Beiträge von Canislupus

    Raps ist eine Kohlpflanze. Im Frühjahr sucht man sich einen möglichst dicken Stängel, schält ihn dick ab und geniesst die Mitte als leckeren Snack. Schmeckt wie ganz junger, feiner Kohlrabi.
    Ich habe schon jede Menge davon genossen, aber abgefallen ist mir noch nix... :-)


    Die "Gefahr" für das Wild ist, daß die Rapspflanze kaum Bitterstoffe mehr enthält. Dadurch kann das Wild große Mengen davon fressen. Da unser Reh- und Damwild zu den Wiederkäuern gehört, kann das zur Folge haben, daß das Tier nicht genug Rohfaser frisst und es somit wegen verminderter Wiederkautätigkeit zu einer Pansenübersäuerung kommen kann.
    Natürlich hat es dann auch zuviel Eiweiß aufgenommen.
    Das Reh gehört zu den Konzentratselektierern und ist auf konzentrierte Nahrung angewiesen. Deshalb frisst es besonders gerne frische Knospen (ja, auch die von den Rosen der Jagdgegner, die dann wiederum ihre Abneigung gegen die Jagd kurzzeitig vergessen ;-) ), oder frische Triebe anderer Pflanzen. Normalerweise frisst kaum ein Tier von einer Sache, die ihm schaden könnte, freiwillig zu viel. Die wissen auch was ihnen gut tut. Besonders ausgeprägt ist diese Eigenschaft bei Pferden.
    Das Problem liegt also nicht in der Pflanze selber, sondern in der Menge der Futteraufnahme und damit in der Zusammensetzung der Tagesration.


    Sollte das Tier also in einem angepassten Lebensraum leben und nicht großartig im Tagesablauf gestört werden (unter anderem auch durch selbsternannte Naturschtzer die quer durch den Wald "schleichen"), dann sollte das alles kein Problem sein.


    LG
    Canis

    @ Isselbiene
    Wenn man sich an die Zulassungen, und damit an das geltende Recht, hält ist es eben nicht zwingend notwendig nach Beendigung des Bienefluges, bis 23:00 Uhr zu spritzen.
    Gesteuert wird dieses dann i.d.R. über die Wahl des einzusetzenden Insektizides. Diese haben eine Einstufung der Bienegefährlichkeit. Das geht von B1= bienengefährlich bis B4=nicht bienegefährlich. Was hier zum Tragen kommt ist meistens die Abstufung von B4 zu B2= bienengefährlich, ausgenommen bei Anwendung nach dem täglichen Bienenflug bis 23:00 Uhr.
    Es gibt Tankmischungen bei denen der Einsatz bestimmter Fungizide die Einstufung des Insektizides von B4 auf B2 ändert.
    Nun ist es in Wahl des Landwirtes die Mischung so zu wählen, daß er nur zugelassene Mischungen einsetzt. Es ist möglich, auch ohne große Abstriche in der Wirkung. Es gibt also Mischungen die der Landwirt tagsüber spritzen darf, aber eben auch solche, die er erst nach Beendigung des Bienefluges bis 23:00 Uhr einsetzen muss.
    Macht er das anders, so gebe ich Dir Recht, handelt er gesetzeswidrig. Egal ob groß, oder klein. Deinen Argumenten, dass je größer der Betrieb, desto geringer die gesetzestreue kann ich so nicht folgen. Denn auch die Strafen würden beim Großbetrieb bedeutend höher ausfallen als beim kleinen, weil dies i.d.R. mit einem prozentualen Abzug von der Flächenbeihilfe einher gehen. Das Argument der Lohnkosten ist seitens des Landwirtes imho völlig daneben und ich würde es ihm auch nicht glauben.
    Die Frage der Betriebsgröße ist sicher nicht dem einzelnen Landwirt zuzuschieben, sondern eher eine Auswirkung der falschen Agrarpolitik und der Marktverhältnisse.
    Was die Kontrollen angeht, so kann ich Dir versichern, das sie, zumindest hier in Schleswig-Holstein, statt finden. Und zwar oft! Ich habe genug Kunden bei denen ich das sehe. Kontrollen gibt es in der Landwirtschaft übrigens nicht nur beim Thema Pflanzenschutz, auch im Bereich Futtermittel, Stalleinrichtung, Viehbestand usw. wird kontrolliert. Auch wir im Handel habe des öfteren Besuch vom "Amt" ;-)


    -->total zerstörte Straßen und Wege:
    Ich denke die Straßen sind auch dort in einem schlechten Zustand wo keine oder nur wenig Landwirtschaft statt findet. Es sind nicht nur die Landwirte, sonder auch Speditionen die mit schwerem Gerät unterwegs sind


    -->Unmengen an Schweinen und Hühnern ohne Landbesitz
    Das kann garnicht gehen, weil eben nur eine begrenzte Anzahl GV (Großvieheinheiten) bezogen auf die Fläche gehalten werden darf. Hier also nicht immer jeder Polemik glauben schenken.


    -->Brunnenschließungen wegen hoher Nitratbelastung
    Da kann ich nichts zu sagen, das ist mir hier noch nicht unter gekommen. Fakt ist aber, das eine neue Düngerverordnung die meisten Stickstoffgaben im Herbst sehr stark einschränkt oder gar, je nach Kultur, verbietet. Die höchsten Nitratwerte werden aber, soweit ich informiert bin, im Gemüsebau (speziell Salat) gemessen. (Das will ich aber nicht behaupten, da bin ich nicht so sattelfest informiert)


    -->hohe Bodenerosionen, kein Humus mehr
    Das Thema Erosionen ist sicher gegeben, gerade auch leichteren (sandigen) Flächen. Gefördert wird dieses durch das brach liegen lassen von Flächen, weil auf diesen Sommerfrüchte (Mais, Rüben, Sommergetreide o.ä.) angebaut werden soll. Das gefällt mir auch nicht und ist imho für den Landwirt total unwirtschaftlich. Hier ließe sich leicht Abhilfe durch Zwischenfrüchte schaffen. Das würde sehr viele Vorteile für Flora und Fauna ergeben. (das auszuführen würde hier aber zu weit gehen, kann ich aber bei Bedarf mal machen) Die Entwicklung ist hier aber auch eher positiv zu sehen, denn der Absatz von solchen Zwischenfruchtmischung steigt stetig an.


    -->Getreidereifung und mehr mit Glyphosat
    Ich denke hier wird sich in absehbarer Zeit auch gewaltig was ändern. Für meinen Bereich kann ich sagen, dass max 10-20% der Flächen mit Glyphosat zur Ernteerleichterung behandelt werden. Von den meisten Landwirten wird das Thema sehr kritisch gesehen, weshalb sie überwiegend darauf verzichten, obwohl es wirtschaftlich interessant sein kann.


    -->viele junge kranke Landwirte
    Sorry, aber dazu kann ich wirklich nichts sagen. Aber das auf die Landwirtschaft zu beziehen, entbehrt ja wohl jeder Grundlage.


    -->Der kleine Bio- Bauer vielleicht ? der der die "gute fachliche Praxis" auch anwendet ?
    Hmm, jetzt wirds interessant. Was lässt dich glauben, das ALLE biologisch wirtschaftenden Landwirte total gesetzestreu sind? Es gibt in beiden Fraktionen, und das sind zum Glück die Allermeisten, Landwirte, die ihren Beruf und die Verantwortung die daraus resultiert ausgesprochen ernst nehmen! Aber es gib auch in beiden Fraktionen Landwirte die sich eher "am Rand" oder auch etwas jenseits davon bewegen. (Ist wohl in allen Berufen dieser Welt so)
    Hinzu kommt, daß auch im biologischen Bereich Sachen eine Zulassung haben die ich lieber nicht im Essen haben möchte. So sei z.B. erwähnt, dass im biologischen Obstbau Kupferpräperate angewandt werden dürfen um bestimmte Krankheiten aus dem Obst zu halten. Das hat auf einigen Flächen schon den Grenzwert für Cu im Boden um über 50-fache des erlaubten nach oben getrieben. Nach dem Motto: Wir machen es ohne Chemie, wir nehmen Schwermetall.....
    Eine weiterführende Diskussion über konventionelle vs. biologischer Landwirtschaft würde hier wohl auch den Rahmen sprengen.


    -->Was sind das für Landwirte, die auf Hinweise darauf,sofort auf schlimmste Art und Weise beleidigend schreiben ?
    Die Frage sollte doch heißen: Was sind das für MENSCHEN,............ denn die Imker gehören doch auch zu Landwirtschaft, oder nicht? ;-)


    --> Zu WEM halten diese Pöbler?
    Die Pöbler haben es vielleicht einfach auch mal satt, ständig defamiert zu werden. Das hat nun mal garnichts mit den Imkern zu tun, denn diese sind überwiegend sehr beliebt in der Landwirtschaft, sondern vielmehr mit der allgemeinen Gesellschaft. Den der überwiegende Teil davon hat längst den Bezug zu Landwirtschaft verloren und sonnt sich im Wohlstand. Milch kommt aus dem Supermarkt, Fleisch vom Schlachter, Brot vom Bäcker...... wofür brauchen wir die Bauern?
    Hier nehme ich gerne das Zitat: Der Reiche hat viele Probleme, der Hungrige nur eines!


    -->WIE DIE LEMMINGE DEN FELS HERUNTER !
    Musst mich nicht anschreien! Vielmehr habe ich das Gefühl, daß Du, ....ach egal............



    Zum Schluß:
    Ich kenne Dich nicht und kenne somit auch deinen fachliche Hintergrund zur Landwirtschaft nicht. Ich will auch deine Meinung nicht kaputt reden. Jeder kann und soll eine haben. Ich wünsche mir nur, daß das eine oder andere mal etwas differenzierter Betrachtet wird. Der Imker sollte im Landwirt keinen Feind sehen, umgedreht genauso. Themen, die die Presse und serviert sind oft nicht richtig, oder nicht umfassend und abschließend recherchiert. Das sollten wir alle aus anderen Bereichen wissen.
    Ich werde auch die Landwirtschaft nicht als komplett unschuldig darstellen, aber sie macht eben auch meistens nur das, was der Verbraucher fordert und bereit ist zu bezahlen. Jeder würde nach einem biologischem Standard produzieren, wenn der Verbraucher das bezahlen würde. Aber genau das will, oder kann er nicht. Die Einkommen sind eben begrenzt und Lebensmittel müssen billig sein. Leider ist der Anteil der Lebensmittelaufwendung am Einkommen gemessen mit ca. 10-12% so niedrig wie nie, wobei die Lebensmittel gleichzeit so sicher wie nie sind. Aber das ist ein gesellschaftliches Problem, welches wir hier nicht lösen, wohl aber diskutieren können.


    OMG, wer soll das alles lesen ;-)


    LG
    Canis

    Ja, der Umgang miteinander lässt in vielen Foren sehr zu wünschen übrig. Ich denke viele von den Aussagen würden nicht getätigt werden wenn man dem Gesprächspartner gegenüber sitzt. Das ist leider eine Auswirkung der Anonymität des Internets. Auch denke ich, dass viele von denen, die da runkrakelen auch keine Ahnung von der Materie haben und sich eben hinter ihren Nicks verstecken um alles was sie nicht verstehen schlecht zu reden.


    Beim Thema Pflanzenschutzmittel ist es wohl insgesamt unstrittig, dass es illegale Mittel gibt, leider. Aber es wird in der Tat sehr scharf kontrolliert. Seien es angemeldete Kontrollen auf den Höfen, die sich dann auf die Lagerung und Anwendung der Mittel konzentrieren, oder auch unangemeldete Probenahmen auf den Feldern aus der Spritze selbst oder auch ziehen von Bodenproben um diese im Labor zu untersuchen.


    Der Anteil der auffälligen Proben dürfte aber ausgesprochen gering sein und ist mit Sicherheit weiter rückläufig. In diesem Sinne zeigen die Kontrollen ihre Wirkung.


    Was man hier aber auch sagen muss ist, dass nicht jedes "illegale" Mittel gleichbedeutend mit extra giftig oder extra gefährlich ist. In vielen Fällen handelt es sich hierbei um Patentrechtsverletzungen. D.h. dass der Wirkstoff des gefundenen Mittel sehr wohl zugelassen sein kann, aber eben nicht von diesem oder jenem Inverkehrsbringer. Es gibt Firmen in der Branche, deren Geschäftsinhalt besteht darin, zugelassene Wirkstoffe in eigenen Produkten zu verwenden. Hat dieser Hersteller aber keine Lizenz des Zulassungsinhabers ist das Mittel automatisch illegal. Das ist auch gut so, denn in den fertigen Mitteln ist ja nicht nur der Wirkstoff an sich, sondern auch Hilfsstoffe verschiedener Art. Auch diese können Auswirkungen auf die Wirkung des Mittels haben.
    Hier könnte man noch viel mehr Fakten anführen, aber ich eigentlich von Hause aus schreibfaul ;-)
    Das Thema ist ein heisses Eisen und es ist gut so, dass es nicht abkühlt. Nur so bleiben alle Seiten wach und es führt zu einem verantwortungsvollen Umgang und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Nur so haben alle Seiten was davon.


    Gruß
    Canis

    Also, das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Saatgut. Ich deute den Hintergrund mal als Maisstoppeln und würde daher davon ausgehen, dass es sich um Weizensaatgut handelt.
    Es ist offensichtlich auch gebeizt. Welche Beize das ist wird wohl so Spekulation bleiben. Das kann man nichtmal erkennen wenn man das Saatgut in der Hand halten würde. (mit ganz wenigne Ausnahmen)


    Und es ist in der Tat so, daß es dort so nicht hingehört.!! Aber deswegen gleich den Staatsschutz aufs Trapez holen??
    Wenn ihr also öfter an dem Schlag vorbei kommt, ist es denn nicht möglich den Bewirtschafter zu ermitteln und mit ihm persönlich ein Gespräch zu führen? Ich glaube ich kenne keinen Landwirt (und ich kenne einige :-) ) der sich mit Imkern anlegen möchte. Warum auch.
    Oft ist es nicht absichtlich passiert und lässt sich mit einem Gespräch, bei dem beide Seiten ihre Interessen respektvoll vertreten, aus der Welt zu schaffen.
    Ihr könnt sicher sein, dass die Landwirte sehr streng kontrolliert werden und evtl. Vergehen gegen geltendes Recht unmittelbar auf das Portmonnaie schlagen. (Stichwort: CrossComplience)
    Die Landwirte wissen auch wie sensibel das Thema Bienen in der Bevölkerung gesehen wird und werden sich hüten in diesem Bereich auffällig zu werden. Ich denke in diesem hier beschrieben Fall ist einfach Unwissenheit im Spiel oder vielleich auch einfach Gedankenlosigkeit. Ich gehe auch davon aus, dass der Haufen in Kürze eh weggeackert wird.


    Ich hoffe etwas zu Klärung beigetragen zu haben und bin guter Dinge, dass man mit einem klärenden Gespräch so einiges regeln kann.


    LG
    Jan