Beiträge von beemax

    Hallo Golem,


    auch wenn für die Arbeitsweise nur der "praktische Wert" entscheidend ist, sollte man die Hintergründe kennen.


    Alle Flüssigkeiten (und deren Gemische) besitzen einen sog. Dampfdruck. Der ist abhängig von der Temperatur, der Verteilung der einzelnen Komponenten im Flüssigkeitsgemisch und natürlich von der Oberfläche, die zur Verdungstung verfügbar ist und dem Luftaustausch. Prinzipiell kann man die Variation eines Parameters, z.B. der Temperatur durch einen anderen ausgleichen. Praktisch kann man die Temperatur nicht ändern - die ist durch das Zusammenspiel Wetter / Stockklima vorbestimmt. Man kann einerseits die Verdunstungsfläche varrieren oder den Anteil des wirksamen Stoffes in der Mischung - hier Ameisensäure(AS)konzentration.


    Praktisch könnte man bei niedrigeren Temperaturen die Konz. der AS von 60 auf 85 %. Das fällt dann unter Notbehandlung, wenn man feststellt, dass bspw. eine Re-Infektion des Volkes mit Milben nach der üblichen Spätsommerbehandlung erfolgt ist. Dem sind m.E. aber Grenzen gesetzt: die Bienen leiden Schaden, wenn die Konzentration von AS zu hoch ist. Dies kann passieren, wenn die Außentemperatur kurzfristig ansteigt und damit die Konzentration von AS sich in der Stockluft erhöht. Das kann auch noch im Oktober passieren. Somit hast Du bei der 60%igen AS bei ausreichender Wirksamkeit mehr "Puffer nach oben", wenn die Außentemperatur steigt.


    Praktisch bedeutet das aber nur: behandle frühzeitig, solange es noch warm ist, dann benötigst Du keine hoch konzentrierte AS. Ich habe übrigens mit dem Schwammtuch beste Erfahrungen gemacht und teuer ist es auch nicht.


    Beste Grüße


    Rainer

    Hier im Norden ist es noch nicht so weit - da kann ich Clas bestätigen. Die Linde steht in voller Blütenpracht und die Brombeere ist auch noch dabei. Von Räuberei ist nix zu merken - die sind alle noch voll auf Tracht fokussiert. Ich gehe mal davon aus, dass es noch 1 bis 2 Wochen anhält.


    Grüße aus Plön


    Rainer

    Liebe Experten,


    wusste nicht so recht, ob es hier richtig ist - hat ja etwas mit Tracht zu tun:


    Bei einem meiner Jungvölker findet sich auf den Rähmchen im Brutraum Propolis in lachsrotem (!) Farbton. Alle anderen Völker haben entweder wenig oder die übliche grau/braune Klebemasse.
    Das Volk hat nach seiner Erstellung und Präsenz der begatteten Königin ca. Mitte Juni auffällig viel Propolis aufgelagert - gibt es, muss ja nicht schlimm sein. Anfangs roch das Volk auffallend ... nach ranziger Butter o.ä. (Buttersäure ??). Ansonsten gute Entwicklung (sitzt derz. auf 4,5 vollen Brutwaben DNM 1,5 plus HR, der auch angetragen wird).


    Könnte die rote Färbung auf Johanniskraut (Hypericum perforatum) basieren oder hat jemand eine Erklärung ?


    Vielen Dank für Eure Kommentare.


    Rainer

    @ suschi: Bist Du sicher, dass der eine Ableger keine Kö hat ? Frage wurde ja schon gestellt - hast Du eine Weiselprobe gemacht ?


    Wenn der Ableger, mit nur 2 Waben (?!) von Anfang Juni stammt, so ist es doch gut möglich, dass die Kö noch unterwegs ist.


    ASG oder anderes geeignetes Gitter vor das Flugloch des weiselrichtigen Volkes, und in einiger Entfernung den weisellosen Ableger abfegen. Die betteln sich ein, müssen an den Fluglochwachen devot vorbei und sind dann froh, wieder eine Kö vorzufinden. Evt. vorhandene Kö, Drohnen und Afterweiseln bleiben draußen.


    Beste Grüße


    Rainer

    Klar muss uns sein, dass jetzt mit dem Neonic-Verbot sich vieles ändert. Aber auch neues Auftaucht.


    Es kann jetzt also schon sein, dass ganz neue PSM Effekte hinzu kommen, welche durch die Neonic-Nebenwirkungen einfach nicht da waren.



    Habe Eure Kommentare gelesen und möchte noch einen Aspekt hinzufgen, der mir kürzlich in einer der letzten Ausgaben der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Spectrum der Wissenschaft" auffiel: Es ging um "Epigenetik" mit der Gene quasi an- oder abgeschaltet werden.


    Neben der direkten Schädigung von Bienen wird die von toyotafan in seiner "Theorie" vermutete Abfolge u.U. noch verstärkt. Es ist zwischenzeitlich nachgewiesen, dass sog. epigenetische Faktoren, welche in der Genregulation ein komplexe Rolle spielen, vererbt werden. Auch wenn das Erbgut (die DNA) keine Defekte aufweist, kann über die sog. Epigenetik Schädigungen bspw. durch chemische Substanzen wie PSM ein Schaden entstehen, der über mehrere Generationen nachweisbar ist. Dabei genügt schon die kurzzeitige Exposition bspw. einer Larve im frühen Entwicklungsstadium durch vergifteten Pollen. Wenn aus diesen Larven Bienen entstehen, ist das Phänomen je nach Jahreszeit relativ kurz wirksam. Wenn aus diesen Larven Drohnen oder gar Königinnen entstehen, wird das über 3 bis 4 Generationen erhalten. Will heißen, wenn bei der Begattung Spermien transferiert werden, die derartige negative epigenetische Faktoren enthalten, kann es bei der Kö u.U. nix mit einem guten Volk werden. Dabei kommt es sicher darauf an, ob viele oder nur wenige Drohnen betroffen sind. Wenn die Kö selbst betroffen ist, wird es wohl kaum etwas mit ihr werden...


    Ich hab's noch nicht zu Ende gedacht, es erscheint mir aber von großem Einfluss auf die Dinge, die sich oft nicht erklären lassen.


    Beste Grüße


    Rainer

    Hallo miteinander,


    vielen Dank für die anregende Diskussion, auch wenn's mal ironisch - zynisch wird.


    Jetzt schon? :wink:


    Vielleicht liegt es auch an der Carnica, wenn die da nicht bauen. Die Carnica ist ja nicht so baufreudig. :)


    Hier kann ich vermelden, dass es ein Buckfast Volk ist.


    @ Rudi, vielen Dank für Deine praktischen Hinweise. Habe ich so gemacht - und es hilft und hilft ...


    Wieder was gelernt !


    Grüße


    Rainer

    @ toyotafan: ein Missverständnis - ich schrieb von meinem Volk, welches ähnlich hinter dem Schied baute, wie Du es beschrieben hattest. Beim Schreiben kommt halt nicht alles richtig rüber :oops:. Sorry, vielleicht habe ich mich ungeschickt ausgedrückt.


    Eine befriedigende Anwort auf Deine Frage konnte ich allerdings bisher auch nicht herausfiltern...


    Beste Grüße


    Rainer

    Solche Völker sind Zeiger!


    dD


    das mag wohl so sein - nur was zeigen sie an ? Das Volk ist gut entwickelt, sitzt auf 4 BW (1,5 DNM) + DR - alles voll mit Brut in allen Stadien und Pollen in den Ecken. In den HR's wird nach und nach angetragen und befüllt - keine Enge!


    Braucht es für diese Kö möglw. noch zusätzlich Platz zum Stiften ? Das wäre dann relativ zu den anderen "überragend" ?


    Vielen Dank für einen aufschlussreichen Kommentar !


    Rainer

    und weil ich das selber nicht immer so genau einschätzen kann, passiert es dann schon, dass man zu spät zum Aufsetzen des 2ten oder 3ten Honigraum kommt und die Bienen hinterm Schied sich den nötigen Platz selber machen siehe hier:


    Sorry, konnte die Bilder nicht öffnen, vermute aber typischen Wildbau mit Einlagerung von Nektar. Ich habe auch so einen "Kandidaten". Bei 10 Völkern klappt es, nur bei denen nicht. Die bauen ständig am Schied außen / ASG an. Ein Baurahmen hinter dem Schied wird ignoriert - sie bauen eben lieber wild. In dieser Saison habe ich seit der Durchlenzung jede Woche den Wildbau entfernt. Möglicherweise mache ich da etwas falsch. HR übrigens derz. mit 3 Zargen DNM 2/3, der auch befüllt wird. Schwarmneigung bisher nicht zu bemerken. Falls mir einer einen Tipp geben kann, wäre das prima. Ansonsten muss ich weiter kontrollieren und den Wildbau entfernen. Die Saison ist ja bald durch und dann können sie sich verausgaben...


    Danke und beste Grüße


    Rainer

    Vielen Dank für Eure Antworten - ich denke, da kommt nix Brauchbares bei heraus, werde ich also auch abfegen, damit sie sich eine neue Heimat suchen können.


    Dem Drohn musst das nicht erzählen, aber vielleicht kennt beemax den Unterschied im Anfangsstadion nicht:wink:


    dD


    Nein, kenne ich nicht. Kannst Du mir das bitte erklären ? - Herzlichen Dank !


    luxnigra : sorry, vielleicht ein Missverständnis - ich habe Ableger ohne WZ gemacht, die sich WZ gezogen hatten. Nach Schlupf und Begattungsflug kam es aber offensichtlich zum Verlust.


    Beste Grüße


    Rainer

    Liebe Forianer,


    ein Phänomen, das ich in diesem Jahr zum ersten Mal beobachte: Drei Ableger, die ich Mitte Mai erstellt habe (je eine 1,5 DNM-Waben mit "BiaS", Futter- und Leerwabe), haben sich anfangs unauffällig entwickelt und gemacht, was man erwartet: WZ angesetzt, die dann auch geschlüpft sind etc.


    Bei einem Ableger konnte ich die Kö letzte Woche finden und zeichnen; sie hat ein schönes Brutnest angelegt und das Völkchen wächst. Bei den beiden anderen Ablegern habe ich bis heute keine Kö gefunden, obwohl es relativ wenig Bienen sind.


    Der zweite Ableger ist definitiv drohnenbrütig - werde ich am WE abschütteln.


    Beim dritten Ableger sind auch Stifte und Larven vorhanden - ich finde aber keine Kö (..., was nix aussagt). Nun haben sie aber > 4 neue WZ am Wabenrand angesetzt, in denen schon beachtlich große Larven heranwachsen.


    Ist die Jungkönigin nicht brauchbar und die wollen eine neue oder könnten die auch auf dem Weg zur Drohnenbrütigkeit sein ? - Klar kann ich warten, bis man sieht, was aus den Larven wird - ich bin aber neugierig...


    Besten Dank für Eure Hilfe / Ideen


    Rainer

    Moin Andreas !


    ... schön, dass es geklappt hat. Wenn Du Dir die Arbeit schon gemacht hast, würde ich alle (!) Kö's auf der Belegstellt im Sachsenwald begatten lassen. Dann hast Du erst einmal die Gewähr, dass ausgesuchtes genetisches Material "drin" ist. EWK's stehen ja zur Verfügung und das geht normalerweise in 2 Wochen über die Bühne.
    Diese 11 begatteten Jungköniginnen kannst Du dann einweiseln - in den aufgeteilten Sammelbrutableger, in abgeschwärmte Völker o.ä mit den üblichen Vorbereitungen (WZ früh genug brechen etc.). Dabei gibt es ja einige Vorgehensweisen, die hier im IF auch gut beschrieben wurden. Falls es zu Verlusten kommt - Du hast ja ausreichend ...


    Viel Erfolg !


    Rainer

    Moin Uwe,


    da kann ich nun auch mithalten: alles ist jetzt so wie es sein soll. Der Ungeduld des Imkers wurde ein Lehrstück erteilt - alle Damen sind wohlbehalten zurück, stiften und mittlerweile alle gezeichnet.
    Seeehr schööön !


    Was haben wir daraus gelernt ? - Geduld ist angesagt, keine Hektik. Die "Mechanismen", welche die Evolution hervorgebracht hat und die 30 Mio. Jahre Überleben den Bienen gesichert haben, funktionieren sogar in unserer heutigen, kargen und rauhen Umwelt.


    Ich wünsche Dir Spaß und Gelassenheit


    Rainer

    Hallo Markus,


    ja, das mache ich dann nächste Woche, wenn bis dahin nix passiert ist. Es ist halt schade um die jungen Damen....


    Besten Dank und Grüße


    Rainer