Beiträge von Baudus

    Hallo Beemax,

    das weiß ich schon, aber geht mir nicht in den Schädel rein. Warme Luft im Honigraum geht eigentlich nicht einfach runter, denn sie ist leichter als kalte Luft. Es sei der Wasserdampf egalisiert das. Geschlossener Boden und kleines Flugloch soll da besser sein. Das spricht gegen die Theorie ...

    Hilfreich fürs "rein in den Schädel" sind die uralten Arbeiten von Anton Büdel, der von der 2. Hälfte der 1940er bis Ende der 1950er Jahre mehr als 100 Arbeiten zu ganz verschiedenen Aspekten der "Bienenphysik" publiziert hat, alles in Deutsch, mit einfachsten Meßmethoden, aber intelligentem experimentellen Design und sehr schönen graphischen Darstellungen - von Hand gemacht. Wenngleich er seine vielen Daten in relativ kleinen Hinterbehandlungsbeuten mit geschlossenem Boden erstellt hat, ist vieles doch übertragbar auf die Physik in unseren heutigen Magazinen, so denke ich jedenfalls ... Ein "Summary" steht in Büdel, A.: "Bienenphysik" in Biene und Bienenzucht (ed. Büdel & Herold: 1960, 1976), pp. 115 - 180, Ehrenwirth Verlag, München. Gibt's noch antiquarisch.
    Zum Beispiel: "Der Wasserdampfgehalt der Luft (absolute Feuchte im mg/l) ist in allen Bereichen einer ordnungsgmäß besetzten Bienenwohnung nahezu gleich" (p. 138).

    oder:

    "Durch Fächeln oder auch durch Vorliegen wird der Ausgleich des Wasserdampfgehaltes zwischen der Innen- und Außenluft gefördert ..." (p. 139). Und ganz vieles mehr, alles belegt durch Daten und Grafiken.

    Das kennen wir doch alle, nach einem Tag mit Volltracht brummt nachts laut der Kasten. Der Ventilator läuft auf Hochbetrieb. Man könnte mal Lautstärke und Frequenz dieses akustischen Signals im Tages- und Nachtablauf aufzeichnen und mit den Stockwaagendaten vergleichen ... Siehe auch Griwza, J. pp. 170 - 172 in o.a. Werk.



    Was mich immer wieder ein wenig erschreckt ist der Mangel an Wissen. Die praktischen Fertigkeiten, die man braucht, sind ja kaum der Rede wert.

    Bei den dreien oder vieren, mit denen ich jedes Jahr Völker angucke ist das eher nicht so. Ich habe manchmal das Gefühl, sie "wissen" zuviel, haben Unmengen gelesen, möchten ausgiebig über allerlei Unwichtiges diskutieren, haben aber große Defizite allein im Beobachten. Ich bemühe mich da, Ihnen sorgfältiges Beobachten beizubringen. Das ist überhaupt nützlich im Leben, weit wichtiger als alle Schwätzerei.


    Bei mir fängt das so an, als Beispiel:

    1. Flugloch: 10 Minuten gucken. Dann: Was seht ihr ? z.B. ist Tracht ? Welche ? Sie haben häufig keine Vorstellung davon, was eingetragen wird, weil sie die Flora nicht kennen. Pollen dito. Jungbienenvorspiel ? Zeitfenster dafür ? Und viel Derartiges mehr.

    2. Bodenschieber, habe ich für Lehrzwecke immer in zwei, drei Völkern drin. Gemüll angucken. Wird gebaut ? Das Gemüll betrachtend: Was glaubt Ihr, auf wieviel Waben Brut ist, wenn wir das Volk gleich aufmachen, und so weiter und sofort.

    3. Nach Durchsicht des Volks: Macht eine Voraussage, wie es aussieht, wenn wir's in einer oder zwei oder drei Wochen wieder angucken. Wieviel Wabengassen werden besetzt sein ? Für Honig/Pollen zwei Szenarien: Gutes Wetter, schlechtes Wetter, etc. Macht Notizen. Hinterher: Vergleich Prognose zum Istzustand. Was war richtig, was falsch ?


    Für viele ist so eine Herangehensweise eine Herausforderung, an der sie wachsen (können).


    Cheers,

    Baudus




    Varroen 2017 bei mir wie immer. Pro Stand ein oder zwei Milbenschleudern mit bestimmt über zehntausend gefallenen Milben nach Behandlung mit Nassenheider Pro. Bei der Mehrzahl einige hundert gefallene, bei zweien oder dreien pro Stand nur wenige.

    Wirklich 10.000 Milben? Oder ist das eher eine symbolische Zahl? Wie ermittelst Du das?


    Wolfgang

    Eher knapp geschätzt, könnten auch zwölftausend sein. Ich habe früher über manche Jahre gezählt bzw. aufwendig geschätzt (Milben pro 4 cm2 aufgerechnet auf Bodenschieberfläche und korrigiert gegen Zentrum (mehr) und Rand (weniger) etc. Das mache ich schon lange nicht mehr, weil ich mir einbilde, das Wesentliche gleich zu sehen: am "Schwärzungsgrad" des Bodenschiebers.

    Bei diesen Kandidaten werden nach der 2. AS (nach Auffütterung) erfahrungsgemäß nochmal einige hundert fallen. Es ist aber so, dass diese Spezialisten im allgemeinen Mitte September wieder auf 3-4 Waben Brut haben und meist ordentlich durch den Winter kommen. Wird dieses Jahr hoffentlich auch so sein ...

    Baudus

    Varroen 2017 bei mir wie immer. Pro Stand ein oder zwei Milbenschleudern mit bestimmt über zehntausend gefallenen Milben nach Behandlung mit Nassenheider Pro. Bei der Mehrzahl einige hundert gefallene, bei zweien oder dreien pro Stand nur wenige.


    Allerdings: Ich habe 2017 bisher fast keine Krabbler gesehen, weder aufgrund von DWV noch von CBPV, ganz anders als in vergangenen Jahren um diese Jahreszeit. Könnte es sein, dass es hier auch Zyklen gibt, bei denen Viren einmal mehr und einmal weniger virulent sind ? Gibt's dazu Untersuchungen ?


    Herzliche Grüsse

    Baudus

    - Bzgl. AS habe ich in Erinnerung, diese solle wegen Räubereigefahr immer bei allen Völkern an einem Stand gleichzeitig durchgeführt werden. ....

    Hat jemand persönliche - positive oder negative - Erfahrungen mit der AS-Behandlung einzelner, nicht aller Völker an einem Stand ? Wer soll da eigentlich wen berauben?

    Reichlich Erfahrung. Räuberei bisher nicht beobachtet.


    Cheers

    Baudus

    Baudus : Die genannten 4 cm erreicht man nicht immer. Hin und wieder sitzt die BF (sternförmig) sogar mittig auf den OT der Rahmen auf, was mich stört, weil immer Bienen zu schaden kommen. Man könnte sie auch noch etwas höher bauen; denn sie liegen ja nur 1 - 2 Tge. auf dem BR. Ich werde wohl ein paar Leisten unterschrauben oder erzeugt das dann andere Probleme ?


    Vielen Dank für den Hinweis!


    Rainer

    Keine Probleme. Für den Fall, dass keine Kunstschwärme mit den aufgeketteten Bienen gemacht werden sollen, sollten die Holzleisten (4 cm hoch, oder was auch immer) so stabil sein, dass man den Rahmen mit einem einzigen Schlag auf den Rand des Brutraums frei von den aufgeketteten Bienen kriegt und sie von oben schnell in den Brutraum einwandern (mit ein wenig Wasser oder Rauch, geht bei mir innerhalb 20 Sekunden).


    Herzliche Grüsse

    Baudus

    Über die Jahre mit verschiedenen Modellen habe ich (bei mir) festgestellt:


    (i) am besten funktionieren die Rauten, jedenfalls besser als die Sternförmigen und auch besser als die kleinen Runden.

    (ii) sie funktionieren wiederum am besten, wenn das Bohrloch einen Durchmesser um die 3 bis 4 cm hat. Sind es 8 oder 10 cm, geht es nicht ganz so gut.

    (iii) weiters ist hilfreich, wenn die Platte nach unten wirklich gut schließt, ohne Ritzen an den Seiten.

    (iv) und dann ist auch noch ein 4 cm hoher Rahmen von Vorteil, der einen Abstand von der Bienenflucht zu den Rähmchenoberträgern gewährleistet, sodaß sich die Bienen aufketten können.


    Beachtet man das alles, so sind, auch bei ganz starken Völkern, nach 24 h im Schnitt vielleicht noch 7, nach 48 h noch 3 Bienen im HR.


    Cheers,

    Baudus

    Ich möche folgende Beobachtung beisteuern:

    (i) Meine Völker, verteilt auf 4 ortsfeste Stände produzieren 50 - 60 kg Wachs (Einschmelzwaben + Deckelwachs). Dieses schicke ich seit einigen Jahren zu demselben Umarbeiter für Mittelwände. Ich hatte bis einschließlich letztes Jahr keine Probleme oben gesehener Art.

    (ii) Über die letzten 10 Jahre oder so habe ich "rapsfrei" geimkert. 2017 wurde zum ersten Mal Raps im Umkreis zweier Stände angebaut, beide Male in ungefähr zweieinhalb km Entfernung. Die Völker dieser beiden Stände haben Rapspollen und -honig eingetragen, die anderen nicht.

    (iii) Ungefähr die Hälfte der "Rapsvölker", wie auch die dort aufgebauten frühen Ableger (aber nicht alle) zeigen dieses Jahr die oben angesprochenen Brutbilder auf (manchmal nicht vollständig ausgebauten) Mittelwänden.Tatsächlich: leichte Propolisierung der Zellränder.

    (iv) In den Völkern und Ablegern der beiden "rapsfreien" Stände habe ich dies nicht beobachten können.

    (v) Diese Beobachtungen an insgesamt 60 Völkern liefern keine besonders gute Datenbasis, und nichts ist gesichert hier. Dennoch mag man vielleicht eine Korrelation zwischen Rapseintrag und dem hier in Rede stehenden Phänomen hineininterpretieren. Wenn so, dann hätte das in # 310 angesprochene Vergiftungsargument etwas für sich. Glaubt man nun daran, dann wäre eine Wirkungskette aufzudröseln, die erklärt, warum man auf manchen (neuen) Waben das Phänomen sieht, auf weiter weg hängenden (alten) Waben aber nicht. Vielleicht spielt ein bestimmtes Zeitfenster eine Rolle, in dem PSM-Eintrag, Bau- und Bruttätigkeit auf fatale Weise zusammenkommen. Viel Raum für Spekulation ... und Dissertationen ...


    Frustrierte Grüsse

    Baudus

    Das sieht aus wie eine einmal bebrütete Wabe.

    Auf keinen Fall Jörg, da ist auf der Rückseite nur Pollen / Brot. Die wurde definitiv nie bebrütet.

    Kleingartendrohn schrieb:

    Einzelne Waben enthielten auch tief dunklen Honig, der die Gesamtfarbe ins Dunkle gedrückt hat - offenbar Honigtauhonig.

    Mit dem dunklen Honig habe ich die gleiche Erfahrung gemacht. Je Volk eine Wabe die so aussah.


    Auf 2 Ständen gibt's das bei mir beinahe jedes Jahr, einzelne Waben mit früh eingetragenem dunklem Honig, manchmal sogar 3 bis 4 Waben pro Volk. Das ist (bei mir) definitv Rosskastanienhonig (Pollengucken durchs Mikroskop). Kristallisiert nur schwer, wenn rapsfrei.


    Baudus


    Es ging um die Nostalgie und es ging um diese Haltung "früher war alles besser"


    War es nämlich nicht. Rosa Brille, hat jeder auf der Nase. Manche eine größere.

    :daumen:


    Literaturempfehlung: John Steinbeck "Die gute alte und die bessere neue Zeit" - gibt's noch antiquarisch, z.B. im ZVAB.

    Cheers

    Baudus (der wo 1962 seine ersten Völker von Oma übernahm ...)

    Der Imkerverein hat mich hängen lassen und mich null unterstützt ....

    Ich würde mir einfach eine besser Arbeit der Imkervereine wünschen.

    Ich habe über 3.000 Euro in Beuten und Material investiert und dann hat man mich einfach hängen lassen ...

    „Frage nicht was dein IV für dich tun kann, sondern was du für deinen IV tun kannst!" (modifiziert nach J.F, Kennedy - sonst nicht grade mein Vorbild).


    Cheers,

    Baudus

    Am südlichen Berliner Ring sieht die Robinie heute, am 7. Mai an vielen Orten so aus


    Erster Blatttrieb erfroren, zweiter bereits nachwachsend. Robinien, die ganz nah am Wasser stehen (entlang der märkischen Seen) haben bereits 5 cm lange ungeschädigte Blattaustriebe.


    Cheers,

    Baudus