Beiträge von Apibus

    Wie seid ihr denn an einen (Sympatischen) Imkerpaten gekommen?Und würdet Ihr Anfängern Dadant oder Zander empfehlen?

    Hallo Junior_Imker , meine Geschichte geht so:


    Auf der Suche nach einem Einstieg, und nachdem ich mich schon eine Weile theoretisch mit dem Thema Bienenhaltung beschäftigt hatte, besuchte ich im Sommer 2013 den Tag der offenen Tür im örtlichen Imkerverein. Dort erklärte ein älterer Imker einigen Besuchern an einem geöffneten Bienenstock, was in diesem Bienenvolk so alles passiert. Ich hörte ihm eine ganze Weile zu und stellte auch ein paar Fragen, wodurch er erkannte dass ich durchaus schon grundlegene Theoriekenntnisse vorweisen konnte. Als die anderen Besucher weitergezogen waren, sprach ich ihn direkt an und fragte ihn, ob er mich bei meinem ersten Bienenvolk als Imkerpate unterstützen würde.


    Er bejahte diese Frage.


    In den darauf folgenden Wochen war ich öfter bei ihm und mit ihm bei seinen Völkern, und sah und lernte dabei viel. Er hat mich die ersten Jahre mit Rat und Tat begleitet, stand für Fragen zur Verfügung und schaute auch mal vorbei wenn ich mir unsicher war, oder half mir mal mit Königinnenzellen oder Mittelwänden aus, wenn ich dringend welche benötigte.


    Hth


    Grüße und viel Erfolg beim Einstieg :-)

    Dann solltest Du vielleicht mal kurz beim Inverkehrbringer der Nachricht nachfragen. Vielleicht hat er eine Erklärung, vielleicht auch nur die bestätigende Beobachtung aus der eigenen Erfahrung ohne Begründung.

    Das habe ich getan und auch eine sehr freundliche Anwort erhalten, nämlich dass diese Erkenntnis vom Großvater aus den 60er Jahren stamme und auch die Erfahrung der letzten 20 Jahre dies uneingeschränkt bestätige. Auch konnte man mit dieser wichtigen Information bereits tausenden Imkern behilflich sein.


    Das kann man jetzt glauben oder nicht. Eine Erklärung WARUM das so sei hat man aber offenbar nicht.

    Aus aktuellem Anlass möchte ich mal diesen Faden wiederbeleben. Habe in dieser Saison mit einer wassergekühlten Mittelwand-Gießform von GRAZE gearbeitet, hat soweit auch gut funktioniert.


    Zwischendurch hatte ich aber leider immer wieder auch MW mit einem großen Riss in der Mitte, oder mit abgerissenen Ecken.


    Wachstemperatur (75-80°C) und Kühlwasservolumenstrom (Matritze handwarm) habe ich wie in der Gebrauchsanweisung eingestellt und aber auch etwas hoch und runter variiert, was das Ergebnis nicht wirklich verbessert hat. Bei dem Wachs handelt es sich um diesjähriges Deckelwachs, Baurahmen, Honigraumwaben tlw. im Naturbau und tlw. auf MW, sowie junge (max. einjährige) Brutraumwaben. Das Wachs hatte ich wenige Tage vor dem MW-Giessen aufgekocht, geklärt und in Blöcke gegossen.


    In der Gebrauchsanweisung heißt es zum Giessvorgang:

    Das Wachs darf nicht zum Aufwallen oder Schäumen kommen. Zu stark erhitztes Wachs muss erst wieder mindestens 14 Tage im Block ausgekühlt und gelagert werden. Es neigt sonst beim Gießen zur Bildung von Rissen und Poren.


    Längsrisse in der Mittelwand, oder andere Fehlgüsse deuten darauf hin, dass zu frisches Wachs verwendet wird. Wachs sollte nach dem Aussc;hmelzen aus der Wabe 4-6 Monate lagern um einen Reifungsprozess zu erreichen.


    Letzteren Effekt kann ich mir nicht erklären und bezweifele ich deshalb: Wenn Wachs verflüssigt wird, dann nimmt es damit einen Aggregatzustand an, unabhängig davon wie lange es vorher fest war. Was soll denn da sonst chemisch-physikalisch passieren?


    Wie ist denn die Erfahrung von Euch MW-Selbstgießern? Könnt Ihr den Punkt mit der Lagerung bestätigen, oder kann jemand erklären was da genau passiert?



    Viele Grüße


    Johannes

    Sind denn die Königinnen aus 2017 so schlecht, dass sie ersetzt werden müssen?

    [...]

    Ich in der Situation würde die Brut aus den Wirtschaftsvölkern bienenfrei in die Ableger geben, würde dann die brutfreien Wirtschaftsvölker mit OS behandeln, anschließend noch 1 Monat päppeln und dann verkaufen.


    Gruß Ralph

    Gibt es im Sommer denn Käufer für Wirtschaftsvölker mit letztjähriger Königin?

    Käufer musst du selbst finden.


    Hallo Ralf Kleingartendrohn


    Dein Tipp mit dem Völkerverkauf war Gold wert. Habe ihn genau so umgesetzt und konnte alle 6 Wirtschaftsvölker zu einem guten Preis verkaufen. Somit bin ich auch darum herum gekommen, 6 1-jährige Königinnen in die ewigen Blumenwiesen zu schicken. Das fühlt sich jetzt definitiv vesser an...


    Dir nochmals vielen Dank für das Aufzeigen dieser Option!


    Die TBE bei den Brutspendern ist abgeschlossen. Bei den Sammlern steht nun morgen die Bildung offener Kunstschwärme an. An dieser Stelle möchte ich allerdings von dem beschriebenen Verfahren abweichen und die Sammler einfach als Völker weiterlaufen lassen, da ich momentan keine weiteren Einheiten benötige und auch keine Königinnen zukaufen möchte.


    Also werde ich morgen alle Brutwaben bis auf 1 Wabe offener Brut + 1 Leerwabe aus den Sammlernentnehmen und einschmelzen und hoffe dass sie so spät im Jahr noch fleißig bauen und wachsen.



    Viele Grüße


    Johannes

    Volk jetzt ziemlich schwach, aber auf drei vorher drohnenbebrütet gewesenen Waben normale offene Brut mit schönem Brutbild.

    Ist also dem drohnenbrütigen Volk eine Königin zugeflogen?


    Oder haben die doch noch eine Arbeiterinnenlarve gehabt und umgeweiselt ohne dass du es gemerkt hast?


    Bienen sind immer für Überraschungen gut...

    Hallo Ihr erfahrenen Bienenflüsterer,


    unter welchen Umständen kann man Waben – mit oder ohne ansitzende Bienen – zwischen Bienenvölkern umhängen? Wann kann man Bienen aus verschiedenen Völkern zusammenbringen? Was ist dabei zu beachten? Wann bekämpfen sich Bienen aus unterschiedlichen Völkern, wann nicht?


    Ich versuche gerade mein angelesenes (Halb-)Wissen und meine eigene bescheidene 5-jährige Erfahrung zu diesem Thema zu sortieren. Würde es gerne noch besser verstehen und habe auch hier im IF keine Zusammenfassung dazu gefunden. Ganz besonders interessiert mich zu verstehen, WARUM das in den einzelnen Fällen klappt oder auch nicht.


    Könnte mir vorstellen, dass so eine Abhandlung vielen Lesern hier helfen würde. Deshalb die Bitte bzw. Einladung, mein im Folgenden geschildertes "Weltbild" zu ergänzen bzw. zu korrigieren falls ich falsch liegen sollte.

    Alte Waben

    Waben mit Verdacht auf Bienenkrankheiten (z.B. mit Kotspritzern) niemals umhängen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich gesunde Völker an den umgehängten Waben infizieren. Solche Waben müssen vernichtet werden.

    Brutwaben ohne ansitzende Bienen

    Brutwaben ohne ansitzende Bienen können problemlos in andere Völker gehängt werden, z.B. zur Verstärkung von schwächeren Völkern oder zum Schröpfen von starken Völkern. Zusammenhängen von Brutwaben bei der Bildung von Brutsammlern ist ebenso problemlos möglich und gängige Praxis.

    Brutwaben mit ansitzenden Bienen

    Brutwaben mit ansitzende Bienen können zur Bildung eines Ablegers, Sammelbrutablegers oder Pflegevolkes, zusammengehängt werden. [Warum bekämpfen die sich nicht? Weil sie jeweils auf "ihrer" Wabe sitzen bleiben solange bi eine neue Königin im Volk ist?]


    Waben mit ansitzenden Bienen in ein anderes weiselrichtiges Volk zu hängen gibt „Mord und Totschlag“. [Warum?]


    Kritisch ist auch, wenn Flugbienen in ein anderes Volk gehängt werden. Diese nehmen die Futtervorräte in dem fremden Volk als Futterquelle wahr, fliegen zurück in „ihr“ Volk und informieren dort die Bienen über die neu entdeckte Futterquelle. Das kann eine Räuberei auslösen, v.a. wenn das Volk noch schwach ist und sich nicht wirkungsvoll verteidigen kann.

    Ableger mit Honigraumbienen verstärken

    Honigraumbienen können nicht direkt in ein anderes Volk gegeben werden, können sich aber einbetteln: Nach einer Rauchgabe werden die Bienen aus einem oder verschiedenen Honigräumen in einen Schwarmfangkorb (oder Honigeimer) abgestoßen und mit Wasser besprüht, damit sie nicht so sehr auffliegen. Vor dem Ableger den Eimer schräg legen oder die Bienen auf eine Einlaufhilfe schütten. Sie werden im Fußmarsch karawanenartig ins Flugloch einmarschieren und das Volk verstärken.


    Siehe Beitrag von Marion

    Honigräume mit Bienen auf anderes Volk aufsetzen

    Geht, ohne Keilereien[Warum bekämpfen die sich nicht?]


    Siehe Beitrag von ribes

    Kunstschwarmbildung

    Bienen (ideal von mehreren Völkern) werden ohne Königin z.B. in eine Kunstschwarmkiste gestoßen oder gefegt. Bienen aus dem Honigraum sind für Kunstschwärme ideal, da eine gleichmäßigere Altersverteilung vorliegt. [Warum bekämpfen die sich nicht?]


    Siehe z.B. hier

    Völker vereinigen / 2-Völker-Betriebsweise

    2 Völker (jeweils im Einzarger) können übereinander gestellt werden, dazwischen Absperrgitter und Folie, die am Eck umschlagen wird (nur kleine Öffnung ca. 5 cm Schenkellänge). Das obere Volk braucht ein separates Flugloch (z.B. 15mm Loch in der Zargenvorderwand).


    Wenn eine der Königinnen entnommen wird (weil so woanders gebraucht oder verkauft wird), dann wird nur das ASG und die Folie entfernt. Die Bienen bekämpfen sich nicht, weil es einen gemeinsamen "Volksgeruch" gibt und die Bienen sich als „ein Volk“ fühlen.