Beiträge von vshbee

    Es ist ein Komplex, das stimmt. Und da wird schnell was missverstanden.
    Wir sind eine kleine, aber feine Gruppe von Imkers die einen Weg einschlagen, um der Milbe Herr zu werden. Wir gehen unseren eigenen Weg, und verzichten auf jegliche Subventionen. Wir würden auch keine bekommen, da wir die instrumentelle Besamung im Prinzip ablehnen und nur im ganz eng begrentzten Rahmen durchführen. So wurde z.B. VSH-Sperma aus den USA importiert um eine Basis für die vorher schon von uns selektierten Königinnen zu haben. (Gesetze erlauben keinen direkten Königinnenimport). Die so zusammengefügten Gene der von uns selektierten Biene mit einfachem Ausräumverhalten und der US-Gene mit Ausräumverhalten von infizierten Zellen verspricht!
    Am Ende soll eine Biene dabei herauskommen die von jedermann gehalten werden kann, und nicht ständig besamt werden muss. Daher suchen wir, über Standbegattung, die dominanten Gene herauszuselektieren. Da Luxemburg mittlerweile in ganzen Landstrichen praktisch Bienenfrei ist, gelingt das auch ganz gut(die Standbegattung).
    Aber es wird trotzdem darauf herauslaufen dass in einem bestimmten Gebiet die meisten Imker dann mit einer solchen Biene arbeiten muss, damit die Gene nicht verloren gehen.
    Das aber birgt Konfliktpotential. Dessen bin ich mir bewusst. Und auch deshalb werde ich es hier ganz langsam angehen lassen.


    Die Feiertage über bin ich sowieso mal weg. Also, Ruhe bewahren und Schach spielen. Das stärkt die Sinne und die Logik

    Von den 200 haben 30 VSH-Genetik, aufgeteilt in 2 Lininen. Buckfast und Primorski. Sie bekommen keine Sommerbehandlung, aber eine Winterbehandlung bei Brutfreiheit. Dann wird gezählt. (Nur so ist überhaupt ein Fortschritt erkennbar. Der ja darin bestehen sollte, weniger zu behandeln)
    Nachzuchten von den Besten werden auf einen gesonderten Stand aufgestellt und gar nicht mehr behandelt. Diese Nachzuchten werden standbegattet. Schliesslich soll sich ein dominantes, kein rezessives VSH Gen, oder mehrere, etablieren.
    Wirtschaftlich ist das Ganze tragbar, da praktisch alle Honig bringen.

    Danke Bernhard für deine aufschlussreiche Studien. Aber für mich mit 200 Völkern ist das nicht wirklich neu was da drin steht. Die Praxis zeigt es dir eh.


    Um auf deine Frage zu antworten: Milbenpopulationsdynamik und Bienenmasse eines Volkes ist eine sehr komplexe Sache. Du kannst nicht hingehen und sagen, soundsoviel Milbenfall bei soundso einem Volk bringt dem Volk den Tod. Es spielen sehr viele Faktoren mit. Angefangen von der Genetik, über die Aufstellung bis hin zur Behandlung.
    Aber da du was handfestes brauchst: Meine Erfahrungen zeigen dass "normalgrosse"(das sind die wo bei Wetter wie heute sämtliche Wabengassen besetzten), also Völker mit mehr als 20.000 Bienen durchaus ihre 25% Milben verkraften können. Was aber in keinem Falle erstrebenswert ist, solche Völker soweit kommen zu lassen.

    10 % ist die Schadschwelle. 10.000 Bienen in der Wintertraube; 10 % von 10.000 = 1.000.


    Das ist sehr pauschal.
    Wichtig ist:Die Bienen müssen brutfrei sein bei der Behandlung. Sonst ist eh alle Zählerei umsonst.
    Bei kleinen Völkern mögen 10% die Schadschwelle sein. Grosse verkraften viel mehr. Obwohl, sie werden dann nicht mehr trachtreif für die Frühtracht.
    Es gibt Unterschiede hinsichtlich der Virenresistenz. Es sind die Viren die den Bienen zusetzen, nicht die Milben. Es liegt also an der eingesetzten Linie. Man sollte sich beim seriösen Züchter genau informieren.

    Wespenschäden sind ein Anzeichen dafür dass das Volk eh schon am Ende war. Wer letzten Winter den optimalen Behandlungszeitraum verpasste, hat heuer mit Milben zu kämpfen.
    Neuere Züchtungen à la PJ sind schon im November brutfrei, und dies sehr lange. Man sollte sich als Imker nicht fürchten sich über seine gehaltene Linie gründlich zu Informieren beim Züchter.
    Schliesslich ist die brutfreie Zeit die wichtigste zum Behandeln!

    Wenn du letztes Jahr keine verloren hattest, als rundherum viele starben, hattest du im Winter 2011/12 den richtigen Zeitpunkt erwischt zum behandeln, im Gegensatz zu den meisten Imker.
    Im Winter 2012/13 dann aber nicht. Obwohl es bedeutend einfacher war.

    Während man sich mit alternativen Bienenbehausungen und Betriebsweisen beschäftigt, produziert man keinen Honig. Der Importeur lacht sich dann einen ab.
    Somit schaden solche Projekte mehr als sie je nützen werden.
    Wir müssen produzieren, nicht theoretisieren wenn wir am Markt bleiben wollen.