Beiträge von ribes

    Drobi : Diese Fallzahlen widersprechen allen bisher geäußerten Erfahrungen: Sie sinken nicht, je länger die Bedampfung mit OX her ist, sondern sie steigen sogar ab Tag 4:

    natürliche Milbentotenfall: 40 (sicherlich nicht pro Tag, Bezugszeitraum?)

    10.1.: OX-Bedampfung bei Brutfreiheit

    11.1.: 35 Milbentotenfall

    12.1.:?

    13.1.:?

    14.1.: 15 Milben, davon sehr viele männliche (-> Hauptputztag des ehem. Brutnestes?)

    15.1.: 18

    16.1.: 23

    17.1.: 26

    18.1.: 29

    Ich gehe davon aus, daß Du täglich etwa zur selben Uhrzeit die Windel ausgezählt hast.

    Kann es sein, daß sich das Volk im Flugwetterfenster der vergangenen Tage erneut Milben heimgeräubert hat? Dagegen spräche, daß kaum noch OX-Reste in der Beute sein dürften, die die importierten Milben kontaktieren und abtöten könnten. Ich finde keine stimmige Erklärung für den Anstieg ab Tag 5.

    ...nicht mal eine Blockbehandlung das ideale ist. Denn auch da wird der Brutbetrieb unterbrochen. Besser ist nach dem Abschleudern und dann alle 14 Tage, da der Brutzyklus bei den Völkern verschieden ist. Fast so hatte ich das 2018 gemacht und meinen größten Erfolg gegen die Milbe gefeiert. Die Blockbehandlung 2019 war bei mir nicht optimal.

    Über den Wirkungsgrad von Blockbedampfungen bei brütenden Völkern haben wir ja schon mehrfach diskutiert. Daß das Brutgeschäft durch OX-Bedampfung unterbrochen würde, habe ich dagegen noch nicht gehört. Drobi : Könnte es sich bei Deiner Beobachtung ggf. um das zufällige Zusammentreffen einer vom Volk selbst eingeleiteten Brutunterbrechung handeln, über die in den Hitzephasen des Sommers 2018 auch von Anderen berichtet wurde?

    Man müßte den Einfluß von OX bzw. Feuchtigkeit auf die Knackigkeit von Milbenleichen wirklich mal näher untersuchen, auch quantitativ/auf der Zeitschiene. Ganz frische Milbenleichen sondern sogar noch etwas Flüssigkeit ab beim Zerquetschen - wie die lebendigen. Ich habe das bisher nur grob überschlagen/abgeschätzt. Manchmal fällt die Außenhülle eine Milbe sogar von allein auseinander in Ober- und Unterschale. Offenbar werden die Bindungsstrukturen zwischen den beiden Schalen eher abgebaut als die Schalen selbst.

    Drobi : Was sagt die "Knackprobe"? Frische Milbenleichen knacken m.E., wenn man sie mit dem Fingernagel auf der Windel zerdrückt. Ältere dagegen nicht.

    Bitte berichte weiter. Welche Effektivität die Behandlung hatte bzw. wieviele überlebende Milben noch im Volk sind, ließe sich aus dem behandlungsbedingten Milbentotenfall nach Deinem ersten Restentmilbungsschritt und dem nach dem 2. Schritt vom 12.(?)1.2020 mit der Formel von Kleingartendrohn hochrechnen (PDF in #48), sobald der natürliche Milbenfall eingetreten ist (also vorauss. 26.1.2020):

    Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

    Hier bei uns hätte ich auch Bedenken gegen die Verwendung von Frühtrachthonig als Winterfutter, weil er in den Waben fest auskristallisiert (Engpaß im Winter: Wasserbedarf der Bienen zum Anlösen). Ich beobachte hier, daß auskristallisierter Honig im Winter größtenteils nicht gefressen, sondern von den Bienen einfach nur ausgeräumt wird. Hier tritt so etwas als Folge von zu später Fütterung auf, wenn die Efeutracht bereits läuft und der zur Kristallisation führende Efeueintrag nicht noch bei Flugwetter = Wasserzugang verfressen, sondern in Wabenbereichen abgelagert wird, den die Bienen erst später - dann bei fehlendem Flug-/Wasserholwetter - wieder erschließen.

    Hier und da habe ich die Maße meiner Beuten genannt. Das würde zum Verstehn beitragen...

    Am einfachsten wäre es für die Mitleser, solche Angaben bzw. andere Eckpunkte der eigenen Betriebsweise im Profil zu notieren. Dort sind sie am schnellsten, geordnet und ganz bequem zu jeder Zeit nachlesbar. Das erleichtert gegenseitiges Verständnis.

    Bleiben m. E. noch zwei Optionen: Wachs- und / oder Varroaschaden.


    Man kann Flöhe & Läuse gleichzeitig haben.

    ...und: Faktoren beeinflussen sich gegenseitig.

    Der Flugkreis des verstorbenen Volkes war etwas anders als am Heimatstand. Das kann u.U. gereicht haben, um einen weiteren Faktor zu verstärken (PSM o.a. Umweltgifte), der das betroffene Volk belastete, durch reduzierte Leistungsfähigkeit der Flug- bzw. Pflegebienen, Futtersaftunterversorgung bzw. -belastung, der die Larvenentwicklungszeit verlängerte, zu vorzeitigem Aufzehren des Futtersaftvorrats in Brutzellen führte (Folge: Vermehrungszyklus der Muttermilbe startet früher) o.ä. Alles Faktoren, die - trotz vorschriftsmäßiger Behandlung - zu erhöhter Varroalast führen können.

    Eine Wachsuntersuchung auf Gifte z.B. oder auf Verfälschung könnte weiteren Aufschluß geben und Sicherheit für die nächste Saison. Wie heißt es so treffend: Wachs vergißt nicht!

    Wie bereits gesagt: Die Löcher in manchen Waben, die scharfe Abgrenzung von Brut- zum übrigen Wabenbereich sind Indizien für Wachsprobleme. Ob diese bereits bei der Wachsumarbeitung oder durch Eintrag der Bienen entstanden, ist eine zweite Frage. Ergänzende Frage dazu: Die unbeschriftete Wabe 1 zeigt besonders scharf abgegrenzte, dunkle Zellbereiche - ist das Pollenvorrat? Auch den könnte man untersuchen lassen.

    ...Drohnen werden rausgeschmissen, und der Befall steigtab dann stark in der weniger werdenden Brut. Der Punkt, an dem die Drohnen rausgeschmissen werden, den versuche ich zu treffen. Ab dem kanns schon losgehen.....

    Genau - besonders im Lichte dieses Fadens:

    Milben auf Drohnen

    Da aber das Abdrängen der Drohnen keinen Stichtag kurz ist, sondern einen Zeitraum umfaßt, halte ich es für sinnvoll, gerade diesen Zeitraum mit einem varroareduzierenden Schirm abzudecken. Mein Favorit: ca. 3 Wochen lang mit FangW die besonders vermehrungsfreudigen Milben wegzufangen. Dabei unterstelle ich, daß die aus anderen Völkern vertriebenen, bettelnden Drohnen, wenn überhaupt, dann ausgereifte Milben im Gepäck haben, die also sofort in offene Brut abtauchen, ohne weiteren Reifungsfraß zu benötigen. Die 2-wöchige Fangphase im Vorfeld vor dem TBE-Start zähle ich deshalb größtenteils nicht mit, da die Drohnen hier so früh (bei Winterlindenvolltracht) noch geduldet und noch nicht vertrieben werden. Gleichwohl haben die BrW selbstverständlich bereits (vorwiegend volks-eigene) Milben gefangen, bis sie verdeckelt wurden und dann bei der TBE entfernt werden.

    ...so ungefähr habe ich es vor. TBE u. nachgeordnete Fangwabe.

    Das von Kleingartendrohn entwickelte Konzept sieht aus guten Gründen vor, noch eine zweite FangW nachzuschalten (PDF in #1):

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler


    TAM führen mittelfristig in die Sackgasse, schon allein wegen ihres Wirkungsprinzips, was im Ergebnis zu einer Bestenauswahl bei den Milben zu deren Weiterzucht führt (s. Vorbemerkung in v.g. PDF).

    ...Bei mir ist's genau umgekehrt: Ich will die TBE auf Ende Juli verschieben, weil Ende Juni zu viel Zeit für ein wiedererstarken der Milbenpopulation lässt.

    Es kommt darauf an, was man der Entnahme der Brut als weiteren Entmilbungsschritt nachschaltet.

    Es zeigt sich ein weiterer möglicher Vorteil von FangW-Entmilbung gegenüber TAM (Tierarzneimitteln):

    Die FangW-Methode wählt nicht nur die vermehrungsträgsten Varroen zur Weiterzucht aus (=Schlechtestenauswahl; bei TAM dagegen: Bestenauswahl), sondern er zieht sich auch über einen längeren Zeitraum hin, resp. die Entmilbungswirkung dauert mit derselben Intensität über einen längeren Zweitraum an als bei TAM, deren Wirkung ja nach der Anwendung mehr oder weniger schnell absinkt.

    Diesen Wirkungszeitraum der FangW kann der Imker im Juni starten (hier: ohne Ertragseinbußen 2 Wochen vor Ende der Winterlindenblüte) und durch entsprechende FangW-Nachschaltung problemlos mit uneingeschränkter Fängigkeit mit nur 2 FangW-Schritten (Tag 7: Entnahme der FangW mit Brut, die am Tag 0 noch unverdeckelt war, Tag 17: Entnahme der FangW, die am Tag 0 als einzige LeerW eingehängt wurde, Rest mit LeerRä. aufgefüllt) bis in den Juli hinein verlängern.

    Die TAM-Anwendung am Tag 0 dagegen läßt in ihrer Wirkung sofort nach, wenn der TAM-Schirm nicht aufgespannt bleibt (etwa durch Blockbehandlung oder Langzeitverdunstung o.ä.).

    ...Ich meine hier auch ausdrücklich die Institute, die ja oftmals einen (Fort-)Bildungsauftrag haben.


    Oder passiert da schon etwas

    An den Instituten wird geforscht. Die Geschicklichkeit, Ergebnisse in die Imkerschaft zu tragen, ist unterschiedlich ausgeprägt. Wir Imker müssen das verfolgen und bei Informationsmaterial tunlichst nach dem Redaktionsschluß/Herausgabedatum fragen. Z.B.:

    Strategiewechsel in der Varroabekämpfung

    Ritzbert : Ich gehe davon aus, daß Du 2-zargig überwinterst und die auf dem Foto nicht gezeigte obere Zarge noch viel Futter und Bienen enthält. Wenn die fotografierte Zarge der einzige Raum für das Volk sein sollte, dann ist es bereits am Verhungern - wäre sofortige Notfütterung unabdinglich.

    Auch Varromed ist ein Oxalsäurepräparat, welches in Zuckerlösung auf die Bienen geträufelt wird. Diese Art der Behandlung hat Nebenwirkungen auf die Bienen, die irreparabel sind. Eine Bienengeneration verträgt max. eine Behandlung oder wie ein namhafter Bienenwissenschaftler immer zu sagen pflegt: Zweimal ist einmal zuviel. So steht es auch in den Anwendungshinweisen von Varroamed (bes. Zf. 4.6, 4.9., 4.10):

    VarroMed - Europa


    https://www.ema.europa.eu › varromed-epar-product-information_de


    Zu den subletalen Nebenwirkungen von OX-Zucker- bzw. OX-Glycerin-Lösungen auf Bienen sollte man die Dissertation von Dr. Saskia Schneider studieren:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

    und sich immer vor Augen halten, daß Bienen OX-Lösungen - wieviel Zucker sie auch enthalten mögen - niemals freiwillig aufnehmen, durch das Beträufeln durch den Imker aber dazu gezwungen werden, weil sie sich anders als durch gegenseitiges Abschlecken nicht mehr von dem klebrigen Überzug befreien können. Das beweist das Fütterungsexperiment von IF Brüning, der die Bienen im trachtarmen Spätsommer sogar von offen dargebotenem Honig vergrämte durch Zugabe der üblichen Behandlungskonzentration OX.