Beiträge von lindenbaum

    Jeder, der den DIB-Honiglehrgang absolviert hat, darf sie benutzen: Die bekannten DIB-Gläser mit dem noch bekannteren DIB-Gewährstreifen. Am unteren Rand des Etiketts ist Platz für die Sorten- oder Verkehrsbezeichnung. Wer sehr viele Gläser einer Sorte abfüllt, lässt sich diese gleich unten eindrucken, andere beschriften das Blanko-Feld selbst, verwenden Stempel oder im Handel beziehbare Aufkleber.


    Anfangs verwendete ich Stempel, die ich mir von meinem Imkerpaten ausgeliehen hatte. Die Gesamtheit aller frühen Honige von den Krokussen, über den Raps bis hin zum Frühsommer stempelte ich "Frühtracht". Die Gesamtheit aller Honige die ich dann zum Schluss noch schleuderte "Sommertracht". Jetzt ist mir gesagt worden, dass diese Bezeichnungen nicht mehr statthaft sind, da jeweils das Wort "Honig" fehle. Also: Frühtrachthonig, Sommertrachthonig. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es da zwischendurch eine Novelle gegeben hat, die ich übersehen habe, aber in den mir zugänglichen Unterlagen und Veröffentlichungen ist das nirgends ausdrücklich so niedergeschrieben.


    Meine einfache Frage: Wer weiß, wo es steht?

    Zitat

    Im Grunde arbeitet und verfährt man ja schon längst wie ein e.V., indem man Formalien einhält, die auch ein e.V. einhalten muss. Die Umwandlung in einen e.V. ist von daher noch nichtmal ein richtiger großer Schritt, man würde lediglich das Schuhwerk wechseln.


    Mit der Eintragung geht der Spaß erst richtig los. Jede Satzungsänderung und jede Veränderung im geschäftsführenden Vorstand muss notariell beglaubigt dem Registergericht zur Eintragung vorgelegt werden. Wir hatten gestern bei einer Mitgliederversammlung mit Müh und Not erklären können, dass es ausreicht, wenn der Vorsitzende und sein Stellvertreter dem geschäftsführenden Vorstand angehören und in dieser Funktion bei Gericht eingetragen werden müssen. Weil jede Veränderung auf diesen Positionen kostspielige Änderungen im Registereintrag mit sich bringt.


    Bei einem anderen Verein war ich mal neben Vorsitzenden und Stellvertreter als Satzungsmäßiger Geschäftsführer eingesetzt. Mit weitreichenden Kompetenzen für das Tagesgeschäft ausgestattet, setzte ich Vorstands- und Versammlungsbeschlüsse um, hielt den Karren am laufen. Der Gesamtvorstand brauchte nur dann hinzugezogen werden, wenn es um strittige Fragen oder grundsätzliche Änderungen ging. Ist aber nur bei Vereinen sinnvoll, die einen ständigen Übungs-, Wettkampf- oder Aufführungsbetrieb aufrechterhalten und wo ständig organisiert werden muss.


    - Warum gibt es Imkervereine? Weil`s die "schon immer" gibt?


    Weil die Imkerei schon sehr frühzeitig als lern- und wissensintensive Hobby-Betätigung erkannt wurde. Als Langstroth vor etwa 150 Jahren die Betriebsweise im Magazin mit mobilem Wabenbau entdeckte, standen hier bei den Bauern die Strohkörbe und Klotzbeuten rum. Imkereibegeisterter Klerus (Mönche und Dorfpfarrer) und Bildungsbürgertum (der Herr Dorfschulmeister, der Herr Doktor oder der Herr Apotheker) erfuhren davon, führten die neuen Betriebsweisen ein und schulten ihre eigenen Zöglinge erst mal mit diesem neuen Wissen.


    Zur Anschaffung des nötigen Materials und dass jeder der Jungs - es waren halt damals wirklich nur die jungen Männer, die ausgebildet worden waren - einen eigenen Bienenstock neuester Technik mit nach Hause nehmen konnte, erhoben die "Dozenten" einen kleinen Obolus - die Keimzelle des Imkervereins war geboren. Die Bildungsbürger regten dann auch die Vereinsgründung an, waren zumeist bei der Gründungsversammlung Mitbegründer, zogen sich dann aber zügig aus der verantwortlichen Position zurück. Junge Männer ihres Vertrauens wurden in Vorstandspositionen lanciert, der Ideengeber blieb als Spiritus rector mit am Ball. Er gab die nötigen Impulse, wenn es nicht mehr weiterging, er war in den Fachartikeln der gängigen Literatur dieser Zeit belesen, kannte den bereits damals existierenden Imkerei-Versandfachhandel.




    Zitat


    - Welchen tatsächlichen Nutzen außer der Versicherung und ggfs. den DIB-Etiketten hat ein Imkerverein für seine Mitglieder? Oder ist allein das Genannte seine tatsächliche Daseinsberechtigung?


    Das unterscheidet sich von Verein zu Verein. Es gibt Vereine, die betreiben eigene Bienenstände, Lehrbienenstände, Schulungsräume, Belegstellen, eine Honigküche mit Schleuder-, Rühr- und Abfüllanlage. Sie haben ein eigenes Vereinsgelände, organisieren Rabatte für die Erstausstattung der Jungimker, handeln öffentliche Zuschüsse zur Neuimkerschulung und -Ausstattung, zur Seuchen- und Varroabekämpfung aus. Vereine schaffen die edlen Zuchtköniginnen an, aus deren Brut dann edle Töchter für weitere hochwertige Bienenvölker herangezogen werden. Alles zusammen Vorteile, die der Einzelkämpfer niemals erlangen würde.



    Zitat


    - (Weshalb) muß ein Verein einen materiellen Nutzen haben?


    Eine rein ideelle Unterstützung der Mitglieder kostet einen Verein ebenso Geld. Und was Geld kostet bringt im Umkehrschluss dem Begünstigten indirekt auch einen geldwerten, also materiellen Vorteil - und wenn es nur darum geht, einen Fachdozenten von der Uni-Hohenheim an Land zu ziehen.



    Zitat


    Ich glaube der Knackpunkt ist, dass ein Imker ein Eigenbrötler bzw. das Imkern grundsätzlich auf den ersten Blick ein Hobby für Einen alleine ist.
    Die vielen tollen Möglichkeiten in der Praxis wie,um Beispiel gemeinsames Wandern, gegenseitiges Informieren über spannende Trachten (in der Umgebung), Austausch guten Bienenmaterials, gegenseitige Sensibilisierung bzgl. Bienengesundheit und vielleicht sogar vereinsinterne Weiterbildung sind, sicherlich auch ob der vielfach vertretenen Mentalität dem jeweils Anderen die Butter vom Brot zu neiden, da nicht zwingend präsent, wie`s erscheint.


    Wäre die moderne Hobbyimkerei tatsächlich ein Hobby für Einzelkämpfer und Eigenbrötler, würde eine vielzahl von Vereinen nicht existieren und funktionieren. Wer schon mal eine Faulbrutsanierung ohne Bienensachverständige und dem Material des örtlichen Vereins oder der Kreisverbandes durchführen musste, wird die Sinnhaftigkeit einer Verein- und Verbandsmitliedschaft zu schätzen wissen. Man muss, um zu imkern keinem Verein angehören - besser ist es schon.

    Die Gegenüberstellung des Wortlauts ist nicht notwendig. Es muss aber bei der Einladung angegeben werden, welcher Punkt, welches Thema geändert werden soll.
    Wäre der Wortlaut verpflichtend, könnte nicht ein einziges Wort durch die Diskussion und Abstimmung in der Mitgliederversammlung geändert werden und erforderte eine erneute Mitgliederversammlung. Es gibt sogar Fälle, in denen der Wortlaut vorher gar nicht angegeben werden kann.
    Wie die Veröffentlichung der Einladung erfolgen muss, kann/muss in der Satzung festgelegt werden. Wenn dort zum Beispiel ein Aushang an bestimmter Stelle als ausreichend vereinbart wurde, muss nicht jedes Mitglied einzeln angeschrieben werden. Unabhängig von der Tatsache, dass eine persönliche Einladung sicher sinnvoll ist.


    Du hast recht verpflichtend ist diese Gegenüberstellungen im Wortlaut nicht, aber sinnvoll.


    Irgendjemand wünscht ja eine Änderung, diese Änderung sollte ja auch begründet sein. Den wenigsten Mitgliedern eines Vereins liegt eine vollständige Ausfertigung der aktuell gültigen Satzung vor. Bevor also eine Änderung beschlossen wird, sollten sich alle Beteiligten darüber im Klaren sein, ob und wem die Änderung der Satzung dient. Es ist keine Frage der Rechtmäßigkeit - weil rechtmäßig ist es auch, die Versammlung mit einem solchen Antrag inhaltlich zu überrollen. Konstruktive und gedeihliche Zusammenarbeit erhalten ich nur dann, wenn alle informiert sind, wenn alle die Möglichkeit hatten, sich ihre Gedanken zu machen, ihre Wünsche und Vorstellungen in eigenen Anträgen formuliert einbringen zu können.


    Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für die Berichte der Vorstandsmitglieder, der Kasse und Kassenprüfer. Die meisten lesen ihren Bericht ohnehin ab, dann kann ich die Berichte, vor allem die zugrunde liegenden Zahlen, Daten und Fakten den Mitgliedern schriftlich vorlegen. Auch hier habe ich dann Diskussions- und Beschlussgrundlage, wenn alle gleich im Bilde sind bzw. sich hätten ein Bild der Lage verschaffen können. Das kann sogar die Versammlungsdauer - was ja auch zu Beginn des Threads Thema war - extrem eindampfen da: "Der Bericht des Fachwartes/Kassierers/Kassenprüfers liegt vor - gibt es dazu noch Anmerkungen oder Fragen?" Dass man als verantwortliches Vorstandsmitglied dann noch die eine oder andere Anmerkung, Ausführung und Erklärung zu den gelieferten Berichten anhängt oder auf Rückfrage das Thema vertieft, ist dann immer noch möglich - muss aber nicht sein. :)


    Dass es Mitglieder gibt, die durchaus gerne sehen, dass sich im Verein etwas tut, dass sich was verändert und bewegt, die aber dafür keine Eigenleistungen einbringen möchten, wird es immer wieder geben. Dass ein Vorstand auf diese Menschen mit der Erarbeitung von Restriktionen und Sanktionen reagiert ist nachvollziehbar und verständlich. Am Beispiel Fußball: "Ihr wollt in aller Ruhe Fußball spielen? Hier ist der Rasenmäher, wenn das Gras die erlaubte Höhe hat, dann kann es losgehen." Es wird Spieler geben, die werden Rasenmäher und Rechen zur Hand nehmen und die Wiese stutzen, es wird aber auch Spieler geben, die ziehen zum nächsten Verein weiter, wo ein netter Rentner seinen Jungs die Wiese kurz hält. Um dann an der Weihnachtsfeier dafür als Fußballplatz-Blockwart verulkt zu werden. Jedem so, wie er möchte.

    Dramaturgie einer Tagesordnung und ihre Auswirkungen


    Eine Satzungsänderung ist ein solch gravierender Eingriff in das formale Gefüge eines Vereins, dass diese in der Tagesordnung direkt nach Aussprache zu den Berichten und Entlastung des alten Vorstandes, geleitet vom Interims-Versammlungsleiter erfolgen sollte. Könnte ja sein, dass der alte Vorstand unter diesen Voraussetzungen nicht mehr oder ein neuer Vorstand damit nicht kandidieren möchte. Und wer will schon die Katze im Sack kaufen, d. h. sich auf zwei oder vier Jahre in einem Vorstand binden, wenn er dabei eine Satzung umsetzen soll, die er nicht mit unterstützt hat. Also ist die Dramaturgie einer Mitgliederversammlung damit schon entscheidend für die zukünftige Personalie des Vorstandes. Daher ist es nicht unerheblich, an welcher Stelle welche Entscheidungen gefällt werden.



    Der TOP "Satzungsänderung(en)", Informationen über die beantragten Änderungen


    Was geändert werden soll, sollte im Wortlaut und nach Möglichkeit Original und beantragte Neufassung gegenübergestellt als Bestandteil der im Vorfeld zu versendenden Tagesordnung mit ausgehändigt werden. Nur so haben Mitglieder die Möglichkeit, alles zu lesen, zu verstehen und eventuell auch darauf zu reagieren. Das könnte darin bestehen, Fehler und Ungenauigkeiten aus der beantragten Textvorlage zu eleminieren, eigene Formulierungen zu beantragen. Jeder Antragsteller sollte seine Variante auch begründet darstellen können.



    Mit Informationen hinter dem Berg zu halten, halte ich für illegitim. Eine Satzungsänderung erst dann zu diskutieren, wenn der neue Vorstand bereits bewählt ist, ebenso.


    Bei dieser Diskussion frage ich mich, wie andere Vereine das so handhaben? Sportvereine, Musikvereine, oder andere, die durch regelmäßige (Pflicht-) Übungs- und Träiningstunden glänzen? Da dies meist nicht explizip in der Satzung geregelt ist, wird auch keiner beim Fernbleiben mit finanziellen Sanktionen rechnen müssen. Aber ich denke, diese Pflichtstunden sind für das Bestehen des Vereins überlebenswichtig. Ebenso die jeweiligen öffentlichen Veranstaltungen; Wettbewerbsspiele, Konzerte... Ohne geht es nicht, und Spaß macht es auf Dauer dann auch nicht, weil keine Fortschritte erzielt werden.


    Sport- und/oder künstlerische Vereine haben einerseits den Hebel des Leiters, Trainers. Der bestimmt, ob das proben- bzw. trainingsfaule Mitglied beim nächsten Wettkampf/der nächsten Aufführung mit dabei sein darf. Andererseits: Gewisse Betätigungen funktionieren nur im Ensemble oder in der Mannschaft. Womit Alleingänge ausgeschlossen sind. Trifft aber alles auf die Imkerei nicht zu.


    Gesendet von meinem GT-I9195I mit Tapatalk

    Das gilt aber nur für die Höhe der Beiträge, die Fälligkeit u.ä. Die haben in der Satzung aus den von Dir genannten Gründen in der Tat nichts zu suchen. Anders die Art und der Inhalt der Beiträge, der muss in der Satzung geregelt sein (s.o.).


    Wolfgang


    Also nochmal:


    Die einzige gesetzliche Grundlage zum Beitragswesen im Vereinsrecht enthält § 58 Nr. 2 BGB. Danach soll (= muss) die Vereinssatzung (§ 25 BGB) Bestimmungen zum Beitragswesen enthalten, die folgende Fragen beantworten:
    Sind überhaupt Beiträge von den Mitgliedern an den Verein zu leisten?
    Wenn ja, welche Beiträge sind zu leisten?


    Heißt ausformuliert in der Satzung:


    1. Die Mitglieder leisten Beiträge an den Verein.
    2. Die Beiträge können in Form von Geld- und Arbeitsleistung erhoben werden.
    3. Näheres regelt eine gesonderte Beitragsordnung.


    Und schon sind wir aus dem Schneider und unwillige Mitglieder müssen mitmachen - oder austreten.
    Ich würde das nicht so aufschreiben, wenn es nicht in einigen Satzunge von Vereinen wo ich auch verantwortlich tätig bin so niedergeschrieben wäre.

    Hier im kleinen Saarland sind zum Landesimkerverband sechs Kreisverbände zugeordnet, die in etwa dem Gebiet der Landkreise bzw. des Regionalverbandes entsprechen. Innerhalb dieser Kreisverbände sind 85 örtliche Imkervereine organisiert. Mein Kreisverband, der Kreisverband St. Wendel, ist der mitgliederstärkste im Land. In 17 Vereinen sind über 300 Imker organisiert. Der Kreisverband pflegt die Kontakte zu Verwaltung und Gremien des Landkreises, führt durch und koordiniert die Neuimkerschulungen, hält Arbeitsmaterialien für Faulbrutmonitoring und Faulbrutsanierung vor. Er betreibt eine eigene Belegstelle und einen Lehrbienenstand.


    Unser Ortsverein wiederum ist einer der kleinsten Ortsvereine im Kreisverband. 12 aktive Imker zählt der Verein, gleichwohl verfügt der Verein über einen Vereinsbienenstand im Gemeindewald. Somit ersparen sich Neuimker erstmal den Aufbau eines eigenen Bienenstandes. Vereinskollegen, die bereits einen eigenen Stand besitzen, nutzen den Vereinsbienenstand dann gerne zum Aufstellen der Ableger und ersparen sich somit einen zweiten Bienenstand.


    Ich bin damit auch Mitglied im DIB. Darf deshalb DIB-Gläser und Aufkleber nutzen.


    Was ich wohin in welcher Höhe an Mitgliedsbeiträgen zahle, das weiß ich gar nicht. Da ich von Anfang an von den Vorteilen des Kreisverbandes und des Ortsvereins profitiert habe, mache ich mir da auch keine Gedanken drum - bisher haben mich die Mitgliedsbeiträge noch nicht verarmen lassen.


    Nun zu der Frage im Vereinsrecht. Mitgliedsbeiträge, Arbeitsleistungen und andere veränderliche Daten haben in der Satzung nichts verloren. Geschickter ist da, man verweist in der Satzung auf eine eigenständige Beitragsordnung, die dann von der Mitgliederversammlung so beschlossen werden muss. Vorteil: Der Vorsitzende muss nicht bei jeder Beitragsänderung mit einer geänderten Satzung zum Notar und Registergericht. Eine Beitragsordnung könnte auch Beitrag in Form von Frondiensten enthalten. Diese Dienste wären dann je nach Bedarf vom Vorstand zu beschließen.


    Wer das alles nicht will, weder Vorteile noch Lasten, der soll vom Vereinswesen wegbleiben. Wenn dann aber mal was ist - Faulbrut o. ä. nicht gerannt kommen und die BSV um Hilfe bitten. Die sind aus Vereins- und Verbandsbeiträgen ausgebildet worden. Dann gleich zum Veterinäramt, welches dafür sorgt, dass alle Beuten verbrannt werden.

    Kein Problem, setz den Honigraum mit Mittelwänden auf - wenn es Tracht gibt bauen die Mädels sich ihre Vorratskammern schon mal selbst aus. Musst Du halt ein wenig Honig opfern und bekommst dafür reine, fast weiße Honigwaben. Beim Schleudern musst Du mit diesen "jungfräulichen" Bauwerken etwas vorsichtiger sein - bebrütete Waben sind schon mal ein gutes Stück stabiler.