Beiträge von rekmi

    Nicht wenn der HR drauf ist


    Hallo edlBeeFit,


    nicht immer kann man einen ganzen HR drauflassen. Oft sind es dann doch nur angetragene mit einigen Kilo Honig. Besonders die hartwerdende Frühtracht will man nicht unbedingt in die Folgetracht mitnehmen.
    Ich erinnere mich noch mit Unbehagen an den Sommer 2012. Nachdem Abschleudern der ohnehin zu Kandieren beginnenden Frühtracht, gab es eine unerwartet lange und ausprägte Schlechtwetterphase und Trachtlücke. Erst nach drei Wochen setze endlich wieder Tracht ein. Zu den leergertragenen HR brauchte es noch die dicken Randwaben mit Futter. Wer diese nicht hatte, fütterte frühzeitig oder hatte halbverhungerte Völker. Nur bei den stärksten Völkern war es im 12er Dadant nötig eine Futterwabe zuzuhängen.

    Hallo Clas,


    mit den meist üblichen Holzrechen ist das kein Problem. Ich wollte Ihm nur andeuten, dass ein leichterer Honigraum als einziger Vorteil mir für eine Umstellung eines ganzen Systems zu wenig wäre.


    the czar :


    Die legestärksten benötigen schon mal 8-9 Waben, die sie bis auf kleine Ecken vollflächig belegen. Wenn Du noch einen Baurahmen hast, bleibt nur eine oder keine Futterwabe. Das wäre für mich bei Schlechtwetterperioden manchmal ein Problem.

    Hallo vic,


    habe mir auch während der ganzen letzten Saison über die Umstellung Deines Profis Gedanken gemacht. Und bei allen möglichen Gelegenheiten darüber nachgedacht: "Was wäre wenn ich jetzt 10er statt 12er hätte?" Es müssen gute Gründe sein, eine so große Imkerei nochmal umzustellen. Mal abgesehen von dem netten Effekt, dass dann alles neu und einheitlich ist.


    Ein paar Vorteile, die mir spontan einfielen waren:


    • geringere Außenmaße fürs Verladen von mehr Völkern
    • leichtere Honigräume
    • kleine Honigräume gut für frühe und kleine Sortentrachten/Wassergehalt



    Die Nachteile, die mir zu überwiegen scheinen:


    • bei legestarken Königinnen zu wenig Futterrandwaben/reserven (wenn man einen Baurahmen benutzt und nicht einfach in hohen Unterboden bauen läßt)
    • ungünstigeres Holz/Honig-Verhältnis (mehr Honigräume auf einem Volk, insgesamt mehr zu heben/transportieren)
    • weniger Platz zum Schieben der Rähmchen im Brutraum
    • Hoher Boden beim Wandern fast nötig um fehlendes Volumen auszugleichen
    • mehr Honigräume müssen angeschafft werden für die gleiche Erntemenge


    das waren so Dinge, die mir bei der Arbeit durch den Kopf geisterten. Ohne es nun ganz akribisch durchgegangen zu sein.
    Als ich mir einen leeren Brutraum unterstellen mußte, um in einer ungewöhnlich guten Sommertracht an den 7. Honigraum zu kommen und mir klar wurde, dass es bei 10er Dadant vermutlich 8 oder 9 gewesen wären. Freilich ein Luxusproblem.

    Ich möchte noch einmal kurz erwidern, das Thema aber nicht unnötig in die Länge ziehen, da es sich ja vom eigentlichen Mittelpunkt schon sehr entfernt hat und ja die meisten Standpunkte klar dargelegt worden.
    Offensichtlich bin ich interessiert daran, nicht immer wohlmeinende Ansichten zur ökologischen Imkerei zu verbessern oder wenigstens nicht unerwidert stehen zu lassen.
    Warum? Mir liegt an fairem Umgang, der ohne weiteres möglich ist, da wir in Deutschland die vorteilhafte Lage haben, dass unser einheimischer Honig jeglicher Art den Bedarf nicht decken kann. Es gibt also wenige Gründe die paar Mitimker madig zu machen.


    Deshalb nur kurz:


    Henry der Ursprungsgedanke der Verbandssymbole war doch nicht das Marketing. Sicher kennst Du die pionierhaften und historischen Anfänge von Bioland, Demeter und Gäa. Diesen Gründern in diesem Zeitkontext kannst Du das nicht ernsthaft unterstellen? Dass Bioverbände heute Marketingabteilungen haben, ist ein Zeichen der heutigen Zeit. Aber in den Anfängen? Die wurden noch als Müslifresser und Hippies beschimpft. Da machte man sich ein Label eher aus Trotz drauf. Da war damit noch kein Staat zu machen.
    Würdest Du zum Beispiel mal die Bioland-Imker auf Ihrer jährlichen Tagung und auch bei anderen Treffen leidenschaftlich um die Änderungen in Ihren Richtlinien, tierethische Aspekte und CO2-Bilanzen der Wanderungen streiten sehen, würdest Du solche Behauptungen nicht aufstellen.


    Wolfgang. Ich hatte niemanden als naiv beschimpft, wie Du schreibst. Im Gegenteil hatte ich versucht für Bio-Imker und Kunden eine Lanze zu brechen.
    Ich halte mich für einen ausgesprochenen Realisten, der ich von einer zertifizierten Imkerei lebe und das obwohl ich "nur" 5 Euro pro Glas Sortenhonig nehme. Denn ich will, dass auch Studenten und Familien mit kleinem Einkommen meinen Honig kaufen können und er nicht in SUV-Kofferräumen davonschaukelt. Meinen Idealismus bezahle ich alleine.

    Hallo Marion,


    entschuldige aber ich finde es schon pauschalisierend. Für mich liest es sich so:
    Bioimker reiten auf der Biowelle nur um damit möglichst viel Geld zu verdienen. Es ist ihnen zuzutrauen, auch mal konventionellen Honig umzudeklarieren. Sie machen sich dabei zu Nutze, dass der naive Verbraucher noch an glückseelig freifliegende Bienen im Kornblumenfeld glaubt. Schreibe ich dann von Idealismus und ernsthaften Absichten, nennst Du das ein "herausragendes Gegenbeispiel". Wovon?


    Ein Biolabel bewirkt doch nicht, dass sie Dir alle mit Schubkarren voller Geld die Türe einrennen. Wie jeder andere muss sich der Bio-Imker um seine Vermarktung und Honigqualität intensiv bemühen. Und da arbeitet dann jeder mit dem, was er zu bieten hat.

    Hallo Marion,


    entschuldige ich ging von mir aus und den Kollegen, die ich kenne. Und ich schreibe von Imkern und nicht Hähnchenumdeklarierern.
    Mal aus meiner Perspektive:


    Mit ein paar Völkern im Nebenerwerb kann man seinen Idealismus noch seiner überschaubaren Kundenzahl selbst vermitteln und sich die Zertifizierung sparen. Ein Großteil der bio-zertifizierten Imker sind trotzdem Hobby-Imker, die es aus purer Überzeugung und wohl einer Art Stolz tun. Denen kannst Du schlecht unterstellen, auf einer Welle zu reiten. Die zahlen, wie die meisten Hobbyisten drauf.
    Bei größeren Völkerzahlen wird es schon schwierig mit der Kunde-Imker-Kommunikation. Du kannst nicht mehr jedem an der Haustür die Hand schütteln. Durch das Label haben die dann einen gemeinsamen Nenner. Etwas möglichst Verlässliches.


    Ich bitte um Verständnis, dass ich die Unterstellungen sehr unangemessen finde. Hier wird oft darauf bestanden, für seinen guten Honig einen angemessenen Preis zu verlangen. Wer es tut, ist stolz darauf. Den Bio-Imkern dagegen unterstellt man Profitgier, obwohl sich deren Preise doch kaum von denen vernünftiger unzertifizierter Imker unterscheiden. Und das bei gewaltigen Mehrkosten für Bio-Zucker und Kontrollgebühren.


    Und auch der Verbraucher ist nicht durchweg naiv, wie Ihr es hier darstellt. Natürlich beschäftigt er sich nicht mit jedem einzelnen Gegenstand und Nahrungsmittel näher, das ihn täglich umgibt. Aber er ist nach meiner Erfahrung trotzdem interessiert und fragt durchaus nach. Auf Märkten, per E-Mail und sogar Briefen, am Telefon und persönlich machen sich viele die Mühe nachzufragen, was den nun so eine ökologische Imkerei ist. Und sie sind auch kritisch.

    Genau deshalb macht er die Zeichenfolge drauf!


    Er könnte sie weglassen und trotzdem zertifizierter BIO-Imker sein. Er ist nicht verpflichtet, ein Zeichen zu benutzen, von dem er weiß, daß es durch die falschen Vorstellungen, die es weckt oder nicht ausräumt, seinen Umsatz steigern und seinen Preis rechtfertigen wird. Da liegt der Schmuh und der passiert nicht und wird hingenommen. Es wird bewußt und ganz absichtlich daraufhingearbeitet.


    Henry ich finde Deine Unterstellungen, dass sich ein Imker einer Biozertifizierung unterzieht und das seinen Kunden als gemeinsamen Nenner auch in Form eines Erkennungsmerkmales, das beide kennen, mitteilt, um damit mehr zu verdienen, unverschämt. Es entspricht nicht den Tatsachen und ist so unzutreffend, wie Dir in anderen Themen unterstellt wird, eine Belegstelle aus Profitgier zu betreiben.

    Immerhin gibts hier unterschiedliche Auffassungen darüber ob ein BIOLAND-Imker diese Völker aus Sizilien jetzt kaufen und zur Produktion von BIOLAND-Honig einsetzen kann oder nicht.


    Ich finde das ist durch das Einstellen der Richtlinien durch Bioland-Imker doch geklärt worden. Er darf es nicht.


    als Verbraucher erwarte ich von Bio-Honig,
    das der von Blüten stammt, die ohne Kunstdünger oder chemischen Behandlungen gewachsen sind.


    Das kann dem Verbraucher aber in Deutschland kaum jemand 100%-ig realisieren. Und nicht weil "der" Bioimker das nicht will, sondern weil es kaum in seiner Hand liegt. Aber er versucht es nach Kräften und fühlt sich sicher ungerecht behandelt, wenn man ihm das in Abrede stellt.


    Mal ein Beispiel aus meiner Imkerei: Da transportiere ich ein Drittel meiner Völker 90 km weit, um sie in einer Gegend fliegen zu lassen die aus tausenden Hektar eines Biobetriebes und Wald besteht. Mit Durchsichten, Wanderung und Ernte kommen da sicher 1800km zusammen. Macht in meinem Fall zwar nur 0,05l Diesel pro kg Honig, aber stellt sich das der Verbraucher so vor? Bio-Honig?

    Ich habe mich sehr gefreut, dass der Thread vor allem durch Clas Lehmann, Jan, Bernhard und andere so unideologisch und differenziert weitergeht.




    Maxikaner: Du solltest das nicht so schwarz/weiß betrachten. Es ist nicht immer möglich das Optimale zu tun. Aber jedem steht es frei, es zu versuchen.
    Ein Verbraucher von Honig aus ökologischer Imkerei erwartet oft auch, dass die Bienen auf Honig überwintern und ihnen nicht Zucker als Ersatz gefüttert wird. Diese in Italien überwinterten Bienen tun das. Auch irgendwie Bio oder?
    Es ist lange her aber aus meinem ersten Studium (Umweltschutz) weiß ich noch wie enttäuscht ich war, dass Ökobilanzen oft nicht so ausfallen, wie wir das gefühlsmäßig immer glauben. Von der Wiege bis zur Bare ist es ein langer Weg mit vielen Faktoren. Leider ist es gut möglich, dass diese Italien-Überwinterungsmethode eine bessere Ökobilanz aufweist als sie hier mit Zuckerfütterung zu überwintern. Vielleicht ja dadurch auch wesengemäßer? Transport kontra "Zuckerüberwinterung".

    Hallo Henry,


    Du hast Recht. Die EU-Öko-Verordnung lässt Zukauf von 10% zu. Das wußte ich nicht. Danke für den Hinweis.


    Wie Du schreibst, muß Herr Binder sich an die EU-Öko-Verordnung halten und an die Bioland-Vorschriften, die in diesem Fall darüber hinausgehen. Ihm also konventionellen Kunstschwarmzukauf verbieten. (www.bioland.de/bioland/richtlinien.html‎ / 4.10.2.9. Zukauf).


    Die Auslandsüberwinterung ist nur mit Ausnahmegenehmigung von Bioland zulässig und soll bis 2015 in den Richtlinien ausgeschlossen werden.