Beiträge von beemax

    Liebe Imkers,


    letzte Woche hörte ich einen interessanten Vortrag zu diesem Thema. Wir hatten schon des Öfteren diese Diskussion, ohne wissenschaftliche Belege zitieren zu können. Hier möchte ich das nun nachholen. Die Referentin hatte über synergistische Toxizitäten (sich gegenseitig verstärkende gemeinsame Giftwirkung verschiedener Substanzen) von Pestizid und Fungizid berichtet, namentl. Flupyradifuron (in D noch nicht auf dem Markt) und Propiconazol (https://royalsocietypublishing…oi/10.1098/rspb.2019.0433).

    In der Diskussion wird auf folgendes hingewiesen:


    "Foragers were consistently more susceptible to these pesticides (up to 4-fold; figures 1 and 3; electronic supplementary material, figures S2–S4). This result is troubling because the official guidelines for pesticide risk assessment (RA) only test in-hive bees, thereby underestimating the risk that pesticides pose for foragers."


    Dies macht deutlich, dass die Testung mglw. nicht die subletalen und letalen Effekte der Sammlerinnen berücksichtigt. Dazu eine Anmerkung meinerseits: Diese sammeln nicht nur auf Pflanzen, die ein einziges Pestizid enthalten, sondern i.d.R. mehrere. Das Gleiche gilt auch für Fungizide - dort sind ebenfalls mehrere ausgebracht, besonders in entsprechenden Plantagen, wo ein Schädlingsschutz zwingend ist. Daraus folgere ich, dass hier beispielhaft eine synergistische Wirkung zweier (!) Substanzen betrachtet wurde, nicht aber von mehreren verschiedenen Substanzen. Ich würde unter realistischen Bedingungen noch drastischere Effekte erwarten; denn eine Sammelbiene begegnet durchaus mehr als 2 unterschiedlichen Substanzen beim Sammeln.


    Abschließend für die Interessierten und des Englischen mächtigen Leser den Hinweis auf zwei Literaturstellen


    - Fabio Sgolastra et al., 2016: Synergistic mortality between a neonicotinoid insecticide and an ergosterol-biosynthesis-inhibiting fungicide in three bee species, in Pest Management Science (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1002/ps.4449)


    - Helen M. Thompson et al., 2014: Potential Impacts of synergism in honeybees (Apis mellifera) of exposure to neonicotinoids and sprayed fungicides in crops (

    https://www.researchgate.net/p…rayed_fungicides_in_crops)

    - David J. Biddinger et al., 2013: Comparative Toxicities and Synergism of Apple Orchard Pesticides to Apis mellifera (L.) and Osmia cornifrons (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3767698/)


    Das Thema wird nicht sehr breit publiziert, möglw. weil es noch zu wenig Untersuchungen dazu gibt. Jedoch sind es nicht zu vernachlässigende Fakten....

    Dann ergänze ich Frage mal etwas:
    ...
    Was übersehe ich?

    Nix - mache ich seit Jahren so. Im Jahr darauf fliegen diese Waben bei der TBE wieder raus und werden als Futterwaben genutzt. Erst nach deren Leerung gehen die in den Schmelzer. So bleiben die Waben i.d.R. 2 Jahre in den Völkern. Hin und wieder wandern die auch nochmal in einen Ableger. Die jungen Kö's lieben solche dunklen Waben. Nach gut 3 Jahren ist dann aber Tausch angesagt...

    Mit dem Abhobeln, wird der Zellaufbau bei der Wabe zerstört. Dabei werden auch eventuell vorhandene eingeschlossene Keime/Gifte wieder freigesetzt.

    ...

    Oder noch besser, den Bienen die Möglichkeit zu geben, eine neue Wabe bauen zu können?

    Korrekt - wem es nicht auf das letzte Kilo Honig ankommt, lässt im HR überwiegend Naturbau anlegen. Dazu reichen Anfangsstreifen o.ä.


    Damit gewinnt man etwas weniger Honig, dämpft aber den Schwarmtrieb ein wenig und schafft Wachs mit wenig Fremdstoffen (je nach Umgebung). Diese unverzichtbare Quelle ist eine Versicherung gg. Verfälschungen, bis auf eingetragene Substanzen.


    Mache ich seit einigen Jahren im 2. HR und bei guter Tracht selektiv im 3. HR (Block mit Anfangsstreifen mittig).

    Wenn Du MW und eine Leerwabe gibst, wird die nur stumpf bis zum Rand mit Futter gefüllt, und das als Dickwabe, das ist sicher :)

    Korrekt, mache ich nicht mehr - früher habe ich BW belassen, was aber dann auch nur bedingt als Fangwabe diente...


    Ich werde es im kommenden Jahr wieder so machen, wie Du es beschrieben hast. Was machst Du mit der verdeckelten BW nach Entnahme ? Einschmelzen, vermute ich.

    Ich habe vermutet, dass bei einer zu hohen Gabe von Futter die bestehende Wabe vollgetragen wird und dann von der Königin nicht mehr bestiftet werden kann. Dann könnte sie nicht mehr als Fangwabe dienen. Deshalb habe ich alle 2 Tage in kleinen Dosen von ca. 0,5kg Zucker mit einer auf 1:1 verdünnten Invertzuckerlösung gefüttert.

    ...

    Vielleicht war ich da zu zögerlich mit der Fütterung. Vielleicht hätte ich die Dosis auch schneller steigern können. Möglicherweise haben auch andere dieses Verfahren angewandt und könnten hierzu etwas beitragen?

    Die LW, die ich als Fangwabe eingesetzt hatte, wurde d. J. bei allen 10 Völkern vollgetragen mit 5 kg Zucker 1:1. Gestiftet hat die Kö' (nicht gekäfigt - kam also direkt vom Brutnest) dann auf den tw. ausgebauten MW im oberen Bereich.

    Ich habe wohl zu schnell zuviel gefüttert.... hätte in kleinsten Portionen geben müssen.

    Darum musste die OXS nach 3 Tagen herangezogen werden. Jedoch sind dir Völker bisher milbenarm geblieben.


    Aus den Arbeitsweisen von rase und Dir schließe ich: Entweder mit Sirup in zwei Gaben die Kiste vollmachen lassen, dabei die LW ggf. nach einer Woche raus in der Hoffnung, dass sie bebrütet wird und dann OXS Behandlung oder mit Fangwabe arbeiten und ganz langsam füttern. Auch dort würde ich OXS einsetzen, bevor verdeckt wird, um sicher zu gehen.


    Man lernt nie aus...

    Aber brauche ich bei tuB bei dadant nicht Unmengen an Material ? Rähmchen und mittelwände

    Mal rechnen für die vereinfachte Variante:

    2 Völker liefern Brutwaben für 1 Brutsammler (BS) ohne Königin*; der kann zweizargig sein bei DNM, Zander oder einzargig bei DNM1,5, DD. Man benötigt somit pro 2 Völker

    - Ersatzrähmchen mit/ohne MW (geht auch mit Anf.Streifen)

    - je nach System 1 oder 2 BR-Zargen mit Boden und Deckel.

    * der BS muss dann den Flugkreis verlassen, um Rekontamination der Altvölker zu vermeiden!


    Nach Behandlung der BS haben die sich eine Kö' gezogen. Die kann man, wenn begattet, behalten und ein überwinterungsfähiges Volk aufbauen oder man entfernt sie und teilt die bienenbesetzten Waben auf vorhandene Völker auf.


    Somit benötigt man pro 2 Völker den Rähmchenersatz für die neuen Brutnester, eine weitere Beute, ggf. vorübergehend für ca. 4 Wochen. Im letzteren Fall bilden die zugesetzten Bienenwaben in den Altvölkern dann die Futterwaben, die nach dem Winter raus kommen.


    Ist nicht so schlimm: Faustregel - man benötigt vorübergehend 50 % mehr Beuten und die zu ersetzenden Rähmchen +/- MW.

    Wow, ich hätte da Sorge, dass das Brutnest verhonigt, sprich, alles was halbwegs zu ner Zelle ausgezogen wird, wird durch Sirup gefüllt.

    Aber wenn du das ausprobiert hast, dann wird das schon passen;-)

    Die Fütterei mit Zucker 1:1 regt Bau, Ein- und Umlagern sowie Brüten an, ist aber mehr Arbeit.


    Bauen nach TBE müssen sie ohnehin und eingelagert wird erstmal wo Platz ist. Eine gute Kö' lässt binnen kurzer Zeit ausreichend Platz für ihre Eilage schaffen.


    Sorry, ist jetzt reichlich OT.

    Beim Schleuderkauf schafft man sich etwas "für Jahre" an... und will sie ggf. wieder verkaufen.


    Neben den vorgenannten qualitativen Merkmalen dürfte eine gute Marke wichtig sein. Den Namen hat sich ein Hersteller nicht umsonst geschaffen, sondern durch Lieferung gleichbleibend hoher Qualität und Service, wenn mal was kaputt geht (passiert immer dann, wenn absolut nicht zu gebrauchen - dann hilft guter Service!).


    Und - Flexibilität ist wichtig:


    Habe eine 4-Waben Tangentialschleuder eines namhaften deutschen Herstellers. In den Korb passen 4 DNM oder 4 Zander oder 8 DNM2/3 oder 8 DD Halbrahmen oder 8 Langstroth oder 4 DNM1,5 (falls mal eine Brutraumwabe zu entleeren ist) oder 4 DD BR-Rahmen. Dazu kaufe ich jetzt einen Radialkorb für 15 Halbrahmen DD oder 15 DNM 2/3. Damit bin ich fast jeder Situation gewachsen...


    Viel Erfolg!

    Bei Sonnenschein gibt's hier auch noch Flugbetrieb, jedoch nur bei denen, die sonnig stehen. Die im Schatten bleiben in den Beuten.


    Ob noch großes Brutgeschäft vorherrscht, bezweifle ich nach den ersten Frostnächten und jetzt um den Gefrierpunkt. Jedenfalls sitzen sie schon eng beisammen und brummen vor sich hin.


    In 3 - 4 Wochen Winterbehandlung...

    Antworten von Wiebe wären jetzt hilfreich!


    Abgesehen von der Problementstehung - dies ist jetzt schwerlich zu ändern - wurden ja Lösungsversuche genannt. Diese könnten ggf. noch etwas bewirken, wenn die Witterung mitspielt.


    Der Zip-Beutel mit angewärmtem ApiInvert Sirup und Löchern auf der Unterseite auf den Rahmenoberträgern über der Bienentraube hilft, jedoch muss Liter für Liter nacheinander gegeben werden. Mit viel Glück bekommt man da noch 6 - 8 Liter rein (8 - 10 kg).


    Futterteig ist aufgrund des notwendigen Wassers jetzt eher nicht die erste Wahl. Die Zeit ist leider um.


    Sollte es gelingen, was schwer einzuschätzen ist, dürfte das wohl nie mehr vorkommen...

    Sammeln von Milben war bisher nicht das Ziel...

    Jedoch die Nutzung von Brut mit Milbenbefall wäre wohl eine Option. Der Zeitpunkt ist mglw. etwas "kritisch", weil der Spitzenwert des Milbenbefalls üblicherweise zum Ende August / Anfang. Sept. erreicht wird

    Ich hab's noch nicht versucht, kann mir aber vorstellen, dass ohne die übliche Winterbehandlung und relativ frühe TBE Ende Mai / Anfang Juni Brutsammler schafft, die eine nutzbare Milbenlast hervorbringt.


    Das würde einerseits die betroffenen Völker nicht übermäßig belasten (, da TBE frühzeitig mit entsprechender Nachbehandlung), andererseits die Milbenlast aus der Sammelbrut nutzen lässt, wenn diese in Form von Puderzuckerbehandlung "gewonnen werden.


    Probier's aus.

    In 4-5 Wochen hat sich die Zahl der Milben aber nochmal verdoppelt. Warum also warten wenn ich JETZT schon was tun kann?


    Gib der Varroa den kleinen Finger und sie nimmt sich das ganze Volk... :)

    Das stimmt natürlich. Ich ging davon aus, dass OXS-Sublimation nicht infrage kommt. Das (!) kann jederzeit erfolgreich eingesetzt werden und wirkt m. E. auch hervorragend ohne Bienen zu schädigen.

    Ein auf 8 DD-Wabengassen sitzendes Volk, das anscheinend brütet sollte i.d.R. die Zeit zur Winterbehandlung erreichen. Wie rase schon schreibt, ist Milchsäure eher schwach wirksam.


    Ich würde hier in 4 - 5 Wochen die Winterbehandlung mit OXS machen. Einmal träufeln oder abhängig vom Milbenfall zweimal bedampfen.


    Im Frühjahr beobachten (Windel oder Auswaschproben) und ggf. frühe TBE im April/Mai.