Beiträge von olle flachzarge

    Ich bin übrigens das VarroMed Projekt angegangen, weil der Heilige Sankt Bernardo in der biene&natur das als sein Mittel der Wahl vorgestellt hat. Mich würden seine Erfahrungen (und/oder Zahlen) dazu interessieren - denn ich denke mal, er wird welche haben und nicht nur als "Influencer mit Sponsoring" das Zeug unter die Leute bringen...

    Und ich war schon im Januar darauf gespannt, ob er wohl das Verdampfen jetzt auch im Print und auf der ganz großen Bühne als seine zentrale Methode darstellen würde.

    In etwas kleinerem Rahmen hat er sich ja schon sehr mutig dazu bekannt.

    Hat er dann ja aber nicht, was ich verstehen kann, die Folgen könnten schon unangenehm sein für ihn.

    Irgendwie hab ich das VarroMed da so etwas als "offiziell empfehlbare Lösung" verstanden, aber vielleicht hab ich das ganze auch überinterpretiert.

    Raupenstapler kannst du theoretisch von westerhoff bekommen.

    Die werden da aber wohl auch eher einzeln zusammengeschraubt, hab von langen Wartezeiten gehört.

    Und billig sind die auch nicht.

    Deren Vorteil ist der geringe Stauraum, aber die sind recht schwer.

    Ich bin ziemlich zufrieden mit dem ganz kleinen multione, der hebt 250 kg, wiegt aber keine 400kg.

    Wenn man nicht mit großem Lkw unterwegs ist, dann finde ich die Relation sinniger.

    Bin ich der Einzige, der den Honig nicht im Eimern lagert?

    Ich fülle direkt ab, d.h. der Honig wird gerührt und kommt dann ins Glas. Auf die Kartons kommt die Chargenbezeichnung, Menge und Erntezeitpunkt dazu sind dokumentiert.

    Mach ich auch so.

    Nur die Überschüsse, die ich absehbar nicht vermarktet bekomme, gehen im Hobbock an Kollegen.

    Ich hab mir Paletten gebaut, darauf passen dann jeweils ca. 500 Gläser, also ein 250kg-Abfüller als homogene Charge mit gleichem MHD als Losnummer.

    Das MHD ist also für mich die entscheidende Angabe auf jeder Palette, alles weitere (Sorte, Erntedatum, Wassergehalt, Anzahl Gläser) steht zwar auch noch drauf, das findet sich aber auch noch mal extra in den Unterlagen.

    Da freut sich die Biokontrolle immer, wenn alles schön sauber und nachvollziehbar ist und ordentlich dokumentiert:)


    Wie so oft sind hier die Details entscheidend:

    Welche Rähmchenbreite und welcher Rähmchenabstand, das wirkt sich ganz extrem auf das Entdeckeln mit dem Messer aus.

    Wer mit den breiten 28mm Rähmchen und normalen 35mm Abstand arbeitet, der wird sich mit dem Messer quälen, da muss dann ständig nachgefriemelt werden.

    Schmale Rähmchen und/oder Dickwaben, dann gehts mit einem Schnitt ohne Nacharbeiten, und dann überhole ich zumindest meine Selbstwendeschleuder mit ca. 15 Honigräumen pro Stunde.

    Hin und wieder Kaffe geht dann sogar.

    Frage in die Runde: beobachtet ihr das auch, dass Bienen ohne züchterische Begleitung ziemlich schnell wieder in ein "natürlicheres" Verhalten zurückfallen? Ich hab das in 30 Jahren (ohne züchterische Begleitung) nicht erlebt.

    Ich halte das für ein Märchen.

    Fragt sich vielleicht auch, was "züchterische Begleitung" ist, aber ich betreibe noch nicht mal wirklich Basiszucht, eher eine Vermehrung mit anschließender Negativauswahl, und trotzdem sind Eigenschaften wie Sanftmut, Schwarmtriebigkeit, Vitalität und Honigleistung eher besser geworden denn schlechter über die Jahre.

    Eine Herausselektion auf die von ihnen gewünschten Eigenschaften haben die Korbimker der Heide z.B. über dieses Verfahren ja auch erreicht.

    Und in der Demeterimkerei gehts garnicht anders.

    Die Erklärung mit den züchtenden Nachbarn lass ich bei mir auch wirklich nicht gelten, da gibts nicht viele, und Züchter nochmal viel weniger.

    Mein - aus dem Zusammenhang gerissenes - Lieblingszitat von Bergmann und Bergmann ("Moderne Betriebsweise im Magazinbetrieb mit kompatiblen Magazinen vom Typ Langstroth, Zander und Dadant"):


    "Doch entsteht [...] eine nicht zu unterschätzende Arbeitsspitze, die von einem Berufsimker besser bewältigt werden kann, als von einem Nebenerwerbsimker, dem nur die Wochenenden für sein Hobby zur Verfügung stehen.":D


    Beim Entdeckeln bleib ich aber dabei: Für den Nebenerwerb reicht mir das Speedkingmesser, schneller gehts kaum, und bei ergonomischer Gestaltung des Arbeitsplatzes strengt es nicht wirklich an.

    Ich erinnere mal ganz vorsichtig daran, dass Bienen Nektar (oder andere Pflanzenextrakte) erst zu Honig veredeln.

    Ebensowenig wie sie "auf Nektar" überwintern, überwintern sie "auf Zucker".

    Eigentlich fehlt da noch ein Wort für "von Bienen bearbeiteter Zuckersirup"...

    Seine eigene Wachsstrecke zu betreiben ist bestimmt möglich. Das bestreitet wohl kaum einer.

    Es besteht aber ein Bedarf an Mittelwänden auf dem freien Markt, die aus überschüssigem Wachs von sauber arbeitenden Imkereien erzeugt werden müssen. Jungimker, Schnell-Vergrößerer und auch alle jene Kleinimker, die ihre Altwaben aus Bequemlichkeit im Müll entsorgen (Die gibts!) müssen zukaufen.

    Im Biobereich sogar noch mehr: Wer umstellt, muss sein Wachs komplett durch eingekauftes Biowachs ersetzen, und jeder Kleinimker, der gern Biomittelwände kauft, schleust dieses Wachs aus dem zertifizierten Bereich, es ist also fortan kein Biowachs mehr.

    Wenn die Standards für Altwachs, das zur Umarbeitung geht, zu hoch gesetzt werden (nur Entdecklungswachs usw.), dann schaffen wir damit künstlich eine Marktverknappung, die wiederum kriminelle Energie puscht und so möglicherweise den nächsten Beimischungsskandal befördert.

    Och, Lothar Matthäus und ich haltens da eher mit Goethe: "Ein reiner Reim wird wohl begehrt; / doch den Gedanken rein zu haben, / die edelste von allen Gaben, / das ist mir alle Reime wert."

    Och menno,

    vielleicht hätte ich doch anwandern sollen!

    Aber ich tröste mich mit dem Buchweizen, der auch immer noch läuft.

    Wären die Schnucken halt einfach im September gekommen.

    Wäre, wäre, Fahrradkette.

    Jörg K. , was machst denn Du mit verpollten Honigwaben?

    Einschmelzen wirdst du die ja kaum wollen und können, deren Wachs wäre dann ja raus.

    Sauberpulen?

    Oder nutzt du irgendwelche Mittelchen, um die Wachsmotte fernzuhalten?

    Das ist wirklich ein Punkt, der mir bei Nutzung von ungleichem Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum nicht klar ist.

    Ich hab zwar auch schon länger so'n Dutzend Dadantvölker mitlaufen, um das Prinzip kennenzulernen, aber deren Honigwaben können ja rüber in meine Flachzargenvölker.