Beiträge von schritte

    Wenn es um Bäume geht, helfen ehrlich gesagt reine Pflanzenlisten wenig, wenn man den Standort nicht berücksichtigt. Regional- und Lokalklima spielen hier heftig mit rein, dazu kommt der Klimawandel https://www.klimawandelgehoelze.de/klimawandelgeh%C3%B6lze/ . Da hilft nur zum einen in der Nachbarschaft umschauen und zum anderen mit den Nachbarn reden, um zu erfahren was warum vielleicht eben nicht in den Gärten zu finden ist. Hilfreich finde ich immer Vergleiche zu bekannten Arten. Mit "blüht zeitgleich mit Robinie" kann ich mehr anfangen als mit Blütezeit Mai-Juni. Und solche Kleinigkeiten wie "Blüte spätfrostgefährdet", "in der Jugend Winterschutz erforderlich" oder "bildet Ausläufer" stehen auch in den Katalogen nur im Kleingedruckten, sind aber immens wichtig.

    Ich habe hier auf 250 m NN am nördlichen Rande der Wetterau und damit des Weinbauklimas (Esskastanie hat ihren Grenzbereich) gute Erfahrungen mit selbiger gemacht. Auch die Förster pflanzen sie immer mehr wegen der Trockenheitsresistenz im Alter. Dazu Bienenbäume (vertragen jung keine Starkfröste), Streuobst in allen Varianten, Salweide und immerblühende Mandelweide. Haselnüsse stehen schon große da. In einem Garten frisch gepflanzt und somit noch ohne eigene Erfahrung: Schnurbaum, Gleditschie, Henrys Linde, Gelbholz, Zuckerahorn, Blumenesche, Rotahorn, Goldregen, Tulpenbaum, französischer Ahorn. Kriterien: Sie müssen den Familienmitgliedern gefallen und sollen möglichst in Trachtlücken v.a. Pollen liefern.

    Ich gebe zu bedenken, dass gerade "Goldrute, Springkraut und Japanknöterich" gerne verwildern und als invasiv und problematisch angesehen werden. Wurde hier im Forum auch schon (kontrovers) diskutiert.

    Bei einer so großen Fläche kann man es sich erlauben, nur die Bäume mit Hinblick auf die Honigbienen auszuwählen (auch schon mehrfach erwähnt, Pollen ist hier das wichtigere Kriterium) und die Kräuter eher den Wildbienen und dem Naturschutz zu widmen. Die Natur und auch die Kundschaft werden es danken, denen ist das auch wichtig und es kommt immer gut an, wenn der Imker über den Honigglasrand hinaus schaut.

    Ein Problem im Obst kann sein, dass die noch nicht blühende Nachbarkultur - in dem Falle wäre das der Apfel - mit einem für Bienen heiklen Mittel gespritzt wird während die Damen in den Blüten der Nachbarkultur Aprikose unterwegs sind und Abtrift abkriegen. Da hilft ein Gespräch mit dem Obstbauern im Vorfeld.

    Hallo Kikibee,

    das Ganze hängt doch sehr von Deinem Umfeld ab. Eher städtisch und anonym? Dann kann es immer einen geben, der Dir an den Karren fährt. Eher dörflich und man kennt sich? Mal Baulärm abends um halb elf kein Problem? Feten gehen gut ohne Polizei? Dann mach Dir keine Gedanken.

    Insgesamt klingt das was Du vor hast so klein, dass schlimmstenfalls jemand kommt und sagt "Geht so nicht, bitte abbrechen".

    Und mit den genannten Maßnahmen hast Du auf jeden Fall dafür gesorgt, kein superspreading zu erzeugen. Kann man in Augen so machen.

    Grüße

    schritte

    Hinsichtlich Verpflanzen scheinen Bienenbäume recht unempfindlich zu sein. Ich habe schon zweimal einen schon einige Jahre alten Baum (zwischen 20 und 30 cm Stammumfang) mit recht kleinem Wurzelballen verpflanzt. Ging gut. Im ersten Jahr sieht der eher kümmerlich aus mit sehr kleinen Blättern und will gegossen werden, aber dann kommt er.

    rase , Ludger : Habe gerade versucht Euer Video zu CPV auf youtube (Imkerei Sester) zu schauen, leider wegen schlechter Tonqualität unverständlich. Schade, so viel Info und Arbeit. Ist vielleicht ein bisschen viel verlangt, aber könntet Ihr das nochmal in irgendeiner Form machen, gerne auch komprimiert die Essentials? Wäre super. Uund Vielen Dank für Euer Engagement, echt Klasse!

    viele Grüße

    schritte

    noch etwas zur Aussagekraft der Windelkontrolle: Man kann diese jederzeit "eichen", indem bei einzelnen Völkern mit der Auswaschmethode (70% Alkohol oder gefrorene Kühlakkus und Einfrieren) nachmisst.

    Bei Windelkontrolle an evtl. vorhandene Bausperren und ähnliche Bauteile denken, die einen Teil der abfallenden Milben auffangen.

    Einmal wieder erwärmter ("aufgetauter") Honig bleibt weicher als direkt abgefüllter. Wenn ich sehr trockenen Honig (<16%) habe, lasse ich ihn erst einmal im Eimer fest werden und erwärme dann bis zur Abfüllkonsistenz. So vermeide ich "Betonhonig".