Beiträge von beemax

    Bei der Situation würde ich einen Schnitt machen: Das ganze Volk auf neue Rähmchen mit MW setzen (abschütteln). Da sie offensichtlich baufreudig sind, kommt unter dünnem Futter (1:1 Zuckerwasser) dann ein geordnetes BN zustande, wenn die Rähmchenabstände korrekt sind. Die Kö' ist noch jung und kann alles neu bestiften. Angenehmer Nebeneffekt - die Milben werden substanziell reduziert. Altes "Bauwerk" samt Brut würde ich in diesem Fall einschmelzen.

    Danke Dir!


    Das mit dem Käfigen der Königin ist son lokales Ding. Irgendwem ist hier einmal ein Volk direkt wieder ausgezogen...

    Habe ich noch nie erlebt, dass bei einer TBE ein Volk abhaut. Vlt. waren sie vorher schwarmtriebig ?!


    Ich käfige die Kö' nicht - sie soll ja legen, in eine Leerwabe, die dann als Fangwabe nach dem Verdeckeln entnommen wird. Kann man auch weglassen - ich folge hier aber dem Prinzip der "Schlechtestenselektion", wie Kleingartendrohn und ribes es immer betonen. Die Königin fangen und vorweg auf die neuen Rähmchen setzen, mindert das Verlustrisiko. Das ist mir schon mal passiert - sehr unschön.


    OXS-Behandlung wie Ralf es angibt.

    Ob diese auf ausgebüchste Schwärme von imkerlich gehaltenen Völkern zurückgehen oder schon länger (> 500 Jahre) existieren, wer weiß das schon?!

    Weiß das echt keiner? Vermutlich auch eine Frage, ob es jemanden interessiert. Mithilfe der Genetik könnte man das sicher schnell raus kriegen.

    Zum Thema "Ausrottung" durch den Menschen

    So wie ich das verstanden habe, ist die Milbe ja erst durch den Menschen in Europa eingeschleppt worden und seit dem rafft es die Westlichen Bienen dahin. Jetzt so zu tun, als wär der Mensch der Retter der Honigbiene... naja.

    Wie soll man vergleichend auf einen genetischen Ursprung analysieren, wenn dieser nicht verfügbar ist ? Das Problem gibt's bei der Paläontologie ständig...


    Die Milbe wäre auch ohne das Zutun des Menschen nach Europa eingewandert - sie war in den 70er Jahren schon in Völkern in Russland zu finden. Und der Mensch ist nicht "Retter der Honigbiene", sondern er unterstützt diese imkerlich. Dass dabei Interesse am Honig seit Jahrhunderten eine Rolle spielt, ist absolut nicht verwerflich - im Gegenteil. Mensch und Bien sind seit langem eine Zweckgemeinschaft zum Wohle beider (Rassen).

    Letztendlich habe ich bislang noch kein Eingreifen des Menschen in die Natur gesehen, was irgend etwas positives bewirkt hätte (wobei positiv noch definiert werden müsste). Selbst wenn man nach krampfhaftem Überlegen irgendwann ein Projekt erinnert, stünde es den negativem Bollwerk der Katastrophenansammlungen doch lächerlich gegenüber. Aber soweit wollte ich gar nicht abschweifen. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob man auch Honigbienen in den Garten locken könnte, aber offenbar eher nicht. :)

    Diese Einschätzung ist fatalistisch und führt sich in letzter Konsequenz ad absurdum. Das ist aber eine andere Baustelle.


    Ja, (Wild)Bienen kann man auch in den eigenen Garten locken. Dazu müsste man eine Wildwiese o.ä. anlegen, diese pflegen und für ausreichend Nistplätze sorgen. Gleiches gilt für Honigbienen, aber da wäre man wieder imkerlich unterwegs, was sich mit der vorgenannten Einstellung schlecht verträgt.

    Ich werde bei der nächsten Ernte einfach mal etwas Leerraum zwischen Brutraum und Bienenflucht geben, sodass die Bienenflucht nicht direkt auf dem Brutraum aufliegt.

    Das wäre nur die "halbe Miete". Ein frisch geschleuderter HR unter einer Bienenflucht wirkt wunder. Wenn noch keine verfügbar, mal 2 oder 3 vorher schleudern; das erleichtert die Sache ungemein.


    black.peterle vielen Dank für den Hinweis mit dem Verbleib der Bienenfluchten bis zur letzten Ernte. Auf die simpelsten Dinge komme ich einfach nicht...

    Haben wir die alle ausgerottet? ?(

    Eine Frage, die m.E. schon bewertend mahnt!


    Honigbienen, betreut durch Imker, sind natürlich züchterisch bearbeitet in bestimmte Richtung(en). Züchterisch unbearbeitete Völker, die der Idee wildlebender Honigbienenvölker vielleicht am nächsten kommen, sind wohl sehr rar. Ob diese auf ausgebüchste Schwärme von imkerlich gehaltenen Völkern zurückgehen oder schon länger (> 500 Jahre) existieren, wer weiß das schon?!


    Zum Thema "Ausrottung" durch den Menschen: Größter derz. Feind der Honigbiene ist die Varroamilbe. An deren Verbreitung war Mensch beteiligt; es wäre m.E. aber auch ohne dessen Zutun gekommen (hätte etwas länger gedauert). Dieser Parasit rafft die Völker dahin, auch und besonders wildlebende. Man kann den Menschen aber nicht für die verheerende Wirkung der Varroen in Bienenvölkern verantwortlich machen. Im Gegenteil - durch imkerliches Tun überleben rein statistisch 85 % der Bienenvölker die Winter!


    Und da sind wir am entscheidenden Punkt: Ist der Mensch durch seine Existenz und sein Tun per se ein Störenfried der erdlichen Naturordnung oder ist er natürlicher Bestandteil dieses Systems ?


    Auch wenn viele Handlungen von Menschen natürliche Ressourcen belasten, es gibt aber genau umgekehrt menschliches Tun, das die Natur unterstützt. Dazu gehören die überwiegende Zahl der Imker, die in ihrer Gesamtheit ein viel umfassendere Verständnis von Zusammenhängen natürlicher Ressourcen besitzen und diese überwiegend unterstützen.


    Insofern liegt in der Frage m.E. schon eine "bias", eine tendenzielle Antwortvorwegnahme: Menschen rotten aus, sie pflegen und unterstützen die Natur nicht!

    Dem, werte Katja, möchte ich persönlich entschieden entgegen treten.

    Es ehrt Dich, auf eine andere Weise Licht in's Dunkel zu bringen! Ich kann Dir diese Korrelation - Drohnenbrutbefall vs. Gesamtmilbenzahl auch nicht benennen. Nach einigen Versuchen mit Drohnenbrutbefall die Milbensituation abzuschätzen, hab' ich's aufgegeben. Es passte selten zueinander, was ich an meiner diletantischen Vorgehensweise festgemacht hatte und am jeweiligen Zeitpunkt der Diagnose.


    Es ist praktisch einfacher und aussagefähiger, mindestens den natürlichen Milbenfall von Zeit zu Zeit zu bestimmen. Dieser ist ziemlich ungenau - am Besten ist die Alkohol Auswaschung oder Puderzucker Bestimmung, die zur Diagnose des Bienenbefalls aussagefähiger ist. Dann weiß man noch immer nicht, wie hoch die Milbenlast in der Brut momentan ist. Dann käme Dein Vorschlag zum tragen. Praktisch fand ich keinen Unterschied zwischen dem Befall von Drohnen- und Arbeiterinnenbrut.


    Für mich ist die Radikalkur der totalen Brutentnahme mit nachfolgender OXS-Behandlung im Sommer ein Garant für die massive Milbenreduktion zum entscheidenden Zeitpunkt. Die Völker kamen bislang immer bestens damit zurecht. Es ist zwar eine Materialschlacht für z. B. 15 Völker, lohnt sich aber. Die Milbenkontrolle danach ist dann eher eine Freude, denn ein Ärgernis.

    Nochmal: Wiese und Weide sind DAUERGRÜNLAND. Das heißt, es ist dauerhaft über unbegrenzte Jahre mit typischen Grünlandpflanzen bewachsen. Das sind auf jeden Fall ausdauernde Gräser, ausdauernde, aber mindestens mehrjährige Kräuter.

    Alles andere ist Ackerland, auch wenn da für eine (oft) festgelegte Zeit Gräser oder / und mehrjährige krautige Pflanzen in Reinsaat oder im Gemenge angebaut wird.

    ...

    Zum Schnittzeitpunkt ist schon richtiges gesagt worden: Samen müssen reif sein.
    Und das Erntegut muss nach dem Abtrocknen abgeräumt werden. Ansonsten werden die Gräser gefördert.

    Wie man das kategotisiert, hilft dem Halbwissenden wenig. Die Insekten und ich leben mit folgendem Kompromiss seit Jahren gut: Erste Mahd im Juni, wenn die Gräser schon Samen bilden. Es wird nicht vollständig gemäht, sondern inselförmig, so dass gut 2/3 noch stehen bleibt. Das fördert die umfassende Samenbildung von Blühpflanzen, die meistens später blühen. Das "Heu" wird nach Trocknung abgeräumt. Zweite Mahd erfolgt hier (!) im August komplett. Dieses "Heu" bleibt gut drei Wochen liegen und wird hin und wieder bewegt, damit die Samen der Blühpflanzen abfallen. Im Sept. wird konsequent abgeräumt. Im Herbst und Frühjahr wird die Fläche konsequent von Biomasse (Blätter, Zweig etc.) befreit, damit der Magerboden erhalten bleibt.


    Ist schon ein bisschen Arbeit!

    Dachaufstellung ist halt immer aufwändig - vom Einrichten über den Zugang bis zum Abräumen. Es gilt zwar als "schick", ist aber Aufwand und am Ende steht man oben und hat den Klippkäfig, zu wenig Rähmchen nicht dabei oder irgendetwas anderes fehlt...

    Könntest Du mal sagen, um wieviele Völker es sich vor der TBE handelt ? Wie WFLP schon erwähnt, lassen sich aus einem SBA im Verhältnis 2:1 Neuvölker machen, wenn die Milbenlast nicht zu groß ist. Es kommt auch auf die Qualität der zugesetzten Königinnen an. Sind diese jung und legefreudig, kann man z.B. auch mit 5 - 6 BW noch ein überwinterungsfähiges Volk aufbauen. Ich mache es so, wie oben erwähnt - Brut 2er Völker ergibt ein Volk mit neuer Königin.


    MW-Neubau lasse ich im August/Sept. nicht mehr machen; diese Einheiten überwintern auf den alten Waben. Im FJ unterziehe ich sie einer TBE im Mai - damit kann ich die Vermehrung der Milben drastisch unterbrechen und es wird freudiger gebaut (auch ohne Füttern)...


    Viel Erfolg!

    Er hat es, soweit ich das beurteilen kann, selbst durcheinander gebracht...

    Er war rechnungstechnisch bei 0,13 mg pro g und vergleicht diese mit einer Tabelle, welche in mg/kg angegeben ist.

    Moniaqua hat recht, bei diesem "worst-case-szenario" landet man am Ende bei 130 mg/kg. Je nach Honig wäre das nachher immerhin doppelt so viel, als er natürlicherweise haben sollte.

    Aber wie auch angemerkt: 2g werden nach dieser Zeitspanne niemals nicht im Honig landen.

    Sorry, wollte keine Verwirrung stiften. Die Tabelle hatte ich nachträglich hinzugefügt, damit die Größenordnung im Vergleich deutlich wird. Ich hatte aber auf die Bezugsgröße in der Tabelle (mg/kg) nicht geachtet, die von meiner abweicht (mg/g) und wie Ihr ja sofort gemerkt habt, 1000-fach höher liegt.


    Ich unterstreiche die Aussage von Vivajohn nochmals.


    Abgesehen davon ist Oxalsäure ein Bestandteil vieler Lebensmittel in den genannten Dosen 100 - 500 mg/kg. Und - man muss schon dauerhaft täglich Grammmengen essen, um sich zu schädigen; mit Honig kaum zu schaffen, selbst wenn dort behandlungsursächlich etwas OXS drin gelandet wäre.


    "Aber möchte mich hier nicht rechtfertigen. Honig ist lecker ob mit oder ohne Oxalaten."


    Nettisrb , hier muss sich keiner rechtfertigen. Es ist völlig i.O., wenn Du Honig mit mögl. Oxalsäureaufschlag nicht essen oder anbieten möchtest. Formal ist es ja auch nicht erlaubt.


    Insofern muss es bei OXS-haltigen Medikamenten zur Varroabehandlung und "0" Wartezeit andere Kriterien bei der Zulassung gegeben haben, als bei dem grundsätzlichen Verbot der Honigernte nach deren Einsatz. Für die Zulassung war wohl eher die (nicht-)Toxizität aufgrund der relativ geringen Menge ausschlaggebend; für das formale Verbot eher die grundsätzliche Überlegung, dass unter keinen Umständen irgendein Risiko eingegangen wird.

    Die Säure ist doch volle Kanne im Volk, auch noch vier Wochen später. Dann könnte man ja auch eine Frühjahrsbehandlung machen und feucht fröhlich danach ernten. Soll man aber nicht. Erklärung bitte.

    Was bedeutet "volle Kanne"?


    Sprühbehandlung mit OXS von Bienen auf Waben beidseitig heißt Flüssigkeitsmenge von ca. 5 ml, max. 10 ml pro Großwabe, entspr. Weniger bei DN-Format. Bei einem bauenden Schwarm nach 1 Woche dürften das 5 - 6 Großwaben sein, somit max. 60 ml OXS 5,7%. Das entspricht dann 3,4 g OXS.


    Diese wird von den Bienen verteilt, tw. hinausbefördert nach dem Antrocknen etc. Wenn davon noch 2 g in einem gefüllten HR mit 15 - 20 kg ankommen, liegt die Konzentration von OXS im Honig bei 2 g / 15.000 g = 0.00013 g bzw. 0,13 mg pro g Honig. Das ist unterhalb der natürlich im Honig vorkommenden Größenordnung (https://www.lebensmittellexikon.de/o0000170.php#4).


    Den Honig würde ich selbst essen oder verkaufen - völlig unbedenklich. Sachliche Risiken gibt es nicht, bestenfalls formale.

    Das mit dem Gleichgewicht müsstest Du uns bitte mal erläutern - welche Balance ist da gemeint ?



    Varroamilben sitzen jetzt zunehmend in der verdeckelten Brut. Die zu erwischen, bedarf einiger Kenntnisse über deren Lebenswandel und den von Bienen. Ich empfehle die unzähligen Diskussionen in diesem Forum zu lesen - da steht viel drin...


    Ohrkneifer fangen m.W. keine Varroen; da ist der Bücherskorpion schon hoffnungslos überfordert.


    Bitte versuch' doch die Bienen mit den herkömmlichen imkerlichen Mitteln zu unterstützen, damit diese das Frühjahr 2021 erleben. Das wäre m.E. für alle Beteiligte vorerst das Beste.


    Von meiner Seite ein herzlich willkommen hier im Forum. Es hat wirklich etwas zu bieten - viel Wissen und Hilfsbereitschaft. Man muss es nur wollen und akzeptieren, was da empfohlen wird - auch wenn unterschiedlichste Meinungen ausgetauscht werden; Vielfalt halt.


    Viel Erfolg mit den Bienen!