Beiträge von olle flachzarge

    Ich verstehe schon, dass konkrete Zahlen von Interesse sind. Und auch der Futterzucker muss ja nach einer gewissen Faustformel bestellt werden (und sollte jetzt bereitstehen):

    Ich rechne mit 20kg Zucker pro Volk. Den rühre ich selbst 3:2 an und füttere direkt nach der letzten Ernte Recht zügig in drei Gaben in der Nicotfutterzarge auf.

    Spätestens Mitte August bin ich damit fertig.

    Das geht, weil meine Völker mit recht viel Platz in den Winter gehen (bei mir drei Flachzargen).

    Ich behaupte mal, die Witterungsverläufe der letzten Jahre hatten alle das Zeug zu Varraojahren, auch dieser wieder.

    Hab aber gerade mal meine eingfrorenen Fangwaben aus dem Brutling-Fluglingverfahren zerbröselt und begutachtet, da war nix (ganz anders als in anderen Jahren!). Auch aufsitzende Varroen hab ich nicht (das wäre dann aber auch akut).

    Letztes Jahr wars zumindestens bei mir schlimmer.

    Trotzdem natürlich: Wachsam bleiben!


    Naja, wenigstens hab ich mir jetzt mal frittierte Brut gemacht und weggesnackt.

    Lecker.

    Wichtig ist in meinen Augen ein Gitterboden und ein Wandergitter.

    Mein Beitrag zu diesem kleinen Exkurs, weg von Lindentracht hin zu Wandertechnik:


    Ich setze bei den Wandervölkern vorm Abernten einen Honigraum mit Leerwaben aufs Absperrgitter, darauf die Bienenflucht, darüber die vollen Honigräume.

    Am späteren Nachmittag (notfalls schon nach wenigen Stunden) nehme ich die Honigräume ab, puste die verbliebenen Bienen aus den Waben und verstaue sie bienendicht im Sprinter.

    Die Völker transportiere ich dann einfach direkt so wie sie dann da stehen, also ohne Deckel, nur abgedeckt von der Bienenflucht.

    Zusammen mit dem Gitterboden kann die Luft gut durchströmen, wenns bruttig heiß war, dann hab ich auch schon mal etwas Wasser durch die Bienenflucht gegossen.

    Auf jeden Fall die feinen Gaumen meiner Kunden. Und die zählen mehr als Wissenschaft und Glaube.

    Ich fülle ja auch vor dem ersten Festwerden ins Glas ab, Demeter-mäßig sozusagen. Finde das aus verschiedenen Gründen auch sehr naheliegend.

    Aber Aussagen wie "Dein/Ihr Honig ist einfach der beste der Welt" werden wir wahrscheinlich alle ständig hören, auch wenn wir mit ganz unterschiedlichen Methoden arbeiten. Da würde ich mir nicht allzuviel drauf einbilden.

    Ich übersetze mir das inzwischen immer als "ich finds gut, was du machst, der Honig schmeckt, ich will was nettes sagen". Und das ist ja auch völlig ok so.

    In diesem Zusammenhang noch mal der Tip:

    Holt euch eine alte Gefriertruhe und rüstet die auf 13°-14°C um. Das geht recht einfach mit Steckdosenthermometer, ich habs auch hinbekommen, obwohl ich in solchen Dingen auch nicht McGyver bin.

    Hier hab ich schon mal beschrieben, wie man damit auf recht clevere Weise den Honig "mit sich selbst" impfen kann.

    Ich beziehe mal eine Gegenposition:

    Wer mehrere Nachschaffungszellen stehen lässt, wird durch bessere Königinnen belohnt. Ist keine ganz neue Erkenntnis, J.-H. Bergmann betont diesen Aspekt in seinem Buch "Grundsätze und Verfahren der Basiszucht". Er beschreibt darin, wie er in seiner 150-Völker-Imkerei seit über 20 Jahren bewusst diesen Weg gegangen ist. Schwärmen war für ihn kein Thema, und die Qualität der Königinnen hielt er für besser, da mehrere Königinnen zum Schlupf kommen (nicht nur die "schnellste"), und die beste übrigbleibt.

    Ganz so viel Erfahrung habe ich noch nicht, aber eine obere dreistellige Zahl an Königinnen habe ich inzwischen auch so in Brutlingen nachziehen lassen und habe nur sehr vereinzelt Schwärme gehabt, nämlich dann, wenn die Schwarmstimmung schon vorher vorhanden war.

    Im langjährigen Mittel hat man in 90% der Kisten am Ende eine Königin, die auch im nächsten Jahr noch da ist.

    Der Auslass ist bei meinem Siebkübel auch nicht übermäßig groß dimensioniert, wenn man den mit voller Pumpleistung befüllt, dann läuft der Kübel über, weil der Honig nicht ausreichend schnell abfließen kann.

    Aber unter der Schleuder sollte das eher nicht passieren.

    Oder schließt du den Quetschhahn der Schleuder zwischendurch und befüllst nur stoßweise?

    Dann könnte ich mir das vorstellen...

    Ich kenn den von logar nicht, benutze einen von Holtermann, 50kg, inzwischen auch eingebunden in ein etwas komplexeres setting mit Honigsumpf vorweg und so...

    Aber: der Witz beim Siebkübel ist ja der, dass im besten Fall das Sieb garnicht verstopft, weil das Wachs im Honig aufschwimmt und nicht erst am Sieb hängenbleibt (und damit auch das Sieb verstopft).

    Ich hab deswegen früher, als ich noch nur damit gesiebt habe, den Kübel erstmal mit sauberem Honig gefüllt.

    In deinem Fall: Siebkübel unter die Schleuder, darauf dann das olle Doppelsieb. Jetzt Quetschhahn auf. Wenn der Siebkübel voll ist, dann ist auch das Doppelsieb zu, aber das wird jetzt auch nicht mehr gebraucht.

    Ab jetzt lässt du den Honig direkt einlaufen, das Wachs schwimmt auf und das Sieb des Siebkübels bleibt frei.

    So ging's immer für einige hundert Kilo gut...

    Eine 40l Hydropresse schafft ca. vier Füllungen pro Stunde.

    Durch die kurzen Presswege der Hydropresse geht es viel, viel schneller als in Spindelpressen.

    Und teuer sind die auch nicht mehr.

    Ich benutze eine handgeführte Rührmaschine mit einem für Lebensmittel geeigneten Rührquirl von der Firma Eibenstock.

    Durchmesser 160mm, mit einer 150mm Verlängerung.

    Die kleinen Quirle aus dem Imkeibedarf sind meist zu zierlich für sowas, und wenn sie im Futter gespannt sind, dann macht das schnell Probleme.

    Mit obiger Ausführung kann man völlig mühelos sehr zügig so viele große Abfüller nacheinander rühren, wie man möchte.

    Auch cremigrühren.

    Ein viertes Gefäss wirst du immer brauchen wenn du homogenisieren willst. Ich mache das nicht. Warum du?

    Wenn man irgendeine Aussage über eine Charge machen möchte (Wassergehalt, Sorte, Rückstandsfreiheit), dann muss diese Charge in sich vollkommen homogen sein.

    Ich finde die angepeilte Chargengröße nachvollziehbar.

    Eine Pollenanalyse für jeden hobbock beim Sortenhonig wäre beispielsweise völlig unwirtschaftlich.

    Die Duensings verkaufen Lyson.

    Ich hab von denen auch einige 200l Abfüller, die ich sehr gut finde. Aber 280kg gehen da nicht rein, wenn man noch rühren will, eher so 250...

    Nur Mal am Rande:

    Ich habe 2018 von "Mehrwegeglas" auf "Pfandglas 0,15€" umgestellt.

    Vorher sind eher vereinzelt mal Gläser zurückgekommen, jetzt läuft's richtig gut, Rücklaufquote bei 75% oder so, die Läden arbeiten da auch sehr gut mit.

    Ich war ganz erstaunt, was dieser Centbetrag bewirkt.

    Eventuell müssen aber auch erstmal viele Gläser im Markt sein, bis dann der Rücklauf gut funktioniert.

    Hab eh schon immer (auch deswegen) die Nassklebeetiketten benutzt, die machen gar keine Arbeit beim Ablösen.

    Natürlich wird jedes Glas nochmal gespült, dass muss ein neues Glas ja aber auch...