Beiträge von ribes

    ...Ich hoffe, das die Zulassung sehr bald offiziell in Kraft tritt wie in unseren Nachbarländern.

    Die Frage dabei ist: Wird die bereits bestehende Standardzulassung auf die Darreichungsform "Sublimation" erweitert (von der Imkerschaft zu finanzieren) oder wird eine Einzelzulassung für ein OX-Präparat erteilt werden (vom Pharmaunternehmer zu finanzieren).

    Vielleicht kann ja luffi dazu näheres sagen?

    Wenn man nix genaues weiß, ist gut meckern oder gar hetzen gegen Behörden, Vater Staat, unersättliche Konzerne, Imkerverbände etc. Wer von den eifrigen Meinungsbildnern hat sich denn wirklich bei den zuständigen Stellen bemüht?


    Die Niederungen der Praxis sind nicht so einfach gestrickt:

    2000 - 2005 wurden in D die sogen. Standardzulassungen für AS, MS, OX in Absprache mit der Obrigkeit beantragt. Die Zulassungen wurden bis 2006 erteilt = ein Sonderweg innerhalb der EU, die sonst nur Einzelzulassungen von Medikamenten kennt, die von den betreffenden Pharmaunternehmen beantragt werden/müssen.

    https://www.apis-ev.de/apisticus-des-jahres-2006.html

    Die Entscheidung über Sublimation von OX wurde 2006 zurückgestellt, weil die Zulassungsbehörde noch ungeklärte Fragen bei der Anwendergefährdung sah. Nun, nachdem Dr. Gumpp diese Fragen in seiner Dissertation beantwortet und die mehrjährige Praxis in anderen EU-Staaten seine Untersuchungen bestätigt hat, wäre es Zeit, die Standardzulassung von OX auch für die Darreichungsform der Sublimation auszuweiten. Bisher fehlte der Mut dazu, weil man nicht zuletzt beim DIB fürchtet, damit die bereits erteilten Standardzulassungen zu gefährden, die natürlich von denen mit Argwohn betrachtet werden, die sich für Einzelzulassungen durch langwierige und mit teuren wissenschaftlichen Unbedenklichkeitsnachweisen verbundene Zulassungsverfahren mühen müssen. Die sehen das ganz klar unter dem Stichwort Wettbewerbsverzerrung.

    Ein in D ansässiges Pharmaunternehmen war 2018 bereit, die OX ad us.vet. zur Sublimation als Einzelmedikament auf den Markt zu bringen. Nachdem klar wurde, wie aufwändig und teuer das Einzelzulassungsverfahren würde, wurde das Vorhaben gestoppt.

    Daß die Sublimation auch in der deutschen Imkerschaft weit verbreitet ist, kann niemand verleugnen.

    Ich persönlich schätze, daß mindestens 1/3 der deutschen Inmkerschaft Erfahrungen mit der OX-Sublimation hat. Man braucht sich ja nur die Verkaufszahlen einschlägiger I-net-Angebote anzusehen oder zur Kenntnis zu nehmen, daß die großen Imkerbedarfshändler in D mittlerweile allesamt entsprechende Gerätschaften offerieren. Die jährliche anonyme Varroa-Umfrage aus Mayen erlaubt sogar eine Auswertung, in welchen PLZ-Gebieten wieviele Umfrageteilnehmer sitzen, die (anonym) zugeben, OX zu sublimieren. Diese Auswertung bekommt man offiziell nicht zu sehen, aber ich bin davon überzeugt, daß sie stattfindet und daß einer der Finanziers (DIB) sie auch zu sehen bekommt. Wer von den Meckerern an dieser Umfrage bisher teilnahm, läßt sich leider nicht ablesen...

    Night Shadow : Die Gefährlichkeit bzw. Unzuverlässigkeit bestimmter OX-Verdampfertypen wurde ja hier bereits oft diskutiert. Deshalb ist es m.E. um so wichtiger, die Sublimation endlich aus der Grauzone ans legale Licht zu holen und ganz offiziell in die imkerliche Fortbildung zu integrieren. Austilgen läßt sich diese bienenschonende Behandlungsmethode in D nicht mehr, weder durch Apelle, noch durch Strafandrohungen.

    ...meine Erfahrungen zeigen, daß 75% der KS das erste Jahr in der Hand solcher Vollprofis nicht überleben.

    Der Hauptzweck dieser Ex-/Import-Aktivitäten liegt nicht in der Bildung neuer Völker. Die KS werden hauptsächlich importiert, um im hiesigen, kälteren "Norden" die Völker eher trachtreif zu machen. Deshalb gibt es ja die 1,5kg-Kunstschwärme ohne Kö.

    Für die paar Hobbyimker gibt es die Kö. aus der Hosentasche des Kraftfahrers auf Wunsch und gegen Aufpreis noch dazu, selbstverständlich rasserein ganz nach Wunsch: Carnica (rechte Tasche), Buckfast (linke Tasche?), Ligustica (Beintasche links) oder noch weitere - je nachdem, wieviele Hosentaschen dem Fahrer bzw. dem Hobbykäufer Rassenbezeichnungen noch einfallen.

    150€ pro KS, Mindestabnahme 5 Stück. Das war so der letzte Kurs eines bekannten deutschen Imkermeisters, der aus Italien importiert...
    mein längerer Mailwechsel mit o.g. Imkermeister ein, der mir genau das sagte: Er verkauft nicht mehr an Hobbyimker, bei denen gehen zu viele Völker ein, die können damit nicht umgehen.
    Das es möglicherweise ein mieses Produkt ist, das geliefert wird, weil zu schnell zu viel produziert werden muss, kam ihm gar nicht in den Sinn.

    Der weiß sehr wohl, was er verkauft! Er gibt es nur nicht zu.

    Seine alte Vermarktungsmasche an die Hobbyisten wurde ihm zum Verhängnis, weil der Zoll auf seinem Transporter so gegen Ende der Verkaufstour mehr Bienenvölker entdeckte, als lt. TRACES-Papieren zu Beginn der Tour überhaupt aufgeladen wurden. Üblicherweise stellt der Zoll und das Finanzamt dann Schätzungen über die wirklich verkaufte Menge an und leitet daraus Nachforderungen ab. Seitdem muß er ein wenig vorsichtiger sein mit seinen Lieferungen an Hobbyimker, die vorzugsweise bar und ohne Quittung abgewickelt wurden. Das und nicht die generelle imkerliche Unfähigkeit von Hobbyimkern ist der wirkliche Grund für die zur Schau gestellte Zurückhaltung.

    Dann halt im Abstand von 3 Tagen als Sprühbehandlung.

    Hm, wenn die behandelten Völker noch nennenswerte Masse an Winterbienen erbrüten sollen, haben diese vielen Störungen mglw. Schadwirkung: Frisch angelegte Brut wird wieder ausgeräumt - wegen Verkühlung oder im ungünstigen Falle sogar wegen Verätzung (wenn der Sprühstrahl in die offenen Brutzellen traf).

    Wie bienenfreundlich sind denn die so weitverbreiteten Magazinbeuten?

    Auch das ist unverständlich und noch nicht erklärt worden...hoffe auf sachliche Ausführungen.

    Nachvollziehbare Erklärungen zu den Vorteilen der Magazinbeuten auch für die Bienen gibt es seit deren Erfindung zuhauf.

    keinimker : Mglw. erfüllen sich Deine Hoffnungen, wenn Du damit beginnst, die Hauptwerke einschlägiger Imkerväter zu studieren bspw. von Anton Janscha, Lorenzo Langstroth oder Karl Pfefferle.

    Nun, bei den zu erwartenden imkerlichen Tätigkeiten werden die Bienen es selbst zeigen, welche Beutenart sie für die freundlichere halten. Z.B. wenn:

    - der Imker seiner (in den meisten Regionen Deutschlands verpflichtend geregelten) Behandlungspflicht gegen Varroose mit den zugelassenen TAM nachkommt bzw.

    - Futterkranzproben entnommen werden müssen bspw. im amtlichen Monitoring oder gar im Verdachts- oder Sperrgebietsfall bzw.

    - Schwärme vorhergesehen/eingefangen werden sollen bzw.

    - der Gesundheitsstatus des Volkes geprüft bzw.

    - bei Erkrankungen imkerliche Hilfen am Volk angewendet werden bzw.

    - der Transport des Volkes in der montierten Beute ansteht aus zwingenden imkerlichen oder nichtimkerlichen Gründen bzw.

    - mineralstoffreiche Honigvorräte im Winter zur massiven Verkotung des Beuteninnenraumes und nachfolgenden Infektionen des Bien führen (mglw. werden dann sich sogar die Wachsmotten aus Ekel abwenden) etc.

    Für den Norden fehlen mir Erfahrungen. Aber hier wäre mir der natürliche Milbenfall von 4 (WV) bzw. 1,5/Tag (Ableger) zu hoch, wenn dauerhaft und nicht nur zufällige Spitze wegen Brutstop/-nestreduzierung. Die Momentaufnahme von nur 3 Tagen Windel läßt leider keine Prognose der künftigen Fallzahlen zu. Der Brutstatus/Brutnestgröße/-entwicklungstendenz sind ebenfalls unbekannt.

    Im Oktober/Nov. sollte der natürliche Milbenfall dann nicht über 0,5/Tag liegen.

    Jetzt kommt noch einmal eine oder gar mehrere Warmperioden, die ein Nachbrüten von gesunden Winterbienen erlaubt. Eine möglichst bienenschondende Entmilbung würde also noch etwas nützen - idealerweise durch OX-Sublimation, die aber in D leider noch nicht zugelassen ist.

    Habe das ebenfalls in wenigen Völkern, die recht stark waren...ist es bienisches Ziel oder sind's nur schlecht begattete Königinnen ?

    Da das bisher jedesmal in meinen wirklich übermäßig starken Brutsammlern (5 Zander 1,0-Zargen überquellend im August) auftrat, führte ich es darauf zurück, daß die Bienen im September den für die Überwinterungsstärke nötigen Personalabbau durch selbst erzeugten Brutstop herbeiführten. Freilich ist das nur meine These.

    Noch einmal:

    Die erhöhte Sterblichkeit ist in der Fachinformation -> Beipackzettel ausdrücklich als "sehr häufige Nebenwirkung" (=bei mehr als 1 von 10) beschrieben (s. S. 3 Zf. 4.6):

    VarroMed - europa.eu


    https://www.ema.europa.eu › varromed-epar-product-information_de


    Zu den subletalen Nebenwirkungen von OX-Zucker- oder Glycerinformulierungen ist die Dissertation von Dr. Saskia Schneider aufschlußreich:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556