteilung des Befalls notwendig wird. Sei es mit Puderzucker oder sei es mit CO2.

    Ich habe in den kritischen Zeiträumen täglich, manchmal sogar 2 x täglich das Gemüll ausgezählt, um die These vom Verschleppen der Milbenleichen durch Ameisen, Ohrkriecher u.ä. zu überprüfen. Dabei drückte ich tote und etwaig noch zappelnde Milben mit dem Fingernagel (deren "Knackigkeit" sagt mir grob etwas über den Todeszeitpunkt) und ordnete die Leichen dann in einem Zählmuster am hinteren Rand der Windel. Außer durch starke Windböen habe ich keine Einwirkungen, gar ein Verschleppen bemerkt. Scharf sind die Verschlepper nach meinen Beobachtungen dagegen auf Pollenpakete.

    Ich halte die These von der massenhaften Verfälschung der Totfall-Auszählung des Gemülls daher für unzutreffend - jedenfalls bei mir (Beuten in ca. 40 cm Höhe aufgeständert auf 4 Metallrohrfüßen + Querbalken).