Beiträge von ribes

    Ähnlicher Eindruck auch hier. Ich sah bis Mitte Juni noch Wespen- und auch Hornissenköniginnen, die noch immer selber Nahrung sammeln mußten (tlw. bis weit in die Dämmerung hinein bspw. an den Blättern eines alten Birnbaums = Ausscheidungen infolge massiven Birnenrostbefalls?), also offenbar noch immer keine ausreichende Volksgröße um sich scharen konnten.

    Pinky69: Hm, Bienen im Brutsammler stehen nicht über den Dingen und finden sich auch nicht aus (im Zweifel: imkerlichen) Vernunftgründen, schon gar nicht, wenn sie hoffnungslos weisellos sind (mit Nachschaffungsmöglichkeit wird ggf. wenigstens ein Notprogramm gestartet, für das aber im Zweifel ggf. die Mehrheiten knapp sind). Bevor die eine ordentlich zusammengeschweißte Einheit finden, eine zuverlässige Fluglochwache bilden, ist es für so manche Flugbiene viel näher liegend, nach Öffnung des Gefängnisses zum heimischen Stock oder zumindest einer Zukunft-verheißend nach legender Königin duftenden Einheit zu suchen und dort mit einer Kostprobe köstlichen Seims den Fund des Goldenen Vlieses vorzutanzen. Dann kennt binnen 15 min. die Begeisterung keine Grenzen mehr und binnen 30 min ist ein ganzes Vollvolk auf die sagenhafte Nahrungsquelle eingeflogen. Die, die dabei waren, suchen lenbenslang immer wieder in näherer und weiterer Entfernung nach dem Goldenen Vlies.

    Pinky69: Räuberei kann genauso gut/schlecht am zweiten Standplatz ausbrechen. Bienen sind findig und entdecken schlecht verteidigte Einheiten recht schnell. Sind diese weisellos, steigt die Gefahr nochmals, weil die Bindung innerhalb des Volkes naturgemäß sehr viel schwächer ist.


    Das Beispiel aus #329 muß man m.E. als Zufallsglück einordnen, mglw. begünstigt durch einsetzende Massentracht (Juni -> Linde?). Jetzt würde zumindest hier bei uns mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Verstellen um 4 m und 3 FluglochSchließtage nicht ausreichen, um das Beräubern einer weisellosen Einheit zu beenden (zumindest würde ich nicht raten, sich darauf zu verlassen), zumal man die in der verschlossenen Beute anwesenden Räuber ja irgendwie an das beräuberte Volk binden und ihr Herkunftsvolk vergessen machen müßte.

    Irgendwann sind solche ständig gestörten Milben einfach auch alterstot und fallen runter.

    Über die Lebensdauer von Varroen wurde hier schon einmal kurz, knackig und sehr fundiert diskutiert:

    Wer es genau nimmt/sich darauf berufen will, muß den Blick weiten und die amtlich abgesegnete Fachinformation zugrunde legen. Dort steht bei Oxuvar 5,7% Sprühbehandlung in Zf. 4.5. Abs. 3 (Zitat):

    "Nicht auf Waben sprühen, die für die Honigproduktion im laufenden
    Jahr verwendet werden."

    https://imedikament.de/oxuvar-5-7?doc=1


    Grundlage der Maßgabe, erst im Folgejahr der Behandlung Honig zu ernten, geht offenbar auf die Annahme zurück, daß auch besprühte Brutwaben letztlich zur Produktion von Honig beitragen, wenn auch nur in ihrer Funktion im Brutraum (Larvenaufzucht, aber ggf. auch Honigkranz -> Gefahr des Umtragens von beOXtem Honig in den Honigraum).

    Pinky69: Das PDF von Kleingartendrohn (Link in #1) erklärt, warum und wie bei weiselrichtigen Brutsammlern zu verfahren ist und was deren entscheidenden Vorteil gegenüber weisellosen Brutsammlern ausmacht. Das dürfte doch auf Deine Situation passen. Der Kunstschwarm ist erst am Tag 28 fällig:

    Hm, in der jetzigen Situation (erst kürzlich begonnenes Brutgeschäft) könnte unter Umständen ein atypisch hoher Prozentsatz von Milben noch nicht in der Brut abgetaucht sein/noch auf adulten Bienen sitzen (obwohl der Reifungsfraß von Jungmilben mit ca. 1 Woche angegeben wird). Um diese - wenn auch relativ unwahrscheinliche - Variation noch mit abzudecken, wäre eine Parallelbehandlung des vermilbten Volkes mit TBE und TAM (Fragsteller plant OX) sicherer bzw. (im Vergleich bspw. zu OX-Block) schneller.

    Nachtrag: Lt. Auskunft von SüdzuckerAG/Qualitätssicherung gibt es offenbar auch für diese Branche keine zwingenden Regeln zum bienendichten Verwahren von potentiellen Nahrungsquellen für Bienen. Sie arbeiten trotzdem so, daß möglichst kein Fremdkontakt zu Tieren o.a. Umwelteinflüssen entsteht allein schon aus hygienischen Gründen. Gelangt trotzdem mal etwas aus Versehen daneben/ins Freie, reinigen die Mitarbeiter das i.d.R. von ganz allein und schnellstens weg, denn auch sie möchten nicht von zudringlichen Wespen, Bienen etc. belästigt werden.


    Es ist daher zu befürchten, daß der Schwarze Peter beim Imker hängen bleibt: Er darf nur unverfälschten Honig in Verkehr bringen, ganz egal, ob er für die Verfälschung selbst verantwortlich ist oder eine unerkannte Falschtracht sich auswirkte. Kein Handlungsraum für VetA/Lebensmittelüberwachung oder Staatsanwaltschaft zu erkennen - außer ggf. gegen den In-Verkehr-bringenden Imker.

    Könnten ungünstige Faktoren das Phänomen erklären wie etwa:

    - dichte Aufstellung

    - ähnliches Aussehen der Einflugfronten (Verwechselungsgefahr)

    - wenig Beutenvolumen bzw. höherer Wärmeanfall (größere Brutflächen), so daß Kö.pheromon höher konzentriert zum Flugloch hinausgefächelt wird o.a. ?

    ...nicht nur Imker keine Honigwaben aufhängen dürfen, auch Zuckerfabriken müssen m.E. bienendicht produzieren und lagern.

    Für die Imker, Honigverarbeiter regelt das Verbot die BienSeuchV - da geht es aber um den Schutz vor AFB. Das greift bei Zuckerfabriken und Landwirten nicht.

    Für Landwirte gibt es offenbar keine Regeln zum bienendichten Verwahren von Melasse o.a. zuckerhaltigen Futtermitteln. dazu (#21) - außer der (betriebs-)wirtschftlichen Vernunft.

    Es wäre gut, wenn wir die für Land- o.a. zuckerproduzierenden/-verarbeitenden Branchen geltenden Regeln (juristische oder technische) zitierfähig klären könnten, sonst wird das nix.

    Mit wieviel Bienen als Begleitung zieht eine Prinzessin auf Jungfernflug?

    Das ist wirklich eine spannende Frage. Die eigentliche Leibgarde umfaßt wohl so ca. 20 Arbeiterinnen, aber im Augenblick des Ausflugs gesellen sich der Prinzessin noch die am Flugloch vorspielenden erfahrenen, ortskundigen Sammlerinnen als Schutz- und Begleittrupp dazu. Gut wird das hier beschrieben:

    http://holzbergbiene.de/wa_fil…tz_UNI_Wu_CC_88rzburg.pdf


    (Wenn der Link nicht funktionieren sollte -> nach Holzbergbiene, Bienensex, Brautjungfern suchen)