Beiträge von ribes

    Empfehlung des Schweizerischen Tiergesundheitsdienstes lautet in Bezug auf die Winterbehandlung - also i.d.R. bei Brutfreiheit (Zitat):

    "Fallen innert 2 Wochen nach dem Oxalsäure-Einsatz über 500 Milben auf die Unterlage, ist die Behandlung zu wiederholen."

    Varroa-Bekämpfung : Bienengesundheit : Themen : Bienen.ch – alles rund um Bienen, Imkerei und Umwelt in der Schweiz


    Selbstverständlich dabei: Genau die Anwendungsbedingungen/-vorschriften für die jeweilige Behandlungsart beachten (Träufeln ist bspw. nur 1 x /Volk bienenverträglich/zulässig).

    Apimarkus: "Begattungserfolg auf einer Belegstelle definiert sich nicht an der Frage, ob oder ob nicht, sondern vielmehr an der Frage, wie wahrscheinlich es ist, daß die Begattung auch wirklich durch Drohnen der dort aufgestellten Linien erfolgte.


    Dazu wurden bspw. an 2 Belegstellen Deutschlands (Gehlberg in Thür. und Haßberge in Unterfranken) mehrjährige Untersuchungen, sogar mit Genananlysen durchgeführt - s.a. #25 auf S. 2:


    Da müsste der Verband zum Hersteller werden, da eine Zulassung nur ein Hersteller beantragen kann.

    Das ist leicht mißzuverstehen.


    Üblicherweise müssen TAM erst einmal hergestellt werden (Rezeptur aus Wirkstoff und Begleitstoffen usw.). Es ist verständlich, daß Zulassungsbehörden von Herstellern bzw. In-Verkehr-Bringern Sachkunde und technische wie personelle Zuverlässigkeit, Nachverfolgbarkeit, Dokumentation etc. erwarten, wie sie üblicherweise nur professionelle Hersteller haben..


    Bei OX jedoch ist der Wirkstoff bereits das fertige TAM (oder kann es sein, wenn man gewinnmaximierende Streckmittel, unnötige Rieselhilfen etc. wegläßt). Es sind keine Begleitstoffe, Rezepturen oder technologische Prozesse nötig, um daraus ein TAM zu machen - bei Anwendung durch Sublimation.

    Unabhängig davon: Die Sublimation selbst ist außerdem ein zusätzlicher Aufreinigungsschritt, also ein bei jeder imkerlichen Anwendung zwangsläufig wirkender Sicherheitsmechanismus, der evtl. Verunreinigungen abscheidet (= naturgesetzliche Anomalie von OX). Diesen Sicherheitsschritt, der ausnahmslos und zwingend jede Anwendung erfaßt (und nicht nur mehr oder weniger Stichbeprobungen beim Hersteller), gibt es bei keinem anderen TAM.


    Unabhängig davon: 2006/2007 fand man in Deutschland auch einen juristischen Weg, um TAM sogar von Amts wegen zuzulassen, ohne daß dies ein Hersteller hätte beantragen müssen (Standardzulassungen). Auch wenn gewissen Pharmaherstellern und der EU dieser nationale Sonderweg ein Dorn im Auge war, sie gar mit Klage drohte, es war möglich, sogar im sonst so peniblen deutschen Rechts- und Verwaltungssystem. Aber die damalige Power kann und wird der neue Verband niemals aufbringen (können), da er zu Wenige vertritt. Geld und Selbstüberzeugung ist eben nicht alles, da kann man noch soviel für Kameras posieren und sich mit Prominenten ablichten lassen. Auch wenn es manche Imker gern anders hätten: Bzgl. der Zulassung von OX-sublimation ist der geplante Neue Imkerbund von vornherein aussichtslos, m.E. sogar kontraindiziert (mindert er doch allein durch seine Existenz das rein zahlenmäßige Stimmgewicht vom größten europäischen Imkerverband). Eine evtl. Werbung damit wäre bloße "Bauernfängerei".

    Hier läßt sich nach objektiveren Kriterien auswählen und sogar jeder einzelne Züchter bzw. seine Zuchtlinien einsehen:


    Breeding Values


    Deutschlands älteste und wohl auch am besten untersuchte Belegstelle mit (wissenschaftlich nachgewiesener) 100% Anpaarungssicherheit ab 70 Drohnenvölkern (real > 70 aufgestellt):


    Projekttag an der Toleranzbelegstelle Gehlberg - Deutscher ...
    Projekttag an der Toleranzbelegstelle Gehlberg - Deutscher ...
    www.yumpu.com

    Rührstab von Hobbock zu Hobbock tropffrei umsetzen ohne Zwischenaufenthalte. Dabei Hobbocks so nahe aneinander stellen, daß der Rührer quer auf dem (verdeckelten) Nachbarhobbock aufliegen und in den eben gerührten abtropfen kann. Inzwischen den nächsten Hobbock abschöpfen, ggf. mit Refraktometer kontrollieren, Rührer umsetzen usw. Am Schluß nach 1...2min Abtropfen in den letzten Hobbock den Rührstab in ein passendes kleines Gefäß stellen (z.B. 500g-Joghurteimerchen) und in einer Raumecke anlehnen/sicher vor dem Umfallen. Am nächsten Rührtag ebenso usw. So kommen in einer Woche ca. 50g Abtropfhonig beisammen (je nach Rührstabmodell), kaum mehr.

    ...warne ich ja gerade davor, einfach die TBEs nach Plan durchzuziehen. Sondern nur bei Völkern mit einer legenden Königin, mit offener Brut. Dass man da ein paar Tage vor der Aktion nochmal guckt! ...im Zweifelsfall schon das komplette Volk auseinandergenommen, indem ich viele Bienen schon in der neuen Fluglingskiste habe und auslaufende Restbrut schon in die zu bildende Brutscheune gepackt habe...sondern paar Tage vorher in einer vernünftigen Durchsicht schauen, dass da ne legende Königin drinsitzt bzw. reinkommt, und die TBE-Methode auf die Völker mit legender Königin beschränken...


    Brutwaben über ASG auf ein kleines weiselrichtiges Ablegervolk (zu) setzen, erscheint mir...eine viel bessere Methode zu sein

    zu 1: Es ist viel einfacher als Du denkst - mit weiselrichtigem Brutsammler und ohne Vorprüfung: Weisellose Brutspender - sofort auflösen bei Entdeckung, Vorprüfung unnötig (Vereinigen mit weiselrichtigem Volk).


    zu 2: Genau so ist es.

    Unfreiwillig habe ich in diesem Jahr den Gegentest absolviert (verkürzt gesagt): Königin im weiselrichtigen Brutsammler entfernt nach Schlupf der vielen Jungbienen (aus den über ASG aufgesetzten Waben), da deren Brutnest nicht ordentlich wachsen wollte u. Wabe mit schlupfreifer WZ eingehängt -> Folge: massiver Verflug varroatragender Bienen ins Nachbarvolk (Aufstellung in 2er Beutenböcken), das als spät eingefangener Fremdschwarm erst im Juni nach dem Einschlagen (brutfrei) frisch entmilbt worden war.

    Fazit für mich: Auch nur kurzzeitige Abwesenheit einer legenden Königin im Brutsammler verschleudert Varroen in weiselrichtige Völker , v.a. wenn sie unmittelbar benachbart sind.

    Hm, ich vermute hier bei uns als Ursache für die frühe u. ungewöhnlich lange Brutfreiheit Pollenmangel. Im August + September blühte hier selbst in den Gärten fast nichts mehr und auch jetzt ist das Pollenangebot eher gering (abgesehen von wenigen LW-Flächen mit Ölrettich & Co.). Vor etwa 1 Woche sah ich bei Stichproben wie wasgau immen: suppentellergroße verdeckelte Brutflächen und Stifte, keine offene Brut. So erkläre ich mir auch den derzeit etwas angestiegenen Varroatotenfall auf den Windeln, Varroa findet derzeit hier keine/kaum Unterschlupfmöglichkeiten in offener Brut.

    Um Mißverständnisse zur Ironie @rases An einen plötzlichen genetischen Sprung glaube ich dagegen weniger

    B 401 gegen Wachsmotten?
    ...Frage,...wie es nach der Anwendung mit Futterkranzproben (FKP) aussieht.

    Da kommt es darauf an, wie das Labor arbeitet/welche Textbausteine es verwendet bzw. welches mathematische Risiko das bescheinigende Veterinäramt einzugehen bereit ist:


    1. Mit Normalaufwand: B401 wuchert nach dem Aufbereiten/Abkochen der FKP -> Standardbefund: "nicht auswertbar" -> kein Gesundheitszeugnis


    oder


    2. Mit Mehraufwand: ursprünglich nicht auswertbare Probe wird durch Herunterverdünnen solange aufbereitet, bis man die Auskeimungen von B 401 bzw. AFB klar unterscheiden kann. Nachteil: Frühwarnfunktion der FKP wird dadurch nivelliert, weil nur noch starker AFB-Befall (normalerweise bereits mit klinischen Anzeichen) angezeigt wird.


    s. dazu auch S. 1 #10):



    bzw. S. 3 ## 32, 33:

    ribes, warum lernen wir nicht einfach von unseren Nachbarn?

    Das versuche ich, möglichst nüchtern. Erkennbar für mich ist bisher:

    - Vv breitete sich in Frankreich (F) aus trotz aller Fallenstellerei.

    - Ausbreitungsgeschwindigkeit der Vv in F nicht langsamer als in D

    - Bisher ist mir noch keine Publikation bekannt, die die Vernichtung von Vv-Völkern durch unspezifische Fallen belegt hätte, im Gegenteil: weitere Ausbreitung u. Filialnester im Folgejahr.

    - Einzig konzertierte und mehrjährige Aktion möglichst vieler Mitwirkender war wirksam gegen Vv (verlinktes Beispiel Mallorca)

    - Selbst der Schweizer Bienengesundheitsdienst attestiert den Fallen keine dezimierende Wirkung, nicht einmal bei Einsatz im Frühjahr zum Wegfangen der JungKö. Fallen könnten allenfalls in der Anfangsphase dazu dienen festzustellen, ob Vv in einer Region bereits vorhanden ist oder nicht.


    Nur allzu verständlich ist der Reflex als betroffener Imker, sofort seinen Bienenvölkern jede erdenkliche Hilfe u. Unterstützung zukommen zu lassen. Der Anblick von Fallen, "eimerweise" gefüllt mit Vv mag diesen Reflex auf den ersten Blick bestätigen und dem betroffenen Imker das Gefühl verschaffen, er habe seinen Bienen geholfen. Ich fürchte nur, das dieser erste Schein trügen könnte und unterm Strich eher gegenteilige Effekte mit den Fallen erzielt werden.

    vosp: Es ist - zumindest bei uns - unrealistisch, vom UmweltA mit seinen 4 Beschäftigten eine ganzjährlich systematische Suche nach invasiven Arten zu erwarten. Das klappt bereits bei (im Boden wurzelnden, nichtfliegenden) Pflanzen nicht und wäre bei Tieren, noch dazu fliegenden Insekten noch aufwändiger. Uns hilft hier nur eines: Mglichst viele Augen-auf-Mitwirkende zu gewinnen und mit den ersten Schritten bei der Fundsicherung (Steckbrief zur Artbestimmung, Fotografieren + Melden an richtige Tel.Nr.) vertraut zu machen.

    Wir (Imkerverein + VeterinärAmt) haben hier sowohl das sachlich zuständige UmweltAmt als auch mögliche Partner (größere Kommunen mit Baumpflegeaufgaben in Parks, Feuerwehren, Baumgutachter, ForstÄmter, Naturschutzverein etc.) versucht zu sensibilisieren. Freilich muß man das jährlich im Frühjahr wieder aufrufen, damit die Partner wirklich nach VV-Nestern in den unbelaubten Baumkronen Aussschau halten.

    Das Echo reichte bis ins Ministerium, auch wenn wir voerst dort keine Bereitschaft fanden, ein Monitoring wie in Hessen aufzubauen oder sich wenigstens für die dortige Meldeplattform zu öffnen (wozu die Hessen bereit gewesen wären!). So müssen wir hier die erste VV-meldung abwarten, ehe man einen gangbaren Pfad anlegen kann. Meldungen können ja trotzdem nach Hessen gehen, wenn auch nicht von den Ämtern... Aber die Rechtslage ist für Thür. unmißverständlich klargestellt worden: amtliche Bekämpfungspflicht unverzüglich nach bestätigter Nestfundmeldung (Stufe 2 nach VO/EU 1143/2014).

    Allein die quantitative Ausbeute einer Wespenfalle an Vespa Valutinae (VV) (ggf. abzgl. unbeabsichtigten Beifangs) muß a) noch nicht deren wirklichen Schutzeffekt für die betroffenen Bienenvölker zeigen und könnte b) sogar den Jagddruck auf ein betroffenes Bienevolk verstärken - werfe ich rein theoretisch überlegend mangels eigener praktischer Anschauung in die Diskussion.

    Gründe hierfür aus meiner Sicht:

    - Wespenfallen beruhen auf ihrem olfaktorischen Lockeffekt. Wohlmögl. werden gerade dadurch VV angelockt, die sonst gar nicht in die Nähe des Bienenstocks gekommen wären. VV sind ja bekanntlich nicht kommunikationsfähig über Lage u. Entfernung einer Nahrungsquelle, resp. nicht kampagnefähig wie die schwänzeltanzenden Bienen.

    - Auch VV-Völker sind anpassungsfähig u. dürften den Verlust an Sammlerinnen in Fallen durch vermehrte Bruttätigkeit -> noch höheren Eiweißbedarf -> mehr Jagdaktivität versuchen auszugleichen. Der erhöhte Eiweißbedarf würde naturgemäß vorzugsweise bei den am leichtesten zu erreichenden Jagdzielen gestillt, resp. bei Bienenvölkern (standorttreu, Masse an anfliegenden potentiell jagdbaren Opfern), noch dazu, wenn sie nicht weit entfernt sind.

    - Jede erfolgreiche VV-Jägerin wird einen Bienenstock nie vergessen, wo ihr die Zieltierart wie im Schlaraffenland ständig vor die Mundwerkzeuge fliegt und sich daher regelrecht auf ihn einfliegen. Wespenfallen interessieren eine VV-Jägerin nur ausnahmsweise (wenn ihr das Flugbenzin auszugehen droht), sie wird statt dessen das wertvolle Eiweiß bevorzugt jagen. Allenfalls ihre unerfahrenen VV-Schwestern tappen noch in die Wespenfalle.

    - Ein VV-Volk allein durch handelsübliche Wespenfallen zu vernichten oder zu einem ungefährlichen Minimum zu reduzieren, das das Sammelverhalten des angegriffenen Bienenvolkes nicht mehr stört, halte ich für unwahrscheinlich, mglw. sogar ausgeschlossen. Etwas anderes mag gelten, wenn eine Jungkönigin, die gerade ihr eigenes Volk aufbauen will, aber - noch selbst sammelnd - in die Falle gelockt wird. Dafür gibt es aber nur ein kleines Zeitfenster im Frühjahr, was aber durch die Risikostreuung (350 Jungkö./VV-Altvolk) praktisch nur bei wirklich flächendeckender Fallenstellung (wieviel/500 qm?) wirksam wäre.

    ... jede Königin der V crabro, die in so einer Falle zugrunde geht, ist ein Staat weniger von sowieso schon wenigen...


    von einer hohen Wahrscheinlichkeit ausgeht, dass die gefährdete heimische V crabro durch flächendeckendes, unspezifisches Wegfangen von Hornissenköniginnen extrem stark geschädigt werden würde.

    zu 1: So linear kann man es m.E. nicht betrachten. 80...90% aller Nestgründungen von Jungkö. im Frühjahr scheitern, naturgemäß. Das gleichen Arten mit einer Vermehrungsstrategie wie die V. crabro bzw. velutina durch entsprechende "Überproduktion" von Jungkö. aus. Wo käme die Welt sonst hin, wäre jede der von einem Volk jährlich produzierten 350 Jungköniginnen erfolgreich mit einem wiederum eigenen Volk?


    zu 2.: Ein wirklich flächendeckendes Wegfangen von Wespenköniginnen erscheint mir, außer vielleicht im China von Mao Tse Tung, kaum denkbar. Empfindlicher Zeitraum scheint mir dagegen das zeitige Frühjahr zu sein, wenn jede Jungkö. auf sich allein gestellt, noch selbst sammelnd, ein eigenes Volk aufzubauen versucht. Doch in diesem Zeitraum sind Wespenfallen i.d.R. gut verstaut, die werden üblicherweise erst ab August/September aktiviert, wenn die Wespen den Menschen lästig fallen.

    Deichkind: Ich vermute, da täuschen die Fotos etwas. Sitz des Brutnestes orte ich zu dieser Jahreszeit da, wo der Pollenkranz herumgelegt wird, resp. frische Pollenpakete auf der Windel zu finden sind. Zudem bestimmt die Position des Fluglochs den Sitz des Brutnestes. Wenn also das Brutnest wirklich in der unteren Zarge beim Flugloch ist (nicht: untere Zarge bereits leergefressen u. Brutnest in der oberen Zarge -> Gewichtskontrolle!)), dann wäre ich beruhigt.

    Ich meine zu erkennen: Alle 4 Fotos zeigen diesselbe Windel, Flugloch = Brutnestsitz = auf der unteren Fotohälfte, etwa mittig?

    Die Wachskrümelhäufung am Rand auf Foto 1 (= 4 ?) zeigt erhöhte Aktivität im Randbereich an. Ursache dafür muß aber nicht das Brüten selbst, sondern kann bspw. das Leerräumen anzeigen, also z.B. im Zuge einer Futterumlagerung vom Rand näher zum Brutnest heran bei milden Tagestemperaturen o.ä.