Beiträge von Apibus

    Hallo Rudi nassauer,


    bei dem von Dir beschriebenen Vorgehen mit Scalvinikäfig und Fangwabe treibt mich ein Gedanke um: 31 Tage Brutpause ist ja schon eine lange Zeit, in der das Volk keine Jungbienen erhält, die ja aber dringend für die Aufzucht der Winterbienen benötigt werden. Liese sich also die Dauer der Brutpause verkürzen, ohne die Effektivität der Fangwabe signifikant zu reduzieren?


    Du beschreibst ja folgenden Ablauf (als Beispiel):

    • Tag 1: Königin in Scalvini-Käfig sperren
    • Tag 17: Wabe mit dem Scalvini-Käfig in die Wabentasche und die Königin in die Wabentasche freigeben
    • Tag 31: Fangwabe entnehmen

    Was hältst Du von diesem Ablauf (verkürzt):

    • Tag 1: Königin in Scalvini-Käfig sperren
    • Tag 10: Wabe mit dem Scalvini-Käfig in die Wabentasche und die Königin in die Wabentasche freigeben.
      Die Brut ist noch nicht komplett geschlüpft, Königin bestiftet Fangwabe
    • Tag 15: Jetzt ist die Rest-Brut komplett geschlüpft, freie Varroen ziehen in die noch offene Brut in der Fangwabe ein
    • Tag 25: Brut in der Fangwabe ist komplett verdeckelt und kann entnommen werden


    Das würde die Brutpause immerhin um 6 Tage verkürzen.


    Oder übersehe ich da etwas?



    Danke & viele Grüße aus Heilbronn


    Johannes

    Hallo Rudi nassauer,


    Dein Vortrag bei den Montagsimkern und Deine geduldigen Erklärungen hier sind so ziemlich das Wertvollste das ich seit Jahren gefunden habe. Mich beeindrucken Deine Systematik, Deine Zielorientierung und Konsequenz in der Umsetzung. Ganz herzlcihen Dank dafür!


    Ich versuche das Ganze zu durchdringen und gedanklich auf meine Verhältnisse (6..8 Wirtschaftsvölker im Garten auf Zander ganzzargig, zweiter Außenstandort vorhanden, den ich bisher für die Ablegerbildung nutze) zu "portieren".


    Die Führung von "3 Imkereien" ist nach meinem Verständnis ein gedankliches Konstrukt, das die verschiedenen Zielsetzungen und Maßnahmen der jeweiligen Völker beschreibt, aber nicht unbedingt mit 3 verschiedenen Standorten verbunden ist. Habe ich das richtig verstanden?


    Wofür braucht es bei Deiner Betriebsweise einen zweiten Standort? Hast Du mehrere Standorte, und wie handhabst Du das? Ich könnte mir vorstellen, dass Du Ableger an einen zweiten Standort verbringst, damit nicht so viele Flugbienen zurück in das Muttervolk zurück fliegen. Und Du erklärst ja, dass Du die Altvölker / Brutscheunen auch an einen neuen Stand bringst.


    Wenn Du Altvölker durch Jungvölker ersetzt, geht das bei Dir auch mit einem Verstellen aus dem Flugradius einher?


    Und dann habe ich noch eine Frage zu der Fangwabe: Ich arbeite mit modifizierten Rähmchen. Für die Fangwaben müsste ich Rähmchen mit geraden Seiten einsetzen. Ich würde diese neuen Rähmchen mit einer Mittelwand bestücken und im Frühjahr ausbauen lassen, dann im Sommer vor dem Abernten eine Wabentasche daraus basteln, so wie Du es beschrieben hast. Oder wäre es ausreichend, die Fangwabe vor dem Abernten nur mit einer Mittelwand zu bestücken?


    Danke und viele Grüße aus Heilbronn


    Johannes

    TBE nach Rase

    Danke rase für Deine extremst informativen Videos und Dir Hamburger-Jung für diese gute Zusammenfassung.


    Ich habe die "TBE mit weiselrichtigem Brutsammler" nach Kleingartendrohn in den letzten Jahren mehrfach durchgeführt und wollte dieses Jahr nach rase's Methode vorgehen. Vermehren möchte ich nicht weiter, da ich dieses Jahr schon genügend Ableger gebildet habe. Ein zweiter Standort steht nicht zur Verfügung, und ich bin mit meinem Material wieder mal am Ende.


    In meiner Situation erscheint mir das Verfahren der kompletten Brutentnahme wie vom LLH empfohlen sehr geeignet und dazu sehr einfach: Es werden keine Brutsammler erstellt, sondern alle Völker sind sozusagen Brutspender. Die Brutwaben aller Völker werden (inkl. der darin befindlichen Varroamilben) komplett entnommen und eingeschmolzen. Dadurch sind alle Völker sofort brutfrei und können zusätzlich mit Oxalsäure behandelt werden. Optional kann man auch noch eine Fangwabe verwenden. In dem Flyer wird auch gesagt, dass diese Völker trotz der kompletten Brutentnahme im Juli im August schon wieder mehr Brut pflegen als die mit Ameisensäure behandelte Kontrollgruppe, und sie auch stärker auswintern.


    Bei der tierethischen Bewertung hinsichtlich der vernichteten Brut scheiden sich vermutlich die Geister. Das Verfahren scheint aber sehr einfach und sehr effektiv zu sein.


    Habt Ihr Erfahrung damit? Wo ist der Haken an der Sache, übersehe ich da etwas?



    Danke & schöne Grüße


    Johannes

    Ich hatte mir das Verfahren für mich auf Folien gekleistert, weil ich ein eher visueller Typ bin und mit vielen Worten nicht so viel anfangen kann:

    Würde mich auch interessieren. Stellst Du es für uns ein?

    Hallo zusammen,


    ich durfte hier im IF und in den Videos von Ralf extrem viel lernen. Vielen Dank dafür!


    Das Thema "Bienen aus verschiedenen Völkern vereinigen" habe ich allerdings noch nicht wirklich verstanden. Wann funktioniert das, und wann endet das mit "Mord und Totschlag"?


    • In dem Video von Ostermontag hat Ralf erklärt, bei Volltracht können Honigräume inkl. Bienen problemlos zwischen Völkern getauscht werden.
    • Bei der Bildung von Sammelbrutablegern, TBE-Brutsammlern und Kunstschwärmen geht das ja bekanntermaßen auch problemlos.
    • Jetzt, bei der anstehenden Honigernte, könnte man ja auch auf die Idee kommen, unreife Honigwaben aus mehreren Völkern inkl. Bienen auf einem starken Volk zur Reifung zu sammeln... würde das funktionieren?

    Welches sind die entscheidenden Faktoren? Sind es die jungen Bienen (in den HR)? Volk befindet sich in einer chaotischen Situation / unter Schock / alles neu?


    rase es wäre cool wenn Du dazu morgen noch etwas erklären könntest :)



    Dankeschön und viele Grüße aus Heilbronn


    Johannes

    Meine stehen in der Stadt inmitten vieler Linden. Momentan blüht die Winterlinde.


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    Gewichtszunahme beobachte ich immer nur sehr früh morgens zwischen 6:00 und 8:00 Uhr, und dann wieder abends ab 18:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Dazwischen wird im Wesentlichen Nektar getrocknet und vorgespielt.


    Grüße


    Johannes

    Auf die Gefahr hin, mich als Depp zu outen: Warum ist der Regen so erwähnenswert in Bezug auf die Linden?

    Neben dem Effekt, dass die Linde über die Wurzeln gut mit Wasser versorgt sein möchte, um zu honigen, gibt es m.W. noch einen anderen Mechanismus:


    Bei sehr trockener Witterung können die Bienen den Honigtau, der als klebriger Film auf den Blattoberflächen sichtbar ist, nicht oder nur sehr schwer aufnehmen. Regen verdünnt den Honigtau so, dass die Bienen ihn gut aufnehmen können.


    Gestern hat es bei uns seit langer Zeit endlich wieder etwas geregnet. Der beschriebene Effekt ist sehr schön am Gewichtsverlauf der Stockwaage, auf der ein nur mittelstarkes Volk steht, erkennbar:


    Lindentracht.jpg


    • 3 Tage lang (grün, violett, gelb) nur geringe Zunahmen im Bereich 0,5 kg
    • Gestern (rot) nach etwas nächtlichem Regen den ganzen Tag über deutliche Zunahme von insgesamt 1,7 kg
    • über Nacht (blau) stetige Abnahme - die Bienen trocknen den feuchten Honigtau vom vergangenen Tag. Heute ist es mit nur 13°C recht kühl, daher noch kein Bienenflug.

    Bei starkem, intensivem Regen kann es allerdings auch passieren, dass der Honigtau komplett von den Blättern gewaschen wird, ebenso wie deren Erzeuger. Das ist dann doof.


    Schöne Grüße aus dem Süden

    Hallo,


    ich möchte dieses Jahr meine zweite "TBE mit weiselrichtigem Brutsammler" machen, und zwar mit 4 Brutspendern und 2 Brutsammlern. Und ich möchte möglichst alle 6 Völker mit einer begatteten Königin vom Züchter umweiseln, die ich dieser Tage bestellen möchte, zur Lieferung per Post zu einen festgelegten Termin (möglichst alle mit einer einzigen Lieferung).


    Ich habe verstanden, dass sich Tag 28 anbietet, um dem Brutsammler eine neue Königin über das offene Kunstschwarmverfahren zu geben.


    Wie sieht es mit den Brutspendern aus? Bei denen ist am Tag 28 die Behandlung schon abgeschlossen. Wie bekomme ich die neuen Königinnen möglichst sicher in diese Völker? Oder bietet sich dafür ein anderer Termin als Tag 28 an?


    Ich arbeite mit Zander 1/1, verfüge nicht über Mini-Plus oder Begattungskästchen, und auch nicht über einen zweiten Standort außerhalb des Flugkreises.


    Viele Grüße aus Heilbronn


    Johannes

    Durch den Turm-Aufbau entsteht ein Kamin-Effekt.

    Das mit dem Kamineffekt liest man häufig, ich halte das aber für ein Gerücht. Ein Kamineffekt entsteht nur, wenn es entweder Temperaturunterschiede zwischen unten und oben gibt, oder wenn im Kamin andere Temperaturen herrschen als außerhalb. Beides ist bei einem Zargenturm nicht der Fall. Außer vielleicht in sehr extremen Fällen, wenn der Turm zum Beispiel im Freien steht und tagsüber von der Sonne beschienen wird, oder in einem Raum, wenn sich die Raumtemperatur zwischen Tag und Nacht sehr deutlich ändert. Das kann ich mir aber in der Realität kaum vorstellen.

    Hallo zusammen,


    ich habe wohl auch einen "Schwarm ohne Königin", möchte Euch davon berichten und fragen ob meine Interpretation plausibel ist.


    Und das kam so:


    Am 11.05. einen Schwarm gepflückt, bequeme Höhe, stattliche Größe. Wetter regnerisch und kühl, Kompakte Schwarmtraube, kaum fliegende Bienen. Schwarm hing dort seit einem Tag. Ich ging davon aus, dass da wohl eine alte Königin dabei sein müsste.


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    Schwarm hat sich am Deckel der Schwarmfangbox aufgehängt. Habe ihn über Nacht in der Garage gelassen, die Bienen waren sehr ruhig. Auch das ein Indiz dass eine Königin dabei gewesen sein müsste.


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    Am Abend des nächsten Tages in eine Kiste mit 2 LW, Futterteig und MW gegeben. Seitdem tagsüber Bienenflug wie beim typischen nachmittäglichen Vorspiel, aber den ganzen Tag über viele sterzelnde Bienen am Flugloch.


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    Heute, 3 Tage nach dem Einlogieren, die Kiste erstmals wieder geöffnet: Das Volk ist sehr unruhig und braust. Mittelwände werden ausgebaut. Keine Stifte.


    Meine Interpretation ist, dass es wohl doch ein Schwarm mit unbegatteter Königin gewesen sein könnte, und die Prinzessin nicht vom Begattungsflug zurückgekehrt ist?


    Habe heute jedenfalls eine schlupfreife Zelle von einem anderen Volk in eine der Leerwaben implantiert.


    Ist meine Interpretation plausibel?


    Schöne Grüße :)


    Johannes