Beiträge von Manuel91

    Meine Varroaschieber sind ganzjährig draußen und kommen nur zur Varroadiagnose und -behandlung jeweils ein paar Tage im Spätsommer bzw. Spätherbst zum Einsatz. Ansonsten sitzen die Völker immer über offenem Gitterboden.

    Darum plädiere ich auch eher Alte raus , Neue sofort rein. Wo ist egal, Flugloch Oberträger ...

    Möglicherweise ergibt sich ja über die Masse der Tätigkeiten auch ein ähnlich hohe Annahmequote, die man jedoch nicht angeben kann, da man es sich einfach nicht traut.

    Das ist natürlich auch sehr gut möglich. Ich hab es bisher insgesamt auch erst 2-3x ausprobiert, hat aber (wenn ich mich richtig erinnere) gut funktioniert.


    Wollte ja lediglich meine Erfahrung zur Zweitschlupfzelle mitteilen und dass ich damit eine recht hohe Annahmequote habe ;) Ich bestreite keinesfalls, dass es auch andere gute (vielleicht noch einfachere) Methoden gibt

    Ein Beispiel wie man es machen kann: https://www.immelieb.de/imker-praxis/volkervermehrung/

    Bei Schritt 3 wird erklärt, dass man vom Tag 14-19 verschulen (=käfigen z.B. mit Lockenwickler) kann. Ich verschule immer am ersten Tag der Verdeckelung (=Tag 14), weil die Larven da noch relativ unempfindlich sind und ich nicht Gefahr laufe, dass eine Königin eher als gedacht schlüpft und die ganze Zuchtserie vernichtet, wenn ich erst kurz vor Schlupf (Tag 19) verschule.

    Begleitbienen sperre ich allerdings nicht mit ein. Ist das Pflegevolk stark genug, produzieren sie genug Wärme, um die Zellen warm zu halten.

    Alte raus, ein paar Tage warten (2-4) und dann eine neue, eierlegende Königin (...)

    2-4 Tage warten ist so mit die denkbar schlechteste Frist. Entweder 1-2h aber unbedingt vor der Dämmerung (Bienen fühlen sich weisellos, sind aber noch nicht im Nachschaffungsmodus) oder klassisch nach neun Tagen und brechen aller Zellen ins hoffnungslos weisellose Volk.

    Ich finde 90% ist ein guter Wert für Umweiselungen mitten in der Saison. Die paar wenigen Tage beruhen wohl darauf, dass Nachschaffungszellen angesetzt werden und das Volk nicht merkt, dass eine Königin verfrüht (aus der Zweitschlupfzelle) schlüpft. Da die angesetzten Nachschaffungszellen noch nicht alt sind, werden sie schnell wieder ausgebissen. Das hat mir eingeleuchtet und es funktioniert auch relativ gut.

    Bei deinen würde ich alte raus und neue per Zweitschlupfzelle rein oder in etwas Brutfreies (KS/Saugling).

    Ich dachte, Zweitschlupfzelle funktioniert nur bei frisch geschlüpften Prinzessinen:/

    Kann ich aus Erfahrung nicht sagen.

    Ich habe auch dieses Jahr mitten in der Saison meine begatteten und in Eilage befindlichen, diesjährigen Königinnen mittels Zweitschlupfzelle in die Wirtschaftsvölker eingeweiselt: Alte raus, ein paar Tage warten (2-4) und dann eine neue, eierlegende Königin in Zweitschlupfzelle dazuhängen. Kontrolle nach 1 Woche auf Stifte. Klappt bei mir zu ungefähr 90%

    Im oben genannten Heft habe ich noch eine interessante und relevante Passage zur Umsatzsteuer gefunden (wie WFLP auch schon geschrieben hatte):


    "Trotz Umsatzsteuerpauschalierung muss ein Imker aus selbst erzeugten gewerblichen Produkten wie Kerzen und Süßigkeiten oder aus Zukaufswaren die Umsatzsteuer abzüglich der für den Einkauf gezahlten Mehrwertsteuer an den Fiskus abführen, wenn diese Erlöse über 4.000 Euro pro Jahr liegen."


    Das werte ich als Freifahrtsschein (bis 4.000 Euro), steht ja schwarz auf weiß hier :D Muss man nur ein bisschen mehr dokumentieren, um im Falle einer Prüfung alles belegen zu können.

    Passenderweise habe ich mir letzte Woche das "Imkern für Profis - Spezial" gekauft und dort steht in einem Artikel zum Steuerrecht folgendes:


    "Einnahmen aus der Imkerei gelten grundsätzlich als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Wird der Verkauf von selbst erzeugtem Honig, Wachs und Pollen jedoch durch die Weiterverarbeitung zu Honiggetränken, Süßigkeiten oder Kosmetika ergänzt, so kann man steuerlich plötzlich als Gewerbebetrieb eingestuft werden. Für das Finanzamt gilt nur die Imkerei als landwirtschaftlicher Betrieb, deren Umsatz mit solchen ´gewerblichen Erzeugnissen der zweiten Verarbeitungsstufe´ maximal ein Drittel der gesamten Einnahmen beziehungsweise höchstens 51.500 Euro pro Jahr beträgt. Innerhalb dieser Grenzen darf auch zugekaufte Ware weiterverkauft werden, ohne dass man eine steuerliche Einstufung als Gewerbe riskiert - egal, ob es sich bei den zugekauften Produkten um Honig, Bonbons, Bücher oder Kerzen handelt."


    Das heißt für mich, wenn ich mit dem Kerzenverkauf weniger als 1/3 des Honiggewinns einfahre, gerate ich nicht in Kontakt mit dem Finanzamt, richtig?

    Die Sache mit den Verarbeitungsstufen bezieht sich aber nur auf die Umsatzsteuer.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Kerzenherstellung einkommensteuerrechtlich noch als landwirtschaftliche Tätigkeit gilt, gehe aber davon aus. Dann würden für Dich keine steuerlichen Folgen entstehen.

    Ich habe gerade noch etwas weiter recherchiert (https://www.kulschewski.biz/ap…er_Stand_19.02.2019.pdf): Demnach ist man unter 30Völkern komplett befreit von der Einkommensteuer.


    Und in den Link aus dem ersten Beitrag steht ja, dass Imker keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen, wenn sie nur eigene Produkte verkaufen und nichts hinzukaufen.


    Wenn ich das richtig sehe, kann ich also Kerzen aus eigenem Wachs herstellen und verkaufen, ohne irgendwelche steuerliche Abgaben oder Dolumentationen tätigen zu müssen :)

    Hallo liebe Imker/-innen,


    ich habe bereits recherchiert (mithilfe der Suchfunktion oder hier: https://beekeepers24.com/beeke…nn-steuern-faellig-werden), bin aber noch immer nicht ganz schlau daraus geworden. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.


    Ich betreibe eine Hobbyimkerei mit <30 Völkern und habe mich gefragt, ob ich ohne Weiteres überschüssiges Wachs als Kerzen verkaufen darf (z.B. über die Honigverkaufsstellen). Also ohne den ganzen Kram mit dem Finanzamt.

    Kerzen scheinen ja irgendwie die 1. Verarbeitungsstufe zu sein, aber meine Frage bleibt noch unbeantwortet.


    Viele Grüße

    Manuel

    Ich musste dieses Jahr Anfang Februar mitten im kalten Winter meine Bienenvölker von Baden-Württemberg nach NRW umziehen (500 km). Fazit: Sie haben alle überlebt und sind stark ausgewintert (kein Abkoten in der Beute, Futterabriss, heruntergefallene Bienentrauben etc.). Bienen verkraften manchmal mehr als man denkt 😉 Auch wenn ich „Bauchschmerzen“ beim Umzug hatte.

    Zum virtuellen Brutnest in oberen Etagen kann ich leider nichts beisteuern, aber ich hatte dieses Jahr auch DNM-Halbzargen auf meinen DN 1,5er Völkern, die die ganze Saison auf den Völkern über Absperrgitter geblieben sind.

    Ich konnte aber selbst da kein virtuelles Brutnest erkennen: Die Waben wurden zuerst über dem Brutnest gefüllt (der Bereich über dem Leerraum hinter dem Schied blieb leer). Nachdem ich diese Honigräume um 180° gedreht habe, wurde dann auch dieser Bereich mit Nektar gefüllt und es entstanden komplett gefüllte Halbwaben.


    Als ich vor ein paar Jahren mit nur einem Brutraum DNM1,0 geimkert habe, konnte ich das virtuelle Brutnest allerdings immer in der ersten aufgesetzten Ganzzarge (HR) beobachten.