Beiträge von ribes

    Nach Aufrühren des "dicken" Restes im verstopften Sieb setzt es sich nach Absinken der aufgerührten Kristalle, Wachsteilchen etc. im Nu wieder zu.

    Ohne viel Technik und Wärmeeinwirkung hilft nur: Hobbock mit schlecht ablaufendem Sieb beiseite stellen, nächsten Hobbock mit neuem Sieb bis in das gleiche Stadium führen. Inzwischen ist das erste Sieb weiter abgelaufen, Rest auslöffeln (ohne zuviel aufzurühren) und in einen separaten Behälter füllen (Honiggläser, kleinerer Hobbock etc.) - später die Siebreste dann Abschöpfen bzw. gesondert weiterverarbeiten.

    Wenn auch das nicht funktionieren sollte: Nicht mehr so lange/scharf abschleudern und die Melezitose-Stöpsel lieber in den Wabenzellen belassen, bevor es in der Schleuder "hagelt".

    Die Melezitosewaben kann man von den Bienen ausfressen/umtragen lassen (ggf. mit Wasser einsprühen oder tauchen). Dazu gibt es verschiedene Methoden (z.B. unter den Brutraum setzen oder - mit Abstand (z.B. Leerzarge und an der Ecke umgeschlagene Folie) über den Honigraum.

    (Windeldiagnose)...für eine schadschwellenorientierte Behandlung ist es aber zu unscharf.

    Finde ich nicht. Zugegeben, es braucht gewisse Erfahrung, bis man die Windelzählergebnisse richtig ins Verhältnis zu den aktuellen Entwicklungen im Volk setzen kann. Aber über einen längeren Zeitraum beobachtet incl. Gemülldiagnose, kann man durchaus recht präzise den Zeitpunkt bestimmen, zu dem imkerliches Eingreifen das Volk noch retten kann - nicht ohne den Vermerk, solche Genetik an der Weiterverbreitung zu hindern und auszuselektieren mit derselben Konsequenz, wie das die Alten dereinst bei den Stechern gemacht haben.

    Sulz : Du forderst einen anderen Ansatz, spezielle - auf Varroa ausgerichtete - Fragestellung. Das könnte Gegenstand anderer Forschungsvorhaben sein, warum nicht.


    Bei dem Monitoring aber geht es zunächst ganz allgemein um eine gewisse Übersicht darüber, was ist - ganz ohne spezielle Fragen zum Warum bzw. Warum nicht. Aber schon über den Ist-Zustand bestehen ja sehr unterschiedliche Meinungen, die zu verifizieren sich m.E. lohnt.

    Wie Du sagst: Die Interpretation ist dann eine ganz andere Sache, selber denken darf schließlich dann jeder Leser der Forschungsergebnisse. Auch das Verhungern unbetreuter Völker wäre ein Ergebnis, dessen Ursachen nachzugehen sich lohnte (Sammelaktivitäten reduziert wegen Erkrankung, wegen mangelhaften Nahrungsangebot/Trachtlücken in entscheidenden Entwicklungsphasen o.a.). Ich z.B. würde mir auch eine breitere Datengrundlage wünschen, um die verheerende Fehlsteuerung zu verdeutlichen bei den gegenwärtigen Aufforstungsplanungen in Reaktion auf die wirklich katastrophalen Jahrhundert-Forstkalamitäten allein der letzten 3 Jahre - gefördert werden derzeit zu mehr als 90% nur Baumarten, die für Insekten nicht nur wertlos sind, sondern ihnen sogar Lebensmöglichkeiten rauben. Die forstwirtschaftliche Fachkunde nimmt weder Bienenweidewerte von Baumarten zur Kenntnis, noch ist beabsichtigt, daran das geringste zu ändern, öffentliche Förderungen berücksichtigen dies in keiner Weise, so daß im Ergebnis systematisch Bienenweiden auf Kalamitätsflächen durch Aufforstungsmaßnahmen zerstört und Insektenlebensräume auf sehr lange Zeit bleibend entzogen werden usw.

    Windeldiagnose ist nach meinen Erfahrungen aussagekräftig und zuverlässig - wenn sie nicht nur für 3 Tage oder eine Woche lang erfolgt. Beobachtung über einen längeren Zeitraum zeigt jedenfalls den Varroabefall im Volk und seine Dynamik. Freilich muß man das immer im Zusammenhang mit dem Entwicklungsstand des Volkes sehen (Wirtschaftsvolk mit abnehmendem Brutumfang nach Sommersonnenwende -><- Ableger, der zahlenmäßig noch aufholen muß, etc.).


    Verfälschungen des Zählergebnisses durch Ameisen, Ohrkneifer etc. habe ich bisher noch nicht festgestellt. Ich habe dazu über Wochen und zu unterscchiedlichen Jahreszeiten bspw. die Milben auf der Windel bis zu 3 x täglich in geometrischen Zählmustern (2er Reihen bzw. 10er Gruppen) geordnet und bei der nächsten Zählung diese Ordnung und die Zählzahlen überprüft. Was Ameisen & Co. wirklich wegfressen/-schleppen, sind dagegen die besseren Eiweißbrocken: verlorene Pollenhöschen z.B. An so einer Milbe ist ja auch nicht sonderlich viel Eiweiß dran...

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    Ich persönlich, gehe hier eher davon aus, dass es hier nicht um das Sammeln von wissenschaftlichen Daten geht, sondern eher um einen Beweis zu der Richtigkeit einer Ideologie.


    Ich mag es auch nicht, wenn klar vorliegende Daten mit einer falschen Erklärung zu einer Ideologie "verwässert" werden......(Es kann ja so nicht sein, weil nicht natürlich).


    Das darf wohl nicht so sein?

    Meint Ihr jeweils dasselbe? Was ist aus Eurer Sicht so unglaubwürdig oder falsch an dem Forschungsansatz von BEEtree?

    https://www.beetrees.org/start

    Bereits auf der Startseite wird ja durchaus die These vom dauerhaften Überleben unbetreuter Bienenvölker nicht nur für möglich, sondern für überprüfenswert und sogar für zielführend auch und gerade für Veränderungen in der konventionellen Imkerei dargestellt.

    So simpel ist es nicht. Das Brutgeschäft und dessen Umfang ist keineswegs nur von der Tageslichtlänge oder den Außentemperaturen bestimmt. Das Volk selbst, dessen Vitalität und Arbeitsvermögen sind weitere Faktoren, die freilich in Spannung zu dem sehr stark wirkenden Brutpflegetrieb stehen. Das auszubalancieren, schafft ein Bienenvolk unter normalen Bedingungen, notfalls durch Ausräumen von Eiern bzw. Brut, die das Pflegevermögen des Volkes übersteigt. Ändern sich die Bedingungen aber zu schnell oder geht gar das Futter zur Neige, ohne daß genug hereingeholt werden kann (Kaltwetterphase, zu wenig Arbeitskräfte, überfordernde Prioritäten, Siechtum etc.), dann kann auch das beste und stärkste Bienenvolk überfordert sein. Gerade die starken Völker können im Frühjahr z.B. leicht vom Futter abreißen, weil sie ihr Brutnest schon ausgedehnt haben und bei Kälteeinbrüchen den Weg zum Futter bzw. dessen Aufheizen nicht mehr bewältigen.

    Also zur Eingangsfrage: Reichliche Futterreserven zulassen (dabei Brutnest nicht einschnüren) und im Frühjahr Futterabriß vermeiden (nötigenfalls vollen FuWabe direkt an das Brutnest umhängen).

    Zu vermuten bleibt dennoch, dass die Behandlung der Bienen sowohl die natürliche Auslese der Völker verhindert sowie die Milben resistenter und kräftiger macht.

    Das trifft nur auf einen Teil von Behandlungen zu und zwar aus unterschiedlichen Gründen (z.B. bedingt durch das Wirkprinzip oder/und bei Unterdosierung bzw. Wirkstoffresten bspw. im Wachs o.a.).


    Es gibt aber durchaus ganze Gruppen von Behandlungsmaßnahmen, die genau diese der "Natur" zugeschriebenen Ausleseprinzipien anwenden, verstärken bzw. auf einen kürzeren Zeitraum komprimieren als den evolutionsbiologisch "natürlichen" (meist ist damit ein erfahrungsgemäß durchschnittlicher, gemittelter Wert eines - mehr oder weniger willkürlich ausgewählten - Betrachtungszeitraumes gemeint). Das Bestechende dabei: ohne Bienenvölker dabei zu überfordern, zu quälen oder gar massenhaft umzubringen, wie es das Experiment des "freien Laufes der Natur" zwangsläufig einschließen würde.


    Es hilft nichts, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, daß jeder, der mit Bienen zu tun hat, die damit verbundene Verantwortung auch tragen muß und diese nicht auf vermeintlich überzuordnendes Wirken der "Natur" abschieben und sich damit gedankliche, wie körperliche Arbeit im Ergebnis ersparen kann. Ich meine sogar, daß diese Verantwortung weiter reicht als die im engeren Sinne juristisch-eigentumsmäßige.


    Bezogen auf das Fadenthema heißt das: Jeder, der ein unbetreutes Bienenvolk bemerkt, sollte sich verantwortlich fühlen dafür, dessen Leben und Sterben wenigstens der Wissenschaft zugänglich zu machen - mit sehr geringem Aufwand:

    Fluglochbeobachtung nur 3 x im Jahr: im Frühjahr, Sommer, Herbst, jeweils bei Flugwetter und nachfolgende online-Meldung an das bee-tree-Monitoring.

    Um Mißverständnisse zu vermeiden: Imkerliche Verantwortung geht viel weiter. Sie bedeutet diesbezüglich zunächst, alles zu unternehmen, um das Entweichen von Schwärmen aus imkerlicher Betreuung (seien es von eigenen oder von fremden Völkern) zu vermeiden und eben nicht nach dem Prinzip "aus den Augen, aus dem Sinn" zu verfahren oder gar eigene Gewissensbisse durch vermeintliche hehre Prinzipien eines "natürlichen" Prozesses zuzudecken .

    Diese Zahlenspiele sind m.E. müßig, weil sehr viele und z.T. lokale Faktoren eine Rolle spielen. Andere wesentliche Einflußfaktoren (Brutstart im Winter, Wetterverlauf im Winter und Frühjahr etc.) sind von so großer Schwankungsbreite hinsichtlich ihrer Vorhersehbarkeit, daß ein rechnerisches Ergebnis - selbst mit 20% Zuschlag - schnell obsolet sein kann.

    Hier sagen die erfahrenen Imker: Nach dem letzten Abschleudern -> Auffüttern, was geht. Bei Deiner Betriebsweise (Zander, 1-zargiger BR) hieße das: 1,0 Zanderzarge mit LeerRä. über ASG aufsetzen und mit Futter füllen lassen. Das können also durchaus mehr als 20 kg Futtersirup sein. Achtgeben, daß das Brutnest nicht eingeschnürt wird durch übermäßige Futtergaben/zuwenig freie Waben. Manchmal gibt es auch noch unverhoffte Trachten (Honigtau, Efeublüte, Goldrute, Springkraut etc. oder gar Eintrag aus Räuberei - Indiz: Trachtflug zu ungewöhnlicher Tageszeit). Da muß der Imker also engmaschig seine Bienen beobachten und die Platzverhältnisse in der Beute gut einschätzen lernen.

    Hier gibt es z.B. Efeubestände, deren Blüte im September noch nennenswerte Einträge bringt. Ich versuche, die Auffütterung vor Beginn dieser Tracht abzuschließen. So wird Efeunektar brutnestnah eingelagert und wird zuerst wieder von den Bienen verbraucht, bevor sie an die mineral-/ballaststoffstoffarmen Futtersirupvorräte gehen. Dadurch kann man m.E. neben der Überlastung der Kotblase durch Mineralstoffe im Winter auch das Auskristallisieren von Futtersirup infolge derartiger Spättrachtnektare vermeiden oder zumindest minimieren.


    p.s.: Von zuviel Futter wird so gut wie nie berichtet, von Futtermangel regelmäßig und wegen Notfütterungen spätestens im Zuge der Durchlenzung dagegen alljährlich um Rat gefragt.

    Im Sprühverfahren ist MS ist nicht weniger aggressiv zu Bienen als OX, resp. Überdosierung bzw. Applikationsfehler (Bienen durchnässen) wirken bei beiden TAM tödlich auf die betroffenen Bienen (erst verlieren sie ihr Haarkleid, spätestens nach einigen Tagen sind sie tot/verschwunden).

    Ob MS von den Bienen oral aufgenommen wird, weiß ich nicht. Bei OX gehe ich nach den Beobachtungen von IF Brüning davon aus, daß sie auf der Körperoberfläche eintrocknet, auskristallisiert und sodann von den Bienen mechanisch abgeputzt, auf jeden Fall eine orale Aufnahme vermieden wird (Parallele zur Sublimation/Verdampfung von OX; s. Fütterungs-/Vergrämungsexperiment von IF Brüning*). Die fehlende systemische Wirkung (keine Aufnahme in den Stoffwechsel) würde ihre gute Verträglichkeit erklären.


    * s. Bericht 1, S. 3 oben:

    https://pdfslide.net/documents…-bruening-buchenrain.html


    Der Ruf von MS, bienenschonender zu sein, stammt m.E. aus der Zeit, als zum Vergleich nur die AS herangezogen wurde. Ich gehe davon aus, daß BI Kirchhain seine Empfehlungen aufgrund fundierter wissenschaftlicher Untersuchungen aktualisiert hat und deshalb OX nicht ohne objektive Gründe priorisiert im Direktvergleich mit MS.

    Bei dem Kellerfund Oxuvar 3,5% ist der Zucker offenbar noch getrennt von der Säure originalverpackt. Unabhängig von der formalen Zulassungsfrage: Was spricht naturwissenschaftlich dagegen, die auf 3% herunterzuverdünnende OX-Säure (also ohne den Zucker) zu sprühen? Schlecht werden oder gar HMF bilden kann sie ja eigentlich nicht ohne den Zucker - gibt es noch andere chemisch-biologische Gründe?

    Hier wurden ähnliche Fälle regelmäßig diskutiert.

    Wenn sich der Schwarm nicht aus der Zwischendecke entfernen läßt, kann man ihn wenigstens ausdünnen mittels einer Reuse ->Trichter aus Drahtgeflecht vor das Flugloch -> Flugbienen können heraus, aber den engen Trichtereingang finden sie i.d.R. nicht mehr wieder, weil das Drahtgeflecht die Duftmarken des Einflugloches überall durchläßt = Trap-out-Verfahren mit Foto von Bernhard Heuvel (#9):

    Schwarm aus einem hohlen Baum holen


    Das könnte ggf. noch mit der jetzt vorgehängten Kiste mit LockW und LockKö. kombiniert werden, solange der Eigentümer noch nicht vermietet hat.

    Da der Schwarm erst gestern einzog, wäre es doch einen schnellstmöglich zu startenden Versuch wert (am besten jetzt noch, über Nacht), die Schwarmkönigin zum Zweikampf herauszulocken mit einer (legenden) Kö. im Wohlgemuth-Doppelkäfig vorm Flugloch (ggf. mit BrW offener Brut und möglichst in einer Kiste, die ähnlich dunkle Verhältnisse wie in der Zwischendecke bietet):

    Was ist das für ein Teil?

    Einen solchen Doppelkäfig kann man irgendwie improvisieren oder die Lockkö. sicher gekäfigt mit der BrW im Kasten vor das Schwarmflugloch hängen und sehen, ob sich bis morgen früh die Schwarmkö. hat provozieren lassen und draußen auf ihren Zweikampf lauert.

    Ich habe mir extra für einen solchen Versuch den Wohlgemuth-Doppelkäfig bereit gelegt und warte seither auf eine passende Gelegenheit. Fa. Holtermann führt sogar die Nachbauten noch unter Art.Nr. 95273.