Beiträge von beemax

    Ich musste erstmal googeln, was damit gemeint ist. Jetzt verstehe ich die Aussage noch weniger in diesem/deinem Zusammenhang.

    Rechne ich diese ein, muss ich die Imkerei aufgeben. Ganz.

    Dann müssten in Deutschland alle die Imkerei aufgeben.

    Ja klar, denn alternative Optionen für Investitionen sind durchaus attraktiver.


    Wenn ich es richtig verstehe, was JaKi damit meinte, ist, dass man die Sache eben nicht ausschließlich monetär betrachten kann. Stimmt ja auch; es ist aber eine Frage, was mir der eigene Einsatz und die ideelle Belohnung wert ist. Meine Faustformel heißt, Investitions- und lfd. Kosten müssen gedeckt sein und es muss etwas übrig bleiben.


    Da es aber sehr unterschiedliche Jahre gibt und die eigenen Fehler sofort zu Buche schlagen, kann man es nur über Jahre so betrachten.

    Opportunitätskosten sind auch Kosten.

    Theoretisch, kalkulatorisch - praktisch eher von untergeordneten Bedeutung. Opportun betrachtet, gäbe es immer wieder bessere Alternativen, als Bienen zu halten und Honig zu verkaufen; gilt für Geld wie für Zeit.


    Damit befinden wir uns eher im "off"; denn bei der Entscheidung zur Bienenhaltung spielt der Kostenfaktor oft nicht die entscheidende Rolle. Vielmehr sind es die "weichen Faktoren" die wir hier im IF von Beginnern lesen können

    - Beitrag zur ausgewogenen Umwelt ("Es geht mir gar nicht um den Honig")

    - Faszination am selbstregulierenden Biosystem Bien

    - "etwas Gutes tun" (Anerkennung durch Andere)

    - Hobby mit "output" (Honig für Familie und Bekannte)

    etc.


    Diesen Motiven werden dann Investitionskosten untergeordnet, im besten Fall abgewogen, ob Gebrauchtes es auch tut oder Neues alternativlos ist. Und dann gibt's noch die "Materialfreakes"... Auch eigene Unzulänglichkeit(en) sind durchaus Grund für Investitionen und natürlich die jeweils "neue Sau, die durchs Imkervolk getrieben wird" bieten Optionen für weitere Investitionen.


    Insofern sind wir schon viel zu tief im Detail. Wohlgemerkt geht's um vorwiegend Hobbyisten. Die davon leben wollen / müssen, optimieren Prozesse und damit Investitionen.


    Es ist aber eine müßige Betrachtung von der Kostenseite her; denn den Preis bestimmt der Markt. Und ich beanspruchen für mich (!), dass ich Bienenhaltung als praktische, interessante Tätigkeit ansehe, wo am Ende auch etwas übrig bleiben darf.

    ... hätte ich die ganze Kohle, die ich für die Imkerei ausgegeben habe, auch in einen MSCI World investieren können und im langjährigen Mittel 7 % pro Jahr abgreifen können.

    Es geht nicht um Gewinnmaximierung, es geht um Kostendeckung plus Anerkennung. Und die möchte ich, gerade von Kunden. Denen das zu teuer ist, sollen beim Supermarkt kaufen - ganz unten im Regal gibt's den Günstigsten ;) .

    ... aber ihr wisst nicht warum ich das alles mache und tut so, als sei finanzieller Gewinn das einzige akzeptable Kriterium. Habt ihr eigentlich Kinder? Haben die sich finanziell schon rentiert? Inflationsbereinigt und inklusive Opportunitätskosten bei Kaptial und Arbeitskraft? Geld ist nicht alles im Leben.

    Ich glaube schon zu wissen, warum Du das machst. Höchstwahrscheinlich aus den gleichen Gründen, aus welchen die Meisten hier das machen. Und Bienen mit Kindern in Relation zu setzen, .... der Vergleich hinkt!

    Ja klar ist das für mein Gewissen ;).


    Die Frage hieß doch, ob es schadet. Dieses FJ hatte ich tatsächlich keine einzige FW mehr für Ableger übrig. Ansonsten schon.


    Und völlig klar ist auch, dass man im Febr. FT auflegen kann. Der Bien ist ja flexibel.

    Immer wieder dieses "Klein machen" beim Honigpreis. Völlig unverständlich ist mir die Haltung "ist ja nur Hobby und Imkerlinge machen sowieso an den Bienen rum".

    Bauern, Bäcker, Metzger verdienen an unserem Hunger; Ärzte, Therapeuten und die gesamte böse Pharmabranche an unseren Krankheiten usw.


    Und der blinde Nachbarimker, der seinen Honig verschleudert...


    Mittelmaß finden in einem derzeit bewegten Marktumfeld (Lebensmittelherstellung und -vermarktung) ist sicher völlig o.k. Dafür muss ich mich nicht entschuldigen sondern darf stolz darauf sein, dass mein Honig ausschließlich regional gesammelt und verarbeitet wurde, dass er die bestmögliche Qualität hat, dass nix dazugesetzt und nix rausgenommen wurde, dass die Bienen als Sammlerinnen ordentlich behandelt und versorgt wurden und einen wesentlichen Bestäubungsdienst in der Region geleistet haben, dass als Abfall lediglich Nymphenhäutchen, ein kompostierbares Eiweiß, angefallen ist und ansonsten alles in den Kreislauf ging und dass dies alles mit meiner Hände Arbeit und meiner Zeit geschaffen wurde. Das passiert bei uns allen so oder ähnlich und wir trauen uns kaum, dem aktuell allgegenwärtigen Trend zu folgen (Gemüse und Obst verteuern sich um 10 bis 30 %!) ?


    Wir Imkerlinge sind schon sonderbar...

    Dann hast Du offensichtlich noch kein Volk erlebt das an Überfütterung im Winter eingegangen ist... ;-)

    In meinem ersten Imkerjahr ist mir genau das passiert, jedoch mit Sirup. Das Volk war im November erfroren. So eine Lektion vergisst man nicht.


    Wenn ich Ende Sept. ca. 1 kg FT "nachfüttere" in Völker auf mindestens 10 DD-Waben, die im äußeren Bereich tw. zu nur 50 % gefüllt sind, bleibt im Brutnest genügend Platz / offene Zellen.

    Es geht schon damit los, welchen Anteil das Hobby hat (wofür keine Kosten, nur ideeller Gewinn angesetzt werden kann) und welchen Anteil Kostendeckung sein soll. Das kann man gar nicht allgemein fixieren.


    Der Ansatz von hornet ist insofern plausibel, als der Markt den Preis bestimmt. Und ob dieser Preis kostendeckend ist bzw. noch einen Überschuss liefert (, der zumeist für Investitionen draufgehen!), steht dahin.


    Wenn ich bspw. € 7,00 für ein 500 g Glas plus € 0,50 Pfand verlange und im Zuge der aktuell stark anziehenden Preise für Lebensmittel auch 10 % aufschlage, läge der Neupreis bei € 7,70 + 0,55 Pfd. = € 8,25. Der Nachbarimker belässt es aber bei den € 6,50 inkl. Pfd., d.h. ich verliere bspw. 50 % der Kunden und er verkauft mehr - so funktioniert der Markt!


    Ich kann es mir leisten, einen Teil der Kunden zu verlieren, wenn ich einen Preisaufschlag mache, mit dem Argument, dass alle Lebensmittel deutlich teurer wurden und Qualität ihren Preis hat, zumal es fast ausschließlich Handarbeit ist. Wenn mehr Imker sich dessen bewusst wären, könnte man adäquate Verkaufspreise erzielen.


    Insofern liegt der Hase beim Überzeugen der Kollegen/innen im Pfeffer, statt bei der Kostenkalkulation.


    Euch allen wünsche ich Bestpreise!!

    ... ich zählte im August 2021 ein Volk mit 100% SMR und geringen Milbenbefall aus.

    Im Oktober war ich bei der 2. Brutwaben Auszählung erschrocken, was ich da an Milben Brutbefall vorgefunden habe. Eigentlich wird dieses Volk nach allem was ich so als Lehrmeinung kenne nicht überleben.

    Nun wir werden sehen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Habe auch so eine als 100 % ausgewiesene - Du kennst sie (ihre Drohnen). Dort fielen in der zweiten Sept.hälfte täglich 40 - 60 Milben. Es ist das stärkste Volk am Stand - unbehandelt!


    Wie schon angemerkt, es wird im Mai gezählt ( und davon nachgezogen usw.).

    Konzept ist wichtig; denn man verliert sonst die Ziele aus den Augen. Dazu gehört erstmal einfachste Disziplin, z. B.

    - nichts entscheide ich aus der Hosentasche am geöffneten Volk, sondern mache es wieder zu und überlege, was die "große Linie" sein soll,

    - wenn ich weiß, wie es dort hinein passt, handle ich. Selten muss man schnell etwas machen, um den Bienen den Weg zu weisen.

    - unangenehme Aktionen, die dem Ziel dienen, schiebe ich nicht weg, weil "sich später schon eine Lösung finden wird". Diese "Lösungen" entwickeln sich fast immer zum Problem (Arbeit!).

    - Materialmangel vermeiden, d.h., für z.B. 10 Völker habe ich Beutenmaterial inkl. HRe für 15 Völker. Damit kann das Konzept "atmen".


    Ein Forist hatte hier mal sehr gut beschrieben, wie man immer auf dem "level" von 3 Völkern bleiben kann. Ich erinnere mich, dass über die Trachtsaison der Bestand auf 5 Völker wuchs (Schröpfung und Ableger), diese im Spätsommer konsequent zu 3 Völkern vereinigt wurden, mit denen überwintert wurde. Rechnet man das hoch auf die angestrebten 10 Völker, kommt man auf theoretisch 10 WV und 7 Ableger. Daraus z. B. im Spätsommer wieder 10 bis 14 WV zu machen, ist kein Problem. Der Überschuss an Ableger ist Kö'-Reserve, an WV ist im FJ Verkaufsmasse.


    Ich mache das mit 6er Styrokästen für Ableger, in denen kleine Völker auch überwintert werden können.


    Wichtig ist, konsequent zu selektieren und zu realisieren. Mit den Jahren bekommt man Routine und das Probieren hört auf.


    Viel Erfolg!